Ausgabe 
3.6.1905 Zweites Blatt
 
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[ Das Eheversprechen als Millionen- Fundgrube.] Frau Ratharine Poillon in Newyork verlangte von dem sehr be Hitzenden Sportsman Gould Brockam eine Million Mark als Entschädigung für ein nicht gehaltenes Cheversprechen. Frau Poillon ist eine hübsche, junge Witwe, in die Herr Brockaw ich verliebte. Aber er will sie nicht heiraten, während sie behauptet, daß er ihr die Ehe versprochen habe. Die Par eien verglichen sich nach längeren Verhandlungen vor Ge­richt und Frau Poillon bekam 120 000 Mark. Wenn auch Seine Million, so doch immerhin ein anständiges Sümmchen.

=[ Die liebenswürdige Telephonistin.] Eine ganz nette Beschichte über den Fernsprechverkehr in einer amerikanischen Kleinstadt erzählt ein französisches Blatt. Die Stadt Belle: Plaine hat nur 3700 Einwohner. Aber an das Telephon amt sind 500 Teilnehmer angeschlossen. Nicht nur Leute aus dem Städtchen, sondern auch Bewohner der umliegenden Dörfer. Die Bauern benutzen das Telephon bei allen mög: lichen und unmöglichen Gelegenheiten, und es kann dem Telephonfräulein passieren, daß sie eines Tages angerufen wird: Fräulein, ich habe den Apparat in die Wiege meines Babys gelegt; wenn es aufwacht und schreit, dann klingeln Sie mich an!" Muß ein Bauer verreisen, so empfängt das Fräulein folgenden Anruf: Amt, ich wünsche morgen früh zeitig geweckt zu werden, damit ich zu dem Zuge, der um 6 Uhr morgens abgeht, noch zurecht komme." So lassen sick dreißig Telephonteilnehmer auf diese Art morgens von dem Bureau wecken. Man verlangt also viel. Aber dafür hat auch die Telephonistin von Belle- Plaine berechtigte Aus­sichten, durch ihre Liebenswürdigkeit ihr Glück zu machen. So hat erst neulich eine besonders liebenswürdige Telepho nistin einen schwer reichen Unternehmer geheiratet und lebi iekt aliicflich im Befike von 30 Millionen.

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[ Gertebener Hochstapler.] In München wurde der 32jährige, aus Szeged gebürtige Eugen Müller verhaftet. Er beschäftigte sich früher mit dem Mädchenhandel. Müller chraf bei Gelegenheit auch vor Diebstählen nicht zurück und tahl etwa zehn Mädchen Geldbeträge. 13 Monate saß er im Gefängnis wegen Diebstahls. Vor einem Jahre war dem Müller und seiner Geliebten Hanzély, einer Mädchenhänd­erin, in Budapest der Boden zu heiß geworden, sie beschlossen, ins Ausland zu gehen. Der Hanzély gelang es, mit einem Mädchentransport nach Rußland zu entkommen, Müller wendete sich nach Graz, wo er sich in einem vornehmen Hotel unter dem Namen Baron Ernst Messáros einlogierte. Sein Auftreten verschaffte ihm Zutritt zu den besten Kreisen, und so kam er auch in das Haus einer Gräfin Zaleski, wo er der Komtesse Gisela den Hof machte. Die Familie gewann den jungen Mann lieb, und bald wurde auch die Verlobung gefeiert. Die Gräfin, eine begüterte Witwe, ließ sich über­reden, ihrem Schwiegersohne in spe zur Tilgung seiner Schulden 20 000 Sr. zu übergehen. Damit ergriff er die Flucht und wendete sich nach München. In München hatte ich Müller den Namen Graf Karl Rothenburg beigelegt.

=[ Eine 26 Millionen- Klage.] Die englische Regierung joll 26 Millionen Mark an eine Frau Sarah Collis in Brix­on bezahlen. Wenigstens verlangt Frau Collis das. Sie jehauptet, im Jahre 1790 hätten die Testamentsvollstrecker des Begründers der Familie Collis der englischen Regierung für Kriegszwecke 99 000 Pfd. St. geliehen, mit der Bestim= mung, daß sie 1 300 000 Pfund zurückerhalten sollten. Bis zum Jahre 1815 seien die Zinsen regelmäßig gezahlt wor­den, dann habe die Zinszahlung aufgehört. Die Angelegen­heit ist schon einmal vor Gericht behandelt, aber noch nicht entschieden worden.

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Linden

W. Steinmüller Witwe( Lang­göng.)

24

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Heinrich Weber( Heuchelh.) W. Fabel Wieseck W. Weigel Lang­göns u. L. Stein­müller Gr. Lind. 25 Karl Post, Wieseck W. Leir: Klein­

Linden

2

Louis Süßmuth

Steinberg u Georg

26

Dern Gr- Linden 48 W. Steinmüller

Wwe Langaöns) 48 W. Fabel( Wiesec

W. Weigel, Lang= Göns JakobAppel, Krofdorf, Heinrich Weber Heuchelheim Steinmüller

Karl Post, Wieseck

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Spamer, Reiskirchen, Georg Dern Gr. Linden

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J. Appel, Krofdorf46 W. Lein, Klein­Linden

48

bei Louis Süßmuth Steinberg

54

Heinrich Weber Heuchelheim

55

W. Fabel und Karl Post, Wieseck 66

E. Chrift, Wieseck Karl Trautmann Wieseck,

Gustav

Jacoby Alten- Buseck 66

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Gießen, den 3. Juni 1905. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg.

44

=[ Wenn der Schah reist.] Das Gefolge des Schah Son Persien während seiner längeren Europafahrt wird aus nicht weniger als 43 Personen bestehen. Die vornehmsten Mit glieder nerden der jüngste Sohn und der Enkel des Schoh, drei andere Brinzen, der Großvezier und mehrere Minister scin

=[ Tiger in Wladivostok.] Die Bewohner von Wladi­wostok werden jetzt nicht nur von den Japanern, sondern auch von Tigern bedroht. Einem gewissen Bondarow, der mit Kosaken auf die Wildschweinjago gegangen war, wurde von einem großen Tiger der rechte Arm zermalmt; er ent­ging dem Tode nur dadurch, daß seine Hunde den Kampf mit dem Tiger aufnahmen und die Bestie so stellten, daß sie niedergeknallt werden konnte. Am Iman- Flusse sind jüngst bier Tiger aufgetaucht.

Bantwortlich: für die Politik und den Inseratente: Ibin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, belde in Gi

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Mr. 129.

e Fami

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