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dort geltenden Vorschriften untersucht oder abgefertingt worden ist, in Deutschland ebenso behandelt werden, wie da in Deutschland untersuchte oder abgefertigte Fleisch. Das gleiche gilt für die Behandlung deutschen Fleisches ir Luxemburg.

Der Bundesrat wird sich demnächst mit der Frage der Sinführung von Handelsinspektoren beschäftigen, deren Aufgabe darin bestehen soll, die Ausführung der für Han ähnlich delsangestellte erlassenen Schutzbestimmungen zu überwachen vie die Fabrik- und Gewerbe- Inspektoren In der betreffenden Eingabe an den Bundesrat ist gesagt daß die Kommunen die ihnen übertragene Kontrollarbeit nicht leisten können, daß dazu aus dem Handelsstand her. ocr gegangene besondere Organe nötig seien. Die Eingabe ist vom Bundesrat den Handelskammern und kaufmänni schen Korporationen zur Begutachtung überwiesen worden

* Zwischen der preußischen und belgischen Grenze lieg ein kleiner, zu feinem der beiden Staaten gehörender Ge bietsstreifen, der als Neutral- Moresnet bekannt ist. Die Einwohner des Ländchens verwalten ihre Angelegenheit jelbständig. Seit längerer Zeit schwebten zwischen Preußen und Belgien Verhandlungen zur Regelung der politischen Verhältnisse von Neutral- Moresnet, die aber ins Stocker Jekommen waren. Jetzt sind die Verhandlungen wieder auf genommen worden.

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Die Sorgen des Sultans.

( Eig. Bericht.)

er wird den Herren Fallières und Bourgeois am Wahltage ein gefährlicher Konkurrent orden. Aber wer weiß, schließ lich hat man in Frankreich schon Ueberraschungen erlebt, und der Sieg eines gänzlichen Outsiders" ist nicht ausge schlossen.

Konstantinopel, 31. Juli. Das Attentat auf den Sultan hat zu weiteren Ver. haftungen geführt, wobei es selbstverständlich nicht an Mißgriffen fehlt. Am Samstag wurde bei einem Fran­zosen, der verdächtig und ins Gefängnis gesetzt worden war, Haussuchung abgehalten. Da man nichts fand, verlangte das französische Konsulat seine Freilassung. Eine Haussuch­ung nach Papieren im Gebäude des bulgarischen Exarchats hatte gleichfalls kein anderes Ergebnis, als daß das Exarchat Einspruch erhob. Uebrigens will man jetzt zum so und so­vielten Male die Anstifter des Bomben- Attentats ganz sicher entdeckt haben. Ein Hoffunktionär des Sultans soll als dringend verdächtig verhaftet worden sein. Es ist nicht ganz ungefährlich, am Sultanshofe hohe Ehrenstellungen einzunehmen. Das schlimmste aber ist: durch das Suchen nach dem Bombenwerfer gewinnt der Sultan nicht einmal eine Pause für die mazedonischen Sorgen. Namens der sechs Großmächte hat heute der Botschafter Desterreich- Ungarns eine Kollektivnote überreicht, in der nachdrücklich um Erfüllung der in der vorigen Kollektivnote für die mazedonische Finanzreform aufgestellten Forderun­gen gemahnt wird. Der Sultan glaubt, aus gewissen reli­giösen Rücksichten, die er als Khalif nicht preisgeben darf, einen Teil dieser Forderungen als unerfüllbar ansehen zu müssen. Da er eine offene Ablehnung vermeiden möchte, so sucht er sein Heil in hinzögernder Verhandlung. Eine baldige Entscheidung ist jedenfalls nicht zu erwarten. Glück­licher für den Sultan gestalten sich die Verhältnisse in Yemen. Marschall Feisi Pascha ist dort dem Aufstand ge­genüber siegreich gewesen, wofür ihm der Titel Ghazi" winkt, d. i. der Siegreiche, den seit Osman Paschas, des Löwen von Plewna", Tode kein türkischer Feldherr mehr führte. Jeisi Pascha ist zum interimistischen Wali( Ober­Präsidenten) von Yemen ernannt worden

Nachdem nun auch die Vereinigten Staaten von Nord­amerika die Einladung zur Marokkokonferenz angenom men haben, sind sämtliche in Marokko diplomatisch vertre terven Mächte mit der einzigen Ausnahme von Schweden und und Norwegen der Aufforderung zur Konferenz gefolgt Bei Schweden und Norwegen sind wohl die augenblicklid noch nicht geflörten staatsrechtlichen Verhältnisse die Ur jache der Zögerung. Es soll nicht mehr zweifelsfrei sein daß die Konferenz in Tanger tage. Gegenwärtig werder auch Madrid, Genf und der Haag genannt.

Schweiz.

** Der VII. Zionistenkongres in Basel hat einen für die Anhänger des zionistischen Gedankens wenig erfreulichen Verlauf genommen. Daß innerhalb einer Delegiertenzahl von mehr als 600, die aus den verschiedensten Ländern zu jammen gekommen sind, sich nicht in allen Fragen Ueber einstimmung zeigt, ist selbstverständlich. Auch daß bei par lamentarisch nicht geschulten Personen zuweilen ein gewisser Mangel an Disziplin sich zeigt, darf nicht gar so hoch ange rechnet werden. Aber hinsichtlich des Grundgedanken müßte Einigkeit und in allen Dingen Verträglichkeit herr schen. Geade darin aber waren große Mängel bemerklich Der Kongres erklärte sich für die dankende Ablehnung des Projektes, in dem englisch- afrikanischen Gebiet von Uganda eine jüdische Kolonie großen Umfanges einzurichten, und sprach sich dann dahin aus, daß von jeder Kolonisation außerhalb Palästinas Abstand genommen werden solle. Eine nicht kleine und ganz besonders lebhafte Minorität verira! die gegenteilige Anschauung, daß der Kongreß vor allem füit die Erwerbung irgend eines Kolonisationsgebietes sorger solle, ohne dabei das Endziel, die Gewinnung Palästina für diesen Zweck, aufzugeben. Präsident des VII. Kon gresses war der Schriftsteller Dr. Mar Nordau aus Paris der sich jetzt von der zionistischen Bewegung aus Gesund heitsrücksichten zurückziehen will.

Ruisland.

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** Entrüstung herrscht über die Behandlung der Reser visten und Veteranen. Die Invaliden von Port Arthur sind Dom Zaren in Peterhof empfangen und mit dem Georgen kreuz dekoriert, aber seit Monaten haben sie ihre Pen sion nicht empfangen, und als sie mit Selbsthilfe und Plün derung drohten, wurden sie von der Polizei gewaltsam aus Petersburg entfernt. Einige tausend Reservisten, die Hun ger litten, demolierten das Städtchen Goro folmoric und plünderten dort die Gasthäuser und Läden. In dem Fabriforte Sormowo bei Nischny Nowgorod wurde vor streifenden Arbeitern gegen das Gebäude, in dem das zu Unterdrückung der Unruher entsandte Militär einquartier: ist, eine Dynamitbombe geschleudert, durch die das Gebäud demoliert und die Attentäter in Stücke zerrissen wurden In Warschau wurde ein Polizist durch Revolverschüss getötet. Der Streit der Arbeiter der WIa dikawkos Bahn dauert an, so daß der Handel dort völlig ins Stocker geraten ist. In vielen Gouvernements ist eine Mißernt eingetreten, so daß eine Hungersnot befürchtet wird. Afrika.

Der kommende Mann.

( Eig. Bericht.)

Paris, 1. August.

Nab und fern.

+ Aufgehobene Falschmünzerbande. In Halberstadt ge­lang der Polizei die Aushebung eines Falschmünzernestes. Von dort waren in letzter Zeit gut nachgemachte Zweimark­stücke in Kurs gesetzt. Durch Zufall kam man den Verfer­tigern auf die Spur. Beim Zanken auf offener Straße ge­rieten eine Anzahl Frauen so in Wut, daß sie sich gegen­seitig Beschuldigungen an den Kopf warfen, die zu wissen der Polizei sehr erwünscht war. Während der folgenden Nacht konnte die Polizei die Falschmünzer dingfest machen. Auch die Werkzeuge, mit denen die falschen Münzen her­gestellt waren, wurden in einem Ofen aufgefunden.

Mit dem neuen Jahre 1906 wird die französische Repu blik einen neuen Präsidenten bekommen. Man sprach schon von einer vorzeitigen Amtsniederlegung des Herrn Loubet. Aber dieser Versuchsballon wurde rechtzeitig zum Nieder­gehen gezwungen. Der seine Pflichten recht ernst und for­rekt aufnehmende Loubet, dem man wegen seiner einfach bürgerlichen Gediegenheit gern Philistertum nachsagt, wird in Konsequenz eben dieser Anschauungen bis zum letzten Tage auf dem Posten bleiben. Aber deshalb beschäftigen sich berufene und unberufene Politiker doch schon lebhaft mit dem kommenden Manne.

** Aus Tanger kommt die Nachricht von einer großei Niederlage der Sultanstruppen im Kampfe gegen die Mach des Kronprätendenten. Die Rebellenarmee soll die marok tanischen Soldaten bei Ujda geschlagen und in wilde Fluch getrieben haben.

Amerika.

Das Unglücks- Fahrzeng. In Görlitz wurde die Witwe Steyer aus Berlin durch das Automobil eines Varietee­Direktors überfahren. Die Dame war auf der Stelle tot.

Typhus in Posen. Der Typhus tritt in Bosen epide­misch auf. Es sind über 4000 Erkrankungen festgestellt. Obwohl die Krankheit bislang meist keinen bösartigen Cha­rafter gezeigt hat, sind doch schon einige Todesfälle zu ver­zeichnen.

Unwetter und Weinernte. Im badischen Oberlande, namentlich in der Gegend von Müllheim, gingen schwere Unwetter nieder, die besonders an den Feldfrüchten, den Obstbäumen und den Weinbergen großen Schaden ange­richtet haben. An vielen Orten ist die Weinernte total ver­nichtet.

Vergiftung durch Pilze. In Dlugolenka im Kreise Kro­toschin erkrankte die Familie cines Tagelöhners nach dem Genuß eines Gerichtes Pilze, unter denen sich Giftpflanzen befunden haben. Von der acht Köpfe starken Familie sind fünf Personen gestorben.

Drei Männer sind es, die heute wohl die gleichen Aus­sichten auf sich vereinigen, die Herren Fallières, Bourgeois, Doumer. Fallières ist der Kandidat. der sich schieben läßt, Léon Bourgeois der Kandidat, der Gleichgültigkeit heuchelt, Doumer der Kandidat, der ernst­haft will und planmäßig auf sein Ziel lossteuert. Fallières besitzt die dreifache Achtung des Senats, der Kammer und des Publikums, da er aus allen politischen Affären mit rei­nen Händen hervorgegangen ist. Ein tüchtiger Advokat, mit 35 Jahren Abgeordneter, ist er verhältnismäßig jung zu öffentlichen Ehren gelangt; siebenmal Minister, einmal Ministerpräsident, besitzt er eine schlichte, aber sehr eindring­liche Beredsamkeit. Seine Liebenswürdigkeit macht eine kaum merkliche äußere Uncleganz vollständig wett. Man schreibt ihm eine bemerkenswerte Charakterfestigkeit zu. Obwohl er zu den radikaleren republikanischen Politikern gehört, weiß er sich doch erzessiven Einflüssen geschickt zu ent­ziehen. Man kann ohne kritischen Spott sagen, daß Falliè­res das Urbild des kleinen Bourgeois ist; er hat ein kleines Vermögen verdient, das, der Mitaift seiner Frau hinzuge­fügt, ihm eir ehrenwerte Unabhängigkeit sichert. Wie Loubet besitzt Fallières da unten im Süden ein Häuschen und einen Acker. Frau Fallières ist eine Provinzialin aus gutem Hause; sie kleidet sich mit Eleganz und macht in den Salons des Lurembourg mit Vornehmheit die Honneurs. Sie empfängt dort ohne Pose alle Kollegen ihres Mannes, ohne sich um die Parteistellung des zu Empfangenden zu fümmern.

In den Vereinigten Staaten von Amerika regt sid jetzt eine lebhafte Agitation zu gunsten des Abschlusses vor Gegenseitigkeitsverträgen, namentlich mit Deutschland Die ,, Marchantes Association", die aus hervorragenden In dustriellen Newyorks besteht, hat an 8000 Geschäftsleut und kommerzielle Vereinigungen Rundschreiben verschick mit der Aufforderung, auf das Zustandekommen von Ver trägen der gedachten Art hinzuwirken. Die Großschlächte des Westens haben an die Mitglieder des Kongresses in Washington das gleiche Ersuchen gerichtet, das mit der Be sorgnis begründet wird, Deutschland, nächst England de beste Kunde Amerikas, möchte sonst der amerikanischer Ausfuhr unwiederbringlichen Schaden zufügen. Es mus abgewartet werden, ob die Agitation hinreichende Stärk gewinnt, um den Kongreß dem Abschluß von Gegenseitig feitsverträgen geneigt zu machen. Jnu veid

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Hof und Gesellschaft.

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Bei der Ankunft in Kopenhagen wurde der Kaiser von Könige Christian, dem Kronprinzen von Dänemark und den übrigen dänischen Prinzen empfangen. Zwischen dent Kaiser und dem König fand eine sehr herzliche Be­grüßung statt. Der Kaiser trug dänische Admiralsuniform, König Christian die Uniform seines Thüringischen Ulanen. Regiments, der Kronprinz die der Kurhessischen Husaren. Der Kaiser fuhr mit König Christian in offener Equipage nach Schloß Bernstorff, überall von der Bevölkerung stür­misch begrüßt. Abends fand im Schloß Bernstorff Tafel statt, bei welcher der König einen Trinkspruch auf den Raiser ausbrachte, in dem er seinen hohen Gast herzlich will. kommen hieß. Der Kaiser erwiderte ebenso herzlich, daß es ihm eine Freude bereite, sich beim König Christian als dänischer Admiral zu melden, und schloß mit einem Hoch auf den Könia.

Im Brunnen erstickt. Beim Bohren eines Brunnens in einer Brennerei zu Logischen im Schlesischen kamen zwei Arbeiter ums Leben. Sie waren in den Brunnen hinab­gestiegen und erstickten dort an den Gasen.

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Das Spiel mit Schießgewehr. Immer wieder fordert das leidige Hantieren mit geladenem Schießgewehr seine Opfer. In Ursprung in den Reichslanden lud ein siebzehn­jähriger junger Mann ein Gewehr, während seine Mutter und sein Bruder im Zimmer beim Frühstück saßen. Das Gewehr entlud sich, der Schuß ging los, fuhr der Mutter durch den Hals und verlegte den Bruder am Ellenbogen. Die Mutter gab alsbald ihren Geist auf. Der jugendliche Täter stellte sich selber der Polizei. In ebenso schlimmer Weise verlief ein Vorfall in dem Orte Gunzweiler in Loth­ringen. Dort spielte der neunjährige Sohn eines Gast­wirts mit einem Revolver. Dieser ging los, und die Kugel drang dem zum Besuch anwesenden Onkel des unglücklichen Schüßen in die Schläfe und verursachte seinen Tod.

Brandstiftung durch eine Mans. In dem Stall des Rittergutes Grüningen in Thüringen entstand ein Brand, verursacht durch Kurzschluß in der elektrischen Anlage. Als man die Brandstelle untersuchte, fand man hinter der Platte, an der die Isolierungen angeschraubt sind, eine halb ver­brannte Maus. Das Tier hatte, als es die Drähte über­lief, eine Verbindung hergestellt, durch die die Isolierungen durchgebrannt waren.

Mord in der Droschke. In Riga wurde auf offener Straße der Kassierer einer großen Firma, der in einer Droschke zur Bank fuhr, um eine bedeutende Geldsumme dorthin zu bringen, überfallen, ermordet und ausgeraubt. Den Räubern gelang es, mit dem Gelde zu entfliehen.

Soziales Leben.

Beklagenswerte Streikfolgen. In Treisental in Desterreich streifen seit mehreren Wochen die Arbeiter der großen Fabrik von Lanz. Montag entstanden heftige Zu­sammenstöße zwischen Streikenden und aus Ungarn heran­gezogenen Arbeitsvilligen. Zahlreiche Personen wurden verwundet, die Polizei verhaftete eine Menge an den Un­ruhen Beteiligter.

Herr Fallières hat also auch durch seine Frau ernsthafte Chancen. Er ist 65 Jahre alt. Wenn man ihm offiziell die Kandidatur ins Haus bringen wird, wird er sich ein klein wenig sträuben und sein Alter, seinen Gesundheits­zustand, sein Rubebedürfnis anführen. Dann aber wird cr in Interesse der Republik seine Ruhe opfern und.. annehmen. Amüsant wird der Kandidatenkampf, der sich entspinnt, dadurch, daß die meisten Freunde des Herrn Fallières auch die Freunde des Herrn Léon Bourgeois sind. Die Physiognomie des ehemaligen Kammerpräsidenten ist unbestreitbar dekorativer, als die des Herrn Fallières. Die persönliche Eleganz, die Fallières fehlt, besitzt Bourgeois im höchsten Grade: ihn sollte schon seine Persönlichkeit zu den höchsten Staatsämtern designieren. Léon Bourgeois ist einer der glänzendsten und gebildetsten Redner seiner Zeit; er wird vielleicht in der Akademie früher siken als im Elysée. Wie Fallières zieht auch Bourgeois ohne irgend einen Fleck auf der Ehr in den Kampf. Die Trümpfe, die er im Spiele hat, sind also recht zahlreich. Seine Freunde fürchten nur, daß er allzu nachgiebig und bei bestimmten Gelegenheiten nicht fest und widerstandsfähig genug sein könnte. Ganz wie Foières wird er sich nicht allzusehr in den Vordergrund drängen. Er wird sich bis zum Wahltage von der Wege der Volksgunst tragen lassen und dann die schwere Bürde mit Würde annehmen. Doumer ist der Kar­didat, der will"; er wünscht nicht, er tofst nicht: cr will. Das ist seine Hauptchance, und dieser zähe und starke Wille, den nichts erschüttern fann, ist eine Macht. Auch Doumer bringt eine ehrliche Vergangenheit und einen unbefleckten Namen mit. Auch er hat schon hohe Aemter bekleidet; er war in den Kolonien eine Art Vizekönig. Doumer ist ein aus­gezeichneter Reiter, denn während seines Aufenthaltes in den Kolonien zahlte er stets mit seiner Person und hätte sich, um nicht verweichlicht zu erscheinen, den eingeborenen Völkerschaften unter keinen Umständen in einer Sänfte oder in einer Galakutsche gezeigt. Daß Doumer ein unermüd­Itcher Arbeiter ist, weiß in Frankreich jedes Kind. Der Prä­sident der Kammer nimmt alles auf sich: Empfänge, Audien­zen, Pflichten. Seine physische Widerstandskraft scheini keine Grenzen zu kennen, und diese Eigenschaft ist für ein Staatsoberhaupt viel wert, Obwohl er mäßig lebt wie ein Spartaner, wohnt er doch zahllosen Banketts bei und hält auf jedem von ihnen die erwartete Rede. Alles in allem:

Bewegung im rheinisch- westfälischen Baugewerbe. Der in Witten tagende Arbeitgeberbund für das Bauge­werbe beschloß einstimmig, von Lohnerhöhungen bis zum

1. April 1906 abzusehen, dagegen für die Zeit von diesem Termin ab die Verhandlungen mit den Arbeitern zu pfle gen. Man hofft, mit diesem Beschluß zu einer Einigung zu kommen.

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Arbeitslosen- Unruhen in Manchester. Zu heftigen Zusammenstößen zwischen einem Aufzuge Arbeitsloser und der Polizei fam es in Manchester. Die Polizei wollte die Straßen freimachen. Dabei entstand ein erbitterter Kampf, bei dem zahlreiche Personen verwundet wurden. Mehrere Führer wurden verhaftet.

Internationaler Arbeiterschutz. Eine diplomatische Konferenz zur Verwirklichung der Berner Abmachungen bezüglich des internationalen Arbeiterschutzes soll Ende 1905 oder Anfang 1906 einberufen werden. Unter den einge ladenen Staaten befindet sich auch Japan.

Vermischtes.

= Vom Ferien- Reiseverkehr. Nach den jetzt vorliegenden Berichten der Eisenbahnverwaltungen hat der diesjährige Reiseverkehr bei Beginn der Ferien cine alle Erwartungen übertreffende Zunahme gefunden. Während der ersten Hälfte des Juni sind alle Züge auf den Hauptstrecken dop pelt gefahren. Die Zahl der Schlafwager. Lei den abends von Berlin abgehenden Zügen bera mentals unter dret. oft waren zehn Schlafwagen erforderlich und die Nach frage konnte nicht befriedigt werden. obwohl die Anmeldun gen 14 Tage vorher erfolgten. Ebenso schwer war es, die Ansprüche auf Pläge in den D- 3ügen zu ersen.

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Wieviel der Mensch trinkt. Auf Grund sorgfältiger Studien hat ein Forscher in statistischen Dingen herausge rechnet, daß der Durchschnittsmensch" zu der neligente Nahrung in einem Zeitraum von 50 Jahren Flüssigkeits. mengen von rund 35 000 Liter Wasser, Wem, Bier usrs. ge braucht. Das ist nur das zum Leben nötige Quan tum. Darach mag sich der feuchtfröhliche Zecher zu eigenem Nutz und Frommen herausnehmen, welches Quantum er durch die Kchle jagt.

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