Hof und Gesellschaft.
** Beim Reichskanzler Fürsten Bülow fand ein parlamentarischer Abend statt, der starken Besuch von Diplomaten, Abgeordneten und sonstigen öffentlichen Persön= lichkeiten aufzuweisen hatte.
**
Die Verlobung des Königs von Spanien mit der Prinzessin von Battenberg fann als bevorstehend be= trachtet werden. Der Bapst hat zu der Verlobung seine Zustimmung gegeben unter der Bedingung, daß die Prinzessin vor der Hochzeit zum fatholischen Glauben übertritt.
Deer und flotte.
Auszeichnung des Grafen von Zeppelin. Der König von Württemberg hat anläßlich des Jubiläums des Dragonerregiments ,, König" dem Generalleutnant z. D. Grafen von Beppelin, bekannt durch seinen Erkundigungsritt im Anfang des deutsch- französischen Krieges und neuerdings durch seine Luftschiffversuche, den Charakter als General der Kavallerie berliehen.
Der Minifterwechfel in England.
Das konservative Ministerium Balfour, das schon lange nicht mehr leben konnte und doch nicht sterben wollte, hat sich endlich zu dem Entschluß der Abdankung gezwungen gesehen. An seine Stelle tritt ein liberales Ministerium unter Führung Campbell- Bannermanns, der schon eine lange po litische Laufbahn hinter sich hat und in den mannigfachsten Staatsstellungen Erfahrungen sammeln konnte. Die oben angewandten Parteibezeichnungen sind nicht ganz zutreffend. Unter den englischen Tories, die wir Konservative nennen, gibt es sehr eifrige Reformfreunde, die feiner Neuerung widerstreben, sobald sie diese als empfehlenswert erkannt haben; und unter den englischen Whiggs, die bei uns als Liberale firmieren, gibt es nicht wenige Politiker streng konservativer Gewöhnung, deren praktische Weisheit sich meist in der Anwendung des alten Sages ausdrückt: ,, nolumus leges Angline mutari"-wir wollen keine Aenderung der Gesetze England. Augenblicklich waren es in der Tat die englischen Konservativen, die am alten politischen Herkommen rütteln, vom Freihandel ablassen, ein wirtschaftliches Bevorzugungssystem den Kolonien gegenüber einführen wollten, während die Liberalen im Sinne fonservativen Berharrens lebhaften Widerspruch erhoben. Freilich ist diese Vertauschung von rechts und ints nur scheinbar. In Wirklich= feit handeln beide Parteien in Uebereinstimmung mit ihren Grundanschuungen, deren augenblickliche Betätigung nur einen Wandel erfahren hat. Die englischen Tories sind nach wie vor Imperialisten, deren Abschließungs- und Ausschließungspolitit nur fonsequent verfährt, wenn sie den Uebergang vom Freihandel zum Schutzzoll empfiehlt, und eine enge wirtschaftliche Interessenverkettung mit den Kolonien dadurch herbeizuführen sucht, daß sie allein den Güteraus, tausch zwischen Mutterland und Tochtergebieten von Abgaben freiläßt, dem Verkehr mit dem Ausland aber Zollichranken entgegenstellt. Es liegt in der Natur der Sache, daß eine derartige imperialistische Politif etwas aggressiven Charakter hat, der feineswegs friegsluftig zu sein braucht. Jedenfalls ist die Whiggpolitif, ebenfalls ihrer Natur nach, weniger offensiv, schon in der Form verträglicher. Auf Wahrung des englischen Interesses, wie sie es verstehen, bleiben selbstver= ständlich beide Parteien gleichmäßig bedacht.
Das Ministerium Balfour, das jetzt seinen Abschied ge= nommen, ist in der Hauptsache über seine eigene Unentschlossenheit zu Falle gekommen. Es hatte wohi den Mut, zu seinen Zielen, aber nicht den Mnt, zu den Mitteln sich zu bekennen. Das war ein fortwährendes halbes Bekennen und halbes Verleugnen, ein fortgeseztes Versteckenspielen. Ein derartiges Vorgehen war nicht dazu angetan, das Vertrauen der eigenen Anhänger zu stärken und in außenstehenden Kreisen neue Anhänger zu gewinnen. Und wenn du dir nur selbst vertraust, vertrauen dir die andern Seelen," sagt Goethe, der ein großer Menschenkenner war. Die englischen Hochtories haben kein Selbstvertrauen gehabt, und daraus haben ihre Gegner Krait gezogen. Wenn einmal Chamberlain sich her= vorwagte und offen darlegte, was er anstrebte, so tamen so= fort die Beschwichtigungsräte der Partei und erklärten, daß Chamberlains Worte die Partei gar nicht verpflichteten, daß ihnen die Balfoursche Sanktion fehle, und daß Balfour diese Sanktion nie und nimmer erteilen werde. Von Seite der Whiggs wurde das geschicht ausgenützt, und die Folge davon war, daß die breite Schicht derec, die immer dem Stärferen fich anzuschließen bereit ist, zu den Liberalen überging. Die Nachwahlen zum Unterhaus zeigten das in steigender Deutlichkeit, sodaß Balfour es aufgeben mußte, die Regierung auch nur bis zum Jahreswechsel weiterzuführen.
Seit einer Reihe von Jahrzehnten haben Whiggs und Tories, die in der Regierung miteinander abwechselten, ble Uebung eingeführt und beibehalten, ihre sonstige Gegensäglichkeit in Fragen der auswärtigen Politik ruhen zu lassen und dadurch eine Kontinuität der auswärtigen Geschäfte und der auswärtigen Beziehungen zu ermöglichen. Allmählich stellte sich sogar heraus, daß ein sehr merkbarer Unterschied in der auswärtigen Politik beider Parteien überhaupt nicht mehr bestand. Erst ganz neuerdings ist eine stärkere Divergenz wieder hervorgetreten, und es erscheint nicht ausge= schlossen, daß diese Divergenz es gewesen ist, deren Einwir= fung auf die öffentliche Meinung Englands Ballfour die letzte Hoffnung genommen hat, sich noch behaupten zu können. Das Kabinet Ballfour war auch in der auswärtigen Politif unentschlossen und mutlos gewesen. In dem Marokkoab= fommen mit Frankreich hatte es sich wohl getraut, Deutschs land herauszufordern, aber vor den Konsequenzen zog es sich zurück. Die Versprechungen an Delcassé hat es nicht selbst ge= geben, aber es hat darum gewußt. Mit solcher Politik der Halbheit fann man nicht imponieren und keine fortreißende Wirkung erzielen. Im Gegenteil: die öffentliche Meinung Englands würde beunruhigt und zur Kritik herausgefordert, und fritsche Prüfung konnte die Balfoursche Politik am wenigsten vertragen. Es ist kaum ein Zufall, daß Balfour fich zur Abdankung bereit fand, unmittelbar nachdem die große englisch- deutsche Versöhnungsaktion aus der Mitte der durch Bildung und Besitz ausgezeichneten englischen Gesellschaft heraus eingesetzt und weite Kreise der Bevölkerung ergriffen hatte.
Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, gewinnt der englische Ministerwechsel auch für uns eine politische Bedeutung, die man nicht unterschätzen darf. Nicht als ob in der englischen Politik sich ein völliger Umschlag vorbereitete. Das zu erwarten liegt feine Veranlassung vor. Aber für uns genügt es, daß man in England der Neigung absagt, eine Politik der Intrigue gegen Deutschland zu verfolgen.
"
Nah und fern.
** Das Schwurgericht Gießen verhandelte am
*
enden und Landwirte
5. Dezember gegen Katharine Riemenschneider aus Rüdding's- Invalidenversicheru
hausen wegen Meineids. Die Angeflagte wird bezichtigt, fen und Javalidenrent
in der Anklagesache gegen Johannes Hahn wegen Sach
beschädigung, es handelte sich um die Zertrümmerung einer
nur für den verfiche
Fensterscheibe, vor dem Amtsgericht Hamberg eine falschen er entweder eine frü Aussage gemacht zu haben. Da die Angeklagte geistig minder billig fortsege, bezw. ein De wertig ist und sie infolgedessen die Bedeutung des Eides nicht billigen Berficherung beg
† Schwere Schiffsunfälle im Hafen. Der starke Nebel hat im Hamburger Hafen mehrere Schiffszusammenstöße ver ursacht, bei denen vier Barkassen gesunken sind. Die Staats barkasse Marineverwaltung IX" wurde von dem Dampfer ,, Phönix" angerannt und sant, desgleichen die Barkasse ,, Erna", nach einem Zusammenstoß mit Dampfer„ Sieta". Dampfer Accwrat" überrannte den S. Simon", und in Kohlenhafen versant eine Barkasse J. Groner". Die Mannschaften wurden gerettet. In der Unterelbe bei Hamburg rannte der englische Dampfer ,, City of Frankfort" den holländischen Dampfer ,, Batavier VI" an und beschädigte ihm werden mußte, um nicht zu sinken.
zu erfassen vermag, erfolgt ihre Freisprechung.
*** Die landwirtschaftliche Haushaltungs
emann und der fleiner
heranwadfenden Söhn
schule für den Kreis Gießen entwickelt sich zufriedenstellend., was no beffer fet, b Wie sehr man überall die Notwendigkeit folcher Schulen nlich zu verwerfen fei schaftlichen Vereins zu Worms, die anregte, auch für den chung der Pflichtversichert dortigen Kreis eine landwirtschaftliche Haushaltungsschule zu thungsschulen hätten soll versucht haben, seine Frau und fünf Kinder zu vergiften. schluß. Das Herannahen des Jahresschlusses bildet für jammlung geftellt wurder
den Maschinenraum, sodaß der Holländer auf Strand gesetzt erkennt, erhellt aus der Generalversammlung des landwirt- facherungen bei der Be
† Sechsfacher Giftmordversuch. Auf Anzeige seiner eigenen Frau wurde in Altona der Arbeiter Friedrich Rohl verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis abgeführt. R.
† Brand in einer Zigarrenfabrik. Ein größeres Schadenfeuer vernichtete in Hamburg die Lagervorräte der Zigarrenfabrik L. Wolff. Der Brand brach nachts im Speicher aus und fand an den großen Lagermengen Zigarren, Kisten und so weiter reiche Nahrung, sodaß seine Ablöschung sehr schwierig wurde. Der Schaden beträgt fast 1 Million Mark, da viele Sorten durch Rauch und Wasser verdorben worden find. 15 Versicherungsgesellschaften sind an der Deckung beteiligt.
† Eine Greifin lebendig verbrannt. In Görlitz ereignete sich ein beklagenswerter Unfall durch offenes Licht. Das 75 jährige Fräulein Michaut, das an Schwächeanfällen litt, fam im Bett dem brennenden Lichte zu nahe. Ihr Gewand und das Bett fingen Feuer und die auf das Hilfegeschrei herbeieilenden Nachbarn und Schwestern der Unglück: lichen fanden eine Sterbende, die infolge ihrer schweren Brandwunden furz darauf den Geist aufgab.
+ Die Obdachlosen von Berlin. Im Monat November nächtigten in: Berliner Ashl für Obdachlose 25 557 Personen. Davon entfielen 20 941 auf die Männerabteilung, 4616 auf das Frauenasyl.
† Wieder eine Liebestragödie. Der Bäckergeselle Jaehnke wurde in einem Stettiner Hotel schwerverlegt in Hoffnungslosem Zustande aufgefunden. Neben ihm lag seine Braut, ein Stettiner Dienstmädchen, erschossen. Die Liebenden wollten gemeinsam sterben, da sie im Leben nicht vereint sein konnten.
† Durchgebrannter Direktor. Seit einigen Tagen ist der Direktor der landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufsgenossenschaft in Schneidemühl verschwunden. Er hat Unterschlagungen in Höhe von 80 000 Mark begangen, zu deren Deckung die Genossen der Gesellschaft herangezogen werden.
† Der Raubmord in den. Zwei polnische Arbeiter des Gutes Kläden bei Stendal, die Brüder Valentin und Franz Teczynski, sind unter dem dringenden Verdachte, den Raubmord an der Familie des Aufsehers Soltwedel begangen zu haben, verhaftet worden. Valentin T. hatte am Tage vor der Tat einen heftigen Streit mit dem Aufseher und dürste den Mord aus Rachsucht begangen haben.
† Schiffahrtsschluß auf der Weichsel. Infolge plötz= lich eingetretenen Frostes ist auf dem Weichselstrom Grundeistreiben eingetreten, infolgedessen der Schnellfährentrajekt bei Kulm, Neuenburg, Kurzebrack unterbrochen und die Schiffbrücke bei Marienburg abgefahren wurde. Die Schiffahrt ist heute geschlossen worden.
† Explosion im Pulvermagazin. In einem Pulvermagazin der französischen Festung Lille entstand eine Explosion von Kartuschen, mit deren Herstellung eine Anzahl Artilleristen beschäftigt waren. Acht Personen wurden durch umherfliegende Geschoßstücke verlegt, darunter mehrere lebensgefährlich.
† Aus französischen Garnisonen. In einem Hotel zu Paris versuchte der Hauptmann Duguhot den General Oudard zu erschießen, wurde aber durch einen Adjutanten an der Bluttat gehindert. Der französische Kriegsminister ließ darauf den Attentäter fommen ad nahmt ihm sein Ehrenwort ab, daß er seine Angriffe gegen den General einstellen wolle. Der Hauptmann aber in seine Garnison Lyon zurück und erschoß sich dort selber. Wie es heißt, sollen Geldsorgen das Motiv zu dieser Tat abgegeben haben.
† Auf dem Dampfer irrfinnig geworden. Ein Fahrs gast des Dampfers Francisca", Nicola Torgione aus Neapel, wurde während der Reise von Newyork nach Neapel plötzlich wahnsinnig und fiel die andern Fahrgäste mit einem Revolver an, wobei eine Person getötet und drei verletzt wurden.
† In den Flammen umgekommen. Bei einem furchtbaren Brandunglück, das in einem Wohnhause in Brüssel ausbrach, fanden eine Frau und drei Kinder den Tod in den Flammen. Vier Personen wurden halb erstickt noch gerettet.
Cokales.
7. Dezember 1905. Der Großherzog empfing den Gutsbesißer Defonomierat Müller von Neuhof, den Profeffor Rahn von Gießen, den Pfarrer Prätorius von Homberg a. d. Ohm.
** Der Großherzog hat in Gemäßheit der Artikel 3 und 6 des Gesetzes vom 17. Juni 1875, die landständische Geschäftsordnung betreffend, den Geheimen Staatsrat Krug von Nidda zum landesherrlichen Kommiffär für die Erste Kammer, sowie den Ministerialrat, Geheimrat Braun und den Ministerialrat Weber zu Mitgliedern der landesherrlichen Einweisungsfommission für die 8weite Rammer ernannt.
*
Handwerker in den ersten Kammern. Das Hessische Gewerbeblatt", schreibt: Es liegt in der Absicht der preußischen Staatsregierung, demnächst auch dem Handwerk Sitz und Stimme im Herrenhaus zu gewähren. Nachdem die amtliche Organisation des Handels in seinen Handelskammern mehrere Vertreter im Herrenhaus erhalten hat, glaubt man, nach Durchführung des Handwerksorganisationsgesetzes dem Handwert eine solche Vertretung nicht vorenthalten zu sollen, damit das Handwerk sich dem Handel gegenüber nicht benachteiligt fühle. Es wird beabsichtigt, vor der Auswahl der vom Könige einzuberufenden Handwerksvertreter den Handwerks- und GewerbefammerI ausschuß zu hören.
errichten.
* Verjährung der Forderungen am Jahres. jeden Geschäftsmann eine Mahnung, seine Außenstände auf ihre Verjährung zu prufen. Man schiebe dies nicht bis in die letzten Wochen oder Tage des Jahres auf, da erfahrungsgemäß am Jahresschlusse die Gerichte mit Arbeiten oft überhäuft sind, und es vorkommen kann, daß ein zu spät beantragter Zahlungsbefehl dem Schuldner nicht mehr rechtzeitig zugestellt wird, was die Verjährung dec Forderung zur Folge hat.
** *
Gießener Volksbad. Im November wurden verabreicht 9118 Bäder gegen 8399 im Oftober 1905 und 8875 im November 1904 oder im Durchschnitt pro Tag 304 Bäder gegen 271 im Oftober 1905 und 296 im November 1904. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:
gebung auffärend einzu
fragen, die am Schluffe
Boden gefallen waren Darmstadt, 6. Dezem teroffizier Wilch, 2. Her in der Kaserne ersch Borläufige Ergebn
**
Rach den vorläuf iamtes beträgt die G Djember 1905:
29
Im Jahre 1900 wur aß ein Buwachs von 358
Schwimmbad: 5121 Männer, darunter 718 zu 10 Bfg. rigt sich der Ausschwu
900 Frauen,
204
10 "
17
Wannenbäder: 1. Kl. 310 Männer, incl. 25 Kohlensäure- Bäder 1. Kl. 125 Frauen, 15
"
"
"
2. Kl. 606 Männer 420 Frauen.
"
Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 174 Männer, 36 Frauen.
Brausebäder 1. Kl. 145 Männer, 62 Frauen. 2 RI.1106
H
"
140
Die Personenwage wurde von 200 Personen benußt, das Bad von 2 Bersonen besichtigt.
* Rheingauer Weinernte. Der„ Weinb. und Weinhandel" schreibt: War bisher der Herbst schon reich geschäßt, so überraschen jetzt geradezu die geernteten Mengen in den Ortschaften des oberen und mittleren Rheingaues, und wenn die amtliche Feststellung der Ecnte beendet ist, wird diese sehr hohe Zahlen bringen.
Laubach, 6. Dezember. In Gontersfirchen ist ein Zweigverein des evangelischen Bundes gegründet und Lehrer Blank zum Vorsitzenden gewählt worden. Dem hiesigen Zweigverein wurde eine Schenkung von 300 Mt. gemacht.
*
Homburg, 6. Dezember. Zur Vornahme der Vorarbeiten für die Erbauung einer normalspurigen Nebenbahn von Bad Homburg na Vilbel ist dem Komitee für das preußische Staatsgebiet die Eclaubnis erteilt worden.
§§ Aus dem Vogelsberg. 6. Dezember. Zurückgehen der Schweinepreise. Der seitherige Preis von 58 und 57 Pfennig für das Pfund Lebendgewicht ist auf 54 bzw. 52 Pfennig gesunken. Fette Schweine werden jetzt in großer Zahl zum Berkaufe gebracht.
§§ Ulrichstein, 6. Dezember. E nen Beitrag zu den modernen Dienstboten- und Gesindelöhnen liefert das Lohnverhältnis eines Knechtes von einem benachbarten Hofe, in.das derselbe mit kommenden Weihnachten tritt. Dieser Knecht bekommt als Jahresiohn 650 t. bar, freie Wohnung und freien Brand, 20 3tr. Kartoffeln und Haltung einer greifen, wenn man den gesamten Lohn mit 1000 Mark Biege und eines Mastschweines. Man wird nicht zu hoch beranschlägt.
Rülfeured, 5. Dezember. Unglüdsfall. Als der Holzhauer A. B.cker von hier gestern Nachmittag in den Freiherrlich Schenkschen Waldungen mit Baumfällen beschäftigt war, wurde er von der Spize einer nieberbrechenden Kiefer mit einem peitschenartigen Schlage so unglücklich auf den Kopf getroffen, daß er sofort besinnungslos zusammenbrach und alsbald verschied. Der so jäh Verstorbene stand in den besten Jahren, war Familienvater und gehörte unserem Gemeinderate an.
§ Nieder- Ohmen, 6. Dezember. Die hiesige Ges meinderatswahl wurde vom Brovinzialausschuß abermals verworfen und muß infolgedessen zum dritten Male vorge
nommen werden.
* Marburg, 5. Dez. Das jezt ausgegebene Studentens Verzeichnis zeigt, daß das intersemester von insgesamt 1454 Studenten besucht ist. Unter diesen befinden sich 84 zum Hören der Vorlesungen Berechtigte, darunter 18 Damen. Dem Studium nach sind 122 Theologen, 350 Juristen, 187 Mediziner und 795 Philosophen. Beheimatet sind 469 in Hessen- Nassau, 622 in übrigen Provinzen, 230 in den Bundesstaaten, darunter 36 in Hessen- Darmstadt. Im borigen Winter waren es 1341 und im Sommer 1635 Studenten.
* Marburg, 6. Dezember. Jungviehweiden. In einer Versammlung des landwirtschaftlichen Vereins Marburg beschäftigte man sich auch mit der Anlage von Jungviehweiden. Verschiedene Gutsbesizer lobten die guten Erfahrungen, die sie mit diesen Weiden gemacht haben und wiesen darauf hin, daß die Tiere sich in der freien Natur ganz hervoragend entwickelten.
*
Groß Felda, 6. Dezember. Invalidenversicherung für Betriebsinhaber. In interessanter Weise referierte Lehrer Log- Offenbach am Sonntag im hiesigen Ortsgewerbeverein über das Wesen und die B.deutung der Invalidenversicherung für die selbständigen Handwerker, Gewerbe
diese Seite. Gießen ift
ilgen Marburg und Bepla Darmstadt, 6. Dez. Refaultat der am 1. Dezem bung beträgt die Einwoh Fall Darmstadt 83 650( Am 1. Dezember 1900 be und hat sich hiernach die Jahren um rund 11270
Bubbath batte 41887 Berfonen, 2583 Merlau, 6. D Det gählt 499 Berfone Hainbach, 6. D
1250 Einwohner.
*
Auerbach, 5. De Rülfenrod 6. T Sefonen. Abnahme 1
• Bleidenrod, 6.
Schlitz, 5. Deze
*
Berfa, 6. Dez. fattungen, 548 Persone. Wimpfen, 6. De
31 186 graen 3157 bei d Wollstein, 5. De hung ergab fich für
Ca
Selterswe empfehlen als be
bon
Dan He Knaben
bon
Spaz Billige fefte Bre
Bi
Blutbi ! B Wohls
ZI


