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Mung- Bitten
N.Under's
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Adrecht.
Anerkannt bester Bitterlikör!
Man verlange ausdrücklich:
24 Preis- Medaillen! Underberg- Boonekamp.
HÄUSLICHEN
Spruchweisheit.
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marinierten Aal, 100 Gramm gewässerte Sardellen und einen geschälten und ausgegräteten Hering, den man schon einige Stunden vorher in Milch gelegt hat. Dann noch 4-5 Kartoffeln, einen fleinen weichgekochten Selleriekopf, etwas gekochte rote Rüben, einige säuerliche Aepfel, 2 Salzgurken, mischt alles durcheinander, fügt noch eingemachte Perlzwiebeln, 2 Löffel voll Ka= pern dazu und macht das Ganze mit einer gut abgerührten Sauce aus 2 hartgekochten und einem rohen Eigelb, Del, Essig, Senf,
Der ist am glücklichsten, er sei ein König oder ein Geringer, Pfeffer, Salz und der in etwas Milch gequirlten Heringsmilch
dem in seinem Hause Wohl bereitet ist.
Tritten des Wanderers über den Schnee sei ähnlich
dein Leben,
Es bezeichne die Spur, aber beflecke sie nicht
Teilt eure Beit richtig ein! ,, Halt ein die Zeit, und du kommst weit." Dieser Ausspruch wird wenig beachtet und enthält doch eine große Wahrheit, denn viel im Leben hängt davon ab, daß man sich einer richtigen Einteilung der Zeit befleißigt, sonst verfliegt wie jeder Tag das ganze Leben. Manche junge Mädchen, welche nicht durch die Notwendigkeit zum Arbeiten gezwungen sind und noch keine ernſten Pflichten haben, leben so in den Tag hinein, ihnen möchte man zurufen: Benütet die Beit!" Welche Sorgfalt und Mühe, auch wie viele Koſten haben die Eltern eben jener jungen Mädchen angewandt, um ihnen eine gute Ausbildung zuteil werden zu lassen. Haben nun die jungen Mädchen ihr 17. oder 18. Lebensjahr erreicht, so hält man die Ausbildung für vollendet; sie sind erwachsen" und bereit, in die große Welt eingeführt zu werden; die Studien sind beendet, die Bücher werden zur Seite gelegt, die Talente, welche mit Fleiß und Mühe ausgebildet sind, werden vernachlässigt! Und warum dieser Umschwung? Ich habe feine Zeit!" lautet die Antwort. Den ganzen Tag keine Zeit! Mit was sind denn aber die vielen Stunden ausgefüllt? Wie ist der Tag eingeteilt? Man steht spät auf, dann müssen notwendige Besorgungen und Besuche gemacht werden, der Mittag ist da, nachmittags wird erst geruht, dann sind Kränzchen, abends Gesellschaft oder Theater, und der Tag ist ausgefüllt! Was bleibt von veredelnder Nachwirkung in den Herzen der jungen Mädchen, was bleibt von allem Erlernten? Vergessen, vergessen! Das junge Mädchen verflacht. Der Tageslauf der Mädchen auf dem Lande ist wohl anders, aber auch dort, wo die Zerstreuungen der Stadt nicht herantreten, hört man so oft die Antwort: ich habe keine Zeit! Die Mädchen dort gehen oft zu sehr in häuslichen Beschäftigungen auf, die an sich allerdings großen Wert haben, aber auch da wird leicht der Fehler gemacht, daß man zu einseitig wird. Wie ist nun diesem Fehler in beiden Fällen abzuhelfen? Sobald die erwachsenen jungen Mädchen in das Elternhaus zurückkehren, müssen sie eine richtige Tageseinteilung vornehmen und jede Stunde im Tag durch eine regelmäßige Beschäftigung ausfüllen, bei allen häuslichen Arbeiten und Vergnügungen erübrigen sie dann noch ge= nügend Zeit, sich weiter zu bilden, ernſte, gediegene Bücher zu lesen, die Talente zu vervollkommnen und die fremden Sprachen wenigstens durch Lektüre weiter zu üben; allerdings erfordert ein solches Leben Selbstüberwindung, aber es festigt auch den Charakter, und mit Befriedigung sieht man am Abend auf einen so nüßlich ausgefüllten Tag zurück. Langeweile fann nicht einkehren, die Eltern ernten den Lohn für alle Opfer, Sorgen und Mühen, die sie auf die Erziehung und Ausbildung der Kinder verwandt haben, und das junge Mädchen selbst empfindet das freudige Bewußtsein, die Tage, die Gott ihm geschenkt, zu einem tätigen Voranschreiten auf allen Gebieten benutzt zu haben.
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Küche und Keller.
Gesetzte Eier. Man bestreicht eine flache Steingutschüssel mit Butter, gießt ¼ Liter fetten, fauren Rahm hinein, schlägt 6 bis 7 frische Eier vorsichtig darauf, belegt sie mit Sardellenstreifchen, gehackter Petersilie, etwas geriebener Semmel und Flöckchen Butter, stellt die Schüssel auf einen Dreifuß in den mäßig heißen fen und läßt sie so lange darin, bis sich eine gelbe Kruste über den Eiern gebildet hat.
Italienischer Salat. Man schneidet würflig 125 Gramm Kalbsbraten, 100 Gramm gefochten Schinken, 100 Gramm PökelJunge, 100 Bramm Cervelatwurst, 125 Gramm Briden, ebensoviel
an und garniert den Salat mit harten Eiern, geräuchertem Lachs, Pfeffergurken u. s. w.
Humor am Familienfisch. Rätsel. Was ist das? scheulich?
Getrennt mir heilig, vereint ab> nvaliǝqui' nv
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Berechtigter Wunsch. Gattin( wehmütig ihre Gardine betrachtend):„ Ach ja! Das rauchlose Pulver haben sie nun glüclich erfunden. Wenn doch nun Einer auch die rauchloſen Zigarren erfinden wollte!
Praktische Winke.
Gefrorene Fenster aufzutauen. Will man gefrorene Fensterscheiben schnell auftauen, so löst man in Waſſer Kochsalz auf, taucht einen Schwamm hinein und wäſcht die gefrorenen Scheiben_damit ab.
Wie man Wollenstoffe prüft. Um Wollenstoffe auf ihre Echtheit zu prüfen, fädelt man eine kleine Probe der Länge und Breite nach auf und verbrennt die Faden einzeln am Licht. Baumwoll-, Hanf oder Leinenfaden verbrennen ganz mit heller Flamme, während echte Wollfaden schlecht brennen und an der Spitze eine Kleine, schwammige Kohle bilden.
Druckflecke im Sammet erhalten ihre vorige Richtung wieder, wenn man den Sammet mit einem Stocke auf der unteren Seite klopft und die Faden in entgegengesetzter Richtung mit einem Schwamme überstreicht. Ist diese Behandlung ohne Erfolg, so nimmt man ein Stückchen Speckschwarte, wiſcht mit einem reinen Tuch von der Fettseite alle anhängenden fetten Teile weg, schneidet die Speckschwarte in der Größe des Druckfleckes, legt sie darauf, beschwert sie mit einem dünnen Buche und läßt sie so einige Tage liegen. Die Faden des Sammets saugen die unmerkliche Ausdünstung der Speckschwarte ein, schwellen davon auf und erhalten ihre Elastizität wieder.
Behandlung der Kanarienvögel.
Mit der Kanarienvogel- Zucht beschäftigt man sich hauptsächlich im Harz, in Tirol, in der Gegend des Schwarzwaldes und in Thüringen. Der Kanarienvogel hat ſeinen Namen von seiner Abstammung aus den Kanarischen Inseln, kann bis 20 Jahre alt werden, verliert aber im Alter viel von der Schönheit seiner Farben, bekommt das Podagra, den Durchfall, eine zerrissene Haut, wird blind, verliert die Krallen und Stimme. Er liebt die Reinlichkeit, helles Tageslicht, Sonnenwärme, welche ihm namentlich beim Baden sehr wohltätig ist, kann wohl friche Luft, doch durchaus keine Zugluft vertragen, und es ist daher eine wahre Grausamkeit, den Kanarienvogel vor das offene Fenster oder gar den Käfig im Freien an der Mauer aufzuhängen. Der Käfig darf nicht zu klein sein, muß genügend Springhölzer haben, und der Boden desselben soll stets mit reinem Sand bestreut werden. Man füttert ihn mit Sommerrübsen, unter den man etwas Kanariensamen, Hafergrüße und gequetschten Hanf mischt. Zucker ist ihm nachteilig, hingegen bekommt ihm grünes Vogelfutter, wie Mäusedärmchen, Kreuzwurz, Kohl und Salat, öfter gegeben, sehr gut, auch während der Mauserzeit täglich ein paar frische Ameiseneier. Das Wasser zum trinken und baden muß jeden Tag frisch gegeben werden, doch darf es nicht zu kalt sein, denn die meisten Krankheiten der Kanarienvögel entstehen dadurch, daß sie zu kaltes Wasser zum baden und trinken bekommen. Namentlich im Winter und während der Mauserzeit sollen sie nur Wasser erhalten, das schon 1 bis 2 Stunden im warmen Zimmer oder Raum gestanden hat. Sehr empfiehlt es sich, in das Trinkwasser einen ſtumpfen Nagel zu legen.
Nr. 22.
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Freitag, den 29. Januar
1984:
Oberhessische Familienzeitung.
Tägliche Unterhaltungs- Beilage
der
Gießener Neueste Nachrichten.
Bend and Berlag bes Olebener Beringsbruderet, vorm. Wilh. Reller'schs Buchbrucezet( gegz. 1789); st: Ribin@lelm
( 19. Fortsetzung.)
Der Beuge.
Roman von Marie Bernhard.
Dazwischen schwingen sich gefallsüchtige Teemädchen hin und her, den geschmeidigen Oberkörper im Takt wiegend; aus ihre dunklen Augen flammen herausfordernde Blicke zu den hochgewachsenen blonden Männern herüber, die über das Meer nach dem„ Sonnenaufgangslande" gekommen sind, um hier Gold zu erwerben, aber doch auch, um Gold aus zugeben! Das wollen ihnen die Japanerinnen gern leicht machen, und sie sind allermeistens hübsch, die japanischen Mädchen, weit ansehnlicher, als die Männer, sie besitzen eine ungeſuchte Anmut der Bewegungen, ein äußerst belebtes, bewegliches Mienenspiel und faſt durchweg den kleinen, vollen, kirschroten Mund mit den reizenden, frischen Perlzähnchen, wegen deren die Japanerin ſprichwörtlich geworden ist. Leider schreibt die Sitte des Landes es vor, daß die verheirateten Frauen sich unmittelbar nach der Hochzeit die Zähne schwarz färben und die Augenbrauen kahl abscheren, was nach europäiſchen Begriffen natürlich sehr häßlich aussicht. Es ſteckt in den Japanerinnen ein gut Teil Koketterie, das ist an dieſem Frühlingsfest zu Uyeno besonders deutlich zu sehen,
das liebelt und kichert und äugelt über das Shamisen oder über die Sake- Taſſen, die fleißig die Runde machen, hinweg nach beinah allem, was jung und männlich ist, und die englischen und französischen Antworten, die auf die galanten Redensarten der Fremden erwidert werden, fallen nicht selten amüsant und wißig aus, abgesehen davon, daß sich die fremde Sprache in so schönem Munde ganz eigen tümlich reizvoll ausnimmt.
Hellmut Norden hat seiner Begleiterin den Arm geboten, damit sie ihm in diesem Gedränge nicht abhanden fommt, und sie hat ihre Hand leicht auf seinen Arm gelegt. So mit Hilda durchs ganze Leben wandeln denkt Hellmut- er ihre Stüße, ſie ſeines Herzens größtes Kleinod, blauen Himmel über sich, Sonnenschein und Blütenpracht um sie her, vor ihnen ein reiches, schönes, durch redliche Arbeit und heiße Liebe ausgefülltes Leben! Aber nicht voreilig die Hand nach diesem höchsten Preise ausstrecken, um Gottes willen nicht! Sie schäßt die Männer gering, die nur um ihrer Schönheit willen begehrlich nach ihrem Besitz streben, die nichts von ihrer Seele, von ihrem innern Leben wissen wollen... und, wahrlich, sie hat tausendmal recht! Also heißt es, sein zitterndes, überwallendes Herz festhalten, sich und das ist recht nicht hinreißen lassen vom Augenblick, schwer, denn der Augenblick ist verführerisch! Wie sein guter, liebevoller Vater sich freuen wird, wenn er_es_erfährt, daß ſein Sohn dies schöne Mädchen liebt! Er sieht gedrückt und verstimmt aus, Norden senior, zerstreut geht aber wenn er die sein Blick über all den Jubel hinweg große Neuigkeit erfährt, wird das anders werden, und sein Hellmut, der so überreich, so glückselig ist, wird ihm nichts von seiner Sohnesliebe entziehen, im Gegenteil, er wird sie verdoppeln im Vollbewußtsein seines einzig schönen Glückes!
Hilda Ermshagen, obschon von dem Wohlgefühl beseelt und getragen, an Hellmuts Arm zu gehen, hatte dennoch weit mehr Aufmerksamkeit für die Außenwelt als er. Sie gewahrte die bewundernden und aufmunternden Blicke, welche von allen Seiten auf ihren Begleiter fielen, das Aufsehen,
( Nachdruck verboten.)
welches seine blonde Schönheit erregte. Die Japanerinnen schwenkten unternehmend ihre buntfarbigen Fächer, welche in diesem Lande mehr als anderswo ihre eigene beredte Sprache haben, fleine, zierliche Hände ordneten gefallsüchtig die Muſſelin- und Seidenfalten der losen Obergewänder, und die jungen Japaner sahen auf die lachenden Schönen und den stolzen Fremden. Er aber, dem all dies galt, gab auf nichts acht, den Kopf hochgehoben, glückstrahlend und zugleich träumerisch lächelnd, schritt er leicht und sicher durch das Volksgewühl. Schön war es hier, Hilda fühlte ein erhöhtes Daseinsgefühl in ihrem Herzen emporfluten, die seltsame Umgebung, die fremdartige Musik, der goldene Sonnenschein, der sich durch die Blütenbäume ſtahl, die Lust auf allen Gesichtern es erfüllte sie wie ein fröhlicher Rausch, sie war jung und hoffnungsvoll und glücklich.
Herr Norden das dort ist das nicht Ihr Hot- sumi? Ich irre mich nicht, nein, nein, er ist es wirklich, und doch hatten Sie mir gesagt, Sie wollten ihn nicht mitnehmen!" Hilda sah lebhaft und lachend zu ihrem Begleiter auf.
Das wollte ich auch nicht!" gab er ebenso zurück. Der Schlingel ist ohne meine Erlaubnis von Yokohama herübergekommen! O, diese heilloſe Kreatur! Wieviel beschämende Entdeckungen an mir selbst verdanke ich diesem meinem Sklaven! Denn ich, der ich Ihnen, Fräulein Hilda, am Tage Ihrer Ankunft eine so schöne Rede über japanische Bediente hielt, Ihnen so weise Verhaltungsmaßregeln erteilte, ich, Hellmut Norden, versete mir selbst und meiner ehrlichen Ueberzeugung beinah tagtäglich einen Jaustschlag ins Gesicht durch meine grenzenlose Schwäche gegen diesen Hot- sumi.: er versteht es wider, meinen Humor anzuregen, und wenn ich lachen muß, bin ich machtlos. Hot- sumi, du nichtsnutziger Schurke" sie hatten inzwischen den Besprochenen, der an einem Bambuszelt lehnte, in aller Gemütsruhe ein Läßchen mit Sake schlürfte und dazwischen mit dem ihn bedienenden kleinen Teemädchen gefühlvolle Blicke austauschte, erreicht„ hatte ich dir nicht verboten, nach Tokio zu kommen? Solltest du nicht daheim in Yokohama bleiben, das Haus zu hüten? Nennst du das die Befehle deines Herrn befolgen, rebelliſcher Satan, der du biſt?"
Hot- sumi gab dem kleinen Teemädchen die geleerte SakeTaſſe zurück und füßte freundlich grinsend seines Herrn Rockzipfel. Die Worte hatten wohl hart geklungen, aber Hellmuts Stimme war, wie immer, wohllautend, und seine Augen straften seinen Mund Lügen. Von Beschämung, Schreck oder Reue war daher in Hot- sumis Mienen nichts zu lesen, es lag sogar etwas wie Getränktsein, wie Vorwurf in seinen schmalgeschnittenen Augen, als er erwiderte: ,, D, Herr, der du so klug, so gelehrt und allmächtig bist, weißt du denn immer noch nicht und lebst doch so lange schon in Dai Nipon, das die Götter so sichtbar segnen: an solchem Tage wie dieser darf kein Japaner daheim bleiben, das ist gut für die Ungläubigen, für die Fremden... verzeih, o Herr, dich meine ich nicht damit, du steht in Hot- sumis niederen Augen da als einer, der fast schon zum Sonnenaufgangslande gehört! Einer von deinen englischen Dienern bewacht deir


