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geltenden Schulreglements einer Revision unterzogen werden sollen. In Livland soll ein Gymnasium mit deut­scher Unterrichtssprache geschaffen werden. In allen Schulen der baltischen Provinzen soll der Religionsunter­richt in der Muttersprache erteilt werden.

Ohne Steuer und ohne Steuern.

Aleber die Lage der innerpolitischen Dinge in Rußland erhalten wir von einem Petersburger Herrn, der die poli. tischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Rußlands seit Jahren aus der Nähe beobachtet hat und mit den verschiedensten Kreisen in der russischen Hauptstadt vertraute Beziehungen unterhält, nachstehenden Brief:

Petersburg, 5. Juli.

Mit Verwunderung nimmt man hier wahr, daß das Aus. land auf die kleinen Vorkommnisse in Odessa und Feodosia so viel Gewicht legt und sich den Anschein gibt, über die Meuterei der Mannschaft des einen und anderen Kriegs. schiffes erschrocken zu sein. Man erblickt darin einen Beweis, daß die russischen Verhältnisse im Ausland noch immer nicht gekannt sind, daß man sich jenseits der Grenze noch iminer feine rechte Vorstellung von dem Grade der Revolutionierung des ganzen Rußland macht. Die Dynastie steht auf dein Spiel, die Monarchie selbst nicht etwa das selbstherrliche Regiment ist in Frage gestellt, seit Wochen ist die Re Frutenaushebung durch den stummen allgemeinen Widerstand unmöglich gemacht, kann die Armee im fernen Osten Asiens keinen Nachschub an Mannschaften und Waffen erhalten was will es unter solchen Umständen bedeuten, ob die Mann schaften einiger Schiffe im Schwarzen Meer den Gehorsan versagen und programmwidrige Spazierfahrten unter nehmen! Das sind Scherze, um deren willen man sich hier längst nicht mehr aufregt. Die ähnlichen Vorgänge in Kronstadt sind weit schlimmer, und dabei sind auch sie das schlimmste noch lange nicht.

sich, daß Ministerpräsident Rouvier in der nächsten Woche it der Lage sein wird, auf die angekündigte Anfrage über die marokkanische Angelegenheit und über die äußere Boli­lik au antworten.

Die sibirische Bahn steht still. Die Arbeiter streiken nicht, weil sie nicht arbeiten, sondern weil sie den Krieg nicht wollen. Die Versuche, den Betrieb wieder ordnungsmäßig aufzunehmen, sind als aussichtslos aufgegeben. General Linewitsch ist auf die Truppen und das Kriegsmaterial an getriesen, die er zur Verfügung hat, und darf in absehbaret Zeit nicht auf Verstärkung rechnen. Daher die plötzliche Bereitwilligkeit zu Friedensunterhandlungen mit Japan, die augenblicklich wirklich aufrichtig gemeint sind. Das Ver dienst der Rooseveltschen Intervention ist dabei sehr gering. Auch ist es noch keineswegs sicher, ob es zum Friedensschluß tommt. Das hängt weit weniger von den Unterhändlern und den ihnen mitgegebenen Instruktionen ab, als von der Entwickelung, die die inneren Verhältnisse Rußlands in nahe: Zeit nehmen werden, und für die es nur zwei wahrschein. liche Zielpunkte gibt: die Etablierung eines Säbelregiments wenn die Großfürsienpartei die Verfügung über die Gewalt und das Militär wieder fest in die Hände bekommt, oder im anderen Jalle die Republik nach einem anarchistischen Zwischenregiment. Noch kann die Großfürstenpartei au Offiziere und Soldaten nicht mit Sicherheit rechnen, und es ist fraglich, ob sie überhaupt dazu gelangen wird. Das ver. spätete Dementi, das der Nachricht von der offenen Gehor semsverweigerung einer Offiziersversammlung gegenüber den Weisungen des stellvertretenden obersten Kommandeurs gefolgt ist, wird hier einfach berlacht. Man kennt die Offi ziere, die ihrem höchsten Vorgesetzten recht respektwidrige Be stellungen gemacht und seine Befehle verspottet haben. Seht viele Offiziere sind mit fast der gesamten Intelligenz des Landes der Ueberzeugung, daß es im Interesse des Zaren und Rußlands liegt, mit aller Beschleunigung durchgreifende Reformen vorzunehmen, eine Konstitution nicht zu ver sprechen, sondern sofort einzuführen. Daraus erklärt sich einigermaßen die Haltung jener Offiziere, die in ihrer Ari dem Zaren Treue zu beweisen und ihm Dienste zu leisten glauben, indem sie ihm den Treucschwur brechen und den Dienst auftündigen. Von diesem Standpunkt aus müssen die Vorkommnisse beurteilt werden, damit sie nicht gar so grauenvoll erscheinen.

Die oppositionellen Elemente sind inzwischen nicht müßig gewesen. Sie haben, eine recht bunte Gesellschaft, die so. gar die Anarchisten mit einbegreift, sich eng zusammen geschlossen und ganz bestimmte Verabredungen getroffen. Es eristiert bereits eine geheime Regierung, förm lich ernannt, die an einem nahen Termine hervortreten und die Zügel ergreifen wird, wenn nicht die Konstitution kommt, auf die man unter keinen Umständen ohne offenen Rampf verzichten will. Es ist im Werke, vom 1. August an eine allgemeine Steuerberweigerung zu prekla mieren. Weder staatliche noch städtische Abgaben sollen von genannten Zeitpunkt ab entrichtet werden, und bei etwaigen Zwangseintreibungen sollen die gepfändeten Gegenstände feine Käufer finden, weil den etwaigen Erstehern der Tod angedroht ist.

Kein Wunder, daß unter solchen Umständen recht viele Mitglieder der besitzenden Klassen eine Emigration vorbe reiten, zum Teil schon angetreten haben. Und nicht mit leeren Händen. Nach Finland, wo man verhältnismäßige Sicherheit erwartet, sind schon viele unter dem Anschein von Bade- und Erholungsreisen ausgewandert. Daß sie ihr liquidierbares Vermögen mitgenommen haben, sieht man ihnen nicht an. Auch die deutschen und böhmischen Bade. orte werden von solchen Auswanderern in Menge aufge­sucht. Der Aufenthalt daheim ist ihnen unheimlich; denn hier droht ihnen Gefahr von oben und bon unten.

Die herrschende Fleischteuerung hat den Dentichen Fleischerverband veranlaßt, auf dem Verbandstage eine Re. lution zu fassen und diese dem Reichskanzler av bermitteln. In der Eingabe wird darauf hingewiesen, dah Maßnahmen zur Besserung der außergewöhnlichen Umstände notwendig seien. Wie die Regierung zu Zeiten der Mih. nte außerordentliche Maßnahmen zur Linderung der Not rifft, so glaubt der Deutsche Fleischerverbandstag, auch für De Zeit der abnorm hohen Viehpreise solche beantragen zu ellen, umsomehr, als infolge der für nächstes Frühjahr be. vorstehenden Einführung des neuen Zolltarifs die Befürch tungen für eine weitere Verteuerung beständen.

Ein merkwürdiger Umstand muß noch erwähnt werden: Dieselbe revolutionäre Bewegung, die gegenwärtig die kräf­tige Fortsetzung des Krieges gegen Javan tatsächlich hin­dert, ist entschlossen, nach erlangter Konstitution alle Mittel qufzuwenden, um den Krieg fortzuführen und ihm eine für Rußland bessere Wendung zu geben. Die siegreiche russische Revolution will ihren Dank für die Konstitution durch eine große patriotische Opferwilligkeit bekunden und durchaus nicht friedlich sein,

So liegen die Dinge in Rußland heute.

Politifche Rundschau.

Deutfches Reich.

* In der Marokkoangelegenheit ist die zwischen dem deut schen Botschafter Radolin und dem französischen Minister. präsidenten angesetzte Besprechung bis Freitag, den 9. Juli, verschoben worden. In Paris hält man es für wahrschein

* Eine neue Verfügung über den Fahrverkehr auf öffent. lichen Wegen ist vom preußischen Ministerium erlaten wor den. Die für die ganze Monarchic erlassene einheitliche Poli zciverordnung soll strenger gehandhabt werden. Insbeson. dere soll darauf gesehen werden, daß stets nach rechts auszu weichen und links zu überholen ist. Der Bevölkerung wird unter Hinweis auf die steigende Verwendung der Kraft. wagen bei den fünftigen Herbstmanövern die ge­noue Beobachtung der Polizeivorschriften eingeschärft. Ver­fehlungen sollen unnachsichtlich und streng geahndet werden.

* Ein neues deutsches Botschaftsgebände in Washington wird demnächst erstehen. Die Reichsregierung hat bereits ein Grundstück gegenüber der französischen Botschaft erwor= ben. Auf dem Grundstück wird ein glänzender Steinbau im Stile Friedrichs des Großen errichtet werden; seine äußere Erscheinung wird voraussichtlich nach dem Muster des Neuen Palais in Potsdam gemodelt sein. Die Pläne sind indessen noch nicht ausgearbeitet, und in Berlin hat man sich noch nicht einmal darüber schlüssig gemacht, welcher Betrag auf den Neubau verwandt werden soll. Die Vor­lage bezüglich der Bewilligung der Mittel für das Bot­schaftsgebäude und die Ausgestaltung des herrlichen Gar­tens, für den ein Terrassensystem verwandt werden soll, wird dem deutschen Reichstag voraussichtlich in seiner näch­sten Session zugehen.

Türkei.

** Mehrere diplomatische Zwischenfälle bekunden die durch die Vorgänge im Schwarzen Meer in türkischen Regierungs­freisen hervorgerufene Erregung. Ein amerikanisch- türfi­schicher Streitfall ward dadurch heraufbeschworen, daß der erste Dragoman der amerikanischen Gesandtschaft Gargiulo auf offener Straße in Stambul von Kreaturen Felim Ba schas, des Chefs des Spionagewesens, verhaftet, während zwei Stunden festgehalten und in Stambul unter polizei­licher Bewachung ins Polizeiministerium geführt wurde. Der Polizeiminister verfügte die Freilassung. Der amerika­nische Gesandte hat bereits Protest erhoben.- Ein zweites unliebsames Vorkommnis ereignete sich mit dem russischen Botschafter. Dieser unternahm an Bord des russischen Sta­tionsschiffes eine Spazierfahrt ins Schwarze Meer. Bei der Rückfehr passierte der Stationär mit dem Botschafter die Einfahrtsstation Kavak, welche nach Sonnenuntergang für einfahrende Schiffe verboten ist. Auf das Botschafter- Schiff vurde von der türkischen Batterie in Ravak ein blinder Schuf abgegeben und das Fahrzeug angehalten. Die Verbotsbe­timmungen haben im übrigen keine Geltung für Botschafter­schiffe. Der Botschafter mußte den Stationär verlassen und in der Dampfbarkasse zur Botschaft zurückkehren.

Alien.

** Auf dem ostasiatischen Kriegsschauplak beträgt jetzt der Abstand zwischen dem russischen und japanischen Heere nur noch 30 englische Meilen. Der japanische Friedenskom­missar Baron Komura wurde vom Kaiser in Abschieds­audienz empfangen. Nach japanischen Nachrichten ist man in Tokio ebenso wenig mit dem Wunsche Chinas einver­standen, an den russisch- japanischen Friedensverhandlungen teilzunehmen, wie in manchen Kreisen Rußlands. In der japanischen Presse wird versichert, Japan werde unerschiit­berlich dem Grundsaß der offenen Tür treu bleiben und später über die zweckmäßige Anwendung dieses Grundsayes in der Mandschurei mit China in Unterhandlungen treten. Darüber werde nach dem Kriege ausschließlich mit China verhandelt, ebenso wie die bevorstehende Konferenz nur allein mit Rußland geführt werde. China habe kein Recht, sich einzumischen.

Hof und Gesellschaft.

Der Kaiser ist auf seiner Küstenfahrt in die Koldinger Gegend gelangt. Er ging an Land und unternahm einen Spaziergang im Walde bei Löverode.

Der Großherzog von Oldenburg hat sich mit seiner Gemahlin nach Holland zum Besuch der Königin Wilhelmina und des Prinzregenten Heinrich begeben. Der letztere ist bekanntlich ein Bruder der Großherzogin Elisabeth von Oldenburg

Deer und flotte.

afall bei der deutschen Marine. Bei einer Schieß­übung in der Kieler Bucht rannte das Linien- Panzerschiff das Hochsee- Torpedoboot S 124". Das Torpedoboot wurde sehr erheblich beschädigt und begann zu sinken. E3 fonnte aber noch in den Kieler Hafen geschleppt werden. Einige Leute der Besatzung erhielten Brandwunden durch ausströmende Dämpfe.

Soziales Leben.

schen Kesselschmieden sind bisher ergebnislos gewesen. Aus diesem Grunde hat die Norddeutsche Masichnen- und Arma­turenfabrik 550 Arbeiter ausgesperrt und die Aktiengesell­schaft Weser 2500 Arbeitern gekündigt.

Kohlenarbeiter- Ausstand. In Fünfkirchen sind auf den der Donau- Dampfschiffahrtsgesellschaft gehörigen Koh­lenbergwerfen 4000 Arbeiter in den Streik getreten. Mili­tär ist herangezogen worden.

Bewegung im Zimmerergewerbe. Infolge der Wei­gerung mehrerer Zimmerleute, zu der neuen Kasse für Ar­beitslose beizusteuern, ist es in Halberstadt zu einem seit einiger Zeit andauernden Streit gekommen, der damit en dete, daß jetzt die Zimmerleute auf allen Betrieben entlassen wurden.

Beendigung der bayerischen Metallarbeiteranssperrung. Die zwischen den Vertretern des Verbandes der Metall­industriellen und den Vertretern der Arbeiterorganisationen gepflogenen Verhandlungen haben zu Einigungsvorschlägen geführt, die bei dem im Münchener Kindl- Keller abgehaltenen Generalappell der Ausgesperrten mit 1247 gegen 559 Stimmen angenommen wurden. Aus den Verhandlungen ging hervor, daß die Arbeitgeber zwar den Tarif verhin­dert, aber die Organisation nicht zerstört haben. Die reine Arbeitszeit beträgt wöchentlich 58 Stunden, ist also herab­gefeßt; die Firmen versprechen, in eine wohlwollende Prü­fung der Lohnforderungen einzutreten Maßregelungen dürfen nicht erfolgen.

Aussperrung auf norddeutschen Werften. Die Ver­handlungen der Geestemünder Werften mit den ausständi­

Nab und fern.

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Brifen der Chefapeale fchenfeind, fern der Forrefpondenten Sandlungen mit Mu tior.sblätter müßten

phonegrophen der Beife die Beratung

tände zu erborden maden zu Fonner An

erfahren haben Die Dompfer, ein Areuzer ble ous rei fünfjöllige phindern und zweig miten fidh die unter men. Die Mayflo für ihre Friedensmi Sache sehr geheim ge gefidert

Schweres Unwetter. Ganz besonders heftig sind die elektrischen Entladungen, die auf die große Hitze der letzten Toge folgten, in Süd- und Mitteldeutschland gewesen. Im Elsaß ist ein Hagelwetter niedergegangen, das stellenweise hühnereigroße Schlossen herabwarf und vielen Menschen Veitundungen brachte. Auch in der Aachener Gegend hat der Hagel mancherlei Unheil angerichtet. In einigen Ortschaften find fast alle Fensterscheiben zertrümmert, auch sind die Haus. dächer von den Schlossen beschädigt worden.

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de The Behandlung beibende Aleearten und Den forechenden Stall rar häufig bortom mon mit einem falf- un Bachstum zu befördern, Sflanzen an. Die Be Bodenanzeiger, aber f trodenen Bodenarten a fann nur durch häufige ter Witterung und dur Samen reif wird, mit fann die Herbstzeitlofe den Boden dienen, als übermäßig naffem Bod

Die Hitze und der Parademarsch. In München hatte an einem der legten heißen Tage das zweite Infanterie­Regiment Regiments- Ererzieren. Als gegen 10 Uhr vor mittags die Uebung mit einem Parademarsch beendet wurde, tamen nicht weniger als 17 Fälle von Hißschlag vor. Ein Reservist der 7. Kompagnie fiel auf der Stelle tot um. Der Unglücksfall wurde erst entdeckt, nachdem die übrigen Kom pagnien an dem Toten vorbei- und teilweise über ihn hin übermarschiert waren.

Tod durch verdorbenes Wasser. Ein Landwirt in Nagy Leta in Ungarn ging bei einem der letzten heißen Tage mil feiner Familie auf das Feld. Vom Durst gepeinigt, tranfen alle das Wasser aus einer Pfütze, auf die man unterwegs traf. Alsbald erkrankte die ganze Familie unter heftigen Vergiftungserscheinungen, und nur der Vater konnte geret. tet werden. Die Frau und die fünf Kinder starben an dem verderblichen Trunke.

Furchtbarer Sturm. In Mailand richtete vorgestern ein gen altiger Sturmwind viel Unheil an. Bäume wurden ent. wurzelt, Wagen umgeworfen, Dächer abgehoben, sogar ein an der Kathedrale stehendes schweres steinernes Standbild wurde heruntergestürzt. Der ganze Straßenverkehr war stundenlang unterbrochen, und viele Bewohner erlitten Ver legungen. Zwölf Arbeiter wurden unter den Trümmern eines durch den Sturm zum Einsturz gebrachten Gebäudes begraben; fünf waren sofort tot, sieben sind schwer ver. wundet.

Opfer des amerikanischen Nationalfestes. Alljährlich pflegen die Vergnügungen, mit denen die Amerikaner den 4. Juli, ihren Nationalfesttag, begehen, eine mehr oder min. der große Anzahl von Menschenleben zu fordern. In diesem Jahre ist es drüben besonders arg zugegangen. Aïlein in 150 Städten, aus denen bereits Festberichte vorliegen, sind durch Feuerwerkskörper und Pistolenschüsse 36 Per­sonen getötet und 1677 verlegt worden.

Unglück in einer Kohlengrube. In einer Kohlenmine in Vivian in West- Virginien kam vor einigen Tagen eine größere Anzahl Arbeiter durch eine Explosion schlagender Wetter ums Leben. Von den in der Grube arbeitenden Berg­leuten waren neun sofort tot und achtzig waren verletzt, dar unter fünfzehn tödlich. Außerdem werden dreißig Arbeiter dermißt, und deren Rettung ist außerordentlich fraglich.

Gordon Bennet- Reunen. Nach Théry, der wieder, wie im vorigen Jahre, für Frankreich den Sieg bei dem klaj­jischen Automobilrennen davontrug, wurde als zweiter der Italiener Nazzadi plaziert. Cagno wurde dritter, Caillois bierter. Zwei französische Brasier- und zwei italienische Fiatwagen famen also in Front an. Deutschland ist ohne Preis geblieben, der deutsche Favorit Jenatzy gab nach meh­reren Störungen die Fahrt auf, als eine Feder seines Wa­gens plaẞte.

+ Eisenbahn- Unglück. Zwischen den Stationen Neander­thal und Gerresheim in der Rheinprovinz lösten sich vier Wagen eines Güterzuges los und fuhren auf eine entgegen. temmende Lokomotive auf. Der Lokomotivheizer wurde ge tötet, der Lokomotivführer verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend.

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Diplomaten auf See.

Geffi

Brafibent aa Sin Antrag des Abg. Bewährung einer Beit Ariegsfeldzuge bon 18 des Abg. Röhler, d marfen durch die Reid Masschuß überwiefen. Gefangenenauffeher zu Bewährung von Wohn wiefen. Abg. Benn Reifediaten an die bef Landtag zu verhandeln Beratung des Antrags Veröffentlichung Abg. Adelung bem Anz.", die Unvollkom bon ftaatswegen ange um 25 Prozent aude amtern gemachten Ange fchieden, daß auf fie le

Dr. Best betont, das Setreffenden Erhebunge hätten. Abg. Pen Antrages und weift a Bayern hin, wo man fel. Das politische hindigungsblatt berich auch in peffen ein Am Barteivertretung und i Beitung ermöglicht fei, bringt eine ganze Reib fich in den Kreisblätte Modus werbe alle S Die von der Regieru Roftenfrage feien nicht

Zu den russisch- japanischen Friedensverhandlungen. Amerika will den Ruhm nicht verlieren, der alten Welt von Zeit zu Zeit Ueberraschungen bereiten zu können und dadurch das Erstaunen der europäischen Zeitgenossen gebüh­rend wachzurufen. Da der bittere serieg zwischen den Mosko­witein und den Söhnen des Mikado im fernen Osten endlich beigelegt werden soll und zur Schlichtung und Lösung aller Fragen die Gastfreundschaft der nordamerikanischen Union in Anspruch genommen wird, hat man sich etwas ganz Neues ausgesonnen, dem das Signum der Originalität wenigstens nicht abzusprechen ist. Die Friedensunterhändler sollen nämlich im buchstäblichen Sinne des Wortes aufs Wasser ge­schickt werden. Man hatte anfangs gezögert, Washington als Platz für die Verhandlungen zu bestimmen, und zwar darum, weil das Semmerflima in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten gar nicht schön ist, und weil außerdem die amerikanische Bresse recht neugierig sein und eventuell starke Neigung zei­gen kann, allerhand Phantasien als Tatsachen aufzutischen, wenn Wirkliches schwer zu haben ist. Dadurch hätten Stö­rungen in die Verhandlungen hineingetragen werden kön nen. Nun hat man ein Abhilfsmittel gefunden, das über alle Steine des Anstoßes hinwegführen soll. Präsident Roose­belt hat in aller Stille seine offizielle Privatjacht, die May­flower", instand seßen lassen, um sie den Friedensunterhänd­lern zur Verfügung zu stellen! In Washington zu schwitzen, fann den hohen Herren der russischen und japanischen Diplo matie nicht wohl zugemutet werden, abgesehen davon, daß man fein passendes Hauptquartier für sie hat; in ein nörd liches Seebad sich zu begeben, hat ebenfalls seinen Haken, da dcrt wohl noch weniger Abgeschlossenheit gegen frivole Frage steller zugesichert werden könnte, als in Washington. So wird den Herren aus Rußland und Japan eine mit allen Be quemlichkeiten der Neuzeit ausgestattete Jacht zur Verfügung gestellt; in dieser Jacht können sie, umfächelt von den kühlen

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