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Livland wurde der Kriegszustand verhängt.

Mit seinem Widerspruch gegen das allgemeine Wahlrecht 1st Graf Witte der Unterstützung des Semstwo- Kongesses ver­luftig gegangen. Wenn nach dem Willen Durnowos die Re­gierung wirklich bis auf den Standpunkt des August- Mani­sestes zurückkehren wollte, das den Absolutismus grundsätzlich beibehielt, dann wäre ein allgemeiner Ausbruch kaum ferner nufzuhalten.

Neue Megeleien.

In der Provinz geht das Blutvergießen weiter. Be­sonders in Odessa und in Kiew nimmt die Pöbelherrschaft schreckliche Dimensionen an. Tausende von Menschen sollen bort wieder von den Schwarzen Hundert" abgeschlachtet sein. Auch in Moskau, Nicolajem und anderen Dcten sollen entsetzliche Zustände herrschen. Das elektrische Licht, sowie bie Gas- und Wasserarbeiten sind abgeschnitten.

Städte und Gegenden stehen vor der Hungersnot.

Politifche Rundschau.

Deutfches Reich.

Ganze

* In der Feronrede zur Eröffnung des Reichstags war die Rede davon, daß neben dem Gesetzentwurf über die Rechts= fähigkeit gewerblicher Berufsvereine wahrscheinlich noch mehrere andere Gesetzentwürfe auf dem Gebiete sozialer Auf­gaben den Reichstag beschäftigen werden. Wie verlautet, soll es sich um die Umgestaltung der Schiedsgerichte für Ar­beiterversicherung, ferner um einige die Unfallversicherung be­treffende Vorlagen und schließlich um den Schutz der Heim­arbeiter in der Zigarrenindustrie handeln.

* Der Präsident des Komitees für die Annäherung zwischen Deutschland und England, Lord Avebury, teilte Kaiser Wilhelm telegraphisch mit, in London sei ein sehr er­folgreiches und eindrucksvolles Meeting abgehalten worden, um die Freundschaft zwischen dem deutschen und englischen Volfe zu fördern. Reichskanzler Bülow antwortete telegra­phisch, er sei vom Kaiser ermächtigt worden, Lord Avebury und allen denen, die seine freundwilligen Gefühle teilen, des Kaisers aufrichtigsten Dank zu übermitteln.

* Die kürzlich durch das preußische Eisenbahnministerium verbotene Einfuhr dänischer Milch nach Deutschland wird wieder gestatiet. Nach amtlicher Mitteilung der Verwaltung der dänischen Staatsbahnen hat das preußische Eisenbahn­ministerium das Verbot der Verwendung von Milch- Spezial­wagen für die Einfuhr dänischer Milch nach Deutschland wieder aufgehoben.

Deer und flotte.

Neu- Uniformierung des deutschen Heeres. Die grau­grünen Uniformen, die probeweise seit längerer Zeit von Offizieren und Mannschaften getragen werden, sollen für das ganze Heer eingeführt werden, wie von fachmännischer Seite versichert wird. Bestätigt sich die Behauptung, so wird die Beschaffung wahrscheinlich zunächst für den Felddienst teil­weise schon im nächsten Jahre durchgeführt werden, während man für den übrigen Dienst die bisherige BeSung bei­Die behält, solange die angeschafften Vorräte reichen. Artillerie soll gleichfalls die neue Farbe erhalten, während über die Tracht der Kavallerie usw. noch keine Entscheidung getroffen wurde.

* Der preußische Landeseisenbahnrat hat abermals über die Reform der deutschen Eisenbahnpersonen- und Ge­päcktarife beraten. Den Grundzügen der vorgeschlagenen Reform wurde von keiner Seite widersprochen. Die Mehrheit der Körperschaften hat dabei empfohlen, wegen Ermäßigung der Fracht für kleinere Gepäckstücke bis zum Gewicht von 25 kg mit den übrigen Staatsbahnverwaltungen in erneute Ver­handlungen einzutreten.

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Aus den Darlamenten.

Bairischer Landtag. Die Kammer der Abgeordneten hat durch einstimmigen Beschluß 600 000 Mart als erste Rate für die Erweiterung der Universität München bewilligt.

* Sehr unerfreuliche Erscheinungen zeitigt die anhaltende Fleischteuerung. So beschloß eine Versammlung der Vor­stände und Obermeister des rheinisch- westfälischen Bezirks des deutschen Fleischerverbandes eine weitere Erhöhung der Fleisch­preise, da sich die Verkaufspreise mehr als bisher noch nach den Einkaufspreisen richten müßten. Der Andrang zu den Verkaufsständen für minderwertiges Fleisch in Berlin ist so groß, daß jezt eine besondere Wartehalle für das Publikum mit einem Kostenaufwand von 19 000 Mark errichtet werden soll. Die Stadtverordnetenversammlung in Charlottenburg ersuchte den Magistrat um eine Teuerungszulage für alle städtischen Arbeiter und Beamten, die weniger als 3000 Marf Gehalt beziehen.

Oefterreich- Ungarn.

( 3. Sigung.)

Preußischer Landtag.

Herrenhaus.

RK. Berlin, 7. Dezember. Es war nur eine kleine Gesellschaft, die heute der Rede des Ministers v. Bethmann- Hollweg über die Aus­bildung der Regierungsreferendare lauschte. Der Minister, der während des Sprechens dauernd auf und ab­geht, legte die Notwendigkeit des Gesezentwurfs dar. Während dieser selbst fast ganz dem im Jahre 1903 unter den Tisch gefallenen Entwurf entspricht, gab Herr v. Bethmann- Holl­weg ihm dadurch einen weiteren Hintergrund, daß er als Folge davon ein gründliche Reform des Prüfung s= wesens anfündigte. Von den Rednern des Hauses wurden einige Einwände vorgebracht, zumal dagegen, daß nicht auch das juristische Studium schon in die Reformen einge= schlossen ist, doch einigte man sich, näheres in einer Diskussion zu besprechen. Damit war die Sitzung des Plenums be­endet, das nun wieder erst um 20. den Januar zusammentreten wird.

** Durch einen Vergleich wurden die Mishelligkeiten im Budapester Zeitungswesen beigelegt. Der Ausgleich bestimmt, daß die Setzer ihre Tätigkeit bei Herstellung der Blätter wieder aufnehmen, während die Redaktionen ihre Ueberzeugung ungehindert zum Ausdruck bringen, aber im Kampfe der Arbeiter um ihre politischen Rechte sich loyal verhalten werden. Gegen drei Blätter, bei denen kein Ausgleich zustande kam, wird die Ausstandsbewegung fort­gesetzt. Die Demonstrationen für das allgemeine Wahlrecht bauern fort.

Frankreich.

** Das Gesetz über die Trennung von Staat und Kirche ist jetzt auch im Senat mit 179 gegen 103 Stimmen angenommen worden. Das Gesez tritt am 1. Januar 1906 in Kraft. Die Radikalen beabsichtigen, durch zahlreiche Ver­sammlungen die Bevölkerung über die Tragweite der Neue­rungen aufzuklären ur damit die Kandidatur Combes für die Präsidentenwahl in Versailles vorzubereiten.

Türkei.

Soziales Leben.

Gemeindewahlen in München. Die Gemeinde-] verordnetenwahlen in München, die unter äußerst starter Be teiligung stattfanden, ergaben als gewählt: 11 Liberale, 5 Sozialdemokraten, 4 Ultramontane. Der Stand der Parteien ist jetzt: 35 Liberale( feither 33), 16 Ultramontane ( seither 23) und 9 Sozialdemokraten( seither 4).

× Steinfegerstreik in Leipzig. Die Leipziger Stein­seger, gegen 900, beschlossen, die Arbeit niederzulegen, falls die Innung die geforderte Lohnerhöhung auf 70 Pfennig pro Stunde nicht bewilligt. Die Innung gestand bisher nur den Neunstundentag zu.

** Die Pforte scheint doch allmählich einzusehen, daß sie dem Verlangen der Mächte nach Finanzreformen in Maze­donien auf die Dauer nicht widerstreben kann. Der Sultan hat die mazedonische Finanzkontrolle unter der Bezeichnung Membre de Commission" mit der Bedingung angenommen, daß dieser Kommission noch ein besonderes türkisches Mit­glied zugeteilt wird. Das Reglement der Delegierten soll als Instruktion mit einigen von der Pforte gemachten Modi­fitationen in Kraft treten. Die Flottendemonstration wird schon im Laufe dieser Woche ihr Ende nehmen, da auch die Mächte gesonnen sind, der Pforte möglichst weit entgegenzu­kommen.

Amerika.

Hus dem Gerichtsfaal.

Aus Furcht vor dem Wahnsinn. In einem Anfalle von Schwermut hat sich in Wiesbaden der Hauptmann a. D. Adolf v. Asmuth erschossen. A. hatte im Feldzuge 1870/71 eine schwere Kopfwunde erhalten, unter deren Folgen er fürchtete, in Wahnsinn zu verfallen, weshalb er Hand an sich legte.

§ Bestrafter Defraudant. Der Prokurist Friedrich Panse, der seiner Bank, der Diskontogesellschaft in Frank­furt a. Main, 8000 Mark veruntreut hatte, ist zu zwei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Die Bank hat einen Schaden nicht erlitten, da sie sich aus Effekten des Panse decken konnte.

Die

** Eine Abänderung des Dinglay- Tarifs beabsichtigt der republikanische Senator Lodge durch eine von ihm ein­gebrachte Gesetzesvorlage herbeizuführen. Es soll dadurch ein Maximal- und Minimaltarif geschaffen werden. Vorlage räumt die Vorteile der Minimalzölle den Produkten aus Ländern ein, welche gegen amerikanische Produkte einen Differenzialzoll nicht vorsehen. Die Bill bestimmt ausdrück­lich die Erhebung von höheren Zöllen gegenüber den Ländern, welche Waren aus den vereinigten Staaten nicht unter den gleichen Bedingungen zulassen, welche sie anderen Län­dern einräumen.

Hof und Gefellschaft.

** Die filberne Hochzeit des Großherzogs und ter Großherzogin von Baden findet am 20. Sep­lember nächsten Jahres statt. Schon jetzt rüsten sich die badischen Städte zu einem Geschenk für das greise Jubelpaar. Es soll in einem Tafelaufsatz bestehen.

Nab und fern.

Acht Perfonen verunglückt. Auf dem Bahnhof Neunkirchen bei Zweibrücken stieß ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen, wobei mehrere Wagen zertrümmert und acht Fahrgäste verletzt wurden. Der angerichtete Schaden ist sehr erheblich.

Resultate der Volkszählung. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember hat Berlin 2033 900. Charlottenburg 236 634, Schöneberg 140 932, Dresden 514 283, Chemni 243 964, Braunschweig 136 423, Nürnberg 293 868, Frank furt a. M. 236 985, Essen 229 270, Stuttgart 246 988, München 537 000, Leipzig 502 605, Elberfeld 167 700, Halle 169 640, Hannover 249 619, Straßburg i. E. 167 342 Ein wohner.

Im Brunnenschacht tötlich verunglückt. Bei Ein­segung eines eisernen Pumpschachtes stürzten in Niederhanns dorf bei Glaz der Maurer Franke und der Lehrling Stehr mit dem Gerüst in die Tiefe. Obwohl sofort Rettungs­versuche angestellt wurden, fonnte Stehr nur als Leiche aus dem Schacht gezogen werden. Franke wurde zwar noch lebend ans Licht gebracht, starb aber bald nachher.

Ein verprägelier Finanzminister. Der serbische Finanzminister Markovitsch wurde von einem entlassenen Steuerbeamten auf offener Straße angefallen und mit einem Stocke durchgeprügelt, sodaß er sich nur durch eilige Flucht vor weiteren Mißhandlungen retten konnte. Der Beamte gibt an, unrechtmäßig entlassen worden zu sein.

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Opfer der Wellen. Die Witterung ist in diesem] Herbste besonders ungünstig für die Schiffahrt, und die Un lücksbotschaften mehren sich von Tag zu Tag. Bei den Magdaleneninseln ist im Schneesturm der Dampfer Lunen urg aus Quebec gescheitert, wobei der Kapitän und elf Mann ertranfen. Wahrscheinlich ist auch der Kopenhagener ampfer Britannia, nach Genua bestimmt, mit 23 Mann rloren, da er seit 4 Wochen überfällig ist. Deutsche Segel hiffe haben bei Kap Horn, der gefürchteten Sturmece, schwere Seeschäden erlitten und mußten teilweise Nothäfen anlaufen, so der Pitlochry, der sämtliche Masten bis auf einen verlor. Vermißt wird das Hamburger Vollschiff ,, Susanne" und der große Segler Alsterufer", die längst überfällig sind und leider wohl mit Mann und Maus unter­gegangen sein werden. Der Segler, Edmund", der dem Verderben noch entging, hat unter schweren Seeleiden für seine Reise 172 statt 80 Tage gebraucht, auch der ,, Persimmon" aus Hamburg hatte mit schwerem Wetter zu kämpfen. Bei Halifax ist der deutsche Dampfer Sonntag" mit 13 Mann Besayung gesunken. Ueber das Schicksal der Passagiere herrscht größte Besorgnis, man fürchtet, daß auch sie er trunken sind.

Folgenschw re Entzündung von Schlagwettern. Auf der Zeche Werne bei Essen war ein Grubenbrand ab­gedämmt und nach Ersticken des Brandes das Feld wieder geöffnet worden, wodurch große Mengen von Schlagwettern frei wurden. Durch bisher unaufgeklärte Ursache entstand um 11% Uhr nachts übertage eine Explosion, welche einen Teil der Tagesgebäude und Maschinen zerstörte. Zwei Ar­beiter wurden dabei schwer, vier leicht verletzt. Der Zechen­betrieb wird eine längere Unterbrechung erleiden.

zu Tode mißhandelt. In Mainz wurde der Tag­löhner Alois Scherer verhaftet, weil er das Jahre alte Kind seiner Gelieben zu Tode mißhandelt hatte. Der Un­mensch hatte in der Nacht, als er betrunken nach Hause fam, das Kind aus der Wiege gerissen und mehrmals gegen den Fußboden geworfen, sodaß es Schädel- und Rippenbrüche erlitt und schließlich tot liegen blieb.

Durch eine Refselexplosion umgekommen. Auf dem Kalibergwerk Volpriehausen bei Göttingen ist durch die Ex­plosion eines Kessels ein Arbeiter getötet worden. Zwei andere erlitten schwere Verlegungen.

Rückkehr japanischer Gefangener. Drei Sonderzüge werden am 15. Dezember 2000 Japaner, die in Rußland friegsgefangen waren, von Eydtkuhnen nach Hamburg bringen, von wo aus sie nach Japan eingeschifft werden. Vom deutschen Ausschuß ist eine Sammlung veranstaltet worden, aus der die Soldaten Unterzeug erhalten sollen. Außerdem werden Zigaretten unter die Mannschaften verteilt und an die Offiziere hübsche mit dem Bildnis Kaiser Wilhelms geschmidte Zigarettenbehälter nebst Inhalt. In Hamburg bekommt jeber Soldat eine fünstlerisch ausgeführte freigemachte Postkarte für die Angehörigen daheim.

Der Bahnhofseinsturz in London. Bisher sind aus den Trümmern der eingestürzten Bahnhofshalle Charing­Croß in London sechs Tote und 32 Verwundete geborgen worden, doch liegen noch Leichen unter dem Schutt, an deren Befreiung gearbeitet wird. Von dem Sturze des Mauer­werks ist auch das Dach des am Bahnhof belegenen Avenue= theaters durchschlagen worden, in dem 150 Menschen bei dem Aufbau der Dekoration beschäftigt waren. Auch von diesen sind einige wahrscheinlich getötet. Das Unglück ist wahrscheinlich durch Morschwerden eines Stützbalkens ver­ursacht worden. Vorläufig ist der Bahnhof und die Um­gebung gesperrt, bis die Aufräumungsarbeiten beendet sind.

Vier Millionen Mark Brandschaden. Ein großer Teil der Werke der Jllinois- Stahl- Kompagnie in Chicago ist nieder­gebrannt. Der entstandene Schade beträgt über eine Million Dollars, da die wertvollen Fabrikationsmuster mit zerstört worden sind.

Einsturz eines Bahntunnels. Auf der Bahnstrecke von Gijon nach Sotiello in Spanien ist ein Teil eines im Bau begriffenen Tunnels eingestürzt und hat eine Anzahl Arbeiter unter den Trummern begraben. Die Rettungs­arbeiten sind im Gange. Drei Leichen sind bereits aus den Trümmern geborgen worden.

Cokales.

8. Dezember 1905.

*** Provinzial- Ausschuh. Am Samstag, dem 16. d. M., vormittags 9 Uhr beginnend, findet eine Sigung des Provinzial- Aus) husses der Provinz Oberheffen mit folgender Tages- Orduung statt: 1. Gesuch des Johs. Höchster in Londorf um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 2. Enteigung von Gelände zur Erweiterung des Bahnhofs Hungen; hier Antrag auf Besizeinweisung. 3. Strafantrag gegen die Gemeinderatsmitglieder Fr. Klintel und 4. Gen. zu Bilbel auf Grund von Artikel 45 der Landgemeindeordnung.

Seemannslos. Der Göteborger Dampfer Gylfe, der von Rußland nach Kopenhagen unterwegs war, wird seit Ende v. M. vermißt und scheint mit zehn Mann Besazung untergegangen zu sein. Im ganzen sind in den furcht­baren Oktoberstürmen 75 Schiffe verloren gegangen, davon 52 Segler und 23 Dampfer, während 447 Unfälle durch Strandungen usw. erlitten haben.

LH. Die bessische Landes- Hypothekenbaut' gibt bekannt, daß bis auf weiteres die zur Deckung der durch die Aufbringung des Darlehenstapitals der Bant erwachsenden Kosten nach dem z. Z. der Auszahlung gültigen Sat berechnet werden. Dessen jeweilige Feststellung erfolgt mit Gültigkeit für alle Auszahlungen unter Genehmigung bes Großh. Staatskommissars. Bur Begleichung dieser Ver gütung werden die Tilgungsbeiträge der ersten Jahre heran­gezogen, 3. 8t. bei 1/ a o jährlicher Tilgung( Jahresleistung 44%) die Beiträge der ersten 5% Jahre, sodoß für gegenwärtig zur Auszahlung gelangende Darlehen sich die Rückzahlung in rund 632 Jahren vollzieht. Wird ein höherer Tilgungsbeitrag gewählt, so beginnt die Rapital. tilgung entsprechend früher und vollzieht sich in kürzerer Beit. Der Binsfuß beträgt unverändert für Sypothek Darlehen 33%, für Kommunal- Darlehen nach Wahl ber Gemeinde entweder 3,70% für die ganze Darlehensdauer oder 33% für die ersten 10 Jahre, alsdann 3,625%. Eine Steigerung des Binsfußes ist dauernd ausgeschloffen. Das Darlehen fann von der Bank regelmäßig nicht gekündigt werden; dem Anleiher wird dagegen ein Ründigungsrecht eingeräumt.

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* Die zweite theologische Schlußprüfung des Jahres 1905 hat, laut Darmst. 8tg.", gestern Vormittag in den Amtsräumen des Großh. Oberkonsistoriums ihren Anfang genommen. Es beteiligen sich daran 7 Examinanden, von denen 2 aus Startenburg, 3 aus Oberhessen und 2 aus Rheinhessen sind.

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* Die ,, Tarifreform". Der preußische ,, Staatsanz." meldet: Der Landeseisenbahnrat beriet in seiner letten Sigung über die Vorlage des Ministers der öffentlichen Arbeiten betreffend die Reform der deutschen Eisenbahn­Personen- und Gepäcktarife. Den Grundzügen der vor geschlagenen Reform wurde von teiner Seite widersprochen. Die Mehrheit der Körperschaften empfahl dabei, wegen Er­mäßigung der Fracht für kleinere Gepäckstücke bis 25 kg mit den übrigen Staatsbahnverwaltungen in erneute Ver handlungen einzutreten.

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