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Heer und Flotte.

Zur Affäre Sybeton. Die Untersuchungen nach Gift haben in der Familie des Advokaten Menard, der mit der Stieftochter Sybetons verheiratet ist, zu Ergebnissen geführt. Bei Menard fand man dessen Testament, in dem die Absicht, wegen des Familienunglücks Selbstmord zu begehen, ausge­sprochen ist. Daneben lag Chankali. Frau Menard hatte Morphium im Besiz, dessen sie sich nach ihren Angaben gegen ein Augenübel bediente.

Seeoffiziere und Marineingenieure. Das in den Ver­einigten Staaten eingeführte Verfahren, die Stellung der Marineingenieure durch vollständige Verschmelzung der Kar­riere des Seeoffiziers und des Ingenieurs zu verbessern, hal den Erfolg gehabt, daß nach Angabe des Admirals Rae nur noch 37 Ingenieure übrig geblieben sind, während alle übri­gen zu der bequemeren Karriere des eigentlichen Seeoffiziers übergegangen sind. Zurzeit haben nur 28 Schiffe eigent­Tide Ingenieure, die übrigen 62 im Dienst befindlichen Schiffe haben nur Ingenieur- Amateure". Das von den Vereinigten Stacien Amerikas gewählte System zur Befrie­digung des berechtigten Wunsches der Ingenieure nach Gleich­stellung mit den Seeoffizieren ist somit als gänzlich gefchei­tert anzusehen. Es war ein riskanter Versuch. Das Er­gebnis ist aber insofern interessant, als der Beweis gelieferi ist, daß erstens die Ingenieure durchschnittlich alle die Fähig feiten dort besessen haben, die Funktionen des eigentlichen Eceoffiziers zu übernehmen, daß ferner der Beruf des lezz­teren so viel Vorzüge besitzt, daß nur wenige gezögert haben, bei Freigabe dieses Berufs denselben zu ergreifen und daß sogar schon große Vergünstigungen erforderlich sind, um ge­nügend Personal für den Ingenieurheruf zu finden. Die deutsche Marine hat sich auf solche Experimente nicht einge­lassen. Der Platz des deutschen Seeoffiziers ist auf Deck, der Platz des Ingenieurs bei der Maschine. So muß es auch bleiben.

Nah und fern.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Wegen Zweikampfs wurde der als Romanschriftsteller bekannte Freiherr v. Ompteda vom Landgericht zu Dresden zu 3 Monaten Festungshaft verurteilt. Das Duell zwischen ihm und dem Rittmeister v. Hupfeld vom Oschazzer Ulanen. Regiment hatte am Neujahrstage 1904 in der Dresdener Heide stattgefunden. Keiner der Duellanten war verletzt.

Kampf zwischen Grenzern und Schmugglern. Bei Gru Ich versuchte in dunkler Nacht eine aus acht mann be­stehende Schmugglertruppe mit ihren Hocken bei der Nessel flecker Brücke den Ucbergang von Schlesien nach Böhmen. Sie wurden dabei von der österreichischen Finanzwache ab­gefaßt, warsen ihre aus Rosinen, Kaffee und Zigarren be. fchende Ladung weg und gewannen teils über die Brücke, trils die wilde Adler duchwatend, wieder das preußische Ufer. Bei dem Zusammenstoß kam es zwischen den Hütern des Gesetzes und den Schmugglern zu einem erbitterten Kampfe, bei welchem die Finanzbeamten von der Schußwaffe Gebrauch 1: 1achten.

betr. Gesezentwurf die Erhebung von Gemeinde­abgaben betreffend. Derselbe stellte den Gemeinden frei: 1. eine Wertzu wachssteuer in Höhe bis zu 20 Prozent des Wertzuwachses. 2. ein Billet- Tanz­steuer, welche die Höhe von 5 Pfg. von je einer Mark nicht übersteigen soll. Das Großh. Hoftheater sowie Schaustellungen auf Messen, Märkten sind von der Billetsteuer befreit. Das Gesetz soll mit dem Gemeindeumlagegesetz in Kraft treten.

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s. Die beiden Sigungen des Sonderausschusses der Zweiten Kammer zur Vorberatung der Regierungs­borlage betr. die Bildung einer Landwirtschafts­kammer sind bisher ohne nennenswertes Resultat verlaufen, da die Mitglieder nahezu einstimmig der Ansicht sind, daß die Vorlage in der jetzigen Form für die Kammer unannehmbar sein wird, da der zu bildenden Landwirtschaftskammer in dem Entwurf zu wenig Kompetenz eingeräumt ist. Der Berichterstatter Abg. Dr. Frenay wird beauftragt, die einzelnen Gesichs­punkte zusammenzustellen, welche dann als Unterlage für die am Dienstag, den 10. Januar fortzu­sezzenden Beratungen gelten sollen.

Eine ärztliche Reife in Island. ( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) Wenn ein Arzt reist und über seine Reise in einer Fach­seitschrift berichtet, so ist es klar, daß das fachliche Interesse bei seinen Beobachtungen vorherrscht. Der Reisebericht, en Dr. Mülberger in der Münchener Medizinischen Wochen­chrift" liber eine kürzlich von ihm unternommene Fahrt durch Island veröffentlicht, hat aber so viel allgemein Inter­essantes, daß auch der Laie vollauf auf seine Kosten kommt. Zunächst machte der Arzt einen kurzen Besuch in Thorshaven, dem Hauptplatz der Faröer- Inseln und Geburtsort von Dr. Finsen, dem jüngst verstorbenen und viel betrauerten Kopen­hagener Forscher. Ein älterer Bruder des Gelehrten ist noch bt dort als Nachfolger seines Vaters Gouverneur. Die Bevölkerung der Faröer, die sich fast ausschließlich von Fisch­jang nährt, mache einen gesunden und kräftigen Eindruck, und daß dieser nicht täuscht, darf man auch daraus schließen, daß unter ihnen überhaupt kein Arzt ansässig ist. Die nächste Station waren die Westerman- Inseln. Die fast gänzlich un­bekannte Inselgruppe dieses Namens liegt südlich von Is­land und besitzt auf dem größten Eilande ein Dorf mit etwa 500 Einwohnern. Hier ist der Fisch im übrigen der Allein­jerrscher und würde einem Europäer mit einigermaßen ge­sildeter Nase den Aufenthalt geradezu unmöglich machen. Auch das Vieh wird fast das ganze Jahr hindurch mit Fisch­töpfen gefüttert, und die Milch schmeckt infolgedessen nach der Aussage von Dr. Mülberger wie Lebertran.

Der beleidigte Ningkämpfer. Der Ringkämpfer Lurich, der sich stolz Champion of the World" nennt, hat den Ne­dakteur einer Berliner Zeitung wegen Beleidigung verklagt. Der Beklagte hatte anläßlich der letthin in Berlin stattge­fundenen athletischen Wettkämpfe, an denen auch Zurich teilgenommen hatte, diesen beschuldigt, unlautere Manöver angewandt zu haben, und ihn einen Fioleschieber" genannt. Der Beklagte hält seine Behauptungen im vollen Umfange aufrecht, so daß die Gerichtsterhandlung sich recht interessant gestalten dürfte.

A Erfroren und verbrannt. Auf eigentümliche Weise ist in der Nähe von Märkisch- Friedland ein Arbeiter ums Leben gekommen. Der siebzigjährige Mann hatte am Neu­jahrstag dem Alkohol zu reichlich zugesprochen, sich in diesem Zustande an einen Chausseegraben hingesezt und noch eine Bigarre entzündet. Darauf schlief er infolge des Alkohol­genusses feſt ein. Die brennende Zigarre entzündete jedoch feine Kleidung, so daß der infolge der Kälte inzwischen Er­flarrte gleichzeitig durch Kälte und Feuer ums Leben kam.

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S Der hessische Landwirtschaftsrat hielt gestern zu Darmstadt eine aus allen Teilen Hessens gut besuchte Gesamtsizung ab, welche von Geh. Reg. Rat Haas präsidiert wurde. Nach der Begrüßung durch den Vorfizenden entspann sich alsbald auf eine Anfrage aus der Mitte der Versammlung eine lebhafte Debatte über den im letzten Jahre zwischen dem Vorfizenden und einem Vertreter der Regierung in der Sigung stattgehabten Zwischenfall, der die Regierung beranlaßte, in einem Schreiben zu erklären, daß sie vor Zurücknahme der fragt. Aeußerung durch den Vorsigenden feinen Vertreter mehr in die Sizungen senden werde.

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Dieser Schritt der Re­gierung wurde im Interesse der Sache mit großem Bedauern aufgenommen, und die Frage angeregt, ob sich die Sache nicht beilegen lasse, worauf der Vorsitzende erklärte, daß er feine damals erfolgte Kritit nicht so ohne Weiteres zurück­nehmen könne, zudem er sich nach den parlamentarischen Ge­pflogenheiten in geeigneten Fällen auch den Regierungs­vertretern gegenüber für berechtigt halte; er wolle aber die Angelegenheit auf Grund des Protofolls nochmals prüfen, behalte sich indessen jede Entschließung vor. Die Ausstellungs­ordnung und der Preisbewerbeplan für die in diesem Jahre in Mainz stattfindende Landwirtschaftliche Landes- Ausstellung werden genehmigt. Ferner wird beschlossen, daß ein durch die Ausstellung etwa entstehender Fehlbetrag durch die drei Provinzialvereine gemeinsam getrager, ein etwaiger Ueber­schuß aber in gleicher Weise verteilt wird. Von einer Be­schickung der in diesem Jahre in München stattfindenden Wanderausstellung der Deutschen Landwirschafts- Gesellschaft soll mit der Rücksicht auf die nur in geringem Maße vor­handenen Mittel abgesehen werden. 8ur Frage der Er. weiterung des landwirtschaftlichen Institus in Gießen wird beschlossen, ein Gesuch an die Ständekammer zu richten, in welchem dieselbe ersucht wird, für Genehmigung des entsprechenden Betrages einzutreten.

Im Gegensatz zu den weit größeren Faröer haben diese Inseln aber einen Arzt, den unser Gewährsmann freilich mit der Bezeichnung eines Feld-, Wald- und Wiesendoktors beehrt. Dieser Mann sprach einen Mischmasch von Islän­disch, Französisch und Englisch. Seine Tätigkeit erstreckt sich hauptsächlich auf die Behandlung von Verlegungen, Brüchen und Verrenkungen. Außerdem kommen Lungenentzündung und Gelenkrheumatismus vor, auch Tuberkulose und Krebs, mit denen sich der brave Arzt jedoch weniger zu schaf­fen macht, als mit dem Zahnziehen, das nach seiner eigenen Aussage seine Hauptarbeit ist. Die ausschließliche Fischnah­rung soll den Zähnen so wenig befömmlich sein. Im Neben­amt ist der Arzt königlich dänischer Meteorologe. Seit 38 Jahren weilt der Mann auf diesem isolierten Posten und hat doch keinen anderen Wunsch, als ihn noch recht lange behalten und versehen zu können.

Zur Affäre Syveton wird aus Paris gemeldet, daß die Perhaftung von Frau Syveton als bevorstehend betrachtel wird. Sie soll ihrem Gatten ein Narkotikum gegeben haben, bevor er vor den Gasofen gelegt wurde. Die Versuche, die mit Hunden rorgenommen wurden, lassen mit Sicherheit tarauf schließen. Frau Syveton hat höchstwahrscheinlich wichtige Papiere über den Geldverkehr Syvetons mit den Häuptern der Patrie française in ihrem Besitz. Jules Le­mailre verklagte bereits die Bank von Antwerpen und den Bantier Suys auf Herausgabe der in Syvetons Geldschrank enthaltenen, der Patrie française gehörigen Dokumente Beide legten sofort Verwahrung ein. Der erste Termin fin­det bereits heute statt. Das ist ein neuer Schlag für die Patriotenliga; denn voraussichtlich werden nun diese, wie es scheint, sie stark kompromittierenden Papiere in die Hände des Pariser Untersuchungsrichters Boucard und damit in die der französischen Regierung kommen.

Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem Gelände der Koburger Vereinsbrauerei. Das Eisgradierwerk brach unter der Last des anhaftenden Eises zusammen und begrub eine Anzahl Arbeiter. Polizei- und Feuerwehrmannschaften tourden zu Rettungsarbeiten aufgeboten. Von neun Ver­unglückten, die man hervorzog, waren drei tot, vier schwer und zwei leicht verletzt.

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** Am kommenden Sonntag hält der Bezirk Hessen des Bundes der Landwirte nachmittags 3 Uhr in A18­feld( Deutsches Haus) seine Landesversammlung ab.

** Das Bahnprojekt zwischen Fulda und dem Rhein über Hersfeld- Buzbach- Usingen Langen­schwalbach, Caub oder Lorsch schiebt sich langsam, aber sicher in die Wirklichkeit. Das Projekt findet seitens der preußischen Regierung das größte Entgegenkommen und sind die Vorarbeiten von der Wetterau bis Idstein bereits erledigt.

Die Hauptstadt von Island, Reykjavik, hat jetzt etwa 1500 Einwohner und liegt in einer geschützten Bucht. Den Arzt interessierten natürlich vorwiegend die Krankenhäuser, deren die Stadt drei besitzt. Das allgemeine Krankenhaus wird von Patienten aller nord- und mitteldeutschen Stationen benutzt, die dafür etwa 1,50 Mark täglich zu zahlen haben. Unter den zehn Krankenschwestern sind acht Deutsche. Ein Chirurg, ein Spezialist für innere Medizin und ein Augen­arzt sind an der Anstalt tätig. Der Augenarzt reist alle zwei Jahre einmal um die Insel herum und schickt dann alle Leute, die an einer ernsten oder überhaupt an einer anstecken­den Augenkrankheit leiden, ins Krankenhaus. Der Ver­treter der inneren Medizin brach auf die Nachricht von der Ankunft des Schiffes sofort. seinen Urlaub ab und kehrte zurück, weil vor zwei Jahren einmal ein Dampfer die Masern eingeschleppt hatte, die so bösartig auftraten, daß die Hälfte der Erfranften starb. Ein Prachtbau der Um­gebung von Reykjavik, der völlig vereinzelt am Meer liegt, ist vor zwei Jahren für die Aufnahme von Aussäßigen er­richtet worden und zählt immer 60-70 Insassen. In dieser Anstalt sind alle Mittel zur Heilung des Aussages versucht worden, die in letzter Zeit vorgeschlagen worden sind, der Erfolg ist aber fast völlig ausgeblieben. Zur Ausbildung von Aerzten besteht in Reykjavik eine sogenannte Medizin­selle, deren Besuch nach drei bis vier Jahren mit einer Prüfung abschließt, doch gewährt die dänische Regierung den isländischen Studenten freie Hin- und Rückreise nach Scopenhagen, wenn sie dort noch ein Jahr lang ihre Studien vollenden wollen. Schlechte Ernährung und Trunkenheit scheint bei der isländischen Bevölkerung leider weit verbreitet zu sein. Der zärtliche Verkehr mit den überall vorhandenen Hunden ist ohne Zweifel die Ursache der ziemlich weiten Berbreitung des lebensgefährlichen Leberbandwurms.

Eisenbahnunfälle. Die Lokomotive eines Güter­zuges, der von Leipzig nach Magdeburg unterwegs war, geriet bei der Einfahrt in den Bahnhof von Delitzsch an einer Weiche auf ein falsches Geleis und fuhr auf einen Rangier­zug auf. Die ersten drei Wagen des Rangierzuges wurden cus dem Geleis geschleudert und teilweise zertrümmert. Der Bugführer, der sich im ersten Wagen befand, ist schwer, der Lokomotivführer leicht verletzt. In Frankfurt a. M. fuhr die Maschine eines Schnellzuges so heftig gegen den Prell­tod, daß sie entgleiste. Infolge des starken Rückstoßes wur­den acht Reisende durch Hautabschürfungen, sämtlich leicht, berlebt; der Wagenwärter des Zuges erlitt eine Kopfver­Tegung.

Lokales.

6. Januar 1905

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spielen. Welder der Mörder. Der dem Todesgerich höchfte Bahl zwe und rief: Aum schuldig bin." D einer sprang in nach oben und au

* Kürzlich weilten in Gießen zwei Pflanzer ans Java, die von den nach Angaben des Forstwarts Büttner in Langd von der Firma Heiligenstaedt& Co. konstruierten Baumrodemaschinen gehört hatten, um diese einer Probe zu unterziehen. Die Vorführung fiel so günftig aus, daß die Pflanzer sofort mehrere dieser Exemplare für Java in Auftrag geben. Der Erfinder aber und die Gießener Firma tönnen stolz sein auf diesen Erfolg ihrer Arbeit.

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*** Der Eisenbahn Fahrbeamten Verein Gießen hält morgen Samstag Abend in der Turnhalle, seine Weihnachtsfeier durch Konzert, Theater- Aufführungen Darstellung lebender Bilder und eine Verlosung. treffliche Arrangement ist darauf angelegt, allen Festteil­nehmern einige recht frohe Stunden zu bereiten, wozu der Tanz am Schlusse noch das Seinige beitragen dürfte.

** Der Großherzog ernannte den seither mit der Verwaltung des Hochbauamts Alsfeld beauftragten etats­mäßigen Bauinspektor ohne Amtsbezirk Otto Berth zum Bauinspektor des Hochbauamts Alsfeld, den seither mit der Verwaltung des Hochbauamts Friedberg beauftragten etatsmäßigen Bauinspektor Ludwig Haag zum Bauinspektor des Hochbauamts Friedberg, und den Revisor bei der Brandversicherungskammer Karl Petry zum Vorstand der Kalkulatur der Brandversicherungskammer.

Ueber neue Schneestürme in Amerika wird aus New­horf gemeldet: Die östlichen Staaten der Union sind aufs neue von einem starken Sturm heimgesucht worden, der den Schnee in großen stellenweise fünf Fuß hohen Mauern auf­türmt und allen Verkehr hindert. Hier sind eine Reihe von Straßen tatsächlich unzugänglich. Die Straßenbahnen und Hochbahnen arbeiten unter den größten Schwierigkeiten; die Eisenbahnzüge haben von allen Richtungen starke Ver­spätungen. Durch gleichzeitig eingetretene starke Kälte ent­stand viel Ungemach, eine Reihe von Personen wurden in Newyorker Straßen erstarrt aufgefunden, darunter vier Tote. Verschiedentlich brachten Fahrgäste, um sich nicht der Gewalt des plößlich ausgebrochenen Sturmes auszusetzen, die ganze Nacht in Straßenbahnwagen zu. Die Türen und Untergeschosse vieler Häuser sind durch Schneewehen ver­Sperrt. Das Gebiet des Sturmes reicht westlich bis nach Missouri, südwärts bis Nordfarolina. Man rechnet da­mit, daß die heute fälligen Dampfer Algeria"," Teutonic", Furnessia", Armenian"," Prinz Adalbert" Verspätung erleiden werden. Infolge der Verkehrsstörung konnte die Milchpersorgung in Newyork nicht stattfinden, so daß sich die Haushaltungen ohne das notwendige Nahrungsmittel be. helfen mußten. Auch an Unglücksfällen fehlte es nicht. Ea sind eine ganze Anzahl Personen erfroren, andere haben Berlehungen erlitten.

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× Aus dem von der Hessischen Landes. Hypotheken bank veröffentlichten borläufigen Geschäftsbericht über das verflossene Jahr erhellt, daß die Bank, die eine staatliche Gründung ist, auf durch­aus gesunden Grundlagen aufgebaut ist. Die Weiter­entwicklung der Bank im zweiten Jahre ihres Bestehens ist eine durchaus befriedigende gewesen. Die Hypothek. darlehen( von seiten der Bank unfündbar, mit 34 pct. berzinslich und ausschließlich nach dem Amortisations System gegeben) haben um rund 15% Millionen M. zugenommen; sie betragen jetzt etwa 24% Mia. Mr. während die Kommunaldarlehen eine Steigerung um 3 Millionen M. erfuhren und sich nunmehr auf 61 Millionen M. belaufen. Im Berichtsjahre ist die Erhöhung des Grundkapitals durchgeführt worden, das nunmehr 9 000 000 M. beträgt.

* Graf Bülow hat, wie die Tägliche Rundschau" erfährt, an die ihm unterstellten Behörden eine Ver fügung ergehen lassen, worin er anregt, bei Beant­wortung von Fragen, die von legitimierten Vertretern bon Zeitungen an Beamte gerichtet werden, die zur Erteilung von Auskünften befugt sind, nicht unnötig Zeit verstreichen zu lassen, soweit nicht der Erteilung der Auskunft Bedenken engegenstehe.

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s Bei der Zwetten Stände Kammer ist u. a. folgende Drucksache eingelaufen: Regierungsvorlage

** Stünftig sollen sich die Chauffeure im Groß­herzogtum einer Prüfung unterwerfen. Zur Vor­bereitung für dieselbe plant die Zentralstelle für die Gewerbe einen Unterrichtskursus. ** Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß in den letzten Tagen der 53. Band der von der Zentralstelle für die Landesstatistik berausgegebenen Beiträge" erschienen ist. Er behandelt das Kunststraßen­wesen im Großherzogtum und ist von dem technischen Referenten für Straßenbau in der Ministe­rialabteilung für Bauwesen, Geh. Oberbaurat Poſeiner,

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