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Die Darmstädter Vermählungsfeierlichkeiten.

Der Hochzeitstag. Darmstadt, 2. Februar 1905. Unser Darmstädter s- Korrespondent schreibt: Blei schwere Regenstimmung hängt über den Straßen und Pläßen der Stadt, die sich aber nichts destoweniger schon in frühester Morgenstunde dicht mit erwartungsvollen Menschen bedecken. Nach und nach klärt der Himmel sich etwas auf und allmählich beginnen die Hofequipagen zu rollen, doch kommt das Bublifum nicht ganz auf seine Kosten, da fie dicht geschlossen sind. Als die Staatskarosse das hohe Brautpaar vorüberfährt, brechen nicht enden wollende Hochrufe aus den dicht gedrängten Reihen der Buschauer hervor.

11 Uhr. Die kleine Hoftirche füllt sich mit Gästen. Zu den Emporen sind nur wenige Karten ausgegeben. Bumeist nehmen Damen in geschmackvollen hellen Roben Platz. In dem Hauptraum der Kirche versammelt sich die Hofgesellschaft und die Mitglieder der standesherrlichen Familien, Damen im blizenden und funkelnden Schmuck und Herren in Uniformen oder Amtstrachten: hessische Minister, Militärs, Gesande fcemder Höfe, sowie die Spitzen der Bivilbehörden. Zu den Geladenen gehörten u. a. auch die Rammerpräsidenten, der Oberbürgermeister von Darmstadt und der Bürgermeister Heller von Lich. Während das Bild immer fesselnder und interessanter wurde, vollzog der Staatsminister Rothe im Fahnensaal die Ziviltrauung des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen mit der Prinzessin Eleonore zu Solms- Hohenfolms- Lich.

12 Uhr. In der Kirche herrscht völlige Stille. Der Hochtzeitszug tritt unter Führung des Beremonienmeister in folgender Reihenfolge ein: Prinzessin Marie zu Solms­

Brinz Reinhard z. Solms- Lich Brinzessin Heinrich

Brinz Friedrich Carl v. Hessen Prinzessin Reinhard z. S.- Lich Brinzessin Dorothea Solms- Lich Burggraf Dohna

Brinzessin Maria Solms- Lich

Graf zu Lynar

Gräfin z. Dohna

Hofdamen

Altar

Der

Die

Großherzog Großherzogin

Kammerherren

Hohensolms Lich mit der jüngeren Schwester der Braut, Brinzessin Dorothea und der Burggraf zu Donah, dann folgen Graf zu Lynar, der die Gräfin Dohna führt, Prinz Ludwig von Battenberg mit der Gräfin zu Lynar, Prinz Chlodwig von Hessen mit Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, Prinz Friedrich Karl von Hessen mit Brinzessin Hessen, Prinz Friedrich Karl von Hessen mit Prinzessin Reinhard zu Solms- Hohensolms- Lich, Prinz Heinrich von Preußen mit der Fürstin zu Solms- Hohensolms- Lich und dann der Großherzog, den seine beiden Schwestern Brinzessin Ludwig von Battenberg und die Prinzessin Seinrich von Preußen geleiten, und die Prinzessin Braut, geführt von ihren Brüdern, dem Fürsten zu Solms- Lich und den Prinzen Reinhard zu Solms- Hohen­solms Lich. Auf der Stufe des Altars, der rundum ebenso solms- Lich. wie die Kanzel und die ganze Kirche, mit Myrrthen, Nelken, Flieder, Lorbeer 2c. hübsch gemückt war, hatte Prälat Walz, der erste evang. Geistliche des Großherzogtums, zu seiner Seite Stifts de chant Klingerhöfer aus Lich und Pfarrer Schröder aus Hohensolms, am Fuße des Altars der Oberhofprediger Ehrhardt Platz ge­nommen. Während des Einzuges ertönte ein Orgelpräludium, worauf der gemischte ca. 60 Personen starke Hoftheaterchor unter Leitung des Hofchordirektors Anörzers eine Komposition v. W. de Haan:" Wo du hingehst" vortrug. Der Predigt des Prälaten lag der Psalm 121 zu Grunde. Nach einem Gebet aus der Heiligen Schrift überreichte der Oberhof­prediger auf einem goldenen Teller die beiden Trauringe, worauf unter Drgeltlang die Einsegnung durch den Prälaten erfolgte, gleichzeitig ertönten von dem Exerzierplatz 101 Kanonenschüsse. Mit dem von Oberhofprediger Ehrhardt gesprochenen Schlußgebet, Vaterunser und Segen schloß der Heilige Aft, nach welchem sich die Herrschaften in den Kaisersal begaben, wo um 1 Uhr die Hochzeitstafel be­

Brinzessin Ludwig von Battenberg Fürst zu Solms- Hohensolms- Lich Fürstin z. Solms- Hohensolms- Lich Brinz Heinrich von Preußen Prinzessin Friedr. Carl v. Hessen Prinz Chlodwig von Hessen

Gräfin zu Lynar

Brinzessin Ludw. v. Battenberg

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gann. Die Tafel selbst war prachtvoll mit dem kunstvoll getriebenen altdeutschen Stücken des hessischen Silberschates, unter dem einzelne, Stücke von 100000 Mt. Mert sind und mit weißen Blumen und kleinen Myrrtenbäumchen ge­schmückt. Bei der Festtafel erhob sich Prinz Heinrich von Preußen und brachte dem Hochzeitspaare im Namen des Kaisers die herzlichsten Glückwünsche. S. M. habe sehr bedauert, durch die Krankheit seines Sohnes Etel Friedrich an dem Feste nicht teilnehmen zu können. Er hoffe, daß mit dem neuvermählten Paare nach den Tagen der Trauer Glück und Segen in das schöne Hessenland einziehe. Er brachte dem Hochzeitspaare ein dreifaches Hurra, worauf sich der Großherzog auch im Namen seiner Frau für die Glückwünsche bedankte, und den Prinzen bat, der Dolmetsch seiner Gefühle an Seine Majestät zu sein. Er habe mit Sr. Majestät dessen Verhinderung an der Feier teilzunehmen sehr beklagt, hoffe aber, daß sich alles zum Besten wende, das treue Hessenland werde all­zeit fest zu Kaiser und Rich stehen. Er bringt ein drei­faches Hurra auf Se. Majestät aus, in das die Festver­sammlung ebenfalls freudig einstimmte.

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Kurz nach 3 Uhr erhob sich das Hochzeitspaar von der Tafel und fuhr im sechsspännigen offenen Halbverdeck mit Spizenreitern im Schritt vom Schloß nach dem alten Palais, wo die Verabschiedung von den Anverwandten stattfand. Tausende begrüßten das junge Baar auf dem

Lokales.

3. Februar 1905.

Wie uns aus Darmstadt gedrahtet wird, fielen bei ber heutigen Ziehung der 5. Hessisch- Thüringischen Lotterie 25 000 t. auf c. 79 454, 5000 mt. auf Nr. 88 513, 2000 Mt. auf Nr. 29 068 und 1000 Mt. auf Nr. 20 976 und Nr. 72738.

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Geladene Gäste

Auf der Gallerie: Hoftheater- Chor 2c.

Wege dahin, wie von dort später zur Bahn, wo um 4 Uhr die Abfahrt nach Romrod mit Sonderzug erfolgte. Der Aufenthalt im Romrod soll 14 Tage dauern.

Auf das von beiden Freiwilligen Feuer wehr- Corps an Se. Königl. Hoheit abgesandte Glück­wunsch Telegramm ist noch gestern Nachmittag an Herrn Branddirektor Traber folgende Antwort eingegangen: Für die herzlichen Glückwünsche besten Dank. Ernst Ludwig, Elonore.

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Weiter sandte der Kriegerverein Gießen folgende telegraphische Gratulation ab:

per

Sr. Königlichen Hoheit Großherzog Ernst Ludwig Darmstadt! OE Ew. Königlichen Hoheit sowie hoher Gemahlin sendet zur Bermählung die alleruntertänigsten Glückwünsche. Kriegerverein Gießen. Bommersheim, Vorsitzender. Daraufhin hat furz nach 3 Uhr Herr Bommersheim Draht nachstehende Antwort erhalten: Vielen Dank für die freundlichen Glückwünsche. Ernst Ludwig, Elonore.

und deshalb empfehlen wir allen Freunden toller Karnevals laune den Besuch dieses Arrangements.

- Zum Bahnprojekt Gießen Wieseck- Alten­bufec- Großen- Bused und Beuern. Es wird uns darüber folgendes geschrieben: Die Bewohner der Ge­meinden Beuern und Altenbuseck leiden zur Zeit, an einem fortgesetzten wirtschaftlichen Rückgang, trotzdem die in der Gemarkung Altenbuseck vorhandenen Ton­und Basaltsteinlager einen ganz bedeutenden Aufschwung gewährleisten könnten, sobald der Anschluß einer Bahn­berbindung es möglich machen würde. Die Ortsvor stände der Gemeinden Beuern und Altenbuseck haben am 22. v. Mts. bezüglich Ausbaues einer normalspurigen

** Gießener Voltsbad. Im Januar wurden perabreicht 7274 Bäder gegen 8349 im Dezember und 7421 im Januar 1904 oder im Durchschnitt pro Tag 235 Bäder gegen 269 im Dezember und 250 im Januar 1904. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3792 Männer, darunter 598 zu 10 Pfg. Bahn einstimmig den Beschluß gefaßt: In aller

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647 Frauen, Wannenbäder: 1. Kl. 248 Männer, 73 Frauen 2. l. 592 396 " Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen Brausebäder 1142 Männer, 189 Frauen. Die Personenwage wurde von 160 Personen benutzt, das Bad von 8 Personen besichtigt.

167 Männer, 28 Frauen.

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Sonntag Abend veranstaltet die Contentia in Stein's Garten einen Masten ball, für den, wie man uns versichert, ganz besondere Ueberraschungen vorgesehen find. Hübsche Einzelmasten nnd wirkungsvolle Gruppen Szenen werden ein buntes, abwechselungsreiches Bild entfalten

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gegenüber berhalten, welches sie durch ihr Nicht­erscheinen flar an den Tag legte. Die Einwohner der Gemeinden Beuern und Altenbuseck verstehen nicht, warum die Bürgermeisterei Wieseck fich so rückschrittlich verhält, indem doch jetzt schon erwiesen ist, daß Beuern allein im Vorjahr nur an Mauersteinen aus einem Bruche 300 Waggon per Bahn ab Großen- Buseck nach Gießen versandt hat, abgesehen von den in dortiger Gemarkung befindlichen bier Lungsteinbrüchen ange­fertigten Hausteine, die bis jetzt noch immer per Achse gefahren werden, und dort in der Gemeinde befindlichen industriellen Erwerbsquellen welche bestimmt die Ren­tabilität, einer Bahn erhöhen würden.- In Wiesec selbst sollen doch jetzt schon jährlich ca. 150 Waggon Ofer und Formsand, ab per Bahn Gießen versandt werden; auch befinden sich dort mehrere Cigarrenfabriken, die Bramm'sche Druckerei und dergl. mehr, welche jeden­falls zur Rentabilität einer Bahn mitbeitragen würden. Auch ist der Personenverkehr der Gemeinden Alten­buseck, Trohe und Beuern nicht zu unterschäßen, da gegenwärtig schon weit über 200 Arbeiter die Bahn Rödgen- Gießen täglich benutzen, derselbe würde sich ge­wiß um's doppelte erhöhen, sobald die in Frage stehende Bahn ausgebaut würde.

Hoffentlich wird bet der in Gießen abzuhaltendem Interessentenversammlung das Bahnprojekt Gießen allgemeinen Anklang finden und den erwünschen Erfolg bringen.

§§ Vom Lande, 1. Feb. Der Spiritus wird teuerer, das Petroleum billiger. Das Liter Petroleum, das seither im einzelnen 20 Pfg. gekostet, ist auf 18 Bfg. herabgegangen gegen 22 fg. im vorigen Jahre. Darüber freuen sich unsere Hausfrauen mehr, als wenn die Preisverschiebung umgekehrt wäre. Allerdings liegt die Berteuerung feines­falls an den Wirten, die ohnehin bei diesen Preisen sehr wenig verdienen, sondern lediglich am Spiritusring.

r Grünblrg, 3 Februar. Der Gemeinderat hält morgen, Samstag, abends 7 Uhr eine Sigung mit folgender Tagesordnung ab: Begutachtung des Voranschlags.

ch Klein- Linden. In seiner am Mittwoch abgehaltenen Generalversammlung beschloß der Konsum- Verein 7% Dividende unter seinen 117 Mitgliedern zu verteilen. Der Umsatz des legten Jahres belief sich auf 39 000 Mt., der Reingewinn auf 2422 Mt.

K Aus Nassau, 2. Feb. In Brandoberndorf wurde der Apothekenbesißer Bergmann gestern früh in seiner Wohnung tot aufgefunden.

K Bingen, 2. Feb. Der unter dem Namen Hoch in New York verhaftete Blaubart", der eine ganze Anzahl Frauen nach einander geheiratet und dann vergiftet haben soll, wurde als ein gewisser Schmidt aus dem benachbarten Horrweiler erkannt.

Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde.

5. Sonntag, nach Epiphanias, den 5. Februar. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Montag, den 6. Februar abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weibl. Jugend der Matthäusgemeinde.

Nächsten Donnerstag, den 9. Februar, abends 8 Uhr im Markussaal, Kirchstraße 9. Bibelstunde, 1. Cor. Kap. 13. Pfarrer Schwabe.

In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas­Abends 5 Uhr: Stehe Stadtkirche. gemeinde. Pfarrer Euler.

Sonntag, Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibel­besprechung im Konfirmandensaal der Johannesfirche.

Montag, den 6. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Lukasgemeinde. Text: Ephes. 1, 1-6. Pfarrer Euler.

Nächstfolgenden Sonntag, den 12. Februar Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde im Abendgottesdienst Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Batholische Gemeinde. Samstag, den 4. Februar. Nachmittags um 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.

Sonntag, den 6. Februar.

5. Sonntag nach Epihanias. Vorm. von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und to derselben Austeilung der heilig. Kommunion.

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8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vorm. von 9.30 Uhr an: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5.30 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Kirchliche Nachrichten für Grünberg.

Am 5. Sonntag, nach Epiphanias( 5. Febr.) predigt 1. vormittags: Pfarrer Schmidt.

Kürze, unter Einladung der höheren Verwaltungsbe­hörde, sowie des Herrn Oberbürgermeisters Mecum 2. und des Stadtverordnetenkollegiums von Gießen, unter Hinzuziehung des Herrn Landtagsabgeordneten Bürger­meisters Leun- Großen- Linden, sowie sämtliche Inter­effenten des Nordostvereins von Gießen und der in Betracht kommenden Gemeinden zwecks näherer Besprechnung des in Frage stehenden Bahnprojekts eine Versammlung nach Gießen einzuberufen. Der Bürgermeisteret Wised war zur oben erwähnten Ver­sammlung der Ortsvorstände rechtzeitig Einladung er­gangen; dieselbe hat sich jedoch dieser so gangen; dieselbe hat sich jedoch dieser so wichtigen Angelegenheit stiefmütterlich

Text: Röm. 13, 8-18. Lied Nr. 274. nachmittags: Defan Wagner.

Text: Matth. 8, 23-27. Lied Nr. 162. Gottesdienst in Lumda nachmittags Uhr.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 4. Februar. Zeitweise heiter, fälter und Frost, und vereinzelt im Lande etwas Schnee.

( Näheres durch die Gießener Wetterkarte.) Verantwortlich: für die Politik und den Inseratenteil: albin Klein, für den übrigen Inhalt: Georg Horn, beide zu Gießen.