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oben bis unten in bestimmten Zwischenräumen, je nach der Vreite des Stores mit zwei bis vier weißen glatten Borden beieten. Wenn in jeder gut eingerichteten Wohnung auch das einfachste Store am Plate ist, so schließt das nicht aus, daß man sehr elegante fostbare Stores, zumeist mit echten anbringt. Spizen, Entredeur und Durchbruch- Arbeit Man hat deren, das Fenster zu 300 Mark. Noch immer sind die Gardinen mit Point lace- Arbeit in Aufnahme. Sie haben den Nachteil, daß man sie stets in einer Gardinen­wäscherei reinigen lassen muß. Darum werden die be­Fannten englischen Tüllgardinen mit Streifen und Plaque­Muster auf den Markt gebracht. Das Wort Gardine iſt igentlich nicht mehr am Platze. Man kennt sie doch kaum noch dem Namen nach. Es gibt jetzt nur Sonnengardinen, die gleich dem ehemaligen Rouleau- auch des Abends eschlossen werden, das Store und die Ueber- Gardine. Die Sonnengardinen werden neuerdings auch lieber weiß oder rêmefarben anstatt gelb oder rot gewählt. Man verziert ie, der Neigung für Durchbruch und Stickerei folgend, mit weiß gestickten Bordüren und Kanten. Die Sonnen­Jardinen reichen nur bis zum Fenstersims, während das Store fast den Boden berührt. Es ist aber nicht mehr Brauch, es so lang zu halten, daß es schleppt. Von dem eigentlichen Store wäre noch zu berichten, daß man ihnen pielfach weiße oder bunte Lorbeerkränze einwirkt. Dieser Schmuck kann nicht gerade als geschmackvoll gelten; er Jammt aus dem Empire, aus der Zeit, da man Napoleon I. terherrlichte und allüberall die Trophäe seines Erfolges, Neben dem langen den Lorbeerkranz zur Schau stellte. Store besteht die kurze Spanngardine, brise- bise genannt, Sie oft, aber nicht immer, von einem kurzen Store ,,, bonne femme" geheißen, beschattet wird. Die brises- bises sind sehr zu empfehlen; erstens lassen sie viel Licht durch die Fenster fallen, zweitens erfüllen sie den Zweck eines Vor­langes, Neugierigen den Blick zu versperren, drittens sind sie allerliebst, und ihre Art sehr mannigfaltig, viertens sind jie verhältnismäßig billig, zumal Frauenhände sie selbst, na­mentlich aus Einsatzstoff, fertigen fönnen. So kann man das Fenster bis zur halben Höhe einfach mit Seidenbändern bespannen, die oben und unten an einer Messingstange ver­schiebbar befestigt werden. Auch bestickt man Spanngar­dinen aus Tüll mit dicker Stickseide in Mustern aus Ketten­tich, die Längsstreifen darstellen. Letthin gewinnen brises­bises aus Rohseide die Oberhand. Sie fallen wie ein Volant an dem unteren Teile des Fensters herab. Nur zu durch­ichtigen brises- bises wählt man bonnes femmes und war aus Tüll mit einem Volant, Durchbruch und Spizen.

Der Uebergardine müßte eigentlich ein ganzes Kapitel remidmet werden. Drapierungen und Raffungen sind gänz­lich unmodern. Auf einer Messingstange an Messing- oder bersilberten Ringen hängen verhältnismäßig schmale seidene Fahnen an dem Fenster herab, die von selbst in Falten fallen. Vila ist höchste Mode, aber auch hellblau und grün ist be­liebt. Wer praktischer sein will, wählt Leinenstoff oder Tuch. Diese beiden Gewebe verlangen ein Futter. Da leichte Seide nicht allzu dauerhaft ist, bedient man sich gern eines seidenartigen, wie Pougés wirkenden Stoffes, der jedoch mit Baumwolle durchschossen ist. Das Bolant, das bisher anstatt des Lambrequin eingeführt wurde, hält man jest wiederum für überflüssig, namentlich, wenn es sich um Ueberhänge aus Leinenplüsch, aus Tuch oder aus ge­mustertem Baumwollstoff dreht. Die Vorhänge aus ge­mustertem Baumwollstoff, deren Farben und Linien eine sehr hübsche Nachahmung der Entwürfe von Künstlern dar­tellen und viel mehr Effekt machen, als sich ihrem Preise nach vermuten läßt, gelten gegenwärtig als die empfehlens­bertesten Vorhänge. Die glatten Uebergardinen werden mit abstechenden oder gleichfarbigen Blenden in modernen Beichnungen besett.

Für wichtiger bei der Wahl der Ueberhänge als das Material hält man heutzutage die Farbe. Denn es gilt als ein Kunststück, seine Wohnung farbig harmonisch abzu­timmen. Davon ein andermal.

**

Lokales.

Emma Reichen.

5. März 1905

Nach den jüngsten aus Moskau zugegangenen Nachrichten befinden sich der Großherzog und die Großherzogin in erwünschtem Wohlsein. Die hohen Herrschaften bewohnen das Kaiserliche Palais im Bezirke Aremi, in welches nunmehr auch die Großfürstin Sergius übergesiedelt ist.

* Die Abg. v. Brentano und Genossen richteten folgende dringende Anfrage an die Regierung: Ist die Großh. Re­gierung geneigt, der Kammer Auskunft zu geben über das

Verschönerungs- Verein

Gießen.

Am Freitag, den 10. d. Mts., abends 84 Uhr, findet die diesjährige

ordentliche Generalversammlung

im Café Ebel( Zimmer Nr. 5)

statt und werden die Mitglieder zur Teilnahme an der­felben hierdurch ergebenst eingeladen.

Tages- Ordnung:

in, daß fie das Licht 1. Jahresbericht pro 1904; 2. Neuwahl des Vorstandes.|

Dieser Grundsat en, der sich alles nun

Darum wird verfudit,

orm zu geben. Das eduldige Gatte länger

elde an die Gardinen rüheren Zeiten. Ge 1. Wer lange Stores

aus ein glattes Store

in breites Volant aus Segrenzt, zeigt. Wem Länge nad), alfo bon

Gießen, den 6. März 1905.

Staubfrei.

Der Vorstand.

Enameline

das Beste für Ofen und Herd.

Geruchlos.

Man achte genau auf den Namen und weise Nachahmungen zurück.

Ueberall käuflich.

Resultat der Untersuchung, welche auf Antrag d Großh. Gymnasialdirektors Dr. Schädel in Gießen gegen solchen eingeleitet worden ist?

** Heute Abend schließt im Café Leib der Vortrags­Cyklus Winter 1904/05 des aufmännischen und des Gewerbevereins Gießen mit dem legten Vor­trag ab. Referent ist Herr Dr. Julian Marcuse, der über Krankheiten aus den Gewohnheiten und Mißbräuchen des täglichen Lebens" sprechen wird.

Unglücksfall. Als am Samstag Mittag der Fuhrknecht einer Gießener Firma beim Anhalten in der Neustadt die 8ngkette des einen Pferdes aushängen wollte, schlug dasselbe aus und traf den Knecht so unglücklich an dem Kopf, daß der Knecht bewußtlos zur Erde fiel und nach der Alinit gefahren werden mußte. Die Verlegung soll nicht lebensgefährlich sein.

-

*** Unfug. In der Nacht auf Samstag wurde zu Gießen ein Student dabei betroffen, als er eine Fensterscheibe an einem Wohnhaus in der Kaplansgasse entzwei warf. Am Samstag selbst wurde von einem Studenten aus einem Wagen heraus beim durchfahren der Alicestraße, mit einer Champagnerflasche ein Fenster entzwei geworfen.

*** In der Nacht zum Sonntag waren wieder, wie dies fast jede Nacht geschieht, mehrere junge Leute mit dem unberechtigten Abbruch der sog. Krachenburg" in Gießen beschäftigt. Einer der betr. Abbruchmeister wurde erwischt und wird sich wegen vorfählicher Sachbe­schädigung zu verantworten haben.

*

* Der Gießener Verkehrs- Verein hielt Frei­tag seine sagungsgemäße Jahres- Generalversammlung ab. Der Borsitzende, Herr W. Homberger erstattete Bericht über die Vereins- Tätigkeit im verflossenen Jahre. Der Verein ist wenig in die breite Deffentlichkeit getreten und hat rermieden, nach außen hin mit Entfaltung eines großen Programmes zu glänzen. Mit voller Absichtlichkeit und wohl erwogenen Gründen! Ist doch zur Zeit das äußere Gewand unserer Stadt, wie jeder Stadt, die im Begriff steht, ihre Straßenbilder zu erneuern und ihr Gebiet mit einem Kanalneß überziehen zu lassen, so wenig einladend, daß man flugerweise günstigere Zeiten abwarten mußte, Fremden unsere Heimatstadt als ein Tuskulum zu empfehlen. Dennoch hat der Vorstand eine eifrige Tätigkeit entfalten fönnen: 7 Vorstandssizungen und viele engere Sigungen wurden abgehalten. In die Fragen des Omnibus- Ver­fehr und der Viehmärkte griff er ein und eine rege Auskunftserteilung über die Stadt infolge ergangener An­fragen beschäftigten ihn andauernd insbesondere Herrn Helm. Der f. 3t. beschlossene Führer, der in 10000 Exemplaren Verbreitung finden soll, liegt druckfertig vor; er ist reich mit Bildern geschmückt und zeigt unsere Stadt und ihre Umgebung Auch dieser Führer fonnte nicht früher zur Ausgabe gelangen, bevor die Theaterfrage nicht eine Erledigung fand. Die Frage ist für die Beur­

von der besten Seite.

teilung unserer Stadt seitens Fremder von so großer Trag­weite, daß das Abwarten der Entscheidung über diese Frage durch aus berechtigt erscheint. Sobald der Bahnhof fertiggestellt sein wird, plant der Verein einen Stadtplan in großen Abmessungen daselbst anzubringen. Weiter wurde der Wunsch ausgedrückt, daß das Publikum sich gewöhnen möge, in den belebten Straßen, zu Stunden, wo der Verkehr oft riefig anwächst, auf den Bürgersteigen stets rechts zu gehen. In den Fastnachtstagen z. B. würde dies sehr wohltuend wirken. Der Anschluß an den Bund hessischer Verkehrs­Vereine, der sich hoher Protektion in großem Maße zu er­freuen hat, wurde beschlossen; der Anschluß an den deutschen Bund der Verkehrs- Vereine, der ebenfalls viele Vorteile, so­gar den einzelnen Mitgliedern bieten dürfte, soll nach der im Mai in Darmstadt stattfindenden Hauptversammlung in Erwägung gezogen werden. Der Rechner, Herr Röhr erstattete den Kaffenbericht; ihm wurde nach Prüfung der Belege Entlastung erteilt. Der Verein hat ca. 275 Mit­glieder und ein Vermögen von rund 1700 Mt. Für 1905 steht ein Zugang von weiteren 900 Mt. in Aussicht. Mit Bezug auf die Beschaffung des geplanten Reklameplafates find die vorerwähnten Bedenken, in eine weitere volle Werbe­tätigkeit für die Stadt einzutreten, leider ebenfalls maß­gebend; der Plan soll deshalb, nach reiflicher Ueberlegung und nach eingehender Beratung, verschoben werden. Schließ­lich wurde der seitherige Vorstand, bestehend aus den Herren Homberger, Röhr, Helm, Balser, C. Berg, Th. Brück, Curschmann, Haubach, Kirch, Schwalm

G. F. F.

Montag, den 6. März, abends 8 Uhr:

Monats­Versammlung

bei Kamerad Peter Berg Bahn­hofstraße 11.

Besprechung über eine dem nächst stattfindenten Uebung. Vollzähliges Erscheinen

wünscht.

Union Wichse

( vormals Krauss- Clinz)

ist und bleibt

er:

(

die beste!

Das Kommando.

Ia. Rheinische

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von neuem bestellt unb Herr Kindt an Stelle eines aus­geschiedenen Mitgliedes hinzugewählt. Mag auch die Tätig feit des Verkehrs- Vereins manchem nicht weitgehend genug erscheinen; er arbeitet zielbewußt und nach wohlerwogenen Grundsägen. Sehr bald wird seine segensreiche Tätigkeit für unsere Stadt sich bemerkbar machen. Es sollte Ehren­sache eines jeden Gießeners sein, ihm beizutreten.

*** Morgen Fastnachts- Dienstag findet im Restaurant Kobel ein großes farnevalistisches Konzert mit Ueberraschungen statt. Alle Narren dürften dort eine urfidele Stimmung antreffen.

GH. Das Faschingstreiben erreicht dieser Tage feinen Kulminationspunkt. Allüberall werden Kappensizungen und Mastenbälle abgehalten und in allen Kreisen sezen die Menschen mit fühnem Schwunge über die Schranken hinweg und eilen zuhauf, um des Alltagsleben flägliche Blöße mit buntem Flitterstaat zu behängen. Mit lautem Peitschengeknall und Schellengeflingel braust die wilde Jagd des tollen Prinzen durch das Land. Und wo er einkehrt, da schießt das Blut schneller durch die Adern und glühen die Wangen mehr und mehr, da klingt das Scherzwort und lautes Lachen von den Lippen und ist der Frohfinn König im Reich. Auch gestern wieder hatte sich eine große Narrheit in der Turnhalle eingefunden, um an der schwerwiegenden appensizung des Turnvereins Gießen teil­zunehmen. Schon gleich bei Beginn sette die übermütige Laune ein. Der Präsident entbot allen Närrinnen und Narren seinen närrischen Gruß, die Musit begann zu spielen und dann funktionierte die Staatsmaschine des Prinzen Karnevals ausgezeichnet. Lautes Lachen drang von den Tischen und durch den Saal, hoch über die Girlanden hinweg, sausten die Luftschlangen auf das Publikum nieder, der Vorhang hob sich in regelmäßigen Zwischenräumeu und ebenso regelmäßig prasselten gewaltige Beifallssalven durch das Haus. Alles war in Frohsinn aufgelöst. Besonders gut gefielen die Soloszene Von St. Louis zurück", das den bekannten Otto Reutter vom Hamburger Hansa- Theater zum Verfasser hat, die" Pyramiden am dreifachen Trapez und Stühlen, die sehr gut gestellt wurden, das Turnen an den großen Reifen" und die Kouplets Ein klassischer Haus­fnecht und Jean, Franz und Friz, die drei Café Kellner". Stürmischen Beifall forderten auch die Turnfahrts- Szene", der berühmte Kautschufmensch und Bahnafrobat Daß, der Schnellmaler und der Hypnotiseur Behrachini heraus. Die musikalische Unterhaltung besorgten außer der Kapelle eine Quartettmaschine und ein sinnreich konstruierter Musit- Automat. Erst in später Stunde wurde die in schönster Harmonie ver­laufene Sigung aufgehoben.

P

K Weilburg, 5. März. Im Ahäuser Wäldchen entstand gestern ein Waldbrand, der so schnell um sich griff, daß er die ganze Schorung zum größten Teil vernichtete. Mit Mühe gelang es, Herr des Brandes zu werden und weiteres msichgreifen des Feuers zu verhüten. Umsichgreifen des Feuers zu verhüten. Ein 13jähriger Knabe ist verdächtig, den Waldbrand verübt zu haben.

§ Frankfurt. Wie verlautet, sind die Metzger durchaus nicht geneigt, den Vorschlag der Viehhändler behufs Bei­legung der Differenzen ein 1% des Umsatzes an die Vichmarkte bank abzuführen, anzunehmen. Sie vertreten vielmehr die Ansicht, daß der direkte Viehbezug durch die Bant das einzig Richtige sei. Am heutigen Montag stellt die Bank über 100 Stück Hornvieh auf den Markt.

K Mainz, 5. März. Domprobst Malzi aus Worms wurde gestern Abend aus der Untersuchungshaft entlassen.

(?) Mord in Mannheim. Am Samstag ist in Mannheim, das Die, stmädchen Senges, welches bei der Privatierswitwe Mina Hirsch in Lit. 87, 12 bedienstet war, ermordet worden. Der Kopf der Leiche war durch Schnitte und Hiebe mit einem scharfen Instrument bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Ein Raubmord liegt nicht vor. Man neigt deshalb der Annahme zu, daß es sich mehr um einen Racheaft handelt.

Siegener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Boraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, neuerdings Trübung und stellenweise( Oberhessen) geringer den 6. März. Borübergehend etwas aufklärend, dann Regen, milder.

( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.)

Verantwortlich für die Politit und den Inseratentett Ib in Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Gießen.

Wiener Hof

Gießen.]

Morgen Fastnacht- Dienstag

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