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zu einer folden Bolitik anzuftiften, da es in seinem Inter­effe gewiß nicht liegt. Deutschland unwiderruflich in Ruß­lands Arme zu treiben.

Frankreich.

** Wegen der ungenügenden Erklärungen der marokka­nischen Regierung in dem Streitfalle mit Frankreich über die Verhaftung des inzwischen freigelassenen Kapitäns stellte Graf Taillandier der marokkanischen Regierung ein UIti­matum zu, in dem er völlige Genugtuung innerhalb der angegebenen Zeit verlangte. Man hat Grund, anzunehmen, daß der Sultan dieses Ultimatum erfüllen wird, und ver dankt dieses dem Einflusse des Auslandes, das dahin zu wirken begonnen hat, daß Frankreich nicht schroff behandelt werden dürfe. Inzwischen hat man aber doch in Paris es für notwendig befunden, einen weiteren Druck auszuüben. Trotz der Freilassung Bu Mzians hat Graf Taillandier den Befehl erhalten, mit dem ganzen Gesandtschaftspersonal nach einer ganz kurz bemessenen Frist Fez zu verlassen, wenn der Maghzen nicht den französischen Forderungen nachgibt, dic auf Entschuldigung, Entschädigung und Bestrafung des Raid lauten, der Vu Mzian verhaftet hat.

Spanien.

** Eine folgenschwere Bombenexplosion ereignete sich in Vigo. Durch die unverfliegenden Splitter wurden je zwei Perionen getötet und mehrere schwer verletzt. Die Urheber des Anschlages entfamen unerkannt.

Ccweden.

** König Oskar von Schweden erklärte einem Redakteur, er sehe nach wie vor von einer schwedischen Kandidatur für den norwegischen Thron ab. Persönlich fühle er sich sehr getränkt, daß man ihm dies in der Presse nicht geglaubt habe. In Karlstadt auf schwedischem Boden tagt die schwedisch- norwegische Kommission zur Lösung der Unions­verbindlichkeiten.

Rufeland.

** Am schlimmsten sieht es zurzeit in Raukasien aus. Die Kämpfe zwischen Mohammedanern und Armeniern nehmen kein Ende. Die Stadt Schuscha steht in Flammen. Die umliegende Niederung ist von bewaffneten Tataren erfüllt, den dahin entsandten zwei Bataillonen soll Artillerie folgen. Die Bewohner der Umgegend flüchten in die Berge. Im Dorfe Muchranj ist ein Teil der Mauer des Gutshofes des Fürsten Bagration Muchranski mit Dynamit in die Luft gesprengt worden. In der Nähe von Gori ist Fürst Erisow ermordet worden. Eine Abordnung der Armenier von 20 faukasischen Städten sprach in einer dem Statthalter über­reichten Adresse dem Kaiser seine Loyalität aus. Der Statt­halter sprach darauf die Hoffnung aus, daß ihm die Beruhi­gung des erregten Landes gelingen und die armenische In­telligenz zur Feststellung der Ursachen des blutigen Konflikts zweier Bevölkerungsgruppen mitwirken werde.- In Kiew wurden geheime Waffendepots vorgefunden. Sechs Arme­nier, zwölf Soldaten und ein Feldwebel wurden verhaftet. Die Untersuchung ergab, daß in den Zeughäusern der Gar­nison viele Patronen und Gewehre gestohlen wurden. Der berhaftete Feldwebel und die Soldaten haben den Armeniern die Waffen für die revolutionäre Partei im Kaukasus ge­Tiefert. In einem Personenzuge der Weichselbahn bei Ljublin wurde eine Höllenmaschine entdeckt. Die Eisen­bahnbrücke bei Nalentschow ist durch Dynamit beschädigt worden. Das Kriegsgericht in Warschau verurteilte den Sozialistenführer, früheren Redakteur des Posener Volks­blattes", Johann Kasprzak, der bei der Entdeckung einer Geheimdruckerei vier Polizeipersonen tötete, trot ärztlich fonstatierten Irrsinns zum Tode durch den Strang und feinen Genossen Ingenieur Benedikt Gurzmann zu 15 Jah­ren Zwangsarbeit.

Alien.

** In China wurde ein kaiserliches Edikt veröffentlicht, in dem es heißt, daß die Regierung der Vereinigten Staaten der chinesischen zugesichert habe, das chinesische Kaufleute, Studenten und andere Reisende, die Amerika besuchen, dort höflich aufgenommen würden. Das Edift wendet sich an das Volk mit dem Ersuchen, ruhig und geduldig die Ver­handlungen zur Revision des chinesisch- amerikanischen Ver­trages abzuwarten und von dem Boykott ameri­tanischer Waren abzulassen.

Hof und Gesellschaft.

Anläßlich der silbernen Hochzeit des Kaiser. paares bewilligten die Stadtverordneten von Königs hütte 50 000 Mart zu einer Stiftung für das dortige Kin der- und Altenheim.

*** Der Reichskanzler Fürst Bülow traf von Norder. ney in Berlin ein, um dem Kaiser Vortrag zu halten, und reist zu längerem Aufenthalt nach Baden- Baden.

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Prinz Arthur von Connaught hat sich zu den Manövern nach Deutschiand begeben, denen beizuwohnen er von Kaiser eingeladen ist.

Heer und flotte.

Die Berliner Herbstparade verschoben. Auf Befehl des Kaisers ist die für den Sedantag, 2. September, angesetzte Parade des Gardekorps, die alljährlich stattfindet, verscho­ben worden. Das schlechte Wetter der letzten Tage ist die Ursache zu der Verschiebung gewesen. Das Paradeterrain, das Tempelhofer Feld, ist durch den anhaltenden Regen total aufgeweicht. Die Parade wird später abgehalten.

Nab und fern

Fran Minister von Budde verunglückt. Die Gattin des Eisenbahnministers von Budde wurde in Heringsdorf, wo Sie mit ihrer Familie weilte, von einem Unglücksfall be­troffen. Sie war mit ihrem Gemahl zur Besichtigung der englischen Flotte nach Eminemünde gefahren. Bei der Rück­fehr glitt sie auf dem schlüpfrigen Landungsstege aus und brach den rechten Fuß.

Ein Automobil in den Rhein gefahren. Oberhalb Aß­mannshausens fuhr ein mit Belgiern besetztes Automobil in den Rhein. Zum Glück passierte in diesem Augenblick ein Schiff die Unfallstelle, und nur diesem Umstande verdank­ten es die Insassen des Kraftwagens, daß sie vor dem sicheren Tode bewahrt wurden. Bei Zwickau verunglückte im Auto­mobil der zu einer Konsultation nach Glauchau berufenc Er blieb sofort Obermedizinalrat Professor Dr. Karg. tot. Sein Begleiter erlitt einen Schädelbruch, der Chauf­feur kam mit dem Schrecken, davon.

Gefälschte Gewerbescheine. In Köln wurde ein ange sehener Beamter aus Koblenz verhaftet. Er hat Getverbe scheine gefälscht und durch einen Händler in Köln an andere Händler verkauft. Zahlreiche Händler, die die Falsifitate benugten, wurden ebenfalls verhaftet.

+ Explosion und Feuersbrunst. In Bevent in West­preußen entstand durch Explosion von Benzin eine großc Feuersbrunst. Drei am Markte belegene Geschäftshäuser wurden ein Opfer der Flammen.

Ein Greis als Brudermörder. In Frauenzell bei Bay­reuth lauerter ein 70jähriger Mann seinem betrunken vom Wirtshaus heimkehrenden Bruder auf und erschlug ihn mit einem Beil. Nach der schrecklichen Tat legte sich der Bruder. mörder ruhig zu Bett und ließ die mit Blut und Haaren besudelte Mordwaffe in seiner Wohnung liegen.

Ausbruch des Vulkaus auf Stromboli. Der Vulkan au der im Tyrrhenischen Meere belegenen Insel Stromboli. der seit Menschengedenken dampft, ist jetzt zum Ausbruch ge kommen. Lavamassen, Aschenregen und erstickende Schwefel dämpfe machen die Insel unbewohnbar. Die Ernte ist ver nichtet. Die Bewohner fliehen auf Booten auf benachbart: Inseln.

Eisenbahn- Unglück. In der Nähe von Chelmsford ent­gleiste ein von London nach dem Badeorte Cromer fahrender Zug. Er rannte auf das Stationsgebäude auf und ging dabei vollständig m Trümmer. Zehn Personen fanden bei der Katastrophe ihren Tod, zwanzig wurden verletzt.

Wieder ein Unglück beim Scemanöver. Während eines Nachtmanövers vor Pola wurde das Torpedoboot 36" von dem Tervedoboot Cobra" angefahren. Das Boot 36" sant sofort. Die Besatzung rettete sich. Die Cobra" fehrte cbenfalls beschädigt in den Hafen zurück.

Erdbeben in der Stadt des Friedensschlusses. In Ports. mouth in Amerika wurden drei starke Erdstöße verspürt. Die Gebäude schwankten, und unter den Bewohnern des Hotels Wentworth, wo die russischen und japanischen Frie­densdelegierten wohnen, kam es fast zu einer Panik. Das Erdbeben wurde entlang der Küstenlinie 20 Meilen nach jeder Richtung verspürt; an manchen Orten wurde auch ein dumpfes donnerähnliches Rollen vernommen. Vielfac glaubte man, daß Pulvermagazine des Portsmouther Marinearsenals, wo Martens und Dennison an der Fertig. stellung des russisch- japanischen Friedensvertrages arbeiteten. in die Luft gesprengt seien.

Einbruchdiebstahl. In Halle wurden bei Nachtzeit drei Geschäfte ausgeraubt. In einer Belzwarenhandlung fielen den Einbrechern für 12 000 Mark Waren in die Hände.

Zersprungenes Schwungrad. Auf dem Eisenwerk Rote Erde" zu Dortmund zersprang das neun Meter hohe Schwungrad. Die umberfliegenden Teile zerstörten das Dach und töteten einen Arbeiter.

Fener in einem Konfektionsgeschäft. In Barmen wurde das Modewaren- und Damenkonfektionsgeschäft von Ge­brüder Alsberg durch Feuer stark beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf 80 000 bis 100 000 Mark.

Folgenschwere Petroleum- Explosion. In Köln entstand im Keller eines Farbengeschäftes eine Petroleum- Explosion. Von drei im Keller beschäftigten jungen Leuten fand einer den Tod durch Ersticken, der zweite wurde schwer verletzt, und nur dem dritten gelang es, aus dem brennenden Keller zu fliehen.

Veruntreute Gelder. In Wörlitz ergab eine Revision der Stadtkasse einen Fehlbetrag von 7000 Mark in bar und 12 600 Mark in Papieren. Auf dem verstorbenen Bürger­meister Eiserbeck ruht der Verdacht, die Gelder veruntreut zu haben.

Verunglückter Luftschiffer. In Greenville in Amerika stieg der Luftschiffer Boldwin vor 20 000 Menschen auf. In einer Höhe von 1500 Fuß erfolgte eine Explosion von Dynamit. Der Luftschiffer und sein Ballon wurden in Stücke gerissen.

Tages- Chronik. In Posen nimmt der Typhus wieder zu; es werden täglich neue Fälle gemeldet.

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Im Elsaß ist stellenweise Schneefall eingetreten.

Kunft und Wiffenfchaft.

MP Laudentdeckungen durch die Grönland- Expedition. Professor Nathorst in Stockholm hat einen Brief aus Reil­javik auf Island von dem schwedischen Leutnant Bergendahl erhalten, welcher an der Grönlanderpedition des Herzogs von Orleans teilnimmt. Danach entdeckte man an 27. Juli, als man das Kap Bismarck passierte, ein neues unbekanntes Land, auch zeigte sich, daß das Kap Bismard auf einer großen Insel liegt, nicht auf dem Festlande, wie bisher angenommen wurde. Das Land wurde so gut wie möglich fartographiert und erhielt den Namen Terre de France, darauf ging man weiter nordwärts bis zu 78 Grad 16 Minuten. Weiter konnte man nicht vordringen, woraui das Schiff wieder südostwärts steuerte. Die Expedition wird am 10. September in Ostende erwartet.

Die Cholera- Gefabr.

( Von unserem medizinischen Mitarbeiter.) In Westpreußen ist die Cholera. Das steht fest und wird amtlich ganz unverhüllt zugegeben. Sie ist von Rußland cus eingeschleppt und hat sich nach Galizien zu weiter ver. breitet. Indessen ist kein Grund zu irgend welcher Beun­ruhigung vorhanden. Die Fälle traten vereinzelt auf. Ueberall fungiert der Melde- und Beobachtungsdienst aufs prompteste, und es ist für eine Isolierung der erfrankten Personen gesorgt. Auch wendet man den Anfömmlingen cus dem Zarenreiche, besonders den Flößern, ein aufmerf. sames Augenmerk und eine ständige Ueberwachung zu, so daß man mit Sicherheit darauf rechnen darf, daß der Ein­bruch des bösen Gastes vorübergehen wird, ohne daß es zu einem epidemischen Ausbruch komme.

Wie in einer durchaus heruhigend wirkenden amtlichen Mitteilung über den Stand der Seuchengejahr zugegeben wird, ist die Möglichkeit, daß im laufenden Jahre mit einer Einschleppung der Cholera gerechnet werden müsse, schon längst ins Auge gefaßt worden. Schon im Januar dieses Jahres sind die Regierungen der deutschen Staaten durch ein Rundschreiben des Reichsamts des Innern darauf hinge. wiesen, so daß das Auftreten einzelner Seuchen jälle sie nicht unvorbereitei triiit.

Als Mitglied des internationalen Berbandes zur Be­kämpfung der Infektionsfranfheiten hat Rußland die Pflicht, den Bureaus des Verbandes in Berlin und Paris alle Cholerafälle zu melden. Rußland hatte aber seiner. seits angezeigt, daß infolge der Unruhen im Kaukasus diese Cholerameldungen eingestellt werden müßten. Man batte daher seit längerer Zeit keine Ahnung vom Stande der Cholera in Rußland, und so fonnte sie mit größerer Leich tigkeit in das Weichselgebiet vordringen.

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ang in Gießen Bas Silbane Areu Großmütigen verlieh ** Der Groß Steiner Wildpart ei Im Laufe diefer Burg Friedberg un Später wird der L Einladung des Raife Großherzogin ve Wolfsgarten. Kaiserpara Zuschauern ohne der Parade wird am Buschauer, welde oder die Stepplie

Zum Glück stehen wir heute den Versuchen der Cholera, in das westliche Europa cinzubrechen, weit mehr gerüstet gegenüber wie früher. Während in den Jahren 1892 und 1893 alle Vorschriften und Einrichtungen zur Abwehr der Seuche neu geschaffen und erst erprobt werden mußten, ist nunmehr durch das Reichsseuchengesetz vom 30. Juni 1900 die Grundlage zu einem einheitlichen Vorgehen im ganzen Reiche gegeben, und außerdem sind durch die vom Bundesrat im Januar vorigen Jahres erlassenen Ausführungsvor­schriften zur Bekämpfung der Cholera die zu ergreifenden Maßnahmen in allen Einzelheiten geregelt. Die Erjah. rungen, die während der Cholerajahre 1892 und 1893 ge­sammelt werden konnten, sowie die seitdem gemachten Hort­schritte der Wissenschaft sind in diesen Ausführungsvorschrif­ten verwertet. Es wird sonach bei eintretenden Cholera­fällen wesentlich darauf ankommen, die eingehenden, für das gesamte Reichsgebiet gleichmäßigen Anordnungen kraft­voll durchzuführen. Gegen übertriebene, Handel und Ver­fehr unnötig belästigende Maßnahmen bieten sowohl die für das Inland erlassenen Vorschriften als auch die Bestimmun­gen der internationalen Sanitätskonvention von Dresder: aus dem Jahre 1893 ausreichenden Schuß, insofern darin die Grenzen genau gezogen sind, über die bei der Anordnung von Verkehrsbeschränkungen nicht hinausgegangen wer­den darf.

besonders füblich D Ober- Erlenbach nad Erlenbach nadh barbe

** Sonderzüg bahn- Berkehrs- Jnipe Intereffe der Befuche Saife parade bei Hom Lage morgens 5,25 Bilbel und nach Be ein Sonderzug um 2,59 in Gießen entri Wagenklasse. F muzen wünschen, laffende Personenz lich bet beiden Bi ift die Einrichtun am 7. d. Mts., in 7 Uhr Vorverkauf

Wo immer im westpreußischen Weichselgebiet sich auch nur choleraverdächtige Fälle zeigen, wird sofort von behörd­licher Seite das nötige verfügt, um eine Ausbreitung zu verhindern. Dasselbe geschieht in Galizien, wohin die Krankheit von Westpreußen aus weiterverschleppt ist. Auch das österreichische Ministerium des Innern hat sofort die Behörden mit den entsprechenden Weisungen versehen, und der volle Sicherheitsdienst ist in Wirksamkeit getreten, seit die vier in der Gemeinde Padernarodowa aufgetauchten Fälle, von denen drei tödlich verlaufen sind, und denen in­zwischen noch die Erkrankung eines Kindes gefolgt ist, als asiatische Cholera erkannt wurde.

Ebenso werden die deutschen Nordseehäfen, wohin sich der Strom der russischen Auswanderer vorzugsweise zu lenfen pflegt, sorgfältig überwacht, zumal seit in Hamburg ein Cholerafall unter diesen Auswanderern festgestellt wurde. Die dortige Polizeibehörde hat die Beförderung russischer Auswanderer über Hamburg bis auf weiteres untersagt. Die Hamburg- Amerika- Linie hat infolgedessen Anordnun­gen getroffen, daß russische Auswanderer nicht mehr nach Hamburg gesandt werden. Dadurch wird die bereits von Washington aus angeordnete Absendung amerikanischer Sachverständiger nach Hamburg zum Zwecke der Verhinde­rung des Transports verdächtiger Passagiere nach den Ver­einigten Staaten gegenstandslos. Um keine Vorsichts­maßregel außer acht zu lassen, ist von der amerikanischen Einwanderungsbehörde eine Verordnung erlassen worden, nach der sich die nach den Vereinigten Staaten bestimmten Zwischendeckspassagiere sechs Tage vor Antritt ihrer Reise in den Einschiffun jäfen einzufinden haben.

Nach alledem darf man das feste Zutrauen hegen, daß es dem zielbewußten und pflichtmäßigen Vorgehen der Be­hörden gelingen wird, die Seuche bald zu unterdrücken. Selbstverständlich muß darauf gerechnet werden, daß das Publikum allerorten, besonders aber in den gefährdeten Gegenden der als verseucht zu betrachtenden Weichsel, Neße und Warthe, durch verständiges Verhalten, namentlich durch Fernhalten von dem verseuchten Wasser, die Bemühungen der Behörden tatkräftig unterstützen.

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Eine amtliche Mitteilung besagt: Bis zum 2. September mittags sind in Preußen insgesamt 43 Erkrankungen und 17 Todesfälle an Cholera gemeldet worden, zwei davon in Baaris und Warnikeim, Kreis Rastenburg in Ostpreußen. Zu den im Stromgebiet der Weichsel, Brahe, des Brom berger Kanals und der Neße errichteten 16 Ueberwachungs. stellen sind hinzugefommen je eine in Filehne und Zantoch a. Nezze, in Landsberg a. Warthe, in Küstrin und Gließen a. Oder, in Oderberg am Finowkanal, sowie in Köpenid a. Spree. Bei den Ueberwachungsstellen sind bis jetzt 8 Sa nitätsoffiziere, 2 Marinesanitätsoffiziere und 12 Kreis assistenzärzte, im übrigen praktische Aerzte tätig

Vermischtes.

Roosevelt, der Degenhaner. Ein französischer Ge schichtsschreiber hat dem Präsidenten Roosevelt einen eigen tümlichen Beinamen zugelegt. Er macht darauf aufmerk. sam, daß früher niemand gerade Roosevelt die Rolle als Friedensstifter zugetraut hätte, und beruft sich unter an­derem auch auf das Zeugnis deutscher Professoren, die auf dem Münchener Historiker- Kongreß Roosevelt einen Degen­hauer" genannt hätten. Offenbar haben die Professoren ton einem Haudegen" gesprochen.

Zahnoperation an einer Giftschlange. Im Zoologischen Garten zu Newyork litt eine große Brillenschlange an Zahngeschwüren, die an den Giftzähnen saßen. Um das wertvolle Tier am Leben zu erhalten, wurde es gereizt, bis es den Nachen aufsperrte. Dann wurde ein Holzblock hin­eingestoßen, so daß der Nachen offen stehen blieb, und nun zeg ein Zahnarzt der Schlange in aller Ruhe die Giftzähne aus. Jeder war Zoll lang, und an den Wurzeln befand sich ein Säckchen mit zehn Tropfen Gift.

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= Eine amerikanische Erbschaft. Vor Jahren war ein armer Remscheider Arbeiter nach Amerika ausgewandert. Auf der Ueberfahrt konnte er mit eigener Lebensgefahr das Kind eines reichen Amerikaners vom Tode des Ertrinkens retten. Eine ihm gebotene Belohnung wies er zurück mit dem Hinweise darauf, daß er nur seine Pflicht erfüllt habe. Vor kurzem erhielt nun der inzwischen aus Amerifa zurück gekehrte und nach wie vor in dürftigen Verhältnissen Icbende Remscheider vom amerikanischen Konsulat in Barmen die Mitteilung, daß der vor einiger Zeit verstorbene Ameri­faner den Retter seines Kindes nicht vergessen, sondern ihm testamentarisch 25 000 Dollars vermacht habe.

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