Ausgabe 
30.1.1904 Zweites Blatt
 
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jo das Leben und Treiben hier darzustellen. Unser Bild ist natür­lich an einem Wochentage auf­genommen, Sonntags ist es wegen der Menge der Läufer kaum angängig.

Der Walfifchfang in Norwegen

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Die nordischen Wale Finnfifche werden hauptsächlich deswegen gejagt, weil sie die ge­fährlichsten Feinde der Hering­find. Ein einziger dieser Riesene male verschlingt an einem Tage mehr Fische, als ein Herings­fänger mit feiren Negen fangen fann. Da die Finnfische oft in großer Zahl auftreten, fann man sich eine Vorstellung davon machen, welchen Schaden diese Tiere den norwegischen Fischern, die zum größten Teil vom Heringsfang leben, zufügen. In Staaiö be­findet sich eine Station, welcher die Walfischjago alle Jahre planmäßig mit besonders geschultem Personal ausgeübt wird. Ein kleiner, aber sehr manövrierfähiger Dampfer wird fachgemäß ausgerüstet, mit Pro­viant für einige Tage versehen und in die offene See geschickt. Schon in der Entfernung einer Seemeile sind die Wale sichtbar, denn durch eine Deffnung ober­halb des Kopfes schleudern sie unter weithin hörbarem Getöse in einem Strahl von vier Meter Länge die Wassermassen wieder hinaus, die sie während des Schwimmens aufnehmen. Kaum hat der Führer des Schiffes die Liere gesichtet, als auch schon die Walfänger sich zu ihrer Tätigkeit oorbereiten. Eine Harpune, in Gestalt eines langen Speeres, mit einem fräftigen Widerhaken an der Spize versehen, ist an

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Der Schiefe Turm von Bologna.( Photographische Aufnahme.)

Winter im Berliner Tiergarten( Photographische Aufnahme.)

Uhr hier eingetroffen und am Bahnhofe auf Koſten des Senats bewirtet worden. Von dort wurden die Truppen nach dem Peterskai gebracht, wo die Einschiffung an Bord des Dampfers erfolgte. Gegen 10% Uhr erschien der Komman­dierende General des 9. Armeekorps Generalleutnant b. Bock und Polach an Bord des Dampfers zum Abschied von den Truppen. Gegen 12 Uhr verließ der Dampfer Adolph Wörmann" unter lebhaften Kundgebungen der ausreisenden Mannschaften und der am Kai versammelten Menge den Hafen.

einem 40-50 Meter langen Tau befestiat, letteres befindet sich auf einer Rolle an dem vorderen oder hinteren Teil des Schiffes. So­

bald der Wal sich in Wurfweite dem Schiffe genähert hat, schleu. dert der Harpunier mit aller Kraft seine Harpune nach dem Rücken des Tieres, hat der Speer sein Ziel erreicht, dann dringt die Harpune durch die eigene Schwere und durch die Wucht des Wurfes sehr tief ein, denn das unge heure Fettpolster, namentlich auf dem Rücken der Walfische leister wenig Widerstand. Kaum fühlt sich das Tier verlegt, als es mir Bligesschnelle untertaucht. Hierauf ist die Mannschaft vorbereitet, denn damit bei der Schnelligkeit des Untertauchens das Tau nicht anbrennt oder reißt, wird die Rolle sofort mit Wasser begossen. Nach ca. 9 Minuten fommt der Wal wieder an die Oberfläche und wird dann, da der Widerhaken an der Harpune ein Herausgleiten der selben verhindert, aufs Schiff ge zogen und durch Beilhiebe ge­tötet. Diese Arbeit ist die schwie­rigste und gefährlichste, denn ge­rade der Finnfisch verteidigt sich und seine Genossen aufs mutigste durch Schläge mit der mächtigen Schwanzfloffe. Nicht selten ist auf diese Weise ein Walfisch, fänger- Dampfer gesunken. Die Finnfische sind 25 Meter lang und liefern nächst Thran Fisch. bein, welches aus den 3-400 im zahnlosen Munde befindlichen Bartenreihen

gewonnen wird. Unsere Bilder zeigen: die Wal­fängerstation, im Vordergrnnde Knochenüberreste der Fische, den Dampfer Dunfan- Gren mit zwölf Walen in Skaaro, und einen großen Finnmal und Seimal am Strand in Staaró.

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13. Jahrgang.

einspaltige Petitzelle für ganz Obert and Marburg 10 Pfg. fonft 15 B Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. ingslifte No. 3269.

on: Gießen, Seltersweg 88 chanschluß Nr. 362.

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I und Umgebung on Oberhessen.

teichsanzeiger veröffentlicht wird.

alle Stände, Alt und Jung, ge­Freude über seine glückliche Ge­ei durch diese Aeußerungen treuer Anhänglichkeit hoch beglückt ratulanten seinen wärmsten Dant Herr mir Leben und Gesundheit werde ich nicht aufhören, meine aterlandes zu stellen und auf das Volkes in allen seinen Schichten edacht zu sein."

Aussöhnung des Hauses Cum­Kaiserhause weiß ein Münchener öhnungsbestrebungen seien soweit hende Hochzeit des Großherzogs mit der Prinzessin Alexandra für Wilhelms mit dem Herzog Ernst geben werde. Der erfolgreiche den so lange sich entfremdet ge== infern war fein anderer als der on Dänemark. Der alte König , daß er einer der aufrichtigsten , soll überfroh sein, daß es ihm Jen Frage mit Erfolg zu ver=

haben die Gewerbe- Inspektions­verbereferendare", die Gewerbe­

Titel Gewerbeassessoren" er­onwechsels in Anhalt steht eine 1 Vernehmen nach einen Straf­drei Jahren enthält.

er deutschen Aerzteschaft und den rauszusehen war, durch die Be­fenfassentages nur noch heftiger ezt sieht man die Wirkung der Resolution in dem zielbewußten en bisher getrennt marschieren­igruppen, wie er allerorten zu­in, wo der Boden für die Ab­bisher noch am günstigsten war, ihre Kollegialität hin sämtliche f 5 Jahre eingegangenen Ver­enüber rückgängig gemacht. Eine Lösung der Frage ist im Inter­d herbeizusehnen, um so mehr, des Grafen Posadowsky die weiter ausgedehnt zu werden cetär erkannte die Berechtigung ndlichen Arbeiter, an den Wohl nehmen, im Prinzip vollkommen jetzt bei den städtischen Kassen stellen, wie soll es erst auf dem werten Verkehrsverhältnissen, die bweislich nötig machen?! stand in Deutschland ab oder zu? die Forderung nach sozialen Ge­nde Berechnungen berufener der Wohlstand des deutschen fen sei. Folgende Zahlen mögen illustrieren: 1902 waren in den i, weil das Einkommen den Be­erschreitet, 50,80%, 1903 nur ve 1902 67,04%, 1903 nur mt 1902 59,66%, 1903 nur Seyenwurtig haben also bereits über zwei Fünftel der Bevölkerung ein Einkommen von 900 Mt. Da­bei ist zu berücksichtigen, daß zu dem Reste von 58,92%, dessen Einkommen über 900 Mt. nicht hinausgeht, ohne Zweifel noch eine große Anzahl von Personen gehört, die durchaus nicht den unbemittelten Schichten zuzurechnen sind, so z. B. Söhne und Töchter wohlhabender Bauern, die in fremder Haus- und Landwirtschaft ein eigenes, aber 900 Mr. nicht überschreitendes Arbeitseinkommen erwerben, oder Kinder reicher Leute, die ein eigenes, der Verfügung des Familienoberhauptes nicht unterliegendes Zinseinkommen bon nicht mehr als 900 mf. besißen. Es sei noch hervorge­hoben, daß der Teil der Bevölkerung mit über 3000 Mt. Ein­fommen ebenfalls im Wachsen ist; so waren in der Gesamt­bevölkerung 1903 4,36% gegen 4,34%, in den Städten 7,37% gegen 7,39%, auf dem Lande 2,01% gegen 1,99% im Vorjahre.

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Millionen hat es nicht schon der Kriegsmöglichkeit geopfert! Seit Monaten sind die Urlauber zu den Fahnen eingezogen, die Arsenale sind in fieberhafter Tätigkeit. Zwei neue Kreuzer wurden gegen Barzahlung im Auslande gekauft; von dort bezog man auch große Getreide und Kohlenvor­räte. Der Handel stockt. Der Wohlstand und das Gedeihen des Landes leiden unter dem lähmenden Kriegsdruck. So sieht sich Japan- ganz abgesehen von seinen starken foreanischen Interessen in die Lage eines Kaufmannes versett, der sich in einer Unternehmung derart festgelegt hat, daß ihr Aufgeben seinen finanziellen Ruin bedeutet. Er muß sie durchbiegen, wenn sein Tun auch einem Va- banque­Spiel gleicht. In bezug auf a pan kann obendrein von einem solchen Spiele gar nicht die Rede sein. Das Land hat gute Erfolgschancen für sich: ein gerüstetes, in seinem militärischen Werte nicht zu unterschäßendes Land­heer und eine schlagfertige, einheitlich zusammengesezte, mo­derne Flotte. Gerade jetzt hasardiert Japan am wenigsten, wenn es in den früher oder später anscheinend unvermeid­lichen Krieg mit Rußland tritt. Seine Machtmittel werden nach menschlicher Voraussicht im Laufe der kommenden Jahre nicht in dem Maße wachsen wie die Rußlands im fernen Osten. So ist es dem vielfach überschäßten aber in letter Zeit auch viel verlästerten- Inselvolke nicht zu verdenken, wenn es losschlägt.

Die Chancen der militärischen Operationen lassen sich an nachstehendem Situationsbilde ermessen: Wind­hut ist gegen Norden abgeschnitten, Okahandja von allen Seiten und ebenso Otjimbingwe. Bis Karibib sind die Deutschen Herren der Bahn, aber Regengüsse und die da­durch hervorgerufenen Ueberschwemmungen haben im Tal des Khanflusses die Stred zerstört. Der Kommandant des Habicht" hofft bis Anfang Februar die Linie wiederher­stellen zu können, eventuell will er aber auch zu Fuß vor­rücken. Vielleicht wäre es angebracht, da nach des Ober­leutnants v. Bülow letten Meldungen Okahandja noch einige Zeit gehalten werden kann, zu warten, bis der am 3. Februar in Swakopmund eintreffende Verstärkungs­transport angelangt ist. Windhuk ist nach sachverständigem Urteil für die Aufständischen als uneinnehmbar zu betrach

ten und mit 230 Gewehren genügend verteidigt, trotzdem das Fehlen der Geschütze vor dem groot roer" haben die Eingeborenen beillose Anast natürlich schmerzlich em­

Die Politik.

A Den Dank des Kaisers an sein Volk für die Kund­gebungen au Kaisersaeburtstag bringt folgender Erlak an

Italien.

Der Führer der jüdisch- zionistischen Bewegung, Dr. Theodor Herzl aus Wien, weilt gegenwärtig in Rom, wo er nicht bloß vom König, sondern auch vom Papst em­pfangen wurde. Papst Pius zeigte lebhaftes Interesse für die Bestrebungen des Zionistenführers.

Russland.

Die Russifizierung Finlands wird mit allen erdenk­lichen Gewaltmaßregeln fonsequent durchgeführt. Der rus­sische Gouverneur General Bobrikoff läßt sich keine Gelegen­heit entgehen, den Finländern nachdrücklich und in beleidi­gendster Form zu zeigen, daß es mit jedem Restchen der alten Selbstverwaltung ein für allemal vorbei ift. Seki