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Nachrichten kommen fortgesetzt von den Küstengelände des Schwarzen Meeres. In der Stadt Tiflis sind Bomben­attentate verübt. Ueber den ganzen Kreis Tiflis hat der Kriegszustand verhängt werden müssen. In Batum stockt jede Tätigkeit. Das Panzerschiff Knäs Potemkin" liegt noch immer vor Constanza. Die Bemannung des in Sewastopol angekommenen Torpedobootes 267 ist wegen der Meuterei verhaftet.

Balkan- Staaten.

** In Serbien bereitet man eine allgemeine Amnestie vor, die aus Anlaß der Volljährigkeitserklärung des Kronprin zen Georg proklamiert werden soll. Unter sonstigen Verur. teilten sollen alle Journalisten begnadigt werden, die unter dem Ministerium Paschitsch bestraft worden sind.

Hof und Gefellschaft.

Der Kaiser ist an Bord der Hohenzollern" von Saynig nach Wisby abgedampft. In den nächsten Tagen wird der Kaiser mit dem König Oskar von Schweden und bessen ältesten Sohne, dem Kronprinzen, zusammentreffen. Die Begegntung soll im Gefle- Fjöro stattfinden.

Die Gräfin Karoline zur Lippe- Biesterfeld ist ge­torben. Gräfin Karoline ist die Mutter des Graf- Regenten Leopold von Lippe. Sie ist am 6. April 1844 als Tochter des Grafen von Wartensleben in Mannheim geboren und war jeit dem 16. September 1869 mit dem Grafen Ernst zur Lippe­Biesterfeld vermählt, der im September v. J. ihr im Tode boraufgegangen ist.

Feer und flotte.

Sächsisches Automobilkorps. Das sächsische Kriegs ministerium will nun auch den Kraftwagen militärischen Zwecken dienstbar machen. Es plant die Einführung eines sächsischen Automobilkorps nach preußischem Muster.

Soziales Leben.

Weberaussperrung in Belgien. Anläßlich verschiedene Differenzpunkte fam es zu 3wistigkeiten in den Webereier zu Verviers zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Sei Montag haben 46 Webereien die Fabriken geschlossen, wo durch 2500 Arbeiter brotlos wurden.

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Der Konflikt in Essen anläßlich der Bauarbeiter- Aug­Sperrung. Oberbürgermeister Zweigert hatte seinen Antrag zur Unterstützung der Bauarbeiter mit 20 000 Mark auf Er­suchen der Finanzkommission zurückgezogen, um die ver­sprochenen Vergleichsverhandlungen zwischen den Arbeit­gebern und den Arbeitern nicht zu stören. Da diese Ver­handlungen nicht eingeleitet worden sind, ist der Antrag aufs neue eingebracht und auf die Tagesordnung für die nächste Sigung gestellt worden.

Nab und Fern.

Der Grubenbrand in Dortmund. Es ist keine Hoffnung vorhanden, daß den durch das Feuer auf Zeche Borussia ab. geschnittenen Bergleuten Rettung gebracht werden kann, ob wohl die Rettungsmannschaften unermüdlich arbeiten un mit Todesverachung vorgehen. Voraussichtlich werden die Bergleute, 39 an der Zahl, schon längst erstickt sein. Der Brand entstand dadurch, daß eine Petroleumlampe durch ein herabfallendes Stück Holz zerschlagen wurde. Der materielle Schaden, den der Brand verursacht, wird auf 1,5 Millioner Mark geschätzt. Auch in Recklinghausen ist vorgestern ein Unglück passiert. Durch den ausströmenden heißen Damp der Fördermaschine wurde ein Maschinenwärter_getötet und ein Steiger so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen ge zweifelt wird.

Siebzehn Häuser eingeäschert. In Bacharach am Rhein brach Feuer aus, das bei der zurzeit herrschenden Trockenheit so rapide um sich griff, daß in furzer Zeit alle in der Nähe befindlichen Gebäude in hellen Flammen standen. Siebzehn Häuser fielen dem verheerenden Elemente zum Opfer.

Großer Blitzschaden. Schweres Unglück richteten die heftigen Gewitter der letzten Zeit auf dem Pommerschen Gute Kothlow an. Es wurde durch Blitzschlag fast ganz zu Grunde gerichtet. Drei Personen kamen ums Leben, und außerdem fanden 300 Schafe, sowie 20 Zuchtpferde ihren Tod.

Ein rabiater Mensch. In Metz drang dieser Tage ein Arbeiter in die Wohnung seines Schwiegervaters, eines Schuhmachers, und schoß ihn nieder. Ein Schuhmann, der den Mörder verhaften wollte, wurde ebenfalls durch Schüsse verwundet und dann mit dem eigenen Säbel erschlagen. Nachdem der Wütende dann seine Frau und Schwieger. mutter schwer verletzt hatte, er choß er sich selber.

Raubmord auf der Landstraße. An der Frankfurter Landstraße in der Nähe von Hochheim wurde in einem Kornackar ein Handwerksbursche aus Sachsen in schwer ver wundetem Zustande gefunden. Der ganze Körper war mit Stich- und Schnittwunden bedeckt, allein an Kopf und Hale sind zwanzig gezählt. Nach Andeutungen des Schwerver. letzten handelt es sich um einen Raubanfail, den ein Wander. genosse an dem Unglücklichen begangen hat.

Revolverheld aus Eifersucht. In Wien lauerte ein junger Kaufmann an einem der letzten Abende cinem Mäd chen, das er mit Heiratsanträgen verfolgte, das sich aber mit einem anderen verlobt hatte, auf und brachte der Unglück lichen drei Schüsse aus einem Revolver bei. Ein weiterer Schuß traf den Portier des Hauses, der auf das Schießen herausgeeilt war. Beide Getroffenen sind schwer verwundet. Der Täter entfloh.

Hungersnot in Spanien. In der Provinz Andalusien herrscht gegenwärtig eine furchtbare Hungersnot. Entsetzlich: Szenen werden aus den von der Kalamität befallenen Ge­genden berichtet. Das Minifterium hat zur Abstellung der schlimmsten Not einen Kredit von 12 Millionen Pesetas bewilligt.

Ein braver Sohn. Mit eigener Lebensgefahr rettete fürzlich in Nieder- Aigen im Oesterreichischen der Sohn eince Bauern seine beiden hochbetagten Eltern aus den Flammen. Der Hof war in Brand geraten, und das Feuer griff mit rasender Geschwindigkeit um sich. Der wackere Sohn stürzte sich zweimal in das brennende Gebäude und trug seine El. tern heraus. Er zog sich dabei selber schwere Brandwunden zu, so daß aus der nahebevorstehenden Hochzeit des Retters zunächst nichts werden kann.

Eine vornehme Diebin. In Philadelphia wurde vor kurzem eine reiche Dame, Frau Potts, verhaftet. Sie ver­

fehrte in den ersten Familien und benutzte ihre Konncrio nen dazu, auf Bällen und Soireen Schmuckgegenstände sich anzueignen. Es waren dort in letzter Zeit auffällig vicle wertvolle Gegenstände abhanden gekommen. Nach Beobach­tungen der Detektivs lenkte sich der Verdacht auf Frau Potts, und eine bei ihr vorgenommene Haussuchung förderte Hun­derte von Ringen, Broschen, Kolliers und andere Schmuck­sachen, zum Teil von großem Werte, zu Tage, die von der bornehmen Diebin nach und nach in den Häusern, in Snea sie verfehrte, entwendet waren.

Hus dem Gerichtofaal.

§ Der Prozeß Hüger. Vor der ersten Straffammer des Landgerichts zu Dortmund begann der Militärbeleidigungs. prozeß gegen den Obersten a. D. Hüger. Er war früher Kommandeur des württembergischen Feldartillerieregiment Nr. 13 in Ulm und ist der Beleidigung einer ganzen Anzahl Generäle und anderer höherer Offiziere durch eine Bro­schüre angeklagt. Hüger schildert in der Broschüre den Kampf, den er gegen die vorgesetzten Stellen lange Zeit ge­führt hat und der mit seiner Verabschiedung endete, die nach seiner Meinung zu Unrecht erfolgt ist.

§ Die Ruhstrat- Affäre. In Bückeburg begann die Ver­handlung wegen Meineids gegen den Kellner Meyer aus Bremen. Meyer wurde in dem großen Residenzboten": Prozeß als Zeuge vernommen und hatte dabei gegen den Justizminister und andere höhere Justizbeamte Angaben ge­macht, die nach den eidlichen Bekundungen dieser Zeugen auf unwahrheit beruhen sollen und die dem Gericht Veran lassung gaben, Meyer von der Zeugenbank weg wegen drin genden Verdachts des Meineids in Untersuchungshaft zu nehmen. Es sind über 50 Zeugen geladen, darunter aud Minister Rubstrat. Der Angeklagte blieb bei der Verneh. mung dabei, daß Minister, damals Oberstaatsanwalt Ruh­strat noch bis in das Jahr 1900 Lustige Sieben" gespielt hat und zwar hauptsächlich mit den Herren Buchhändler Schmidt und Zahnarzt Dr. Schleppegrell. Die drei Herrer haben unter ihrem Eide ausgesagt, daß dies nicht der- gewesen sei.

Kunft und Wiffenfchaft.

MP Gin wertvolles Gemälde gestohlen. In der Gemälde­galerie im Haag wurde ein Bild des großen niederländischen Malers Franz Hals geraubt. Das Bild führt die Be­zeichnung Ein Kavalier", ist auf Holz gemalt und wird als besonderes Meisterstück geschäßt. Das Bild ist 24,5: 19,5 Zentimeter groß. Sofort nach Entdeckung des Diebstahls wurde die Galerie geschlossen und alle Anwesenden einer Untersuchung unterzogen, die ergebnislos verlief. Auf die Wiedererlangung des Bildes ist eine hohe Belohnung aus­gesetzt worden. Der Dieb hat es aus dem Rahmen heraus­gedrückt und anscheinend unter den Kleidungsstücken ver­borgen weggetragen.

Das Goldland Mazedonien. Türkische Regierungsweisheit. Vergangene Zeiten. Bauern als Goldfinder. Eine fachmännische Untersuchung. · Erfreuliche Resultate.

Ueber ein halbes Jahrtausend ist Mazedonien unter tür­fischer Herrschaft gewesen, und jetzt erst, da von drei Seiten der Versuch gemacht wird, das Vaterland Alexanders des Großen aus der türkischen Umklammerung loszulösen, be­ginnt der Padischah, die Bodenschäße der bisher für arm ge­haltenen Provinz erforschen zu lassen. Der Gedanke ist ihm oder seiner Umgebung nicht etwa von selbst gekommen. Das widerspräche der osmanischen Tradition. Auch ist die Anregung nicht darauf zurückzuführen, daß man sich durch die Lektüre von Geschichtswerken erinnert hätte, in welchem Maße im Altertum der Boden Mazedoniens Gold, Silber, Blei und Kupfer hergegeben hätte. Das wäre gleichfalls dem Herkommen zuwider, das unbedingt verbietet, die Vor­stellung erwecken zu lassen, als wäre irgendwann einmal ein anderer als der Türke Herr im Lande gewesen. Das darf nicht sein, aus Gründen der Staatsraison". Die näm­liche Staatsraison", nicht eigentliche Bildungsfeindlichkeit oder Mangel an historischem Sinn, hat auch dahin geführt, daß selbst die persönlich aufgeklärtesten Paschas sich den Aus­grabungen von Altertümern widersetzten und beispielsweise Inschriftensteine, die denkwürdige Ausschlüsse über die Zeite.. der Vergangenheit geben konnten, pietätlos als Material für Nuzbauten verwendeten. Nein, der Zufall oder stumme Ortsüberlieferung haben den mazedonischen Bauer daraus gebracht, dem in der Erzeugung von Feldfrucht fargen Boden Edelmetalle abzugewinnen. Natürlich geschah das in der rohesten Weise, ganz oberflächlich und unter Vermeidung maschineller Hilfsmittel, für deren Erwerbung es den maze­donischen Bauern an Kapital gefehlt hätte und zudem die hindernde Aufmerksamkeit der Paschas auf sich gezogen haben würde. Die südmazedonischen Flüsse Gallifo und Aleria mit ihren Nebengewässern führen Gold, und das ange­schwemmte Land ist mit Gold gesättigt. Um es herauszu­holen, stellen die Bauern ein mit Querleisten benageltes langes Brett an jenen Flüssen auf, schütten Geröll- und Schwemmmasse auf den oberen Teil und gießen mittels eines Schöpfers Wasser darüber, bis die Masse sich löst und ab­rollt. Das Gold sinkt vermöge seiner Schwere nach unten und bleibt in den von den Querleisten gebildeten Winkeln hängen. Ein einzelner Mann kann in einer Tagesarbeit 5 bis 6 Tonnen Sandes auswaschen, wobei der durchschnitt­liche Ertrag etwa 3 Gramm Gold ist, die einen Wert von 7,40 Mark darstellen. Das ist weit mehr als der Bauer durch sonstige Arbeit an einem Tage zu gewinnen vermag. Selbstverständlich konnte das nicht geheim bleiben, beson­ders da die mazedonischen Bauern für die Verwertung des Goldes auf die Vermittelung der griechischen Wechsler an­gewiesen waren. Die Folge davon war, daß der Badischah dem Geologen Großkopf, seinem Privatingenieur für Berg­wesen, den Auftrag gab, eine Durchforschung Mazedoniens in geologischer Hinsicht vorzunehmen und den Metallreichtum des Bodens festzustellen. Der Auftrag ist ausgeführt wor­den. Man fand, daß Mazedonien, heute noch so reich an Edelmetallen ist, wie im Altertum.

Die obigen Angaben über das Erträgnis der Gold­wäscherei sind nur annähernde. Es kommt vor, daß sich in einer Tonne Sandes 3 Gramm Gold finden, und es ist sicher daß eine rationellere Methode weit reichere Ausbeute liefer.. würde, daß namentlich die Ermittelung der alten Flußbetten einen bedeutenden Ertrag liefen müßten. Das Gebiet des Schvemmgoldes am Gallifosluk wird als 60 Kilometer

Tang und 40 Kilometer breit angegeben, doch sind auch außer halb dieses Gebietes Goldfelder vorhanden, beispielsweise östlich und westlich von Saloniki. Der Gesamtwert wird auf hunderte von Millionen geschäßt. Dabei ist das Gold nicht mitgerechnet, das im Quarz eingeschlossen ist. Im Norden von Saloniki hat man aus einem einzigen Quarzgang binnen 2 Monaten für 80 000 Mark Gold geholt. Auch auf Silber- und Bleilager ist man bei den Untersuchungen ge­stoßen, ebenso auf andere sehr wertvolle Metalle. Der Sul­tan nimmt an den Ermittelungen den größten Anteil wahrscheinlich wird er das in jedem Sinne tun.

Wien, 11. Juli

Die Kaiferin der Sabara. ( Eig. Bericht.) Der ungekrönte und zu seinem Schmerze von den euro päischen Mächten noch nicht anerkannte Beherrscher der Sa­hara, Herr Jacques Lebaudy, hatte für seinen Hofstaat auch bereits die Dame gewählt, die den erhabenen Thronsit als holdes Gemahl mit ihm teilen solite. Die Glückselige heißt im bürgerlichen oder vielmehr im Artistenleben Madame de Dion und bemühte sich vor ihrer Erhebung zur Wüstensürstin auf den Brettern der Spezialitätenbühnen um die Gunst des Publikums. Sie war also Chansonettensängerin. Nach­dem sie in Zwistigkeiten mit ihrem cäsarische Pläne im Hirn wälzenden Herrn und Gebieter geraten war, hat sie sich jetzt wieder ihrem früheren und eigentlichen Berufe zugewandt. Sie weilt vorläufig in Wien, um sich von den Aufregungen ihrer Kaiserin- Herrlichkeit zu erholen und will später in einem für sie verfertigten Ausstattungsstück Die Kaiserin der Sahara" auftreten. Diesen Erfolg also hat der geniale -Lebaudy errungen, er wird seinen Kaisertraum auf dem Variété verwirklicht sehen.

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Madame de Dion erzählt merkwürdige Einzelheiten von ihrem großen Freunde. Bis auf die letzten Ereignisse zwischen uns," so sagte sie, fann ich mich über Lebaudy nicht beklagen. Er benahm sich gegen mich ganz verständig und liebevoll, und für verrückt halte ich ihn nicht. Nur die fire Idee hat er, das Kaiserreich der Sahara zu gründen. Er ist überzeugt davon, daß er sein Ziel einmal erreichen trird. Sehr oft versuchte ich ihn von dieser Dummheit ab­zubringen und ihn von der Unmöglichkeit seiner Pläne zu überzeugen, aber das war vergeblich. Schau," sagte ich zu ihm, du wirfst dein Geld zum Fenster hinaus. Vielen armen Leuten würde es gutkommen." Aber er wollte da­von nichts hören und hatte nur seine Freude, wenn ihn die Leute Majestät ansprachen und in tief grüßten. Nach Triest fam er mit zwei Arabern, sechs Kamelen und drei Rennpferden. Eines Tages wollte er mit der Karawane nach Wien ziehen. Er und ich sollten auf Kamelen die Reise machen. Ich weigerte mich. Ich machte ihm den Vorschlag, nur auf Pferden zu reiten, und bestieg eines der Renn­pferde. Dabei stürzte ich zu Boden und verletzte mich am linken Arm. Nun weigerte ich mich endgültig, mit der Ka­rawane zu ziehen. Er wurde ganz wild darüber, drohte mir mit dem Revolver, sperrte mich in mein Zimmer ein und verließ das Hotel. Ich suchte bei der Polizei Hilfe. Mit zwei Geheimpolizisten fuhr ich durch Triest, um Lebaudy zu suchen. Als wir ihm begegneten und er bemerkte, um was es sich handle, wollte er sich mit der Reitpeitsche auf mich stürzen. Man führte ihn jedoch auf die Polizei. Dort angekommen, warf er eine Menge Banknoten auf den Tisch. Ich solle mir davon meine Abfertigung nehmen. Natürlich tat ich das nicht, sondern ließ einen Advokaten mit ihm verhandeln, der mir eine Abfertigung von 25.000 Franken verschaffte."

Die Dame, die sich so leichtherzig von der Aussicht auf einen Thron trennte, belustigt sich sehr über Lebaudys Aeußeres. Augenblicklich trägt Lebaudy, nachdem er ja eine Weile auf österreichischem Boden geweilt hat, einen Kaiser­bart. Sein Schädel ist immer kahl geschoren. Lebaudy selbst weilt augenblicklich in Padua. Was will man ihm tun? Er besitzt 120 Millionen, und eine solche Summe gibi ihm immerhin die Möglichkeit, die Welt noch eine Zeitlang nach seiner Manier zu belustigen.

Vermischtes.

= Die findige Post und der selbstbewuste Gastwirt. Ein Tourist, der es in der gegenwärtigen Reisezeit in einem Hotel recht schlecht getroffen hatte, machte seinem Aerger durch eine Postkarte an einen Freund Luft, die folgender­maßen lautete:" Bei einer Flasche Grüneberger Schatten­seite, Himmelssegen, aber wirklich sauer, einer Sorte Zwie­beltalent, das Tränen entlockt, nach einem Stück ledernen Rindfleisch, das schändlicherweise für Kalbsschnitzel ausge­geben wird, des falten Kaffees gar nicht zu gedenken, sende ich dir melancholischen Gruß!" In seiner Getränktheit vergaß der Kartenschreiber die Adresse aufzuschreiben. Am nächsten Morgen brachte mit freundlichem Lächeln der Wirt seinem Gaste die Karte, die von der Post richtig an das Hotel zurückgegeben war, mit den Worten: Die Karte haben Sie wohl geschrieben; sie ist ohne Adresse, aber unsere Post läßt sich keinen Wind vormachen. Sie hat aus Ihren Worten gleich ersehen, aus welchem Gasthaus sie stammen muß. Das kann nur das meinige sein!"

=

Antomaten für warme Milch. In Schweden sind durch die Bemühungen einer Dame, namens Valborg Ulrich, Automaten in Benugung, die auf den Einwurf eines Geld­Stückes einen Becher warmer Milch geben. Sie haben sich derartig eingeführt, daß ihre Zahl immer größer wird. Nach einer vor kurzem aufgestellten Rechnung sind aus zwei dieser Automaten in der Zeit von 45 Tagen 18 000 Becher warmer Milch entnommen. Ueber die Einrichtung wird folgendes mitgeteilt: Der Automat ist ein Holzfasten, etwa drei Juß breit und tief und sechs Fuß hoch. An der vorderen Seita befinden sich außer dem Schlitz zur Aufnahme des Geld­stücks zwei Knöpfe, die mit zwei Röhren in Verbindung stehen, und zwei angefettete Becher. Hinter einem kleinen Glasfenster zeigen Zahlen, wieviel Becher Milch der Apparat roch enthält. Im Inneren befindet sich ein großer Wasser­fasten, in den der Milchkasten gestellt wird. Das Wasser wird durch eine regul rte Gasflamme auf ungefähr 75 Grad Celsius erhitzt. Nach Hineinwerfen der Münze kommt zuerst heißes Wasser zum Reinigen des Bechers und dann die warme Milch. Die Ausgaben werden durch die Ein­nahmen ungefähr gedeckt, nur die Anschaffung der Auto­maten, deren jeder etwa 1300 Mark kostet, muß zur Ver­fügung gestellt werden.

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Die Statistik der Küsse. Ein Ehemann hat über die Süsse sorgfältig Buch geführt, die er mit seiner Gattin aus­getauscht hat. Nach seinem Ableben ist diese Aufmachung

Boldfüchse, ein e Münzen. Der Pf night getäuscht

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Das Ende des Beigern des frango nationalen Gordon men, sondern ein eig Gordon Bennett- Pol prächtige Schauftüd

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