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× Männerturnverein Gießen. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am legten Sams­tag wurde der Antrag, den Mitgliederbeitrag auf der seit­herigen Höhe zu belassen, angenommen, und der Beitrag be­trägt wie seither 1.50 Mt. für das Vierteljahr. Der auf­gestellte Voranschlag für 1904/05 wurde gutgeheißen.

A Seinen 100jährigen Geburtstag feiert in diesen Tagen der Geometer 1. Klasse, Gg. Eu ler, in Gießen, Rodheimerstraße 50.

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** Das Gasthaus Zum Löwen" zu Gießen hat der Besizer, Dachdeckermeister Carlé, an den Restau­rateur Jastowsky verpachtet. Letterer wird die Pacht zu Anfang Mai antreten.

A( Berichtigung.) Das von der Firma Aber­mann& Kling in Gießen erworbene Gelände hat nicht, wie wir gestern falsch berichteten, einen Flächeninhalt von 48000, sondern 14800 Quadratmetern.

+ Auf der Eisenbahnstrecke Buzbach- Lich wird vom 1. Mai ab an den Sonntagen ein Zug eingeschaltet, von Bußbach um 3 Uhr nachmittags abgehend. Der Zug nachmittags um 7.30 Uhr ab Butzbach wird früher gelegt und bis Lich durchgeführt, sodaß man gegen 2 8 Uhr noch von Lich nach Bußbach gelangen kann.

* Bei der vorige Woche in Darin st adt stattgehabten Zusammenkunft der Vertreter der hessischen Städte, bei der es sich nur um die Beratung des neuen Gesezentwurfes über die Gemeindeumlagen handelte, stellten sich die hessischen Städtevertreter im großen und ganzen auf denselben Stand­punkt, den auch der hessische Handelskammertag in seinen Beschlüssen zum Gesezentwurf eingenommen hat. Die Be­schlüsse werden demnächst im Druck erscheinen und den Kommunalverwaltungen der beteiligten Städte und den Mitgliedern der Stadtverordneten- Versammlungen zugestellt.

*** Der Ausschuß des Verbands hessischer Spengler und Installateure hielt am Sonntag zu Worms eine Sigung ab. Vertreten waren die Bezirke Darmstadt, Mainz, Bingen, Gießen, Alsfeld, Büdingen, Offenbach, Groß- Biberau, Beerfelden. Die Beratung der Statuten wurde vorgenommen, wobei erwähnt wurde, daß der hessische Verband sich an den süddeutschen Verband anschließen werde. Da der süddeutsche Verband sich bereits mit dem norddeutschen Verband ver­einigt habe, so sei über ganz Deutschland das Spengler und Installationsgewerbe in einem Verband vereint. Herr Faber aus Gießen machte Mitteilungen, wie sich die Kollegen in ganz Oberhessen zusammen vereinigen. Die da­bei gehegten Erwartungen seien in höchst erfreulicher Weise übertroffen worden. Der nächste Verbandstag soll in Worms abgehalten werden. Die nächste Ausschußsißung findet in Bingen statt

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*** Der Birkhahn hält nun seine Balz, der drol­lige Gesell', er tanzt und fämpft jest jeden Morgen" so wird vom Orber Reissig und aus verschiedenen Bezirken des Odenwaldes gemeldet.

*** Lollar, 25. April. Eine Anzahl Arbeiter sind seit 40 Jahren und länger auf der hiesigen Main- Weser- Hütte beschäftigt. Aus diesem Anlaß soll am 7. Mai ein großes Arbeiterfest, von dem Werke veranlaßt, gefeiert werden.

Holzheim, 26. April. Ein Teil unserer Schulkinder ift am Scharlachfieber erkrankt. Trotzdem bis jezt Sterbefälle noch nicht vorgekommen, sind doch einige ernstlich er­frantt.

A Grünberg, 27. April. Wie wir hören, ist Herr R. Ritter von hier mit der Anlage einer Geflügel­zucht beschäftigt. Das Vogelhaus ist bereits bevölkert, während das Geflügelhaus seiner Vollendung entgegengeht. Es ist dies wieder ein erfreulicher Beweis, daß die Ge­flügelzucht in unserer Gegend immer mehr Eingang findet. A Grünberg, 27. April. Beurlaubt bis zum 18. Mai d. Is. ist der Großh. Kreisveterinärarzt Ne unhöffer von hier. Während dieser Zeit hat der Großh. Kreisveteri­

närarzt Schmidt zu Gießen die Vertretung für die Ge-| meinden des Kreises Gießen übernommen.

Ehringshausen. Tot aufgefunden mit zu­bursche der zwischen Ehringshausen und Schellnhausen gele­sammengedrückter Brust wurde am letzten Freitag der Mühl­genen Mühle.

= Hersfeld, 26. April. Hier hat sich unter dem Namen Hersfelder Brunnengesellschaft" eine Aktiengesellschaft mit 48000 Mt. Rapital gebildet, welche die vor dem Johan­

will.

nistore in früherer Zeit vorhanden gewesene, aber verloren gegangene Mineralquelle durch Bohrungen wieder aufsuchen Frankfurt a. M., 26. April. In einem Hotel in der Großen Friedberger Gasse wurde in vergangener Nacht allen Reisenden das Schuhwerk gestohlen.

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gemorderen Kinder Sophie und Elisabeth Bender wurden am Frankfurt a. M., 25. April. Die von ihrem Vater seligen Karren lagen zwei schmucklose kleine Särge. Das Samstag ohne Sang und Klang beerdigt. Auf einem arm Trauergefolge bildeten der Friedhofskommissar, zwei Toten­gräber und zwei zufällig hinzugekommene fleine Mädchen. Kein Geistlicher war erschienen. Sprechen wir ein stilles Gebet! sagte der Friedhofskommissar. Damit war die Trauerfeier beendigt. Auf eine Anfrage erklärte später die Friedhofsverwaltung, die Familie Bender hätte keine Anord­nungen für die Beerdigung getroffen. Gut gesagt: Der Vater ſigt im Loch und die Mutter liegt im Krankenhause!

*** Darmstadt, 26. April.( Militärdienst­nachricht.) Generalmajor von Zastrow, Komman­dant von Mainz, in Genehmigung seines Abschieds­gesuchs mit der gefeßlichen Pension zur Disposition gesteЛt.

der Großh. außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte + Darmstadt, 26. April. Am gestrigen Tage beging Minister am Königlich Preußischen Hofe, Bevollmächtigter zum Bundesrat, Wirklicher Geheimerat Dr. Karl v. Neid hardt in voller geistiger und körperlicher Frische und Rüftigkeit sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Herr v. Neidhardt gehört nunmehr 32 Jahre als Bevoll­mächtigter dem Bundesrate an und fungiert seit nahezu 28 Jahren zugleich als Großh. Gesandter am Königlich Preu­ßischen Hof. Er hat in dieser Zeit und in diesen Stellungen sowie vorher durch seine langjährige Tätigkeit im Staats­ministerium zu Darmstadt Sr. Königl. Hoheit dem Groß­herzog und Allerhöchstdessen Vorfahren, unserem Lande und dem Reiche in treuester und hingebendster Pflichterfüllung ausgezeichnete, hervorragende Dienste geleistet. Dankbar ge­denkt man dessen und hegt den herzlichen Wunsch, daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch lange Jahre in un­geschwächter Schaffenstraft zu wirken. Der Großherzog hat dem Jubilar das Großkreuz des Ludewigs Ordens der= liehen.

Pfungstadt erhält nun Kanalisation. Die Anlage foftet 110 000 Mart. XBischofsheim, 25. April. Dem Kaiser wird bei Landwirt Becht aus Delfenbein, der älteste Soldat und seiner Durchfahrt durch unsern Ort der 101 Jahre alte Unteroffizier der preußischen Armee, vorgestellt.

Aus Franken, 25. April. Durch anonyme Briefe in den Tod getrieben wurde die 23 jährige Defonomentochter

Dorbath in Heidingsfeld. In den Briefen, die sie seit einiger Zeit von einem Unbekannten erhielt, wurde ihr mit­geteilt, sie werde von ihrem Bräutigam hintergangen. Das hatte sich das Mädchen allmählich in den Kopf gesezt und war zulegt völlig frübsinnig geworden. Jetzt machte es feinem Leben im Main ein Ende.

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Butzbach: 19. Mai, 6. Oftober, 22. November( tags tember, 9. November, K. V.; 9. Mai, 29. Aug., B. zuvor K.) und 22. Dezember, K. V.

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Aus dem Gerichtssaal.

Straffammer.

Gießen, den 26. April 1904. Der noch jugendliche, aber bereits vielfach vorbestrafte Taglöhner Emil Weber von Bornheim hat dem Kauf­mann Wörner von Bad Nauheim ein Fahrrad ge­stohlen. Urteil: 10 Monate Gefängnis. Der zu Franf­furt a. M. wohnhafte Reisende Wilhelm Hansult von Wie­seck prellte drei Gießener Wirte um erhebliche Zechen. Ein Monat Untersuchungshaft wird mit Rücksicht auf das Urteil: 10 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Geständnis auf die erkannte Strafe angerechnet.- Unter der Anklage, den Knecht Karl Schreiner zu Wohnfeld körperlich verlegt zu haben, hatten sich die Landwirte Hein­rich Schneidmüller und Heinrich Scharmann dortselbst vor dem Schöffengericht Ulrichstein zu verantworten. Während Schneidmüller freigesprochen wurde, erhielt Scharmann eine Geldstrafe von 75 Mt Die Staatsanwaltschaft verfolgte gegen diese Erkenntnis Berufung, welche zu dem Ergebnis führte, daß Schneidmüller mit 14 Tagen Gefängnis belegt und Scharmann freigesprochen wurde. Der Taglöhner Ernst Ranft von Grünberg wurde durch das dortige Schöffengericht wegen einer an den Eheleuten Heinrich Stod begangenen Körperverlegung zu 5 Monaten Gefängnis ver­urteilt. Auf seine Berufung wurde heute die Strafe auf 6 Wochen herbges Bt. Wegen Ueberschreitung des Züch­tigungsrechts wurde der Lehrer Richard Fleischhauer von Hainchen zu einer Geldstrafe von 15 Mt. verurteilt. Der Schreinergeselle Bruno Herrmann von Görlitz stahl zu Bußbach seinem Mitgesellen den Betrag von 8,50 Mt. Mit Rücksicht auf die Vorstrafen wurde auf 1 Jahr Bucht­haus, 5 Jahr Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht rechnung. erkannt. Vier Wochen Untersuchungshaft tommen in Un­- Der Landwirt Heinrich Triesch von Seln­haar wurde durch das Ortenberger Schöffengericht wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit einer Gefängnisstrafe von einem Monat belegt, wogegen er Berufung einlegte. Mit Rücksicht auf die Unbestraftheit und das hohe Alter des

Angeklagten ließ das Gericht Milde walten und erkannte auf 60 Mt. Geldstrafe.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Donners­tag, den 28. April 1904. Meist ruhig und heiter, wärmer, Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein.

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