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Die maritimen Operationen bei Port Arthur dürften für die nächste Zeit eine Einschränkung erfahren müssen, wenn es sich bewahrheitet, daß

Das

freischwimmende Minen im Gelben Meer umbertreiben. Aus Tokio wird hierzu berichtet: Die große Anzahl von zwischen Port Arthur und Dalny gelegten Minen, die bei einer Berührung zur Explosion gelangen, zwingt die japanischen Schiffsgesellschaften, welche den Dienst im Gelben Meer und an den Küsten von Petschili versehen, von jeder Fahrt über Tschemulpo hinaus abzusehen. Der japanische Kreuzer Asama" brachte eine Mine, die er 40 Seemeilen vom Vorgebirge Schantung entdeckte, zur Explosion. Herrschende Unwetter und reißende Strömungen haben eine große Anzahl der Minen von ihrem Plate fortgetrieben, mehrere sind bereits aufgefunden und unschädlich gemacht worden, aber man fürchtet, daß noch viele andere, die frei umherschwimmen, durch die Strömung nach Süden getrieben sein könnten. Die Schiffahrt ist daher selbst am Tage gefähr­lich und man hat bisher noch kein praktisches Mittel gefunden, um sich von dieser Gefahr zu befreien.

Die Politik.

Nachdem der Plan eines a Ile industriellen Verbände Deutschlands umfassenden neutralen Arbeitgeberverbandes gescheitert und statt dessen unter dem Namen Haupt­stelle des Arbeitgeberverbandes" von dem Zentralverbande deutscher Industrieller eine Teilorganisation begründet worden ist, wollen nunmehr die dieser Teilorganisation nicht angehörigen Verbände unter sich einen Zu­sammenschluß herbeiführen. Sie wollen selbst einen Arbeitgeberverband bilden und dann mit der Hauptstelle eine Art Kartellverhältnis eingehen, um in Fragen, die ein geschlossenes Zusammengehen aller deutschen Arbeitgeber erheischen, die gesamte Macht der deut­schen Arbeiterschaft zusammenfassen zu können. Innerhalb acht Wochen soll eine Versammlung einberufen werden, die hierüber weitere Beschlüsse fassen wird.

Italien.

Decr und flotte.

Ein neuer englischer Schiffstyp. Eine vollständig neut Kriegsschiffklasse wird in England gebaut. Es handelt sich um eine Klasse, die den Namen Scoutklasse" erhalten soll. Diese Schiffe sollen die Funktionen der Torpedobootszerstörer und der geschützten Kreuzer soweit als möglich miteinander vereinigen. Die Schiffe erhalten eine Fahrgeschwindigkeit von 25 Seemeilen, und werden in der Lage sein, 4000 See­meilen zu fahren, ohne neue Sohlen einnehmen zu müssen. Das Deplacement beträgt ungefähr 3000 Tonnen. Der Schutz wird in dreizölligen Panzerplatten bestehen und die Armierung in 10 3wölfpfündern, 8 Dreipfündern und zwei achtzehnzölligen Decktorpedorohren.

A In Rom eingelaufene Depeschen wissen von einem neuen Sieg über den Mullah zu berichten. Auf seinem schleunigen Rückzug von den Engländern wurde der Mullah, als er auf italienisches Gebiet übertreten wollte, von den Migurtinern, einer unter italienischem Protektorat stehenden Völkerschaft, angegriffen und in einer, blutigen Schlacht zurückgeschlagen. Wohin re sich jetzt gewendet hat, weiß man noch nicht.

Frankreich.

Chinesische Offiziere in der preußischen Armee. In den nächsten Tagen werden acht chinesische Offiziere ins preußische Heer eingereiht werden und zwar sämtlich in Kasseler Regi­menter. Sie haben auf einem dortigen Pädagogium bereits einen Kursus speziell in der deutschen Sprache absolviert. Sie müssen nach Vorschrift des Kriegsministers eine besondere von der preußischen abweichende Uniform tragen.

Deutfcher Reichstag.

bare Explosion. Die Mischhütte wurde turmhoch in die Luft geschleudert. Ein Verlust an Menschenleben ist aber nicht zu beklagen, nur ein Wertmeister erlitt unbedeutende Ver­legungen.

Durch eine Explosion schlagen der Wetter wurden auf der der Vereingungsgesellschaft gehörigen Grube Maria" in Kohlscheid drei Personen schwer verletzt. Sie erlitten schreck­liche Brandwunden. Einer der Verletzten, ein Vater von zwölf Kindern, starb alsbald. Die beiden anderen sind in das Hospital eingeliefert worden.

Gine gewaltige Feuersbrunst hat in der Londoner Ge­schäftsgegend, der City, gewütet. Dem verheerenden Ele­ment fielen nicht weniger als vier riesige Warenhäuser zum Opfer. Der Schaden wird auf viele Millionen geschätzt.

Von einem Irrsinnigen überfallen. Welchen Gefahren die Irrenärzte in ihrem schweren Beruf ausgesezt sind, geht aus folgendem Bericht aus der Frrenanstalt Stephansfeld hervor. Dort wurde der Direktor Sanitätsrat Dr. Torster von einem seiner Patienten überfallen und durch einen Stich in den Unterleib lebensgefährlich verlegt.

Bunte Chronik. In Breslau fielen gestern beim Refe­rendariatsexamen sämtliche vier Kandidaten glatt durch.

In Nauen bei Spandau erschlug die Ehefrau des Dachdeckers Albert Beeskow ihren Mann mit einem Beil und erhängte sich dann.

Lokales.

27. April 1904.

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P.-A. Nachdem seitens des Ministeriums dem Natio= nalen Gesangswettstreit zu Gießen", gestattet worden ist, bereits am ersten Feiertage Gesamtchöre unit Orchesterbegleitung aufzuführen, ist ein volles Einsehen des Festes schon für diesen Tag gewährleistet. Unsere Stadt wird sich infolgedessen zur Aufnahme noch zahlreicherer Gäste zu rüsten haben, als man früher annehmen konnte. So ist z. B. von Kassel statt 100 Sänger die doppelte Bahl angemeldet. Der Wohnungsausschuß, dem die Pflicht obliegt, diesen Menschenzufluß in unserer Stadt unterzubringen, ist damit vor eine schwere Aufgabe gestellt. Er hat seine Tätigkeit bereits aufgenommen, wird jedoch mehr wie je mit der Gastfreundschaft der einzelnen Einwohner Gießens zu rechnen haben. Wir machen auf den diesbezüglichen Aufruf in dieser Nummer aufmerksam. Unsere Stadt genießt den Ruf großer Gastlichkeit und wird ihr hoffentlich auch für diese städtischen Festtage zu wahren wissen.

( 76. Sizung.) CB Berlin, 26. April. Heute wurden zunächst die drei mit verschiedenen Staaten geschlossenen Abkommen über das internationale Privatrecht Eheschließung, Trennung, Vormundschaft ohne wesentliche Diskussion endgültig angenommen. Dann folgte die zweite Beratung des Gesezentwurfs betreffend die Krankenfürsorge für Seeleute, die etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, weil die Sozialdemokraten den Ver­such machten, weiter gehende Bestimmungen in die Vorlage aufzunehmen. Vergeblich war der Hinweis, daß hier ein Ver­sprechen von der Regierung eingeführt werde, dessen Er­füllung die äußerste Linke selbst so schnell gar nicht erwartet hätte, da das Gesetz den Seeleuten im wesentlichen die gleiche Krankenfürsorge bringe, die die Arbeiter bereits haben. Die Sozialdemokratie beobachtete auch hier den Grundsatz alles oder nichts und stimmte, da ihre Anträge abgelehnt wurden, gegen die einzelnen Artikel. Aber sie blieb in der Negation allein, die bürgerlichen Parteien nahmen die Vorlage mit einer für die Geschäftslage bezeichnenden und durch diese be­dingten Aenderung an. Als Tag des Inkrafttretens war der 1. April vorgesehen, heute haben mir bereits den 26.; der Meichstag setzte daher den 15. Mai ein. Nachdem dieser Punkt der Tagesordnung erledigt war, kam endlich die No- velle zum Börsengesetz an die Reihe, die vom preußischen Handelsminister Möller begründet wurde. Er schilderte die wirtschaftlichen Nachteile, die die Bestimmungen des Börsengesetzes über das Termingeschäft gehabt hätten, nannte aber die moralischen Folgen für den kaufmännischen Verkehr, die Verlegung von Treu und Glau­ben noch schlimmer. Diesem Bruch von Treu und Glauben für die Zukunft vorzubeugen sei der erste Zweck der Novelle. Für den Konservativen Grafen Kanib ist das Verbot des Getreideterminhandels der Kern des Börsengesetzes. Wird das Verbot so modifiziert, wie die Novelle vorschlägt, so bleibt nach seiner Meinung von dem ganzen Börsengeset eigentlich nichts übrig. Graf Kanit nahm also einen in der Haupt­Sache entschieden ablehnenden Standpunkt ein und er begrün­dete seine Opposition so temperamentvoll und polemisch, daß ihm nicht nur seine speziellen Freunde auf der Rechten, son­dern alle mehr oder weniger agrarisch gesinnten Parteien lebhaften Beifall zollten. Nach einer Erwiderung des Re­gierungsvertreters vertagte sich das Haus auf morgen.

Ein eigenartiger Streit ist in Marseille ausgebrochen: Die Offiziere der Handelsmarine streifen! Der Grund für diesen Streik ist das Verhalten der Matrosensyndikate gegen­über den Offizieren. Diese Matrosenbereinigungen treten ebenso wie die ihnen angehörigen einzelnen Matrosen- den Offizieren störrisch und grob gegenüber, fordern immer neue Rechte für die Mannschaft und gefährden die Disziplin auf den Schiffen. Diesen Terrorismus wollen sich die Offiziere nicht länger gefallen lassen. Die unmittelbare Veranlassung zu dem seltsamen Streik gab die Forderung der Matrosen eines Handelsschiffes, daß zwei Offiziere, die sie der allzu großen Strenge beschuldigten, entlassen würden. Sie drohten den Reedern mit der Niederlegung der Arbeit, wenn ihre Wünsche nicht erfüllt würden. Auch die Strafbehörden sehen die Verfehlungen der Matrosen nach Ansicht der Offiziere mit allzu nachsichtigen Augen an und untergraben dadurch die Disziplin. Die Streifenden haben aus Havre und Bor­deaux schon die Zusicherung erhalten, daß die dortigen Offi­ziere der Handelsschiffe unter Umständen ihrem Beispiel fol­gen würden.

Spanien.

Schon wieder wird aus Madrid ein Attentat auf den spanischen Ministerpräsidenten Maura gemeldet. Danach soll zwischen Alicante und La Encina gegen den Eisenbahn­waggon, in dem Maura saß, ein Schuf abgefeuert worden sein. Die Kugel, die in die Decke des Waggons eindrang, habe aber keinen Schaden angerichtet. Wenn's wahr ist!

Türkei.

Zwischen der Türkei und Griechenland ist ein diplo­matischer Konflikt ausgebrochen. Ein Beamter des griechi­schen Konsulats in Smyrna geriet bei einer Ueberschreitung seiner Befugnisse in Streit mit einigen türkischen Soldaten und schoß auf sie. Natürlich schossen sie wieder und der­toundeten ihn und zwei seiner Kawassen( Polizisten). Daraus wollen die Griechen eine große Haupt- und Staatsaftion machen und gleich ihre Flotte nach Smyrna schicken, um sich ,, Genugtuung" für die Uebergriffe ihres Konsularbeamten zu holen. Größenwahn!

Hof und Gesellschaft.

Preussifcher Landtag. Haus der Abgeordneten.

Gießen Eine Gesellschaft für experimen= telle Psychologie hat sich bei dem in Gießen vom 18.- 21. d. M. stattgehabten Kongreß für experimentelle Psychologie gebildet. Der Vorstand besteht aus den Herren Prof. Dr. E. Müller- Göttingen als Vorsigenden, Ebbing­haus Breslau, S. Eyner- Wien, Külpe- Würzburg, Sommer­Gießen, ferner Schumann- Berlin als Schriftführer. Die Gesellschaft bezweckt die Förderung der experimentellen Psychologie und aller verwandten methodisch- psychologischen Bestrebungen.

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***( Hauptversammlung.) Unter dem Vorsiß des Herrn Provinz aldirektors Dr. Breidert fand gestern nachmittag im Neuen Saalbau hierselbst eine Hauptversammlung des Die Vera landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen statt handlungen hatten folgendes Ergebnis: Als Stellvertreter des nach Friedberg verzogenen Dekonomierats Schlenke wurde Herr Dekonomierat Hoffmann- Hof- Gill und an Stelle des nach Mainz verseßten Herrn Regierungsrats Dr. Heinrichs, Herr Rechtsanwalt Sandmann in Hungen als Abgeordneter zum Ausschusse des landwirtschaftlichen Provinzialvereins ge­wählt. Die Wahl eines Sefretärs des Bezirksvereins fiel auf Herrn Kreisamtmann Hechler. In den Ausschuß des landwirtschaftlichen Bezirksvereins wurden folgende Herren gewählt: Stadtverordneter Helfrich- Gießen, Pächter Schuchard­Neuhof, Rentner E. Zimmer- Bingmühle bei Lauter, Rechner Lang- Wieseck, Landwirt W. Weil- Lang- Göns, Oberbürger meister Mecum- Gießen, Kreisamtmann Dr. Kranzbühler­Gießen, Kreisveterinärarzt Schmidt- Gießen, Bürgermeister Krämer- Steinbach, Bürgermeister Leun- Großen- Linden, Bür­germeister Zimmer- Grünberg, Bürgermeister Lang- Oden­hausen, Bürgermeister Köhler Langsdorf, Bürgermeister Schneider Utphe, Bürgermeister Heller- Lich, Bürgermeister Buttron- Hungen, Pächter Klein- Hof- Albach und Heinrich Feld­mann- Lauter.

( 61. Sizung.) RK. Berlin, 26. April. Der Etat des Ministeriums des Innern, der in der gestrigen Abendsitung schon zur Debatte stand, wurde heute nach kurzem Wortgeplänkel genehmigt. Zum Kultus­etat, der dann unter die Lupe der dritten Resung genommen wurde, lag ein Antrag der Budgetkommission vor, die Staatsregierung zu ersuchen, Erwägungen anzustellen, ob der Betrag von 200 000 Mark an Ostmarkenzulage für Lehrer und Lehrerinnen dem Bedarf genügt, und nötigen­falls in den nächsten Etat einen höheren Betrag einzusteйen. Ein weiterer Antrag Kreth( frk.) fordert die Regierung auf, außer in Posen und Westpreußen auch in den Provinzen Ost­preußen und Schlesien Zulagen zu gewähren. Schließlich verlangte ein Antrag Frhr. v. Zedlitz( frk.), daß die Summe auf 250 000 Mark erhöht und diese Erhöhung durch Nach­tragsetat oder spätestens im nächsten Staatshaushaltsetat vorgenommen werde. Die Debatte war ziemlich lebhaft. Kultusminister Dr. Studt erklärte schließlich: Eine so be­trächtliche Ausdehnung der Zulage, wie sie der Antrag Kreth wünscht, würde die Gewährung von Zulagen überhaupt illu­sorisch machen und die Regierung außer Stand setzen, den Lehrern in Posen und Westpreußen angemessene Zulagen zu gewähren. Finanzminister v. Rheinbaben sprach die Zustimmung der Staatsregierung zum ersten Teil des An­trags Zedlitz aus. Falls die angestellten Ermittelungen ein Bedürfnis nach Erhöhung des Fonds ergeben, sei er bc­reit, im nächsten Jahr eine weitere Erhöhung eintreten zu lassen. Die Abstimmung ergab die Ablehnung des Antrags Kreth und die Annahme des Antrags Zedliz.

Dem Kaiser ist in Venedig ein enthusiastischer Empfang bereitet worden. Die Hohenzollern" ging gestern früh von Malamocco, wo sie während der Nacht geankeri hatte, nach Venedig hinein. Ein reich geschmückter Dampfer mit Musik und mit den Mitgliedern der Deutschen Kolonie war herausgefommen und begleitete die Hohenzollern" ebenso italienische Torpedoboote. Ihnen schlossen sich auf dem Wege zahlreiche Dampfer, Boote, Ruderklubs in alt­venezianischen Bruntbooten und hunderte von Gondeln mit feftümierten Gondolieren an. Die Brücken, die Fenster der Paläste und die Ufer waren dicht von jubelnden Menschen­mengen besetzt. Als die Hohenzollern" um 10 Uhr 30 Mi­nuten an der Boje gegenüber dem Dogenpalaste unter dem Salut der Geschise festmachte, wollten die Hurras, Evvivas und das Händeklatschen kein Ende nehmen. Der Kaiser stand auf dem Oberdeck und dankte fortgesetzt. Kostbare Blumenarrangements wurden an Bord abgegeben. Nachdem der Kaiser einen Vortrag des Grafen v. Hülsen- Häfeler ge­hört hatte, begab er sich in der Nudergig zu einem Besuch bei der Gräfin Morosini. Die Stadt ist reich beflaggt; von den drei Masten vor dem Dom wehen italienische Fahnen. *** Der Besuch des französischen Präsidenten Loubet in Rom fand seinen Glanzpunkt vor der Deffent­lichkeit in einer großen Parade, bei der Loubet und die Königin zu Wagen die Front der Truppen abfuhren, während der König zu Pferde folgte. Die Trinksprüche bei dem Gala­diner im Quirinal gingen über höfliche Freundschaftsversiche­rungen nicht hinaus. An die Tafel schloß fich eine Vorstellung im Theater Argentina. In Neapel traf gestern das fran­zösische Geschwader zur großen Flottenrevue ein.

Nah und ferm.

Der Streif der Rechtsanwälte in Lörrach, die seit einigen Wochen wegen Differenzen mit einem Richter vor dem dor­tigen Amtsgerichte nicht mehr plädierten, ist als beendet zu betrachten, nachdem die beim Ministerium eingereichte Be­schwerde eine entgegenkommende Erledigung gefunden hat. Der Beamte, gegen den sich die Beschwerde richtete, ist unter Beförderung zum Landrichter an das Landgericht Waldshut bersetzt worden.

Blutiger Kampf zwischen Ansständigen und einem Arbeitswilligen. In Köln kam es zu einem folgenschweren Renkontre zwischen ausständigen Erdarbeitern und einem Arbeitswilligen: Die Ausständigen überfielen den letzteren in der Nacht, nachdem sie ihn schon tags vorher mißhandelt hatten. Diesmal aber war er gerüstet. Er trug einen Re­volver bei sich und verwandte diesen so nachdrücklich gegen die Angreifer, daß er einen von ihnen tötete und zwei andere sehr schwer verwundcle. Er selbst wurde allerdings auch schwer verletzt und mußte ein Krankenhaus aufsuchen.

A Explosion in einer Pulverfabrik. In der Mischhütte des Rudersdorfer Bulverwerfe? bei Graz erfolgte eine furcht­

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** Eine durchgreifende polizeiliche Re vision wurde gestern in Gießen bezüglich der Anmeldung in Stadt und Gemarfung beschäftigten ausländischen Arbeiter vorgenommen, wobei festgestellt ist, daß eine große Anzahl dieser Leute nicht gemeldet, ja überhaupt ein ordent liches Unterkommen nicht hatten, indem solche teilweise in sogenannten Feldscheuern ohne vorschriftsmäßiges Lagerma­terial fampieren. Es werden diejenigen Gewerbetreibenden ( Arbeitgeber), welche Gewerbsgehilfen, Gesellen, Lehrlinge pp. in ihre Dienste aufnehmen, darauf aufmerksam gemacht, daß sie nach§ 8 der Melde- Ordnung für die Stadt Gießen zur Anmeldung verpflichtet sind. Evenso sind diejenigen, welche andere bei sich in Schlafstelle aufnehmen, von jeder Auf­nahme binnen 24 Stunden zur Anmeldung verpflichtet.

***( Verhaftung.) Wegen mit einem 8 Jahre alten Mädchen begangenen unzüchtigen Handlungen wurde gestern ein 66jähriger Mann von Gießen verhaftet.

*** Die Steuerzettel sind ausgetragen und mancher steht vor der Frage wie soll ich meine Reklamation einreichen, ohne mich in meiner Arbeit aufzuhalten und ohne viel Geld auszugeben." Für die Abonnenten unsrer Zeitung werden Steuer- Reklamationen gratis angefertigt, sowie Rat in Steuersachen erteilt( siehe heutiges Inserat).

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*** Das Gewerkschaftsfartell Gießen veran staltet am nächsten Sonntag im Licher Walde I. Schneise rechts eine Maifeier, verbunden mit Tanzbelustigung und Konzert. Ein Festzug bewegt sich von Oswaldsgarten durch die Stadt nach dem Wald.

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