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den 30. Januar
Familion
1904
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Nr. 5.
H.RIFFARTH
Seifenblasen
1904.
Wöchentliche Beilage für die Abonnenten der„ Gießener Deuesten Nachrichten".
Der rechte Fleck.
An dem Brunnen steht ein Bursch
Bei dem Mägdelein;
Schweigend schaut er immerfort
Ihr ins Aug hinein.
Schelmisch da die schmucke Dirn| Gleich füßt auf den roten Mund
Zu dem Burschen spricht:
Du hast auf dem rechten Fleck Deinen Mund wohl nicht?"
Cief gekränkt.
Da der Bursch sie keck Und da hat er denn den Mund Auf dem rechten Fleck!
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EN DAM
Freund des Hauses:„ Ach welch' allerliebster Bengel..." Mutter( beleidigt);„ Sie klagen doch stets über Mangel an Zeit! Bei Weglassung des" B" wär' Ihnen welche erspart und das Kind richtiger bezeichnet worden!"
Degrußen inn aber auch um seiner vorausparen weaven Wirkung willen. Durch die Nachprüfung der erlassenen Haftbefehle gewinnt die Justizbehörde einen besseren Ueberblid über die Praxis der Untersuchungsrichter als seither und diese selbst werden in Zweifelsfällen Bedenken tragen, eine Verhaftung zu verfügen, die unter Umständen zu einer Ersappflicht des Staates und einer Kontrolle über ihre persönlichen Qualifikationen führen kann.
Nach Südwestafrika!
Der neue Truppentransport für Südwestafrika ist unterwegs. Unter dem 30. Januar wird aus Hamburg gemeldet: Die zur Abfahrt mit dem Dampfer„ Adolph Wörmann" bestimmten Truppen für Deutsch- Südwestafrika sind heute früh 6½ Uhr hier eingetroffen und am Bahnhofe auf Kosten des Senats bewirtet worden. Von dort wurden die Truppen nach dem Peterskai gebracht, wo die Einschiffung an Bord des Dampfers erfolgte. Gegen 10% Uhr erschien der Kommandierende General des 9. Armeekorps Generalleutnant b. Bock und Polach an Bord des Dampfers zum Abschied von den Truppen. Gegen 12 Uhr verließ der Dampfer„ Adolph Wörmann" unter lebhaften Kundgebungen der ausreisenden Mannschaften und der am Kai versammelten Menge den Hafen.
F& D B
Scblaumeier.
( Nachdruck verboten.)
&. Andy
1/24
Darfst Du?"
A. Ich geh' in den Zirkus, geh' mit!" B.: Meine Frau leidet es nicht. A.:„ Jawohl!"
B.: ,, Du Glücklicher. Wie hast Du das angefangen?"
A.:„ Ich hab' nicht gefragt!"
kommen pflegt: der nächste Tag, die nächste Stunde kann anders und ernster lautende Meldungen, ja kann selbst die Kriegserklärung bringen.
Was drängt Japan zum Kriege?
13. Jahrgang
etionspreis: Die einspaltige Petitzelle für ganz Ober die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 B Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
tion und Expedition: teßen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362.
ichten
ießener Zeitung)
ir Gießen und Umgebung Behörden von Oberhessen.
kanzler, der im Reichsanzeiger veröffentlicht wird. : hebt hervor, daß alle Stände, Alt und Jung, gehaben, ihm ihre Freude über seine glückliche Geszusprechen. Er sei durch diese Aeußerungen treuer ? und liebevoller Anhänglichkeit hoch beglückt id spreche allen Gratulanten seinen wärmsten Dant lance( Gott der Herr mir Leben und Gesundheit so schließt er werde ich nicht aufhören, meine den Dienst des Vaterlandes zu stellen und auf das en des deutschen Volkes in allen seinen Schichten en von Herzen bedacht zu sein."
einer endgiltigen Aussöhnung des Hauses Cumit dem deutschen Kaiserhause weiß ein Münchener ielden. Die Aussöhnungsbestrebungen seien soweit daß die bevorstehende Hochzeit des Großherzogs nburg- Schwerin mit der Prinzessin Alexandra für Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem Herzog Ernst : Gelegenheit abgeben werde. Der erfolgreiche zwischen den beiden so lange sich entfremdet geeutschen Fürstenhäusern war fein anderer als der ig Christian von Dänemark. Der alte König von dem man weiß, daß er einer der aufrichtigsten er des Kaisers ist, soll überfroh sein, daß es ihm n dieser schwierigen Frage mit Erfolg zu ver=
h Kabinettsorder haben die Gewerbe- Inspektionsden Titel„ Gewerbereferendare", die Gewerbesassistenten den Titel„ Gewerbeassessoren" er
Anlaß des Thronwechsels in Anhalt steht eine evor, welche dem Vernehmen nach einen Strafie Strafen bis zu drei Jahren enthält. Zwist zwischen der deutschen Aerzteschaft und den jen wird, wie vorauszusehen war, durch die BeLeipziger Krankenkassentages nur noch heftiger erden. Schon jeßt sieht man die Wirkung der chen Leipziger Resolution in dem zielbewußten schluß zwischen den bisher getrennt marschierenhen Interessentengruppen, wie er allerorten zuSelbst in Berlin, wo der Boden für die AbKassenvorstände bisher noch am günstigsten war, den Appell an ihre Kollegialität hin sämtliche › die bereits auf 5 Jahre eingegangenen Vern den Kassen gegenüber rückgängig gemacht. Eine zufriedenstellende Lösung der Frage ist im Interranken recht bald herbeizusehnen, um so mehr, Ankündigungen des Grafen Posadowsky die sicherung immer weiter ausgedehnt zu werden Der Staatssekretär erkannte die Berechtigung mtboten und der ländlichen Arbeiter, an den Wohl, taten der Versicherung teilzunehmen, im Prinzip vollkommen an. Wenn sich aber schon jetzt bei den städtischen Kassen diese Mißhelligkeiten herausstellen, wie soll es erst auf dem Lande werden, bei den erschwerten Verkehrsverhältnissen, die höhere Aufwendungen unabweislich nötig machen?!
Man war und ist der Ansicht, Japan könne gar nicht Krieg gegen Rußland führen, weil es kein Geld habe. Dieser Ansicht tritt soeben der Militärschriftsteller Major v. Bruchhausen entgegen. Manchmal sei gerade die Ebbe in der Kriegskasse der Grund für eine schleunige Kriegserklärung. So schlug Serbien im Jahre 1885 trok völligen Geldmangels gegen Bulgarien los, weil es ihm an dem nötigen Kleingeld zur Aufrechterhaltung der kostspieligen Kriegsbereitschaft fehlte. Also gerade dieser Ebbe wegen. In eine ähnliche Zwangslage könnte Japan geraten sein. Wie viele Millionen hat es nicht schon der Kriegsmöglichkeit geopfert! Seit Monaten sind die Urlauber zu den Fahnen eingezogen, die Arsenale sind in fieberhafter Tätigkeit. Zwei neue Kreuzer wurden gegen Barzahlung im Auslande gekauft; von dort bezog man auch große Getreide und Kohlenvorräte. Der Handel stockt. Der Wohlstand und das Gedeihen des Landes leiden unter dem lähmenden Kriegsdruck. So sieht sich Japan- ganz abgesehen von seinen starken foreanischen Interessen in die Lage eines Kaufmannes verseßt, der sich in einer Unternehmung derart festgelegt hat, Er daß ihr Aufgeben seinen finanziellen Ruin bedeutet. muß sie durchbiegen, wenn sein Tun auch einem Va- banqueSpiel gleicht. In bezug auf I apan kann obendrein von einem solchen Spiele gar nicht die Rede sein. Das Land hat gute Erfolgschancen für sich: ein gerüstetes, in seinem militärischen Werte nicht zu unterschäßendes Landheer und eine schlagfertige, einheitlich zusammengesezte, moderne Flotte. Gerade jetzt hasardiert Japan am wenigsten, menn es in den früher oder später anscheinend unvermeid
A Nimmt der Bolkswohlstand in Dentschland ab oder zu? Diese Frage ist so alt wie die Forderung nach sozialen Gesegesmaßnahmen. Eingehende Berechnungen berufener Stellen haben ergeben, daß der Wohlstand des deutschen Volkes im Wachsen begriffen sei. Folgende Zahlen mögen die vorstehende Behauptung illustrieren: 1902 waren in den Städten einkommensteuerfrei, weil das Einkommen den Betrag von 900 Mk. nicht überschreitet, 50,80%, 1903 nur 48,78%, auf dem Lande 1902 67,04%, 1903 nur 66,85%, also insgesamt 1902 59,66%, 1903 nur 58,92%. Gegenwärtig haben also bereits über zwei Fünftel der Bevölkerung ein Einkommen von 900 Mt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß zu dem Reste von 58,92%, dessen Einkommen über 900 Mt. nicht hinausgeht, ohne Zweifel noch eine große Anzahl von Personen gehört, die durchaus nicht den unbemittelten Schichten zuzurechnen sind, so z. B. Söhne und Töchter wohlhabender Bauern, die in fremder Haus- und Landwirtschaft ein eigenes, aber 900 Mk. nicht überschreitendes Arbeitseinkommen erwerben, oder Kinder reicher Leute, die ein eigenes, der Verfügung des Familienoberhauptes nicht unterliegendes Zinseinkommen bon nicht mehr als 900 Mk. besitzen. Es sei noch hervorgeben, daß der Teil der Bevölkerung mit über 3000 Mt. Einfommen ebenfalls im Wachsen ist; so waren in der Gesamtbevölkerung 1903 4,36% gegen 4,34%, in den Städten 7,37% gegen 7,39%, auf dem Lande 2,01% gegen 1,99% im Vorjahre.
Die Chancen der militärischen Operationen lassen sich an nachstehendem Situationsbilde ermessen: Windhuf ist gegen Norden abgeschnitten, Okahandja von allen Seiten und ebenso Otjimbingwe. Bis Karibib sind die Deutschen Herren der Bahn, aber Regengüsse und die da= durch hervorgerufenen Ueberschwemmungen haben im Tal des Khanflusses die Stred zerstört. Der Kommandant des Habicht" hofft bis Anfang Februar die Linie wiederherlichen Krieg mit Rußland tritt. Seine Machtmittel werden stellen zu können, eventuell will er aber auch zu Fuß vorrüden. Vielleicht wäre es angebracht, da nach des Oberleutnants v. Bülow legten Meldungen Okahandja noch einige Zeit gehalten werden kann, zu warten, bis der am 3. Februar in Swakopmund eintreffende Verstärkungstransport angelangt ist. Windhuk ist nach sachverständigem Urteil für die Aufständischen als uneinnehmbar zu betrachten und mit 230 Gewehren genügend verteidigt, trotzdem das Fehlen der Geschütze vor dem groot roer" haben die Eingeborenen beillose Anast natürlich schmerzlich em=
nach menschlicher Voraussicht im Laufe der kommenden Jahre nicht in dem Maße wachsen wie die Rußlands im fernen Osten. So ist es dem vielfach überschäßten aber in letter Zeit auch viel verlästerten- Inselvolke nicht zu verdenken, wenn es losschlägt.
Die Politik.
A Den Dank des Kaisers an sein Volk für die Kundgebungen au Kaisersaeburtstag bringt folgender Erlak an
Italien.
Der Führer der jüdiſch- zionistischen Bewegung, Dr. Theodor Herzl aus Wien, weilt gegenwärtig in Rom, wo er nicht bloß vom König, sondern auch vom Papst empfangen wurde. Papst Pius zeigte lebhaftes Interesse für die Bestrebungen des Zionistenführers.
Russland.
Die Russifizierung Finlands wird mit allen erdenklichen Gewaltmaßregeln fonsequent durchgeführt. Der russische Gouverneur General Bobrikoff läßt sich keine Gelegenheit entgehen, den Finländern nachdrücklich und in beleidigendster Form zu zeigen, daß es mit jedem Restchen der alten Selbstverwaltung ein für allemal vorbei ist. Seti


