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aussetzung der Ratifikation durch die beiderseitigen Regie­

ringen.

Die Bevollmächtigten Rußlands bei den Friedensver­handlungen in Washington werden Baron von Rosen und Graf Murawiew, diejenigen Japans Baron Romua, der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, und der japanische Botschafter in Washington Takahira sein. Möglicherweise werden außer diesen noch einige andere Vertreter ernannt. Rußland scheint sich also jetzt ziemlich gefügig zu zeigen und auch sein Gegner ist dem Frieden nicht abgeneigt. Soll doch die

finanzielle Lage Japans

keine besonders glänzende sein. Nach einer Erklärung des in London sich aushaltenden japanischen Finanzagenten Ta­fahaschi, hat Japan noch 50 Millionen Dollars in Newyork und 800 000 Pfund Sterling in London in Reserve, die noch von der letzten Anleihe übrig sind. Außerdem sind die legten Ratenzahlungen der Anleihe zu erwarten, die noch nicht fällig sind.

Trotzdem werde Japan nach dem Frieden bedeutend mehr Geld gebrauchen. Es wolle daher eine neue Anleihe im Auslande machen, die 30 Millionen Pfund Sterling be­tragen und in London, Newyork und dem europäischen Fest­lande emittiert werden soll. Die Anleihe soll durch die Ein­nahmen aus dem Tabakmonopol garantiert werden. Rußland sucht man noch immer nach einem Schuldigen fur den unglücklichen Gang der Dinge. Neuerdings gibt man wieder mit erneuter Energie den einst verhimmelten

General Stössel als Sündenbock

stelle. Das Résultat der körperlichen Züchtigung ist jedoc cin viermonatiges Krankenlager für Hubermann. Später trifft ihn noch einmal dieselbe arauenvolle Strafe: diesmal wird er für die Flucht vom Deportationsort zu 50 Snuten­hieken verurteilt. Von solchen Qualen ist die ganze Leidens. geschichte des Angeklagten erfüllt. Den Richtern muß wohl doch angesichts dieser schrecklichen Tatsachen das Gewissen ge. schlagen haben. Sie verurteilten Hubermann zu sechs Jah ren Zwangsarbeit. beschlossen aber, dem Kaiser die Be. gnadigung zu empfehlen. Wann wird das große Rußland aufhören, eine Hölle für seine Kinder zu sein?

der öffentlichen Verurteilung preis. In der Zeitung ,, Rasstet" schreibt Michael Martord: Stössel zeigte sic während der Kämpfe nicht ein einzigesmal auf den Positio­nen, sondern saß in seinem gepanzerten Hause. Während eines Kampfes auf der Kuropatfin- Redoute ließen die Trup­pen den General Stössel bitten, sie doch persönlich in die Schlacht zu führen. Der General ließ telephonisch sagen, daß er frank sei und daher unendlich bedauere, nicht bei den Truppen sein zu können. Stössel fümmerte sich nicht um die elende Lage der Truppen; die Aermsten gingen hungrig und barfuß umher, während die Indentanturdepots voll Vorrat, Kleidung und Schuhzeug waren. Salzfleisch und Konserven waren in Hülle und Fülle vorhanden. Als Stössel aus Port Arthur fortfuhr, wurde seine Hobe auf 32 Karren ver­laden, während die gewöhnlichen Sterblichen nur ein bis 6 Pud mitführen durften. Nach der Kapitulation Port Ar­thurs fand man dort Vorräte, die noch Monate gelangt hät­ten. Doch alles war schon längst als verbraucht angegeben, und so konnte man es nicht mehr verwenden, aus Furcht vor dem Gericht." Es geht in diesem Falle wie von jeher in der Geschichte- wenn ein unbaltbares System zusammen­bricht, sucht man nicht in der Unhaltbarkeit der Dinge die Ursache, sondern wirft die Schuld auf einzelne Persön­lichkeiten.

Sibirische Schrecken.

( Eig. Bericht.)

Politifche Rundschau.

Deutsches Reich.

* Ein besonderes Ministerium für den Strafvollzug wird in einem Antrag verlangt, den der Abgeordnete Gyßling mit mehreren anderen Volksvertretern im preußischen Ab­geordnetenhause eingebracht hat.

* Angesichts der Unruhen in Rußland war mehrfach von Truppenverstärkungen an der russischen Grenze die Nede. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß diese Gerüchte jeder Begründung entbehren.

* Einen wichtigen Erlaß über das kommunale Sparkassen­wesen hat der preußische Minister des Innern dem Magistrat der Stadt Berlin zugehen lassen. Darnach gibt der Minister seine Einwilligung dazu, daß, sobald der Reservefonds der tommunalen Sparkasse 5 vom Hundert der Passiva erreicht hat, die Betriebsüberschüsse und die Zinsen des Reservefonds vereinigt und von der so gebildeten Gesamtsumme nicht mehr als die Hälfte an den Reservefonds abgeführt zu wer den braucht. Hat der Reservefonds 10 v. H. der Passiva er­reicht, so können die Zinsen seiner Bestände ganz zu den Infolge dieser neuen Ueberschüssen genommen werden.

Anordnung kann die Stadt Berlin über vier Millionen Mr. in Zukunft für allgemeine tominunale Zwecke verwenden. Da der Erlaß selbstverständlich auch grundsätzlich für alle anderen Städte der Monarchie Geltung haben wird, so be­deutet er für alle Kommunen eine wesentliche Reform. Alien.

** Aus Peking kommt die Nachricht, daß die Boxer- Ent­schädigungsfrage in zufriedenstellender Weise geregelt wor­den ist. Alle Mächte haben die Note unterzeichnet, nach wel. cher die Vorschläge, die China am 26. Oktober 1904 formu­Itert hat, angenommen werden, nämlich die Entschädigung als eine Goldschuld anstelle einer Silberschuld zu betrachten.

Petersburg, 2. Juli. Die allgemeine Zerseßung, die das Zarenteich in seiner Grundfesten erschüttert, lenkt die Blicke der ganzen Welt auf die inneren Zustände des moskowitischen Staates. Unter anderen Ursachen macht man wohl nicht ganz mit Unrecht die Willkürherrschaft des Beamtentums und die mitleidlose Knechtung und Mißhandlung des Individuums für den be gonnenen Zerfall verantwortlich. Die administrativen Ver schickungen nach dem Schreckenslande Sibirien, die syste­matische langsame Hinmordung politischer Sträflinge ohne Urteilsspruch, ohne Recht und Gesez, haben von jeher die Entrüstung der zivilisierten Bewohner Westeuropas hervor gerufen. Wenn sich jetzt die Folgen jahrhundertelanger Mißwirtschaft in so schrecklicher Weise zeigen, kann man den Gedanken an die rächende Hand der Nemesis wirklich nicht unterdrücken. Einen besonders drastischen Beweis für die unmenschliche Behandlung der nach Sibirien Verbannten boi bor einigen Tagen wieder ein hier verhandelter Prozeß, der ein scharfes Licht warf auf die Schändlichkeiten, die auf si= birischem Boden möglich geworden sind. Angeklagt war ein sibirischer Sträfling, namens Hubermann, weil er aus sei­nem Deportationsort in Sachalin entflohen war. Huber­mann war vor etwa zehn Jahren nach Sibirien verbannt worden, weil er sich als Soldat geweigert hatte, auf politische Demonstranten zu schießen. Er ist wiederholt aus Sibirien geflüchtet und schließlich zu Zwangsarbeit und Knuten­hieben verurteilt worden. Nach Abbüßung der Zwangs­arbeit flüchtete er wieder und wurde nach monatelangem Umherirren endlich wieder in Petersburg verhaftet. Huber­mann hat im Eril Memoiren über die Verhältnisse auf Sachalin geschrieben, die in lebensvollen Farben die Willkür der Beamten schildern. Besonders interessant ist die Ge­schichte, die er erzählt, wie Sträflinge, die eine Partie Win­terkleider erhalten sollten, sie aber nicht erhalten hatten, weil das Geld dafür eine anderweitige Verwendung gefunden hatte, d. h. in die Taschen der Beamten geflossen war, für Aneignung von Kronseigentum" mit Sinutenhieben traf­tiert wurden, da man ja offizielle Schuldige für die fehlen­den Sachen haben mußte, wie sich dann die Sträflinge auf­bäumten und als Empörer" nunmehr noch härter, sogar mit dem Tode gestraft wurden. Hubermann flüchtet in die Scimat, um hier seine Enthüllungen den großen Herren" in Petersburg vorzulegen und um seine Familie wiederzu­sehen. Hier stellte man ihn vor Gericht. Er ist ein junger Mann anfangs der Dreißig, aber, da die Gefängnisluft nicht jung erhält, scheint er in seinem Aeußeren wohl um zehn Jahre älter, als er es wirklich ist. Seine Augen haben bereits das flackernde Licht, das die nahende Auflösung des Intellekts, den Wahnsinn, andeutet: die Natur hat bereits dafür gesorgt, daß hier weiteren Leiden ein Ende gemacht wird. Hubermann sieht sich bereits als einen Retter des Staates an und versenkt sich ganz in Phantasien. Aus den Verhandlungen erfährt man auch von den physischen Leiden, die Hubermann zu all der jahrelangen Seelenqual zu erlei­den hatte. Bei der Zwangsarbeit hört Hubermann eines Tages von einer ungerechten Strafe, der ein Sträfing unter­zogen wurde, und beschließt sofort, für diesen Gemaßregelten einzutreten. Er verläßt eigenmächtig die Arbeit und eilt nach einem vier Werft entfernten Ort, um der Obrigkeit eine Klageschrift einzureichen. Für ein solches Vorgehen wird der Zwangssträfling Hubermann zu 27 Knutenhieben verurteilt. Von Schauder vor der entsetzlichen Strafe er­griffen, mendet er sich an den Arzt am Deportationsort. Dieser versteht es jedoch in listiger Weise ihn zu bereden. sich dieser Züchtigung zu unterziehen: sie sei im Grunde co nommen nicht so schwer zu überstehen, als man es sich vor­

Hof und Gesellschaft.

Pulver- Explosion infolge der Hitze. Den umfassendsten Schaden hat die zurzeit überall herrschende Hitze Ende vori ger Woche in der Gegend von sena angerichtet. Auf der Zementfabrik Goeschwitz explodierte das Pulvermagazin infolge von Zersehung des Pulvers durch die große Hize. In dem Raum lagerten 40 Zentner Pulver. Fast alle Fensterscheiben im Orte wurden zertrümmert, an vielen Ge bäuden wurden die Dächer abgedeckt. Bis in die umliegen den Dörfer wurden Steine bis zu 60 Pfund im Gewicht ge schleudert, die dort durch die Dächer hindurchschlugen. E muß geradezu als ein Wunder erscheinen, daß nur ein Mann Berlegungen davongetragen hat.

* Der Kaiser hat von Travemünde aus auf dem Meteor" eine mehrtägige Seefahrt durch den westlichen Teil der Ostsee an der holsteinischen Küste entlang angetre­ten. An den weiteren Jacht- Wettfahrten nimmt der Kaiser nicht mehr teil. Die Kaiserin unternimmt Kreuzertouren in der Ostsee an Bord der Iduna". In ihrer Begleitung befindet sich auch die kleine Prinzessin Victoria Luise, die Sonntag abend in Travemünde ankam. Anläßlich des Todes des amerikanischen Staatssekretärs Hay hat der Kai­ser dem Präsidenten Roosevelt durch den deutschen Botschaf. ter in Washington sein Beileid aussprechen lassen.

Soziales Leben.

[] Bauarbeiterstreik. In Danzig sind über 500 Bau­arbeiter in den Ausstand getreten. Sie verlangen statt des bisherigen Stundenlohnes von 28 Pfennig für Erdarbeiter 30 und für Salf- und Steinträger 35 Pfennig. Dem Streif haben sich auch die Schneidemühlenarbeiter und die Tischler und Zimmerleute der Firma Körner in Langfuhr ange­schlossen.

Feueranzünden mit Petroleum. Immer wieder hör man von schrecklichen Unglücksfällen, die dadurch entstehen, daß Petroleum auf die Kohlen gegossen wird, die man zur Glut entfachen will. So verbrannte durch ihre Unvorsich tigkeit vor einigen Tagen in Volmarstein eine Frau. Um das kleine Kind, das sie auf dem Arm trug, vor den Flam­men zu retten, warf sie es durch das Fenster, und infolge des Sturzes kam auch das kleine Wesen ums Leben.

Kindermord im Wutanfall. In der Nähe von Köln war ein fünfjähriges Kind mit zerschmettertem Schädel aufge­funden. Es ist jetzt gelungen, den Mörder in einem jungen Burschen zu entdecken. Er hatte mit seinen Brüdern Streit gehabt, die ihn wegen seiner Arbeitsscheu tadelten. Aus Wu darüber riß er aus einer Schar harmlos spielender Kin­der eines heraus, zerschmetterte den Schädel mit einem Stein und warf den kleinen Leichnam in einen Wasser­tümpel.

Selbstmord mittelst Kanone. In Neudeck in Böhmen verübte dieser Tage ein Arbeiter auf eine höchste ungewöhn­liche Weise Selbstmord. Er lud einen kleinen Mörser, legte sich mit dem Gesicht vor die Mündung und schoß sich eine Ladung in den Mund. Der Selbstmörder war fürchterlich zigerichtet.

[] Deutscher Samaritertag. In Kiel fand unter zahl: reicher Beteiligung der 7. Deutsche Samaritertag statt. Bei den Verhandlungen war als Gast Prinzessin Heinrich von Preußen erschienen. Von der Universität Kiel hatten sich zahlreiche Professoren eingefunden. Die Eröffnungsrede hielt Generaloberarzt Dr. Düma. Für die kgl. preußische Staatsregierung und für den Kultusminister Studt sprach Oberpräsident Freiherr von Wilmowsky Worte der Begrü­Bung. Geheimrat Erzellenz von Bergmann- Berlin sprach über das Thema: Der Arzt und seine Gehilfen". Der Redner ging von der Entwickelung der Naturwissenschaften aus, an der die Medizin in hervorragender Weise partizi­piere. Der Arzt muß das Wesen der Krankheit erkennen und Schmerzen lindern. Leider könne er dies heute immer noch nicht überall mit Erfolg tun. In seinem Kampfe gegen die Krankheit brauche er Hilfe und Unterstützung und die werde ihm von den Samaritern gewährt. Außer dieser Unterstützung des Arztes in der Heilkunst liege die Tätigkeit der Samariter in den Rettungswerfen bei Unglücksfällen. Dr. Roediger- Frankfurt a. M. sprach über Rettungsschwim­men". Er verbreitete sich ausführlicher über das Nettungs­wesen auf dem Wasser, um Ertrinkende zu retten. Er trat für den obligatorischen Unterricht im Rettungswesen ein, wodurch Tausende von Unglücksfällen vermieden werden könnten. Professor Dr. George Meyer- Berlin behandelte das Thema der Zentralisation im Rettungswesen". Es sprachen noch Sanitätsrat Dr. Vogel- Eisleben über das ,, Samariterwesen im Bergbau", der eine Organisation des Rettungswesens für jedes einzelne Bergwerf verlangte, und Dr. med. Soltsien- Altona, der sich in kritischen Ausfüh­rungen über Krankentransport und Wagen" verbreitete. Der nächste Samaritertag soll 1907 in Frankfurt a. M. stattfinden.

Nab und Fern.

Furchtbares Grubenunglück. In den russischen Kohlen­gruben von Makejowka wurden durch eine Explosion schla­gender Wetter die Gruben in Brand gesetzt. 450 Berglente sind bei der Katastrophe ums Leben gekommen.

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Blitzschläge in Kirchen. An der Katharinenkirche zu Danzig ist der aus dem Jahre 1634 stammende berühmte Glockenturm mit dem uralten riesigen Glockenspiel, das zwei­mal täglich gespielt wurde, durch einen Blizz getroffen und gänzlich zerstört worden. Die Glocken schmolzen und stürz ten herunter. Nur mit Mühe gelang es der Feuerwehr, die übrigen Teile des aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts. stammenden Gotteshauses zu retten.

In Hannover ist die Bennigsen- Kirche ebenfalls vom Blik getroffen und nie­dergebrannt.

Alt und jung. In Berlin hatte ein dem Arbeiterstande angehöriger vierzigjähriger Witmer eine zwanzigjährige Ar­beiterin geheiratet. Die junge Frau gab dem viel älteren Manne gegründete Gelegenheit zur Eifersucht. Als sie am letzten Sonntag wieder einmal von der Teilnahme an einer sogenannten Mondscheinfahrt nach Hause kam und dem Mann noch obendrein von ihrem Freunde spöttische Grüße überbrachte, wies der Mann ihr die Tür, und als sie nicht fortging, stieß er ihr sein Messer in die Bricht. Die Frau liegt, auf den Tod getroffen, im Krankenhause. Der Mann ist verhaftet.

Die Schreckenstat eines Jrrsinnigen. Auf dem Gute Friedrichshof bei Neustettin brach vorgestern bei einem Tagelöhner plötzlich Irrsinn aus. Er erdrosselte seine Frau und seine zwei Kinder und brachte sich dann selber ums Leben.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Abermal der Bachsteinprozeß. Die vom Gerichtsherrn eingelegte Revision gegen das Ürteil, das den Divisions­pfarrer Bachstein von der Anklage der Gotteslästerung frei­sprach, ist jetzt wieder zurückgezogen werden.

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§ Die Anklage wegen der Diesseits"-Depesche. Landgericht Detmold hat im Diesseits- Prozeß die Ableh nung des Gerichts von Lage durch den angeklagten Redak. teur Neumann von der Lippeschen Landeszeitung" wegen Befangenheit als unbegründet zurückgewiesen.

§ Frau Odilons Ehe- Scheidung. Vor dem österreichischen Gericht schwebt ein Verfahren wegen ungültigkeitserklärung der zweiten Ehe der Schauspielerin Helene Odilon mit Herrn Rakowski von Nagy- Rako, der unheilbar in einer Frren­anstalt sich befindet. Die erste Ehe der Frau Odilon mit Herrn Girardi ist nach katholischem Nitus geschlossen, und da Girardi noch lebt. so wird die Gültigkeit der zweiten Che für Desterreich wegen des Ehehindernisses der ersten Ehe angefochten.

Der Landwirt.

Die Jubeljeie

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hm Okulierte Obstbäume. Nach der Okulation werden einige Triebe und Zweige der Unterlage über dem ein­gesezten Auge auf zehn bis fünfzehn Zentimeter abge­schnitten oder eingeknickt. Ferner ist die festgetretene Erde um den Stamm aufzulockern, damit die Feuchtigkeit ein­dringen kann. Die eingesetzten Augen werden vorteilhaft mit einem großen Blatt oder einer Papierdüte, die nach urten offen ist, umgeben. Nach acht bis zehn Tagen werden die Augen angewachsen sein, was man dadurch erkennt, daß das kleinne Blattstielchen des Edelauges dürr ist und bei der geringsten Berührung abfällt. Ist dagegen dieses Stiel­chen welk und zähe, ohne bei der Berührung abzufallen, so ist die Okulation mißlungen und muß nochmals vorgenom men werden. Ist die Okulation als gelungen anzusehen, so wird der Verband etwas gelockert, aber noch nicht ganz entfernt. Sind die Triebe der jungen Okulation schon lang, jedoch noch sehr saftreich und daher leicht gebrechlich, so wer­den sie an den Stamm oder Zweig, worauf sie veredelt wor den, lose angebunden, um Schutz gegen Winde zu erhalten. Sind sie später genügend erstarkt, so werden die stehen gebliebenen Zapfen abgeschnitten.

Das Gauturnfest des Gaues Hessen in

Alsfeld am 1.- 3. Juli

war vom prachtvollsten Wetter begünstigt und verlief gu aller vollsten Zufriedenheit. Das Wohlwollen und Entgegen tommen der Behörden und Bürgerschaft, das der Turnsache und den Turnern entgegengebracht wurde, war mustergiltig und bleibt allen Turnern in dankbarer Erinnerung. Wenn auch die große Hige das Turnen zeitweise sehr beeinträchtigte und durch sie die 3. Gruppe bei den Stabübungen abgest werden mußte, so wurden doch schöne und sehr erfreuliche Gesamtresultate erzielt.

E erhielten bei dem Musterriegenturnen folgende Vereine Auszeichungen:

1. Preis T.V. Buzbach mit

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Alsfeld

34 75 Punkten 34.00

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Alsfeld( Bögl) mit

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Cießen

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