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er den Mantel gleich einen halben Benny weniger foftete, als
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Mittelalters, die von Zauberei sprach, find er noch ist ein großes den. Die Frage, ob t schaden könne, ver; doch scheint diese
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wird. Aber selbst wenn sie zum ersten englas machen sollen. fie ihre Kinder auch ene Brille nur mög 1, damit sie sich nicht Alter geht diese Scheu, glich ohne Brille ab lugen besser erhalten 3 auch der Umstand, gegen das Augenrund, wie genugsam ille, nicht aber auf r ein Pincenez, der
t, daß sich jemand gelehrtes Aussehen verständlich ein Thema Bgebende Rolle spielt. r jetzt mehr für dies ein, weil es oft mit ein Klemmer oder eine
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Schummler, wir haben nder empfangen, aber - Herr Schummler: Holze." Kommis: merten. Das weiche Summler: Da haben
Schulinspektor:„ Du Nun sage mir mal, leine Bursche gibt keine der Inspektor hinzu, noch ein Kaninchen; ben?" „ Sieben", Denn das?"" Ein Te."
Figur eines martialisch ett gemalt. An Stelle ße ausgeschnitten, daß bequem hindurchgeht. in Beutel von starter Ball hineinfällt. Das en wird zuerst auf etwa en, nach einiger Uebung ur fortgerüdt. Wer macht, ist Sieger und
voriger Nummer: Etatiftin. Stadt ift binn.)
nber 1905. amt Gießen.
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Arbeiten des Inn
Nr. 285.
Selertionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Oberbeffen, die Kretse Wezlar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Bfg. Rebaltion u. Haupterpedition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschink Rr. 862.
Dienstag den 5. Dezember 1905
Gießener
14. Jahrgang
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Neuelle Nachrichten
( Gießener Tageblatt)
Anabhängige Tageszeitung
( Gießener Zeitung)
für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.
Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhelfen.
Tagegelder für den Reichstag.
Von nationalliberaler Seite ist dem Reichstag ein Ge feantrag zugegangen, der seinen Mitgliedern Anwesenheitsgelder" zuspricht. Das ist ein anderer Ausdruck für Diäten oder Tagegelder, mit dem Unterschied, daß auf die Anwesenheits gelder die Reichstagsmitglieder nur soweit Anspruch haben, als fie ihrer Mandatspflicht gemäß in den Reichstagssigungen anwesend sind. Daß der Antrag in der gegenwärtigen, bereits mit gesetzgeberischen Arbeiten überlasteten Session zur Erledigung kommen und die Zustimmung des Bundesrats finden wird, ist nicht sehr wahrscheinlich. Da der Reichstag die Bewilligung von Tagegeldern schon oft verlangt hat, Reichskanzler Fürst Bülow überdies erklärt hat, daß er fein grundsäßlicher Gegner der Forderung sei, wäre es vielleicht richtiger, den verbündeten Regierungen die formale Initiative, d. i. die Einbringung eines entsprechenden Gesezentwurfs anheimzugeben.
Die Frage selbst ist viel und öftermals erörtert worden, weder dafür noch dagegen wird sich nenes beibringen lassen. Immerhin dürfte ein historischer Rückblick von Interesse sein.
Fürst Bismard war ein Gegner der Gewährung von Diäten an die Reichstagsmitglieder. Er sah in der Diätenlofigfeit ein notwendiges Gegengewicht gegen das allgemeine Wahlrecht. Im Reichstag sollten nach seinem Wunsch in der Hauptsache Männer fißen, deren persönliche Verhältnisse ihnen gestatteten, den öffentlichen Angelegenheiten Opfer an Zeit und Behagen zu bringen. Er liebte auch die Berufsparlamentarier nicht sehr, obwohl er ihre Unentbehrlichkeit erfannte. Die Erlangung eines Mandats sollte kein Geschäft sein. Auch wünschte er, daß furze Sessionen im Interesse der Reichsboten liegen möchten. Von dem Zugeständnis der Diäten fürchtete er eine Proletarisierung des Reichstags, während er ihm einen aristokratischen, vornehmen Charakter erhalten mochte. Eine Zeitlang behielt er auch recht. Auj die Dauer aber gelang es nicht, mit Hilfe der Diätenlosigkeit dem Reichstag proletarische Elemente fernzuhalten. Die Sozialdemokratie gab ihren Mitgliedern Diäten aus der Parteikasse, die allerdings ziemlich furz waren. Die Fortschrittspartei ahmte dieses Beispiel nach, indem sie ihren Abgeordneten, deren Wohnfig außerhalb Berlins war, 500 Mart Kostenersatz für jede Seffion zahlte. Fürst Bismard fämpfte dagegen mit Entschiedenheit an. Er bezeichnete den Empfang bon Parteidiäten als verfassungswidrig, weil der Reichsbote dadurch die notwendige Selbständigkeit verliere. Gegen die fortschrittlichen Abgeordneten, die im Geltungsbereich des Preußischen Allgemeinen Landrechts wohnten, ging er mit Zivilflagen vor, erzwang auch von ihnen die Herausgabe der 500 Mart. Den Parteidiäten der Sozialdemokraten fonnte er aber nicht beikommen, weil diese in der Verschwiegenheit festgesetzt und bezahlt wurden, während die Fortschrittler daraus feinen Hehl gemacht hatten. Jedenfalls mußte Fürst Bismarck sehen, daß die Zahl der Reichstagsabgeordneten Sozialdemokratischer Richtung stetig zunahm, daß die Sessionen sich verlängerten und daß der Besuch der Reichstagssigungen schwächer und schwächer wurde. Die Berufsparlamentarier dagegen mehrten sich und gewannen ein tatsächliches Uebergewicht, weil sie in den Sizungen in der Regel nicht fehlten. Schließlich suchte Fürst Bismard Abhilfe darin, daß er den Reichsboten für die Dauer der Session freie Eisenbahnreise gewährte, anfänglich durch das ganze Reich, dann zur Fahrt zwischen Berlin und ihrem Wohnsiz. Das Aushilfsmittel brachte nicht den gewünschten Erfolg. Es blieb nicht einmal alles beim Alten, sondern die unerfreulichen Erscheinungen verschärften sich zusehends. Die Beschlußfähigkeit des Reichstags wurde zur selt.nen Ausnahme. Eine Handvoll Abgeordnete marfierte Plenum und zog die Debatten Brenzenlos hin. Ein Schluß der Diskussion fonnte nicht erreicht, durfte nicht einmal versucht werden, denn der Versuch führte zur Feststellung der Beschlußunfähigkeit. Weil die Mehrheit abwesend war, leitete die Minderheit die Geschäfte bes Reichstags, bestimmte die Länge der Sizungen, das Maß der Debatten. Es war ein unerquicklicher Zustand. Zu seiner Beseitigung wurden allerhand Vorschläge gemacht, darunter der Vorschlag, die Beschlußfähigkeitsziffer herabzusehen. Nach der geltenden Ordnung gehört die Anwesenheit der absoluten Mehrheit, d. i. von 199 unter 377 Reichsboten, zu einem be= fchlußfähigen Haus. Man wäre am Ende hierzu bereit ge= wesen, wenn man sich nicht hätte sagen müssen, daß es dann noch weit schlimmer tommen konnte. Wenn die Anwesenheit bon 100 Abgeordneten als genügend angesetzt wurde, beherrschte die Viertels= Minderheit nicht blos formell die Debatte, sondern tatsächlich die Gesetzgebung. So liegen die Dinge seit Jahren. Die Gewährung von Diäten, das seht man voraus, wird es dem Gewissen der zuwohnen, da es nicht wohl anständig wäre, eine Bezahlung
f Grund des Ministe zum öffentlichen We ferung: 677 qm II. 2 ; 2. Glaserarbeit: 118 qm eiferne Fenfier zu beit: 2400 qm glatten 2 edenputz auf Betongen labalfendede, 154 gm äußerer Bug und die beit: 6 Eingangster sabschlüffe 2c.; 5. el irrahmen, 80 m. fchm aleriegeländer Befchlag Tapezierarbeit: 170 G en, 389 g Linoleumbel
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en, die beiden legteren we Reichsboten zur Pflicht machen, den Reichstagssigungen beifen, porto- und bestellge anzunehmen, die Gegenleistung aber schuldig zu bleiben. Der
vormittags 11 hr
hörde einzureichen,
nationalliberale Antrag, der nur Anwesenheitsgelder verlangt, scheint das Vertrauen, das jener Voraussetzung zu Grunde liegt, wenigstens nicht unbedingt zu hegen. Er will deshalb den Fleiß der Reichsboten prämiieren, den Unfleiß mit Ent
etwa erschienener Beziehung der Tagegelder bestrafen. Wir wollen nun feines
Wochen.
n 24. November 1905
abauten in Bad Nau
oft.
wegs die Vermutung hegen, daß es Reichsboten geben könnte, die sich den Bezug der Anwesenheitsgelder sichern, indem fie im Reichstagssigungssaal erscheinen, ihn aber nach Er
füllung dieser einbringlichen Formalität wieder verlassen Doch dem Bedenken muß Ausdruck gegeben werden, daß unter Umständen die Gewährung von Anwesenheitsgeldern eine Versuchung zum Unfleiß für die Reichsboten bildet. Es liegt garnicht außerhalb der Möglichkeit, daß ein Reichsbote sich sagt, er sei seiner Mandatspflicht quitt, wenn er auf den Bezug der Anwesenheitsgelder verzichte; man dürfe ihm eine Unterlassung nicht zum Vorwurf machen, da er die für die Leistung ausgesezte Gegenleistung nicht beziehe.
Troz dieses Bedenkens wird man den Versuch der Gewährung von Diäten oder Anwesenheitsgeldern kaum umgehen fönnen. Die parlamentarische Not ist vorhanden und sie ist groß und steigend.
Deutsch- englische friedensmufík.
( Eig. Bericht.)
London, 3. Dezember 1905.
Musikalische Politik oder politische Musik ist gestern in hiefigen Lyceum- Klub gemacht worden. Was zu Gehör kam war lediglich gesprochene Musit", und das einzige zur Mitwirkung zugelassene Instrument war die Friedensschalmei. Der Lyceum- Klub ist ein Frauenklub, seine Lady- Patroneß ist Lady Aberdeen, die Gemahlin des früheren Gouverneurs von Kanada. Diese führte bei dem Diner den Vorsiz, von ihr wurde der einleitende Trinkspruch ausgebracht, dessen erste, englische Hälfte dem englischen Herrscherpaar, dessen zweite, deutsche Hälfte dem deutschen Kaiserpaar galt. Der Trinfspruch war feine Improvisation, so wenig wie die ganze übrige Veranstaltung. Alles war vorher genau abgewogen und festgestellt, wie es sich für eine wohl vorbereitete Vorstellung schickt. Die Rollen waren gut besetzt, alle in den besten Händen. Das Stück ähnelte dem antifen Schauspiel, mit Chören und Chorführern und wechselnden Chorsprechern, den Vertretern der öffentlichen Meinung und des gesunden Menschenverstandes. Die öffentliche Meinung sollte zum gesunden Menschenverstand bekehrt werden, den der deutsche Botschafter Graf Wolff- Metternich als Gast des Lyceum- Klubs darzustellen hatte. Lady Aberdeen toastete auf diesen Gast, nachdem sie der deutsch- englischen Versöhnung mit Herzlichkeit und Klugheit das Wort geredet hatte. Vorher waren schriftliche Sympathie- Kundgebungen verlesen worden, deren Urheber Männer von Rang und Ansehen waren. Nicht der geringfte unter ihnen war der englische Botschafter in Berlin, der von Mißverständnissen schrieb, die das Uebelwollen zwischen England und Deutschland veranlaßt hätten. Graf WolffMetternich antwortete mit der Versicherung, daß Lady Aberdeens liebenswürdige Beredsamkeit in dem friedlich gesinnten Deutschland williges Echo finden würde. Der Botschafter erzählte von den traditionellen Beziehungen, die Deutschland und England seit manchem Jahrhundert verbanden, und daß erst seit einem Jahrzehnt ein Schatten sich zwischen die zwei Völker geschlichen haben. Er, der Botschafter, begrüße mit aufrichtiger Freude alle Bemühungen, die darauf gerichtet seien, die Spielerei mit dem Gedanken eines ernsten deutschenglischen Streites als verbrecherischen Wahnsinn erkennen zu lassen. Natürlich gab es noch viele andere Reden, aber alle desselben Inhalts, voller Friedens- und Freundschaftsversicherungen, noch etwas mehr unterstrichen als am Abend zuvor in der großen Versammlung in Carton Hall.
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Rhetorische Friedensversicherungen haben in der Regel nur geringen Wert, wenn die Handlungen oder auch blos die Haltung nach anderer Richtung weisen. Im vorliegenden Fall jedoch darf man glauben, daß ernsthaft zu nehmende Kreise ernstlich und aufrichtig bemüht, sind, die falsche Note aus der deutsch- englischen Musik fortzubringen und die vorige Harmonie wiederherzustellen. Es ist vielleicht nicht fehlgegriffen, daß das Vorgehen der vornehmen und einflußreichen englischen Gesellschaftskreise eine Art Dämpfer ist für das Verhalten, zu dem der vornehmste Mann Englands sich in einem Augenblick unterbrochener Selbstbeherrschung hat be= stimmen lassen Auf deutscher Seite wird man gewiß nicht unversöhnlich sein.
Generalftreik?
Immer schärfer spizzen sich in Rußland die Gegensäge zu, und geradezu einen geradezu unheimlichen Anstrich erhält die Lage dadurch, daß man garnicht weiß, was vorgeht. Denn Rußland ist von der Welt abgeschnitten. Aller Post- und Telegraphen- Verkehr ſtockt. Die Telegraphisten brauchen nur die auf den Eisenbahnverkehr bezüglichen Telegramme nicht zu befördern, und auch die Züge müssen liegen
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Diesen Verkehrs- Streit wollen die radikalen Elemente unter den Revolutionären benußen, um einen neuen allgemeinen Streit zu inszenieren.
Kampf aufs Messer.
Schon die Ankündigung eines neuen Generalstreits hat genügt, um die Anhänger des Absolutismus zu neuen Versuchen zu drängen. Es wird darüber aus Petersburg gemeldet:
Die Regierung ist entschlossen, alles revolutionäre Vorgehen gewaltsam und rücksichtslos zu unterdrücken. Eine ganze Armee ist nach Petersburg zusammengezogen. Die reaktionäre Hofpartei drängt auf Unterdrückung aller freiheitlichen Bestrebungen. Ein furchtbarer Zusammenstoß wird als bevorstehend erachtet. Die Bevölkerung versieht sich mit Lebensmitteln.
Wenn die Hofpartei frischen Wind in ihren Segeln fühlt, so hat dabei ohne Zweifel die rasche Niederwerfung der Emeute in Sebastopol in erster Linie mitgewirft, eine Tatsache, die besonders auf den Zaren nicht ohne Einfluß sein dürfte. Dabei ist indesen nicht außer Augen zu lassen, daß die Beseitigung der Gefahr in Sebastopol nicht gehindert hat, daß anderswo ähnliche Szenen vorgekommen sind. Weitere Armec- Austände.
Namentlich in Südrußland sind die Truppen nach wie vor auffäffig. Zwar ist es den Meuterern nirgends gelungen, die ganzen Garnisonen mit sich fortzureißen, indessen ist es doch vielfach zu Zusammenstößen und zu Blutvergießen ge=" kommen, und auf den Straßen so mancher Stadt dürften scharfe Kämpfe unter den Truppen vorgekommen sein, ohne daß man näheres infolge der Unterbrechung des NachrichtenDienstes zu wissen bekommt. Was die Meuterer eigentlich wollen, geht aus einer Meldung hervor, die von Petersburg aus auf Umwegen herübergelangt ist:
Die meuternden Soldaten stellen meist folgende Forderungen in den Vordergrund: Aufhebung der Todesstrafe, höheren Sold und kürzere Dienstzeit, sowie Einberufung einer konstitutionellen Versammlung.
Vielfach versucht man das Augenmerk der Soldaten auf die jüdische Bevölkerung abzulenken, und es werden neue Ausbrüche gegen die jüdischen Viertel in den Städten befürchtet. Ueber Warschau und über Odessa ist der Belagerungs- resp. der Kriegszustand verhängt.
Wer weiß, welche neue Schreckensszenen sich schon in diesen Augenblicken hinter dem dichten Schleier abspiele, der alle Vorgänge im Zarenreich zur Zeit verhüllt!
Politifche Rundschau.
Deutsches Reich.
Ueber den Freihafen in Tsingtau zwischen Deutschland und China nach längeren Verhandlungen ein Abkommen erzielt worden. Der deutsche Gesandte und der chinesisch Generallinspektor Sir Robert Hart in Peking haben einen Vertrag unterzeichnet, wonach ein chinesisches Zollamt in Tsingtau errichtet werden soll. Von diesem sind zwei Zehntel des Ertrages aus den Einfuhrzöllen der deutschen Regierung abzugeben. Man erwartet für das deutsche Gouvernement einen Betrag von 350 000 Mart.
* Als Grundlage für die beabsichtigte Reform der Bestimmungen über die gefeßliche Arbeitszeit der Kontorangestellten hat der Beirat für Arbeiterstatistik der Reichsregierung eine Anzahl Beschlüsse übermittelt. Der Beirat erklärt sich grundsäglich für die Notwendigkeit des gesetzlichen Einschreitens, da sich in einer nicht geringen Zahl von Betrieben Mißstände herausgebildet haben, die Gesundheit und Familienleben der Angestellten gefährden fönnen." Der Verband faufmännischer Vereine erachtet indessen die weiteren Beschlüsse des Beirats nicht für ausreichend. Er richtet an den Bundesrat die Bitte, über die Arbeitszeiten in den nicht mit offenen Verkaufsstellen verbundenen Kontoren und sonstigen faufmännischen Betrieben in die vorzuschlagende Novelle zur Gewerbeordnung folgende Bestimmungen aufnehmen zu wollen: 1. Festsetzung von: a) einer ununterbrochenen Ruhepause von 12 Stunden; b) einer Höchstarbeitszeit von 9 Stunden, mit Verkürzung um eine Stunde für Lehrlinge, Gehülfen und Arbeiter unter 18 Jahren; c) einer Mittagspause von mindestens einer Stunde für Betriebe mit ungeteilter und von zwei Stunden für solche mit geteilter Arbeitszeit. 2. Zulassung von Ausnahmen nur für Notstands- und Inventurarbeiten, sowie für Speditionsgeschäfte, den Ueberseehandel und die Saisongeschäfte, für höchstens 20 Tage im Jahre, und mit einer Höchstarbeitszeit von 12 Stunden. 3. Völliges Verbot der Sonntagsarbeit ohne jede Ausnahme.
* Der Entwurf eines Gesetzes über die Unterhaltung der preußischen Volksschulen wird offiziös veröffentlicht. In dem grundlegenden Paragraphen 18 heißt es: Die öffentlichen Volksschulen sind in der Regel so einzurichten, daß der Unterricht evangelischen Kindern durch evangelische Lehrkräfte, fatholischen Kindern durch katholische Lehrkräfte erteilt wird."
* Große Demonstrationen gegen das sächsische Wahlrecht wurden in Dresden veranstaltet. Am Sonntag Morgen wurden zunächst sieben von sozialdemokratischer Seite einberufene Protestversammlungen abgehalten. Nach Schluß der Versammlungen begaben sich die Teilnehmer in geschlossenen Zügen nach der innern Stadt; diese wurden jedoch von der Polizei in fleinere Abteilungen aufgelöst. Als die Demonstranten in der Neustadt die nach der Altstadt führenden Brücken zu überschreiten suchten, wurden sie von der Polizei mit blanker Waffe daran gehindert. Dabei wurden einige Personen verletzt. Vor dem Königlichen Schloß veranstalteten etwa 1000 Personen eine Kundgebung, wurden aber ebenfalls


