Ausgabe 
5.8.1905 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

808.

gen

ung.

pielen.

hrgenommen, baß

alt in eine Flasche en und dadurch eine He erlitt ein Junge am Hals; in einem nwohner in Schreden ugs. Es ergeht des

ie ihnen anvertrauten eingehend zu warnen, Neubauten 2c aufge n, daß Kinder in Be nb auch ihr Personal

ken.

19.

05 wurden in hiesiger

1 graue Schußbrille; emb mit zwei gleichen ortemonnaie mit 4 Mt. nb 1 goldene Brosche, tablgriff, 1 rotledernes halt und 1 20- Mart­

Gegenstände belieben, chen.

eßen.

ng.

= Sperre der Weser­

d hiermit aufgehoben.

eken. g

erre der Steinstraße gehoben.

ken.

eldbereinigung in m Drainagen er schriftlichen Ange

t zu 1222,50 Mt. eiten t zu 18900,00 261,20

"

egen auf Großh. offen. Angebote

es zu erfolgen und prechender Aufschrift mittage 9 Uhr, nzureichen, wofelbft ung in Gegenwart

a Gießen. ng. die Feldbereinigung ebenen Drainagen er Verbindungsstüde Bege( chriftlichen An örde zur Einsicht auf

Berbingungsunterlagen ude und Bedingungen Itlich.

ffen, poftfrei und mit

bis

, vorm. 11 Uhr,

inzureichen. Gröffnung

va erfienener Bieter

05.

eftion Gießen.

Nr. 182.

Zweites Blatt.

Beiertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober­Ben, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Bfg. sonft 15 Pfg. Reklamen bie Betitzelle 30 refp. 40 Bfg.

Rebaftion u. Haupterpebition: Gießen, Seltersweg 88. Fernsprechanschluk r. 862.

Samstag, den 5. August 1905.

Gießener

14. Jahrgang

Abonnementspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vtertel jährl. Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

Neueste Nachrichten

( Gießener Tageblatt)

Anabhängige Tageszeitung

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Entrüftung und Hbrultung.

[ Politische Wochenschan.]

Die Sprache, die ihre eigenen Gesetze hat, gefällt sich zu­weilen in unbeabsichtigten Wortspielen, indem sie lautlich zu unmittelbarer Nachbarschaft führt, was begrifflich einen völligen Gegensatz darstellt. Wer sich entrüstet, der ent­ledigt sich der Rüstung; wer abrüstet, der legt die Rüstung ab. Es dürfte danach kaum eine größere Aehnlichkeit geben, als die zwischen Entrüstung und Abrüstung. In Wirklich­feit trennt vollkommener Gegensatz die scheinbare Ver­wandtschaft. Wer sich entrüstet, der entledigt sich nicht der Rüstung, sondern führe am liebsten in die Rüstung und schlüge auf der Stelle zu. Glücklicherweise ist zur Ueber­legung Frist gegeben, weil die Tat dem übereilten Willen nicht unmittelbar zu folgen vermag. Es lebt kein Mensch, der nicht schon in der Lage gewesen wäre, sich dessen zu freuen, der nicht schon die Erfahrung gemacht hätte, daß es gut ist, der Entrüstung Zeit zur Abfühlung zu lassen. Der einzelne, der sich allmählich an Selbstzucht gewöhnt hat, be. sitzt in der Regel noch hinreichende Besonnenheit, um der Versuchung plötzlich entstandener Stimmung zu widerstehen, das Urteil, das in solchem Augenblick sich ihm aufdrängen will, abwägend bei kühlerem Gemüte nachzuprüfen. Doch was der einzelne vermag, das kann die Menge nicht, die zu langer Ueberlegung niemals Geduld hat, von der Empfin­dung beherrscht wird und leicht die Eingebungen der Laune für untrügliches, tiefes und sicher leitendes Gefühl nimmt. Eine Menge, die in Erregung gerät, ist stets in der Gefahr, irre zu gehen, selbst wenn eine planvoll angelegte rre­führung nicht stattfindet. Und weit öfter als man glaubt, ist solche beabsichtigte Irreführung vorhanden. Desto dring. licher ist die Pflicht derer, die von Berufs wegen zu der Menge sprechen, immer und immer wieder zur Mäßigung zu raten, und beunruhigenden, legitime Empfindlichkeit weckenden, zur Empörung und zu rascher Abwehr reizenden Gerüchten gegenüber zu vorsichtiger Prüfung zu mahnen, ob sie denn überhaupt auf Wahrheit beruhen, ob nicht bös willige Ausstreuung vorliege oder, was noch häufiger der Fall ist, bloßes Geschwäß, aus der kindischen Freude am Sen­sationellen geschöpft.

Die vergangene Woche hat hierfür Beispiele in über­reicher Zahl gebracht. Narren oder Bösewichte, oder beide im Verein brachten das Gerücht auf, daß die Uebungs. reise eines englischen Geschwaders in der Ostsee eine drohende und feindselige Aktion gegen Deutsch­land sei, einen Krieg anzufündigen, wenn nicht direkt ein­zuleiten bestimmt. Das Gerede dauerte an, bis bekannt wurde, daß jene Uebungsreise bereits im Mai angekündigt worden, daß nichts ungewöhnliches oder auffallendes mit ihr verknüpft sei. Und selbst dann schämten sich die Schwäger nicht, sondern bemängelten, daß man ihnen nicht schon früher entgegengetreten sei. Wäre das aber geschehen, so hätte dieselbe Gewissenlosigkeit versichert: wo Rauch sei, da sei Feuer, und die Tätigkeit der Feuersprize beweise den Brand. So schamlos war das verheßende Treiben in Eng­land geworden, daß sich endlich die englische Regierung ver­anlaßt sah, im Unterhaus jenen Gerüchten entgegenzutreten und sie als böswillige Erfindungen zu bezeichnen, die ohne jeden Schein einer Begründung in Umlauf gesetzt worden. Wenn demnächst anläßlich seiner Marienbader Reise König Eduard mit Kaiser Wilhelm zusammentrifft, so ist diese Be­gegnung, die die Fortdauer der freundschaftlichen Beziehun­gen zwischen den beiden nahe verwandten Monarchen öffent­lich dartun soll, vielleicht nur ein Ergebnis der Bestrebun= gen, die auf eine Unterbrechung dieser Beziehungen gerichtet waren. Auf die Entrüstung ist nun die Abrüstung gefolgt, ein Wechsel, den man sich wohl gefallen lassen mag. Aber besser noch wäre es gewesen, man hätte sich die Entrüstung ganz gespart.

In Frankreich ist es nicht viel anders gegangen. Ganz plötzlich war man dort auf den Gedanken verfallen, daß Deutschland dunkle und jedenfalls bedrohlich- verhäng­nisvolle Pläne verfolge. Das sei ganz unzweifelhaft und offenbar, denn es verschleppe die Erledigung der Ma­roffofrage, wegen deren es frühdr so ungeduldig ge­drängt hätte, verschleppe sie trotz der Nachgiebigkeit, die Frankreich an den Tag gelegt habe. Vergeblich sei Frank­reich nachgiebig gewesen. Die Republik mache die Erfah­rung, daß der Beste nicht in Frieden leben könne, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefalle. Die Pariser Presse wurde nicht müde, über dieses Thema wieder und wieder zu sprechen, und sie erreichte damit, was sie wollte: Mißstim­mung, Erregung, Entrüstung. Bis die Aufklärung fam: Deutschland hatte nichts verschleppt und wollte nichts ver­schleppen. Es wartete geduldig, bis Herr Rouvier sein recht ausführliches Marokko- Programmes umfaßt 22 Druck­feiten ausgearbeitet und überreicht haben würde. Herr Rouvier ist inzwischen fertig geworden, ohne von Deutschland aus gedrängt worden zu sein, was nicht artig gewesen wäre, und aller Wahrscheinlichkeit nach wird vollkommene Ueber­einstimmung zwischen Frankreich und Deutschland hinsicht­lich der Maroffofrage erzielt sein. Die ganze vorige Kam­bagne der Pariser Presse ist gegenstandslos gewesen, hat fich gegen Phantasien gerichtet. Die entrüsteten Herren von der Feder haben wieder abgerüstet bis auf weiteres, bis au neuer Reauna des Seniationsbedürfniffes

Javan und Rußland sind von der Abrüstung noch fern. Die Japaner wenigstens geben sich den Anschein, als ob es so wäre, da sie auf der Insel Sachalin die bürgerliche Verwaltung in Händen genommen haben. Ein voller Be­weis ist das freilich nicht. Es kann zu schnellem Frieden kommen, obwohl der Zar in einer neueren Kundgebung sei­ner Zustimmung zur Fortführung des Krieges bis zu er­Ianatem Siege Ausdruck gegeben hat. Denn beide Teile bedürfen des Friedens. Die klugen Unterhändler in New­york schrecken sicher vor der Aufgabe nicht zurück, den Frie­densbedingungen eine solche Gestalt zu geben, daß die russi­schen Leistungen als freies Geschenk an den zum Bundes­freund gewandelten Feinde erscheinen. Witte und Komura stellen sich vielleicht nur entrüstet, um recht bald zur Ab­rüftung gelangen zu können.

Allerlei von der Nadel.

( Von unserer ständigen Korrespondentin.) Bisher wurde den deutschen Frauen der Vorwurf ge­nacht, sie wüßten die Stecknadel nicht zu handhaben. Man vermies sie auf das Talent ihrer gallischen Schwestern," die mit Hilfe der Stecknadel die anmutigsten Effefte erzielten. Von ihnen wird erzählt, daß sie selbst ihre Hutgarnierung nicht fest aufnähten, sondern nur mit Nadeln befestigten und so die Möglichkeit hätten, den Hutschmuck sehr häufig ohne viele Kosten zu wechseln. Die deutschen Frauen wur den dagegen als wenig geschickt bezeichnet, weil alles an ihrer Toilette fest angenäht werden mußte, angepfriemt, wie der bezeichnende Ausdruck lautet. Man meinte, daß durd diese Methode jedes anmutige Raffen, jedes willkürliche Fellen des Gewandes ausgeschlossen sei. Diese Voraus: setzungen sind zutreffend. Es muß aber bestätigt werden, daß man es in Deutschland jetzt auch den westlichen Nach barinnen gleichtut in der Geschicklichkeit, die Stecknadel zi verwenden. Der Anzug hat dadurch an eleganter Lässigkeit wesentlich gewonnen. Lehrmeisterin war die Mode selbst. Sie znang einfach die Nadel in die Hand dadurch, daß sie der Bluse nach und nach die feste Form nahm und ihren Sit und ihr Aussehen von dem Umgang mit der Stecknadel abhängig machte. Ohne Dünkel darf man es gestehen, daß es jetzt deutschen Frauen ausgezeichnet gelingt, den Bausch der Bluse zu bilden, den Gürtel in der gewünschten Höhe arzubringen und mit Hilfe der Nadel alle die kleinen Finessen auszuarbeiten, welche der gegenwärtige Geschmad erfordert. Diese neue Kunst hat aber auch die Nadel zu einem ganz neuen Handwerkszeug gestaltet. Die Nadel ha jetzt wesentlich ihre Bestimmung zu erfüllen, in der Gestalt der langen einfachen Nadel oder der Sicherheitsnadel von einer einfachen Nadel zu sprechen, ist nicht ganz angebracht, da sie recht lururiös geworden ist. Der farbige Kopf ist von großer Bedeutung für die Toilette. Auf den Toiletten in Schlafzimmer stecken die Nadeln buntschillernd nebeneinan der. Auf einem rosa Band muß ein rosafarbenes Nädelcher getragen werden, in ein lila Schleifchen sich ein lila Köpf chen nesteln, aber das weiße Gewand hält eine Berle, wenn auch keine echte. Kleidet man sich in dunkle Farben, sc wählt man zur Befestigung von Spizen oder Bändern eine Nadel, die einer schwarzen Perle gleicht. Dieselben feiner Unterschiede werden beachtet beim Aufseten des Hutes. Die Nadeln, die ihn durchstechen, haben einen verhältnismäßig großen Kopf aus Simili und anderen unechten Steinen Ein Reiche Frauen haben mitunter auch echte Nadeln. recht beachtenswerte Neuheit ist die Hutnadel in Gestalt ciner Riesensicherheitsnadel. Sie trägt den zeitgemäßen Namen Automobilnadel". Ihr verwandt und sehr ähnlich ist die Sicherheitsnadel, die den Gürtel hält. Tüchtigi Künstler haben sehr hübsche Formen entworfen, die in Su ber und Halbedelsteinen ausgeführt werden. Gleichzeitig werden sie benutzt, um die flatternde Boa festzuhalten. Auc der Stehkragen aus Spigen und leichtem Gewebe wird neuerdings auf seiner Innenseite durch goldene Nadeln mi Perlenschluß an Stelle des Fischbeins aufrechtgehalten. Die Neuheit ist umso bemerkenswerter, als durch die an den Enden befestigten Perlen das Wundreiben der Haut durc die früher verwendeten Jij beinstäbchen vermieden wird. Emma Reichen.

-

Vermischtes.

Ein Bankett mit Brot und Wasser. Als die Gerber­gehilfen in Bukarest fürzlich in den Ausstand traten, machten die übrigen Handwerksgehilfen in der rumänischen Haupt­stadt mit ihnen gemeinsame Sache. Das Bündnis wurde in einer Versammlung geschlossen und mit einem Bankett be­kräftigt, zu dem auch die Vertreter der Presse eingeladen waren und an dem etwa tausend Personen teilnahmen. Die Speisen bei dem Bankett waren die, wie sie täglich den Aus­ständigen mit Hilfe ihrer Kameraden geboten wurden, Brot, Schaffäse, Zwiebeln und Oliven. Neben jedem Kouvert" aber stand ein Glas und eine Flasche frischen Brunnen­massers. Trotz des frugalen Mahles war die Stimmung eine sehr angeregte.

=

- Die geheimnisvolle Zaren- Reise. Die Art, wie sich der Zar, der in Peterhof in steter Angst vor den Anschlägen der Anarchisten lebt, zum Zusammentreffen mit Kaiser Wif helm an Bord seiner Jacht Polarstern" begab, wird in eir.em englischen Blatte wie folgt geschildert: Der Zaren Palast in Peterhof liegt etwa 500 Meter vom Golf von Fin. land entfernt, mit dem er durch einen Kanal verbunden ist. Zu diesem Kanal ist eine Brücke gebaut, die ausschließ lich für den Gebrauch der kaiserlichen Familie bestimmt ist. An dem betreffenden Sonntagmorgen ging der Bar, von sei nen treuesten Dienern umgeben, schnell zu dieser Kleinen Lar dungsbrücke, bestieg einen kleinen Dampfer und eilte auf diesem, von einer fleinen Flotte von Wachtbooten um. geben, nach der faiserlichen Jacht. Der Polarstern" lag nicht weit vom Ufer entfernt vor Anker, und der Zar befand sich bereits in Sicherheit an Bord, ehe die meisten Insasser des Palastes selbst von seiner Abreise Kenntnis hatten.

-

= Kahlköpfigkeit heilbar. Der Berliner Dermatologe Professor Kromeyer hat mit seiner Methode, die Kahlköpfig­keit durch Behandlung mit Licht zu heilen, sehr gute Er­folge erzielt. Von 32 Fällen, die meistens völlige Kahlheit des Kopfes aufwiesen, sind 27 gehoben. Außer den Kopf­haaren wuchsen auch die Augenbrauen wieder.

Erinnerung an den Sanden- Prozeß. Wer Bruder des Kommerzienrats Sanden, an dessen Namen sich der bekannte Sensations- Prozeß knüpft, der Bankdirektor Otto Sanden, ist jetzt in Bonn gestorben. Otto Sanden war Direktor der mit der Preußischen Hypothekenbank eng liierten Aftien­gesellschaft für Grundbesitz und Hypothekenverkehr. Er wurde als Opfer seines Bruders betrachtet und nur zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, das ihm auf die Untersuchungs­hast angerechnet wurde.

Deutsche Turner in Amerika. Den ersten Preis bei dem vor kurzem beendeten nordamerikanischen Turnfest er­rang ein Mitglied des Münchener Männerturnvereins, Julius Keyl. Er war Mitglied der aus acht Mann be­stehenden Riege, die von der deutschen Turnerschaft zu dem amerikanischen Wettturnen entsandt war.

Das Damen- Restaurant. Wenn der Herbst ins Land zieht, soll in Berlin in der Nähe des Bahnhofs Friedrich­straße ein Restaurant seine Pforten öffnen, das in allen sei­nen Teilen ausschließlich der geehrten Damenwelt zur Ver­fügung stehen und in das der Eintritt jedem männlichen Wesen ohne Ausnahme verboten sein soll. Im Parterre wird ein Erfrischungsraum mit Bierausschant eingerichtet, weiter soll es ein Weinzimmer und mehrere Salons apart für kleinere Gesellschaften und Frauenvereine bergen. In der oberen Etage befinden sich das Café, ein Teesalon, ein Lese-, ein Spiel- und Billardsaal. Dort soll auch Rauch­freiheit herrschen. Auch die Bedienung wird ausschließlich von weiblichem Personal ausgeübt. Nur für einen Bosten bedarf man noch der männlichen Kraft, nämlich für den Portier, der die Aufgabe hat, alle Männer, die doch ein­dringen wollen, sanft und, wenn es nötig ist, mit Gewalt zurückzuweisen. Ob sich das Unternehmen wohl rentieren wird?!

-

= Schah und Präsidentin. Der Besuch, den der Schah bon Persien zurzeit der Hauptstadt der französischen Republik abstattet, ruft dort eine Erinnerung an frühere Besuche des Königs der Könige" wach. Bei der feierlichen Visite, die Muzeffer Eddin dem ehemaligen Präsidenten Sadi Carnot abstattete, wurde er auch der stattlichen, aber nicht mehr ganz jugendlichen Frau des Oberhauptes der Republik vor. gestellt. Nicht ohne etwas Mitleid in der Stimme fragte der Schah Herrn Sadi Carnot: st das deine einzige Frau? Hast du sonst keine andere?" Der Pariser Chronist, der diese Geschichte ausgeframt hat, fügt boshaft hinzu, es sei nur gut gewesen, daß der Schah die Frage nicht an Carnots Nachfolger richtete den Präsidenten Felix Faure, dessen fleine galante Abenteuer nicht immer von der nötigen Dis. fretion umgeben wurden. Den hätte er damit wohl vor der Madame Faure in eine weit größere und berechtigtere Verlegenheit verfekt.

=

Gin schlaatertiger Nichter. Vor einem Gericht in Mississippi erschien vor einiger Zeit eine verhärmt aus­sehende Frau und beklagte sich über ihren Ehemann, der sie fortgesetzt schlecht behandele und sogar mit Schlägen bedenke. Als diese Behauptung durch Zeugen als wahr erwiesen war, erklärte der Richter, vor dessen Stuhl die Sache verhandelt wurde, sich für genügend informiert. Er verließ seinen Sib, schloß die Tür ab, zog den Talar aus und versette dem ge­walttätigen Ehemann unter dem Jubel des Auditoriums cine ganz gewaltige Tracht Prügel. Nach geschehener Erekution, die dem Angeflaaten Prozeßkosten und Gefängnisleiden er­sparte, zog der Richter seinen Rock wieder an, öffnete die Tür, nahm seinen Siz ein und sprach den Angeklagten frei, da es ungesetzlich wäre, einem Schuldigen, der schon ge­nügend bestraft sei, eine neue Strafe aufzuerlegen.

= Der Erfinder der Vaseline gestorben. Vor einigen Tagen ist in London im Alter von 70 Jahren der Erfinder der Vaseline William H. Chersebroug gestorben. Er hatte im Jahre 1869 gemeinsam mit seinem Bruder dus in der ganzen Welt bekannt gewordene Präparat erfunden und erzeugt.