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27.2.1904 Erstes Blatt
 
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gen bis an den Einfluß des Alperche in den| Tajo. Die englische Infanterie bis an die Und wenn Ihr General noch Meilen Berge links! Im Centrum englische Garden! weit fern steht?" Ganz recht! Das dachte ich mir. Die Ka­,, Warten wir ab. Erkundigen Sie sich, vallerie vermutlich in Reserve." und dann wollen wir sehen."

Und so verließ er sie an einer Flußbiegung und ritt auf das Feuer zu, um das ein paar Dutzend unverkennbar englische Gestalten plauderten oder schnarchten. Nachdem er sich schon weit aus der Ferne als gut Freund zu erkennen gegeben, erfundigte er sich nach der Richtung des Buren- Lagers.

Dick wäre auf der Stelle mit der frohen Kunde, daß man nur etwa eine Stunde noch zu reiten, zu seiner Dame zurückgekehrt, hätte er nicht dicht vor sich über dem Feuer einen mächtigen Kochfessel brodeln gesehen, der ihm jast ebenso verführerisch wie das dunkle Augenpaar seiner schönen Begleiterin schien. So aber meinte er zu dem ihn esfortieren­den Grenadier:

,, Bist du je achtundvierzig Stunden lang geritten, Kamerad, ohne einen Löffelstiel ge­sehen zu haben?"

Ob ich schon so lange hungrig gewesen? Was Wunder, wo wir alles mit blanker Münze bezahlen müssen. Hört nur und seht, Kameraden. Hier steht einer, der hungrig ist und sich nicht auf das Plündern versteht." Das ist eine naturwidrige Sache," meinte , Gebt ihm einen ein junger Bursche. Knochen!"

So hungrig Dick war, fing ihm sein briti­sches Blut unter seiner portugiesischen Haut 311 kochen an.

Ja, meinte er, gebt mir nur erst einen Knochen, und wenn ich ihn abgekaut habe, dann will ich es mit dem Besten unter Euch um das Fleisch aufnehmen, so wahr mein Name Richard Blackdorn ist."

,, Blackdorn heißt du?" fragte der andere. ..Solltest unseren Feldwebel fragen, ob er mit dir verwandt ist. Vorerst aber greif mal hinein in den Kessel und hole dir heraus, was du willst. Zum Frühstück haben wir noch alle genug; für länger brauchen wir vielleicht nicht mehr zu sorgen."

Und außer einem Topf fand sich am Ende auch noch eine Flasche, die, weiß der Geier, wie es zuging, feinen Boden zu haben schien. Dick vergaß nicht eine Sekunde die schönen Augen seiner Begleiterin; indes ein Mensch ist einmal ein Mensch, und Topf und Flasche waren letthin ein so seltener Anblick für ihn gewesen, daß er nicht gleichgiltig daran vor­übergehen konnte. Und wie er und trank, taute er auf, und seine Landsleute schlossen Freundschaft mit ihm, sprachen vom Krieg und der Kriegsnot, und als Dick sich erhob und trotz aller ihrer Proteste erklärte, sich zu feinem eigenen Korps zurückbegeben zu müssen, hatte er ein paar Dutzend Freundeshände zu schütteln, ehe er sich zu der Flußbiegung auf­machte, wo seine Begleiterin auf ihn wartete.

Alles in Ordnung!" rief er ihr von weitem schon zu. Er kam sich, wie er wieder unter ihre Glutaugen trat, recht dumm und unritterlich vor, sie so lange allein gelassen zu haben.

So?" fragte sie einfach.

" Ja!" bestätigte er. Die Buren stehen eine halbe Stunde weiter stromabwärts hinter Schanzen und Barrikaden. Dies hier war ein vorgeschobener Posten englischer Infanterie auf dem linken Flügel, der sich bis dort an die Berge erstreckt.

Lassen Sie hören: dann ist die Front an eine halbe Stunde lang von jenen Ber­

Hätte nicht Dick Blackdorn unter seinen Landsleuten mehr als einen Schluck über den Durst getan, so hätte selbst ihn bei aller seiner Harmlosigkeit das Interesse seiner Dame an der Aufstellung der Armee stuẞig machen müssen. So aber meinte er einfach in seiner Naivetät:

Wird aber Ihr Pferd auch noch die kurze Strecke aushalten? Ich bin jetzt wieder voll­kommen mobil. Ah, habe Sie nach allem so ungeschickt doch nicht geführt.

,, Nein, Sie haben mich vorzüglich geführt, mein Freund, ich tat nicht schlecht daran, daß ich Ihren Rat in Anspruch nahm. Und darum will auch ich zum Dant Ihnen einen Rat mit auf den Weg geben: Wenn Pflicht sagt grade, und ein Weib sagt ungrade, dann bleiben Sie, wie sie auch jammert, bei ungrade. Im übri­gen beehre ich mich, jezt von Ihnen Abschied zu nehmen, und verbleibe ich Ihre ergebene Madame Krasinska aus Polen. Freundin

Und nun au revoir mon ami!" Und dabei galoppierte sie auf ihrem un­ermüdlichen Renner hinein in die Nacht, wäh­

nahm. Allein der Schlaf, über den er sich) sonst nie zu beklagen hatte, wollte ihm heute nicht kommen. Vielleicht daß er übermüdet war und ihn seine Lage bedrückte. Unwillkür­lich dachte er da an die Heimat zurück, an das ruhige englische Gehöft, auf das die Sterne hoch am Himmel censo niederblickten wie auf ihn, den müden, pflichtvergessenen, auf freiem Telde kampierenden Landsknecht.

So vergingen die Stunden der Dunkel­heit. Ohne Zweifel hatte er ein wenig ge­schlafen, wenngleich er hätte schwören mögen, daß er kein Auge zu schließen im stande ge­wesen. Nach allem, dachte er, wie die Finster­nis sich zur halben Dämmerung verwandelte, war es das Gescheidteste, was er tun konnte, nach der Buren- Front aufzubrechen. Zu dem englischen Korps wollte er nicht. Dort konnte er auf sein altes Regiment geraten, was für ihn Unannehmlichkeiten zur Folge haben fonnte. Er mußte sich mit einer Ausrede helfen und erklären, daß er sich verirrte. Und so stand er auf und schaute sich um. Er befand sich noch auf dem rechten Ufer des Alperche. Unfern sah er denselben sich jedoch in einen größeren Strom ergießen. Wo beide Wasser­läufe zusammen kamen, stand eine Stadt mit Mauern und Türmen. Dort mußte er hin.

Er sattelte sein Pferd und ritt ein gutes

Hus Deutsch- Südwestafrika: Landungsftelle von Swakopmund.( Photographische Aufnahme.)

rend er sich an die Stirn faßte und endlich be­griff, was er getan.

Es war diesmal ein Pferd und ein Weib!" seufzte er vor sich hin.

Er kam sich hier wie ein rechter Tölpel vor. Er sah jetzt, daß er, wo er gewähnt, den Beschützer einer schönen, vornehmen Dame zu spielen, einfach das Werkzeug und das Opfer eines Spions war. Er durchschaute jetzt alles, er hatte einfach für das tückische Weib die Kastanien aus dem Feuer holen müssen. Und das Schlimmste von allem war, daß sie ihn gleich im ersten Moment für den Einfaltspinsel erkannt haben mußte, der sich von ihr würde an der Nase herumführen lassen. Nie wollte er schönen Augen und lieblicher Stimme mehr trauen. Von Stunde an wollte er Weiberfeind sein. Seine Eitelkeit hatte einen schweren Schlag erhalten.

Alle Weiberfeindschaft zog ihn jedoch augenblicklich nicht aus der Tasche, in der er sich hineingeritten hatte. Zu der englischen Feldwache konnte er unmöglich wieder zurück. Wie sollte er dort sein Abenteuer erklären? Darum mußte er, so gut oder schlecht es ging, bis zum Morgen irgendwo auf freiem Felde zu rasten suchen. Er führte sein lahmendes Pferd ein Stück das Wasser hinauf, bedeckte es mit seinem Mantel, und ließ es sich legen, während er sich zur Ruhe, die er für alle seine Glieder brauchte, den Sattel zum Kopfkissen

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Stück im Strombett; denn auf seine Kame­raden von verflossener Nacht mochte er nicht noch ein zweites Mal stoßen. Dann ritt er auf das ziemlich hohe Ufer hinauf, wo er wieder Umschau halten konnte. Er beab­sichtigte, immer an dem Fluß hin auf die Stadt zuzureiten, mochte ihm nun passieren, was wollte. Doch kaum gelang es ihm, sich umzuschauuen, als man auch ihn sah.

Allein es waren nicht seine Kameraden von letter Nacht, die ihn sahen. In der grauen Morgendämmerung wimmelte es an dem Ufer des Flusses von Soldaten, die vor­sichtig leise dahermarschiert kamen. Er brauchte nicht zweimal zuzusehen der ungeschultefte Soldat mußte wissen, was vorging, und was er zu tun hatte. Die Buren gingen über den Fluß. Er feuerte seinen Karabiner ab, um die Feldwache zu warnen, und galoppierte zurück, so schnell sein Pferd ihn tragen konnte. Den ersten Schuß bei Colenso hatte Dick Blackdorn getan.

V.

Dies ist teine Kriegsgeschichte, gleichwohl muß der Leser sich noch länger von Krieg und Kriegstumult erzählen lassen. Jener von Dick abgefeuerte Schuß war die Introduktion zu einem heißen, blutigen Tanz, zu dem don­nernd Hunderte von Kanonenschlünden auf­spielten. Wer mit der Geschichte des südafri­kanischen Krieges vertraut ist, wird wissen,

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und die Katzbalgeret.] Craf tag am 20. Februar den Aus­1 Worten: Hier sind doch keine hat mit den Streitigkeiten von ige, bekanntlich eine der ersten chen Dingen, sagt in seinem folgendes: Kazbalgen, schon in üblich, daneben im 16. Jahr­balg liegen: wohl eigentlich Bild Hunde sich um ein gefundenes 1 hätte Graf Ballestrem allen­ben hier keine Hunde! Eine es ist die folgende: Kazbalger hte Söldner, die, mit zweihändi­affnet, vor der Lanzenlinie des und die Aufgabe hatten, ihren ' r geschlossenen Lanzenwehr des sbenso verfuhr natürlich auch der : dem allgemeinen Kampfe zu as Wort Kazbalgerei bezeichnet t ein Mensch, der seinen Balg, ein Kazenfekauft hat. Da pf war, so ist sich herumhauen n oder auch balgen genanni

tralitätserklärung,] die nichts an manches an Höflichkeit zu wün. 1 türkischer Großherr ab, als ihm Krieges der Ausbruch der Feind­ch und Preußen angezeigt wurde. atte ihm mündlich die Nachricht talischer Gelassenheit entgegnete Ulkommen gleich, ob das Schwein nd das Schwein!"--Mittler­er Gläubigen" doch etwas liebens

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