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keiten und charakteristischen Merkmalen anzustreben. Durch bas am 1. Oktober 1902 in Kraft getretene Gesetz die Dent­malpflege betreffend ist in unserem engeren Vaterland bereits ein bemerkenswerter Schritt für die Erhaltung heimatlicher Kunst- und Naturschönheiten getan, das Arbeitsfeld des Bundes ist durch 31 der Satzungen festgelegt und umfaßt folgende 6 Gruppen: I Denkmalpflege. II Pflege der über­lieferten ländlichen und bürgerlichen Bauweise, sowie Er haltung des vorhandenen Bestandes. III Schutz der landschaft­lichen Naturschönheiten einschließlich der Ruinen. IV Rettung der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt, sowie der ge­ologischen Eigentümlichkeiten. V Volkskunst auf dem Gebiete VI Sitten, Gebräuche, Feste der beweglichen Gegenstände. und Trachten. Für jede dieser 6 Gruppen wird ein be­sonderer Leiter ernannt, dem ein Geschäftsführer, sowie eine Anzahl von Vertrauensmänner zur Seite gestellt wird. Die Mitgliedschaft ist weder für schon bestehende Vereine noch für den einzelnen an die Zahlung eines Jahresbeitrages geknüpft, dagegen wird auf freiwillige einmalige oder jähr­liche Zuwendung allerdings gerechnet. Der einzelne fann in verschiedener Eigenschaft Mitglied werden: Als Helfer" oder als Gönner" oder als beides zugleich. Der" Helfer" stellt seine persönliche Tätigkeit den Interessen des Bundes zur Verfügung. Er soll namentlich bemüht sein in seinem Wohnort oder dessen Nähe die Gründung eines örtlichen Vereins für Heimatschut" anzuftreben, sofern ein solcher daselbst noch nicht besteht. Der Gönner" verpflichtet sich lediglich zu Gelbbeiträgen. Anmeldungen sind an Herrn Robert Mielke( vorläufige Geschäftsstelle des Bundes Heimatschutz) Charlottenburg 5 Rönnestraße Nr. 18 zu richtern, woher auch jede weitere Auskunft erteilt wird.

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§§ Die Kretschmannbriefe vor Gericht. Heute Montag begann vor der Mainzer Straffammer ein Brozeß, der großes Interesse hervorrufen dürfte. Frau Lily Braun hat im vorigen Jahre Kriegsbriefe ihres Vaters, bes Generals Kretschmann, die dieser während des Feld­zuges 1870-71 geschrieben, in einem Buche veröffentlicht, aus dem die Mainzer Boltsztg." am 5. November 1903 Auszüge veröffentlichte. Als verantwortlicher Redakteur zeichnete damals der Geschäftsführer der Volfsztg.", Herr Friedrich Döller, da der Redakteur Bernhard Adelung eine Befängnisstrafe von drei Monaten wegen eines Breßdelifts verbüßte. In dem Artikel war folgende Stelle aus den Briefen enthalten: Db wir morgen hier bleiben, ist noch unbestimmt. Sens, ein Ort von 11 000 Einwohnern, ist schon von den Hessen total ausgeplündert worden. Da wollen wir nicht hingehen." Und tagts darauf doch aus Sens:, Diesen Ort haben die hessischen Bundesbrüder in einer unglaulichen Weise mitgenommen. Ein Zivilist reitet auf der Straße, zwei Offiziere nötigen ihn vom Pferde, der eine nimmt dies, der andere den Sattel. Ein Stabsoffizier will einen Schrank öffenen, der Wirt gibt vor, feinen Schüssel zu haben, und als sein Gast den Schrank erbrechen und er es verhindern will, da schießt der Stabsoffizier den Wirt tot. Solche Dinge fönnen einem den Krieg wirklich ver­verleiden." Diese Veröffentlichung erregte in Hessen großes Aufsehen, namentlich bei den Kriegsteilnehmern. Es entstand eine Breßfehde, bei welcher die Aeußerungen Kretschmanns als schmähliche Beschuldigungen bezeichnet wurden. Darauf am 9. Dez. nahm 1903 die Voltsztg." wieder das Wort und erklärte in einem Artikel, daß ihre Parteigenossen, die ebenfalls den Feldzug mitgemacht hätten, versichern, daß die Angaben des Generals von Kretschmann auf Wahrheit be­cuhten. Sie würden also, falls sich der Kriegerverband Hassia" wirklich den Scherz erlauben würde, sie zu ver= Flagen, auch Zeugen stellen können. Diese Nummer hatte wieder Redakteur Adelung gezeichnet, der mittlerweile aus dem Gefängnis entlassen war, weshalb von der Staatsan­waltschaft gegen Adelung und Döller Klage erhoben wurde wegen Beleidigung des Oberleutnants a. D. Balser in Darmstadt und des Majors a. D. Mickel in Meß, die beibe 1870-71 als Offiziere der 2. Kompagnie des Großh.

Hessischen Jägerbataillons angehört hatten, sowie wegen Beleidigung der übrigen Angehörigen dieses Truppenteils. Die Angeklagten, die von Rechtsanwalt Dr. Löb. verteidigt werden, haben einen umfangreichen Beugenbeweis aufgeboten, so u. a. eine Menge Einwohner von Sens kommissarisch vernehmen lassen, ebenso wird Lily Braun als Zeugin fungieren. Die Verhandlung begann um halb 9 Uhr.

der großen Wirtschaft waren überfüllt, sondern es mußten noch vor dem neuen Saale auf der Straße Siggelegenheiten geschaffen werden, um alle Gäste zu bewirten. Süßigkeits­buden waren ebenfalls vorhanden und besonders trug auch ein aufgestelltes Karoussell viel zur Erheiterung bei, sodaß die Saaleinweihung mehr einem Kirmesrummel glich. Durch Erbauung dieses schönen und geräumigen Saales ist gleich zeitig den Vereinen bei vorkommenden Festlichkeiten ein gutes Unterkommen geschaffen.

b. Großen- Eichen. Ein moderner Robinson" hatte seit Jahren dahier sein Wesen getrieben. Es ist ein alter Junggeselle, der in einem ganz baufälligen Häuschen sein armes Dasein fristete. Er besorgte seine häuslichen Geschäfte ganz allein und hatte seinen Hausrat auf das allernotwendigste beschränkt. Den Teig für Brot und Kuchen bereitete er in der Tischschublade; das Bett, aus ein paar Brettern bestehend, war an der Decke mit 4 Ketten ange­hängt. Er gewann dadurch mehr Raum für seine Kar­toffeln, die er mit Holz und anderen Vorräten unter dem Bett aufbewahrte. Seit einigen Wochen haben ihn nun seine Angehörigen zu sich auf genommen. Seine Hütte aber ist wieder bewohnt von einer armen Familie, die im vergangenen Winter infolge eines Brandes obdachlos geworden war. *** In Assenheim( Wetterau) begeht der Gesang verein Frohsinn" im Juni 1905 das 60jährige Jubiläum seines Bestehens. Damit ist ein Gesangs­to ett streit verbunden.

× Hungen. Gegenwärtig sind die Arbeiten zur Her­stellung der Perronsperre auf der Linie Gießen- Gelnhausen im Gange.

X Deckenbach, 28. Mai. Welcher Segen es für den Viehzucht treibenden Landwirt ist, wenn bei Krankheitsfällen im seinem Viehbestand sogleich ein tüchtiger Tierarzt zur Hand zu haben ist, das fonnte der hiesige Landwirt Konrad aus erfahren. Vor ungefähr 14 Tagen wäre ihm sein Mutterschwein, nachdem es schon 8 Ferfel geworfen hatte, sicher verendet, wenn nicht Herr Tierarzt Hofmann von Homberg a. d. D. auf fünstliche, operative Weise( durch Anwendung des sog. Kaiserschnitts) noch 2 weitere Ferkel ( natürlich tot) zutage gebracht hätte. Das Mutterschwein hat durch die Operation gar keinen Schaden gelitten und jede Gefahr ist jetzt ausgeschlossen; auch die 8 lebenden Ferkeln sind munter.

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Bingerbrück, 19. Mat. Das Braunsteinbergwerk Braut" bei Wald- Erlbach ist erschöpft und wird dem­nächst geschlossen. Eine Entlassung von Arbeitern findet nicht statt. Die Freiwerdenden sollen in anderen Bergwerken der Gebrüder Wandesleben untergebracht werden.

)( Michelstadt, 29. Mat. Der Gemeinderat kaufte einen größeren Komplex Land an, um kleine Wohn­ungen darauf zu errichten. Aus Arbeiterkreisen wurde eine Kommission von 8 Mann gewählt, die ge­meinsam mit dem Gemeinderat an der Errichtung von Arbeiterwohnungen nach dem Wohnungsfürsorgegesek arbeiten will.

*** Von der Bergstraße, 27. Mai. Schon in den nächsten Tagen dürften die ersten Bergsträßer Kirschen auf den Markt kommen. Die Hiße der letzten Tage hat die Frühkirschen rasch zur Reife gebracht.

Mer saßte us en e Ede en wollte' s Jescht sche be­lausche en do foam gleich aaner met so'm gruße schworze Rock en brocht so e Steck Babeier en saht,' s wehr die Speisetorte, en ob m'r Bäier oder Wei trente wollte. Ech hätt jo läwer Bäier getrunke, ower mei Ahit mahnt, so' mr groat e mol häi wehrn, kennte' mr aach emol Schlambanjer getrente,' s wehr jo nur e poar Penning Innerschied. Ech bestellt dänn aach do dem Zeug, en bis dersch bringe dert, guckt ech emol uff die Speiseforte, woas e wint woarm Wörscht orer Solwerflaasch fofte sollt, ower vo laurer Kaufia, Rostbiff en Wäiner Geschnigel woar vo Wörscht en Solwer­flaasch naut se seh, ech bestellt dann e wink vo dem Wäiner Geschnitzel, dann vo dem Zeug harre m'r doch noch naut gässe, en wäi ersch bringe dert, brocht he so zwo weiße Saidebabaire met, de sollt' mr us imbinne, ech sahr ower, so kaa Saudeuwel sei mir net, mir hun noch naut ver­dreppelt en naut verschett, m'r brauche so taa Dent.

Wäi m'r nu groat oam ässe woarn, mahnt mei Ahlt, m'r wellte aach emol de Schlambanjer versuche. Ech moacht ' s selber en de Droht vo de Flasch en wollt groat met dem Mässer de Stoppe leste, do sprang d's Dos vo sälbst eraus en groat meiner Ahle uff die Noas, doß se gleich se blaute oafing. Nu wehr doas noch goar net schlimm geweßt, wann net doas gaut Zeug all fortgelaafe wehr, dann wäi ech enschente wollt, woar nur nooch a Gläsi drenn. Mei Ahlt räfeniert schie, häiß mech en Dommtopp vern Dannern en aach so e vernehm Fraa, de näwe m'r saß, beschwort sich, ech hätt ihr nau Montur met dem Zeug verärwert.

Wäi se nu so richtig oam räsenirn woarn, fung uff amol die Mausig o se späle en die Senger funge d's Be­grißungslied o se sänge,& woar wirklich e Bracht. Wäi se hernach fertig woarn, dere ser Rede hahle, ech glawe, so fanns us Bürgemaaster dehaam näit, en dann sunge sa emol dezwesche vom erschte Lied en in einem fühlen Grunde, en uff amol foam aach äbbes vo Haamweh in dem a Ding fehr en do fung mei Ahlt gleich o se greine, weil se o ußer Gaast dehaam mußt denke, däi m'r doch näit met uffs Fescht met­nemme konnte. Während se nu so sänge dere, dert uff amol ahne Jungfraa so en bloae Bennel iwwerreiche, en saht, se sollten o die Fohn mache en dann foame noch e paar annern, düi broachte Näjel met, doaß die Fohn net sollt kaput geh. Wäi dann so weit olles fertig war, fregt ech den, der doas Zeug all gebroacht hat, noach de Reste, en do saht he, doaß m'r fehr den Krom zwelf Mark sen fünfzig Pfennig bezohn mißte. Ech reß die Auge uff, mußt' m ower sei Geld gäwe en ging dann mit meiner Ahle in's Andres, wo de Froh­sinn" vo Assenheim ässe sollt, en bläib die Nocht do im Logie. ( Forts. folat.) Großh. Kurtheater Bad- Nauheim. Spielplan.

Montag, den 30. Mai: Pension Schöller. Dienstag, den 31. Mat: Liebesmanöver. Mittwoch, den 1. Juni: Biberpelz. Samstag, den 4. Juni: Im weißen Röß'l. Stadttheater Marburg.

Donnerstag, den 2. Juni: Bettelstudent.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 31. Mai. Meist schwachwindig, heiter, bei etwas fühlerer

Näheres durch die Gießener Wetterfarte.

En Besoch uff dem Gäßer Sengerstreit.**) Nacht tagsüber wärmer, trocken. Von Guschtav Velten aus L.... ( Fortseßung.)

Endlich foame m'c o so e gruß Festing vo Brärrer en grine Reißer, en owe druff harre se so e gruß Mäufig Henuffgeärwert, ech glaab es woar e Zirrer. Wäi mer nu enin wollte gieh, ftreckt aaner aus so em klane Loch de Kopp eraus en fregt gleich noach de Billjetter. Ech greif en Sack en will sem weise, en seh jo zu meim gruße Schräcke, doaß ech dem, der die Billjette o d'r Eisebooh knipst, mei Eitritt forte stott Billjett gegäwe hu. Der hotts natirlich aach schie genomme, deswege hoat he aach so gelacht. Woas sollt ech nu mache, mei Ahlt dert schimpe wäi noach nie, en weil m'r doch nu amol doworn, so fäif ich e nau Familiforte en ging mit meiner Ahlt uff de Festplatz. Wäi m'r nu enin foame, läife m'r gleich näwe en de Wirtschaft vom Denninghoff en trunte e Deppsche Böier. Dann drifte m'r us weirer a d'r Wirtschaft von der Aischttenbraurei, wu d'r Grünberg, 30. April. Der hiesige Kirchen- Ge- Wigandt voam Neuweg zoppte, verbei en ftanne uff amol sangverein unternahm gestern, vom schönsten Wetter fer so' r gruße gruße Hall, se sahre,& wehr die Festhall, begünstigt, einen Ausflug nach dem Jägerhause bei Laubach. wo nur de vernehme Leu enin ginge. Ech steckt de Peiffe Die Rückfehr erfolgte abends gegen 9 Uhr per Bahn. weck, moacht de Schnurrbort en die Reih en ärwert mech A Lumda, 30. Mai. Gestern früh stürzte hier ein mit meiner Ahle durch die Leu en die Festhall. M'r konnte Knabe von einem Baume und brach den Arm. Aerztliche us net genunt verwunnern, wäi do alles so schie woar. En der Mitt woarn laurer Desch, de woar met lauter weiße geschüßt sei. Hilfe war bald zur Stelle. A Villingen, 30. Mai. Ein frohes Leben und Treiben Descher zugedeckt en do saße se schon all en spannte, im der Obftzüchter herrschte gestern in unserem Orte anläßlich der Saalein zwate Stock saß die Mausig en rinde rimm woar alles met weihung des Herrn Strack. Nicht nur sämtliche Räume| Fohna en Grines geschmeft.

Imwarte werden horn- Bad- Mau Schußmitgliedern amfer, Forftrat Feldmann- Lauter, zell. Der erfte t Kreisrat F Friedberg werden Rechenschafts ffifche Obstbau itglieder ift auf fe Gießen 945, vort führt Graf hden Zollarif

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