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Temperatur- 70 Grad Celsius beträgt, war die tiefste, visher bei den internationalen Ballonaufstiegen über Europa, in einer Höhe von etwa 13 000 Meter registrierte Tempera tur 73 Grad Celsius, die mit Hilfe sogenannter gistrierballons gefunden worden ist. Man glaubte nun, da mit das Maximum der in der Atmosphäre noch meßbaren Lufttemperatur erreicht zu haben, und doch ist neuerdings bei Aufstiegen Aßmannscher Gummiballons mit Registrier. instrumenten, die in Nordamerika bei St. Louis stattfanden, in einer Höhe von fast 15 000 Meter eine Temperatur von 85 Grad Celsius erzielt worden.
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Ein altes Kriegsschiff. Von Portsmouth ist ein altes hölzernes Kriegsschiff Englands, die„ Myrthe", in Cur haven angekommen, wohin es von zwei Schleppdampfernbugjiert war. Das alte Fahrzeug ist vor 98 Jahren in Bombay erbaut und jetzt zum Abwracken an eine Firma in Moorburg bei Hamburg verkauft. Das Teakholz des alten See- Veteranen ist noch völlig gesund, die„ Myrthe" hat ge waltig dicke Schiffswandungen und einen gigantischen Kiel. Die drei mächtigen Untermasten sowie das Bugspriet sind noch vorhanden, die sonstige Takelage fehlt gänzlich. An Metall befindet sich nur Bronze und Messing an Bord dieses Veteranen zur See.
Wachsendes Land. Während an anderen Punkten der Seeküste das Meer sich langsam ins Land hineinfrißt, schiebl sich an der Westküste von Holstein das Land immer weiter seewärts vor. Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts find 8600 Heftar dem Meere abgerungen worden; davon find 7000 Hektar von festen Seedeichen eingeschlossen und damit dauernd gegen die Nordseefluten gesichert. 500 größere und leinere Gehöfte sind auf diesem früheren Meeresboden errichtet worden, und jetzt leben 3400 Menschen auf diesem friedlich eroberten Gebiete. Tausende Heftare steigen allmählich aus den Fluten; über 6000 Hektar uneingedeichtes Vorland zeigt schon eine feste Grasnarbe und dient als Weide. In einigen Jahrzehnten wird Holstein sich. um vclle 15 000 Hektar vergrößert haben. Wo einst die wilden Wogen der Nordsee brausten, nährt dann ein fruchtbarer Boden 5- bis 6000 Menschen.
Lokales.
8. September 1905.
** Manöver. Am Dienstag manövrierte die 25. Division gegen den markierten Feind, der unter dem Befehl des Obersten von Lindenau von den 116ern zwischen Diedenbergen und Wallau gestellt wurde. Dem Regiment waren das Dragoner- Regiment 6 und das Artillerie- Regiment Nr. 61 beigegeben. Als Kriegslage wurde angenommen, daß eine feindliche Armee bei Mainz über den Rhein ging, die aufgehalten werden sollte. Um 9 Uhr griffen die Regimenter 115, 117, 118, 168 den Feind an. Es entspann sich ein heftiges Gefecht, an dem sich die Artillerie, die eine gute Position inne hatte, lebhaft beteiligte, während die Kavallerie nicht in Tätigkeit trat. Um 12 Uhr war das Gefecht beendet. Armeeinspekteur von Lindequist und General von Eichhorn wohnten ihm bei. Die Division wurde von ihrem Kommandeur geführt. Am Mittwoch brachte ein Marschtag die Truppen in die nächste Umgebung von Homburg.
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*** Kaiserparade. Dichte Luft, Regenstimmung, ein mattgrauer Himmel, an dem die Wolfen schwerfällig entlang schleichen, so steigt er herauf der Tag der Kaiser parade aus einer regenschweren Nacht. Schon in aller Frühe, während noch Dunkel liegt, beginnen die Züge zu rollen, um das Publikum nach Homburg und Bonames zu bringen. Mit dem ersten Morgengrauen treten die ersten Zuschauer den Weg nach dem Paradefeld an. Bald aber werden die Scharen dichter, mit immer fürzeren Unterbrechungen laufen die Züge ein. Der Wagenverkehr seht ein und das Leben auf den Bufuhrstraßen zum Paradefeld wird intensiver, bichter, bis sich zuletzt von Homburg und Bonames nur noch große Säulen darauf zu bewegen. Als die Parade begann, ftauten sich die Massen und wichen erst, nachdem das große, glänzende militärische Schauspiel beendet. Der Gießener Strieger verein begab sich schon in aller Frühe heute Morgen nach Homburg. Gestern Vormittag 93/4 Uhr trafen der Kronprinz und die Kronprinzessin, sowie Eitel Friedrich mittels Sonderzuges in Homburg ein, nachdem ungefähr eine Stunde früher schon Prinz Adalbert, Prinz Harald von Dänemark und Prinz Andreas von Griechenland eingetroffen waren. Prinzessin Friedrich Karl von Hessen langte im Automobil an. Kurz vor 10 Uhr traf auch Prinz Heinrich ein. Mit dem Schlage 10 begannen sämtliche Glocken Homburgs zu läuten und bald darauf lief der Sonderzug, der den Kaiser und die Kaiserin brachte, langsam ein. Am Bahnhof hatten sich sämtliche Fürstlichkeiten, der Kommandeur des 18. Armee- Korps Generalleutnant v. Eichhorn und die gesamte Generalität zur Begrüßung eingefunden. Unter den Klängen des Präsentiermarsches schritt der Kaiser, der große Generalsuniform und den Marschallsstab trug, die Front der Ehrenkompagnie ab und ließ dann diese im Parademarsch vor beidefilieren. Darauf bestiegen der Kaiser und die Kaiserin den Wagen und begaben sich von einer Abteilung bayerischer Ulanen eefortiert in das Schloß. Den Majestäten folgten das Kronprinzen- Baar, sowie die übrigen Fürstlichkeiten. Das dichtgedrängte Bublifum grüßte überall durch laute Hochrufe und Tücherschwenten. Die Straßen Homburgs find prächtig mit Guirlanden und Fahnen geschmückt, sodaß sie einen farbenfrohen, malerischen Anblick bieten. Hohe Obelisken tragen einen mächtigen Triumphbogen und an den Seiten der Straßen wachsen schlanke Flaggenmasten hervor, zu deren Spigen sich grünes Gewinde hinaufschlingt. Die ganze Stadt ist mit Tannenduft erfüllt. Unter den lebhaften Burufen, die ständig anzuschwellen schienen, trafen die fürstlichen Gäfte im Schlosse ein. Im Schloßhofe stand die Leibtompagnie des Infanterie Regiments Nr. 116 ( Kaiser Wilhelm II) Der Kaiser nahm die Front ab und ließ die Ehren Kompagnie im Parademarsch vorbeiziehen. Im nächsten Augenblick änderte sich das Bild. Die Fahnentompagnie zog auf und brachte die 16 Fahnen der Regimenter
im Schlosse ab. Gegen 11 Uhr fand der Bivilempfang statt.| Nachmittags fuhr der Kaiser um 32 Uhr im Automobil nach der Saalburg über die neue Altstadt U berbrückung, welche dann dem öffentlichen Verkehr übergeben wurde.
-r. Die zehn ersten Hauptgewinne der gestern ge zogenen Gießener Pferdelotterie fielen wie folgt: 1. auf Nr. 18 662 nach Gießen.
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Lollar. Gießen. Allendorf b. Biedenkopf. Hirzenhain( Oberhessen). Gießen. Gießen.
Näheres siehe in der unserer heutigen Nummer beiliegenden Gewinnliste.
Die glückliche Gewinnerin des ersten Preises ist Fräulein Ettel, Tochter des Schriftsegers Ettel- Gießen.
* Die Verwaltungsbehörden machen zurzeit bekannt, daß in letzter Zeit von Holland aus große Mengen start gefälschter Kleie nach Deutschland, besonders nach Süddeutschland, eingeführt worden seien. Untersuchungen hätten ergeben, daß diese leie bis 90 Prozent wertloser, gemahlener Kaffeeschalen enthalten. Also Vorsicht! Man lasse sich beim Einkauf Gehaltsgarantie geben.
RB. Am 2. Oktober wird in Driesen eine von der Reichsbankstelle in Landsberg a/. abhängige Reichs banknebenstelle mit Rasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet und zugleich ermächtigt werden, auch Wechsel auf Vordamm bei Driesen und Mühlendorf bei Bordamm einzuziehen. Wechsel auf diese drei Orte, welche nach dem 30. September fällig werden, sind an die Nebenstebenstelle in Driesen zu girieren.
* Der sozialdemokratische Wächter des Partifularismus. Die sozialdemokratische Münch. Post" stellt eine Erörterung der Einbeziehung der bayrischen Ulanenbrigade in die preußischen Manöver von Senne im Landtag in Aussicht. im Landtag in Aussicht. In dieser Einbeziehung und in vorausgegangenen ähnlichen, stufenweise sich entwickelnden militärischen lebungen erblickt das Blatt ein Syſtem, nämlich das Bestreben Preußens, fich, entgegen den Versailler Verträgen, allmählich in die bayrische Armee hineinzubohren. Es ist doch hübsch von der „ königlich- bayrischen Sozialdemokratie", die doch auch ein Stück der internationalen Sozialdemokratie sein will um mit dem Zentrum zu reden daß fie um die bayrischen Reservatrechte so ängstlich besorgt ist, selbst wenn sie lediglich dynastischen Zwecken dienen, wie es doch bei der Frage, ob das bayerische Militär unter bayerischer oder preußischer Oberleitung steht, der Fall ist.
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** Die Königl. Preußische Lehranstalt für Wein, Obst- und Gartenbau in Geisenheim a. Rh. hatte sich im vergangenen Jahre, wie der eben erschienene Jahresbericht für das Jahr 1904 zeigt, eines besonders starken Besuches zu erfreuen. In die Anstalt wurden aufgenommen 34 Eleven( Schüler des höheren 2jähr. Lehrganges), 27 Gartenbau-, 8 Obst- und Weinbauschüler Schüler des niederen einjährigen Lehrganges) und 25 Praktikanten. Dazu kommen noch 313 Teilnehmer an den periodischen Kursen über Obstbau, Obstverwertung, Weingärung, Weinuntersuchung 2c. mit diesem zahlreichen Besuche verbundene außerordentliche Inanspruchnahme der Einrichtungen der Anstalt liche Inanspruchnahme der Einrichtungen der Anstalt machte auch im vergangenen Jahre wesentliche Erweiterungen derselben notwendig. In den mit allen Erfordernissen der Neuzeit ausgestatteten umfangreit en praktischen Betrieben der Anstalt: Gartenbau, Obstbau, Obstverwertung, Gemüsebau, Weinbau und Kellerwirtschaft wurde außerdem mit Erfolg an der Lösung ein. schlägiger Tagesfragen gearbeitet. von den wissenschaftlichen Versuchsstationen der Anstalt für Pflanzenphfiologie, Pflanzenpathologie, Hefereinzucht und Nebberedlung, die, wie der Bericht zeigt, von der Praxis immer mehr als die berufenen Ratgeber erkannt werden.
Dasselbe gilt auch
+ Klein- Linden, 7. September. Die Truppen, die mehrere Tage lang die Straßen unseres Ortes belebten, haben uns wieder verlassen. Es war ein buntes, abwechslungsreiches Bild, das die Durchmärsche boten. Start mit Einquartierung war auch die südliche Wetterau
bedacht.
?? Hausen, 7. September. Ein Radikalist. Gestern Abend stürzte sich urspöglich ein Maurer in die Nied. Mehrere Soldaten, die dies mit angesehen, sprangen sofort nach und brachten den schon Bewußtlofen wieder ans Land. Als feine Lebensgeister wieder zurückgekehrt waren, erklärte er, er hätte den Sprung infolge quälenden Durstes(!) begangen.
§ Krofdorf, 8. September. Gestern Abend wurden hier wiederholt Gewitterbildungen wahrgenommen. > Nidda, 7. September. Der Septembermarkt war mit Schweinen und Rindvieh gut beschickt. Es wurde flott und bei guten Preisen gehandelt. Namentlich Schweine Mit dem gingen bei hohen Notierungen schnell weg. Martte war eine Prämiierung für Faselvieh verbunden. Hohensolms, 7. September. An einem verendeten Schweine der Witwe Jafob Hornivins von hier ist die Schweinefeuche festgestellt und die Gehöftsperre angeordnet
*
worden.
-tt Bad- Nauheim, 7. September. Spielplan des Kurhaus- Theaters. Montag, 11. Sept.: Gastspiel von Ernst Freiherrn v. Wolzogen und Elsa Laura Freifrau v. Wolzogen, dazu:„ Ich heirate meine Tochter", Luftspiel von J. Groß von Tredau, zum Schluß„ Die Hasenpfote",
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Tragikomödie von Hans Brennert. Mittwoch, 13. Sept.: Gastspiel von Frl. Lily Don der vom Hoftheater in Mannheim: Die versunfene Glocke", ein deutsches Märchendrama von Gerhardt Hauptmann. Freitag, 15. Sept.: Die große Leidenschaft", Lustspiel von Raoul Auernheimer, dazu: Balleteinlage von Frl. Liny Eichrodt vom Stadttheater in Straßburg. Samstag, 16. Sept: Telephongeheimnisse", Schwant von H. Hausleiter und Mor Reimann, in Szene gesezt ron dem Verfasser Mox Reimann vom Schauspielhaus Frankfurt a. M. rr. Friedberg, 7. September. Der Großherzog traf hier gestern Nachmittag im Automobil ein. Die Stadt prangt im reichen Flaggenschmuck. Der Großherzog wurde vom Publikum lebhaft begrüßt. Wallersdorf, 7. September. Nachdem die Vorarbeiten jegt erledigt sind wird mit dem eigentlichen Anlegungsverfahren des Grundbuchs für unsere Gemarfung am 18. September begonnen.
* Hanau, 7. September. Beleidigung der Stadtverordneten. Die Verhandlung gegen den sozialdemokratischen Stadtverordneten Hoch wegen Beleidigung der bürgerlichen Stadtverordneten in Hanau wurde nach der Frankfurter Volksstimme" erschienenen Artikels ablehnte. " Han. 8tg." vertagt, weil Hoch die Autorschaft des in der Ein Termin fonnte noch nicht bestimmt werden, da erst der verantwortliche Redakteur und das gesamte Druckereipersonal in der Angelegenheit vernommen werden soll.
? Frankfurt, 7. September. Fleischteuerung. Die Antrag an, der Magistrat möge einen allgemeinen deutschen legte Stadtverordneten- Versammlung nahm einen demokratischen Städtetag zur Beratung von Maßnahmen gegen die Fleischteuerung einberufen.
Darmstadt, 8. September. Heute Morgen ist auf der Cartenbau- Ausstellung die Dahlien- Ausstellung eröffnet worden.
Neueste Nachrichten.
*** Homburg, 8. September, 2 Uhr 40 Min. ( Privattelegramm.) Kaiserparade. Das Wetter flärte sich im Laufe des Vormittags auf, sodaß es als günstig zu bezeichnen ist. Die Parade nahm um 9 Uhr ihren Anfang. Zer Kaiser führte das Inf.Regiment Nr. 116, der Großherzog das Juf.Regiment Nr. 115 vor. Die Kaiserin und die Kronprinzessin wurden von den Bamberger lanen eskortiert. Bei der Ankunft und Abfahrt herrschten heller Jubel. Die Parade endete 1/12 Uhr.
Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. Am 12. Sonntag nach Trinitatis, den 10. September. Gottesdienst.
In der Stadtkirche. Vormittage 8.00 Uhr: Pfarrer Schwabe. Bugleich Chriftenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Repetent Waas.
In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Sattler.
Batholische Gemeinde. Eamstag, den 9. September. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.
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Sonntag, den 10. September. 13. Sonntag nach Pfingsten. Mariä Gburt.
Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hi. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heiliges Kommunion.
8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2½ Uhr: Andacht.
Batholischer Gottesdienst in Grünberg findet statt: Sonntag, den 10. September vormittags 91 Uhr.
Wiegemee landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 9. September. Kühl, wolkig, geringer Regen, später vorübergehend aufheiternd.
( Räheres durch die Gießener Wetterfarte.)
Berantwort!: für die Politik und den Inseratenter Albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, betb in Gießen
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