Einzelbild herunterladen

arbeiten wird Stephanitcaße hrverkehr ge

armen.

Eft bis zum ährend dieje

in Lollar ver:

10ht

ine, 2 Wagen, nit 6 Stüblen fche, Stüble, Eu. Blumen­

ler Tisch mit

tobozieber,

Kutitute

eine

be

Sie

eige

Ort:

age

Dem

tes

dem

rter

hied

un

ich!

ehe

vird

Zu

edt,

an

as

on

te

he

61

Die

er

งด รั

as

a=

ie

len

eine

gnis

die

und

ener

igen

Dod

110

0

Der

Ter

rte.

Elly

ann

Denn

Rr. 210.

Jusertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober­beffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg.

Rebektion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 83. Fernsprechanschluß Nr. 362.

Donnerstag, den 7. September 1905.

Gießener

14. Jahrgang

Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erfdeint an offen Werktagen nachmittags.

Neueste Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeifung)

für Oberheffen und die Kreiſe Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Volizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Der letzte Akt.

Nachklänge zum Frieden von Portsmouth.

Das Stück ist aus! Atemlos, bis aufs äußerste gespannt hat die Welt seit Wochen den wechselnden Szenen zugesehen, die sich in dem bisher ziemlich unbekannten amerikanischen Portsmouth in New- Hampshire abwickelten. Unregelmäßig war der Gang der Handlung, bald schien die eine, bald die andere Partei die Oberhand zu gewinnen, und mehr wie einmal drohte das Spiel mit plößlicher Katastrophe und in schriller Dissonanz zu enden. Und wurde doch zum guten Ende gebracht, obwohl die Akteure dies- und jenseits mit unzufriedenen Gesichtern die Hand zur schließlichen Ver­föhnung boten. Doch die finster gezogenen Brauen gehören zum Handwerk, und man darf überzeugt sein, daß hüben wie drüben im Herzen die Befriedigung wohnt, das schwierige Werk nach besten Kräften bewältigt zu haben. Der einmütige Beifall, die Freude bei allen human und kulturfreudig denkenden unbeteiligten Zuschauern muß Widerhall ge­funden haben in den Herzen der leitenden Männer, soweit sie noch nicht gänzlich den Blick verloren haben für die großen Ziele, denen die Menschheit trotz aller Hemmungen und Wirrungen zustrebt. Daß das Volk in Rußland wie in Japan zin Ende des Blutvergießens Hosianna singt, braucht man sowieso nicht zu bezweifeln. Die Blüte der jungen Mannschaft beider Völker schläft auf den unwirt­lichen Steppen der Mandschurei den Schlaf, aus dem es fein Erwachen gibt, trostlose Frauen und verlassene Waisen jammern vergeblich nach dem Gatten und Vater. Langsam nur werden die Wunden verharschen, tausendfach wird die dem Kriege folgende hohläugige Not ihren Tribut for­dern, und der wirtschaftliche Niedergang wird in langen Jahren noch seine Wirkungen zeigen. Da war es Zeit zum Frieden, höchste Zeit trop aller Tiraden von jenen Ar­meen, die nach dem Kampfe lechzen, von jenen Volks­baufen, die unter dem drohenden Ruf der Empörung den Frieden verworfen haben sollten. Die Friedensglocken von Portsmouth gaben tröstliches Echo unter den Mauern des Kreml und in der Stadt Peters des Großen, sie flangen wohlgefällig wieder an den Ufern der Kurileninseln und in den zierlichen Bambushäuschen, die sich um den Palast des Mikado scharen.

Einfacher und stiller, wie man wohl angenommen hatte, ging der letzte Akt des weltgeschichtlichen Schauspiels in Bortsmouth, die Unterzeichnung des Friedens­bertrages, vor sich. Die amerikanische Marine hatte eine Ehrenwache gestellt. Mit Musik und präsentiertem Gewehr wurden die russischen Delegierten, an ihrer Spize der mit neuem diplomatischen Ruhm bedeckte Witte, emp= fangen. Unterstaatssekretär Pearce und Admiral Dead als Vertreter der Unionsregierung begrüßten die im Auto­mobil ankommenden Russen und geleiteten sie zu dem für sie bestimmten Raum. Im Konferenzsaal harren die Sekre­täre, der in verschiedenen Sprachen abgefaßte Vertrag wird nochmals von ihnen durchgelesen und verglichen. Aber wo bleiben die Ia paner? Für 3 Uhr war die Unterzeich­nung festgesetzt und schon zeigt die Uhr eine Viertelstunde mehr. Noch aber ist nichts von Baron Komura und seiner Gefolgschaft zu sehen. Sollte im letzten Augenblick das ganze Werk in Frage gestellt werden? Schon stürzen eifrige, übereifrige Berichterstatter zu den Telegraphenämtern, schon fängt der elektrische Draht an zu arbeiten, um die Kunde bon der Weigerung der Japaner, den Frieden endgültig zu besiegeln, in die Ferne zu tragen. Doch blinder Eifer schadet nur", nach zwanzig Minuten schnaubt der Kraftwagen der japanischen Kommission heran und dem behenden Ge­fährt entsteigt der winzige Komura, hinter ihm seine Lands­leute. Die amerikanischen Zeitungen, welche das voreilige Telegramm ihrer Korrespondenten in der gleichen Stunde noch veröffentlichten, hatten das Nachschen.

Nach der Begrüßung betraten Witte und Komura mit ihren Suiten von entgegengesetzten Seiten den Konferenz­saal. Man läßt sich an dem Beratungstische nieder, wo die Unterschriftseremplare des Vertrages bereit liegen. Einige Augenblicke, die still und feierlich verstreichen, dann hört man das Geräusch der Federn das große Werk ist getan. Im gleichen Moment donnern vom Hafen her die Kanonen, alle Kirchenglocken der Stadt beginnen zu tönen. Die Delegierten haben sich erhoben, Witte und Ko­mura schütteln sich die Hände. Baron Rosen nähert sich dem japanischen Staatsmanne und spricht: Im Namen des ersten Bevollmächtigten der Russen, im Namen des Zaren und im eigenen Namen habe ich Ihnen zu sagen, wie glück­lich wir sind, daß es uns gelungen ist, dieses Dokument zu unterzeichnen, das für Sie und für uns das Ende eines Krieges bedeutet, der unseren Völkern und der ganzen Welt so viel Schaden zugefügt hat." Romura antwortet auf eng­lisch: Ich danke Ihnen für Ihre Worte, ich bin ebenso glück­lich wie Sie." Witte ladet zu einer geheimen Unterredung im Stebensaal ein. Sie dauert 10 Minuten, man erfährt nichts von ihrem Inhalt.

Die Dokumente werden unterdessen gesiegelt, noch einige furze Worte zwischen den Diplomaten, dann wird Cham­baaner gereicht und man stößt auf gute Freundschaft an.

Die persönliche Aussprache Tommt zu ihrem Rechte nach der ernsten Stimmung der vorhergehenden Minuten.

In den Kirchen Portsmouths beginnen Dankgottes­dienste, auch nach russischem Ritus. Die russischen Dele­gierten wollen den heimatlichen Gottesdienst besuchen, des­halb trennt man sich im Konferenzsaal alsbald, die Japaner fahren in ihr Hotel.-

Und so ist der diplomatische und der wirkliche Feldzug zu Ende, der Frieden kann daran gehen, die bitteren Wun­den des Krieges zu heilen. Viel Zeit, Jahre und Jahr­zehnte, wird er brauchen, noch mehr Zeit wollen wir ihm münschen.

Baron Komura sowie die übrigen japanischen Mitglieder der Konferenz sind von Portsmouth nach Boston abgereist; sie wollen auch noch nach Kanada. Die russischen Mitglieder der Konferenz reisten gestern vormittag nach Newyork

Die angeklagte Regierung. ( Eig. Bericht.)

Budapest, 5. September. Das Ende der Parlamentsvertagung ist nahe gerückt, und noch ist kein Ergebnis der mannigfachen Bemühungen des Verlegenheitsministers Baron Fejervary zu erkennen. Die vereinigte Opposition, die sich für allein regierungs­berechtigt hält, obgleich sie selbst ihre Regierungsfähigkeit noch zu beweisen hätte, läßt durch ihren Ausschuß das Ministerium, die Gemeinden, die Komitate überwachen". Der Ausschuß gebärdet sich, als ob die Regierung aus Ver­rätern bestände, als ob die Kommunen und Komitate durch Einvernehmen mit der Regierung in der unentbehrlichen Besorgung der laufenden Geschäfte sich des Verrates mit schuldig zu machen im Begriffe sei, und als ob es Vater­landsliebe, Einsicht und Gerechtigkeit einzig in seiner Mitte gäbe. Der Ausschuß allein prägt die geltende Wahrheit und verkündet in Orafelsprüchen, die sich von den mehr­sinnigen delphischen durch den Mangel an jedem Sinn nicht gerade vorteilhaft unterscheiden, welchen Weg die Politil des Landes nicht nehmen dürfe. Die neueſte Aus: Tassung vom oppositionellen Dreifuß besagt, daß die Regie. rung unter Anklage gestellt werden solle. Der Ausschu hat einen engeren Ausschuß mit der Aufgabe betraut, die Anklage zu entwerfen und am 15. September vor das neu zusammentretende Parlament zu bringen. Worauf die An flage lauten soll, ist nicht gesagt. Das braucht auch nicht gesagt zu werden. Die Regierung ist eben eine landesver räterische Regierung, eine verfassungsbrecherische Regierung, furz, eine Regierung, die man nicht an der Regierung lassen darf. Baron Fejervary ist abgebrüht genug, sich aus diesen Vorwürfen, die hier nur in gemildertster Form zum Aus. druck kommen, gar nichts zu machen. Er fürchtet sich nicht einmal vor dem Donner der Drohungen und vor den Oppo sitionsblizen, die er, wie es scheint, für Theaterblige hält, und die in der Tat nach Kolophonium riechen. Die An­flagedrohung und Anklageausarbeitung ist wirklich eine lächerliche Komödie, die nur in dem Heimatland der politi­schen Komödianterei und der komödiantischen Politik mög­lich ist. Bringt Baron Fejervary bis zum 15. September eine freundliche Vereinbarung zustande, was allerdings wenig wahrscheinlich, aber durchaus nicht unmöglich ist, so fann natürlich aus der Anklage nichts werden; im anderen Call läßt Baron Fejervary das Abgeordnetenhaus am 15. nur zusammentreten, um es sofort aufzulösen, und dann liegt die Anklage gleichfalls unter dem Tisch.

Es ist bekannt, daß Baron Fejervary die Absicht hat. das allgemeine Wahlrecht in Vorschlag zu bringen. Er müßte also versuchen, die Neuwahlen unter der Parole des allgemeinen Wahlrechts sich vollziehen zu lassen. Wenn ihm das gelingt, so hat er gute Aussichten, die Opposition zu sprengen, gerade weil ein erheblicher Teil der Opposition schon früher das allgemeine Wahlrecht empfohlen hatte, während der größere Teil für diese Neuerung, die dem Mo­guarismus gefährlich werden könnte, ganz und gar nicht schwärmt. Die Opposition gerät dann durcheinander und, was das wichtigere ist, auseinander.

Im übrigen treten mehr und mehr Anzeichen hervor, daß das Land der lächerlichen und gefährlichen Komödie überdrüssig ist und eine Verständigung berbeiwünscht. Der ..psychologische Woment" ist gekommen; von der Geschick­lichkeit des Baron Fejervary hängt es ab, ihn zu nußen.

Politifche Rundfchau.

Deutsches Reich.

Tie Generalversammlung der Deutschen Mittelstands­vereinigung ist nach Erledigung der Tagesordnung geschlos­sen worden. Es wurde eine Erklärung zugunsten der Privat­beamten angenommen, die für diese Berufsklasse eine staat­liche obligatorische Alters- und Reliktenversicherung, eine gefeßliche Regelung der Arbeitsverhältnisse und eine aus­kömmliche Besoldung fordert. In Sachen des Befähigungs­nachweises wurde empfohlen, daß das Handwerk die Frage bis zur nächsten Versammlung eingehend studiere und aus den Innungen heraus das Material dazu schöpfe. Ferner

wurde gefordert, daß die Werleitung von Arbeitern zum Kontraktbruch unter Strafe gestellt werde. Ein von seiten der Gastwirte gestellter Antrag, betreffend Stellungnahme zur Fleischteuerung wurde dem Vorstande überwiesen. Im Auftrage des Kaisers war vom Geh. Kabinettsrat von Lu­canus ein Telegramm eingelaufen, in dem der Kaiser für den Ausdruck treuer Ergebenheit seinen Dank ausspricht. Am Grabe Miquels wurde ein Kranz niedergelegt.

In Bremen gelangte vor einiger Zeit bekanntlich eine Eingabe wegen Abschaffung des obligatorischen Religions­unterrichts an Senat und Bürgerschaftsvertretung. Die bremische Lehrerschaft stimmte jetzt in einer Versammlung mit 273 gegen 43 Stimmen dieser Eingabe zu.

**

Im preußischen Abgeordnetenhause soll gleich nach dem Beginne der kommenden Session eine Interpellation über das Spremberger Eisenbahnunglück eingebracht werden. Die Begründung wird der nationalliberale Abgeordnete von Schenckendorff geben, der schon in den neunziger Jahren den zweigleisigen Ausbau der Strecke Kottbus- Görlitz ge­fordert hat.

* Mehrfache Petitionen, die einen erhöhten Schutz des Meistertitels für Handwerker befürworten, sind in letzter Zeit an die preußische Regierung gelangt. Wie diese jetzt in einer Mitteilung an den Berliner Polizeipräsidenten und die Regierungspräsidenten erklärt, beabsichtigt sie keine allgemeinen Maßnahmen in dieser Beziehung zu treffen.

* Die letzten Schiffe der englischen Flotte haben gestern den Hafen von Neufahrwasser verlassen. Die großen Linien­schiffe und Kreuzer waren schon am Abend vorher in See gegangen, die Torpedobootzerstörer folgten gestern. Der Besuch hinterläßt hier den besten Eindruck. Wie aus Eng­land einlaufende Nachrichten besagen, ist dort die Befriedi gung über den Empfang des Geschwaders in den deutschen Häfen allgemein.

Der in Westerland auf Sylt tagende deutsche Genossen­schaftstag wurde vom Geh. Regierungsrat Dr. France als Vertreter des preußischen Handelsministers, sowie vom Geh Regierungsrat Dr. Rödlin als Vertreter des Eisenbahn­ministers Budde begrüßt. Der Genossenschaftsanwalt Dr. Crüger unterzog die gegenwärtige Krise im Genossenschafts­wesen einer eingehenden Besprechung.

Der Ausschuß des Reichsgesundheitsrats für Seuchen bekämpfung wird zur Beratung über den Stand und die Bekämpfnng der Cholera im Deutschen Reiche am 9. d. M. im kaiserlichen Gesundheitsamte zusammentreten.

* Die Bewegung in den deutschen Städten wegen ber noch immer anhaltenden Fleischteuerung zieht täglich wei tere Kreise. Der Rat der Stadt Leipzig hat beschlossen, die Staatsregierung um schleunige Abhilfemaßregeln gegen die Fleischteuerung zu ersuchen. Der Gesamtstadtrat in Dresden will bei der Staatsregierung und dem Reichs. fanzler vorstellig werden und die Oeffnung der französischen dänischen und italienischen Grenze empfehlen. Die Stadt verordneten in Schöneberg bei Berlin wollen sich an den Bundesrat wenden und die Frage vor den branden burgischen Städtetag bringen. Die Stadtverordnetenver­sammlung in Frankfurt a. M. nahm einen Antrag an der Magistrat möge anläßlich der Fleischnot die Berufung eines deutschen Städtetages anregen und der Stadtverord netenversammlung über das Ergebnis seiner Bemühungen berichten. In Elbing hat der Konsum- und Sparverein zur Selbsthilfe gegriffen und einen Fleischverkauf zum Selbstkostenpreis eingerichtet. Schweinefleisch konnte zu dem für die heutige Zeit enorm billigen Preise von 65 Pfg. pro Pfund abgegeben werden und zwar ganz gleich, ob es sich um Bauchfleisch, Karbonaden oder Schinken handelte. Der An­drang der Käufer war so groß, daß man nicht im entfern. testen der Nachfrage genügen konnte. In Zukunft sollen regelmäßige Schlachtungen stattfinden.

Die

In Berlin wurde gestern nachmittag die Versammlung deutscher Fleischermeister eröffnet, die gemeinsamen Protesi gegen die Teuerung erheben wollen. In den Konkordia sälen waren etwa 3000 Angehörige des Fleischerhandwerks aus allen Teilen Deutschlands zusammengefoinmen. Verhandlungen begannen mit Begrüßungen und dem Ver. lesen von Briefen der Berliner städtischen Behörden, in denen diese ihr Interesse für die Versammlung befunden. Den ersten Vortrag hielt der Verbandsvorsitzende Wiegand, Nordhausen, über das Thema Vieh- und Fleischnot".

Spanien.

** Die Urheber des Bomben- Attentats in Barcelona sind noch nicht entdeckt. Infolgedessen forderte die Militär­behörde die Akten des Verfahrens ein. Es herrscht Panik, zahlreiche Fremde verlassen Barcelona. Die Zeitung La Lucha ist infolge eines Artikels, in dem sie das Attentat zu rechtfertigen versucht, beschlagnahmt worden.