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Schulaufficht und Schuldisziplin.

( Von einem Pädagogen.)

In Berlin wurde ein Prozeß verhandelt, der geeignet ist, die ganze deutsche Lehrerwelt zu interessieren, da es sich, wenn man alle Nebendinge unberücksichtigt läßt, bei ihm am letzten Ende um die Frage handelte: Kann unter Umständen die Schulaufsicht an der Schuldisziplin rütteln? Ein Ber­liner Redakteur war der Beleidigung des Schulrats Ullmann angeklagt, weil er behauptet hatte, daß dessen reaktionäre Eingriffe in das Schulwesen in der Lehrerschaft viel böses Blut gemacht hätten. Der Schulrat stelle die Lehrer vor den Schülern bloß und demütige sie. Er verlange von den Lehrern, daß sie alles, was sie zum Lernen aufgeben, selbst auswendig fönnen, und wenn dann ein armer Lehrer stecken bleibe, dann gebe der Schulrat der Klasse das Signal zum Auslachen. In der Verhandlung ergab sich, daß, wie voraus­zusehen war, davon keine Rede sein konnte, daß der Schul­rat das Signal zum Auslachen" gegeben hätte. Ebenso­wenig konnte eine ganze Reihe von anderen Vorwürfen, die der betreffende Redakteur crhoben hatte, erwiesen werden, und die Sache endete auch schließlich mit seiner Berurteilung zu drei Monaten Gefängnis wegen Beleidigung. Aus der ganzen Beweisaufnahme aber ergab sich zur Evidenz, daß unter der Lehrerschaft der Eindruck geherrscht hatte, als sei das Verfahren des Schulrats ihr gegenüber geeignet, ihr Ansehen bei den Schülern zu untergraben.

Daß dem Aufsichtführenden kei der Forderung, der Lehrer möge ein bestimmtes Gedicht austvendig ver der Klasse dekla­mieren, die Absicht ferngelegen hat, den Gefragten eventuell bloßzustellen, ist, wie gesagt, erwiesen und von vornherein nicht anzunehmen. Ob es aber in Rücksicht auf die so not­wendige Disziplin in der Klasse vorsichtig gehandelt war, den Lehrer überhaupt einem Fiasto auszuseyen, ist eine Frage, die sich von selbst verneint, wenn man mit dem Kindes­charakter vertraut ist. Das Kind-- und sei es das trohl­erzogenste und bestgearteste ist nur zu sehr geneigt, über jeden Fehler, den sein gestrenger Herr und Meister, der oft auch im Stillen in törichtem Unverstand, Peiniger" genannte Lehrer, begeht, eine diabolische Schadenfreude zu empfinden. Da außerdem noch hinzukommt, daß der kindliche Verstand sehr leicht verallgemeinert und mit dem momentanen Nicht­wissen des unvorbereiteten Lehrers seine eigene Unwissenheit und Faulheit beschönigen würde, so liegt es auf der Hand, daß durch derartige gänzlich unnötige Experimente dem An­sehen des Lehrers und damit dem Gedeihen seines Unter­richts in der Klasse nur geschadet werden kann.

Der Aufsichtführende ist doch wohl überhaupt nicht dazu da, nachzuprüfen, ob der Lehrer noch alles das genau im Gedächtnis hat, was er einst auf den Vorbildungsanstalten gelernt und über dessen Besitz er sich vor der Prüfungskom­mission hinlänglich legitimiert hat. Er soll vielmehr sich davon überzeugen, daß der Lehrer mit Eifer, Geschick und sittlichem Ernst das Gelernte seinen Schülern vermittelt. Ob er bei der Deklamation eines Gedichts das Buch zur Hand nimmt oder die Verse auswendig hersagt, ist für den Ein­druck, den sein Vortrag auf Ohr und Gemüt des Schülers macht, vollkommen gleichgültig. Nicht gleichgültig aber ist es für sein ganzes Lebenswerk, wenn er durch einen Befehl des Vorgesetzten gezwungen wird, sich infolge eines leicht ver­zeihlichen Gedächtnisfehlers vor den Schülern bloßzustellen und in einem Augenblick seine unschäßbare Autorität, oft die Frucht mühsam erlernter Taktik und schwerer Selbstzucht, für immer einzubüßen.

Der Lehrerstand hat seine schweren Lasten. Dem Lehrer wird jeder Uebergriff, den er sich in der Erregung zu schulden tommen läßt, vom Gesez, von den Eltern und der öffentlichen Meinung mit derben Strichen angekreidet. Vom Lehrer verlangt der Staat die Erziehung guter Staatsbürger, der Geistliche die Bürgschaft, daß die lernenden Kinder gute Christen bleiben, die Eltern, daß ihre Söhne und Töchter den Grund zu gutem Fortkommen in der Welt legen. Der Lehrer ist das Mädchen für alles", und man muß unserer deutschen Lehrerschaft nachsagen, daß sie ihrem schweren und entsagungsreichen Beruf mit Eifer und selbstloser Hingabe obliegt. Damit sie dies aber zum Segen der Nation kann, ist nötig, daß sie unbedingtes Ansehen bei der ihr anver­trauten Jugend genießt. Wenn das von unverständigen Eltern manchmal im falschen Interesse" ihrer abgöttisch geliebten Kleinen außer acht gelassen wird- Geduld! Das ist nur allzu menschlich. Die Oberen aber müssen, das kann der Lehrerstand verlangen, jede Gelegenheit peinlich ver­meiden, durch die eine Schädigung der Disziplin eintreten könnte.

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.)

Ja, wie war'n m'r damals so glücklich!" Siehste Elsche, nimm m'c's nit übel, wenn ich Dir was sag', das Du nit gern hörst. Ich sein' n armer verachteter Teufel und Du bist' n vermögliches Mädchen und darum nähmst Du so fein wie mich. Aber wenn Du arm wärst, gäb ich noch was drum." Elschen schaute den Tiophel tränenden Auges fragend an. Es hatte ihn offenbar nicht recht ber­standen.

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Wenn Du' n armes Mädchen wärst, könnt ich wohl um Dich freien," fuhr er fort, und ich glaub', wenn ich Dich zur Frau befäm'- ich will nur so sagen dann würd' der Gär tiophel' n ganz anderer Mensch ich würd'n Lamm. " Tiophel, was machste für G'schwäßer!" sagte Elschen halb unwillig. Wie fommste auf so was?" " Ich muß Dir wenigstens mal sagen, Elsche, wie glücklich ich sein könnt', wenn ich Dich friegen fönnt'. Wenn mich's auch nichts hilft, weil ich der arme ver­achtete Gänse- Tiophel sein, so muß es aber doch mal

' raus."

Ich verachte Dich ja weiter nit."

Na, ja, Du sprichst so mit mir, wie die Andern auch, weiter aber willste nichts von mir wissen. Darum acht' ich den Hangcurt so hoch und fönnt mein Leben für'n lassen, weil er mich nit merken ließ, daß mein Vater in d'n Eisen gesessen hat."

,, Da fannst Du ja nichts für, Tiophel." Allerdings nit das sagen sie all'. Aber ich

Vermischtes.

[ Die große Springprozession zu Echternach] hatte die­ser Tage etwa 15 000 Bilacr dorthin geführt. Diese Pro­zession wird bekanntlich) alljährlich zum Dank für das Auf­hören des Veitstanzes abgehalten, der om 8. Jahrhundert in der Gegend von Echternach wütete. Die Teilnehmer an der Feierlichkeit führen die Prozession unter Begleitung der Geistlichkeit und zahlreicher Musikanten auf ihrem Zuge von der Sauerbrücke bis zu der auf einem einzelnen Hügel ge­legenen alten Pfarrkirche mit den Reliquien des hihigen Willibrord, zu der 60 Stufen hinaufführen, in der Meie aus, daß sie jedesmal nach drei vorwärts gemachten Schrit ten zwei rückwärtsspringen.

A[ Nene Diamantgruben im Gavlande.] Der Reichtum bes Kaplandes an Diamanten scheint schier unerschöpflich zu sein. Schon wieder ist eine neue Diamantgrube zwischen Griquatown und Postmasburg entdeckt worden. Der tap­ländische Finanzminister Malton gibt bekamm, daß die Aus­beutung, solange die Grube als offene betrieben würde, sehr lohnend sein wird.

[ Verlorene Pestbazillen.] Daß unter Rubrik Ver­lorene Gegenstände" in den Zeitungen aud Rethazilien figu­rieren könnten, hätte sich der selige Bcn Akita doch wohl nicht träumen lassen. Das ist sicher noch nicht dagewesen. Der bekannte Londoner Bakteriologe Dr. but hat meh­rere Flaschen mit indischen Pestkulturen auf der Fahrt von St. Paul nach Chicago verloren. Die Polizei ist eifzig auf der Suche nach dem gefährlichen Objcft.

[ Die Ainus.] Ueber die Ureinwohner orans, die Ainus, macht ein englisches Missionsblatt interessante An­gaben. Die Frauen, unter denen sich viele chöne Jiguren finden, haben kleine Hände und Füße ausgezeichnete ähne und eine frische Gesichtsfarbe, der das übliche Tätowieren jun den Mund kaum vie! Eintrag tut. Die Frauen no durchweg bescheiden und keusch. Von den hübschen und anziehenden Kindern wird unbedincter Geborsam gefordert. Die Män­ner sind gerade und treu, dabei meralisch und Höslich. Sie dürfen nur ein Weih nehmen. Das Heiraten ist ihner nicht vor dem 21. und den Mädchen nicht vor dem 17. Jahre er­laubt. Wenn ein junger Menn ein Mädchen heimzuführen wünscht, so muß er erit die Erlaubnis seines Häuptlings ein­holen, mit den Vater seiner Erwählten sprechen zu dürfen. Wird er von diesem günstig aufgenommen, dann schickt er dem Mädchen einen japani en Gegenstand als Gescheni zu, womit die Verlobung erklärt ist. Die Hochzeit folgt inmittel­bar darauf. Das Hochzeitsgescent des Brautigans besteht meistens in Ohrringen sowie in einem schönen japanisch Umschlagetuch( Kimono).

** Fehler im neuen Reichskursbach sind mehrfach nachge­wiesen worden. Abgesehen von Druckfehlern in den Sta­tionsnamen stimmen vielfach die Abfahrtszeiten nicht, die Abkürzungen sind falsch gesezt, Bezeichnungen verschiedener Art sind nicht richtig eingetragen. An zuständiger Stelle ist bereits der Vorschlag gemacht worden, eine Neuausgabe zu veranstalten oder aber einen Berichtigungsanhang heraus­zugeben. Warum hat man denn aber vor der Drucklegung nicht vorsichtiger und genauer geprüft?

** Wie man sein Leben verlängert, erörtert ein unge­sehcner Londoner Arzt deutscher Abstammung, Sir Hermann Weber, in einem medizinischen Fachblatt. Er gibt am Ende seiner interessanten Ausführungen zur Erreichung des ge­nannten Zieles folgende Vorschriften:

Erhaltung aller Organe in kräftigem Zustande. Erfcuninis und Bekämpfung krankhafter Tendenzen, mögen dieselben ererbt oder erworben sein. Mäßigkeit im Essen und Trinken und anderen förper­lichen Genüssen.

Seine Luft in und außerhalb des Hauses. Regelmäßige Körperbewegungen an jedem Tage und bei jedem Wetter; in vielen Fällen auch Atembewegungen, so­wie Fuß- und Klettertouren.

Früh zu Bett und früh wieder auf. Dauer des Schlafes mur 6 bis 7 Stunden.

Tägliches Bad oder Abreibungen; je nach der Leibes­beschaffenheit warm oder kalt oder auch beides.

Segelmäßige Arbeit und geistige Beschäftigung. Celbsterziehung zur Freudigkeit, Ruhe des Gemüts und zu einer hoffnungsvollen Lebensanschauung.

Bekämpfung der Leidenschaften und nervösen Angst­

gefühle

En fräftiger Wille, der das Individuum dazu zwingt, gesund zu leben und alkoholhaltige und andere Reizmittel servie häubende und empfindungslos machende Mittel zu verineiden.

möcht's den Andern all' noch mal eintränken, daß sie mich für'n Ausgestoßenen anseh'n. Ich leid' drunter, Elsche, fannst mir's glauben, und ich fühle mich nicht glücklicher, als draußen in meiner Wildhütt', wenn ich da allein sein und's is kein Mensch da, der sich um mich fümmert. Drum hab ich auch gar kein Verlangen, mich bei den Menschen in guten Ruf zu bringen, weil mich's doch nichts hilft."

Mitleidsvoll schaute das Mädchen den Wildhirten an. Es konnte desser Empfindungen wohl begreifen, und es sah, daß er nur eine bessere Erziehung zu genießen und nicht unter einem Fluch habe zu leiden brauchen, um ein ordentlicher Mensch zu werden. Daher fam auch wohl sein finsteres Wesen, das er von früher Jugend an zur Schau trug, denn er fühlte schon als Anabe die Mißachtung, die ihm selbst mitunter seine jugendlichen Spielaenoffen zu Teil merden ließen.

Ich hätt' nit geglaubt, daß Du solche Gedanken hätt'st, Tiophel," sagte Elschen, aber Du scheinst nit so schlimm zu sein, wie sie Dich machen."

" Ich wär'n Anderer, Elsche, wenn die Leut' anders wär'n! Der Hangcurt tut mir ja unendlich leid, daß es so weit mit ihm kommen is und ich fühle mich schuldig, daß ich viel d'czu g'tan hab'. Aber Du kannst nit begreifen, wie wohl es mir tat, daß wenigstens Jemand im Dorf war, der meine Gesellschaft aufsuchte."

Das glaub' ich Dir, Tiophel, aber da d'rvon frieg' ich niemals meinen Hangcurt wieder."

Unsere Bursche sein Schlafhauben! Wenn ihnen Einer was zum Besten gibt, überlassense ihm Leib und Seel'! Der fremde Bursch hätt' nit in's Dorf g'durft! Verdammt nit!"

"

Was haste da, Tiophel, daß Du so ärgerlich bist?"

Lokales.

28. Mai 1904. Die Bataillons besichtigungen des 116. Inf. Regiments fanden heute Vormittag in Anwesenheit des neuen Korps- Kommandeurs Ez. von Eichhorn, des Divisions fommandeurs Freiherr von Gall und des Brigadefommandeurs Graf von Ranih statt.

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** Gestern wurden die Maurerarbeiten für die neu zu erbauende Augen- und die chirurgische Klinik ber­geben. Es erhielten die Baufirmen Jäger& Rumpf Los I mit Mr. 156642 und Abermann& Kling in Gemeinschaft mit Birkenstock& Schneider das andere Los mit Mt. 101204.

** Lahnkanalisation. Am 25. Mai fand im Rathaussaal zu Ems eine Vorstandssigung des Lahnkanal Vereins statt. Es wurde beschlossen, die unterm 2. Mai an das preußische Abgeordnetenhaus gerichtete Eingabe betreffend Aufnahme der Lahnkanalisation in die wasserwirtschaftliche Vorlage dadurch wirksam zu ergänzen, daß alle in Betracht kommenden Gemeinden des Lahngebiets um ihre Zustimmungs­erklärung gebeten werden sollen. Die diesjährige Haupt­versammlung des Lahnkanal- Vereins ist auf Sonntag, den 26. Juni, nachmittags 3 Uhr, nach Limburg anberaumt. Ferner wurde Herrn Baurat Roeder in Diez die Aus­arbeitung des neuen Projektes, dessen Fertigstellung nach Möglichkeit beschleunigt werden soll, endgiltig übertragen. Mit großer Genugtuung nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß der nassauische Kommunallandtag sich entschieden für eine baldige Kanalisation der Lahn aus­gesprochen und beim Landesausschuß die Bewilligung einer Beihilfe zu den Kosten des neuen Projektes befürwortet hat. Es wurde noch berichtet, daß auch die hessischen Interessenten nunmehr lebhaft in die Agitation für die Lahn­fanalisation eingetreten sind. Am 18. Juni findet in Gießen eine öffentliche Versammlung statt, in der Herr Baurat Roeder einen Vortrag über die Lahnkanali­sation halten wird. Inzwischen ist bekannt geworden, daß der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten die Wasserbau­inspektion Diez beauftragt hat bis zum 1. August d. I. feft­zustellen, ob der Ausbau der Lahn zu einer Wasserstraße im Sinne der von dem Lahnkanal- Verein verfolgten Bestreb­ungen sich mit einer Summe von 10-12 Millionen Mart bewirken läßt. Die nächste Vorstandesizung des Lahnkanal­Vereins soll in Niederlahnstein stastfinden.

*** Das Oberkonsistorium in Darmstadt hat die Ver­anstaltung einer Kollekte in dem ganzen Lande angeordnet, zum Zwecke der Erbauung einer evangelischen Kirche in dem ehemals rein katholischen Orte Kostheim bei Mainz.

Aur Affäre Jouz. Das Gericht, das über den Abg. Jouz in der II. Kammer gehalten wurde, hatte bekanntlich die Wirkung, daß die Stellung des genannten Herrn als Direktor der Bahn Bußbach- Lich in bedenkliches Wanten geraten ist. Um seine erschütterte Position wieder zu befestigen, bemüht sich nun der Herr Abgeordnete Jout die Gemeindevorstände der bei der Bahn, beteiligten Dörfer zu einer Vertrauensfundgebung für seine Kosten zu veran lassen. Wie wir hören, haben einige Dörfer, darunter Griedel und Oberhörgern, dieses Ansinnen glatt abgelehnt, während einige andere sich in der Tat dafür gewinnen ließen; schwerlich aber dürfte dieser Versuch d.n gewünschten Erfolg haben, denn was man von einer derartig zustande gekommenen Vertrauenstundgebung zu halten hat, liegt auf der Hand.

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Eine Nach feier des 20jährigen Stif tungsfestes des Maschinenbauer Gesang­vereins wurde erwartet und war nach dem Verlauf des Festes auch vorauszusehen. Dieselbe findet morgen auf dem Festplat Oswaldsgarten statt. Das Programm zeigt, daß neben den Volksbeluftigungen und Tanz auch am Abend in der Festhalle Musit- und Gesangsvorträge geboten werden, Der Eintritt somit einen würdigen Schluß bilden wird. von 20 Pfennig ermöglicht es Jedermann, sich dort einige genußreiche Stunden zu verschaffen und so dem Verein für seine anerkennenswerte Arbeit für das Zustandekommen des an Pfingsten stattgefundenen Nationalen Gesangswettstreits, welcher ja so außerordentlich schön verlaufen ist, seinen Dank und Wohlwollen zu befunden. Die Wirtschaft in der

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" J fag' Dir,' S grimmt mich, wen.. ich den fremden Jung im Dorf seh. An Dir liegt's, Elsche, gib ihm doch den Laufpaß!"

" Das kann ich nit mehr!' s is schon zu spät d'rzu!"

" Freist'n aber doch nit gern, he?"

Elschen schwieg.

" Ich glaub', Du tätst mich noch am End' eher frei'n, wie den, wenn ich was hätt'!"

Obwohl Elschen durchaus nicht heiter gestimmt war, mußte es doch über den drolligen Zorn Tiophels lachen. Es bemerkte, daß der bloße Umstand, daß es mit diesem in ein für ihn interessantes Gespräch sich eingelassen, dessen Selbstgefühl gehoben hatte.

Gern nehm' ich' n allerdings nit," erwiderte das Mädchen. Aber die Umständ' verlangen's."

" Jag' ihn fort, wenn er wiederkommt! Der Hang curt fommt gewiß noch mal' raus. Und wenn et fäm' und Ihr Beide würd'' n Paar, dann, sag' ich Dir, tät ich mir ein ansaufen, daß ich elf Tag' lang im Wochen­bett läg'."

" Das sollt'ste thun auf meine Kosten," versetzte Elschen fast im Jubeltone. Aber", fügte es traurig hinzu,' s is ja unmöglich."

Tiophel erhob sich und bezahlte seinen Schnaps. ' S is naut( nicht) unmöglich," sagte er dabei. ,, Gute Nacht, Elsche."

, Gute Nacht, Tiophel."

Dann war er hinaus. Draußen redete er mit sich selbst, während er die Dorfstraße hinaufschritt. Gr hatte es in seinem Selbstgespräch mit dem Burkhennersch zu tun, auf den er einen gewaltigen Haß geworfen zu haben schien.

( Forts. folgt).

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