Ausgabe 
11.2.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Noch immer aber war man nicht am Ende der Hinder. nisse. Es stellte sich nämlich heraus, daß die 4 Brücken, die auf dieser Strecke den Fluß überspannten, zu niedrig waren. um das Boot mit seiner Fracht hindurch zu lassen. Der ein­zige Ausweg war, den Brahm so weit voll Wasser zu lassen, daß die Durchfahrt möglich wurde, ohne die ganze Geschichte zum Sinfen zu bringen. Dann mußte der Transport noch eine Schleuse passieren und schließlich noch einen freigeɣri­sigen Bahnkörper. Trotzdem soll das Haus alle diese Reise­abenteuer in gutem Zustand überlebt haben.

Vermischtes.

=[ Der Krieg der Vögel.] Selbst die Vogelwel, wird in dem blutigen Ringen in Ostasien von den friegführenden Parteien mobil gemacht. Die Russen haben die Taubenpost sehr ausgebildet, und die einzelnen Korps bedienen sich der flinken Luftboten zur gegenseitigen Verständigung. Da erinnerte man sich in Japan der Falkenbeize, die dort als höfische Jagd noch gepflegt wird. Der Mikado selber_ent­sendet seine edlen Jagdfalken in die Mandschurei, daß sie dort den Russen den Verkehr mittelst Laubenpost verkürzen. Vorher mußten die Jagdvögel eine Probe ihrer Geschick­lichkeit in Tokio ablegen. Sie wurde glänzend bestanden, und den russischen Brieftauben droht alsbald großes Unheil. =[ Den teuersten Ball,] der seit drei Jahren in New York gegeben wurde, veranstaltete der Multimillionär James Hazen Hyde am Dienstag bei Sherry. Er bewirtete 500 Gäste die in Kostümten aus der Zeit Ludwigs XV. und Ludwigs XVI. erschienen. Der Ballsaal stellte eine Szenerie in Versailles dar. Ein Tanz, den das Ballet der Metropolitan Opera ausführte, eröffnete den Ball. Mme. Réjane und ihre Truppe traten in einem Lustspiel auf, das für diese Gelegenheit besonders geschrieben wurde. Herren mit Bärten durften im Jagdkostüm erscheinen, denn in an­deren Kostümen hätten sie dem Brauche der Zeit folgend mit glattrasierten Gesichtern kommen müssen. Der Ball fostete 120 000 Mark.

-

[ Der Kronprinz in der Schwemme".] Auf der Durch. reise nach Italien hat der Kronprinz in München einige Stunden Station gemacht und im Café Luitpold das von Halle aus telegraphisch bestellte Abendessen eingenommen. München ist dem Kronprinzen nicht fremd. Auf der Reise zum Herzog Dr. Karl Theodor, dem berühmten Augenarzt, ist er mit seinem Bruder, dem Prinzen Eitel Friedrich. mehr­fach dort gewesen. Beide Prinzen waren auch im Hofbräu­haus und holten sich selber ihr Bier in der Schwemme. Die­ser Beweis echt bajuvarischer Bonhommie hatte seinerzeit den Prinzen die Herzen der Münchener erobert.

Gine geheimnisvolle Mordtat wird von der gali­zischen Grenze gemeldet. In der Wohnung des Reichsbank­

Vergebung von Fuhrleistungen.

Die Anfuhr von Kies aus der städtischen Kies­grube im Stadtwald während der Zeit vom 1. April 1905 bis 31. März 1906 soll

Samstag, den 18. d. Mts., vorm. 11 Uhr

öffentlich vergeben werden.

Kommissars Chilewski in Czertkom erschien der Hauptmann Knöbel und erschoß nach kurzem Wechsel die junge, bildschöne Frau Chilewski. Dann jagte er sich selber eine Kugel durch den Kopf, so daß bei ihm nach einigen Stunden der Tod eintrat.

Schmuggler am Rhein. Am Oberrhein wird ein schwunghafter Schmuggel mit Sacharin aus der Schweiz nach Deutschland betrieben. Die Sache ist nicht ungefährlich, und die Schmuggler laufen dabei Lebensgefahr. So wurde im Kanton St. Gallen eine Leiche aus dem Rhein gefischt, die einen Rucksack mit Sachalin bei sich führte. Man vekognos­zierte die Leiche als einen vermögenden Wirt aus Vorarl­berg. Er war auf seiner Schmugglerfahrt in den Fluß ge­stürzt und ertrunken.

+ Ein wissenschaftliches Institut als Zielscheibe. Halb­wüchsige Burschen gaben auf die meteorologische Station auf dem Drachenkopf bei Eberswalde drei Schüsse ab. Eine An­zahl Instrumente wurden zertrümmert.

)!( Weltmeister im Schlittschuhlauf. Bei den nordischen Spielen, die in Stockholm zum Austrag famen, wurde Sa­lihow zum fünftenmale Weltmeister im Kunstschlittschuhlauf. Erster im internationalen Amateur- Preis wurde Meyer­Stockholm.

Der Landwirt.

le Hen als Hühnerfutter empfiehlt ein erfahrener Züchter. Er schreibt: Jeder Hühnerzüchter, der Hühner im Gatter hält, muß im Winter darauf bedacht sein, die Tiere zu be­schäftigen. Dies erreiche ich seit vielen Jahren 1. durch Ein­Streuen von Körner Hirse und Weizen in einem trockenen, in einem Schuppen untergebrachten Haufen von Sand und Kalk, 2. durch Aufhängen von Runkelrüben täglich zwei etwa 40 Zentimeter über der Erde an einer Leiter und 3. durch Vorsetzen von Heu in einem 60 Zenti­meter langen, 10 Zentimeter tiefen und 15 Zentimeter brei­ten Kasten, über den der Länge nach in der Mitte eine drei Zentimeter breite Latte befestigt ist. Dieses Heu ist aus dent mit der Grasmaschine geschnittenen kurzen Gras gewonnen. Jeden Tag stelle ich davon den Hühnern einen Kasten mor­gens in den Schuppen, und ich habe die Beobachtung gemacht, daß sie das Heu gern zwischen ihren gewöhnlichen Mahl­zeiten, die morgens und mittags aus Weichfutter und abends aus Körnern bestehen, nehmen. Lange und dicke Halme fressen die Tiere nicht; sie suchen nur die weichen und kurzen Teile sich heraus. Noch nie habe ich bemerkt, daß ein Tier den Kropf zu voll und dadurch die Freßlust verloren hatte. Solange ich im Garten ausreichend Grünfutter habe, gebe ich den Hühnern natürlich kein Heu, und seit vielen Jahren erfreuen sie sich eines ausgezeichneten Gesundheitszustandes. Der Eierertrag war stets befriedigend.

Bekanntmachung.

Betc.: Die öffentliche Impfung.

Am Mittwoch, den 15. Februar 1905, nach­mittags 2 bis 4 Uhr, wird im Jmpflokal( Schul­gebäude, Neustadt 61)

ein öffentlicher Impftermin Die Bedingungen liegen während der Dienst­stunden bei uns auf Zimmer Nr. 6, zur Einsicht auf. abgehalten, in welchem diejenigen Angehörtgen von Jmpf­Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find pflichtigen, welche Aufforderung erhalten haben, ihre spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns ein- Kinder fostenlos der Impfung unterziehen lassen können. zureichen.

-

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 9. Februar 1905.

Städtisches Tiefbauamt.

Braubach.

Vergebung von Fuhrleistungen. Das Fahren der Gießtäffer, der Kehrmaschine und des verdedten Kehrichtwagens während der Zeit bom 1. April 1905 bis 31. März 1906 soll

Samstag, den 18. d. Mts., vorm. 10% Uhr öffentlich bergeben werden.

Die Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 9. Februar 1905.

Städtisches Tiefbauamt.

Braubach.

Vergebung von Fuhrlöhnen.

Das Anfahren von Holz, Wellen u. s. w., sowie die Leistungen der Tagesfuhren für das Rechnungs­jahr 1905/6 sollen

Samstag, d. 18. d. Mts., vorm. 10 Uhr Die Bedingungen liegen öffentlich vergeben werden. während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht auf und find Angebote auf Vordruck, der der daselbst erhältlich, spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 9. Februar 1905.

Städtisches Tiefbauamt.

Braubach.

Vergebung von Fuhrleistungen.

Die Abfuhr von Straßenkehrricht nach ver­schiedenen städtischen Wiesen im Rechnungsjahr 1905/6 soll

Samstag, den 18. Februar, vorm. 112 Uhr öffentlich vergeben werden.

Die Abfuhr umfaßt etwa 1750 kbm., die in 3 Lose geteilt sind.

Die Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 9. Februar 1905.

Städtisches Tiefbauamt.

Braubach.

Dieselbe wird an einem Arme mit Kälberlymphe aus dem Landes- Impfinstitut vorgenommen. Die Kinder müssen rein gewaschen oder gebadet und mit frischer Leib­wäsche zur Impfung gebracht werden.

An dem darauf folgenden Termin, Mittwoch, den 22. Februar, um dieselbe Zeit, sind die am 15. Febr.

Geimpften zu der gefeßlichen Nachschau wieder vorzu­stellen. In beiden Terminen können ferner Kinder, welche wegen Krankheit bis zum Sommer von der Impfung zurückgestellt werden wollen, dem Impfarzte zur Unter­suchung vorgezeigt oder diesbezügliche ärztliche Atteste abgegeben werden.

Die am Großherzoglichen Kreisgesundheitsamte ab­gegebenen Impfscheine müssen doct wieder abgeholt werden. Gießen, den 9. Februar 1905.

Großh. Bürgermeisteret Gießen. J. V.: Curschmann.

Frische, Dauerbrand-, Amerikaner-, Regulierheiz-, Kech, Hopew u. Darmstädter- Defen in diversen Fabrikaten. Ferner: Ofenschirme, Ofenvorseher, Verdampffchalen, Feuer­geräteständer, Bohlenf» ller und-ßten, Kohlen öffel, Stocheisen, Alch- und Mülleimer.

Wasch-, Wring- und Mangelmaschinen, Dezimal-, Tafel- und Wirtschaftswagen, Fleischhack-, Reib- u. Messerputzmaschinen, Vogelkäfige und Züchter- Utensilien, Fischereigeräte, Bürsten, Besen und Türvorlagen, Flechtrohr und Baffiabast. Werkzeuge, Beschläge, Eisen-, Kurz- und Solinger Stahlwaren empfiehlt

Edgar Borrmann, Giessen

Telephon 298.

Eisenhandlung.

Neustadt 11.

Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen.

Geborene.

Am 28. Jan. Dem Dachdecker Heinrich Prang ein Sohn. Hans. 30. Lehrer Heinrich Schwöbel eine Tochter. Am 2. Febc. Hauptmann und Kompagniechef Georg Groß­mann ein Sohn. Weißbinder und Deforotionsmaler Karl Hollmann eine Tochter, Katharine Eleonore. Reichsbant­fassediener Wilhelm Maisch eine Tochter, Lotte Paula. 3. Maschinisten August Deiß eine Tochter, Katharine. Weiß­bindermeister August Wilhelm Seipp ein Sohn. Sergeanten Adam Becker eine Tochter. Taglöhner Peter Schomber ein Sohn, Heinrich. 5. Taglöhner Friedrich Karl Kornmann eine Tochter. 8. Kunst- und Handelsgärtner Gustav Witt­mann ein Sohn, Gustav.

Aufgebote.

Am 2. Febr. Karl Ferdinand Robel, Restaurateur dahier mit Anna Maria Theresia Schäfer in Heldenbergen. 7. Adam Döbus, Schuhmacher dahier mit Luise Katharine Münter hierselbst. 8. Gustav Müller, Megger dahier mit Elisabethe Schönhals hierselbst. Rarl Göbel, Gärtner dahier mit Elisabethe Stühler hierselbst.

Eheschließungen.

Am 4. Febr. Karl Konrad Rau, Maler und Lackierer dahier mit Berta Jda Otto hierselbst. 4. Franz Joseph Braun, Monteur dahier mit Emilie Buber hierselbst.

Gestorbene.

Am 6. Febr. Ernst August Albert Christophersen, 1 Jahr alt, Sohn des Kaufmanns August Peter Chrifto­phersen dahier. Johann Rosenbecker, 6 Mte. alt, Sohn des Taglöhners Johann Peter Rosenbecker dahier. 7. Augufte Elise Walter, 7 Wte. alt, Tochter des Schreiners Wilhelm Walter dahier. 9. Arthur Scharmann, 24 Jahre alt, Kauf­mann dahier. Margarete Erle, 71 Jahre alt, Rentnerin dahier.

Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betbe zu Gießen.

NAUMANNIA- SEIFE

mit dem Beale Selenah und farn!

Umsonst verlange man

Frühjahrskatalog 1905 über Blumen- u. Gemüse- Samen, Obstbäume, Rosen, Kar­toffelsaatgut. Preise dieses Jahr sehr billig.

Peterseim's Blumengärtnereien, Hoflieferanten, Erfurt. Muster- Sortiment Blumen­samen, enth. 10 Pakete Samen v. Reseda, Nelcken. Astern, Levkojen, Vergiss meinnicht, Balsaminen, Riesensonnenblumen, wenmaul, Veilchen, Stief­mütterchen, dieses 1 ganze Samensortim. M. Doppelsortiment mit 20 Paketen M. 2. Muster- Sortiment Gemüse samen, enth. 10 Pakete Samen von Blumenkohl, Weisskraut, Rotkraut, Kohl rabi, Wirsing, Rosenkohl, Salat, Radies, Rettig, Möhren, Zwiebeln, dieses ganze Samensortiment 1 M. Doppelsortim. mit 20 Pak. M. 2

Ankauf Verkauf

Don

Holz- Versteigerung

im

Gießener Stadtwald.

Montag, 13. Februar 1905, vormittags 9 Uhr beginnend, werden im Gießener Stadtwald in den Distrikten Unterhag, Neuhege Waldshut versteigert:

47 Bi fen- Derbstangen mit 1,81 Fftm.( u Wagnerholzzweigen) 1406 Fichten Derbstangen

45,47 Fitm.

680 Fichten Reisstangen mit

8,90 Fftm.

mit

42 m. Kiefern Rund Schett holz 4 mtr. lang.

11

"

47

15

"

56

"

29

"

132

"

Eichen- Scheitholz.

Nadel­"

Eichen- Knüppelholz,

Nadel­

Eichen- Stocholz,

Nadel­

teilweise zerkleinert.

1450 Wellen Eichen- Reisig, 2380

Nadel­

"

Bitten­

"

11

40 Die Zusammenkunft ist auf dem alten Steinbacher Weg an der 2. Schneise( am Pflanzgarten). Gießen, den 6. Februar 1905.

Gr. Bürgermeisteret Gießen. J. V.: Curschmann.

Joh. Seibel Giessen, Ludwigsplatz empfiehlt sein Lager in

Cherry, Portwein, Vino de Wermuth, Samos, Malaga in nur guten Qualitäten.

Robert Stuhl

Gießen, Neustadt 23.

Alteisen, Lumpen, Knochen, Kapfer, empfiehlt zu billigste n Messing, Blel, Zink, Zinn etc., Preisen: Möbeln, Betten, Weißzeug, Gold­unb Silbersachen, Münzen und Antiquitäten.

Louis Rothenberger Gießen, Neuenweg 23.

Ig Witwe, 22 J., kinderlos, ohne jeden. Anh, im Besitz von über 500 000 Mt., wünscht Heirat mit Verm. nicht erf. Bwb. u. ,, Veritas", Borlin N.39 erb.

Lokomobilen fahrbar mit Conassion solid. Mann.

1 Stüd Zimmermann 5-9 PS.

1

Kuhn

"

1

Lanz

"

1 Lanz 6-10 PS.

12-18 PS. 1 Stahlschmidt 12-15 PS. 20-30 PS. billigst abzugeben.

Herborner Pumpenfabrik.

G0QQOGGQOXOOOOOG DOOO

Für Bäcker!

Brotpreis.Formulare

Hülsenfrüchte

bon vorzüglicher Kochart Sauerkraut, Salz- u. Effig- Gurken, Gemüsenudeln, Eiernudelen, Maccaroni,

getr. Obst 2c. 2c.

GOO

PALMIN

feinste Pflanzenbutter

unübertroffen zum kochen, braten a. backen

hält stets am Lager

die Expedition

50% Ersparnis

gegen Butter!

goffen! Bum

Glüd ist's ein Waschkleid, wie die Mutter

frostend, fonstatiert, die auch den besten nat weiß. Frisch gehen die Fleden am leichtesten heraus, und Mimmi wird abgeführt, um in ein leidchen des Geburtstagskindes aeſtedt

zu werden.

Die gute Mutter

waschen, und Mimmi

AUS FERNEN ZONEN

Nr. 36.

Samstag, ben 11. Februar

sche

Famili

1905.