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besondere ist er ein lebhafter Befürworter eines weitverzweig­ten, feingliederigen Kanalnetzes. Dabei vertritt er seinen Standpunkt ohne allen Fanatismus, ohne alle Polemik und darin liegt das Geheimnis seiner großen Volkstümlich­feit.

Schon in seinem äußeren Auftreten gibt sich seine Lebens­auffassung zu erkennen. Er sucht die Berührung mit allen Schichten der Bevölkerung und stimmt seinen Verkehr nicht auf die repräsentative Seite. Er lebt und empfindet mit den Kreisen, unter denen er sich bewegt, ohne den Abstand der Lebensstellung fenntlich und bemerkbar zu machen.

In seiner modernen Auffassung hat er eine gewisse Ver­wandtschaft mit dem Kaiser und ist doch so grundverschieden von ihm, weil der Kaiser mehr der Repräsentation zuneigt, während Prinz Ludwig troß seiner hohen Auffassung von dem Glanze und der Bedeutung der Monarchie sich in der Rolle des Harun al Raschid gefällt, der sich unter das Volk mischt und seinem Pulsschlag lauscht.

Den Stempel seiner Persönlichkeit hat er auch seiner Familie aufgedrückt, die ein Muster von schlichter Lebens­haltung und strenger Pflichterfüllung ist. In glücklicher The mit einer Prinzessin von Toskana vermählt, ist er Vater bon 13 Kindern geworden, von denen zehn noch am Leben und ein Sohn und zwei Töchter bereits verheiratet sind. So steht er vor dem Volke als ein Muster von Schlichtheit und strengem Ernst und zugleich warmherzigem Empfinden als fünftiger König dennoch das Urbild eines ehrenfesten Staatsbürgers.

Amerikanische Wahlwetten.

Newyork, 28. Dezember.

ste dem wehrlos gemachten Schmied mit furchtbarster Strafe, wenn er nicht sage, wo das übrige Geld sei. Als der Schmied dabei blieb, daß weiteres Geld nicht vorhanden sei, machten die Unmenschen ihre Drohung wahr. Sie legten den Aermsten nackt auf die glühenden Kohlen der Schmiedeesse und ließen ihn so zu Tode rösten, während sie selbst sich an den vorhandenen Weinvorräten gütlich taten.

Schiffsunfälle werden infolge dauernden Sturmes in betrübend großer Anzahl gemeldet. In der Nord- und Ost, see und im Kanal sind viele Unfälle zu beklagen. Es sind dort viele Schiffstrimmer gesichtet, und auch Leichen sind aufgefischt worden. Der Londoner Dampfer Barrington", der am 28. Dezember aus dem Tyne nach Rotterdam ab. ging, ist verschollen. Eine von Fischern aufgefundene Schiffsplanke mit dem Namen des Schiffes läßt den Unter­gang befürchten. Im Großen Belt ist das Schiff Nord­Stern" auf der Fahrt von Dänemark nach Stettin gestrandet. Auf dem Clyde sticßen die Dampfer Stromboli" und ,, Kathleen" zusammen. Kathleen" fank in zwei Minuten und zog den Stromboli" mit sich in die Tiefe. Die Schiffe liegen so, daß sie den Strom für die Schiffahrt gefährlich machen. Mehrere Dampfer sind auf die Wracks gelaufen und konnten teils nur mit Mühe, teils gar nicht flott ge­macht werden.

Wenn der Amerikaner nicht wetten kann, ist er nicht glücklich. Wo nur irgend ein sensationelles Ereignis bevor­steht, wettet er auf den Ausgang, die Extravaganz dieser Wetten ist beweiskräftig für das Vorhandensein des amerika­nischen Spleens. Jetzt werden die Wetten ausgetragen, die anläßlich der lezten Präsidentenwahlen abgeschlossen wur­den, und es stellt sich heraus, zu welchen wunderlichen Be­stimmungen das große Ereignis die Wettlustigen veranlaßt hatte.

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Schiffstrummer von neuem aufgerunden worden, und man soll sogar einige alte Kanonen gehoben haben. Ob die Ar­beiten hinsichtlich der ursprünglichen Gold- und Silberfracht von besserem Erfolg sein werden als die früheren, ist natür­lich sehr zu bezweifeln. Jedenfalls ist der dabei benutzte Apparat der Beachtung wert, denn das Hydroskop dürfte namentlich fir wissenschaftliche Zwecke einen beträchtlichen Nuzen haben. Es gleicht einen umgekehrt ins Meer ge­stiilpten Fernrohr, dessen, oberer Teil auf dem Meer schwimmt. Das jetzt in der Bucht von Vigo benutzte Instru ment reicht 50 Meter weit in die Tiefe und besteht im un­teren Teil aus einem System von 12 sorgfältig in einem Nahmen eingeschlossenen Linsen. Durch einige dieser Lin­sen treten die Strafen elektrischer Glühlampen aus, um den Meeresgrund bis auf einen gerissen durch den Grad der Durchsichtigkeit des Wassers bestimmten Abstand zu er­leuchten.

Das Testament einer Mördertn. Die des Mordes an dem Armenvorsteher Sitora in Wien geständige Franzi Klein hat an eine ihr nahestehende Persönlichkeit einen Brief gerichtet, der einen interessanten Einblick in das Seelenleben der Mörderin gewährt. Sie drückt in dem Brief ihre Freude aus, daß sie vor ihrem Tode noch das Glaubensbekenntnis ablegen, beichten und kommunizieren dürfe. Sie werde, versöhnt mit Gott, von der Welt scheiden, Haß und Liebe seien es gewesen, die sie ins Verderben ge­stürzt hätten. Dann bittet sie die Aoresfatin dringend, ihrer Tochter eine Photographie, einen Brillantring und einen Doppelgulden, die sich unter ihrem Nachlaß befänden, als letztes Vermächtnis zu überbringen. Wörtlich schreibt sie: Wenn das Kind einst größer sein wird, werden die Menschen zu ihm sagen: deine Mutter hat gemordet aus Liebe zu einem Manne( demt mitangeklagten Fabrikanten Klein. D. Red.) und ist dann gehenkt worden."

Zahllose Schnurrbartträger haben, gemäß den Bestim­mungen der Wette, als Verlierer ihre Gesichtszierde ab- oder in lächerlichster Weise verschneiden müssen. Andere, die sonst nur im elegantesten Dreß gehen, mußten sich als Kell­ner, Steinträger, Straßenkehrer, ja sogar Schornsteinfeger verkleiden und als solche einen Tag Dienst fun. Andere Wetten zwangen den Verlierer, den glücklichen Gewinner in einem Kinderwagen durch die Stadt zu fahren, ihm öffentlich die Schuhe zu pugen oder auch ihn auf dem Rücken durch die Straßen zu tragen. Alle Tage kann man jetzt zahllosen solcher grotesken Aufzüge beiwohner. Die angesehensten Leute müssen sich in dieser Weise lächerlich machen, zum Gaudium des süßen Pöbels, dem das Schauspiel natürlich Hochgenuß ist. Ein unglücklicher Verlierer mußte ein Schein­begräbnis mit sich vornehmen lassen, ein anderer war ver­urteilt, in Hemdsärmeln und mit einem eleganten Damen­hut durch die Stadt zu marschieren. Daß auch das weib­liche Geschlecht kräftig gewettet hatte, ist selbstverständlich. Zahlreiche Newyorker Schönen ließen sich als Gewinnerinnen das durch die Stadt fahren, während andere als Verlierer ihre Wettgegner öffentlich abküssen mußten.

Der Landwirt.

In einer Beschreibung der jetzigen Versuche findet sich die Angabe, daß die Sehschärfe des Hydrosfeps 1600 Meter in die Tiefe reiche, aber an dieser Zahl ist auf jeden Fall eine Null zu viel, vielleicht sogar zwei. Die anderen Linsen dienen dazu, den von dem elektrischen Licht erhellten Raum von oben her zu betrachten. Der Beobachter befindet sich auf dem oberen Teil des Hydroskops in einer Art von Dunkel­kammer, von der aus er dura) einen Spiegel nach unten sieht. Das Linsensystem ist noch durch eine größere Zahl von starken gebogenen Eisenstäben gegen Beschädigung ge­sichert. Abgesehen von den phantastischen Plänen, die man mit diesem Apparat zur Zeit verfolgt, könnte das Hydroskop wohl eine praktische Verwendung finden, beispielsweise zur Leitung von Taucherarbeiten, außerdem könnte es der Wis­senschaft eine günstige Gelegenheit zum genaueren Studium des Meeresbodens vermitteln. Dr. E. Th.

Ein ärztlicher Barnum. Paris, 6. Januar.

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Herr Doktor Doyen, den die medizinische Fakultät von Paris zu ihren Jüngern zu zählen die Ehre hat, ist ein tüchtiger Arzt, zweifellos, er will aber auch ein berühmter Arzt, sogar eine allererste Weltberühmtheit werden. Die Mittel, deren er sich zu diesem Zweck bedient, finden nicht immer den Beifall seiner Kollegen, die ihm Reklamesucht vorwerfen und mit der übrigen Menschheit darin überein­stimmen, daß Herr Doktor Doyen den unbestreitbaren An­spruch hat, als ärztlicher Barnum zu gelten. Herr Doktor Doyen protestiert zwar des öfteren in Wort und Schrift sehr heftig und entschieden gegen diese Titulatur, aber wenn man sein öffentliches Auftreten objektiver Kritik unterzieht, wird man sie doch nicht ganz unberechtigt finden.

mr Elektrisches Gemüse und Blumen. Die königliche Ge­sellschaft für Gartenbau in London projektiert den Bau eines botanischen Laboratoriums in den neuen Gärten von Wisely, das dazu dienen soll, die Pflanzenkultur unter der Wirkung des elektrischen Lichtes zu studieren. Man hofft, auf diesem Wege, trotz des angeblich düsteren englischen Klimas, die schönsten Blumen und Bilder zu erzielen. Hervé Mangon hat neben anderen nachgewiesen, daß die elektrischen Strahlen die Bildung des Chlorophylls und der Farbstoffe der Blätter fördert und daß die Pflanzen sich, wie allerdings lange vor­her bekannt, der elektrischen Lampe zuwenden, ebenso wie sonst dem Sonnenlicht. Bekannt sind die Erfolge, die Sir William Siemens bereits in den Jahren 1879-80 in Tun­bridge Wells durch Anwendung elektrischer Lampen während der Nacht, als Ergänzung des täglichen Sonnenlichtes, im Freien an Rosen, Melonen, Gurken, Trauben erzielt hat. Er hat also die Sonnenstrahlen, die seit unzähligen Jahr­millionen in den Kohlenpflanzen aufgespeichert wasen, dazu benüßt, um von neuem Früchte und Blumen hervorzubringen. Bu Siemens Zeiten war die Elektrizität noch teuer. Außer­dem waren die erzielten Pflanzen zwar groß und üppig, aber leicht und geringwertig. Daher glaubte man, daß das begetative Leben durch die aufreizende künstliche Triebkraft rasch sich erschöpfen würde. Der amerikanische Professor Bailey von der Universität Cornell in Ithaca aber hat die Siemensschen Experimente wieder aufgenommen, sie auf Rettiche, Spinat, Bohnen, Endivien und anderes Gemüse ausgedehnt und gefunden, daß man das Wachs.um der Pflanzen beschleunigen kann, ohne daß sie unter dem Mangel an Nachtruhe und dem Uebermaß an Licht leiden. Wir wer= den also bald elektrische Blumen bewundern, elektrisches Ge­müse essen können.

Auf ganz raffinierte Weise mußte ein sehr beleibter Herr feine Vorliebe für den durchgefallenen Kandidaten büßen. Die Wettbestimmungen verdammten ihn dazu, eine Nuß nur mittels eines Zahnstochers einen kleinen Berg hinauszu­rollen, ohne aber die Nuß auch nur ein einziges Mal mit den Fingern zu berühren. Von einer dichten Schar schaden­froher Zuschauer machte sich der Wermste an das Werk, gegen das die Arbeit des seligen Sisyphus ein Kinderspiel sein mußte. Fünfzehn Stunden brauchte er für das Kunststück, halb tot und gleichzeitig halb verrückt mar er, als er es end­lich zuwege gebracht hatte. Er verschwor sich, nie wieder eine Wette einzugehen, worauf sofort zwei andere eine solche darauf abschlossen, ob dieser löbliche Vorsaz noch innerhalb dieses Jahres dem Aermsten ein Pflasterstein auf dem Wege zur Hölle werde oder nicht. Hoffen wir, daß der Vielgeprüfte sich standhaft erweist.

Nab und Fern.

Tagelang verschüttet. In der Saarauer Grube in Schlesien wurden fünf Bergarbeiter verschüttet. Sofort wurden die Rettungsarbeiten aufgenommen und unter vielen Mühen gelang es, nach Tagen bis zu einem der Verschütteten vorzudringen. Er wurde zunächst durch Speise und Trank erquickt. Nur mit großer Vorsicht konnte er be­freit werden, da die Erdmassen fortwährend nachrutschten.

Bilses Villa. Der ehemalige Leutnant Bilse, der Ver­fasser der Kleinen Garnison", hat die von ihm seinerzeit gekaufte Villa in Lichterfelde wieder räumen müssen, da er nicht in der Lage war, die vereinbarten Abzahlungen auf den 100 000 Marf betragenden Kaufpreis einzuhalten. Mit dem Gelde, das er mit seinem Buche verdient hat, scheint er demnach glücklich wieder zu Ende zu sein.

Ein Pistolenduell mit tragischem Ausgange fand, wie kurz gemeldet wurde, im Juditter Walde bei Königsberg statt. Einer der Duellanten wurde getötet. Es ist der Baron Julius v. Delsen auf Rockenhof in Livland. Er war mit einem Fräulein v. Sch., die ihm über 10 Mill. Rubel in die Ehe brachte, verheiratet. Frau v. Delsen war hochgradig nervös. Eines Tages machte sie ihm die Mitteilung, sie stehe in Beziehungen zu ihrem Gutsnachbarn, einem Herrn b. D. So kam es zu der Forderung, die dann in Juditten ausgetragen wurde. Gleich im ersten Gange erhielt Baron b. De. einen Schuß in die Leber, an dessen Folgen er in der Klinik starb.

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Vor vier Jahren etwa leistete er sich die erste sensatio­nelle Reklame, und zwar anläßlich einer Operation, die er an den bekannten zusammengewachsenen siamesischen Zwil­lingen, Radika und Vodika, vornahm. Durch die Opera­tion sollten die Zwillinge von einander getrennt werden. War schon diese eigenartige Operation geeignet, den Namen des Operateurs in aller Mund zu bringen, so tat doch Doktor Doyen noch ein übriges, sich bei dieser Gelegenheit der Mit­welt bekannt zu machen. Er lud zu der Operation fast die gesamte Pariser vornehme Gesellschaft als Zuschauer ein, als ob es sich um eine Theateraufführung handle. Die Damen und Herren erschienen denn auch in großer Toilette und klatschten dem Doktor bei seiner Operation reichlich Bei­fall. Di eOperation selbst aber ließ Herr Doktor Doyen durch einen Kinematographen aufnehmen, der ihn in 600 sukzessiven Stellungen firierte, angeblich im Interesse der Wissenschaft. Mehrere Firmen bemächtigten sich der Auf­nahme, stellten Herrn Doktor Doyen in seiner operativen Tätigkeit gegen Entree öffentlich zur Schau und machten damit glänzende Geschäfte.

§ Ein Hund als Zenge. In einer Strafsache, die dieser Tage vor dem Berliner Landgericht verhandelt wurde, war u. a. auch... ein Hund als Zeuge geladen. Angeklagt war ein Arbeiter, der beschuldigt wurde, den fraglichen Hund seinerzeit gestohlen zu haben. Da der Hund zu Rekogni­tionszwecken erforderlich war, so mußte er auf der Zeugen­bank erscheinen und wurde auch in der Zeugenliquidation bermerkt, da er, bezw. sein Herr, Zeugengebühr für Zeitver­säumnis und Transport zu beanspruchen hatte. Der Ange­flagte behauptete, den Hund herrenlos aufgegriffen zu haben, und da das nicht widerlegt werden konnte, so wurde die Anklage wegen Diebstahls fallen gelassen und der An­geklagte wegen undunterschlaging zu zwei Wochen Gefäng­nis verurteilt.

A Die Opfer von Monte Carlo. Das Elend, das die Spielwut in Monte Carlo über Hunderte von Existenzen heraufbeschwört, wird am besten durch die Tatsache illustriert, daß die Nizzaer Asyle gegenwärtig von Ausländern, die in den Spielfälen ausgeplündert worden sind, überfüllt sind. Unter den Asylisten befinden sich Professoren, Lehrer, Stu­denten, Geistliche, Sänger usw. Auch ein russischer Fürst, der in der Spielhölle sein ganzes großes Vermögen ver­Toren hat, hat jetzt das Asyl in Anspruch nehmen müssen.

Zu Tode gefoltert. In entseglicher Weise wurde jüngst in Aniroga in Spanien ein Schmied von Räubern zu Tode gefoltert. Die Banditen waren in das Haus eingedrungen, um sich einer größeren Summe, die sie dort vermuteten, bemächtigen. Da sie jedoch nur wenia Geld fanden, drohten

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Zum zweitenmal rührte er mächtig die Reklametrommel, als es ihm angeblich gelungen war, ein Krebsserum zu ent­decken. Im Fluge wurde die Nachricht durch die Welt ge­tragen. Ein amerikanischer Millionär kam ertra mit seiner frebeleidenden Gattin nach Paris, um lettere von Doktor Doyen behandeln zu lassen. Leider hatte die Kur nicht nur nicht den gewünschten Erfolg, sondern die Patientin starb dabei. Nach Behauptung des Amerikaners sogar daran. Der Dollarfürst verklagte infolgedessen den Arzt auf Heraus­gabe des pränumerando gezahlten Honorars von rund einer halben Million Francs Schadenersatz. Der Prozeß schwebt noch, während die Fachleute an der Arbeit sind, den Wert oder Unwert des entdeckten Serums wissenschaftlich zu unter­suchen. Herr Doktor Doyen aber hatte, was er wollte Reklame!

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Nun hat er wieder einmal das dringende Bedürfnis empfunden, sich der Mitwelt in Erinnerung zu bringen. Das Mittel dazu war ein Prozeß, den er gegen die obenerwähn­ten Firmen anstrengte, die die kinematographische Aufnahme der von ihm an den siamesischen Zwillingen vorgenommenen Operation vertrieben. Er verlangt von den Firmen vier an der Zahl die Kleinigkeit von 800 000 Francs mit der Begründung, daß jene öffentliche Zurschaustellung seinem ärztlichen Ansehen geschadet habe. Diese Minderung seines Ansehens sollen ihm die Beklagten mit 800 000 Frcs. bezahlen. Man sieht, Herr Doktor Doyen ist, wie sein großes Vorbild Barnum, ein äußerst tüchtiger Geschäftsmann. Der Ausgang des Geschäftes ist zwar sehr fraglich; der Umstand, daß er selbst die kinematographische Aufnahme veranlaßt hat, daß er ferner über vier Jahre brauchte, um die Minde­rung seines ärztlichen Ansehens zu konstatieren, dürfte den Richtern über Herrn Doktor Doyen und seine eigene Schuld an der Verunglimpfung seiner ärztlichen Ehre zu denken geben. Jedenfalls aber macht der Prozeß Herrn Doktor Doyen wieder einmal zum Mittelpunkt einer Sensation, und das dürfte wohl der Hauptzweck sein, den der Reklame­jeld bei der Sache verfolgte.

Im Jahre 1702 wurde die berühmte spanische Silber­flotte auf der Rückkehr von Amerika mit einer Ladung von rohem Gold und Silber durch eine englisch- holländische Flotte in den Grund gebohrt, als sie die Meeresbucht von Vigo erreicht hatte. Die dort auf dem Meresboden nieder­gegangenen ungeheueren Schäße wurden schließlich mit einem Sagenkreis umwoben. Nach mehr als Jahrhunderten aber, im Jahr 1867, bildete sich eine Gesellschaft, die an die Hebung dieser Reichtümer ein beträchtliches Kapital zu men­den geneigt war. Das Mittel dazu wurde in den sinnreichen Erfindungen gesehen, die von dem französischen Ingenieur Bazin zu diesem Zweck gemacht worden waren. Wirklich wurden die Trümmer der berühmten Gallionen gefunden, mit der Saugpumpe Bazins gelang es auch, sie von den Sandmassen, die sich darüber gelagert hatten, zu befreien und eine Anzahl merkwürdiger Gegenstände an das Tages­licht zu befördern. Ban den Edelmetallen, die auf dem Schiff verfrachtet gewesen waren, fand man aber nur noch Spuren. Es schien, daß das Meereswasser das Gold und das Silber in der langen Zeit aufgelöst hatte. Verschie­dene Gegenstände fanden sich mit einer schwachen Gold- und Silberschicht überzogen, die aber feinen besonderen Metall­mert mehr besaß, so daß die Schotgräbergesellschaft ihr Spiel berloren geben mußte. Jetzt ist man mit dem Hydroskop des italienischen Ingenieurs Pino in der Bucht van Vigo wieder an der Arbeit.

Nach den bisherigen Nachrichten sind auch wirklich die

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[ Der Geestemünder Hochseefischereimarkt,] der größte des europäischen Kontinents, hat sich auch im Jahre 1904 weiter entwickelt. Es wurden in der Auktionshalle 51 179 783 Pfund Fische im Werte von 5 300 857 Mark bersteigert gegen 50 422 431 Pfund im Werte von 5 100 273 Mark im Jahre 1903. Die Zufuhr ist also um 757 351 Pfund und der Erlös um 200 644 Mart gestiegen. Die Entwickelung wäre eine größere gewesen, wenn nicht der lange heiße Sommer hemmend gewirkt hätte.

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[ Eine 4 Millionenmarkspende.] Der Lord Mount Stephen hat in London die Summe von 4 Millionen zur Unterstützung öffentlicher wohltätiger Krankenhäuser ge­spendet. Der Lord, der im 76. Lebensjahr steht und aänz­

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