Ausgabe 
30.4.1904 Zweites Blatt
 
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Gebiete gegen andere Männer zu Felde ziehen, aber was nüßt das Ihnen? Am nächsten Tage kennt die ganze Stadt den Schiffbruch Ihrer Autorität, nicht am letzten Ihre Ter­tianer, und dann

Sie haben recht, liebe Freundin, dann werden sie es auf der Stelle auch versuchen, und ich bin verloren. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre treue Warnung. Es ist entschieden, ich werde mich nicht aufs Eis locken lassen."

,, Gott sei Dank! Ich war schon ernstlich in Sorge um Sie. Uebrigens ist diese Alma fein Kind, sondern ein sech zehnjähriges Fräulein. Ich werde Ihnen nachher einige von ihren Streichen erzählen, die ich durch ihre Mitschülerin Bertha Heding weiß, und Sie werden erschrecken, an welchem Abgrund Sie gestanden haben. Gegen diese Künste wären Sie waffenlos wie ein Kind gewesen."

Sonderbar! Ich hätte mir alle Mädchen gedacht un­gefähr wie Sie-"

" Das wäre auch schon gerade schlimm genug," lachte Helene. Ohne mich zu rühmen, aber ich war als Schü­lerin eine der Ausgelassensten und Unbändigsten; wenn ich jetzt etwas ernster geworden bin, so danke ich das allein nun aber gehen Sie und schreiben Sie Ihren Absagebrief; ich bin nicht ruhig, ehe ich ihn unterwegs weiß. Schicken Sie ihn durch die Post, eingeschrieben, das ist am feier­lichsten."

Belling gehorchte, schrieb den Brief mit einer sehr höf­lichen, aber bestimmten Ablehnung- Grund: Arbeitsüber­häufung und ging, ihn sogleich auf die Post zu tragen. Unterwegs erinnerte ihn die Form des Briefumschlags an ein mathematisches Problem, in welchem der Kreuzpunkt der Diagonalen eines Parallelogramms eine gewisse Rolle ſpielte, und er verſenkte seinen Geist alsbald so tief in diese Untersuchung, daß er den Zweck seines Ausgangs völlig ver­gaß und mit dem Brief in der Hand die städtische Promenade entlang brütete.

Fast hatte er schon den Jaden der endgültigen Lösung sicher in der Hand, als er plößlich aufgestört wurde durch den Anblick zweier dicht vor ihm spazierenden Damen, in deren einer er mit einem kleinen Schreck Fräulein Leinemann er kannte. Er mäßigte sofort ſeine Schritte und gedachte bei dem erſten Querweg seitwärts abzubiegen, als sein Auge durch die Gestalt und das Gebaren ihrer Begleiterin gefesselt wurde. Es war eine kleine, feste Gestalt voll jugendlicher Geschmeidigkeit, mit einer eigenen fecken Grazie des Ganges. Sie drehte ihr bewegliches Hälschen nach rechts und links herum, und dabei gab sie gelegentlich ihr Profil zur Ansicht, das durch eine vornehme Kühnheit des Schnittes ausgezeich­net war. Flotte Löckchen kräuselten sich über dem Nacken auf und hüpften leicht wie in heiterem Uebermut. Selbst die streng geometrisch geschulte Seele Iwans des Schrecklichen fonnte sich ein männliches Wohlgefallen an dem regellosen Reiz dieser Erscheinung nicht verhehlen.

Bald darauf fiel ihm an Fräulein Leinemanns hagerer Hochgestalt etwas Sonderbares ins Auge; es hatte den An­schein, als fiele ihr ein langer, prächtiger Zopf frei über den Rücken. Das schien doch eine recht auffallende Frisur für eine Pädagogin vom Rang und Lebensalter dieser Dame; übrigens hatte der Bopf eine sehr ungewöhnliche, stark ing Grünliche spielende Färbung. Da streckte sich plötzlich die rechte Hand der jungen Dame ganz leise hinter den Rücken der älteren und machte sich in geheimnisvoller Weise etwas an jenem Zopf zu schaffen. Jetzt erkannte er die wahre Natur desselben: er bestand aus einer langen Reihe von Kletten, welche, in zierlicher Regelmäßigkeit aneinander gefügt, von dem Mantelfragen herabhingen.

Gleichzeitig vernahm er nun auch die Stimme der be­rühmten Lehrerin, welche vernehmlich sagte:

Wirklich, liebe Anna, Sie glauben nicht, wie sehr es mich freut, daß Sie mir endlich einmal aus freien Stücken Ihre aufrichtige Reue zu erkennen geben; ich muß Ihnen Jestehen, daß ich im Begriff stand, völlig an der inneren Weib­ichkeit Ihres Gemütslebens zu verzweifeln, und doch, liebes Rind, ist nichts so häßlich an einer Jungfrau, nichts so un­ingenehm vor Gott und den Menschen als ein unweibliches Wesen. Es wäre mir ein wahrhaft tröstlicher Gedanke, wenn ch den heutigen Tag mit heiligem Ernst als Ihren Tag von Damaskus bezeichnen könnte--

Die junge Dame tat einen leuten Seufzer, der von tiefer Berknirschung sprach, und fügte gleichzeitig mit der geschickten Rechten eine neue Klette an den Zopf.

Doktor Belling entsetzte sich und dachte: Gott sei Dank, baß der Balg nicht in meiner Tertia sitzt!"

In diesem Augenblick mochte Fräulein Reinemann ei Zupfen an ihrem Rücken verspüren; sie wandte den Kopf plög. lich herum und ward des nicht allzu weit hinter ihr schreiten. den Mathematikers gewahr. Sogleich blieb sie stehen und erwartete mit einem liebenswürdigen Lächeln sein Heran­nahen.

Belling war peinlich betroffen; ein Fluchtversuch war durch die Umstände ausgeschlossen; auch der Gedanke, ihr den Brief zu überreichen und sich aus dem Staube zu machen, schien ihm nicht ausführbar; so ergab er sich denn und trat heran, sie zu begrüßen.

Indem er nun gleichzeitig einen etwas scheuen und fin­ſteren Seitenblick auf die hübsche junge Uebeltäterin warf, machte er eine ganz überraschende Entdeckung. Dieselbe stand da in der äußersten Verwirrung und Beschämung, von flam­mendem Rot übergossen, die Augen regungslos zu Boden gerichtet.

In dieser Verfassung hatte noch kein Sterblicher Alma Gruber gesehen, und es steht fest: so hatte sie auch noch kein Sterblicher in ihrem anmutigsten Reiz gesehen.

Auf Belling übte dieser Anblick eine Wirkung, die fast einer leichten Betäubung oder einem angenehmen Schwindel gleichkam. Nur wie aus einer gewissen Ferne und mit eigen­tümlicher Gleichgiltigkeit hörte er die reich fließenden Worte der Institutsvorsteherin, welche in verbindlichster Form ihre Bitte wiederholte, viel von dem idealen Wert der reinen Mathematik redete, von der bildenden Kraft abgezogener Vor­ſtellungen, von der nahen Verwandtschaft mit der Logik und der Metaphysik, von dem Einfluß der praktischen Tri­gonometrie auf die Charakterentwickelung, von der Vertiefung des weiblichen Gemütslebens durch klare stereometrische An­schauungen und vielen ähnlichen pädagogischen Wundern­er ſtand stumm mit seinem Absagebrief in der Hand, und als er zur Besinnung kam und von ihr freigelassen war, hatte er Ja gesagt, und alles war verabredet und geordnet.

Mit einem Gefühl tiefen Unbehagens fehrte er nach Hause zurück; den unbenüßten Brief legte er zu den Personal­aften und den Papieren, welche die wichtigsten Abschnitte ſeines Lebens bezeichneten, Prüfungszeugnisse, Anstellungs­dekrete und dergleichen.

Wir haben uns überrumpeln lassen, Molly," sagte er, ,, wir sind im Begriff, etwas gegen unsere Ueberzeugung zu tun, unsere ganze Existenz mutwillig aufs Spiel zu setzen!" Molly gab einige sanft heulende Töne von sich, wie immer, wenn er ins Gespräch gezogen wurde.

Ist das nicht halber Wahnsinn? Wie war es nur möglich, sich in einer flüchtigen Verwirrung so widerstands­los gefangen zu geben? Ist es wirklich eine so merkwürdige reizvolle Aufgabe, die Kindereien eines verzogenen Back­fisches zu bekämpfen?"

Er war entschieden nicht dieser Ansicht; aber es gab in einem Winkel seiner Seele eine Stimme, welche dreist be­hauptete: Ja, es iſt eine merkwürdig reizvolle Aufgabe.

Was ihn zunächst am meisten verdroß und mit einer wahren Angst- erfüllte, war die Notwendigkeit, Helene von seinem tollen Wankelmut in Kenntnis zu sehen; auch rang er den ganzen Abend hindurch vergebens mit diesem Ent­schluß und verbrachte infolgedessen eine schlaflose Nacht; er hätte ebenso gern ein zweites Oberlehrereramen bestanden.

Am nächsten Tage aber legte er ihr die schwere Beichte ab und berichtete mit ziemlich erheblicher Wahrheitsliebe die näheren Umstände seines Stimmungswechsels.

Helene sah ihn durchdringend an, ward dann auffallend blaß und sagte nur:

Gott gebe, daß es Ihnen zum Glück ausschlage!" " Mit so einer Gans sollten Sie nicht fertig werden, ver­ehrter Herr Doktor," rief sie, ich bitte Sie! Meine Helene war doch auch ein wildes Pflänzchen und ist es im Grunde noch jezt- Sie kennen sie nicht aber vor Ihnen hat sie einen Heidenrespekt, Sie wissen gar nicht, was für einen! Und nun so eine dumme kleine Pute!"

Und als er gegangen war, sagte sie zu ihrer Tochter:

Ich weiß wirklich nicht, warum du dich so gefürchtet hast, Lenchen; und wenn er sie wirklich nicht zur Vernunft bringt, ist das Unglück auch noch nicht so groß. Seine Tertianer sind schon viel zu gut gezogen, die revoltieren nicht mehr. Sie haben zu großen Respekt vor seinem Schießen."

Ach, wenn es nur das wäre!" sagte Helene geheimnisvoll und trocknete heimlich eine Träne. Dann ging sie hinaus auf den Hof und vollführte eine Kanonade, als ob es der Stadt eine gewonnene Schlacht zu verkünden gälte. ( Fortsetzung folgt.),

Es hat mir Einer was versprochen, Hat's aber nicht gehalten.

Mich hat es nicht zerbrochen, Daß seine Worte nicht galten. Ich sollte denken,

Ihn muß es tiefer kränken.

Dienstmädchen sind knapp".

Humoreske von Mar Hirschfeld. ( Nachdruck verboten.) Oberlehrer Müllers waren ins Bad gefahren, Mann, Frau und Kinder und zwar mit um so lebhafterer Genug­tuung, als es dem Herrn Oberlehrer Müller gelungen war, über die vier Wochen Ferien hinaus noch einen zwei­wöchentlichen Urlaub zu erhalten. Da aber das Bad nicht allzu entfernt war und der Oberlehrer es für wahrscheinlich hielt, daß seine Anwesenheit in der Stadt während des Ferienaufenthaltes irgend einmal wünschenswert oder not­wendig sein werde, andererseits auch aus Furcht vor Dieben und vor Staub, beschloß man, Elvira, das Dienstmädchen, -die Küchenfee hatte unbarmherzig die Umwandlung ihres Namens in Jette abgelehnt in der Wohnung zurückzu­lassen. Nach einigem Parlamentieren erklärte sich Elvira damit einverstanden. Da ereignete es sich, daß die bisher leergebliebene Wohnung gegenüber Oberlehrers von den Damen Jenny und Laurette Wegner bezogen wurde. Auch hier können die Vornamen vielleicht zu falschen Mut­maßungen verleiten und so sei es denn sogleich gesagt, daß es sich um zwei ältere ledige Damen, zwei Schwestern im Alter von 45 und 50 Jahren handelte.

Na, ihr habt ja Nachbarn bekommen," ſagte eines Tages eine Kollegin vom dritten Stock zu Elvira.

Ja, ich habe die alten Schachteln beim Einzuge vom Fenster aus gesehen," lautete die Antwort, im übrigen gehen sie mich ja nichts an."

" Wer weiß, welch' ein Dienstmädchen die uns anbringen

werden!" meinte die Freundin.

" Sie sehen gar nicht danach aus, als ob sie ein Dienst­mädchen nehmen werden," entgegnete Elviva, die Nase rümpfend.

" doch! Der Portier sagte, sie seien steinreich und hätten einen großen Koffer mit alten Strümpfen ange­füllt-"

,, Was ist denn dabei?"

" Ja, aber jeder dieser Strümpfe ist mit Talern gefüllt." ,, Ach, wenn ich die beerben könnte," seufzte Elvira, welche nie mit ihrem Lohn auskommen konnte.

Nun," schlug die andere vor, so gib doch deine Stellung bei Oberlehrers auf und tritt bei den beiden Alten ein. Viel leicht setzen sie dich wirklich zum Erben ein."

Elvira wollte die Sache nicht aus dem Kopfe gehen, all­mählich reifte ein kühner Plan in ihrer Seele. Wie wäre es, wenn sie, ohne den Monatslohn und das Kostgeld bei Ober­lehrers aufzugeben, sich wenigstens für die Ferienzeit bei den beiden Damen drüben vermietete, so daß sie drüben außer der Kost noch einen zweiten Monatslohn einstreichen

fönnte?

Dabei gab es fast gar nichts zu bedenken. Um einmal ein bischen Staub zu wischen, konnte sie wohl unbemerkt in die gegenüberliegende Wohnung schlüpfen und vor Rück­kehr der Oberlehrerfamilie fand sich wohl ein großer Bank, um ganz plößlich aus dem Dienste der beiden alten Fräu­lein entfernt zu werden.

So kleidete sie sich denn gleich am nächsten Morgen nach ihrer Unterredung mit der Freundin zum Ausgehen an, und nachdem sie den Schlüssel von der Oberlehrerwohnung ge­zogen, klopfte sie drüben, bis geöffnet wurde.

,, Verzeihen Sie, ich hörte, Sie wollten ein Dienstmäd­chen mieten­

Fünf Minuten nach dieser Einführung war der Handel geschlossen. Elvira bezog denselben Lohn wie bei Ober­lehrers und stand nun im Dienste der beiden Fräulein. Die Dienstmädchen im Hause amüsierten sich köstlich über diesen Sachverhalt, besaßen aber zu viel Korpsgeist, als daß sie ihren Herrschaften ein Wörtchen davon verraten hätten.

Die Ferien waren zu Ende, und nun begannen iene zwei

Wochen, welche der Oberlehrer extra als Urlaub erhalten hatte. Da aber wollte das Unglück für Elvira, daß der Stellvertreter des Oberlehrers Müller erkrankte und dieser telegraphisch aus dem Bade zurückberufen wurde.

Der Oberlehrer wunderte sich, als er Elvira nicht in der Wohnung vorfand und diese erhielt erst mehrere Stun­den nach seiner Ankunft durch den Portier Kenntnis von der selben.

Was nun? Sollte sie bei ihren alten Damen nun die Katastrophe herbeiführen? Nein, Elvira besaß eine edle, be­neidenswerte Dreistigkeit und hielt sich für flug genug, um für eine kurze Zeit von vierzehn Tagen zweien Herren dienen zu können.

Diese Doppelrolle führte sie auch ein paar Tage glücklich durch, was ihr um so leichter wurde, als der Oberlehrer größtenteils entweder in der Schule war, oder bei der heißen Witterung im Sommergarten Bier trank. Sam er dann abends nach Hause und mußte eine Zeitlang warten, bis Elvira endlich erschien, so gab sie auf seine Vorwürfe auf­gebracht zur Antwort, ein armes Dienstmädchen, das sich tagsüber schinde, wolle auch einmal frische Luft schöpfen.

Zwischen den beiden Schwestern Jenny und Laurette bestand jenes Verhältnis, wie es oft bei älteren ledigen Damen vorkommt, bei denen die eine einige Jahre jünger ist als die andere. Fräulein Jenny behandelte ihre jüngere Schwester Laurette kaum anders wie einen Backfisch. Dieser Backfisch von 45 Jahren kam nun eines Tages mit rotent Gesicht und gesenkten Augen aus dem Korridor in die Stube hineingestürzt.

Jenny, denke dir, was ich gesehen habe-"

,, Sprich, mein Kind, was ist es?" fragte Jenny, die Arme um ihre etwas korpulente Schwester schlingend.

,, Du weißt, wir haben drüben das Schild gelesen: Müller, Oberlehrer!" Dieser Junggeselle natürlich ist es ein Junggeselle, hat denke dir diese Schändlichkeit - unsere arme Elvira verführt"

,, Laurette, meine Kind, bedenke, was du sprichst!"

Aber ich schwöre dir, ich habe nicht einmal, nein, drei­mal bereits Elvira in die Wohnung des Oberlehrers hinein­gehen und herauskommen sehen, und sie tat es mit so auf­fallender Heimlichkeit und Angst, daß mir schließlich jeder Zweifel geschwunden ist.

Empörend!" entgegnete Jenny. Nun, es schickt sich für dich nicht, daß du dergleichen Dinge beobachtest, fortan werde ich die Sache in die Hand nehmen."

Würdevoll schritt sie in die Küche, in welcher sich das vielseitige Dienstmädchen befand.

,, Elvira, ich habe mit Ihnen etwas Ernstes zu besprechen. Ich glaube, Sie werden mich verstehen, wenn ich sage, daß es sich um den Oberlehrer Müller drüben handelt."

Elvira sank das Herz wesentlich tiefer. Ihr Geheimnis war also heraus. Von dem schnöden Verdacht der beiden alten Damen hatte sie keine Ahnung. Ihr böses Gewissen sagte ihr, daß es sich nur um den doppelten Dienst handeln könne. Aber die bereits erwähnte Dreistigkeit verließ sie nicht.

Also Sie wissen, gnädiges Fräulein? Und was nun?" Schämen Sie sich, daß Sie mir gegenüberſtehen können, ohne nur einmal zu erröten. Ich habe mir bereits überlegt, Elvira, was zu tun ist; ich werde mit dem Geistlichen unseres Bezirks sprechen."

Wollen Sie vielleicht beichten, gnädiges Fräulein?"

,, Elvira, eine solche Unbußfertigkeit ist mir noch nicht vorgekommen. Nein, Sie sollen beichten, oder vielmehr, woran noch mehr liegt, Sie sollen diesen skandalösen Lebens­wandel aufgeben."

Na, so schlimm ist es doch am Ende nicht, gnädiges Fräulein, wegen der 50 Mark, die ich dadurch mehr kriege"

Also bezahlen lassen Sie sich auch noch," fiel die alte Dame ein, die Hände zusammenschlagend, es ist schändlich, ich finde gar keine Worte."

Damit entfernte sich Fräulein Jenny aus der Küche. Während sie noch nach ihrem Umhang suchte, um sich für den beabsichtigten Besuch vorzubereiten, kam ihr plötzlich ein anderer Gedanke. Wie, wenn sie dem Oberlehrer drüben ins Gewissen redete? Als gebildeter Mann würde er sicherlich einsehen, wie gefährlich das böse Beispiel sei, das er im Hause gebe.