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,, Wenn's Euch recht ist," meinte er, von dem trieben, dabei zu sein, wenn einer vom Teufel geholt wird, .so bleibe ich noch ein Stündlein bei Euch."
Gewiß ist mir's recht," versicherte der Satan, Ihr könnt mir ja behilflich sein."
,, Gern."
So schritten sie über den Markt, an Buden und Bänken porbei, und lauschten aufmerksam nach allen Seiten, ob nicht irgendwo etwas zum Teufel gewünscht würde.
Man scheint Euch heute nichts geben zu wollen, Herr Teufel," meinte Konrad, nachdem sie wohl eine halbe Stunde lang vergeblich durch das Gewühl gewandert waren.
,, Kommt nur," entgegnete der Teufel ruhig, und sie durchquerten von neuem das Gewimmel des Marktes. Als sie in dessen Mitte angekommen waren, sahen sie sich einer wunderlichen Szene gegenüber: einer Bäuerin, die mit einem Schweine hergekommen, war dieses davongelaufen. In raschen Sägen jagte es dahin, gerade auf eine Bank zu, auf der ein ganzer Berg Zwiebeln zum Verkaufe aufgeschüttet lag. Das Tier rannte im wilden Lauf gegen die Bank, stieß sie um, und die Zwiebeln kollerten nach allen Richtungen hin auf den Boden.
Dann stürmte es mitten unter die Töpfe, die ein anderes Marktweib feilhielt, und zerstampfte wohl ein Dußend davon. So entstand eine wilde Jagd nach dem weiterrennenden Tier, denn die Bäuerin lief hinter ihm her, der Bauer mit den Zwiebeln rannte ihr nach, und diesem folgte das Töpfermeib.
Alle schimpften und fluchten.
Meine Töpfe!" schrie das Weib und ballte die Fäuste.. Meine Zwiebeln!" schrie der Bauer und brüllte wie ein Wilder.
Verwünschtes Schwein," kreischte die Bäuerin,„ verwünschtes Schwein, der Teufel soll dich holen!"
Hört ihr, Herr Teufel," ermahnte der Richter,„ da kommt Ihr schon zu einem fetten Schwein!"
" nein," entgegnete der Schwarze lächelnd,„ auch das war nicht im rechten Ernst gemeint!"
Aber geht!" rief Konrad ärgerlich, Ihr seid wirklich zu penibel. Das Wasser läuft einem schon im Munde zusammen, wenn man's nur ansieht! Das gibt einen Sonntagsbraten für die ganze Hölle!"
" In der Hölle fehlt's uns nicht an Schweinen", erwiderte der Teufel ruhig, lassen wir's nur auf Erden."
Nun, Ihr müßt's wissen," sagte der Richter resigniert und ging ärgerlich weiter, denn dieser Teufel war gar nicht nach seinem Geschmack, und er beschloß, ihm einmal zu zeigen, wie man mit den Leuten umgehen müsse.
" Herr Teufel," meinte er, begleitet mich dort hinüber zu dem Weibe, das die Kuh feilhält; ich habe mit ihr zu reden." Gern," antwortete der Schwarze, und sie gingen hinüber. Das Weib grüßte sie, als sie herantraten, aber der Richter dankte gar nicht.
Ist das Eure Kuh?" fragte er kurzweg.
" Ja," sagte sie, ein schönes Tier, Herr Richter, sie steht Euch zu Gebote. Milch gibt"
" Laßt Euer Geschwäß!" rief Konrad barsch,„ ich habe Euch nur gefragt, ob das Tier Euer iſt."
" Ja doch, Herr Richter."
" Dann pfände ich sie," fuhr dieser fort, ein Schriftstück mit großen Siegeln vorweisend.
Herr Richter," schrie das Weib entsetzt, Ihr werdet mir
doch meine Kuh nicht pfänden?"
" Ja, sage ich!" rief Konrad.
Habt Erbarmen, Herr Richter," flehte das Weib,„ sie ist das Lezte, was ich habe. Habt Erbarmen!"
,, Laßt ihr doch die Kuh," bat ihn der Teufel.
Ja wohl," rief er höhnisch, Ihr glaubt wohl, ich wäre auch so ein Wachsherz wie Ihr? nein! Her die Kuh!" ,, Laßt mir die Kuh, verwünschter Richter!" schrie das Weib verzweifelt. Sie gehört mir, Euer Urteil ist falsch! Ihr seid bestochen worden!"
„ Ruhig, Weib!" donnerte Konrad.
,, Nein, ich bin nicht ruhig!" schrie sie desto heftiger. Ihr seid ein Schurke, ein Schuft! Der Teufel soll Euch holen!" " Oho!" rief der Teufel laut und trat dem Richter ganz nahe.
Wie?" fragte dieser und tat reichenblaß einen Schritt zurück. " Diesmal war's im rechten Ernst gemeint," sagte der Satan lächelnd.
,, Aber
Thr werdet doch nicht, Herr Teufel- rief Konrad,
aschfahl werdend vor Angst.
ja," sagte der Teufel ruhig, und im nächsten Augenblick war er mit dem Richter verschwunden, während das Weib ganz verdugt auf den Platz starrte, wo die beiden noch eben gestanden hatten.
AUS FERNEN ZONEN
Die Perlmutter- Fischerei in Indien.
Der Handel mit Perlmutterschalen im englischen Indien ist sehr beträchtlich. Hauptsächlich sind es Schalen von der Gattung " Turbinella", und man findet sie in den verschiedenen Teilen des Golfes von Manaar, von Jaffnapatnam, von Travancore, Tuticorin und Kilakarai, aber die Fischerei wird hauptsächlich an den beiden letzten Punkten betrieben; sie beginnt im Oktober und endet im März. Gut verkäufliche Schalen sind vornehmlich die, welche eingefischt werden, solange das Schaltier noch lebt; im anderen Falle verliert die Perlmutter ihren Glanz und ist mehr oder weniger lädiert; sie hat dann kaum den Wert der Transportkosten. Aber selbst unter den lebend eingefangenen Tieren gibl es solche, deren Schalen von Würmern angestochen sind, wie dies auch bei den Auſtern vorzukommen pflegt, und diese schlechten Schalen machen ungefähr den zehnten Teil der gesamten Ernte aus. Die großen Verkaufs- Centren sind Calcutta und Madras. Zur Zeit, da die Dynastie der Chalukya über Kahun herrschte, bildete das Perlmutter- Mollusk( die Muschel) eines der Insignier des Königtums; selbst heute noch werden den reichen Indern eine Menge von aus Perlmutter angefertigten Pretiosen in's Grab mitgegeben; es sind dies Bracelets, Halsbänder, Ringe; auch Schachteln werden aus Perlmutter angefertigt.
Die Fischerei wird auf Rechnung der englischen Regierung betrieben. In den Jahren 1877 bis 1892/93, demnach in 17 Jahren, ergab die Ausbeute einen Wert von nahezu einer Million Francs. In der Campagne 1892/93 wurden 316,354 Muscheln gefischt, wovon 30,132 wurmstichig waren; der gesamte Verkaufspreis betrug ungefähr 40,000 Francs, wovon die Ausgaben nahezu die Hälfte in Anspruch nahmen. Aber der Verkaufspreis der Schalen ist kein regelmäßiger. Ir der letzten Campagne erzielte man für das Tausend bloß 45 bis 51 Rupien, in der Campagne 1890/91 aber 78 und in de Campagne 1887/88 123 Rupien. Ueberdies schwankt auch der Einheitspreis der Schale außerordentlich; der Wert hängt haupt: sächlich vom Volumen ab; zu bemerken ist, daß diejenigen, die nach rechts offen sind, sehr teuer verkauft werden; man hat für solche Schalen 400 bis 500 und selbst 2000 Rupien( 2400 Francs erzielt. Man erwähnt sogar, daß eine einzige Schale einmal den Preis von mehr als 47,000 Francs erreichte.
Bunte Blätter.
Geldtransport in China. In China befördern die ent ferntesten Provinzen ihre Abgabenbeträge nach Peking in Silber: münzen und auf die allereinfachste Weise, ohne irgendwelche mili tärische Bedeckung. Das Silbergeld wird in ausgehöhlte, rohe Holzscheite verpackt. Von diesen bindet man mehrere zusammen und bringt auf jeder Last eine gelbe( kaiserliche) Fahne an, die den Wertbetrag und den Bestimmungsort angiebt. Das ist der ganze Schutz, den man für nötig hält, denn die gewöhnlichen Führer der Tragtiere( Maulesel, Pferde oder Kamele) führer nicht einmal eine Waffe bei sich und haben auch keinen Mann zur Hilfe.
Der heißeste Punkt der Erde liegt an der Südwestküste von Persien, wo dieses Land an den gleichnamigen Golf angrenzt. Vierzig aufeinanderfolgende Tage im Juli und August zeigte das Thermometer daselbst Tag und Nacht nie weniger als 37% Grad Celsius und zuweilen gegen Abend bis 53 Grad!- Jn Barin, in der Mitte des dürrsten Landesteiles, ist Waffer nicht anders zu erlangen als aus 100, 200 und sogar 500 Fuß tiefen Brunnen, und doch lebt hier eine zahlreiche Bevölkerung, welche ihren Wasserbedarf aber großenteils aus weit entfernten Queßen nahe der Küste deckt, aus denen es in Biegenbälgen ins Innere geschafft und dort zu ziemlich hohem Preise verkauft wird. e
Nr. 69.
Montag, den 28. März.
1904
Oberbessische Familienzeitung.
Tägliche Unterhaltungs- Beilage
der
Gießener Neueste Nachrichten.
Band and Berlag ber Stefaner Berlag berderet, verm. Bilh. Rellerie Besu@ stat( gegs. 1789); secantwo
( 32. Fortsetzung.)
Der Goldmarder.
Original Roman von M. Behold.
,, Und wenn ich mich dieser Bedingung nicht unterwerfe?" fragte Spangenberg mit heiserer Stimme.
Dann muß ich dem Untersuchungsrichter die Beweise übergeben, die ich heute morgen entdeckt habe," antwortete Martin in entschlossenem Tone," mein Gewissen macht mir schon jetzt Vorwürfe, daß ich es nicht bereits getan habe. Dasselbe wird geschehen, wenn Sie flüchten, ohne ein Schuldgeständnis zu hinterlassen. Werfen Sie mir nicht vor, ich drohe Ihnen, ich kann nicht anders, ich muß ja tun, was Pflicht und Gewissen mir gebieten, der Himmel weiß, wie schwer es mir wird."
Wir wollen dir Zeit lassen bis morgen früh," sagte Adolph, als sein Onkel hartnäckig schwieg, morgen früh erwarten wir deine Antwort, wir hoffen beide,„ daß du den Weg wählen wirst, den wir dir gezeigt haben. Wenn dann der Fürst Gnade für Recht ergehen läßt, so soll außer ihm und uns beiden niemand erfahren, welch' schwere Schuld auf dir ruht; die Schuld selbst möge Gott dir verzeihen, wir können es nicht, denn wir finden keine Entschuldigung dafür." " Ich komme noch einmal auf das Armband zurück," fügte Martin ernst hinzu.„ An die Schuld Peter Schönbach's glaube ich nicht
„ Sie haben es ja zurückerhalten," brauſte Spangenberg auf ,,, was wollen Sie noch mehr?"
„ Peter Schönbach sitzt noch in Unterschungshaft, seine Ehrenrettung ist das Wenigste, was ich verlangen darf. Wenn Ihr eigenes Gewissen Ihnen das nicht sagt, dann muß ich Sie darauf aufmerksam machen! Sie haben nun die Wahl, treffen Sie Ihre Entscheidung und geben Sie sich nicht der Hoffnung hin, daß wir aus irgendwelchen Rücksichten unserem Entschluß untreu werden könnten. Wir können nicht anders, wir müssen so handeln, und wenn Sie gerecht sein wollen, so werden Sie das einsehen."
"
Die beiden Freunde atmeten tief auf, als sie das Haus wieder verlassen hatten, aber die schwere Last, die drückend auf ihnen lag, wollte nicht leichter werden.
" Wir müssen uns nun bis morgen gedulden," sagte Adolph, ich hoffe, der Gang zum Untersuchungsrichter wird uns erspart bleiben. Wenn Onkel Joachim klug ist, so flüchtet er noch heute Abend, er kann dann morgen schon in Sicherheit sein."
Ob er aber ein Schuldbekenntnis hinterlassen wird, ist sehr fraglich," erwiderte Martin, sein Stolz wird es ihm nicht erlauben."
" Ich glaube das doch, er kennt die Folgen, die sein Trotz für ihn haben würden, und er weiß nun auch, daß wir kein Erbarmen mit ihm haben."
Mir wurde es unsagbar schwer, dem Vater meiner geliebten Braut das alles sagen zu müssen!"
„ Glaubst du, ich habe mit leichtem Herzen neben dir gestanden?" fragte Adolph. Wäre er nicht der Bruder meines Vaters, so hätte ich den Gang zum Untersuchungsrichter ohne Bedenken vorgezogen."
,, Arme Irma!" seufzte Martin. Ich halte es fast für undenkbar, daß die Schuld ihres Vaters geheim bleiben kann,
( Nachdruck verboten.)
seine Entehrung wird für sie ein furchtbarer Schlag sein. Ich sehe voraus, daß der Fürst, empört über diesen Mißbrauch seines Vertrauens, die Verfolgung des Flüchtlings fordern wird, dann ist die Schande öffentlich, alle Neider und Feinde Spangenberg's erheben sich, um ihn zu steinigen,"
Wenn das geschehen sollte, so wirst du deiner Braut eine Zuflucht in deinem Hause bieten müssen, ihr Bruder mag dann selbst für sich sorgen; er wollte bisher nicht arbeiten, der Hunger muß ihn dazu zwingen, sonst kommt er niemals auf einen grünen Zweig. Schwere Tage stehen dir noch bevor, Martin, der Flucht meines Onkels wird der Bankerott folgen, sei nicht zu gutmütig, du hast dein Geld selbst nötig und bist nicht verpflichtet, die Schulden deines Schwiegervaters und deines Schwagers zu tilgen. Auf die Aussteuer deiner Braut wirst du ohnehin verzichten müssen, vielleicht werden auch noch andere Opfer von dir gefordert, die du nicht verweigern kannst. Darum sei vorsichtig, versprich nicht zu viel, prüfe jede Forderung, die an dich gestellt wird."
Adolph war bei den letzten Worten stehen geblieben, um mit einem Händedruck von dem Freunde Abschied zu nehmen, er mußte nach Hause eilen, wo voraussichtlich mehrere Patienten ihn ungeduldig erwarteten.
Und Gabriele Schönbach?" fragte Martin, ihn erwartungsvoll anblickend.
,, Reden wir jetzt nicht von ihr," bat Adolph,„ warten wir nun ab, wie die Dinge sich gestalten werden. Leb' wohl, ich sehe drüben deinen zukünftigen Schwager v. Bodenlauben aus dem Kaffeehause kommen, muß ich ihn begrüßen, so werde ich noch länger aufgehalten."
Er ging rasch von dannen, in der nächsten Minute bot Alfred v. Bodenlauben dem Bruder seiner Braut die Hand.
Wir gehen wohl denselben Weg?" sagte er. Ich will Ida besuchen und den Nachmittag mit ihr verplaudern, übermorgen reise ich mit meinem Onkel ab, um auf meinem Gute unser neues Heim einzurichten."
Du wirst lange fortbleiben?" fragte Martin, dem Blick des Freundes ausweichend.
" Ich kann es noch nicht sagen, vor unserer Hochzeit muß alles geordnet sein, damit ich ohne Sorge reisen kann. Mein Onkel, der drüben im Kaffeehause geblieben ist, läßt dich übrigens fragen, ob er die Münzen faufen kann. Den geforderten Preis will er zahlen, wenn der Brüsseler Juwelier dir eine befriedigende Auskunft gegeben hat."
" Ich kann ihm noch keine Antwort geben," erwiderte Martin, der Herr Baron muß sich noch einige Tage gedulden."
,, Dann ist er nicht mehr hier."
" Ihr reist erst übermorgen, vielleicht kann ich schon morgen seine Frage definitiv beantworten, der Herr Baron weiß ja, daß ich zuvor mit meinem Brüsseler Geschäftsfreunde darüber reden muß. Du könntest mir einen großen Gefallen erzeigen, Alfred."
„ Sehr gerne! Was ist es?"
" Schönbach, dessen Familie bei mir wohnt, wird höchstwahrscheinlich in einigen Tagen aus der Untersuchungshaft
ter) zur weiteren Ar t junges Mädchen Haushalt, Aufnahme ang. Famille bei voll miltenanschluß ohne
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