berständlich werden Sarafow und seine Zeute es sich angelegen sein lassen, die Reformen ihrerseits zu durchkreuzen. Nicht durch einen offenen allgemeinen Aufstand, sondern durch unaufhörliche Beunruhigung des Landes mittels einzelner Banden. Uebrigens erschwert auch das offizielle Bulgarien die Verwirklichung der Reformen. Dicht vor dem Abschluß der Verhandlungen über das Uebereinkommen zwischen Bulgarien und der Türkei hat Bulgarien noch ein paar neue wichtige Forderungen aufgestellt. So verlangt es plößlich die Autonomie der bulgarischen Gemeinden Mazedoniens. Diese Forderung widerspricht dem Reformprogramm der Mächte, das die Begünstigung der Bulgaren oder irgend einer anderen Balkannation ausschließt. Die Forderung erschwert also in jedem Falle die Tätigkeit der Mächte. Man sollte den Bulgaren endlich den Marsch blasen.
Alien.
Wie sehr auch der Krieg in Ostasien die russische Politik in Anspruch nimmt, ihre zähe und unablässige Arbeit an anderen Punkten, wo russische Interessen in Frage kommen, wird davon nicht beeinträchtigt. Jezt wird eine russische Handelsexpedition nach Südpersien geplant. Die Fahrten der Dampfer der russischen Handels- und Dampfschiffahrtsgesellschaft nach Persien sollen vermehrt werden. Man will den in das Schwarze Meer gelangenden südpersischen Waren den für nordpersische festgesetzten Landzolltaris gewähren. Eine bedeutende Entwickelung des Warenaustausches wird davon erwartet. In einigen Orten des persischen Meerbusens sollen Zweiaanstalten der Ruffischen Diskontobank begründet werden. Man sieht, die Russen passen den Engländern in Persien scharf auf die Finger. Und sie verstehen es besser als die Briten, mit den Bersern umzugehen.
Heer und flotte.
Stapellauf des kleinen Kreuzers ,, Lübeck". Auf der Werfi des Stettiner„ Vulkan" lief am 26. d. Mts. in Gegenwart des Staatssekretärs des Reichsmarineamts v. Tirpitz der fleine Kreuzer„ Lübeck" glücklich vom Stapel. Es ist dieses der erste Kreuzer, der für die deutsche Marine mit Turbinenbetrieb erbaut ist. Die Namengebung vollzog der präsidierende Bürgermeister von Lübeck, Senator Dr. Klug. Er hob in warmen Worten die hohe Bedeutung der Seemacht für Deutschlands Wohlfahrt hervor. An den Kaiser wurde von Dr. Klug ein Telegramm geschickt, in dem er für die der Stadt Lübeck widerfahrene Auszeichnung dankte.
Die franzöfifche..kleine Garnison".
Auch unser französischer Nachbarstaat hat nunmehr seine ,, kleine Garnison". Nachdem der Bilsesche Roman„ Aus einer fleinen Garnison" in französischer Uebersetzung mit dem plump auf die Vorderseite aufgemalten Schilderhaus, aus dem fofett ein Frauenkleid herauslugt, in Frankreich einen großen finanziellen Erfolg gehabt hat, ist nun auch dort unter dem Namen Charly ein Bilse erstanden, der einen Roman unter dem Titel„ Eine kleine Garnison" verfaßt hat und in Tausenden unter die Menge werfen läßt.
Frankreichs militärische Romanliteratur geht in ihren Uranfängen auf den bekonnten Solaschen Zusammenbruch" zurück. In diesem Roman hat der Dichter das Problem zu lösen versucht, wodurch die große Ueberlegenheit der deutschen über die französischen Waffen im Jahre 1870 begründet war, und er kommt hierbei zu. dem Ergebnis, daß die Disziplinlosigkeit und der systematische Ungehorsam der Truppen, trotz ihrer unleugbaren Tapferkeit, der tiefere Grund ihrer Niederlagen in dem großen Kriege gewesen ist. An seinen Roman schloß sich dann eine regelrechte Literatur durchaus ernsten Stiles an, deren Hauptvertreter der Schriftsteller Descaves ist.
Herr Charly aber ist, wie schon eingangs angedeutet, weit entfernt, auf den Spuren dieser ernsten Männer zu wandeln. Seine„ kleine Garnison" gleicht fast wie ein Ei dem anderen dem Machwerk des ehemaligen Forbacher Leutnants. Nur ist die Sittenlosigkeit in diesem französischen Roman zum System erhoben, während sie in der Bilseschen„ kleinen Garnison" immerhin noch als die Folge persönlicher Verirrungen erscheint. Auch sind die Farbeneffefte etwas greller aufgetragen. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Geliebte eines Regimentskommandeurs, die zugleich mit den übrigen Offizieren und den Einjährigen wacker charmiert. Diese galante Dame machte ihren Verehrer noch dadurch zum sichtbaren Gespött des Kasernenhofes, daß sie ihm bei ihren Schäferstündchen Regimentsbefehle diktierte, die von dem Konzern ihrer zahlreichen Verehrer im Konzept entworfen worden sind. Außer den Bilseschen Eigenschaften haben die französischen Offiziere noch eine weitere Liebhaberei, die Politik, die sie in Gegensatz zur Regierung bringt, denn es gehört in einem feudalen Regiment zum guten Ton, ein geheimer Gegner der herrschenden republikanischen Regierungsform zu sein.
Die Aufnahme dieses Machwerkes in Frankreich ist wesentlich verschieden von der Wirkung, die der Bilsesche Roman in Deutschland gefunden hat. Man liest Charlys Buch und lacht über die bizarren und grotesken Darstellungen, aber man berwertet sie nicht zu einer pessimistischen Kritik über die allgemeinen Zustände im Heere. Es will uns scheinen, als ob uns die Franzosen hierin zum Muster dienen könnten. Bei einer Friedensarmee und bei einem so zahlreichen Bestand an den verschiedenartigsten persönlichen Qualitäten ist es unvermeidlich, daß sich mit der Zeit da und dort Schäden zeigen. Sie sind der Tribut, den die irdische Unvollkommenheit auch von den besten Organisationen fordert. Man merze die Schäden aus, aber man zittere nicht für die Tüchtigkeit und Schlagfertigkeit unseres Heeres. Ein Bilse ist keine unumstößliche Autorität, und Forbach ist kein Typus der deutschen Garnison. Sehr beruhigend muß es daher auf die deutsche Bevölkerung wirken, wenn man sieht, daß die Bilseschen Figuren auch in Frankreich Modell stehen können und daß man dort die literarischen Erzeugnisse über das eigene Heer lediglich nach ihrem belletristischen Werte beurteilt und nicht als Zeitsymptome ansieht.
Cine Naturdoktorin vor Gericht.
Sh. Berlin, 26. März.
Ein großer Teil der geladenen Zeugen singt ein begeistertes Loblied auf die Kubesche Anstalt. Der Magnetismus spielt bei den Heilungen eine große Rolle. Ein Chemiker befundet, daß er ein an Gehirnhautentzündung erfranftes Kind zum Dr. Schlesinger gebracht habe. Die Körpertemperatur des Kindes sei unmittelbar vorher aemeſſen
und auf 40 Grad festgestellt worden. Dr. Schlesinger habe an dem Körper des Kindes mit den Händen streichende Bewegungen vorgenommen und es dadurch magnetisiert. Sofort sei die Temperatur um 2½ Grad gesunken. Nach acht Tagen habe das Kind wieder auf der Straße gespielt. So reihte sich ein Fall an den andern. Nach den Aussagen verschiedener Zeugen soll der Angeklagte Dr. Schlesinger wahre Wunderkuren ausgeführt haben. Eine Dame, die am Kindbettfieber darniedergelegen, schilderte das Gefühl beim Magnetisiertwerden durch Dr. Schlesinger so, als wenn es ihr abwechselnd warm und kalt über den Körper laufe. Sie habe die Wirkungen seiner Handbewegungen gespürt, obgleich er 2 bis 3 Schritte von ihrem Bett stand und sie unter einer seidenen Steppdecke lag.
Von besonderem Interesse ist die Vernehmung des Professors Dr. Dührßen, der nur als Zeuge vernommen wird. Er habe die Frau Th., eine jener beiden Frauen, welche durch unzweckmäßige Massage Schaden genommen haben, operiert. Es sei eine sehr schwere Operation gewesen, so daß er kaum gehofft habe, sie am Leben erhalten zu können. Es sei ihm bon seiner Wärterin mitgeteilt worden, daß Frau Th. vorher in der Kubeschen Anstalt massiert worden sei. Dies habe er nicht begreifen können, denn zweifellos mußte dies für die Patientin gefährlich sein. Er habe bald darauf einer Versammlung im Rathause beigewohnt, wo gegen die überhandnehmende schädliche Tätigkeit der Kurpfuscher gesprochen wurde und auch des Fräuleins Kube Erwähnung geschah. Auf Befragen des Verteidigers Rechtsanwalts Chodcziesner gibt Professor Dührßen zu, daß er die Frau Th. dazu angeregt habe, gegen Frl. Kube Strafantrag zu stellen und einen Schadeneriat von 6000 Mark von ihr zu verlangen. Der Spezialarzt Dr. Schäffer hat eine Patientin operiert, nachdem diese in der Kubeschen Anstalt einer Massagefur unterworfen worden war. Der Zeuge bezeichnet diese Behandlungsweise als eine durchaus verfehlte, wodurch der Batientin gefundheitliche Nachteile entstehen mußten. Der Angeklagte Dr. Schlesinger vertritt eine andere Ansicht und beruft sich auf medizinische Autoritäten.
Nab und fern.
Unfall des Lloyddampfers„ König Albert". Dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd„ König Albert", der unseren Kaiser nach Reepel getragen, ist kurz nach seiner Abfahrt von dort ein Unfall zugestoßen. Beim Einlaufen in den Hafen von Genua stieß er mit dem Dampfer„ Sicilia" zusammen. Beide Schiffe wurden leicht beschädigt.
Bergwerkskatastrophe. Wie aus Brazil( Indiana) ge= meldet wird, wurde durch Brechen eines Dammes die Ercelfior Clay Works- Grube unter Wasser gesetzt. 30 Arbeiter befanden sich in ihr, die wahrscheinlich sämtlich umgekommen sind.
Ein Nachspiel zum Tilsiter Kurpfuscherprozeß. Für einige Tageszeitungen wird der Prozeß gegen den Kurpfuscher Schröter in Tilsit noch ein gerichtliches Nachspiel haben, die unter der Spizmarke:„ Eine ultige Gerichtsfitung" die Gerichtsverhandlungen jenes Prozesses einer fritischen Betrachtung unterzogen haben. Durch diese Notiz, die einer in Berlin erscheinenden Korrespondenz entstammte, hat sich der Gerichtshof in Tilsit beleidigt gefühlt.
A Dämon Alkohol. Ein furchtbares Familiendrama spielte sich in Wien ab. Der dem Trunk ergebene pensionierte Eisenbahnkondukteur Josef König fam start angeheitert nach Hause und begann einen Streit mit seiner Frau. Als eine Nachbarin die beiden trennte, beruhigte sich König anscheinend, doch kaum daß die Nachbarin die Wohnung verlassen hatte, lief ihr Frau König nach und schrie, ihr Mann verschone nicht einmal ihr krankes Kind. Der Trunkene hatte nämlich so heftig eine Tür zugeschlagen, daß die Füllung zerbrach und die Splitter auf das neben der Tür stehende Bett fielen, in welchem ihr dreijähriger, an Masern erkrankter Sohn Karl lag. Frau König hatte erst wenige Worte gesprochen, als ihr Mann aus der Wohnung hervorsprang und mit einem Hirschfänger gegen sie aushofte. Die Frau rief, indem sie ihm die Brust bot: So stich, wenn d' dich traust!" Darauf bohrte ihr König den Hirschfänger in die Prust. Die Unglückliche sank in die Knie.„ Meine Kinder, mein Karl!" schrie sie und war dann nach wenigen Augenblicken tot. Der Stich hatte das Herz getroffen. Josef König wurde sofort verhaftet.
Zu der Großmannschen Mordaffäre wird aus London weiter berichtet: In der Tasche des toten Mörders Croßmann wurde eine Anzahl Briefe von Damen gefunden, die auf Heirats- Annoncen geantwortet hatten, ferner Pfandscheine über versetzte Schmucksachen. Der Totenschein einer 1879 verstorbenen Frau Croßmanns, ein Damenring und ein Pfund Sterling sowie einige Schillinge Bargeld. Außerdem fand man Quittungen über Möbel in den Taschen. Es scheint, daß Croßmann öfter Möbel hat versteigern lassen. Croßmann soll sich sich Anfang Januar unter falschem Namen mit einer Frau verheiratet haben, welche 56 Pfund Sterling in der Postsparkasse hatte. Dieses Geld soll er unter Fälschung ihres Namens fast ganz abgehoben haben. Diese Frau wurde von Croßmann mißhandelt, sie lief weg zu ihren Eltern, und eine andere Frau Croßmann erschien dann im Hause. Diese wurde von ihm ermordet und zerstückelt in eine Riste verpackt. Der Mieter, welcher das Verbrechen entdeckte, war am 8. Februar eingezogen und hatte sofort den üblen Geruch bemerkt. Wiederholte nächtliche Ausgänge des Croßmann erhöhten den Verdacht des Mieters. Montag Abend bemerkte der Mieter, daß Großmann eine Stunde lang in einem dunklen Verschlage unter der Treppe bei Kerzenlicht hämmerte. Er fragte ihn direkt, ob er eine Leiche dort habe. Abends sah dann der Mieter, wie Croßmann die schwere Kiste durch den Ausgang zog.
O Schiffszusammenstoß. Der Dampfer" Amerika", der französischen Gesellschaft Fraissinet gehörig, stieß in der Meerenge von Faro mit dem der Navigazione generale italiana gehörigen Dampfer Solferino" zusammen. Die„ Amerika". lief auf; die Besatzung, sowie die Reisenden nahmen keinen Schaden, nur ein Heizer erlitt leichte Verlegungen. Ein großer Teil der Waren ist beschädigt. Die Solferino" wurde ebenfalls beschädigt, die Besatzung ist wohlbehalten.
* Die Insel Mauritius vom Orkan verwüstet. Ein Telegramm von der Insel Réunion meldet, daß ein Zyklon in der Nacht vom 21. zum 22. d. Mts. die ganze Insel Mauritius verwüstet habe. Tausende seien ohne Obdach und ohne Nahrung. Die Ernte sei vernichtet. Ueberall seien Trümmerhaufen zu sehen. 24 Tote habe man schon aufgefunden.
Ein furchtbarer Wirbelsturm suchte die Umgegend von Chicago heim und zerstörte mindestens 500 Häuser. Der
angerichtete Schaden wird auf 5 Mautonen volars schätzt. Die Telegraphen- und Telephondrähte sind auf mein lange Streden niedergerissen. In mehreren Fällen wurden Eisenbahnwagen durch die Gewalt des Sturmes von den Schienen gefegt. Am meisten hatten 14 kleine Vorstädte leiden, unter ihnen besonders Juliet und Pullman. Aud Verluste an Menschenleben sind zu beklagen. Zwölf er sonen fanden bei dem Unwetter den Tod, und über zwanzig erlitten Verlegungen. Der Sturm fam von Südwesten. D größte Teil seines Zerstörungsmerfes geschah in einen 3e pas taum zwei Minuten.
Aus dem Gerichtsfaal.
§ Im Prozeß Ganswindt zu Berlin lauteten die Gu achten der Sachverständigen recht niederschmetternd für d Erfinder. Das ganze Vorgehen Ganswindts trage m den Charakter des gesunden, auf wissenschaftlicher Grundla beruhenden Schaffens. G. operiere nur mit ganz gering mathematischen Kenntnissen und sehr einseitigen Erfahrunge in seinem Betriebe. Er lebt in Illusionen, wie sie junge Leuten, die vom Gymnasium abgehen, anhaften mögen, und Inhalt seiner Reklamen müssen auf jeden gebildet Ingenieur einen abstoßenden Eindruck machen. Seine te nischen Behauptungen seien das kläglichste, was man auf technischem Gebiete denken kann. Die Flugmaschine m sich auf Grund der Angaben des Ganswindtschen Berid unter feinen Umständen mit einem 40pferdigen Motor heben, das ergebe sich aus den Grundprinzipien der Mechan Es müßten mindestens 100 ferdekräfte in Anwendung bracht werden. Auf keinen Fall durfte Ganswindt aber no seinen bisherigen Erfolgen als vernünftiger Mensch sein Teilhabern solche Versprechungen machen, wie er es getan.
Vermischtes.
[ Gegen das Rauchen jugendlicher Personen] wen sich ein soeben in Kraft getretenes australisches Gesetz. S dern unter 16 Jahren ist es danach verboten, zu rauche außerdem verfällt jeder in Strafe, der ihnen Zigarette Tabak u. s. w. verkauft oder sonstwie verabsolgt. So beispielsweise ein 18 Jahre alter junger Mensch, der seinen 15jährigen Bruder eine Zigarette gegeben hatte, vor Polizeigericht gezerrt und zu einer Geldstrafe verurteilt mor den. Die Vorschriften gehen aber auch noch weiter. Schitt nämlich ein Vater seinen Jungen in ein Zigarrengeschäft, um sich für seinen eigenen Bedarf ein wenig Tabak holen zu lassen, so wird, wie die vorliegenden Beispiele beweisen, auch gegen ihn gerichtlich vorgegangen. Er wird bestraft, sein Sprößling wird bestraft und schließlich muß auch noch der unglückliche Inhaber des betreffenden Geschäfts eine Geldstrafe bezahlen, die je nach der Auffassung des Richters zwischen 3 und 100 Mark schwankt.
*[ Ein aktueller Roman.] In einem Petersburger Blatte veröffentlicht der bekannte russische Schriftsteller Apraxin einen Roman, dessen Sujet der russisch- japanische Krieg ist. Der Verfasser verfolgt, von einer Zeitungs nummer zu anderen, die verschiedenen Wandlungen de Kampfes, und macht die Leser des Blattes mit den Kriegs ereignissen bekannt, natürlich nur mit denen, die die ru sische Zensur durchgehen läßt. Mit der Kriegsschilderung hat Apraxin eine Liebesgeschichte verquickt. Dem größten Teil der auftretenden Personen hat er falsche Namen beigelegt, aber die Hauptpersonen General Kuropatkin, d miral Togo u. s. w. u. s. w.- erscheinen unter ihren wahren Namen. Mit größerer Spannung, als es bei diesem eigen artigen Roman der Fall ist, dürfte wohl noch niemals das Schlußkapitel eines Feuilleton- Romans erwartet worden sein.
[ Die älteste Fran der Welt.] Eine Amerikanerin Mrs. Ramsey Wood in Oregon, steht jetzt im 117. Lebens jahre. Die Dame hatte drei jüngere und drei ältere Ge schwister, die sie alle überlebt hat. Ihre Mutter starb in Alter von 105 Jahren. Einer ihrer Brüder und ihr Vater fochten Seite an Seite in den Indianerkriegen um das Jahr 1800. Die Ramses bahen noch ein Tomahawk a Erinnerung an den Indianerkrieg.„ Aunt Mary"( wie die Dame genannt wird) lebt seit langen Jahren in einem fleinen Landhaus in Oregon. Mrs. Reynolds, ihre 74 jährige Tochter, pflegt sie. Die Dame hat im vergangenen Früh jahr den Hausgarten bestellt, und die Familie genoß die Früchte ihres Fleißes in Gestalt der eigenhändig von de Matrone gepflanzten Gemüse. Aunt Mary" schreibt ihr Langlebigkeit feinem besonderen Umstande zu. Sie ist, w sie mag, und kleidet sich schlicht und bequem. Sie hat no immer Freude am Leben und besitzt ein vorzügliches G dächtnis. Dreimal ist sie verheiratet gewesen und hatte fünf Kinder, von denen das jüngste das einzige über lebende ist.
Kunft und Wissenschaft.
RO. Das erste Aerztinnenegamen an der Berliner Un versität. Zum ersten Male hat sich eine Dame, Fräulein D med. Jenny Springer, der Berliner medizinischen Prüfung kommission gestellt, alle Schwierigkeiten glücklich überwunde und das Staatsexamen mit„ gut“ bestanden. Fräulein Springer, die bereits seit einer Reihe von Jahren in Berlin praktiziert, hat vorher in Zürich die medizinischen Prüfungen abgelegt.
Der Landwirt.
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gd. Warum braucht das Geflügel Steine und Sand? D Geflügel hat keine Zähne. Darum kann ein Zerkleinen der Futterstoffe im Munde nicht stattfinden. Die Nahrung mittel werden daher ganz verschluckt, und gelangen zunic in den Kropf. Dieser dient zum Erweichen der Nahrung die dann in den Magen gelangt und hier vom Magens durchweicht wird. Der Magen ersetzt bei manchen Vögel namentlich den hühnerartigen, in gewissem Sinne die Zähne Er ist mit einer dicken Muskellagerung umgeben und m einer derben, hornplattenähnlichen Haut ausgekleidet. F dem nun das Geflügel Sand und kleine Steinchen aufnimm werden die durchweichten Futtermittel bei der fortwährend Bewegung des Magens zerkleinert und zermalmt. Jezt ist es dem Huhn, der Gans, dem Puter möglich, die fein g riebene Nahrung zu verdauen. Sind die Steinchen rund worden und abgenutzt, so gehen sie mit dem Kot ab u werden durch neue fantige ersetzt. Diese zur Verdau notwendigen Steine findet das Geflügel bei freiem Ausla reichlich und in großer Menge vor. Fehlt dieser, so be säume man nicht, den Aufenthaltsraum mit Sand und Ste chen zu versehen. Sonst werden Verdauung und Eierleg mangelhaft.
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