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nene Verfassung oriroyiert. Er hat einer Notablenversamm­lung erklärt, daß er mit dem Kongreß nicht regieren könne und sich deshalb zum Diktator aufgeworfen habe. Die wahr­scheinliche Folge wird ein Bürgerkrieg und danach eine Ein­mischung der Vereinigten Staaten von Amerika sein. Skandinavien.

Nach dem Rücktritt des norwegischen Ministeriums Hagerup hat sich der Kronprinz- Regent von Norwegen mit einer ergreifenden Ansprache an den Präsidenten des Spezial­fomitees des Storthing gewendet, dem die Erledigung der schwebenden Konsulatsfrage obliegt. Der Kronpring- Regent weist darauf hin, daß Schweden und Norwegen nur bei festem Zusammenhalten darauf rechnen könnten, im europäischen Staatenverband ihr bisheriges Gewicht zu wahren. Er fordert zu neuen Verhandlungen über die Konsulatsfrage auf breiterer Grundlage auf, und bitte: die Mitglieder des Spezialkomitees, sich die Konsequenzen ihrer Entschließungen vor Augen zu halten. Der Kronprinz- Regent schicht mit den Worten: Gott gebe Ihnen und uns allen die Weisheit, daß wir den Weg betreten, der zum wahren Wohl des Water­landes und des ganzen Nordens führt."

Deutfcher Reichstag.

( 153. Sizung.)

CB Berlin, 2. März. Bei der heute fortgesezten zweiten Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern hielt zuerst der so­zialdemokratische Abg. Fräsdorf eine mehr als andert­halbstündige Rede. Er beschäftigte sich in der Hauptsache mit dem Krankenkassenwesen, bekämpfte die freie Arztwahl und tadelte das Eingreifen der sächsischen Behörde in den Leip­ziger Aerztestreif. Demgegenüber segte der sächsische Mi­nisterialdirektor Fischer auseinander, warum die Regie­rung ein Eingreifen für notwendig gehalten hat. Nachdem jodann der Abg. Erzberger sich zum zweitenmal in län­geren Ausführungen großenteils polemischer Natur gegen die Sozialdemokraten ergangen hatte, äußerte sich der Staatssekretär des Innern in sehr bemerkenswerter Weise über unsere Sozialpolitik. Er nahm das gestern vom Abge­ordneten Trimborn gebrauchte Bild vom Lokomotivführer auf und meinte, diesem liege allerdings die Leitung der Ma­schine ob, die Schnelligkeit der Fahrt aber werde durch die Schwere der Last bedingt, die zu befördern sei. Unsere so­zialpolitische Maschine ist aber, so führte Graf Posa­domsky aus, bedeutend überlastet, wofür auch die gegen= wärtigen Debatten am Reichstag einen Beweis lieferten. Wenn sich die Abgeordneten etwas mehr Zurückhaltung auf­erlegen wollten, so würde die Fahrt beschleunigt werden Fönnen. Zurzeit hat sich unsere Versicherungsgesetzgebung zu einem wahren Koloß ausgewachsen, die Beamten wissen faum mehr ein noch aus. Heute würde niemand mehr daran denken, Krankenversicherung, Unfallversicherung und Alters­und Invalidenversicherung gesondert zu organisieren. Die Verhältnisse drängen mehr und mehr dazu, die drei Versiche­rungsarten auf eine gemeinsame Grundlage zu stellen. Das erfordert wieder eine gewaltige gesetzgeberische Arbeit, die nur wird geleistet werden können, wenn der Reichstag so viel Vertrauen zur Regierung hat, daß er sich mit der Jeſt­schung der Grundzüge begnügt und die Ausführung im ein­zelnen der Regierung überläßt. An diese Skizzierung eines sozialpolitischen Programms in großen Zügen, die im Hause mit großer Aufmerksamkeit angehört und vielfach mit Beifall begleitet wurde, knüpfte der Staatssekretär noch einige Be­merkungen über Einzelheiten, die im Laufe der Debatte zur Sprache gebracht waren. Er teilte u. a. mit, daß die Re­gierung sich noch nicht entschieden habe, ob die Krankenver­sicherung der ländlichen Arbeiter und Dienstboten landes­geseglich oder reichsgeseßlich zu regeln sei, daß aber ein be­züglicher Gesebentwurf nach beiden Richtungen hin in Vor­bereitung sei. Nachdem noch einige Abgeordnete gesprochen hatten, vertagte sich das Haus auf morgen.

Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten.

( 152. Sigung.) RK Berlin, 2. März. Da die gestrige( äußerst schwach besuchte) Abendsizung den größten Teil der zum Universitätsetat vorzubringenden Einzelwünsche absorbiert hatte, gehörte die heutige Sigung dem höheren Schulwesen. In einer längeren und fehr beifällig aufgenommenen Rede trat der Abg. v. Schen­fendorff für den weiteren Ausbau der Reformschulen und für die körperliche Ausbildung der Schüler durch Turnen und Jugendspiele ein. Ministerialdirektor Dr. Althoff erkannte die großen Verdienste dieses Abgeordneten auf den beiden Gebieten an, ein anderer Kommissar gab näheren Aufschluß über die Stellung der Regierung zur Reform­schule, an deren Weiterbildung stetig, wenn auch mit Vor­sicht, gearbeitet wird. Von prinzipieller Bedeutung war auch die Antwort des Ministers Dr. Studt auf eine Frage des Zentrumsabgeordneten Roeren: die Regie­rung sei gegen die konfessionellen höheren Schulen und wünsche die noch bestehenden zu beseitigen. Für größere Freiheit auf den Schulen trat der Abg. Gamp( frkons.) ein; wenn zu rigoros das Biertrinfen und Zigarrenrauchen verboten werde, so reize man die Schüler zur Teilnahme an den verbotenen Verbindungen. Der Minister verurteilte scharf diese Verbindungen, die sehr schlimme Erscheinungen zutage förderten, erkannte aber an, daß der Uebergang aus dem Schulzwang in die Universitätsfreiheit ein sehr plötz­licher sei, der zu Bedenken Anlaß gebe. Zwischenein wurden noch Einzelfragen wie die Einführung des Stenographie­unterrichts, die Besserstelluung der Lehrer in Bezug auf die Wartezeit, und anderes erörtert, ohne daß das mäßig be­sette Haus besonderen Anteil daran genommen hätte. Da nun heute nach dem festgelegten Plan der Kultusetat eigentlich erledigt sein sollte, in Wirklichkeit aber noch große Teile der Beschlußfassung harren, mußte wieder eine Abend­fizung angesetzt werden

Die Enthüllungen über Plötzen fee.

( Von unserem Gerichtsberichterstatter.) Berlin, 2. März.

Vor der vierten Straffammer begann heute der große Prozeß gegen Kaliski und Genossen. Angeklagt sind die Ne­dakteure des Vorwärts" Julius Kaliski und Paul Büttner, der Redakteur der Zeit am Montag" Karl Schneidt und der Journalist Ahrens. Sie sollen durch eine Reihe von Ar­

tifeln in den beiden genannten Blättern die Beamten der großen Strafanstalt Plößensee beleidigt haben. In diesen Artikeln, wurden die Zustände in den Arbeitsräumen und Arrestzellen, die Verwaltung des Gefängnisses und die Verpflegung sowie die Behandlung der zu Disziplinarſtrafen Verurteilten in heftigster Weise kritisiert. Namentlich über den letzten Punkt wurden haarsträubende Dinge berichtet. Notorisch Schwerkranke sollten zu schweren Disziplinarstrafen verurteilt worden sein. Der eine Anstaltsarzt hätte unter den Gefangenen den Spitznamen Unbedenklich" gehabt, weil er nie Bedenken getragen habe, die Unbedenklichkeit solcher Strafen, wie Entziehung der warmen Mittagskost auf längere Zeit, verschärften Arrest usw., ohne weiteres zu bescheinigen. Eine geradezu schauderhafte Darstellung war vom An­geflagten Schneidt über die Behandlung eines wegen Uhren­diebstahls zu einem Jahr Gefängnis verurteilten russischen Juden Skläroff alias Habermann gegeben und zwar unter Anführung amtlicher Belege. Der Gefangene war nach der Behauptung Schneidts bereits bei seiner Einlieferung irrinnig. Er soll aber vom Aufseher als Arbeits­scheuer betrachtet worden sein, worauf die Ueberweisung des Falles an den Anstalts- Polizei- Inspektor Binding und den Anstaltsarzt Dr. Pfleger erfolgte. Skläroff erhielt als Arbeitsscheuer, so erzählte die Zeit am Montag", erst eine lange Reihe schwerer Disziplinarstrafen, bis er endlich zur Beobachtung ins Lazarett kam. Als man Skläroff überführen wollte, lag er auf dem Asphaltboden der Zelle und vermochte sich nicht mehr aufzurichten. Der Aufseher, welcher die Ueberführung des Mannes zu bewerk­stelligen hatte, holte sich hierzu zwei Kalfaktoren herbei. Diese richteten Skläroff auf, und einer steckte seinen Kopf zwischen dessen Beinen hindurch. Sfläroff aber war bereits zu entkräftet, um auf den Schultern des Kalfaktors reiten zu können. Als er hintenüberschlug, packte der zweite Kal­faktor ihn im Genick und brachte ihn dadurch in eine horizon­tale Lage. Dann zogen sie in Begleitung des Beamten mit dem armen Menschen, der nur noch ein Gerippe war, und dessen Kopf und Arme kraftlos hin- und herbaumelten, über mehrere Höfe hin ins Lazarett. Und dieser armselige franke Mensch, der dann schließlich der Irrenanstalt in Eberswalde übergeben wurde, hatte 60 Tage strengen Arrestes als ar­beitsschen verbüßen müssen." Das Material, das dieser Darstellung zu Grunde lag, soq der Angeklagte Ahrens ge­liefert haben, der als Strafgefangener lange Zeit in der Kanzlei des Gefängnisses beschäftigt war und sich Aufzeich­nungen gemacht haben will. Ahrens hat ein böses Straf­register. Er ist mehrfach wegen Diebstahls bestraft worden, auch schon mit Zuchthaus.

Die Folge jener Artikel war eine Anklage unter dem Rubrum Schneidt und Genossen", die jedoch in der Folge in Kaliski und Genossen" umgeändert wurde, um, wie der ,, Vorwärts" behauptete, eine Haupt- und Staatsaktion gegen ihn daraus zu machen und die Sache vor eine andere Straf­fammer zu bringen. Diese Behauptung stellten auch heute die Verteidiger, die Rechtsanwälte Heine, Liebknecht, Hal­pert und Löwenstein auf. Sie behaupten, daß das von der Staatsanwaltschaft eingeschlagene Verfahren, durch das die Sache nicht vor die 7. und 9. Kammer, sondern vor die 3. bezw. 4. Kammer kommen mußte, die Strafprozeßordnung und die preußische Verfassung verlege. Die Staatsanwalt­schaft erklärt, daß sie den Protest der Angeklagten gegen die 4. Straffammer nicht begreifen könne. Heftige Kritiken des Rechtsanwalts Halpert, die ein tiefes Mißtrauen gegen die Beweggründe der Staatsanwaltschaft und die Objektivi­tät der 4. Kammer verraten, führen zu einem Zusammen­stoß zwischen ihm und dem Vorsigenden, Landgerichtsdirektor Oppermann. Das Gericht beschließt daraufhin seine Zu­ständigkeit und betont, es habe keinerlei Verpflichtungen, die Voraussetzungen, von denen die Anklagebehörde aus­gegangen sei, nachzuprüfen.

Die eigentliche Verhandlung ist heute nur kurz. Die Angeklagten erklären sich sämtlich für nichtschuldig. Von der Verteidigung sind eine Menge neuer Beweisanträge eingegangen, die der erste Staatsanwalt Schönian zuzu­lassen bittet, soweit sie irgend mit der Sache in Verbindung ständen. Die Gefängnisverwaltung habe nichts zu verheim­lichen. Hierauf werden mehrere von der Verteidigung ge­ladene Sachverständige vom Gericht abgelehnt und die wei­teren Verhandlungen auf Donnerstag früh vertagt.

Nah und Fern.

Eine furchtbare Bergwerkskatastrophe ereignete sich auf dem zur Preußengrube bei Miechowitz( Oberschlesien) gehöri­gen Jelfa- Schacht. Die Arbeiterbühne der 320 Meter- Sohle stürzte auf die 370 Meter- Sohle hinab. Alle darauf befind­lichen Arbeiter, 20 an der Zahl, wurden in die Tiefe gerissen. 16 Berglente sind dabei ums Leben gekommen. Sie wur­den, da die Wasserhaltungsmaschine durch Steinmassen zer­trümmert wurde, teils erschlagen oder ertranfen. Die übri­gen vier sind gerettet. Die Grube gehört dem Grafen Tiele­Winkler.

Nach einer anderen Darstellung sind nur 15 Mann ge­tötet, 4 schwer und einer leicht verletzt worden. Drei Berg­lente retteten sich durch Anklammern an den Förderkorb. Das Unglück wurde durch Bruch schwimmenden Gebirges verursacht. Außerdem sind auf der Preußengrube durch herabstürzende Gesteinsmassen zwei Arbeiter verunglückt, von denen einer tot, einer schwer verleẞt ist.

Eine 14jährige Kindesmörderin wurde in Hamburg verhaftet. Kurz nach ihr verfiel ihr Verführer, ein 42jäh­riger verheirateter Mann, der selbst Vater mehrerer Kinder ist, demselben Schicksal. Er hatte das Mädchen durch Ge­schenke an sich gelockt und allmählich seinen Wünschen ge­fügig gemacht.

A Die Prophezeiungen des Luftschiffers. Santos Du­mas, der bekannte Luftschiffer aus Brasilien kündigt eine vollständige Umwälzung aller Verhältnisse infolge seiner Erfindungen an. In Zukunft sollen die Schlachten hoch oben in den Wolfen geschlagen werden. Seine Luftkriegsschiffe sollen 220 Meter lang sein und 30 Schiffsschrauben haben, mittelst denen sie 60 Meilen in der Stunde zurücklegen fönnen. Herr Santos, der sich schon als Herr der Lüfte träumt, will auch eine Vergüngungsyacht konstruieren, mit der er den Nordpol besuchen will.

O Die Ermordung einer Milliardärin wird aus Honolulu gemeldet. Mrs. Stanford, eine der reichsten. Frauen der Welt, soll durch vergiftetes Sodawasser ums Leben gebracht worden sein. Das Sodawasser stammt aus San Franzisko,

und es stellte sich heraus, daß Versuche, Mrs. Stanford zu bergiften, bereits vor ihrer Abreise aus San Franzisko, am 20. Januar, gemacht wurden. Mrs. Stanford hatte mehr als 120 Millionen Mark für wohltätige Zwecke gegeben, u. a. auch eine Universität gegründet.

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Die Anschläge auf italienische Eisenbahnzüge mehren sich. Die Eisenbahnbeamten, die zuerst nur in Obstruktion machten, gehen jetzt zu direkten Attentaten auf die Züge über. So waren bei dem Nachtschnellzuge von Rom nach Florenz und den Frühschnellzügen von Rom nach Neapel und Turin die Luftbremsen zerschnitten. Das Bubenstück, das unermeß­lichen Schaden hätte anrichten können, würde noch gerade vor Abfahrt der Züge entdeckt.

Tages- Chronik. Der älteste Mann in Tirol, namens Jakob Pichler, genannt Högger Jaggeln, ist im Alter von 104 Jahren gestorben.

- Die Fährschiffe zwischen Warnemünde und Gjedser( in Dänemark) sollen wegen der Zunahme des Güterverkehrs verlängert und teilweise mit zwei Geleisen versehen werden.

In Westerbeck bei Flensburg kam der Hufner Klein­dieck bei dem Versuche, sein Vieh aus dem in Brand ge­ratenen Stalle zu retten, ums Leben.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Abenteurerin und Verschwenderin. Vor der Straffam­mer in Berlin stand eine Schwindlerin Frieda Arnold, die aus gutem Hause stammend, jetzt durch ihren unbezwinglichen Hang zur Abenteurerei und Verschwendungssucht sich dem Gefängnis ausgeliefert sieht. Sie wußte eine Baronin b. N. in Charlottenburg so zu umstricken, daß diese der Ar­nold fast ihr ganzes Vermögen opferte. 66 000 Mark sind der Dame in kurzer Zeit von der Arnold abgenommen. Diese hatte sogar einen richtigen jungen Grafen auf einem Wohl­tätigkeitsfeste der Fürstin Lwoff derartig bezaubert, daß er sie fast geheiratet hätte. Die im allgemeinen geständige Angeklagte wurde zu einem Jahr sechs Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt.

§ Der Landgerichtsdirektor und seine Erpresser. Vor dem Landgericht in Berlin standen der Handelsmann Lächel, der Schreiber Günz und der Kaufmann Heuer unter der An­klage, den Breslauer Landgerichtsdirektor Hasse fortgesetzt mit Erpressungen verfolgt zu haben, bis dieser in der Ver­zweiflung im Dezember vorigen Jahres vor der Hedwigs­firche zu Berlin einen Revolverschuß auf Lächel abfeuerte. Die Verhandlung erfolgte unter Ausschluß der Deffentlich­feit. Lächel wurde zu 5 Jahren, Heuer zu 4 Jahren 9 Mo­naten und Günz zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Landwirt.

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om Zur Erzielung recht früher Karotten wählt man mög­lichst sandigen Boden in sonniger Lage, der ein Jahr vor­her stark gedüngt sein muß, also viel verrotteten Dünger ent­hält, und der im Herbst und Winter vor der Aussaat recht reichlich mit Hauche oder flüssigen Erkrementen getränkt worden ist. Die Aussaat, recht dünn, nimmt man so früh wir irgend möglich vor, sobald der Boden trocken ist, und zwar wähle man die echte, frühe, holländische Karotte. Der Boden wird nach dem Bedecken der Saat mit einem Brett festgeschlagen und feucht gehalten. Sobald die Pflänzchen sichtbar werden, lockert man den Boden; nie darf er eine Kruste behalten. Zu dicht aufgegangene Saat verzieht man, außerdem halte man die Beete rein von Unkraut.

Vermilchtes.

[ Der letzte Herzog von Anhalt- Bernburg] wurde am 2. März vor hundert Jahren zu Ballenstedt geboren. Er war der Sohn des damaligen Fürsten, späteren Herzogs Alerius Friedrich Christian von Bernburg, dem er am 24. März 1834 in der Regierung folgte. Bald darauf, am 30. Oftober 1834, vermählte er sich mit Prinzeß Friederike von Holstein und nahm sie, da er mit einem nervösen 2c. Leiden behaftet war, zur Mitregentin an. Nach seinem Tode, der am 19. August 1863 auf Schloß Hoym erfolgte, fiel Bernburg an Anhalt- Dessau.

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=[ Die erste Studentinnenverbindung] an deutschen Uni­versitäten hat sich zu Freiburg im Breisgau beim akademi­schen Senat angemeldet. Sie zählt 16 Mitglieder, und zwar ausschließlich immatrikulierte Studentinnen. Erste Chargierte des Vereins ist Frl. stud. med. Eva Morit aus Riga, von der in den Berichten eigens hervorgehoben wird, daß sie eine hübsche junge Dame ist. Der Verein will durch den organisierten Zusammenschluß der Mitglieder die gemeinsamen Interessen wahrnehmen und fördern.

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[ Die Amtstracht des Berliner Dompförtners] wird eine Art heliotropfarbenen Radmantels in italienischem Geschmack bilden. Das mit einer weißen Perücke bedeckte Haupt trägt einen Dreimaster, die Fußbekleidung besteht aus Schnallen­schuhen. Den gewaltigen Stab krönt ein auf einer Kugel befindliches Kreuz.

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=[ Ein sonderbarer Schneiderlehrling.] Wie aus Mün­chen gemeldet wird, hat der Geheime Hofrat von Eyth, der als Techniker und Schriftsteller, sowie als Begründer der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft bekannt ist, kürzlich bei einem Schneidermeister in Ulm a. d. D. eine mehrwöchige Lehrzeit durchgemacht. Beim Eintritt bedang sich der Ge­heime Hofrat aus, daß er genau behandelt würde wie ein anderer Lehrling; nur vom Bierholen, Kinderwarten und Prügeln wollte er befreit sein.

=[ Die Uhren der englischen Fischer.] Die Untersuchung über die Huller Schießaffäre hat zu der Feststellung der Tat­sache geführt, daß sämtliche Uhren der englischen Fischer­dampfer genau um eine Stunde vorgehen. Nach den Grün­den gefragt, erklärten Fischer, das geschähe, damit die Jischer ihren Fang rechtzeitig auf das Marktboot brächten und die Fische nicht zu spät nach Hull zu den Märkten kämen. Man fragte auch den Flottenführer unter dem Hinweis, daß es doch gar keinen Zweck habe, die Uhren eine Stunde vorzu­richten, wenn die Fischer davon wüßten. Er erklärte aber, das sei ein alter Brauch, und nur wer die Eigenart der Fi­scher kenne, verstehe, welchen Einfluß dieser Brauch habe. Aehnliches kann man übrigens in Deutschland auf dem Lande beobachten, und auch manche Hausfrau in der Stadt huldigt der alten Gewohnheit, die Uhr etwas vorgehen zu lassen. Es ist eine Art Autosuggestion, die zur Eile antreibt, trotzdem man genau weiß, daß noch Zeit genug übrig ist.

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