fit. 213
Versteigerung.
Donnerstag, den 14. d. Mts., vormittags 9½ Uhr, versteigere ich zu Lollar im Gasthaus Zur Linde" im Auftrag der Verwaltung über die Konkursmasse des Karl Zimmermann daselbst:
1) Vollständige Betten, Kommoden, Kleiderschränke, Tische, Stühle, Spiegel, Bilder, Wanduhren, Vochänge mit Gallerien und Rouleaux, Nippfachen, Bettvorlagen, porz. Kaffeeservice, Lampen, Ofenschirme, Küchengeschirr, 111 Flaschen verschiedener Weine, 1 Reitsattel mit Zaumzeug und andere Sachen.
2) ca. 400 3tr. Quarcitsteine, 1 Haufen Dünger, 2 Rmtr. Buchen= hol, ca. 40 3tr. Heu, 6 3tr. Stroh, 12 Fuder Korn, 2 Sa d Hafer, 1 Schlitten, Dickwurzmühle und Futterschneidmaschine, 1 paar Ernteleitern und andere Dekonomiegeräte.
Die Versteigerung findet bestimmt statt.
Born, Gerichtsvollzieher.
Geschäfts- Eröffnung u. Empfehlung.
Den verehrten Einwohnern von Gießen und Umgegend beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich mit dem heutigen Tage in der
Bleichstrasse 21
eine
Bäckerei verbunden mit Konditorei
eröffnet habe.
ersuchen.
Nachdruck meiner Orig.- Inserate verboten.
Gleichzeitig gestatte ich mir um gefl. Zuspruch höflichst zu Die pünktlichste und aufmerkſamste Bedienung wird zugesichert. Gießen, den 10. September 1905.
Karl Haas, Bädermeister.
Sie sind leidend und fühlen sich elend!
Warum senden Sie mir nicht Ihre Adresse? Selbst wenn Sie an den hartnäckigsten veralteften Krankheiten leiden und alle Mittel schon versucht haben, können Cie fich mit vollem Vertrauen an mich wenden. Es liegt in Ihrem eigenen Interesse mir Ihre Adresse sowie Ihr Leiden postwendend mitzuteilen. Ich bin imstande Krankheiten verschiedenster Art in aller Kürze mit Sicherheit zu heilen. Hunderte von geheilten Patienten, die durch mich das föftlichste Gut die Gesundheit wiedererlangten, danken es mir heute, daß sie sich zur Zeit ihrer Krantheit an mich wandten. Diskrete Behandlung.
Franz Fleck
prakt. Magnetopat u. Naturheilkundiger Frankfurt a. M., Zeil 3. Consultationsstunden
nur Wochentags vormittags 9-12, nachmittags 2-5 Uhr.
Nachdruck meiner Orig.- Inserate verboten.
Spezial- Offerte
in kompletten
Schlafzimmern.
Ausser den billigen kompletten Schlafzimmern Satin nussb. poliert, bestehend aus:
2 Bettstellen
2 Nachttischen
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mit weisser Marmorplatte und Kachelaufschraubesp.
I englischem zweitürigem Spiegelschrank offeriere mein:
Mk. 335
und jeder Preislage und allen Holzarten bis zu Mk. 1300.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom 2. bis 9. September wurden in hiesiger Stadt
gefunden: 1 Peitsche;
verloren: 1 silberner Regenschirmgriff, 1 Portemonnaie mit ca. 15-17 Mark und 1 Pferdelos Inhalt, 1 zweirädiger Karren und ein rotlernes Portemonnate mit 5 Mt. und Briefmarken. 3ugeflogen ist: 1 Kanarienbogel.
Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.
Gießen, den 9. September 1905.
Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wettergasse zwischen Mäusburg und Marktstraße bon heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkehr geperrt.
Gießen, den 11. September 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Afterweg zwischen Walltor- und Schillerstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Gießen, den 9. September 1905. Großh. Bolizeiamt Gießen. J. V.: Roth.
Bekanntmachung.
Nach Mitteilung der Wutschußabteilung des Königl. Instituts für Infektionskrankheiten wurde bei einem am 30. Juli 1. Js. dahier verendeten Hund Tollwut festgestellt. Die für den Bezirk der Stadt Gießen einschließlich der Gemarkung Gießen verfügte Hundesperre wird deshalb auf unbestimmte Zeit ausgedehnt. Gießen, den 8. September 1905.
Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg.
Betr.: Schweinerotlauf zu Homberg.
Bekanntmachung.
Die unterm 12. August 1. Js. über die Gemarkung Homberg verhängte Sperre ist wieder aufgehoben. Die Viehmärkte in Homberg fönnen daher wieder wie seither abgehalten werden.
Alsfeld, den 7. September 1905.
Großh. Kreisamt Alsfeld. Dr. Meltor.
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Man verlange ausdrücklich ,, MAGGI's Würze" und achte auf die Schußmarke„ Kreuzstern".
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Des Berghubers Rache.
I.
Der Berghuber Nazi hatte schon längst ein Auge auf des Lindenbauers Tochter geworfen, aber die Vroni mochte nichts wiffen von dem ungeschlachteten, rothaarigen Burschen. Weder Schnaber hüpfeln noch ein riesiger Pfingstbaum vermochten die spröde Schöne umzustimmen und es ging die Sage im Dorfe, der Nazi habe ge legentlich eines allzufeurigen Vorgehens schon einmal mit dem Stiel der von der Broni regierten Dunggabel Bekanntschaft gemacht. Wie gesagt, verbürgt ist die Sache nicht, aber sobiel steht fest, daß der Nazi eines schönen Sonntags gleich nach dem Kirchgange den Lindenbauer heimsuchte und über eine Viertelstunde allein mit dem Bauern in dessen Stube verweilte. Man braucht aber darum noch nicht zu glauben, daß der Nazi nun den Alten im Sad hatte, im Gegenteil, als die Redensarten des Burschen dem Lindenbauer über die Hutschnur gingen, hatte er nur ein paar Worte gefnurrt, die wie„ Lacl damischer" flangen und gleich darauf batte der Freiers: mann sich vierhändig auf der Dorfstraße wiedergefunden
Das war gewiß ganz und gar nicht schön und auch andere Leute als der Nazi würden sich über eine derartige Behandlung etwas aufgeregt haben. Der Nazi stieß aber keine Drohungen aus, er ging heim, barg den Schmerz in liebeswunden Herzen und sich selbst in dem duftigen Heu auf dem Boden des Kuhstalles. Hin und her wirbelten die Gedanken in dem Hirn des Armen; wenn er's recht überlegte, konnte er eigentlich dem Lindenbauer nicht unrecht geben: denn was hatte er schließlich dem Mädchen zu bieten? Die ganze Wirtschaft war von A. bis 3. in trostlosem Zustande; die Erträge des Aders taugten nicht viel, und die Kühe lieferten recht wenig und dazu noch wässerige Milch. Aber war es denn beim Lindenbauer anders? Ganz und gar nicht. Auch dieser hatte über die Leistungsfähigkeit seiner Tiere zu klagen; die Schweinezucht, die er betrieb, warf nichts ab, weil von rationeller Arbeit auch nicht die Spur darin zu finden war. Der Lindenbauer ließ im Gegenteil die Schweine nach allen Regeln der Kunst dahinvegetieren und überließ sie sich tagsüber ganz, indem er sie fret auf der Landstraße umhertreiben ließ. Er vermeinte damit Futter zu sparen!!!
II.
Ober
Druck und Berlag d
( 18. Forfebung.)
Ohne die Rüdleb
aus feinem Hause befenntnis, das sie Feigen Entweichens ichmetternd auf ihn glaubte, es müffe die fie bleich und verstör zigen Röfferchen bei die ich gar nicht wie nicht gekommen, un weiß, daß dadurch meine, es würde hätten sehen könne aus meiner armment liche Bild vor mein brochen- bermidhte eine Träne und m wenn sie nahe daran leicht wäre es ja r Schwelle zu weisen zurückzuführen, aber Herr b. Random! hatte; aber ich fah Maßen litt, und d entwaffnete meinen mit aller Beredsam
Am Nachmittag war der Nazi im tiefften Groll nach dem Städtchen gepilgert; als er am Abend wieder zurückkehrte, trug er das zusammengefnotete Sacktuch am Stecken über die Schulter und ein haßverzerrtes, unheilverkündetes Lächeln huschte über sein breites, sommersprossiges Gesicht, als er in die Nähe des Lindenhofes fam. ,, Ha, der Nazi soll doch nur sein eigenes Vieh füttern", lachte am anderen Morgen der Lindenbauer, als er sab, wie Nazi mit vollen Händen seinen Schweinen Getreideschrot streute, sie auf die Straße loďte und dann auch des Lindenbauers Borstenvieh grunzend und quiksend sich herandrängte. Die Lindenbäuerin hatte daran thre helle Freude, da sie meinte, wenn der Nazi so verrückt set, könne fie fa damit zufrieden sein, denn sie habe ja den Profit von dieser " Fütterungsart". Der Nazi war aber inzwischen verschwunden und hatte auch seine Tiere wieder in ihre Behausung zurückgebracht. Da auf einmal ferklang es urplöglich schnaubend: Töfftöff- töfftöff -rrr, ein gellender Aufschrei der Lindenbäuerin.. dret Schweineleichen bedeckten das Schlachtfeld..... Ferne aber tönte es höhnend herüber; Töff! töff!
III.
und
Aus der
Ah,
Das Automobil verschwand im rasenden Galopp. dieser Kert", jammerte der Bauer ,,, mir so die Tiere ins Verderben zu loden! Wenn ich den Patron fasse! Aber wissen möcht ich doch womit er das fertig gebracht hat." Seine Neugierde wurde be= friedigt: eine der Leichen hielt nämlich noch einen Beutel in der Schnauze, auf dem stand: Regensburger Futterwürzpulver Bauernfreude" aus der Chemischen Fabrik Th. Laufer in Regensburg. 3 Pfund Bauernfreude" kosten franko Nachnahme 2.50 Mart." Neugierde war es auch, die den Lindenbauer bewog, das Pulver tommen zu lassen und bei den anderen Tieren zu versuchen. Der mit Bauernfreude" erzielte Erfolg war großartig. Bauernfreude" erhielt einen Ehrenplatz im Betrieb, und der Wirksamkeit der " Bauernfreude" hat die Vroni es zu danken, daß sie in wenigen Jahren die reichste und umschwärmteste Erbtochter in der ganzen Umgegend wurde.
Ueber den Nazi aber berichten wir später noch einmal.
Schnett
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Aussbode
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Rheumatis
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habe. So konnte id glück beweinen, das es helfen, wenn ich wollte! Was könnte rechtfertigen, da ich fi mag, zu ihm zurückzu ringite Verschulden, fo haben zu einem fold ficherte mir einmal während jeder Stund Selbstlosen Mannes anders sein, da ich j
fie liebte! Ich glaub ich kein Wort über gegenübertreten sollt Opfern vor Elend un mein unglüdlicher V dem besten und uneig Die überschwängli fonnten dem Assessor als angenehm an da
bronu ano ang
fach haben jogar Ge denselben Vorsitzender den werden, daß die ozialen Frieden zu djiedenen Stellen, d Michen Seite getren Magegen einzuwend ebenso einen beson Gewerbegerichte fü Lich solche Sonde
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