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Die Antwort der Nihilisten.

Dem Manifest des Zaren hat ein Manifest der Nihilisten prompt geantwortet. Die Revolutionäre befleißigen sich einer knappen Sprache. Sie nennen die Erlasse des Zaren eine Verhöhnung des russischen Volkes, noch schlimmer als der blutige Massenmord vom 22. Januar. Das revolutio­näre Komitee müsse deshalb seine traurige Pflicht erfüllen: die Bestrafung der Mörder des Volkes. Vier Wochen sollen dem Zaren Zeit gegeben sein, eine freigewählte Volksvertre­tung zu berufen, Preßfreiheit zu gewähren, den ruchlosen Krieg in Ostasien zu beenden, alle Gefangenen und Verbann­ten freizugeben. Geschehe dies, so könne der Zar das Aeußerste von seiner Person abwenden. Andernfalls würden ihn weder Bajonette noch die Mauern von Zarskoje Selo gegen die Vollstreckung seines Todesurteils schützen.

Die Banken und die Volksvertretung. Man will in der russischen Hauptstadt missen, daß die Verheißung der Berufung einer beratenden Volksvertretung, die in dem dritten Erlaß des Zaren vom 3. März enthalten ist, auf eine Einwirkung der Bankwelt zurückzuführen sei. Namentlich die Vertreter der französischen Banken hätten offen erklärt, daß sie außerstande sein würden, ein russisches Anleihegeschäft zu machen, wenn nicht zuvor die Ruhe im Innern Rußlands wiederhergestellt und ein wichtiges Zu­geständnis an die öffentliche Meinung gemacht set.

Was sagt die Reformpartei?

Aeußerungen der russischen Reformpartei liegen über­haupt nicht vor. Ihre Presse hat man jüngst auf ein Viertel­jahr völlig unterdrückt, nur unkontrollierbare Meldungen liegen vor, und diese beschäftigen sich in der Hauptsache mit Mutmaßungen darüber, wer die zarischen Erlasse verfaßt habe. Den Großfürsten Konstantin nennen die einen, andere den Fürsten Meschtscherski.

Die Gegenrevolution.

Es ist davon die Rede, daß die russische Regierung den Versuch mache, die Revolution dadurch zu bekämpfen, daß sie den Volksunwillen gegen die Revolutionäre wendet. Ano­nyme Flugblätter würden von der Regierung verbreitet, die die Volksbewegung gegen die sogenannten Intellektuellen zu richten bestimmt sind, in denen das kaisertreue Volt aufgefordert wird, die Anarchisten zu bekämpfen. In einem solchen Flugbltt heißt es mit erquicklicher Deutlichkeit: Haut die Studenten!"

Neue Ausstände.

Die Ausstände nehmen an Zahl und Umfang zu. In Wilna haben die Zeitungen wegen Schließung der Drucke­reien das Erscheinen einstellen müssen. Die Ladenbesitzer haben aus Furcht vor Ueberfällen die Gewölbe geschlossen. Die Patrouillen, die durch die Straßen ziehen, scheinen ihnen das erforderliche Sicherheitsgefühl nicht zu geben. Auch in Petersburg haben einige Zeitungen feine Setzer mehr gefunden. In Zarizyn, Gouvernement Saratow, sieht es aus wie in Wilna. Zum Streik der Fabrikarbeiter und Sezer hat sich ein Streik der Handlungsgehilfen gesellt. Die Unruhen im Kankafns.

Auch im Kaukasus wollen die Feindschaften unter den Nationalitäten nicht aufhören. In Eriwan haben blutige Busammenstöße zwischen Mohamedanern und Armeniern stattgefunden. Der offiziöse russische Telegraph spricht euphemistisch von einigen Toten". Man weiß, was das jagen will, wenn man sich erinnert, daß die tausend Toten bon Baku auch zuerst als einige" passierten.

Die Dolitik.

Die Verhandlungen über einen deutsch- englischen Han­delsvertrag sind bereits im Gang. Die Eröffnung der Ver­handlungen ist auf englischen Wunsch erfolgt.

A Die Niederlassung von Buren in Deutsch- Ostafrika mehrt sich in erfreulicher Weise. Jüngst sind 14 Buren­familien auf den von ihnen ausgesuchten Farmen eingetrof­fen. Ihnen gefällt das Land ausgezeichnet, sie sind auch mit der ihnen gewährten Unterstützung zufrieden. Das nötige Zugvieh Ochen und Esel für ihre Wagen haben sie am Ort gekauft. Jede Familie besitzt zwei bis acht Milchkühe. Den Mais kaufen sie von den Eingeborenen oder tauschen ihn gegen Wildfleisch ein. An ihre Verwandten haben sie die Aufforderung gerichtet, ihnen nachzuziehen. Man rech­net auf eine Zuwanderung von über 1000 Leuten.

Italien.

XX Ein Ministerium Tittoni ist dem Ministerium Giolitti schnell gefolgt. Daß Giolitti von sehr angegriffener Gesund­heit war, als er zurücktrat, ist sicher; aber auch seine mi­nisterielle Stonstitution war hart angegriffen. Unmittelbar vor seinem Abschied erlich Giolitti noch eine Verfügung, die die Gründung des internationalen Landwirtschafts- Instituts betrifft. Ein Komitee von 30 Mitgliedern soll das Pro­gramm für die im Mai zu berufende Konferenz entwerfen und die Regierung bei den vorbereitenden Arbeiten unter­stützen.

Frankreich.

Die Regierung der Republik will die Trennung der Kirche vom Staat nicht verzögert wissen. Sie will den Obstruktionsabsichten der Kammerminderheit dadurch begegnen, daß sie ihre Reden unbeantwortet läßt. Nur der Kultus­minister und der Berichterstatter sollen namens der Regierungs­partei das Wort nehmen. Man hofft, daß cs gelingen werde, das Geset am 1. Juli in Kraft treten zu lassen.

Afrika.

Die englische Regierung will dem Transvaalgebiet eine Repräsentativverfassung geben. Der betreffende könig­liche Erlaß soll schon Mitte März erscheinen. Er sieht gleiches Wahlrecht auf breiter Grundlage vor. Eine könig­liche Kommission bestimmt die Wahlkreise. Man nimmt an, daß in dem fünftigen Parlament je 18 Mitglieder der so­genannten Volkspartei und der entgegenstehenden Partei sigen werden.

Feer und flotte.

Die Uebungsfahrten im Sund und in den Belten. Das in der Hatteriff- Passage im Samsöbelt festgekommene deutsche Linienschiff Mecklenburg" ist nach harter Mühe wieder ab gekommen und heimgekehrt. Die dänischen Gewässer sind für Schiffe mit großem Tiefgang außerordentlich schwierig zu befahren. Die Mecklenburg" verdrängt fast 12 000 Raum­meter Wasser und geht 7,6 Meter tief. Wenn die großen Schiffe die Reise von Wilhelmshaven nach Kiel und umge­kehrt nicht immer durch den Kaiser Wilhelm- Kanal, sondern

öfters im Jahre durch die schwierigen Beltdurchfahrten machen, so geschieht dies zugunsten der Ausbildung des Per­sonals, das sich auf diese Weise mit den Gefahren jener engen und gewundenen Fahrstraßen und Gewässer vertraut halten soll, die in einem Seefriege eins unserer wichtigsten Opera­tionsgebiete darstellen. Nur auf diese Weise ist es für unsere Seeoffiziere möglich, sich völlig unabhängig von dem Lotsen­dienste zu machen, auf den die Kommandanten der tief­gehenden Schiffe fremder Mächte, abgesehen von Dänemark, beim Befahren des Sundes und der Belte nicht ohne die größten Gefahren verzichten können.

Deutfcher Reichstag.

( 156. Sigung.)

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CB Berlin, 6. März. Heute wurde die zweite Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern fortgesezt. Die Debatte knüpfte wieder an die fast durchweg sozialpolitischen Reso­lutionen an, deren Zahl in der vergangenen Woche auf 26 angewachsen ist. Der Abg. Dr. Potthoff von der frei­sinnigen Vereinigung betonte die Berechtigung des Hausier­handels und trat mit großer Wärme für gefeßlichen Schutz der Privatbeamten gegen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft ein. Der Antisemit Werner bestritt die Notwendigkeit des Hausierhandels, polemisierte gegen die Warenhäuser und forderte erneut die Einführung des Befähigungsnachweises für die Handwerker. Der Sozialdemokrat Horn- Sachsen sprach, wie in früheren Jahren, über Mißstände in der Glas­industrie, in der er Einführung eines Marimalarbeitstages und Verbot der Sonntagsarbeit für notwendig hält. Der Zentrumsabgeordnete Thaler begründete in seiner Jungfernrede einen Antrag seiner Partei, den Gehilfen der Rechtsanwälte, Notare und Gerichtsvollzieher, sowie den Be­amten und Angestellten der Krankenkassen inbezug auf Ar­beitszeit, Kündigungsfrist usw. denselben Schutz, wie den Handlungsgehilfen zu gewähren. Er erklärte dabei, daß seine Freunde gegen eine Ausdehnung der Schutzbestimmun= gen auf andere Privatbeamte nichts einzuwenden hätten. Der Zufall wollte, daß auf diese sogleich noch eine Jungfern­rede folgte: der an Stelle des verstorbenen Fürsten Herbert Bismarck gewählte Abg. Merten von der freisinnigen Volkspartei trat für einen Ausbau des Kinderschutes unter Heranziehung der Lehrerschaft ein.

Nah und ferm.

O Internationale Militärausstellung. Zum sechzigjäh­rigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josefs wird in Wien im Jahre 1908 eine internationale Ausstellung für Armee- und Marinebedarf abgehalten. Die Ausstellung wird dem Umfang nach einer Weltausstellung entsprechen, es wird dies die größte Ausstellung Desterreichs seit der Weltaus­stellung von 1873 sein. Als Ort für die Abhaltung dieser Ausstellung ist die bekannte Rotunde" samt dem umgeben­den Territorium gedacht.

Lawinen und Felsstürze werden aus vielen Teilen Süd­tirols gemeldet. Bei dem wehenden warmen Föhn schmilzt der neulich massenhaft niedergegangene Schnee bedrohlich schnell. Im Etschtal ist er schon ganz zergangen. Ein Berg­Sturz am Fiescoberg zerstörte die Straße Riva- Campi. Im Funtotale versperrte ein starker Bergsturz den Taleingang.

Domprobst Malzi aus der Haft entlassen. Wie aus Mainz gemeldet wird, wurde der wegen Sittlichkeitsver­gehens verhaftete Domprobst Malzi aus dem Untersuchungs­gefängnis entlassen. Er hat die verlangte Kaution von 10 000 Mark hinterlegt.

Ein Opfer wissenschaftlicher Versuche wurde Professor Volhard in Halle a. S., der Direktor des Universitätslabo­ratoriums. Beim Experimentieren am Schmelzofen mit 3000 Grad Hize verbrannte er sich schwer beide Hände.

Ein furchtbares Familiendrama spielte sich in Leipzig­Gohlis ab. Die nervenkranke Frau des Kürschners Hering ertränkte ihr vierjähriges Töchterchen in einem Wasserloche und warf sich dann vor die Räder eines Zuges. Schwer ver­letzt wurde sie ins Krankenhaus gebracht.

Eine kühne Flucht aus einem russischen Gefängnis wurde in Minsk von einem politischen Häftling ausgeführt. Während des Besuchtages erschienen im Gefängnis eine An­zahl Frauen, die den Verhafteten umringten und ihm daher unbemerkt Frauenkleider zusteckten. Der Sträfling, ein junger Mann von 19 Jahren, fleidete sich schnell um, band sich ein Tuch um den Kopf und verließ mit den Frauen in größter Seelenruhe das Gefängnis. Erst nach zwei Tagen fonstatierte die Gefängnisverwaltung, daß die Zelle des Ver­hafteten leer war. Es wurden zwar sofort polizeiliche Nach­forschungen angestellt, doch konnte man bis jetzt nicht das Beringste ermitteln. Der Flüchtling war wegen Ermordung rines Polizeispitels verhaftet worden.

Eine Gedächtnisfeier für Adolf v. Menzel fand am Montag in der Kunsthochschule in Charlottenburg statt. Sie war von der Akademie der Künste veranstaltet und durch die Teilnahme des Kaisers und der Kaiserin ausgezeichnet. Die Gedächtnisrede hielt Anton v. Werner.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Turiner Mordprozeß. Das Verhör der Gräfin Linda Bonmartini ergab, daß sie um die Ermordung ihres Ge­mahls gewußt und mit Sachi in einem sträflichen Verhält­nisse gestanden hat. Doch leugnet Linda, daß sie den Mörder zu seiner Tat angestiftet habe. Ihre Entfremdung von ihrem Gatten erfärt sie damit, daß ihre Charaktere zu verschieden gewesen seien und daß sie auf einent ganz anderen Bildungsstande sich befunden hätten. Zu Sachi sei sie ursprünglich als zum Arzte gekommen.

Kunft und Wissenschaft.

MC Ueber die Ergebnisse der Charcotschen Südpolarexpe­dition berichtet eine Depesche Charcots aus Port Madrin in Argentinien. Die Ueberwinterung auf der Insel Wandel gestattete Charcot, sämtliche wissenschaftliche Arbeiten unter guten Umständen auszuführen. Die Frage der Bismarck­straße ist aufgehellt. Wir haben das Alexanderland als vor­handen erkannt, aber es ist Eises halber unzugänglich. Dann haben wir mehrere unbekannte Punkte des Grahamlandes erfundet und erforscht. Trotz einer Strandung, die ein ernst­liches Leck des Schiffes herbeiführte, konnten wir die Fahrt auf der von uns erkundeten Küste fortseßen und den äußeren Umriß des Palmer- Archipels aufnehmen."

Vermifchtes.

[ Rekord eines deutschen Segelschiffes.] Das berannte riesige Fünfmast- Vollschiff Breußen" hat in nicht ganz einem Jahre zwei volle Reisen zwischen Hamburg und der West­füste Südamerikas vollendet, eine Leistung, die wohl noch

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bon feinem Segelschiff der Welt erreicht sein dürfte. Beide: Geselligkeit in male fuhr das Schiff in Ballast ab und brachte je 8000 Tons getlagt, daß eine Salpeter zurück. Die Preußen" ist in Bremerhaven auf der Kreise dringt. E Tecklenborgschen Werft erbaut und gehört der Hamburger sellschaft mit be =[" Ich bete an die Macht der Licbe".] Eine inter. über die mehr

Reederei F. Laeisz.

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essante Mitteilung macht ein Leser der Schles. 3tg.". Im Anschluß an einen Artikel über das bekannte Abendgebet" beim preußischen Zapfenstreich berichtet er, daß in der Zeit, in welcher er im Heere diente( 1858-59), dem Gebet ein anderer Text als: Ich bete an die Macht der Liebe" zu Grunde gelegt war. Er lautete:

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Geschoß und Schwert entsinkt dem Müden, Nimm uns, o Herr, in treue Wacht! Die Nacht verfündet deinen Frieden,

Dem Kriegsmann segne still die Nacht.

Dir, ew'ger Gott, in Krieg und Frieder. Sei Dank und Ehre stets hinieden!"

[ Ein Rührei aus Straußeneiern] konnte kürzlich ein Wiesbadener Wirt seinen Gästen vorseßen. Ihm war eine Sendung Straußeneier auf dem chnellsten Wege durch einen Bekannten zugegangen. Die Teilnehmer an dem Frühstück rühmen den Geschmack der Eier. Eine erste Probe war aller dings mißraten. Man fand einen herben, bitteren Beige­schmack. Durch Zusatz von feinen Kräutern wurde dieser aber behoben und das Gericht konnte nun auch den verwöhn­testen Gaumen befriedigen.

[ Wozu eine Rhinozeroshaut gut ist.] Im Londoner Zoologischen Garten ist das Rhinozeros Jim" eingegangen. Die über vier Zentner wiegende Haut, die 2,30: 2,80 Meter mißt, ist von einer Hamburger Firma zu technischen Zwecken erworben. Jeder Teil der kostbaren Haut findet seine Ver­wendung je nach Wachstum, Stärke und Elastizität zu ge­geräuschlosen Führungen bei Aufzügen( Personen und Waren), Kammrädern, Hämmern, namentlich für wertvolle Stempel, weil diese durch den Schlag nicht leiden oder abge­nützt werden, zu Peitschen, Stöcken, Knöpfen und vielen an­deren Sachen, bei denen es auf geringe Abnugung, lange Haltbarkeit, größte Festigkeit und Milderung des Geräusches ankommt. Auch in Kohlenminen ist solche Haut ein ge­suchter Artikel, um unten den Förderkorb aufzufangen. Eisen ist hier zu hart, Gummi löst sich durch das Fett und das Schmieröl, Holz ist nicht widerstandsfähig genug, Sand wird mit hochgenommen und verursacht zu viel Schmuh, nichts kommt einer Rhinozeroshaut oder dem Rhinozerosleder gleich.

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[ Die Molkerei der Königin.] Die Königin Wilhel­mine von Holland ist äußerst praktisch veranlagt. Auf ihre Veranlassung wurden auf dem zum Schlosse Loo gehörigen Landgute, das sehr schöne Wiesen hat, einige Kühe und Ochsen angekauft und die Molkerei angelegt. Die Königin inter­essierte sich sehr für das Erperiment und ließ das schönste Bich, das in ihrem Königreiche erhältlich war, ankaufen. Jezt gehen schon große Quantitäten Butter und Milch aus der königlichen Molkerei ins Land und ein recht hübscher Verdienst fließt dadurch in die Tasche der hochgestellten Besitzerin.

=[ Ein weiblicher Schuhmann] dürfte ein Unikum sein. Im Städtchen Huga in Colorado ist das Unglaubliche zur Tatsache geworden. Dort wurde nämlich eine Mutter von zwölf Kindern von ihren Mitbürgern einstimmig zum Schutz­manne gewählt. Als Begründung dieser seltsamen Wahl wird angegeben, daß die Einwohner schlossen, wer ein Dutzend amerikanischer Mädels und Jungens in Zucht und Ordnung zu erhalten vermöge, der sei auch die zur Aufrecht­erhaltung der öffentlichen Ordnung geeignete Person!

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Eine verhängnisvolle Explosion. In Neukirch explo­dierte auf dem Hofe eines Kafmannshauses ein Acetylen­gas- Apparat. Zwei junge Leute, die in dem Kaufmanns­geschäfte angestellt sind, kamen bei der Explosion ums Leben. [ Gewissenhafte Rollenstudien.] Sehr ernst nimmt an­scheinend der französische Schauspieler Mar Drarly seinen Beruf. Er hat im Pariser Chatelet in Tom Pitt, der Räuberkönig" die Hauptrolle zu spielen, und um darin ge­nügend echt zu sein, hat er, wie erzählt wird, unter dem Schutze eines englischen Lords" im Londoner East End Studien unter Verbrechern gemacht. Er hatte einmal auch zum Mittagbrot eine Anzahl Taschendiebe eingeladen und sah nun, wie sich einer von ihnen die Tasche mit Eßwaren bollstopfte. Darauf nahm Drarly ruhig eine Wasserflasche, doß deren Inhlt in die Tasche nach und sagte: Du hast jetzt genug zum Essen, alter Bursche, nun mußt du auch etwas zum Trinken bekommen."

** In unserem Blumengarten mahnen jetzt die ersten Blüten von Leberblümchen, Schneeglöckchen, Anemonen, Scilla an den nicht mehr fernen Frühling. Das Beschneiden der Ziergehölze muß bald beendet werden. Man sorge wie­der für die gewohnte Ordnung. Die Nasenpläge werden abgeharkt und die Wege mit neuem Deckmaterial versehen. Man beeile sich mit dem Pflanzen der Ziergehölze, mit Aus­nahme der Koniferen, die später gepflanzt werden. Auch Rosen können jeẞt gepflanzt werden. Je früher man pflanzt, desto sicherer ist das Anwachsen. Sobald milderes Wetter eintritt, kann man die winterliche Schutzdecke der zarten Staudengewächse, der Zwiebelbeete, der zarten Gehölze, der Rosen usw. aufnehmen. Es ist ratsam, das Deckmaterial je­doch in der Nähe zu lassen, damit die verschiedenen, empfind­licheren Sachen bei wieder eintretender rauher Witterung leicht gedeckt werden können. Konnten die Frühjahrsbeete im Herbst nicht mehr bepflanzt werden, so bepflanze man sie jetzt mit Stiefmütterchen, Silenen, Vergißmeinnicht, Nelken, Bellis, Primeln u. dergl. Sommerblumen, Astern, Lev­foyen, Balsaminen, Strohblumen, Phlox, Verbenen, Hahnen. kamm, Nelken, Petunien, Löwenmaul, Mimulus, Salpi­glossis, Zinnien, Pyrethrum usw. säe man in Schalen, Kisten oder direkt ins Mistbeet. Die im Keller untergebrach ten Deforationspflanzen bringe man heraus und stelle sie in einem möglichst hellen Raume auf, wo fleißig gelüftet wer den muß, damit sich diese Pflanzen allmählich an die freie Luft gewöhnen. Fuchsien, Heliotrop, Pelargonien( Gera­nien), Lantanen, Bentſtemon usw. werden zurückgeschnitten, verpflanzt und ans Fenster oder besser in ein lauwarmes Mistbeet zum Antreiben gestellt. Die jungen Triebe fann man zu Stecklingen verwenden, welche, in Sand gesteckt, bei öfterem Uebersprizen leicht Wurzeln machen.--

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