Hof und Gesellschaft.
Fürst Ferdinand von Bulgarien wurde gestern in Berlin vom Prinzen Heinrich von Preußen auf dem Bahnhof empfangen und in das Schloß geleitet. Abends nahm der Fürst am Hofball teil.
*** Zu Ehren des Prinzen Karl von Bourbon, Infanten von Spanien, fand im Kaiserlichen Schlosse zu Berlin eine Galata fel statt. Der Prinz, der die Kaiserin führte, hatte den ihm vom Kaiser verliehenen Schwarzen Adlerorden angelegt. Während des Mahles brachte der Kaiser einen Trinkspruch auf den König von Spanien und dessen ganzes Haus aus und dankte mehrmals für die ihm erwiesene Ehrung, die Ernennung zum General- Kapitän der spanischen Armee und die Verleihung des Dragoner- Regiments Numancia Nr. 11, des„ einzigen in der Welt". Prinz Karl von Bourbon sprach seinen Dank für die herzliche Begrüßung aus und betonte den Zweck der spanischen Mission, die Ueberbringung der Uniformen des spanischen Marschalls und des Obersten des Regiments Numancia.
Ein Besuch der Zarin in Berlin soll in nächster Zeit bevorstehen. Kaiserin Alexandra Feodorowna hat dem 2. Garde- Dragoner- Regiment, dessen Chef sie bekanntlich ist, durch den Militärbevollmächtigten der Berliner russischen Botschaft, Oberst von Schebeko, ihr Porträt überreichen lassen. Gleichzeitig hat sie ihrer Hoffnung Ausdruck gegeben, noch in diesem Frühjahr Gelegenheit zu haben, im Kreise ihres Offizierkorps in Berlin sich selbst davon zu überzeugen, ob ihr Porträt, zu dem sie dem Maler im vorigen Jahre in Darmstadt nur wenige Sibungen gewähren konnte, auch ähnlich ausgefallen sei. Wahrscheinlich wird sich die Zarin mit ihren Kindern auf längere Zeit nach Darmstadt begeben und sich auf der Durchreise in Berlin aufhalten.
Deutfcher Reichstag.
Hessischer Landtag. Darmstadt, den 8. Februar. Präsident Ha a 8 eröffnet die Sigung 91 Uhr.
Induldfamfeit im Gorbenz tritt, fo Fernerftehenden be als ob in Gief begung ganz Nichts aber irrig terende Verfamm fammentrat, da Statuts felbftberf und die Verteily mögens ins Aud gemachte Borid Ben Gießener dem falholischer heraus aber w Teilen zu bern Gin Beschluß Toleranz tonfeffione § Schwu 1. Bierteljahr
sofortige Untersuchung eingeleitet und ein Ausgleich borgeschlagen worden wäre, so wäre es vielleicht nicht zu diesem bedauernswerten Ausstand gekommen. Wir wollen nun ein kleines Rechenproblem ohne Kunststücke" durchführen. Bekanntlich bekommt jeder der Ausständigen, der 3. 3. im 2. Mouat der Organtfation angehört, 10 Mif. pro Woche. Die Zahl der Streifenden betragen 200 000 Mann; dies ergibt pro Woche die anständige Summe von 2 Mill. Mart. Der Ausstand betrage 4 Wochen, dies ergibt eine Summe von 8 Mill. Mark. Hierbei sind die 50 Pfg. pro Kind nicht eingerechnet. Warum kaufen nun nicht die Arbeitervertreter, anstatt zum Streit zu greifen, eine Zeche auf und machen den anderen Zechen Konkurrenz? Sie können ja mit den Dividenden, die sie doch jedenfalls herausholen, die Arbeiterschaft in jeder Weise unterstützen. Die 8 Mill erhöhen sich ja auch noch um den Ausfall, den die Arbeiter durch das Fetern erleiden. Die Jahreslohnsumme in Höhe von 256 000 Mann Belegschaft belief sich 1903 auf fast 299 Mill. Mark; über 280 Mill. Mt. dürften hiervon auf die Ausständigen fallen, sodaß der tägliche Lohnausfall dte Summe von 600 000 Mt. übersteigt. Warum werden 15 000 000 diese 600 000X25( Arbeitstagen) Mt.= Mf.( 15 Mill.) nicht freiwillig eingebüßt und der von der Zeche bezahlte Lohn diesen 8 Mia. Mt. zugeschlagen? Hierdurch könnte doch mit Hülfe von 23 Min. Mr. ein fräftiger Druck auf die Zeche ausgeübt werden, indem sie sodann das Syndikat unterbieten können? Jedenfalls haben die sozialdemokratischen Führer dazu nicht den Mut und das Vertrauen auf die Arbeiter, In diesem Falle wissen die Führer, daß sie die Arbeiter denen Selbsterztelung und Selbstdisziplin fehlen, unter einen Hut bringen können, wie es ihnen ja auch nicht gelungen ist, den Streif zu hemmen und auf seinen Herd zu beschränken, der ihnen machtlos über den Kopf gewachsen ist. Selbst als Arbeitgeber aufzutreten, dieses Kunststück ist uns bis jetzt noch nicht einwandsfret vorgemacht worden.
Die Generaldebatte über den Staatshaushalt, nach der„ Darmst. 8tg.", für 1905 wird fortgeseßt. Abg. Ulrich betrachtete die Finanzlage nicht ganz so rosig als die geftrigen Redner, wenn er auch eine Besserung zu gibt. Auch von der Eisenbahngemeinschaft sei er nicht so befriedigt, wenn er auch die finanziellen Erfolge zugebe, namentlich in verkehrspolitischer Beziehung sei man unselbständig. Er forderte eine Revision der Stempelsteuer, der Beamtenbesoldungsordnung und Aufhebung der Lotterie. Weiter bringt er Klagen über die Nichtbestätigung von einem Nachtwächter vor und die Entlassung eines Obstbaumwärters, die erfolgt seien, weil beide Sozialdemokraten seien, rügt verschiedene Mißstände im Schulwesen und beschwert sich über das Verbot des Auftretens des österr. Reichsratsabgeordneten Bernerstorffer in einer Versammlung zu Offenbach. Staatsminister Rothe erwidert, das Verbot sei erfolgt, da das Auftreten Pernerstorffers nach den vorhergehenden Vorfällen als Demonstration hätte aufgefaßt werden müssen. Finanzminister Gnauth geht auf die Ansführungen der Vorredner ausführlich ein und bemerkt u. a., daß der Abschluß der Eiesenbahngemeinschaft gut sei was nach der Lage der Verhältnisse hätte geschehen können. Ueber die Lotterie- Angelegenheit schwebten die Verhandlungen mit Preußen noch. Die Finanzlage sei so, daß eine Steuererhöhung nicht in Aussicht stehe. Abg. Dr. Buff tritt ebenfalls für Wahrung des tonfessionellen Friedens ein und bezeichnet Steuer und Bier als ausgezeichnete Objekte, um das Reich finanziell von den Einzelstaaten unabhängig zu machen. Abg. Schmitt spricht seine Befriedigung über die gute Aufnahme seiner gestrigen Ausführungen im Hause und bei der Regierung aus und ergänzt dieselben. Staatsminister Rothe erwidert ihm kurz. Im Verlauf der Sißung wurden die Abgg. v. Brentano und Reh als Mitglieder des 2. Ausschusses wieder- und Abg. Leun als Mitglied des 2. Ausschusses neugewählt. Donnerstag 9 Uhr: Fortsetzung der Generaldebatte über den Etat.
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( 136. Sibung.) CB Berlin, 8. Februar. Der Schiverinstag, der lange Zeit arg vernachlässigt wurde, scheint wieder in seine alten Rechte eingesetzt werden gut sollen. Am Sonnabend wurde die erste Beratung des bom Zentrum eingebrachten Toleranzantrages begonnen, heute wurde sie fortgesezt, obwohl der Etat, der berfassungsmäßig bis zum April fertig gestellt sein soll, noch weit im Rückstande ist. Wesentlich Neues brachte die Diskussion nicht, aber der sozialdemokratische Abgeordnete Hoffmann= Sachsen, der sogenannte Zehngebote- Hoffmann, der gleich den beiden Freisinnigen Schrader und Dr. MüllerMeiningen für den ersten und gegen den zweiten Teil des Antrages eintrat, sorgte wenigstens für erheiternde Abwechselung. Herr Hoffmann, der bei dieser Gelegenheit Jungfernrede hielt, sprach genau so, wie man ihn sich in Bolfsversammlungen denkt, urwüchsig und wißig. Aber nicht Immer war das herzliche Lachen, das ihm entgegentönte, bon ihm beabsichtigt, durch irgend eine gut pointierte Bemerkung geweckt. Manchmal mußte man auch über den unverfälschten Berliner Dialekt lachen, der dem Redner eigen ist, und den zu unterdrücken er sich nicht die mindeste Mühe gibt. Ja er übersetzte sogar Schriftstücke, die er berlas, in dieses den Akkusativ und den Dativ so gern mit einander verwechselnde Idiom. Doch mochte er dies nun bewußt oder unbewußt tun, der Erfolg war jedenfalls, daß ihm alles mit Aufmerksamkeit und Vergnügen zuhörte.
Nab und Fern
A Ueber die Typhusepidemie in der Landaner Kaserne wird amtlich gemeldet, daß seit dem 29. Januar kein weiterer Fall eingetreten ist. Ein Kranker ist infolge hinzugetretener Lungenentzündung gestorben. Die Zahl der Typhuskranken beträgt 39. Wegen Typhusverdachts stehen außerdem noch fünf Mann unter Kontrolle.
Ein Mecklenburger in Petersburg verhaftet. Der sowohl in seiner alten Heimat wie in der russischen Hauptstadt bekannte und angesehene Kaufmann Friedrich Hoch ist nachts in seiner Wohnung verhaftet. Man nimmt an, daß die Maßregel auf politische Gründe zurückzuführen ist.
Der Streit im Ruhrrevier.*)
Eine kritische Betrachtung
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Es sei vergönnt noch einige weitere Ausblicke zu geben. Jetzt, wo allgemeiner Kohlenmangel herrscht, wo die Preise erhöht werden und die Kohlen dabet noch schlechter geliefert werden die Hüttenwerke den Betrieb einstellen müssen, sind die Gesellschaften gezwungen, englische Kohlen aufzukaufen. Der Preis der T steigt bereits um 1 sh. Da die Engländer nicht aus rein humanen Geweggründen liefern, sie auch einen etwes faufmännischen Blick haben, werden sie bei Lieferung längere Abschlüsse auf oder 1/2 Jahr zu einem erhöhten Preis eingehen. Daß der Engländer diesen Streif im Geiheimen unterstützt, wird man sehr begreiflich finden, denn der dadurch unvermeidliche Rückgang unserer blühenden Industrie ist ihm ja ein willkommenes Hilfsmittel die eigene zu heben daß man aber im eigenen Lande allenthalben Sammlungen veranstaltet, beruht mir auf einer völligen Verkennung der Sachlage.
von R. Goebel, Dipl.- Berg- Ingenieur zu Gießen. Gehen wir nun auf das Wesen des sog. Wagennullens näher ein. Es sei zuerst diese Einrichtung erklärt. Ist ein geförderter Wagen entweder nicht voll gefüllt oder ist ez unrein, d. h., hat er tonige oder schiefrige Beimengungen, die beim Einschippen der Kohle unter Tag nicht ausgehalten wurden, so wird dieser Wagen, diese im Innern des Wagens hängende Nummer, die Nummer der Kameradschaft nicht gerechnet. Letztere besteht oft aus 10 Mann und mehr. Wer von diesen soll nun den Wagen gefördert haben? Eine Geldstrafe, die einen Mann treffen würde, der auf seine eigene Nummer fördert, würde ungefähr 0,50-1,00 Mt. betragen. Nun wird aber ein solcher genullter Wagen dort nicht zu Gunsten der Zechenverwaltung verrechnet, sondern diese Kohlen werden für eine angemessene Summe für die Arbeiterversicherungskassen gebucht und gehen somit für die Grube Es wird also durch diese durchaus milde Beverloren. strafung, die pro gerulten Wagen nur 15-18 Pfg. beträgt, ein Druck zur Förderung reiner Kohle ausgeübt. Was würde auch geschehen, wenn der Wagen nach Gewicht bezahlt würde? Es würden nur große Kohlenstücke eingeladen werden, die bedeutend weniger Mühe des Verladens machen, und der Kohlengrus in der Grube bleiben. Dieser gibt bann die Veranlassung zur Selbstentzündung der Kohle zu großen Grubenbränden. Merkwürdigerweise hat man nach einem Versuch, Bergarbeiter als Kontrolbeamte anzustellen, die das Nullen der Wagen besorgen sollten, einen bedeutend höheren Prozentsaz genullter Wagen bemerkt, ein Umstand der sich aus der Ueberlegung ergibt, daß Arbeiter als Aufsichtsbeamte viel genauer die angewandten Triks bei Verladung eines Wagens fennt oder daß die Arbeiter aus dem Grunde, weil einer ihrer Kameraden als Kontrolbeamter angestellt war, die Wagen schlechter und unreiner zu verladen suchten; außerdem zeigt diese Tatsache, daß ein Arbeiter auf einen Aufsichtsposten berufen, sofort seine früheren fozialdemokratischen Ideen modifiziert und sich mit der Verwaltung folidarisch erklärt.
Von einem Wilderer erschossen wurde der Förster Michalet zu Bempowo bei Lissa. Auf seinem Kontrollgang sah er sich plötzlich einem Wilderer gegenüber, der das Gewehr sofort auf ihn anlegte. Blitzschnell riß auch Michalek sein Gewehr an die Schulter. Die Schüsse knallten gleichzeitig und beide, Förster und Wilderer, sanken getroffen zur Erde. Michalek war so schwer verwundet, daß er wenige Stunden später starb. Auch der Wilderer erlitt so schwere Verlegungen, daß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. In jenen Wäldern wird die Wilddieberei schon seit Jahren stark betrieben, und die Forstbeamten schweben stets in Lebensgefahr. Auch Michalek hatte bereits vor mehreren Jahren mit Wilderern in seinem Revier einen blutigen Zusammenstoß. Er selbst blieb underwundet, aber ein Wilderer wurde von ihm erschossen und ein anderer schwer verletzt.
Ein Drama der Not ereignete sich in Wien. Dort erdrosselte der 35jährige Tapezierermeister Franz Bohr im Laufe der Nacht seine Gattin und erhängte sich dann selbst in der Morgenfrühe. Bohr war trotz aller Arbeitsamkeit und geschäftlichen Tüchtigkeit vollkommen ruiniert.
Bom Bräutigam ermordet und beraubt. Eine furchtbare Mordtat wurde bei Szegedin entdeckt. Beim Eishacken auf der Theiß zogen Arbeiter den schrecklich verstümmelten, in einem Sacke verwahrten Leichnam eines jungen Mädchen? aus den Fluten. In der Ermordeten wurde die Tochter eines Defonomen namens Anna Parbl erkannt, die vor einiger Zeit verschwand. Die Parbl, die in dem Hause ihrer fünftigen Schwiegermutter wohnte, hatte im Hinblicke auf ihre bevorstehende Trauung 26 000 kronen, die ihre Mitgift bildeten, aus der Sparkasse geholt, und daraufhin faßten Bräutigam und Mutter den gemeinsamen Entschluß, das Mädchen vor der Hochzeit zu ermorden und sich in den Besitz ihres Geldes zu setzen.
(:) Geraubte Juwelen. Auf der Fahrt von Turin nach Neapel wurden die der Marchesa Bitall schi gehörigen Koffer ausgeplündert. Juwelen im Werte von 35 000 Lire fielen den Räubern in die Hände. Die Marchesa will die Eisenbahn- Gesellschaft auf Schadenersatz verklagen.
† Adolf von Menzel erkrankt. Exzellenz Menzel ist von einer großen Schwäche befallen. Bei dem alten Herrn hat sich eine Schlafsucht eingestellt, die Schlimmes befürchten läßt.
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Hier zeigt sich wieder der deutsche Michel, der bei jeder Dummheit, die er macht, sofort tüchtig hereinfällt. Das Kapital geht in das Ausland und die Moment total vergessen. Dem Deutschen geht bei frühere Heze gegen England ist im entscheidenden jeder plötzlichen Aufwallung der kaufmännische Blick berloren. Schließen wir alle Kreise der Betrachtung, so wird bei größeren Ausgaben für Brennmaterial nicht mehr mit der früheren Bilanz gearbeitet werden können und der Arbeiter hat sich in's eigene Fleisch geschnitten, da die Löhne herabgesetzt werden müssen, um überhaupt den Betrieb aufrecht zuerhalten. Außerdem ist gerade den Zechen, die im vorigen Jahre den Betrieb einstellen wollten, Grund genug gegeben, die Bechen stillzulegen. Es ist aber der Zeitpunkt des Strettes sehr schlecht gewählt, dies ergibt sich ja auch aus der Zahl dec Arbeitswilligen, die bet jedem Tag wächst und zur Vernunft zurückkehrt. Wir können von ganzen Herzen nur hoffen, daß dieser Streik, der seine das tiefste fühlbar macht, möglichst bald beigelegt und Folgen bei uns das Haus des geringen Mannes auf ein gedeihliches Zusammenarbeiten angebahnt werde.
Mögen diese nur auf Tatsachen beruhenden, von jeden Fraktionsvorurteilen freien Zeilen dazu beitragen, dem Leien eine fachmännische Aufklärung zu geben. Denn daß allgemein die öffentliche Meinung auf Setten der Bergarbeiter steht, ist nicht zu verwundern, da dieser Beruf als einer der schwersten gilt und ihm mit Recht allseitig die Sympathien und ein gewisses Mitleid entgegengebracht wird. Aber dies darf nicht dazu hinreißen lassen, den praktischen Blick zu verdunkeln und Forderungen zu unterstüßen, die sich mit dem öffentlichen Wohl nicht im Einklang bringen lassen.
Hinsichtlich der Forderung der Belegschaft der Zeche Bruchstraße, die den Streif in erster Linie verursachte, nämlich die Einfahrts- und Ausfahrtszeit mit in die Arbeitszeit einzurechnen, ist insofern unklug, da die Arbeiter ja nur eine Arbeitszeit von 6 Stunden haben. also auch eine Lohneinbusse von 10-12 pet. mit in den Kauf nehmen müssen. Allerdings müssen dann mehr Leute angelegt werden. Diese Verlängerung der Seilfahrt auf Beche Bruchstraße ist aber nur deshalb gemacht worden, damit diese Grube, die seit Jahrzehnten nicht rentiert, durch eine stärkere Belegung des Schachtes - was die Verlängerung der Seilfahrt bedingte, zu einer wenn auch nur wenig ertragsfähigen zu machen. Außerdem ist bei dieser Sache gesezmäßig vorgegangen worden. Wohl aber hat die Belegschaft dieser Zeche Kontraktbruch begangen, indem sie in den Streif eintrat, sodaß der Bergwerksbesitzer nicht mehr vor dem Gewerbegericht mit Leuten, die Gesetz und Ordnung mit Füßen treten, berhandeln wollte. Da die Belegschaft 3 Tage gefeiert hatte, war der Arbeitervertragvon ihrer Seite aufgelöst und sie hatten sich ihres Rechtes begeben. Daraufhin trat der Streif explosionsartig aus, obwohl die Führer vor einem Generalstreik warnten. Wäre allerdings von Seiten der Zeche so vorgegangen worden, daß die Arbeitsaufnahme verlangt wurde und eine *) Wir bringen diesen Artikel nur der darin enthaltenen tech
nischen Ausführungen regen.
Lokales.
9. Februar 1905.
Es sei aber je führung des We hohen mit der Sloffen ist. k Die Stu branstalten am 1 Baares zu Lich es Inf. Regts. Fadel zu g. RB Nach de Stadt Stadtam weg und Rein
*** In der 34. Sizung der zweiten Kammer am Schmitt auch auf firchenpolitische Fragen zu sprechen. Dienstag fam der Zentrums- Abgeordnete Dr. Er bedauerte, daß die beiden großen Konfeffionen, die 95 pt. ausmachten, sich so bitter bekämpften und rtet der Regierung dringend, ste soll auch den Anschein bermeiden, als ob sie mit diesen Hezerein einverstanden sei und vor allem dazu beitragen, daß die Amts. blätter derartige Heßereien unterlassen. Er werde hierfür bei Gelegenheit der Beratung des Antrages über das Kreisblattwesen entsprechendes Material betbringen. Hier wird der Redner durch dem Nuf des Abgeordneten Köhler:„ Gießener Anzeiger" unterb ochen. dieser Zwischenruf nun auch keineswegs besagt, daß die von dem Abg. Schmitt gegeißelte konfessionelle
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