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dem Fahrer, der erhärten muß, daß nicht ihn die Schuld ar dem Unfall trifft. Es dürfte sich ferner empfehlen, der Kraftwagenbesitzer nicht bloß für den von seinem Wagen an gerichteten materiellen Schaden, sondern auch für das son ftige ungebührliche Verhalten seines Fahrers haftbar 31 machen. Es könnte endlich ratiam erscheinen, Besitzer uni Fahrer gleichmäßig mit Strafe zu bedrohen, wenn sie sid der Menschlichkeitspflicht der Hilfeleistung da entziehen, wo die Hilfe durch ihr eigenes Verhalten notwendig geworden Der Ausrede des Kraftwagenbesitzers, daß der Fahrer ihn den Gehorsam verweigert hätte, muß ein Riegel vorge schoben werden. Endlich wäre zu erwägen, ob nicht de Richter die Automobil- Fahrberechtigung im weitesten Sinn sollte aberkennen dürfen.

Es ist nicht unser Wunsch und kann nicht unser Wunsc jein, einem technischen Fortschritt Hindernisse zu bereiten eine den Verkehr hebende Einrichtung zu beseitigen. Dod der Perfehr wird dadurch gewiß nicht gehoben, daß man ibn die Sicherheit nimmt, und der technische Fortschritt wär mit der Gutheizung der gemissenlosen Gefährdung de Nächsten allzuteuer bezahlt. Wir sind überzeugt, daß di Automobilisten uns zustimmen merden die am meisten, di am Automobilmesen das arökte Interesse haben. Die ruch lojen Wegelogerer des Automobilismus sind einfach gemein gefährliche Menscher die entsprechend behandelt werder müssen. Für ihre Gewissenlosigkeit ist die Kraftwagen benutzung nur ein Vorwand. Ihnen muß das schlimm Handwerk gelegt werden, gerade damit der Fortschritt de Kraftwagens Anhänger und Freunde überall gewinner Fönne.

Der Weg der aefetaeberischen Silfe ist ziemlich weit uni läßt sich nicht schnell zurückflegen. Mir brauchen aber bis da hin nicht ganz bilflos zu sein. Wir bauen auf die erziehlich Kraft des Richterspruchs, der. mie das oben angeführte Bei Tpiel zeigt, auch menia eindrucksfäbine Gemüter zu beein Flussen vermag. Ginine cuaichine Gefängnisstrafen gener die Rowdies unter den Kraftfahrern, und sie werden zahm werden.

Die Herren Chilfener. Wien, 8. Mai ( Nachdr. verb.) Die Spitzbuben arbeiten in aller Welt nach den gleicher Rezepten. Es ist ungemein selten, daß sie einen neuen Trid ausfindig machen oder einem alten Trick eine den Ortsver hältnissen angepaßte Aenderung zukommen lasse. Wir heben augenblicklich in Wien von einer solchen Spigbuben mode Kenntnis bekommen. Diese modernste Spezialität hat auch ihren eigenen Namen. Die Betrüger, die ihre eigen artigen Geschäfte beim Geldwechseln und durch das Geld. wechseln machen und dabei in Banden auftreten, nennen sich Chilfener". Der Betrug selbst ist altbekannt; es fauft jemand in einem starkbesuchten Geschäft eine Kleinigkeit und gibt dafür eine größere Note in Zahlung. Während das Wechselgeld ihm auf den Tisch gelegt wird, erklärt er, daß er kleine Münze genug noch bei sich gefunden habe, reicht dieses hin und-streicht das Wechselgeld mit seiner Note ein. Der Kaufmann ist betrogen, wenn er nicht mit allei Sicherheit die Manipulation wahrgenommen hat, denn bei dem leisesten Zweifel wagt er nicht, Lärm zu schlagen, sich am Ende noch eine Beleidigungsflage zuzuziehen und seine reellen Kunden zu verscheuchen.

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Diese alte Methode ist hier in der Anwendung aufge frischt worden: Der Betrüger hat seine Genossen bei sich; er bringt sie mit, damit sie ihm als Zeugen dienen und den Kaufmann, der sich sträuben will, durch Lärm ei: cschüchtern. Sie alle haben dann gesehen und versichern es laut und drohend, daß der Kaufmann den Geldschein in seine Kasse getan habe. Das Geschäft muß sich gut rentieren und stattliche Erträge bringen, denn die Teilhaber führen ein lustiges und recht kostspieliges Leben. Sie bringen das leicht erworbene Geld schnell durch und werfen es förmlich auf die Straße. Gerade das ist ihnen zum Fallstrick geworden. Denn genau fo, wie sie bandenweise ihre Betrügereien aus. führten, genau so brachten sie in Banden das Geld auch burch, so daß man sie immer hübsch beisammen hatte und sie endlich bei der gemeinsamen Tätigkeit festmachen konnte

Leipziger Mefs- Allerlei.

( Von unserem ständigen Korrespondenten.) Was man in den Buden hört und riecht.

bahn.

Die Küchenfee auf dem Rosse.

Haases Stufen. Das Hippodrom.

Große und kleine Kreaturen.

ten zu belegen; mun läßt er aufatmend noch einmal den Blick über die an ihm vorüber rasende wilde Jagd schweifen, um sich dann auf einige Minuten nach dem Büfett zurückzuzie n und für echt Pilsener Preis an einem Glase imitierten Pil­seners zu erlaben.

Aber was ist das? Nickt nicht von einem der hölzernen Rosse eine ihm bekannte stolzgeschwungene Feder über mäch tigem Florentinerhute? Mit Etsetzen und Grauen schaut er hin sollte gar-? Doch nein, das ist nicht möglich. Unbestreitbar, der Hut seiner holden Gaitin ist es, der da den tollen Kreislauf mitmacht. Schärfer schaut er hin und siehe, siche! Unter dem Hut tauchen zwei karminrote Backen, ein wasserblanes Augenpaar und drei von der Hitze und der Anstrengung in dünne Strähnen aufgelöste semmel. helle Locken auf. Sie ist's, die täppische Frieda vom Dorfe, die vor vierzehn Tagen von seiner Frau mit Stolz als neu entdeckte Perle vom Gesindebureau mit nach Hause gebracht wurde, ein von städtischer Kultur und Verderbnis unberühr. tes Naturkind. Heute hat sie Urlaub bekommen, angeblicher Meßbesuch vom heimatlichen Dorfe gab den Anlaß. Die Frau ist verreist, wer sollte dem Mädchen das unschuldige Vergnügen nicht gönnen. Das ist also die Unschuld vom Lande. Wie schnell hat sie sich angepaßt der großstädtischen Intelligenz und dem Bedürfnis der Einwohnerinnen unse­rer Seestadt an der Pleiße nach eleganter Erscheinung. Geht einfach mit dem Frühjahrshut der Madame aus, den er erst kürzlich wohl oder übel mit baren dreißig Mark be. zahlt hat. Vor Entrüstung und verletzter Moral schnaubend will er die Ungetreue zur Rede stellen. Eben macht die Stufenbahn stopp, das ohrenbetäubende Gebrüll der Dampf­Drehorgel verstummt. Da schwingt sich die Holde aus dem Sattel, ehe er sie erreichen kann, ist sie am Arme eines flotten Milizers" im Gewühle verschwunden. Mein Leipzig lob' ich mir, es bildet seine Leute." Na, warte!

Der erste Bauernsonntag in der Leipziger Frühjahrs. messe! Mit versengender Glut strahlt die sonst so fühle Maiensonne auf die Budcnansiedelungen hernieder, die in verschiedenen Stadtteilen zerstreut den Darbietangen des großen Jahrmarkts, Leipziger Messe" genannt, als Unter kunftsstätte dienen. Doppelt groß ist also der Genuß für den glücklichen Familienvater, den er vor allen anderen ir­dischen Familienvätern voraus hat, altem Herkommen gu mäß seine mehr oder minder zahlreiche Nachkommenschaft ,, unter die Buden" führen zu dürfen. Man vergegenwärtige sich: 30 Grad im Schatten, also eine um diese Zeit gan ungewöhnliche Temperatur, die uns geradezu tropenhaft vorkommt, dabei ein Geschiebe und Gestoße der sich in fürch. terlicher Enge drängenden Menschenmassen, die sich mühsam durch die Budengassen winden, umtobt von einem inscr. nalischen Zusammenklang der verschiedenartigsten ganz un­beschreiblichen Laute, udustet von den ambrosischen Ge­rüchen, die unzähligen brodelnden und dampfenden Wurst. fesseln entsteigen und man hat einen ungefähren Begrif von den Freuden" der Messe. Und dann versete man sich in die Lage des glücklichen Vaters gefunden Leipziger Nachwuchses, wie er es wagt, unterzutauchen in diesen Höllenschlund, an jeder Hand und an jedem Rockzipfel einen wohlerzogenen Sprößling fann man sich größere Wonnen vorstellen?

Herr X. atmet noch einigemale empört auf und wendel sich dann mit einigen trüben Gedanken über die Schlechtig. feit der Welt und der Dienstmädchenwelt im besonderen zu weiteren Dingen. Er vermeidet vorsichtig den luftigen Zelt, bau, in dem sich das größte und eleganteste Reitinstitut der Welt" befindet, obwohl die in den reizvollen Klang der um liegenden Drehorgeln aller Dimensionen und Tonschattie. rungen mehr oder weniger guter Stimmung kräftig sich ein­mischende Janitscharenmusik der Hippodromkapelle auf sei nen hoffnungsvollen Nachwuchs eine schier unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt. Dagegen kann man am größten Ochsen der Welt und des Jahrhunderts" und seinem Gegen­stück, dem kleinsten Exemplar des homo sapiens, sowie sei­nem Urvater, dem gelehrigsten Affen" und ähnlichen den Geist bildenden und die Naturkenntnis fördernden Meß­schaustellungen als gewissenhafter Erzieher der eigenen Nachkommenschaft nicht vorübergehen.

Begleiten wir ihn ein wenig auf seinem Meßbummei. Das erste Ziel aller Meßbesucher ist natürlich Haases Stufenbahn, worunter man sich aber nicht eine wirkliche Stufenbahn vorzustellen hat, sondern ein allerdings mit vet. schwenderischer innerer und äußerer Pracht ausgestattetes Karussel, das sich vor seinen zahlreichen minder luxuriösen Konkurrenten besonders auch dadurch auszeichnet, daß es mit doppelter Geschwindigkeit fährt und man auf ihm mu bierfacher Geschwindigkeit sein Geld los wird.

Glücklich ist es Pater familias gelungen, nicht ohne etwa ein halb Dutzend mal auf die Hühneraugen getreten worden zu sein, jedem seiner Lieblinge einen Platz zu ei kämpfen und ihn vorsichtigerweise gleich für mehrere Jahr:

Bildung macht frei! auch wenn sie auf der Leipziger Messe verzapst wird.

Nab und Fern.

A Festliche Veranstaltungen zum 100. Todestage Schil­lers fanden in allen Teilen Deutschlands statt. Schulen und Vereine begingen allerorten den Tag durch Versammlungen und Festzüge. In Weimar fand vor Schillers Grab in der Fürstengruft eine große Huldigung statt. Auch das Ausland ehrte den deutschen Dichter durch Aufführung seiner Dramen. Der Schillerverband deutscher Frauen hat zu dem Weihetage eine Summe von 250 000 Mark gesammelt, die der Zentralvorstand im Namen seiner 35 Ortsgruppen der deutschen Schillerstiftung überwies.

Ein deutscher Samaritertag findet am 1. und 2. Juli dieses Jahres in Kiel statt. Die Versammlung wird zugleich eine Erinnerungs- und Ehrenfeier für den Begründer des Samariter- und Rettungswesens Professor v. Esmarch sein.

Durch Absturz von der Hochschwabalp verunglückten Universitätsprofessor v. Glanwell aus Graz mit zwei Beglet­tern, dem Dozenten Dr. Petritsch und dem Landesbeamten Stopper. Sie hatten einen äußerst schwierigen und gefahr. bollen Kletterweg angetreten, dabei stürzten sie ab und fan­den den Tod. Professor Glanwell, der im 34. Lebensjahr stand, war einer der gewandtesten, tüchtigsten und erfahrend­sten Touristen Desterreichs. Petritsch und Stopper galten gleichfalls als sehr tüchtige Alpinisten.

Haus geschafft würde. Fuchs konnte von dem Erträgnis des unerlaubten Handels auf großem Fuße leben. Von seinen Lieferanten wurde ab und zu einer verhaftet, dock berriet niemand den Hehler, bis auch dieser am 14. Juli oorigen Jahres in die Hände der Polizei fiel. Fuchs legte fein Geständnis ab, er wollte den größten Teil der Wilddiebe gar nicht kennen, er wollte nur von solchen Personen das Wild gekauft haben, die jagdberechtigt waren, oder er wollte das Wild von jenseits der Grenze ansässigen Jägern gekauft haben. Ein Trick des schlauen Hehlers war es, auf den Wochenmärkten einen Hasen zu kaufen, und ließ sich dann die Atteste geben, auf denen 3 bis 6 Hasen verzeichnet stan den; er wartete nämlich mit seinem Einkauf so lange, bis der Verkäufer nur noch einen Hasen liegen hatte.

O Durch ein eigentümliches Verkehrshindernis sind zwei Motorführer aus Ohlau auf der Chaussee bei Wüstebriefe in Schlesien verunglückt. Vor dem Dorfe lag quer über der Chaussee ein angetrunkener Mann. Der erste Radfahrer fuhr über den Mann hinweg und stürzte kopfüber in den Straßengraben, wobei er einen Rippenbruch erlitt. Der zweite Fahrer fam über das zertrümmerte Motorrad des ersten zu Fall, wobei er sich einige Verlegungen am Kopfe 3230g. Der Betrunkene soll einen Beinbruch durch das Ueberfahren erlitten haben.

11 Mädchen ertrunken. Ein schweres Unglück ereig­nete sich auf dem Szamorfluß in der Nähe der ungarischen Stadt Szatmar. Beim Uebersetzen kippte ein Boot um, in dem sich eine Menge Arbeiterinnen befanden. 11 Mädchen ertranfen.

Soziales Leben.

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[] Mittelstandskongreß. Der internationale Verband zum Studium der Verhältnisse des Mittelstandes hält den ersten Kongreß vom 16. bis 18. August d. I. in Lüttich an läßlich der Weltausstellung ab. Auf der Tagesordnung stehen der technische und berufliche Unterricht, die Umbil dung des Handwerkszeugs und besonders der Kleinmaschinen und Kleinmotoren im Handwerke, die Organisation des städtischen und ländlichen Kredits für den Mittelstand. Dem Verbande gehören hervorragende deutsche und ausländische Wirtschaftsverbände und Autoritäten an.

A Die Festung des Mörders. Im französischen Dorf Usseau hat sich ein Mann, namens Roy, der wegen Mordes berhaftet werden soll, in seinem Hause verschanzt und leistet einem Aufgebot von Gendarmen und Soldaten bewaffneten Widerstand. Roy hat Proviant für mehr als einen Monat und mehrere Gewehre und Revolver mit reichlicher Muni­tion. Er ist ein vorzüglicher Schüße und hat bereits drei seiner Belagerer schwer verwundet. So wie Roy sich irgend­wo am Fenster blicken läßt, wird auf ihn geschossen. Aber man denkt nicht daran, seine Festung im Sturm zu nehmen, sondern will ihn ausbunaerr

Aus dem Gerichtsfaal.

[] Frauen im Apothekerberufe. Die pharmazeutischen Kreisvereine des Königreichs Sachsen wollen bei der Regie­rung vorstellig werden, damit den Frauen das Apotheker. gewerbe freigegeben wird. In Preußen und verschiedenen süddeutschen Staaten ist die Zulassung unbeanstandet er. felgt. In Sachsen war das bisher nicht der Fall, obwohl dort ein großer Mangel an Hilfskräften herrscht.

§ Das Urteil im Münchener Mordprozeß Huber lautete gegen den Angeklagten Johann Huber auf Todesstrafe we. gen vollendeten Raubmordes an der Kellnerin Centa Falch. Tie Angeklagte Ehefrau Huber wird, als der Beihilfe zu diesem Verbrechen schuldig, zu 10 Jahren Zucht. haus und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt. Vor dem Justizgebäude hatte sich trotz des strömenden Regens und später Nachtstunde eine viel hundertköpfige Menge ange sammelt, die das Urteil unter lauten Verwünschungen aus die Angeklagten vernahmen.

§ Eine umfangreiche Wilddieberei- Affäre führte in Tilsit zur Verurteilung des angesehenen Kaufmanns Fuchs zu zwei Jahren Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust. Fuchs hatte seit mehreren Jahren Banden von Wilddieben das ge­stohlene Wild abaenommen, das ihm nächtlicherweile ins

[] Bergarbeiterstreik in Ungarn. In Esseg, der Haupt. stadt des slavonischen Gebiets, ist ein allgemeiner Ausstand der Bergarbeiter ausgebrochen. Die Arbeit in sämtlichen Betrieben ruht. Die Zahl der Ausständigen beträgt 3000. Militär ist aufgeboten.

Kunft und Wissenschaft.

MR. Die Kölner Blumenspiele, die seit den letzten Jahren regelmäßig stattfinden, standen diesmal im Zeichen der Schiller- und Cervantesfeiern. Der poetische Wettkampf, dem diese rheinischen Troubadourzusammenfünfte gelten, brachte eine ganze Reihe Schiller- und Cervantesgedichte. Zur Blumentönigin wurde zum erstenmal anstatt einer Fürstin eine Siegerin im Wettstreit, das Fräulein Frene v. Schellander aus Triest, gewählt. Bei den letzten Festen 1904 war die Großherzogin Karoline von Sachsen Blumen. fönigi

Der Landwirt.

om. Gegen die Maikäferplage sind im Großherzogtum Hessen energische Maßregeln ergriffen worden. Das Mini­sterium hat angeordnet, daß, wo ein Maifäferflug attṭin­det, den schulpflichtigen Knaben im Alter von 10 bis 14 Jahren während der Vormittagsstunden gestattet wird, bis etwa 9 Uhr, so lange der Flug dauert, also ungefähr drei Wochen, unter der Aufsicht und nach Anleitung erwachsener Personen bei dem Abschütteln, Sammeln und Vernichten der Käfer zu helfen. Jeder Grundstücksbesizer in diesen Ge­meinden hat die Anordnungen der Behörde zur Vernichtung der Maitäfer unter der Aufsicht eines Ausschusses innerhalb einer bestimmten Zeit auszuführen. Die Bürgermeister hoben zu berichten, was in dieser Beziehung geschehen ist, und wie hoch sich die Menge der vernichteten Maikäfer be­läuft

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Vermischtes.

=[ Schillers 100. Geburtstag] zu feiern wurde die Nürn­berger Bürgerschaft vom dortigen Magistrat aufgefordert. Auf den Plakaten las man überall Gedächtnisfeier zum 100. Geburtstag Friedrich Schillers". Erst nach mehreren Stunden wurde das Wort Geburtstag überklebt und durch Todestag ersetzt.

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[ Eine gemischte Familie.] In Eilendorf bei Aachen wird demnächst ein Brautpaar den Bund fürs Leben schlie= Ben, von dem Mann und Frau Kinder aus je drei Chen mit in die neue Che bringen werden, da beide mehrfach ver­witwet sind. Sollten dem verhältnismäßig noch jungen Baar auch noch Kinder beschert werden, so wären in einem Haushalt nicht weniger als siebenerlei" Kinder vorhanden, was gewiß nicht allzu oft vorkommen dürfte.

=[ Reicher Kindersegen.] Dem Tagelöhner Georg Deist zu Weinburg, elsässischer Kreis Rabern, nurde der zehnte Knabe geboren. Beim siebenten war der Kaiser Bate, der cuch jetzt wieder gebeten ist. Der älteste der zehn Kraben ist erst 17 Jahre alt.

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=[ Der amerikanische Zeitungsrekord] wird von Jahr zu Jahr größer. Amerifa, mit seiner Bevölkerung von 70 Millionen, hat mehr Zeitungen als ganz Europa mit seinen 400 Millionen Menschen zusammengenommen. Es erschei nen nach einer soeben erschienenen Statistik in der neuen Welt nicht weniger als 22 312 Zeitungen bezw. Zeitschriften. =[ Augengläser für kurzsichtige Schauspieler] bringt ein unternehmender englischer Optiker in den Handel. Die Gläser haben so kleine Linsen und ſizen so dicht am Aug­apfel, daß sie im Theater kaum sichtbar sind, höchstens wenn das Rampenlicht ganz hell brennt. Das die beiden Linsen verbindende Nasenstück oder die Brücke ist mit einem fleisch­farbenen Stoff bedeckt.

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[ leber die Gefahren der Kunstseidefabriken] kommen aus Belgien interessante Berichte. Danach gibt es keine verderblichere Industrie als die der Kunstseide. Als Läm­mer treten die Arbeiterinnen und Arbeiter dort ein, und als Bestien kommen sie wieder heraus. Sie schaffen dort in einer Luft von Alkohol und Aetherdunst, worin die Seide vor der Pressung sich auflöst. Einige sinken davon betäubi zu Boden und werden dann hinausgetragen. Auch der, der nicht ein Glas trinkt, wanft jeden Abend völlig betrunken nach Hause. Früher fuhren die Arbeiter dritter Klasse heim. Da famen aber Klagen der anderen Reisenden. Man wollte mit den Vestien" nicht zusammen en. Jetzt werden sie in besonderen Wagen befördert. Natürlich wirkt die täg­liche Betäubung durch Einatmen von Alkohol und Nether auf den Körper und Geist der Frauen sehr verderblich ein, und die Kinder gedeihen nicht.

Landposten

Beim Bo

gemeinen ein: