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Lokales.
28. März 1904.
** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landeslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 10000 Mt. auf Nr. 69 723 ( nach Worms), 3000 Mt. auf Nr. 7616, 12 662, 14 637, 31 700, 38426, 56 595, 58 394.
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Versetzt wurden die Oberlehrer Dr. Sturmfels an der Realschule Gießen nach Darmstadt an die Oberrealschule und Prof. Röschen am Gymnasium zu Laubach zum Oberlehrer an das Realgymnasium nach Gießen. Ernannt wurden die Lehramtsassessoren Buxmann in Butzbach Nungesser und Zimmer in Alsfeld zu Oberlehrern.
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A Der Direktor der Universitäts frouenklinik in Gießen Prof. Dr. Pfannenstiel hat den Ruf an die Univerfitätsfrauentlinit Erlangen abgelehnt.
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Unter dem Vorsiz des Bauunternehmer Winn tritt am 1. April eine Freie Vereinigung der Kranfen- und Doktortassen für Gießen und Umgegend" ins Leben. Von auswärts gehören dem Vorstand mit an Schmidt- Lollar, Hahn- Krofdorf und PepplerRodheim.
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Der Vertrag zwischen der Ortskranken Tasse Gießen und ihren Aerzten, welcher am 1. Januar 1905 abläuft, ist im beiderseitigen Interesse auf weitere 3 Jahre verlängert worden. Neu ist, daß Dr. Meinewald Nasen- und Halskrante, die Mitglieder der Rasse sind, mit behandelt auf Rechnung der Kasse.
+ In Mainzlar, wird am 1. April eine ost agentur eröffnet. Derselben werden mitzugeteilt die Drte Daubringen, Staufenberg, Hof Heibertshausen und die Schotteranlage von Schepp.
Besizwechsel. Der Weißbindermeister Konrad verkaufte sein an der Schüßenstraße 18 gelegenes Haus für 88200 Mf. an den Defonom Karl Euler.
** Eine wichtige Entscheidung für Brieftaubenbefizer fällte ein Kölner Gericht inbezug auf den Taubenfang, der bisher als gemeiner Diebstahl von den Gerichten bestraft wurde. Zwei junge Burschen hatten sich mittels Streufen gegenseitig einige Tauben abgefangen. Deshalb angeklagt, wurden sie mit der Begründung freigesprochen, daß nach den Landesgesehen Tauben, mit Ausnahme von Militärbrieftauben, welche im Freien betroffen werden, dem freien Tierfang unterliegen.
XLich, 27. März. Dem Geflügel- und Vogelzuchtwerein wurde zu seiner am 9. Mat stattfindenden Geflügelausstellung die Erlaubnis zur Veranstaltung einer Verlosung won Geflügel aller Art und Gebrauchsgegenstände erteilt. + Butzbach, im März. Nach dem Jahresbericht der Großh. Realschule Butzbach für das Schuljahr 1903-04 war die Anstalt von 174 Schülern besucht. Ostern 1903 rwarben 13 Schüler das Berechtigungszeugnis. Die Zahl der Lehrer betrug einschließlich des Direktors Karg 12. Das neue Schuljahr beginnt am 12. April.
Marburg, 25. März. Der 1872 in Alsfeld geborene und nacheinander in Rücklingen, Gießen und Marburg in Stellung gewesen Prozeßagent und frühere Kaufmann Karl Kraus aus Biedenkopf stand vor heutiger Straffammer unter der Beschuldigung, Gelder unterschlagen zu haben. Er sollte dies, da er sich in Geldverlegenheit befand, die durch eine Schuld von 2000 Mt. verschärft wurde, in seiner Eigenschaft als Konkursverwalter getan haben. Als der Angeklagte merkte, daß die Sache ans Licht tam, war er mach der Schweiz entflohen, wo er jedoch bald entdeckt und wieder ausgeliefert wurde. Von ben aus 20-30 Unterfahlagungen angeeigneten Geldern blieben 2511 Mt. 93 Pf. ungedeckt. Wegen fortgesetter Unterschlagungen lautete das Urteil gegen ihn auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 3 Monaten.
Eine interessante Schöffengerichtsstzung fand dieser Tage in Gießen statt. Die Herren Maufleute Friesleben u. Gen. waren, weil dieselben gegen den§ 26 der V.-D. vom 8. Nov. 1903 den Verkehr mit Sprengstoffen betr., und des§ 367,5 R.-Str.-G.-B. gehandelt haben sollen, angeklagt. Als Zeugen waren zahlreiche Schüler und Schußleute erschienen. Das Gericht
Der Wildhirt.
Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.)
( Nachdruck verboten.)
" Der hat's unter Fei'm schlechten Apfelbaum gelernt," sagte einer der Burschen.
,, Wahrhaftig nit; de kann sich seh'n lassen," meinte in anderer.
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Sich, das is' n Pärchen, das paßt z'sammen," brüllte der Lange, indem er den Hannhenner um den
el Steine und Sand? bals faßte und zum Wirtstisch zerrte. Die Burschen
cum fann ein Zerfle attfinden. Die Nahr idt, und gelangen zu Erweichen der Nab und hier vom Mag fegt bei manchen
mugten nun aue, wus vel umcßverum des Hanngeuner u bedeuten hatte und raunten einander allerlei zu, bas auf den Hangcurt Bezug hatte, von dem man doch auch wußte, daß er um's Elschen ging.
Dieser hatte in der Tür der Wirtsstube gestanden und alles gesehen. Er fühlte zum ersten Male brennende Eifersucht in seinem Herzen; nur war er sich noch nicht recht klar, welches der beiden am meisten seinen Groll berdiente: ob der Bursche oder das Mädchen. Für das legtere fand er endlich eine Entschuldigung darin, daß er sich sagte, daß es als Wirtstochter schon nicht anders gefonnt, als dem Burschen den gewünschten Tanz zuzuagen. Nur war es dabei immer zweifelhaft, ob der nicht am Ende dem Elschen so gefallen haben könnte, daß dadurch ein erfolgreicher Nebenbuhler für ihn, den hangcurt, erstanden sei. Er war über die Geschichte so boller Groll, daß er gar keine Lust mehr empfand, noch einen Tanz zu machen, sondern sich still in eine Ecké baückte, um seinen grübelnden Gedanken nachznhängen und zu trinken. Indessen wurde der Lärm immer lauter, der Gesana
ewissem Sinne die 3 erung umgeben und Haut ausgekleidet. leine Steinchen aufni tel bei der fortwähre und zermalmt. Se Buter möglich, die fem and die Steinchen rund fie mit dem Kot ab flügel bei freiem Au or. Fehlt diefer, fo aum mit Sand und Verdauung und Eierl
Diese zur Verda
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hatte die Herren Büchsenmacher A. Dicoré- Gießen und Buchbindermeister A. Bourgeois- Gießen als Sachverständigen, die Angeklagten den Herrn Pyrotechniker W. Grünewald vom Hause W. Werffenbach- Stuttgart, Underliederbach- Höchst geladen. Die Angeklagten wurden durch den Herrn Rechtsanwalt Dr. Jung- Gießen vertreten. Die Angeklagten wurden, weil dieselben in den letzten Tagen vor dem 31. Dezember 1903 an verschiedene Personen, auch an solche unter 16 Jahren, Lady Crefers, Frösche, Schwärmer verfauft hatten, mit Strafbefehlen bedacht, gegen diese legten sie Einspruch ein. Die Angeklagten stüßten sich auf die von verschiedenen Gerichtshöfen gefällten Urteile, daß Lady Creters, Frösche, 2c. nur als Spielwaren zu betrachten find und das Abbrennen derselben ausschließlich dem Zweck der Belustigung und Unterhaltung, Unerwachsener und Erwachsener dienen soll. Der Sachverständige Herr Dicoré steht nach einer genauen Darlegung des Sachverständigen Herrn Grünewald. auf demselben Standpunkt, daß man diese kleinen Feuerwerkskörper als Spielwaren behandeln muß. Sachverständiger Herr Bourgeois, stellt sich auf einen anderen Standpuntt, ja sogar geht dieser Sachverständige soweit, daß derselbe die Angabe macht, daß diese Feuerwerksförper startes Sprengpulver enthalten würden. Nach einer furzen, gründlichen Widerlegung durch den Herrn Sachverst. Grünewald, wonach die in Frage kommenden Feuerwerksförper, nur ganz geringe Mengen( 1,4-1,25 Gramm) von Mehlpulver enthalten würden, sowie nach einer ausführlichen Verteidigung durch Herrn Rechtsanwalt Dr. Jung verkündete der Herr Vorsitzende, daß das Urteil erst in acht Tagen gefällt werde. Während der Verhandlung wurden Lady Creters zc. abgebrannt, sowie mit Kinderkanonen geschossen, was von dem zahlreich anwesenden Publikum mit besonderem Interesse verfolgt wurde und auch den Sizungssaal mit einem nicht angenehmen Pulverdampf ausfüllte.
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Stadttheater Gießen.
Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Akten von Hermann Sudermann. Die gestrige Schluß- Vorstellung war leider nicht ganz so besucht, wie man eigentlich hätte erwarten sollen, die Erschienenen versäumten jedoch nicht, ihrem Bedauern über das Scheiden in herzlichem lebhaften Beifall fund zu geben. Eine Besprechung des Sudermannschen Schauspiels möchten wir uns für heute ersparen und nur auf die Darstellung furz zurückkommen. Besonders war es Frl. Hohl, die mit ihrer feindurchdachten Elisabeth wieder einen schönen Beweis ihrer Kunst lieferte und deren Fortgang von hier wir aufrichtig bedauern müssen. Als Freiherr von Röcknig zeigte sich Herr Sandorff von seiner allerbesten Seite; das war eine Prachtgestalt, halb Edelmann, halb Naturmensch mit dem eisernen Willen im Allgemeinen und der großen Schwäche für kleine Mädchen im Besonderen. Der Direktion ist es, wie wir hören, gelungen, den Künstler für die nächste Saison zu fesseln. Dagegen wird Herr Haag Gießen den Rücken fehren. Er ist ein guter Regisseur und routinierter Schauspieler der überall seinen Mann stellt. Gestern Abend als Rektor Wiedemann hätte er die schlichte Herzlichkeit dieser Figur etwas mehr betonen fönner, auch schien er durch seine Regisseurarbeit etwas abgelenkt. Ein Stückchen echte Kunst bescherte uns zum Schlusse noch Frl. Großmüller als Helene, welche die rührende Hilflosigkeit des blinden Mädchens äußerst natürlich und ergreifend zum Ausdruck brachte, während sich Herr nabe auch gestern wieder ziemlich zurückhaltend benahm und zu schüchtern auftrat. Aus der Rolle der Bettina machte Frau Kellermann was daraus zu machen war und Herr Linz en als Kreisschulinspektor Dr. Orb war vorzüglich. Die erste Saison unter Herrn Direktor Steingoetter ist also vorüber und das diesjährige Ensemble hat unbestreitbar einen sehr günstigen Eindruck hinterlassen. Wenn auch manches vielleicht noch nicht ganz so war, wie man es gewünscht hätte, ist doch zu bedenken, daß die Räume der gepflegten Kunst nicht würdig sind und in so kleinen Verhältnissen Großes zu leisten ist schwer! Immerhin befinden wir uns auf dem besten Wege und Herr Direktor Steingoetter hat bewiesen, daß er neben dem hohen Ernste für seine fünstlerischen Aufgaben auch die Ener
immer fräftiger, die Stimmung Hangcurts immer düsterer, denn er empfand jetzt auch noch Zorn gegen seine Kameraden, die sich so leichterdings mit dem fremden Burschen eingelassen hatten, ohne im geringsten Rücksicht auf ihn selbst zu nehmen, wo sie doch wußten, daß das Elschen sein Aues war, und daß sie sich zum mindesten dem Fremden gegenüber aus diesem Grunde wohl etwas zurückhaltender hätten benehmen können.
An der Türecke der Zechstube, außerhalb im Dunkeln, stand schon lange der Tiophel. Sein wachsbleiches Gesicht mit den ttefliegenden Augen unter der dicken Stirn machte durchaus teinen angenehmen Eindruck. Man sah es ihm an, daß er sich über irgend etwas grimmte. Dazu war er auch durchaus nicht firmeßmäßig angezogen, denn während alle anderen Burschen in bunten Muzen"( Jacken) erschienen, hatie er einen leinenen, vielfach geflickten Kittel an, kurze Hosen, rauwollene Strümpfe und ungeschmierte schmußige Schuhe, sodaß es fast so schien, als set er aus dem Stalle herbeigelaufen, um nur einmal bei der Kirmeß geschwind zu„ gucker".
Da endlich gewahrte ihn der Hangcurt. Er stand auf und drängte sich durch die Stube auf ihn zu, um einige Worte mit ihm zu sprechen und auch einmal, wie er im lichten Holze versprochen, mit bm zu trinken " Ich steh schon lang da," sagte der Tiophel,„ hasi mich aber noch nit g'sehn."
,, Und ich size schon lang da hinten in der Ecke und hab mein Aerger."
"
Gelt, über den Fremden?" , Ganz natürlich!"
" Der is um's Elschen' cum, wie ich schon lang
g'sehn hab."
' s scheint so, und ich kann Dir sagen. Tiobbel.
gie befißt, sie zu erfüllen und einen solchen Mann brauchen wir. Außer Herrn Sandorff sind auch Herr Linzen sowie Frl. Hellberg, Frau Fischer und Frau Kellermann für die nächste Saison verpflichtet.
Aus dem Gerichtssaal.
Strafkammer.
H. H.
Gießen, 26. März 1904.
Die Ehefrau des Taglöhners Johann Tag zu Gießen wurde durch das Schöffengericht unter der Anklage des Diebstahls verbunden mit Hausfriedensbruch zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche und zehn Mark Geldstrafe berurteilt. Auf Berufung der Angeklagten erfolgte houte Freisprechung. Der vielfach vorbestrafte Korbmacher Johann Adam Klein von Fauerbach schnitt sich aus einem an der Straße Friedberg- Wölfersheim stehenden Obstbäumchen einen Spazierſtock. Wegen Sachbeschädigung und Diebstahl erkannte das Gericht auf neun Monate Gefängnis. Eine frühere gegen ihn erkannte Strafe wurde eingezogen und auf eine Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis nebst Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre und Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Der Schneider Hch. Korell von Alsfeld wurde unter der Anklage seinen Hauswirt bedroht und mit einer Art förperlich verletzt zu haben, mit einer vierwöchigen Gefängnisstrafe belegt, wogegen er Berufung verfolgte. Das Berufungsgericht sette heute die Strafe auf 10 Tage herab.- Der Sprachlehrer Gerhard Schornberg von Bad Nauheim war angeflagt eine Vollmacht fälschlich angefertigt zu haben. Er mußte aber von der gegen ihn erhobenen Anklage der Urkun denfälschung mangels Beweis freigesprochen werden.
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Den Schluß bildete die Verhandlung über die Berufung des Landwirts Friedrich Schmidt von Trais Horloff, welcher wegen unerlaubten Schießens mit 3 Tagen Gefängnis bestraft worden war. Während er die Anschuldigung bestreitet, wird seine Schuld durch Zeugen bestätigt. Das Gericht hält jedoch die Strafe für zu hart und erkennt auf 10 Mt. Geldstrafe.
Geschäftliches.
Seiden- Mode- Bericht. Es schreibt uns die bekannte Seidenstoff- Fabrif- Union Adolf Grieder& Cie. in Zürich: Kenner der Mode und in die Geheimnisse der Mode Eingeweihte behaupten kecklich, daß die Signatur für kommende Saison eine" Seidene" genannt wird. Drei Viertel der von den großen Schneidern gebrachten Modelle sind in Seide gearbeitet. Auf der Promenade, am Strand, in den Cercles werden wir Seide sehen. Die vornehme Welt wird Seide tragen, aber wirkliche, echte Seide, nicht durch Farbstoff hervorgebrachte Surrogate, wie sie oft in den letzten Jahrzehnten unter der fälschlichen Bezeichnung„ Seide" dem Bublifum vorgefeßt wurden. Vor allem bevorzugt die Mode, speziell für Straßen- Toiletten, weiche, schmiegsame und dünne Seidenstoffe und unscheinbare Dessins, winzige Motive und fleine Buntte. Crêpes, Voiles, Gazes, Grenadines, Louisines, Messalines 2c. find die leitenden Artikel. In wundervollen Vartationen und Varietäten macht man Foulards, das Straßenkleid par excellence; neben den asiatischen PongéFoulards bringt man neue Kombinationen auf Crêpe- Voile mit glattem und façonniertem Fond.
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Marktberichte.
*** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 26. März. Weizen 18,20-00,00, Rorn 00,00 Gerste Hafer 13,28-00,00, Erbsen 18,69, Samen 00,00, Kartoffeln 9,90-00,00, Linsen 00,00 Alles per Doppelzentner.
Mark.
Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen Berantwortlich: für den politischen und Inseratentell: Albin Klein für das Lotale, den Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Orbermann
Möbl. Zimmer
per 1. März zu vermieten.
Gießen, Marktstraße 11. Schöne möbl. Zimmer immer, mit oder ohne Pension auf Wunsch Wohn- und Schlaf
zu vermieten.
Gieken, Bismarcktrake 17. wenn m'r einer' s Elsaye was ich tät!"
Wir suchen für einen Jungen
von auswärts zu sofortigem Eintritt eine
Schreibgehilfenstelle
bei einem Rechtsanwalte oder aaf einem sonstigen Bureau.
Gießen, am 24. März 1904. Armenamt Gießen.
abspannt tch mußt nit,
" Ich glaub' Dir's!' s is' n Mädche, das könnt, ein' glücklich machen. Ich glaub', wenn mich's möcht ich würd'' n ganz and'rer Mensch, als ich sein- abei da is ja gar len Gedanke dran!"
Währenddem wurde in der Tanzstube immer flot! darauflos getanzt. Eben fam auch Elechen mit auf gewickelten Hemdärmeln und gerötetem Gesicht aus der Türe, um in die gegenüberliegende Schenkstube zu gehen. Im Vorübereilen sah es den Hangcurt und den Tiophe! zusammenstehn und über sein Gesicht glitt ein Schatten des Unwillens, als es dies gewahrte.
„ Ezt hat mich's bet Dir steh'n seh'n," sagte Hangcurt bitter, gib acht, ett hab' ich's ganz bei ihm verdorben." ... ich will Dir was faaen." raunte Tiophel ,,, dem Ding muß' n End' gemacht wer'n-!"
Wie willste denn das machen?" " Dem Fremden muß' s ein für allemal verleid't wer'n, hierherzukommen und um's Elsche rumzu= scharwenzeln."
„ Das paẞt mir auch nit," erwiderte Hangcurt nachdenklich.„ Damit, daß mir den Burkhennersch mit Gewalt wegtreiben, is am End nichts getan; das Elsche könnt'n am End' d'rnach erst recht gern haben. Wenn ich'm nit aus freien Stücken lieber sein als der Fremde, dann mag ich überhaupt nichts von ihm wissen."
,, Du hast immer' n närr'schen Kopf!" sagte Tiophel wieder. Wenn ich so'n Mädchen hätt' und' s fäm mir einer d'rzwischen, der müßt--
,, Na ja, Du mächst'n falt," unterbrach ihn Hangcurt „ Das möcht' ich aber nit; wenn ich'm Eische nit lteber sein, so lieb, daß mich's jedem andern vorzieht, dann hätt's fein Wert für mich." ( Forts. folgt.)


