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Das Telegraphenamt ist von einer Kompagnie Soldaten besezt. Fortgesetzt werden Verhaftungen vorgenommen.

Schrecklich ging es wieder in Tiflis her. Auch dort war es auf das Palais des Statthalters abgesehen. In der Nähe explodierte eine Bombe, durch die mehrere Kosaken getötet oder verwundet wurden. Gleichzeitig wurden gegen meh­rere Kasernen Bomben geschleudert, als deren Urheber ver­mundete Georgier und Armenier verhaftet wurden. Aus den Fenstern fielen Schüsse, die das Militär von der Straße her erwidert. Kurz, auch dort herrscht das Bild vollständigen Aufruhrs.

Auch in den Ostseeprovinzen rührt es sich wieder. In Libau entdeckte die Polizei im Keller eines Hauses eine Ge­heimdruckerei des lettischen sozialdemokratischen Komitees und beschlagnahmte revolutionäre Proklamationen, sowie Revolver und Patronen.

Daß auch die Anschläge auf Eisenbahnzüge sich zu wieder: holen beginnen, kann nicht Wunder nehmen. In Podvo Loczyska kamen die Züge mit beträchtlicher Verspätung in. Die Strecke war durch einen entgleisten Güterzug gespcrt. Die Katastrophe war durch böswilliges Herausreißen der Schienen verursacht, wodurch neunzehn Waggons zertr m- mert und mehrere Beamte verlegt waren. Der Anse ag hatte nicht diesem Zuge, sondern dem Schnellzuge gegon, in dem der Gouverneur von Podolien reiste. Er ent ng dem Attentat dadurch, daß der Schnellzug den Anschluß ver­säumte und daher der Güterzug eher abgelassen wurde.

So arbeiten die unsichtbaren Führer des Aufstandes nit dem Terror, dem Schrecken, den sie verbreiten. Die wachs ide Unsicherheit macht Handel und Wandel stockc., und im ter weitere Kreise fallen der Anarchie zu.

Politifche Rundschau,

Deutsches Reich.

* Eine neue Zusammenkunft zwischen dem Reichskanzler Fürst Bülow und dem italienischen Minister Tittoni soll nach Meldungen aus Rom im Dezember stattfinden. Der Reichskanzler soll die Absicht haben, sich zu diesem Zweck nach Italien zu begeben.

* Das zwischen Deutschland und Frankreich vereinbarte Programın für die Marokkofrage wird zunächst von beiden Staaten ihren Gesandten in Tanger übermittelt werden, die es dem Maghzen vorlegen und dessen Zustimmung er­wirken sollen. Sobald diese erreicht ist, werden Frankreich und Deutschland das Programm den an der Marokko- Kon­ferenz beteiligten Staaten zur Annahme vorlegen.

* Bei den Matumbibergen in Deutsch- Ostafrika hatte eine Abteilung der Schuytruppe ein Gefecht mit den Aufstän­dischen, bei dem Sergeant Schober fiel. Leutnant von Milczewski ist mit drei Unteroffizieren, 31 Mann Marine­soldaten und einem Maschinengewehr mit der englischen Uganda- Bahn von Mombassa aus ins Innere gefahren, um das Südufer des Viktoria Nyanza zu erreichen. Der Be­zirk Muanza ist ruhig, doch scheint die dortige Garnison, aus den umliegenden Stämmen rekrutiert, nicht zuver­lässig genug. Der Dampfer Prinz- Regent" wird in kurzem 220 sudanesische angeworbene Soldaten bringen, aus denen zwei Kompagnien gebildet werden sollen.

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* Im Reichslande bestanden längere Zeit Mißstimmungen loegen der Interdiktverhängung über den Friedhof zu Fameck und noch; vier andere Friedhöfe in Lothringen. Nachdem das Interdikt in Famed schon aufgehoben war, hat jetzt der Papst auch die übrigen Interdikte für erloschen erklärt.

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* Mit den Eisenbahnverhältnissen in Thüringen beschäf­tigte sich die in Arnstadt abaehaltene Tagung sämtlicher Thüringer Handelskammern. Sie forderten einen gemein­samen obersten Verwaltungsgerichtshof der thüringischen Staaten, sowie deren Vertretung im preußischen Landes­eisenbahnrat. Die Handelskammern erklären sich weiter gegen den Wegfall des Freigepäcks.

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* Von Bebels Erbschaft, die ihm durch das Testament des

lungen, eine neue Regierung auf einer Grundlage zu bil­den, welche die Entwirrung des Parlaments sichert. Norwegen:

** Das norwegische Storthing hat mit 101 gegen 16 Stimmen das zwischen den norwegischen und schwedischen Delegierten in Karlstad getroffene Abkommen über die Unionstrennung genehmigt. Nach der verschwindend ge­ringen Stimmenanzahl der Opposition ist weitere friedliche Abwickelung der Verhandlungen zu erwarten.

England.

** In den Kreisen des englischen Bublifums regt sich der Widerspruch gegen die anhaltende Deutschenheke der Presse. Die Times", welche sich in boshaften Angriffen auf Deutschland gar nicht genug tun können, erhalten eine derbe zurechtweisung durch einen Brief des Oberpfarrer? bon Chatham, J. Tetley Rowe. Das Blatt druckt das Schreiben ohne Bemerkung ab. Es wird darin gesagt, die Blätter hätten nicht das Recht, dem Fürsten Bülow anläß­lich seiner Aeußerungen im Gespräch mit französischen Journalisten Verdrehung von Tatsachen vorzuwerfen, wie es geschehen sei. Wer die einzelnen Abschnitte der Marokko­Angelegenheit verfolgt hätte, müßte wissen, daß Deutschland durchaus das Recht hatte, sich durch die Behandlung verlegt zu fühlen, die ihm von Frankreich zuteil geworden war. Herr Rowe sagt weiter wörtlich:" Wenn Frankreich Eng­land derartig behandelt hätte, glauben Sie, daß wir das ruhig hingenommen hätten? Frankreichs Vorgehen zwang Deutschland zur Einmischung in Marokko. Deutschland ver­langte nur, wie jedes andere Land, von Frankreich mit Achtung behandelt zu werden. Ist daran etwas ungerechtes? Ist es unrecht, wenn ein Deutscher versucht, die Beziehun­gen zwischen seinem Lande und Frankreich zu verbessern? Welches Recht wenigstens haben Engländer, die Flammen der Eifersucht oder der Erbitterung zu schüren? Das heißt Unkraut säen, während wir doch unseren Einfluß auf die Völker beider Länder benutzen könnten, um eine bessere Ver­ständigung zwischen ihnen und, wie ich hoffe, einen dauern­den Frieden zu fördern." Das sind treffliche Worte. Leider werden sie bei den berufsmäßigen Hezern wahrscheinlich auf steinigen Boden fallen.

Balkan- Staaten.

** Die gespannten Beziehungen zwischen Rumänien und Griechenland haben zu einer Kündigung des rumänisch­griechischen Handelsvertrages geführt. Die rumänische Re­gierung hat in Athen die Kündigung desselben überreichen lassen.

Amerika.

** Die Vereinigten Staaten von Nordamerika planen die Errichtung eines Kolonialamtes. Die Leitung soll Kriegsminister Taft übernehmen. Es ist das ein neuer Schritt auf dem Wege zum Imperialismus, auf dem die Union unter der Präsidentschaft Roosevelts unverkenn­bar geht.

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Hof und Gesellschaft.

Auf Schloß Glücksburg findet heute die Hochzeit des Herzogs Alfred von Sachsen- Coburg und Gotha mit der Prinzessin Adelheid von Schleswig- Holstein- Sonderburg­Glücksburg, einer Nichte der Kaiserin, statt. Die Jacht Hohenzollern", die in Begleitung des Depeschenbootes ,, Sleipner" und des Kreuzers Hamburg" das Kaiserpaar dorthin gebracht hatte, hat auf der Föhrde Anker geworfen, wobei das Torpedoschulschiff Blücher" den Salut gab. Die Landungsbrücke, das Strandhotel, Stadt und Schloß Glücks­burg prangen in Festesschmuck. Im Schlosse hat die Friedrichsgarde", die Glücksburger Schüßen- Kompagnie, in altertümlicher Tracht den Wachtdienst übernommen.

*** Am sächsischen Königshofe steht der Besuch des Kaisers bevor. Er wird voraussichtlich einen Tag in Dresden weilen und dort auch den neuen Kasernements in der Albertstadt einen Besuch abstatten.

*** Reichsgerichtsrat Ewald ist vom Großherzog von Hessen zum Justizminister ernannt worden.

früheren Leutnants Rollmann zugefallen ist, hat er 45 000 Bur Dreihundertjahrfeier der Vorläuferin der

Mark dem Vorstande der sozialdemokratischen Partei zur Verfügung gestellt. Davon sollen 10 000 Mark für die Vereinigung zur Unterstützung der in der Arbeiterbewegung tätigen Angestellten verwendet werden. 5000 Mark hat Bebel für die proletarische Frauenbewegung bestimmt.

Der Vorstand des deutsa, n Städtetages ist in Berlin fusammengetreten, um über die Fleischteneiang zu beraten. Man beschloß, eine Sonderdeputation der Oberbürgermeiſter Don Berlin, Frankfurt a. Main, München, Stuttgart und Straßburg im Elsaß an den Reichskanzler zu entsenden, um wegen der dringlich notwendigen Schritte in der Fleisch­frage vorstellig zu werden. Ein Telegramm an den Reichs­fanzler wurde sofort abgesandt mit der Anfrage, wann Fürst Bülow dieſe Deputation des Städtetages empfangen wolle.

In der Nähe der Grenze von Deutsch- Südwestafrika, bei Selnit Drift, haben die englischen Behörden nach einem Telegramm aus Kapstadt drei Transvaaler mit 200 Stüd Vieh aufgegriffen, das die drei Männer den Deutschen ge stohlen hatten. Die Leute waren bewaffnet, obwohl sie angaben Nichtkombattanten zu sein. Das Vieh wurde den Deutschen ausgehändigt, die Leute wurden im Gefängni von Kenhart untergebracht.

* In Londoner Diplomatenkreisen wird die im Matin" veröffentlichte Behauptung der Unterstützung der deutsch feindlichen Politik Delcaffe durch England als absolut un glaubwürdig erklärt. Es sei nicht ernsthaft aufzunehmen wenn gesagt werde, England habe der französischen Regie rung die Belegung des Kaiser Wilhelm Kanals und die Landung von hunderttausend Mann an der schleswig- hol steinischen Küste zugesagt.

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Oefterreich- Ungarn

Gleich nach seiner Eröffnung ist gestern das ungarische Parlament wieder geschlossen worden und zwar bis zum 19. Dezember. Nach Verlesung des königlichen Hand­schreibens, das die Vertagung anordnete, stellte Graf An drassy einen Antrag, gegen die Schließung zu protestieren, da sie ungeseßlich sei. Der Antrag wurde angenommen. Das königliche Handschreiben sagt, es sei bisher nicht ge­

Landesuniversität.

Der 10. Oftober dieses Jahres ist für Gießen ein bedeutsamer Tag. An diesem Tage, so schreibt ein Mit­arbeiter der Darmft. 3tg.", vollenden sich dreihundert Jahre, seitdem eine hohe Schule in seinen Mauern gestiftet wurde. Eine hohe Schule, freilich keine Universität; denn zur Universität ist sie erst geworden durch die Erteilung des taiserlichen Privilegiums, das die Schule anerkannte und sie berechtigte, die akademische Grade eines Magisters der freien Künste, eines Doktors der Theologie, der Rechte oder der Medizin zu verleihen. Zwei Jahre hat die hohe Schule ohne diesen kaiserlichen Freibrief bestanden; bescheiden nannte fte sich Gümnasium, oft auch nur Schola Giessensis. Und so wird der Ehrentag der Ludoviciana, ber breihundertste Jahrestag ihrer Erhebung zur Universität erst in zwei Jahren gefeiert. Dann werden Universität, Stadt und Land wetteifern, dieses seltene Fest würdig zu begehen.

Aber darum wollen wir doch des Tages nicht vergessen, an dem das Samenforn gelegt wurde, wenn wir uns des fräftigen daraus erwachsenen Baumes freuen, unter dessen Zweigen wir noch heute wohnen. Ohne den 10. Oftober 1605 feine Universität Gießen!

So sei es gestattet, an die Zeiten zu erinnern, die jenem wihtigen Ereignis vorausgingen. Erft seit wenigen Monden stand Gießen und heffen darmstädtischer Hoheit. Philipps des Großmütigen lßtüberlebender Sohn, Ludwig von Sssen- Marburg, der Stadt bisheriger Land sherr, war am 9. Oftober 1604 finderlos gestorben. Um sein Erbe hatte sich zwischen den Enkeln Philipps, Ludwig von Darmstadt und Morz von Kassel, jener unglückselige Streit erhoben, der fast ein halbes Jahrhundert die beiden hessischen Linien entzweite, ihre Politit bestimmte und sie bemgemäß im dreißigjährigen Kriege stets in entgegengesezte Lager führte. Gerade i gt, zu Anfang des Jahres 1605, war durch eine einstweilige Teilung des Landes die nördliche Hälfte mit Marburg an Moritz, die südliche mit Gießen an Ludwig gegeben worden. Die gesamth ssische Landesuniversität

Marburg, Philipps altberühmte Stiftung, war auf diese Weise in den Anteil des Kaffeler Landgrafen gekommen, und dieser hatte die Ansprüche des Darmstädter Betters auf Teilnahme an ihrer Verwaltung zurückgewiesen und ihm dadurch jeden Einfluß auf die inneren Verhältnisse der wichtigen Bildungsanstalt entzogen.

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Bom Dünsberg. Die i Dünsbergvereins befchl der Schutzhütte neben bem des Königs unserer Berge hr im Rohbau fertiggef wird der innere Ausbau bo geboten, bei schlechtem We

Mit dem bereits bestehenden politischen Gegensatz der größere Gesellschaften, weld

beiden fürstlichen Bettern verknüpft sich hier ein religiös. foufessioneller. Landgraf Moriz, ein fanatischer Vertreter des reformierten Bekenntnisses, beeilte sich, die ihm bei der Ecbteilung zugefallenen Untertanen lutherischen Glaubens zu den Formen seiner religiösen Auffassung zu zwingen. Am schwierigsten war dies in der Landeshauptstadt Marburg durchzuführen, wo Universität und Bürgerschaft sich fast einhellig gegen den Zvang auflehnten. Es kam zu einem heftigen Tumult in der Kirche, die reformierten Prediger wurden mißhandelt, und dem Landgrafen gelang es nur durch persönliches Eingreifen und Anwendung von Waffen­gewalt, die Widerspenstigen niederzuzwingen.

Bereits che es zu diesem Aeußersten kam, hatten die Häupter des Luthertums, die Theologieprofessoren und die Geistlichen von Marburg, die natürlich die neuen Religionsnormen entschieden abgelehnt hatten, ihren Abschied vom Landesherrn erhalten; sie schüttelten den Staub ihrer bisherigen Heimat von den Füßen und flüchteten sich dahin, wo sie Schutz und Unterstügung erwarten fonnten, in das Gebiet des strenglutherischen Landgrafen Ludwig von Darmsta't, nach Gießen. Es waren vier Männer, die so

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ommen.

A Buzbach, 10. D fehen feiert in diesem Nad dem Turnverein G fen; er zähl 420 Mit § Groß- Rechtenbach, Ehweine des Unliegers S die Rotlauffende a

Weilburg, 10. Ofte geflachteten Schweine b Cubach ist die Schweinef Aus dem Straf

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Wegen Majeftätsbeleidigu nb einer Frau von Gießen aus Sandheim zu 6 Mond

ins Eril gingen, die Professoren Johannes Winckelmann und fam von einer Brauerei, wo Balthasar Menger, der Superintendent Heinrich Leuchter gesucht hatte und verübte in

und der Stadtgeistliche Konrad Dieterich. Ihre Aemter

Schloffer Wilhelm Hend

wurden von Landgraf Moritz alsbalb mit Theologen refore Fang Never von Gänheim

mierten Bekenntnisses besetzt.

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Für Hessen- Darmstadt warf sich unter den damals herrschenden religiös erregten Berhältnissen nun die Frage auf: Soll unsere studierende Jugend weiterhin die Landes­universität Marburg besuchen, auf der ein uns widerstrebendes Bekenntnis gelehrt wird? Können wir gewissenshalber vor allem unsere Geistlichen fernerhin dort ausbilden lassen? Die öffentliche Meinung, vertreten durch die Geistlichkeit des Landes, beantwortete diese Fragen mit nein und forderte eine eigene Hochschule. Mit besonderem Eifer sehen wir die Super­intendenten von Darmstadt und Gießen, Ichannes Angelus und Jeremias Vietor in diesem Sinne tätig. Ihren Be strebungen tam der Umstand entgegen, daß der Landgraf bereits einige Jahre vorher aus politischen Gründen den Ge­danken einer Loslösung seines Landes von der gesamthessischen Universität durch Gründung einer eigenen Hochschule erwogen hatte. Jeßt, beeinflußt von den erwähnten Superintendenten, trat Ludwig diesem Gedanken räher. Eine Konferenz zu Darmstadt mit den aus Marburg entlassenen Theologen brachte den Plan alsbald zur Reife: die Errichtung eines Gymna fiums", d. h. einer selbständigen Hochschule kleineren Stils, wurde beschlossen. Rein Protokoll jener denkwürdigen Be­ratung ist uns erhalten, aber wir dürfen vermuten, daß in erster Linie der feurige Angelus und der kluge und tüchtige Menzer es gewesen sind, die den vorsichtigen Landgrafen zu dem entscheidenden Schritt bestimmten. Wie richtig man hierbei die Strömung im Lande eingeschäßt hatte, wurde balb tlar: Ein nach Gießen einberufener Teillandtag be­willigte nicht nur eine besondere Steuer zur Erhaltung der neuen Schule, sondern gab auch seine Genehmigung zu der gewagten Maßregel, die Renten aus den im Lande zer­streuten Gütern der Universität Marburg für Gießen zu verwenden.

( Schluß folgt.)

Lokales.

11. Oftober 1905.

*** Modell 98. Morgen werden die diesjährigen Rekruten bei dem 116. Infanterie- Regiment eingeftelt. Mit ihrem Jahrgang beginnt die Ausbildung mit dem neuen Gewehr, dem Modell 98. Ueber die Waffe wird geschrieben: Der Lauf des neuen Gewehres hat keinen Laufmantel, sondern nur eine Handschußvorrichtung. Während die früheren Gewehce Stellvisiere besaßen, hat dieses Gewehr ein Treppenvifier. Der Kasten für die Mehrladeeinrichtung

eines versuchten Einbruch wegen eines in der Mittag

Frankfurt a. M. verfu Bugthaus, Ehrberluft auf Bolizeiaufficht verurteilt. jol ms wurde in Gießen dreiwöchige Haftstrafe nebf harts eintrug. Er focht da Unrecht dem Arbeitshause i die Boraussetzungen zur feirer Berufung stattgegebe bebang der Ueberweisung haft als verbüßt erklärt. gefprächs über den bei Grünberg vor 7 Jahre dr Nachtwädter Chrifi

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Gießen, am 4.

ift fortgelassen, weil die fünf Patronen, mit denen das Großh. Verwaltungs

Gewehr zu gleicher Zeit geladen werden kann, nicht unter einander geschoben werden. Die Patronen legen sich quer übereinander. Im Gegensatz zu dem alten Gewehr kann man bebeutend leichter eine einzelne Patrone laden. Statt eines Patronenrahmens ist nur ein Ladeftreifen bei dem Modell 98" rorhanden. Gleichzeitig wird das neue Seitengewehr eingeführt, das etwas länger und schmäler ist und feinen Metallgriff befißt. Der hintere Teil der Barier stange fehlt. Bei der Waffe ist der Metallglanz so weit als möglich vermieden.

X Annerod, 10. Dftober. Schulhaus Einweihung. Rommenden Sonntag, den 15. Ottobeer, wire unser neu­erbautes Schulhaus in feierlicher Weise in Gegenwart der Vertreter der Regierung und der Kreisschultommission ein geweiht werden. Um 2 Uhr bewegt sich ein Feftzug unter Borantritt einer Musittapelle nach dem neuen Schulhause, wo der Weiheaft durch Ansprachen und Gesangsvorträge vor sich geht. Das neue Schulgebäude ist in sehr wuchtigen, wirkungsvollen Formen gebaut. 8war hat es große Summen gekostet, aber jetzt steht es auch als eine Bierde unseres Ortes da. Sein Janeres ist äußerst zweckent­sprechend.

+ Lich, 9. Ottober. In oeiter Umgebung, in der ganzen Wetterau ist die Kartoffelernte eine sehr ergiebige. Die besten Preise erzielen die beliebten Mäuschen", die mit 8-10 mt. pro Bentner bezahlt werden. Die übrigen Speisekartoffeln feßen mit 3,20 mt. per Doppelzeutner ein. Ettingshausen, 10. Oftober. An dem Tage unseres Kirchweihfestes am 29. Oftober wird dem hiesigen Krieger­verein durch den Vertreter bes Kreisamts Gießen die Kaiser schleife überreicht werden. Der Verein besteht 31 Jahre.

Original

SING

Singer C

Gi

PALM

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Zum Koche