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medener verweigern die Steuerzahlung. Revolutionäre Ko­miters sind darüber aus, militärische Organisationen zu schhoffen. Eine allgemeine Volkserbebung in allen kau­fasi chen Ländern ist vorbereitet. Man erwartet ihren Aus­bruch, sobald von seiten der russischen Truppen der erste Schuß fällt. Der neue Generalgouverneur des Kaukasus, General Alihanow, gilt für einen Mann von rücksichtsloser Strenge. Gine ganze Armee wird nötig sein, im Kaukasus den vorigen Stand wiederherzustellen. In Eriwan ist es wieder zu Totschlägen und Verwundungen gekommen. Die mohamedanische und armenische Geistlichkeit hielt gemein­schaftliche Seelenmessen für die Erschlagenen ab. Danach durchzogen Notable-- Geistliche und Laien die Straßen. um zur Versöhnung einzuladen.

Aus Lodz wird von Bombenwerfern und Revolver­schießereien berichtet. Eine Bombe, die am Mittwoch vor der Fabrik Teschenmacher geschleudert wurde, zertrümmerte nur Fensterscheiben. Am Abend schossen zwei Unbekannte auf zwei Schußleute, deren einer getötet wurde.

Aus Jekaterinoslaw wird von Arbeitseinstellungen in den Bergwerken von Schtscherbinowlker und Auerbach ge­meldet. Es kam zu Plünderungen von Läden und Berg­mer seigentum. Die Arbeiter, von den Truppen mit den Waffen bedroht, warfen mit Steinen und schossen aus Pistolen. Das Militär gab einige Salven ab, zahlreiche Ar­beiter wurden getötet. Danach herrschte wieder Ruhe. In den Werfen bei Kamensk und in Lugansk ist der Aufstand beendet. Ebenso in Tusowka, wo die Arbeit zwei Wochen geruht hatte.

Oefterreich- Ungarn

Eine Begegnung Kaiser Wilhelms mu dem österreicht­schen Thronfolger soll anläßlich der bevorstehenden Mittel­ineerreise des Kaisers geplant sein. Als Or: der Begeg­nung ist die hohe See oder eine Baleareninsel in Aussicht genommen. Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand hält sich zur Zeit an der Riviera auf.

Aus Budapest wird berichtet, daß die Audienz des Prä­sidenten der Dissidentengruppe Daranyi bei Kaiser Franz Josef die Militärfrage einen Schritt vorwärts gebracht habe. Die Vorschläge Daranyis seien derartig gewesen, daß der Kaiser sie nicht ohne weiteres von der Hand wies, was allen anderen Vorschlägen bisher widerfahren war.

+ Im österreichischen Abgeordnetenhaus ist am Donners­tage die Beschwerde der Polen über eine Außerung des preu­fischen Finanzministers Frhrn. v. Rheinbaben zur Sprache gekommen. Dieser hatte während einer Polendcbatte im preußischen Abgeordnetenhaus sich die Freiheit genommen, das Verhalten der polnischen Schlachta in Galizien den Ru­thenen gegenüber nicht als vorbildlich zu bezeichnen. Darü­ber bei den galizischen Polen große Entrüstung. Auf Geheiß der Polen mußte der gemeinschaftliche Weinister des Aus­wärtigen Graf Goluchowski in Berlin vorstellig werden. Im österreichischen Abgeordnetenhaus hat nun der neue Mi­nisterpräsident Frhr. v. Gautsch über den Verlauf der An­gelegenheit Auskunft gegeben: In Berlin habe man voll­fommen befriedigende Aufklärungen gegeben, die ganze An­gelegenheit sei in äußerst freundschaftlicher Weise erledigt werden. Inhalt der Anfrage in Berlin und Inhalt der Artwort entzögen sich, diplomatischem Brauch gemäß, der Mitteilung.

Afrika.

Eine Eisenbahn von Tanger nach Fez soll gebaut wer­den. Das dürfte das Ergebnis der augenblicklich zwischen Frankreich und dem Sultan von Marokko schwebenden Ver­handlungen sein. Der Sultan ist sehr reformwillig, ſtellt sich wenigstens so an, macht aber allerhand Vorbehalte in betreff der Einholung der Zustimmung seiner Regierung". Wahrscheinlich wird man wenigstens Herstellung einiger Sicherheit in den marokkanischen Häfen erlangen.

Amerika.

Zum drittenmal hat sich Präsident Roosevelt wegen des Vertrags mit Domingo an den Senat in Washington ge­mendet. In einer neuerlichen Botschaft erklärt er, der von ihm vereinbarte Vertrag sei das einzige Mittel, zu verhin­dern, daß betrügerische Forderungen sich in Domingo An­erkennung verschaffen, und um die gerechten Forderungen der Amerikaner und anderer Ausländer zu unterstützen. San Domigo sei in Not und habe weit höhere Verpflichtungen übernommen, als den ihin tatsächlich zugeflossenen Mitteln entspräche. Der Vertrag sehe deshalb die Einsetzung einer Beamtenfommission vor, die unparteiisch entscheiden solle, welche Forderungen ganz oder teilweise ungerechtfertigt seien.

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Hof und Gefellschaft.

Der Kaiser hat bei seinem Aufenthalt in Wilhelms­haben an Bord des Linienschiffes Kaiser Wilhelm II." über­nachtet. Gestern Vormittag besichtigte der Kaiser auf der Werft den Neubau des Linienschiffes P", sowie die südliche Hafenerweiterung. Das Diner nahm der Kaiser bei dem Admiral v. Bendemann ein. Die geplante Fahrt nach Helgo­land ist schlechten Wetters halber verschoben.- Die Nach­richt, daß der Kaiser auf seiner Mittelmeerfahrt Spanien besuchen werde, wird vom spanischen Minister des Aeußeren für unrichtig erklärt. Auch König Eduard von England kommt jetzt nicht nach Madrid.

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Am Todestage des Kaisers Wilhelm I. weilte gestern die Kaiserin im Verein mit dem Kronprinzen im Mauso­leinn zu Charlottenburg am Sarkophag des verewigten Kaisers, wo schon vorher kostbare Kranzspenden niedergelegt waren.

Feer und flore.

Auf eine Eigentümlichkeit in der Zusammensehung der Layerischen Grenzregimenter weist eine Mitteilung aus Mes hin. Es sei eine auffällige Tatsache, daß die beiden in Met garnisonierenden bayerischen Infanterie- Regimenter Nr. 4 und 8 sich zum großen Teile aus Nichtbayern zusammen­seten. In manchen Kompagnien soll sogar die größere Hälfte der Mannschaft aus Nichtbayern bestehen. Dies er­klärt sich daraus, daß die bayerischen Ersatzbehörden diejeni gen Angehörigen der übrigen deutschen Bundesstaaten, die sich in Bayern aufhalten und dort zur Musterung stellen ganz einerlei, ob das in Rosenheim, Bayreuth oder Zwei­brücken geschieht fast ausnahmsweise den in Metz liegen­den Regimentern zuweisen. Welche Beweggründe dabei mitspielen, ist nicht recht flar. Vielleicht will man den Lan­

deskindern den beschwerlichen Dienst in den Grenzgarni­sonen, die wegen der teuren Preise nicht beliebt sind, er­sparen, oder man will die Ausländer" nicht in die im Lande liegenden Regimenter einstellen. Jedenfalls befolgen die preußischen Militärbehörden diesen Grundsatz nicht.

Deutfcher Reichstag.

( 159. Sizung.) CB Berlin, 9. März. Auf der heutigen Tagesordnung standen vier Gegen stände, von denen die ersten drei in einer Viertelstunde er­ledigt wurden. Zunächst genehmigte das Haus endgültig das Zusatzübereinkommen, nach dem der Handelsver­trag mit Desterreich- Ungarn am 1. März 1906 in Kraft tritt. Danach wurde debattelos in erster und zweiter Beratung die Novelle zum Gerichtsverfassungsgesetz angenommen, durch die der Kreis der Personen erweitert wird, die zu Handelsrichtern ernannt werden können. Es folgte die erste und zweite Beratung der vom Abg. Dr. Stockmann mit Unterstüßung aller Parteien ein­gebrachte Gesetzentwurf, durch den das Personen: standsgesetz dahin geändert wird, daß in Zukunft auch die Anzeige von Totgeburten nicht mehr am Sonntag an gezeigt zu werden braucht. Der Antrag, der bezweckt, die Standesbeamten von dem Zwange zu befreien, lediglich dieser Meldungen wegen am Sonntag Amtsstunden abzuhalten, wurde nach einigen empfehlenden Worten der Abgg. Dr. Stockmann, Dr. Müller- Sagan und Büsing gleichfalls ange. nommen. Alsdann sette das Haus die zweite Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern, wil sagen die endlosen sozialpolitischen Debatten fort, in denen fumterbunt von den verschiedenen Parteien die verschiedensten Wünsche geäußert werden, Wünsche, die in ihrer Gesamtheit in absehbarer Zeit unmöglich erfüllt werden können.

Preufsifcher Landtag.

Haus der Abgeordneten.

RK Berlin, 9. März.

( 157. Sigung.) Drei lange, unendlich lange Stunden wurden heute aus­gefüllt mit Klagen und Wünschen, die neuen oder ver­besserungsbedürftigen Zugverbindungen galten. Der Minister hielt es, ebenso wie die meisten Abgeordneten, auf die Dauer im Saale nicht aus, sondern erschien nur zum Schluß und erklärte freundlich seine Bereitwilligkeit, nach dem stenographischen Bericht alles zu prüfen. Das zweite große Wunschbündel, das nun der Regierung überreicht wurde, enthielt die Forderungen der Beamten. Anrechnung der Wartezeit über 5 Jahre für die Bauinspektoren, Gehalts­erhöhungen, Sonntagsruhe und Ferienreisen heischen verschiedene Anträge. Die Zahl der Petitionen aber ist so überwältigend, daß mehrere Redner sich veranlaßt sahen, gegen diesen Unfug" zu protestieren. Die Regierung stellte sich diesem ewigen Drängen, das nur die Unzufriedenheit unter den Beamten vermehrt, ablehnend entgegen. Und das Haus fühlte sich

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mit Ausnahme der von den betreffenden Beamten be­sonders bearbeiteten Abgeordneten- auch nur wenig da. durch berührt. So zog sich denn die Beratung still und bedeutungslos bis um 4%, Uhr hin, um dann auf morgen bertagt zu werden.

Nab und Fern.

Fener im Neuen Palais zu Potsdam. In den Com­muns I, die mit dem Neuen Palais, der Residenz des Kai­sers, in Verbindung stehen, brach ein größerer Brand aus, der den Inhalt des Kohlenfellers fast vollständig vernichtete. Die Militärfeuerwehr rief die Freiwillige, sowie die Berufs­feuerwehr zu Hilfe, und erst der angestrengten Tätigkeit der drei Wachen, deren Mannschaften sehr durch Rauchentwicke­lung zu leiden hatten, gelang es, das Feuer zu löschen.

Der brave Fähnrich. Bei den Bergungsarbeiten des auf Harter Riff festgekommenen Linienschiffes ,, Mecklenburg" kollidierte die Pinasse des Schiffes mit einer schweren Schlepptrosse, wobei die Besagung über Bord gedrückt wurde. Ein Matrose geriet in die Strömung und war nahe daran, zu ertrinken. Da sprang ein Fähnrich der Mecklenburg" über Bord und rettete mit Lebensgefahr den Sinkenden.

Das Ende des Raubmörders. Der Mörder des Juwe­liers Stubbe in Stralsund wurde nach dem hinter ihm er­lassenen Steckbrief in Greifswald erkannt. Bevor er fest­genommen werden konnte, tötete er sich durch einen Revol­verschuß. Die Untersuchung hat ergeben, daß man es hier mit einem augenscheinlich sehr gefährlichen internationalen Verbrecher zu tun hat. Seine Kleider stammen aus einem der feinsten Geschäfte in Monte Carlo. In den Taschen fanden sich Visitenkarten auf hochgestellte Persönlichkeiten Deutschlands, Englands und Frankreichs, ein gefälschter englischer Paß, ein Wechsel über 8000 Mark, sowie Schuld­und Pfandscheine auf Wertsachen, die der Mensch in Berlin versetzt hatte.

Ein lieber Sohn. Eine tragikomische Familienszene passierte dieser Tage in Janowitz. Der einzige Sohn einer dortigen Arbeiterfamilie ging vor ungefähr acht Jahren in die Fremde. Da er nach seinem Weggange seinen Eltern feine einzige Nachricht gab, so wandten sie sich mehrmals brieflich an ihn und baten auch nur um ein Lebenszeichen, aber jedesmal vergebens. Da depeschierte seine Mutter an ihn, daß sein Vater gestorben sei. Aber auch darauf traf feine Antwort ein. Nun ersann die Mutter noch eine List. Bezugnehmend auf den Tod des Vaters teilte sie ihm mit, daß sein Vater ihm 1000 Mark hinterlassen habe, und bat ihn, seine Erbschaft abzuholen. Dieses Mittel half. Denn der verlorene Sohn traf bald in Janowitz ein, war aber sehr enttäuscht, seine Eltern noch beide lebend anzutreffen. Ein Muster von Sohnesliebe!

Die Folgen der Eifersucht. In der Ortschaft Freihm bei Köln lebte ein Liebespärchen. Von seiten des jungen Mädchens wurde das Verhältnis gelöst. Darob geriet der junge Mann in einen solchen Zustand der Eifersucht, daß er seine frühere Braut durch mehrere Revolverschüsse lebens­gefährlich verletzte, worauf er sich durch einen wohlgezielten Schuß ins Herz tötete.

Unglücksfall im Karneval. Auf dem Prado in Marseille war ein Masten- Rarussel veranstaltet, das sehr viel Publi­kum angelockt hatte. Plößlich ging eines der Pferde durch und rannte in die dicht gedrängte Menschenmenge hinein. Es entstand ein entsegliches Gedränge, in dem siebzehn Per­sonen verlegt wurden.

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[ 90 000 Francs in den Wind.] Im Pariser Karneval spielt das Werfen mit bunten Papierschnitzeln eine besondere Rolle. Jemand, der es wissen fann, nämlich ein Straßen­aufseher, hat ausgerechnet, daß auf den Großen Boule

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Calfäller aller G

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vards", wo der Hauptteil des Karnevals sich abspielt, täglich chehen, beshalb 180 000 Kilogramm Confetti fortgeschafft wurden. Da ein Polizeidiener, dies Kilogramm durchschnittlich 50 Centimes kostet, so werden Eluffe empfahl also tatsächlich jeden Tag im Pariser Karneval 90 000 Frcs. Ditte und Polize

in alle Winde verstreut.

Der Kronprinz als Bräutigam. Wie aufmerksam der Kronprinz gegenüber seiner Braut ist, beweist die Entsendung des fronprinzlichen Mundkochs Neumann nach Cannes. Dort soll er im Haushalte der Mutter der Braut, der Großherzo gin Anastasia, die dort übliche Zubereitung der Speisen und besonders auch die Lieblingsgerichte der Herzogin Cäcilie kennen lernen.

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Regierung um e Tolizeibiener zu militärisch geord Nachdem der R Himzuarbeiten,

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Geheimnisvolle Entführung eines deutschen Knaben. In London ist der 13jährige Walter Everth, Sohn eines deut schen Schriftstellers, verschwunden. Ev sihr mit seinem Zweirad aus und kehrte nicht nach Hause zurück. Er ist und mit ihr nach der Bahnstation von Tulse- Hill gegangen. Abends erhielt der Vater ein Telegramm folgenden Inhalts: Walter gut aufgehoben. Selina." In der Familie fennt niemand eine Persönlichkeit dieses Namens.

unterwegs von einer schwarz gekleideten Dame angesprochen geringe Gag b

o Der Streit der Hochbahner in Newyork droht den gan­zen Verkehr in der Riesenstadt lahm zu legen. Da die Be­amten nicht oder mit beträchtlicher Verspätung zum Dienst kommen können, wird der Post-, Telegraphen- und Telephon­Dienst merklich beeinträchtigt. Die Stadtbahnzüge gewähren nach Möglichkeit dem Publikum freie Fahrt, allein auch sie verkehren unregelmäßig. Die Stimmung des Publikums iſt gegen die Streifenden eine ziemlich aereizte, meil die Hoch bahner erst vor einem halben Jahre mit der Gesellschaft einen Vertrag auf drei Jahre geschlossen, diesen aber jetzt rücksichts. los gebrochen haben, ohne eine Entscheidung des Schieds­gerichts herbeizuführen. Diese Haltung des Publikums hat denn auch dazu geführt, daß die Streifenden die angebotene Vermittelung des Bürgermeisters Mac Clellan angenommen haben.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Der Prozeß wegen der Königsberger Wahlausschrei tungen hat jetzt vor dem Reichsgericht seine letztinstanzliche Erledigung gefunden. Das Reichsgericht hat die Revision des Dr. med. Gottschalk, des Redakteurs Linde und sechs weiterer Angehörigen der sozialdemokratischen Partei ver­worfen, die vom Landgericht Königsberg am 26. Mai 1904 wegen Hausfriedensbruchs, begangen bei der Wählerver­sammlung der Vereinigten Liberalen Partei am 2. Novem­ber 1903, zu zwei Wochen bis zwei Monat Gefängnis ver­urteilt worden waren.

§ Eine jugendliche Raubmörderin stand vor dem Schwur­gericht zu Reichenberg in Böhmen. Die 16jährige Arbeiterin Marie Hradet hatte die ihr befreundete Prostituierte Marie Dimof mit einem Strick meuchlings erdrosselt und ihr Spar­Sie wurde zu zwölf fassenbuch über 700 Kronen geraubt. Jahren Zuchthaus verurteilt.

Der Landwirt.

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ft Nuken der Regenwürmer für die Landwirtschaft. Regenwürmer sind für den Landwirt von großem Nutzen. Sie ernähren sich von Erde, sowie pflanzlichen und tierischen Stoffen. Die den Verdauungsapparat der Würmer passie­renden organischen Stoffe erleiden nun verschiedene chemische Veränderungen, denen zufolge sie nach dem Ausscheiden aus dem Tierkörper leichter in Zersetzung übergehen. Die Kohlensäureentwickelung in dem mit Regenwürmern beset­ten Erdreich ist deshalb wesentlich stärker als in wurmfreiem Boden. Daraus folgt aber auch, daß in dem von Würmern besetzten Erdreich sich größere Mengen von Pflanzennähr stoffen durch Zerfall von organischen Stoffen bilden werden, als in wurmfreier Erde. Ferner ist die Menge der löslichen Stickstoffverbindungen und Mineralstoffe, die gleichfalls durch die Zersetzung der organischen Stoffe entstehen, in der mit Würmern versehenen Erde größer, als in der wurm­freien. Ein weiterer Ruten der Regenwürmer beſteht darin, daß sie die Fruchtbarkeit des Bodens günstig beein flussen, indem sie zur Lockerung und Krümelung des Erd­reiches beitragen. Infolge der Krümelung wird aber auch die Durchlässigkeit für Wasser und Luft im Boden erhöht, was für das Gedeihen der Pflanzen bekanntlich sehr för derlich ist.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, den 9. März. Präsident Haas eröffnet die Sißung um 91 Uhr. Die Besprechung der dringenden Anfrage der Abgg. v. Brentano und Genossen, den Großh. Gymnasial­direktor Dr. Schädel in Gießen betreffend, wird fortgeseßt. Es sprechen dazu Geh. Oberschulrat Noonagel, die Abgg. Dr. Buff, Reinhart, Dr. David, wo­rauf ein Schlußantrag gestellt und abgelehnt wird. An der weiteren Debatte beteiligten sich Ministerialrat Dr. Eisenhuth, die Abgg. Dr. David, Geh. Oberschulrat Nodnagel, Abg. Noad, Staatsminister Rothe, die Abgg. Ulrich, Reinhart und Dr. Buff, worauf die Besprechung geschlossen wird. Es folgt die Besprechung der Abgg. Dr. Schmitt, Molthan und Genossen, betreffend das Rohlenkontor. Abg. Molthan wünscht, daß die Großh Regierung die Initiative zu einer reichsgesetzlichen Regelung des Syndikatswesens ergreifen solle. Abg. Reinhart erkennt

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die schädliche Wirkung des Kohlenkontors an. Abg. Ulrich famen Gegen hält nur die Verstaatlichung der Kohlenbergwerfe für ein den Herr R wirksames Mittel der Abhilfe. Nach weiteren Bemerkungen Bei den Fr des Abg. Molthan wird die Besprechung geschlossen. leitenden Teil,

Hierauf tritt Vertagung auf Freitag Vormittag ein.

Lokales.

10. März 1905.

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= Vor einigen Tagen traten die Orts- und Polizeis Sopran und 2 Gießen zu einer Versammlung zusammen, um über Mittel uns im S

und Wege zu beraten, die erfolgreich zu einer Gehalts­aufbesserung zu beschreiten sind. An den Verhandlungen, die vom Polizeidiener Mayer Lich geleitet wurden, nahmer auch die Abgeordneten Köhler und Leun teil. Abg.

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