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Louis Quaus u. Co. in Meerane läßt öffentlich erklären, daß sie sich nicht an der Aussperrung beteiligt. Sie hat dies ihren Arbeitern auch durch Anschlag bekannt gegeben. Die Firma ist eine der größten mechanischen Webereien in Mee­rane und beschäftigt 300 Arbeiter.

Die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs. Von fachmännischer Seite wird uns geschrieben:

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Das tiefbedauerliche Eisenbahnunglüd in Sprem berg hat, wie das in solchen Fällen immer geschieht, große Besorgnis hinsichtlich der Sicherheit unseres Eisenbahnver­fehrs erweckt und Erörterungen darüber hervorgerufen, o die bahnamtlich getroffenen Einrichtungen denn auch wirk­lich tadellos seien. Es ist begreiflich, daß man nach dem Schuldigen sucht, der das Unglück veranlaßt hat. Weniger verständlich ist schon, daß man der behördlichen Ermittelung bergreifen und die Feststellung der Tatsachen nicht abwarten wollte. Diese Feststellung ist inzwischen erfolgt. Stationsassistent von Spremberg hat das fast unbegreifliche Versehen begangen, den Schnellzug in der Richtung nach Görlig abfahren zu lassen, trotzdem auf der eingeleisigen Strecke ein Zug von Görlitz in der Anfahrt war. Der in Frage kommende Beamte ist nicht etwa überhürdet ge­wesen, keine allzu lange Anstrengung im Dienst hat ihn un­fähig gemacht, die erforderliche Aufmerksamkeit walten zu lassen. Auch hat die Eingeleisigkeit der Strecke an sich keine Gefährdung gebildet. Eine Strecke, auf der binnen 24 Stunden nur 11 bis 12 Züge verkehren, wie zwischen Kott­bus und Görlig, kann nicht als überlastet angesehen wer den. Eingeleisige Strecken gibt es viele, darunter auch solche mit stärkerem Verkehr, die von seiten des den Ver­fehr überwachenden Personals große Aufmerksamkeit ver­langen. Aber Aufmerksamkeit ist im ganzen Eisenbahnver­fehr unentbehrlich, wenn nicht unaufhörlich Unfälle ein­treten sollen. Es ist nirgends beobachtet worden, daß auf eingeleisigen Strecken mehr Unfälle vorkommen als auf zweigeleisigen. Die dienstlichen Vorschriften sind hier wie da derartig, daß ihre genaue Befolgung Zusammenstöße ausschließt. Werden sie nicht befolgt, werden die Signale nicht beachtet oder nicht abgewartet, werden Weichen falsch gestellt, so ist das Unheil da. Selbstverständlich dürfen die Vorschriften nicht allzu kompliziert sein, so daß ihre Be­herrschung keine übertriebenen Anforderungen an das Fassungsvermögen der Beamten stellt. Auch darf die Dienstdauer sich nicht so lang erstrecken, daß die Aufmerk­samkeit erlahmt. Daß jenes irgendwo der Fall sei, ist noch an feiner Stelle behauptet worden, und daß dies in Sprem­berg nicht der Fall gewesen, ist, wie gesagt, bereits er­wiesen. Trotzdem ist das Unheil geschehen. Woran das ge­Tegen, wird erst noch ermittelt werden. Es ist möglich wohlgemerft: wir sprechen nur von einer Möglichkeit daß der Beamte, der an dem kritischen Tage das Ausfahrt­signal aufzunehmen und abzuwarten hatte, von einer augen­blicklichen Schwäche befallen war, die ihn des Urteilsver­mögens beraubte, ihn zum Opfer einer Illusion. einer Sinnestäuschung machte, ihm die Unterscheidungsfähigkeit oder das Gedächtnis nahm. Dergleichen ist vorgekommen und kann wieder vorkommen, auch bei dem geschultesten, ge= missenhaftesten Personal, bei den pflichttrenesten Beamten. Siergegen gibt es feinen hug, keine Dienstinstruktion, und hier hilft auch keine Vorsicht.

Das muß mit allen Folgen hingenommen werden, wie jede menschliche Schwäche, und haftet allen menschlichen Ein­richtungen an. Unser Eisenbahnwesen ist deshalb in bester Ordnung, ist musterhaft in seiner Pünktlichkeit und Sicher­heit, trotz des Unglücks von Spremberg und trotz der Mög­lichkeit seiner Wiederholung.

Das schließt nicht aus, daß unsere Eisenbahnverwaltung unausgesetzt bemüht bleiben wird, jede mögliche weitere Verbesserung einzuführen, auch neue Geleise da anzulegen, wo die Stärke des Verkehrs es wünschenswert und ratsam erscheinen läßt. Sie wird aus dem Unglück von Spremberg die Lehren ziehen, die sich irgend daraus gewinnen lassen. Ihr das volle Vertrauen zu versagen oder auch nur zu min­dern, haben wir nach ihren seitherigen vortrefflichen Leistun= gen fein Recht. Zur Beleuchtung dieser Leistungen seien einige auf die Sicherheit des Verkehrs bezügliche positive und vergleichende Angaben gemacht:

vermeiden, und das wird auch in Zukunft der Fall sein. Doch das Zutrauen darf man haben, daß auf unseren Bah. nen das Menschenmögliche geschieht, Unfälle zu verhüten.

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Amerikanische Räuber- Romantik. Kulturbilder aus dem Yankee Lande. Oft und West.- Eisenbahn- Ueberfälle.- Schutz der Züge. - Das Loch in der Wand". · Die Drohung mit Dynamit. Der Räuber als Schauspieler. - James und Younger. Bandit und Gerichtsbeamter.

In den acht Jahren von 189 bis 1903 hat die Zahl der Zusammenstöße auf freier Bahn von 23 auf 15 ab­genommen, in Stationen 155 bis 156 betragen, so daß ein positiver Rückgang eingetreten ist, obwohl das in Frage tommende preußische Eisenbahnnetz in derselben Zeit von 27 523,83 auf 32 943,32, d. i. um etwa ein Fünftel ver­längert hat. Die Zahl der Entgleisungen auf freier Bahn und in Station ist in dem gleichen Zeitraum von 302 auj 258 zurückgegangen, die der Eisenbahnunfälle überhaupt bon 490 auf 429. Auf eine Million Lokomotivkilometer famen 1896 noch 4 50 Unfälle, 1903 nur noch 3,23; auj zehn Millionen Wagenach filometer famen 1896 noch 0,7 Unfälle, 1903 nur noch 0,3.

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Noch immer spielt in Nordamerika der Bad Man" seine Rolle. Aber sehr verschieden ist die Methode, nach der das Verbrechertum im Osten der Vereinigten Staaten arbeitet, von der Arbeitsweise des Banditen, der im wilden Westen sein Wesen treibt. Das östliche Verbrechertum besteht aus Nachtgesindel und ist in seiner Physiognomie großstädtisch. Die Dynamitarden des Ostens, die gefürchteten eggmen, bestechen Polizisten und Nachtwächter und rechnen darauf, unentdeckt zu bleiben, und sie hüten sich vor allem vor einem Mord. Der Bad Man des Westens repräsentiert noch ein gut Teil romantischer Züge an sich. Häufig arbeitet er ganz allein und verläßt sich auf den lähmenden Schrecken, den seine Revolverläufe bewirken, und ganz gewiß zaudert er keine Sekunde, zu schießen, wenn Widerstand droht.

Auf eine Million Wagenachskilometer famen auf den preußisch- hessischen Bahnen in den 5 Jahren von 1899 bis 1903 nacheinander 0,15-0,16-0,14-0,14-0,13 De triebsunfälle, während der Durchschnitt für alle deutschen Staatseisenbahner 0,18-0,18--0,16-0,16--0,14 betrug. Auf 1 Million Wagenachskilometer kamen in denselben Jah. ren auf den preußisch- hessischen Bahnen 0,14-0,14-0,13-­0,13-0,12 verunglückte Personen, im Durchschnitt allen deutschen Staatseisenbahnen 0,16-0,18-0,15-0,15 -0,13.

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Die Zahl der Betriebsunfälle( auf 1 Million Wagen achsfilometer) war im Jahre 1902 in Preußen- Hessen 0,14, auf der holländischen Eisenbahn 0,21, auf der niederlän dischen Staatseisenbahn 0,17, auf der kais. fgl. österreichi schen Staatsbahn 0,23, auf der ungarischen Staatsbahr 0,18, auf der Warschau- Wiener Bahn 0,16. Die Relativ zahl der Verletzten war in demselben Jahr nur auf der holländischen Eisenbahn niedriger( 0,10 zu 0,13), nur au der ungarischen Staatsbahn gleich niedrig, auf allen an deren Bahnen höher.

Ein Vergleich mit den Vereinigten Staaten von Ame rifa für das Jahr 1902-3 ergibt in Preußen- Hessen 0,87 in Amerika 2,98 Entgleisungen, in Preußen- Hessen 0,48, ir Amerika 4,11 Zusammenstöße auf 1 Million Zugkilometer

Seine ureigentliche Domäne sind die Eisenbahn- Ueber­fälle. Dort, wo die Schienen durch halbwilde Gegenden Taufen, können ein paar verwegene Burschen auf ihren schnellen Pferden nach tollkühnem Handstreich gegen einen reiche Beute versprechenden Eisenbahnzug schnell in dem öden Lande verschwinden. Haben die Ueberfälle mit der vordringenden Kultur auch an Heftigkeit abgenommen, so haben die Eisenbahnen immer noch damit zu rechnen. Das lehrt die Tatsache, daß die Union Pacific- Bahn auf ihrer gefährlichsten und am häufigsten überfallenen Strecke in der Roten Wüste" von Wyoming den berittenen Gendarmen­dienst der U. P. Rangers unter Tim Keliher und Joe Lo Fors einrichtete, deren Pferde und Ausstattung sich fort während in einem Sonderwagen irgendwo auf der Linic befinden.

Hier sind nicht etwa die Zahlen herausgegriffen, die für uns die günstigsten sind, sondern es sind nur die zuver lässigsten Angaben berücksichtigt. Aus den zuverlässigen Angaben aber geht hervor, daß die Verkehrssicherheit stets zugenommen hat, in recht bedeuetndem Maße sogar, und daß diese Steigerung der Sicherheit erzielt worden ist trot der wachsenden Volksdichtigkeit, die eine Verkehrserschnernis bildet. Völlig freilich sind Unfälle noch immer nicht zu

Schwere Kämpfe gilt es dann mit den Räubern zu be stehen, und in diesem Kleinkrieg lebt die ganze Räuber Romantik aus dem wilden Westen wieder auf. Die Räuber haben förmliche Burgen. Die berüchtigste besitzt Wyoming in der wilden Gebirgsgegend des Lochs in der Wand". Diese Räuberburg, die lange für uneinnehmbar galt, wurde durch eine aus dem ganzen Westen sich rekrutierende Ver brecherbande bewohnt, die auf 40 Köpfe geschäßt wird. Von hier aus machten die Banditen ihre Streifzüge gegen länd liche Banken und nur allzu häufig gegen die Union Pacific. Noch im letzten November brach eine Bande aus dem Lock in der Wand" in Cody, der Schöpfung Buffalo Bills, ein und schoß den Kassierer der Bank tot, denn im Westen wer­den die Bankeinbrüche zu Banküberfällen. Daß indessen die Zeit der Bahnüberfälle ihrem Ende entgegengeht, lehri der Erpressungsversuch gegen die Northern Pacific, die deren Urheber saak Gravelle auf zehn Jahre ins Zucht­haus brachte; dieser Bursche und seine Genossen, die den einfachen Ueberfall nicht mehr wagten, drohten, die Bahn zu dynamitieren, falls ihnen nicht 50 000 Dollars ausge händigt würden, und man fann wohl annehmen, daß sie vor dem Verbrechen nicht zurückgeschreckt wären, wenn sie das ganze Gebiet nicht so gründlich alarmiert hätten.

Man könnte mit Erzählungen gut beglaubigter Räuber geschichten des Westens viele Bände anfüllen, zur eigent lichen Schinderhannesberühmtheit haben es aber seit den Brüdern James und Younger feine der Helden der Hahnen­feder mehr gebracht. Ihre Glanzzeit liegt freilich weil zurück. Sie hatten im Bürgerkrieg auf der Seite der Süd staaten unter dem berüchtigten Guerillaführer Quantrell gedient und setzten ihr blutiges Raub- und Diebshandwert nach dem Kriege ununterbrochen fort. Jesse und Frant James und die drei Brüder Younger nebst anderen Eides. genossen unternahmen Raubzüge nach allen Richtungen, bis die Brüder Younger nach dem Banküberfall in Northfield in Minnesota im Jahre 1876, wobei ebenfalls der Kassier erschossen wurde, eingefangen wurden, während das James sche Gelichter entkam. Jesse James fiel 1882, sein Bruder Frank aber ist noch heute eine Berühmtheit des Staates Missouri und läßt häufig von sich hören, sei es, daß er ein staatliche Stellung sucht oder cine Gerichtsentscheidung gegen die Aufführung eines Dramas aus dem Grenz leben, das seine und seines Bruders Heldentaten beschreibt, beantragt, oder daß er, wie in den letzten Jahren. auch der letzte überlebende Sproß der Familie Younger ge tan, Cole Younger. Er ging auf die Bühne, von der er sich aber trennte, weil er über die Ohren gehauen wurde, was der alte Bandit nicht vertragen konnte.

Wider das gelbe Fieber. Um der Ausbreitung des gelben Fiebers in New- Orleans entgegenzutreten, ist vom dortigen Bürgermeister eine allgemeine Desinfektion ange­ordnet. Alle Läden waren geschlossen. Bundes- Aerzte überwachten die Ausführung der Maßnahme.

Segelsport. Bei der vor Cowes abgehaltenen Segel­Regatta um den von Kaiser Wilhelm gestifteten Pofal wurde die Jacht Therese"( Eigentümer Felix Simon) ersic, Zinita" zweite und Rosamond" dritte.

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Zank im Brautstande. Ein Kutscher in Berlin wollte sich in den nächsten Tagen mit einem Dienstmädchen verhei­raten. Unter den Brautleuten hatte es in der letzten Zeit viel Zank gegeben, der schließlich sogar in Tätlichkeiten aus­geartet war, so daß der Hauswirt einschreiten mußte. Als die Braut wieder zum Besuch erschien, war die Zimmertür verschlossen, und als man sie öffnen ließ, fand man den Bräutigam mit Schüssen in der Brust, die er sich aus einem Revolver beigebracht hatte. Auf einem Zettel hatte er an­geordnet, daß seine Wirtschaft nicht seiner Braut, sondern seinen Eltern ausgehändigt werden solle. Der Schwerver­wundete wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Ein anderer Held des wilden Westens, Bat Masterson, konnte in den letzten Wochen seine Berühmtheit neu auf­frischen, als er, vermutlich auf Präsident Roosevelts An­regung, zum Bundesgerichtsbeamten in der Stadt New­hort ernannt wurde. Ob er, der dem westlichen Verbrecher­stil mit seiner Betty", einer sechsläufigen Flinte, jederzeit gewachsen war, sich jetzt noch in die Wissenschaft östlicher Verbrecherbanden einarbeiten kann, bleibt abzuwarten.

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Nab und fern.

Explodiertes Motorboot. Im Kattegat explodierte der Motor des Bootes Stanley", das an dem Rennen der Kie­ler Woche s. 3. teilgenommen hatte. Das im Tank enthal­tene Del entzündete sich, und in einem Nu stand der Stan­ley" in Flammen. Der Kapitän und seine Leute konnten sich nach gerade in das Beiboot retten, als der Stanley", der vom Bug bis zum Heck ein Feuermeer bildete, zischend in die Tiefe sank.

Ein altertümliches Haus abgebrannt. Eines der best­erhaltenen, mittelalterlichen, echt läbischen Patrizierhäuser, das der Drogengroßhandlung Lange und Knuth gehörende Kaufmannshaus in der altertümlichen Mengstraße in Lübeck ist mit seinem großen Warenlager niedergebrannt. Bei den Löscharbeiten wurden 3 Feuerwehrleute verwundet. Es war geplant, das Haus zur Unterbringung lübeckischer Altertümer herzurichten.

Hingerichtete Frauenmörder. In Dünkirchen wurden zwei Belgier öffentlich durch die Guillotine hingerichtet. Sie hatten eine Frau überfallen und ermordet. An 10 000 Per­sonen wohnten der Hinrichtung bei. Der Mann der Ermor­deten, ein Lotse, sah der Hinrichtung dicht an der Guillo­tine zu.

Eberswalder Jubelfeier. In Eberswalde wurde die 75jährige Jubelfeier der königlichen Forstakademie festlich) begangen. Bei dieser Gelegenheit fand die Enthüllung eines Denkmals für den verstorbenen Landforstmeister Danckelmann statt.

Das Unglücksfahrzeug. In Schwabhausen bei Dachau überfuhr ein Automobil einen Fußgänger. Der Mann war sofort tot. Der Fahrer entkam.

Aus Rache erstochen. In Herne erstach ein Arbeiter einen bei ihm in Kost stehenden Birrschen. Dieser hatte die Frau des Arbeiters schwer mißhandelt.

Verschüttet. In einem Steinbruch bei Diemarden wur­den durch fallendes Gestein zwei Arbeiter verschüttet. Der eine wurde von dem Gestein erschlagen, der andere verletzt. Naubmord an einem Gerichtsbeamten. Der Gerichts­schreiber Bommes aus Rombach in Lothringen, der eine größere Geldsumme einfassiert hatte, wurde auf der Land­straße überfallen. Man fand den Beamten tot mit einge­schlagenem Schädel. Die Wertsachen und die Gelder sind geraubt.

zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Die Mör­derin Franziska Klein, die wegen Ermordung des Armen­vorstehers Sikora zum Tode verurteilt war, ist vom Kaiser von Desterreich zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Bei der Verkündigung dieser Entscheidung war die Klein sehr gerübrt und versprach eine gute Führung im Zuchthause.

Brand auf See. Auf dem Viermaster Oktavia" aus Hamburg verursachte bei Bahia- Blanca eine Explosion einen Brand. Das Schiff ist gesunken. Die Mannschaft wurde gerettet.

Beim Baden ertrunken. In der Ruhr artranfen in der Nähe der Villa Hügel bei Essen die zwei Söhne eines Landschullehrers, die dort eine höhere Lehranstalt besuchten.

Geständiger Mörder. Der Kaufmann Denzer aus Nied bei Frankfurt a. M., der unter dem Verdacht, den Oberpost­praktikanten Hehde aus Magdeburg am Brocken ermordet zu haben, verhaftet wurde, hat nunmehr die Tat eingestanden. Das Geständnis erfolgte, als Denzer zu einem Termin am Orte der Tat geführt wurde.

Zum Eisenbahnunglück von Spremberg. Der bei dem Eisenbahnunglück bei Spremberg verletzte Heizer Fröse ist gestorben.

Hungersnot in Spanien. Auf dem Lande in der Um­gegend von Sevilla wird der Notstand auf dem Lande immer größer; Tausende von Arbeitern leben aus Mangel an Brot nur von Genuß von Wurzeln. In Utrera plünderten Hun­gernde die Bäckereien und andere Verkaufsläden für Eß­maren. In Bilbao warfen Bettler mit Steinen nach der Equivage des Bischofs, weil er ihnen kein Almosen gab.

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Vermischtes.

Die Arbeit der Münchener Kellnerin. In einem der großen Münchener Bierkeller hat eine Kellnerin mittels eines Schrittzählers festgestellt, welchen Weg sie täglich bei Ausübung ihres Berufs zurücklegt. Es kommen dabei nicht weniger als 58 000 Schritte heraus, das ist, ein Schritt zu 70 Zentimeter gerechnet, ein Weg von 40 Kilometer per Tag, und, der Kilometer zu 12 Minuten gerechnet, eine Marschleistung von 480 Minuten oder rund acht Stunden täglich. Es kommt dazu, daß davon sieben Stunden mit nicht unerheblichen Traglasten, gefüllten Maßkrügen und hoch bepackten Speisebrettern gelaufen werden müssen, die sicherlich ihre 25 bis 40 Pfund ausmachen, und daß die Marschleistung meist auf Kiesboden gemacht wird. In der Tat eine höchst respektable Arbeit!

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Riesen unter den Bäumen. In Böhmen hat man in letzter Zeit einzelne Bäume von gewaltiger Größe nach­gewiesen. So steht in Petersburg bei Saaz eine uralte Eiche, die noch in mittlerer Höhe einen Umfang von 738 Zentimeter hat. Eine Eibe, die auf ein Alter von 2000 Jahren Anspruch machen kann, ist in Krombach bei Deutsch­Gabel zu sehen, sie mißt im Umfange in Mannshöhe 380 Zentimeter.

= Die Medizinkunst der Indianer. Ein kanadischer Arzt, der von der Regierung zur Bekämpfung einer Boden- Epide mie zu den Indianern entsandt wurde, errang derartig das Vertrauen der Roten Männer", daß er als Mitglied in einen Geheimbund zur Unterweisung in der Medizinalfunst aufgenommen wurde. Dadurch erlernte er die Anwendungs­art von siebzehn bei den Indianern gebrauchten Arzneien. Bemerkenswert ist das Verfahren zur Bekämpfung des Fiebers und die Ausnüßung der Wärme zur Behandlung von Krankheiten. Die Chirurgie der Indianer ist nicht weit her und beschränkt sich auf die Ausziehung von Pfeilspitzen und auf die Wundbehandlung mit Weidenwurzeln, die in kochendem Wasser aufgeweicht werden. Die Tuberkuloje und andere Krankheiten sind vermutlich unter den India nern früher unbekannt gewesen und erst durch die Weißen eingeschleppt worden. Bei seiner Abreise erhielt der Arzt als Beweis des Vertrauens von den Indianern ein Erem plar ihres Arzneibuches und zugleich die indianische Doktor würde. Das Arzneibuch besteht aus einem Stück weißer Weidenrinde, worauf mit rotem Ocker eine lebensgroße menschliche Gestalt gemalt ist. Von jedem auf dieser Ge stalt verzeichneten Organ des Körpers weist ein Pfeil nac einer Stelle am Rand der Rinde, wo ein für dies Organ Heilsames Mittel befestigt ist.

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