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onnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Saus gebracht 60 Bfg., durch die Bet bezogen viertel­fährt. 1.50.

stabeilagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) und die Gießener Geifenblafen( wöchentlich). Bas Blatt erscheint en elfen Werttagen nachmittags.

Montag, den 27. Juni 1904.

Gießener

13. Jahrgang.

Jnsertionspreis: Die einfpaltige Betitzeile für ganz Ober Heffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfo. fenit 15. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 fg.

Postzeitungsliste No. 3269.

Rebattion und Expedition: tegen, Seltersweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362.

Neuelle Nachrichten

( Gießener Tageblaff)

Anabhängige Tageszeitung.

( Gießener Zeitung)

für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Rokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen.

Die Notlage der Herzte.

Von einem Arzt wird uns geschrieben: In Rostock hiell der Verband der deutschen Aerzte seine diesjährige General

Richter: bersammlung ab, um in follettiver Form die wirtschaftlichen

Sind Sie schon' mal Stan desinteressen wahrzunehmen. Obgleich ein durchaus mit den Gewissenschaftlicher Beruf, ist der Aerztestand doch gezwungen richten in gewesen, sich in genau derselben Weise zu organisieren, wie Berührung jeder andere Erwerbszweig. Auch an ihm ist die moderne gekommen?" Entwickelung nicht spurlos vorübergegangen und zwei Mo Beuge:

Ja

mente sind es namentlich, die als ein Uebelstand empfunden ich werden: Auf der einen Seite die Ueberproduktion an Nach, hatte einmal wuchs und auf der anderen Seite die Einengung des Arbeits, einen Freund gebietes durch die wissenschaftlichen Errungenschaften und der war durch das Kassenwesen.

Gerichts­diener."

*

Hm, hm.

Gast:

Ja, Hasen

braten möch te ich gem

essen; wenn der Haje aber, wiesie jagen, erit beim Sänd­ler geholt werden. muß, dann wird e wohl recht

Lange dauern?" Kellner ( dienſteifrig Gott wahre, es igam ist ja nur ein Kagen sprung da

hin."

edaktion der Neuen Berliner

Gegen den Nachwuchs gibt es keine andere Abhilfe als die Veröffentlichung der wirtschaftlichen Lage der Aerzte. Es ist die notwendige Folgeerscheinung unseres hochgesteiger­len Bildungsbedürfnisses, daß alle wissenschaftlichen Berufe m einem übertriebenen Zugang leiden. Bei der Staats. harriere macht sich dieser Ueberfluß an Kräften natürlich we­niger bemerkbar, weil das langsame Avancement in Ver­indung noch mit unzureichenden Gehaltsverhältnissen einen großen Teil des Nachwuchses bereits vorzeitig aus seinen Bahnen herausdrängt und die proletarische Aeußerung dieser leber produktion auf andere Stände, vorzugsweise auf den modernen Journalismus und das Versicherungswesen über­hrägt. Der ärztliche Beruf aber ist frei und die Prole­tarisierung kommt daher innerhalb des geschlossenen Berufs­freises zur Geltung. Nur dann, wenn die Eltern und die vor der Berufswahl stehende Jugend über die teilweisen hostlosen Zustände im Aerzteberuf unterrichtet sind, wird der ungesunde Zustand eines übertriebenen Nachwuchses cfeitigen laffen.

Was nun die Einengung des Gebietes anlangt, so machen die Fortschritte der modernen Hygiene und die Verein­dung, sowie die Zugänglichmachung der Heilmittel für die Laien außerordentlich fühlbar. Seuchen, die mit ehernem Echritt durch die Länder gehen, gehören zu den allergrößten Geltenheiten. So ist die ärztliche Wissenschaft durch Beseiti­gung der Ansteckungsgefahren und der verheerenden Krank­eiten eine Wohltäterin der Menschheit geworden, aber sie at ihren Süngern den Kampf ums Dasein erschwert. Ver­härft wird die Situation noch dadurch, daß die ärztliche Sunft fich in der Praxis wieder vielfach den natürlichen Heil­mitteln zuwendet und daß vor allen Dingen auch eine Reihe Don Medikamenten gegen landläufige Krankheitserscheinun­gen des täglichen Lebens fabrikmäßig hergestellt und den Bien förmlich in die Hand gegeben wird. Mit allen diesen Perhältnissen muß der Aerztestand sich guten Humors ab­Finden und das geschieht auch in dem Bewußtsein, daß die tliche Wissenschaft nur Mittel zum Zweck, daß sonach der ärztliche Stand nicht Selbstzweck ist.

Um so notwendiger aber ist es, gegen die Wirkungen der zialpolitischen Gesetzgebung Sicherungen zu treffen und Fierzu gibt es nur, wie bei allen anderen Erwerbszweigen, ein virtsames Mittel: der Zusammenschluß des Standes und die Durchsetzung eines korporativen Dienstvertrages mit den Raffenverwaltungen. Auch bei dem Aerztestand macht sich die Teie Konkurrenz bei der Honorarforderung in ruinöser Weise eltend. Die vielumstrittene Frage der freien Aerztewahl, ie ein Teil der Laienwelt für förderlich, ein Teil aber für Lachteilig für die Gesundheitspflege erachtet, eriſtiert für den Mateftand nur als ein erstrebenswertes Ziel. Denn ea ann feinem Zweifel unterliegen, daß es den wirtschaftlichen nteressen des einzelnen Arztes am förderlichsten ist, wenn rch die Kassenverwaltungen keine Aerztemonopole geschaf en werden, die ja zudem auch mit dem Geiste des Gesetzes, as den Aerztestand zu einem freien Berufe macht, in Ciderspruch stehen. Es ist also nur natürlich, wenn in der Rostocker Versammlung diese Frage gründlich durchgesprochen and mit der Ausrufung des Grundsatzes der freien Aerzte­Dahl erledigt wurde.

de

für

wetter oder sonst äußere Uebel. ins dagegen, wie gegen Frost, Sturm, Regen en wir nicht, wir erfahren's nur, lehnen's ab Persönlichkeit. Was Feinde gegen uns unter­

uns tun, ist auch ein Erlebtes, denn es

Du wirst ohnehin Hilfskräfte brauchen.

Gilen

Sie, das

Million 1" gelegenen, heißt an die Frau zu Sie werden mit doppeltem Dampf arbeiten müssen. derhand genügt es unter dem gewissen Schlagwort, alle ab­junge Baar hier zu verloben, Herr, und dann in die Fabrik! , nicht recht gangbaren Artikel an den Mann, das gewendet, meinte er: Und dir Jch gratuliere zur fünftigen Vor­

Und zu Edm.gen.

Der Herero- Hufftand.

Infolge der abwartenden Haltung des deutschen Ober­mmandos sind zurzeit keine größeren Gefechte in Südwest­Frita zu erwarten. Dagegen wäre es falsch, anzunehmen, a nun überhaupt auf der ganzen Linie völlige Ruhe ein­etreten wäre und die Schüsse garnicht mehr knatterten. Die Emgehungsbewegungen, die die deutschen Kolonnen ausfüh­en, werden ständig zu kleinen Reibungen mit den Gegnern hren. Erst jetzt wieder meldet Generalleutnant v. Trotha on einem solchen Zusammentreffen, bei dem diesmal unsere warzen Verbündeten, die Witbois, die Ehre der deutschen lagge vertreten haben. Sie kamen auf einem Erkundungs it mit einer Hereroschaar ins Gefecht und töteten drei der Begner. Die Witbois, deren greiser Kapitän Hendrick Witboi, erst wieder, um Gerüchten von beabsichtigtem Verrat ener­i entgegenzutreten, 30 seiner erprobtesten Orlogsmänner, friegserfahrene Unterführer, ins deutsche Hauptquartier fandt hat, leisten unseren Truppen die wertvollsten Dienste Kundschafter. Mit der Eigenart des Landes aufs ge­aueste vertraut, an die Kampfweise der Feinde von Jugend f gewöhnt, fühne, vor nichts zurückschreckende Krieger, find

sie nicht hoch genug einzuschätzende Verbündete. Die kleine Kundschafterabteilung, um die es sich im oben bezeichneten Tall handelt, ritt über Otjive- Ovutjiwa- Kamandumba auf Evindi- Otjikuvare und ist dann nach dem Omuvamba- Fluß und zu Major von Estorff zurückgekehrt. Im Süden vom Omuvambaflusse befindet sich dichter Busch mit langen wasser­losen Strecken, so daß sowohl die Aufklärung wie der Marsch für die deutschen Truppen sehr schwierig ist. In der ganzen Gegend findet man die großen Wersten gänzlich von den Eingeborenen verlassen. Sie befinden sich alle im großen Lager der Herero um Samuel Maharero geschaart. Die Witbois- Abteilung unter Major v. Estorff verhinderte die Herero am Ausweichen nach Nordosten. Generalleutnant b. Trotha hat in der minutiösesten Form an alle Eventuali. täten gedacht und die ihm unterstellten Truppen so gegliedert und dirigiert, daß den Herero ein vorzeitiges Entweichen aller menschlichen Berechnung nach unmöglich gemacht ist. Die Hauptmacht der Herero ist nach dem Waterberg gezogen, weil dort ihr Vieh( 3- bis 400 000 Stück) sich in einer aus. gedehnten natürlichen Festung in Sicherheit befindet. Das den Ansiedlern geraubte Vieh, das in viel besserem Ernäh­rungszustande als das der Eingeborenen war, haben die Herero verzehrt. In den ersten Tagen des Juli gehen weitere Ergänzungstransporte an Truppen und Pferden von Hamburg aus nach Südwestafrika ab, ebenso, hat der Dampfer ,, Nassovia" mit einem reichen Vorrat an Munition und Ge­schüßen die Reise dorthin angetreten.

Neue Seefchlacht vor Port Arthur.

Während die allgemeine Aufmerksamkeit sich auf die Vorgänge in der Umgegend von Kaiping rich­tete, wo ein entscheidender Zusammenstoß erwartet wurde, ja schon stattgefunden haben sollte, wird sie plötzlich wieder nach dem ursprünglichen Brenn­punkt des Interesses: Port Arthur gelenkt. Dort ist es zu einer schweren Seeschlacht zwischen den Geschwadern des russischen Kontreadmirals Witthöft und des japanischen Ad­mirals Togo gekommen, in der die Japaner die Oberhand behielten.

Ueber den Verlauf der neuen

Seeschlacht vor Port Arthur liegt folgender Bericht des Admirals Togo vor:

Ich erhielt am Donnerstag Nachricht von dem Er­scheinen der russischen Flotte in der Nähe der Einfahrt des Hafens von Port Arthur und ging sofort mit meiner ganzen Flotte vor. Die russische Flotte bestand aus sechs Schlachtschiffen, fünf Kreuzern und vierzehn, Torpedo­bootszerstörern; es war augenscheinlich ein Vorstoß nach Süden geplant. Die japanischen Torpedoboots zerstörer griffen an, brachten ein Schlachtschiff von der Bereswjet­Klasse durch einen Torpedo zum Sinken und machten ein anderes Schlachtschiff sowie einen Kreuzer kampfunfähig. Der japanische Torpedobootszerstörer Schirakumo" ist be schädigt, und drei japanische Torpedoboote sind leicht be schädigt. Drei Japaner sind gefallen, drei verwundet.

Wenn auch der neue Verlust, den die russische Flotte er­litten hat, in Petersburg große Trauer hervorrufen wird, so vird es doch auch zugleich ein Gefühl freudigen Stolzes er. vecken, daß nach der Wladiwostok- Abteilung jetzt auch die bisher untätig in Port Arthur eingeschlossenen Schlacht­jchiffe anfangen, seemännischen Schneid zu entwickeln. Ad­miral Togo war allerdings auf ihren Angriff besser vorbe. : eitet, als sein Kollege Kamimura auf den kühnen Kreuz­jug der Wladiwostoker. Aber wenn auch der Erfolg dem unternehmungsluftigen Admiral Witthöft nicht beschieden var, er kann doch mit Genugtuung auf die Tatsache zurück­blicken, daß es ihm gelungen ist, das ihm unterstellte Ge­schwader wieder gefechtsbereit zu machen und aus dem Ge­fängnis in blockierten Hafen wieder an den Feind zu brin­gen. Dieser muß jetzt allen Ernstes mit der neuen bedroh­lichen Erstarfung des Gegners rechnen und verliert so viel oon seiner freien Beweglichkeit und Kontrolle der See. Die jetzige

Lage auf dem Landkriegsschauplat brängt unbedingt auf eine Entscheidung hin. Nach einer Mel. dung aus Liautschang sind dort Gerüchte verbreitet, denen zufolge die japanischen Armeen sich bereits vereinigt hätten. Wie aus Taschitschau gemeldet wird, rücken die Japaner Don Senjutschen weiter nach Saiping heran; in Senjutschen haben sie bedeutende Kräfte konzentriert mit einer großen Bahl von Geschützen. In der Nacht zum 23. d. M. machten ie mißlungene Versuche, sogar hinter die Kette der russischen Corposten südlich Inkou durchzudringen. Gleichzeitig er. schienen an der Küste von Kaiping japanische Schiffe. Nörd. lich von Fönghwanghtscheng ist keinerlei Veränderung be­merkt worden. Zahlreiche Tschuntschusenbanden beunruhigen den linken Flügel der Russen; sie überfallen die Vorposten und die Postverbindungen, wobei sie augenscheinlich nach den Anweisungen der Japaner handeln. Eine abgestiegene ja. panische Schwadron geriet infolge eines geschickten Manövers ber Grenzwache in einen Sinterhalt und erlitt starke Verluste.

Am 23. stellten die Japaner ihren Vormarsch ein, offenbar, um einen Rasttag zu machen. Auf den Wegen südlich von Siujan- Kaiping hatten russische Vorposten einen Erfolg im Zusammentreffen bei Siandiau. Eine Kosakensotnie, welche die Besatzung des Ortes bildete, wurde verdrängt, Hilfs­trupven mit einigen Geschüßen eilten jedoch herbei und dräng ten die Japaner zurück, die in Verwirrung abzogen. Dabei erlitten sie erhebliche Verluste. Auf russischer Seite wurden 3 Offiziere verwundet und 24 Mann getötet oder verwundet. Den russischen Generalen Kondratichent und Stackelberg foll die Vereinigung geglückt sein. Stackelbergs Rückzug werde in guter Ordnung bewirkt; mehrere seiner Geschütze wurden auf die Bahn gebracht. Kuroki bewegt sich nach Norden, ge­schützt durch seine verschanzten Stellungen.

Die Monarchenzufammenkunft.

O Kiel, 25. Juni.

Eine gewaltige Kanonade aus mehr als tausend Feuer­Schlünden, zum größten Teil der schwersten, die die heutige Technik fennt, weckte nachmittags gegen 3 Uhr ein tausend­faches Echo, als die stolze Jacht des Königs Eduard von Eng­land ,, Victoria and Albert" in den Hafen einlief. Die ,, Vic­toria and Albert" war esfortiert von einem stattlichen Ge­schwader, das den donnernden Salut der deutschen Kriegs­schiffe erwiderte. Der Kaiser war seinem Gaste bereits früher auf dem Verkehrsboot Hulda" bis Holtenau zur ersten Be­grüßung entgegen gefahren.

Die Victoria and Albert" glitt wie ein leichter Schwan durch die lange Reihe der gewaltigen Eisenkolosse, die bald in einen so dichten Rauch gehüllt waren, daß man die lustig pehende Flaggengala nicht mehr sehen konnte. 22 Schiffe sind es, die unsere aktive Schlachtflotte bilden. Weiter im Torpedobootshafen liegt die aus nur großen Booten bestehende Torpedobootsflottille, dicht bei der Hohenzollern der Panzer­Freuzer Prinz Adalbert", auf dem die Flagge des Staatssekretärs von Tirpitz weht. Auf den Raaen die Mannschaften in Parade aufgestellt, und während der ganzen Fahrt scholl aus Tausenden pon Seemannsfehlen dem Gast ihres Kaisers ein donnerndes dreifaches Hurra entgegen, während die Kapellen das ,, God save the king" intonierten.

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Die Victoria and Albert" machte an der Boje neben der Hohenzollern" fest und sogleich entwickelte sich ein leben­diges Leben an Bord der letzteren. Ganze Scharen von hohen Offizieren strömten hinzu in goldstrogenden Galauniformen, und bald erscheint auch an Bod des in einen wahren Blumen­jain verwandelten deutschen Kaiserschiffes der königliche Bast, der vom Kaiser, der Kaiserin und den anwesenden Prin­zen herzlich empfangen wird. Daran schloß sich eine große Defiliercour der Offiziere und der Hofgesellschaft.

Die Politik.

Die Preßpolemik über Miniſterreisen spinnt sich noch weiter fort. Die zuerst angreifenden Blätter ziehen sich jetzt darauf, daß der den preußischen Ministern gemachte Vorwurf nicht dagegen richte, daß sie gelegentlich auf Reisen oder Er­holungsurlaub gingen, sondern dagegen, daß Reisen, die nicht Amtszwecken dienten, ohne genügende Rücksicht auf die parla­mentarischen Arbeiten unternommen würden. Für diesen Vorwurf fehlt es allerdings an Beweisen, nachdem selbst Herr v. Hammerstein nachgewiesen hat, daß er um Verschiebung von parlamentarischen Arbeiten gebeten habe, nur insoweit dies ohne deren Schädigung möglich sei. Mehr Beachtung verdient die Ausführung eines konservativen Blattes, welche der Ueberzeugung Ausdruck gibt, daß es des Festefeierns mit Die der Diners, Frühstücks und Reden zu viel werde. ernsteren Arbeit zu widmende Zeit müsse darunter leiden.

Die Finanzkommission des Preußischen Herrenhauses ver­handelte am Sonnabend, wie unser CB- Korrespondent schreibt, über den im Abgeordnetenhause beschlossenen Gesetz­entwurf betr. die Gewährung von Beihilfen an ehemalige Angehörige des preußischen Heeres und der Ma­rine, die an dem Kriege gegen Dänemark 1864 teilgenommen haben. Die Vorlage wurde einstimmig abgelehnt. Es gelangte eine Resolution zur Annahme, welche es als be­denklich erklärte, solche dem Reiche zukommenden Ausgaben den Einzelstaaten aufzuerlegen. Dagegen wird darin die Erwartung ausgesprochen, daß die preußische Staatsregierung beim Bundesrat dahin wirken werde, eine ausreichende Veteranen- Entschädigung anläßlich der früher geführten Kriege herbeizuführen.

Die Spannung zwischen Unterhaus und Oberhaus, die zurzeit in den drei süddeutschen Staaten besteht, scheint sich im Großherzogtum Baden am ehesten lösen zu wollen. Wie aus Karlsruhe telegraphiert wird, hat die Verfassungskom­mission der Ersten Kammer Sonnabend über die Verfassungs­reformvorlage Beschlüsse gefaßt, die eine Verständigung der gefeßgebenden Faktoren über diesen Gesezentwurf erhoffen laffen. Die Regierung hat soeben der Kammer einen neuen Entwurf einer Wahlkreiseinteilung für die Wahlen zur zweiten Ranimer vorgelegt. Derselbe enthält einige Ab­änderungen für einzelne Bezirke.