Ferner ist neben dem Ankauf von Pferden auch der von Maultieren und Schlacht och sen in Argentinien in die Wege geleitet worden. Der Vorstand des preußischen Landeskriegerverbandes hat einen Aufruf zugunsten der Kriegervereins- Kameraden in Deutsch- Südwestafrika erlassen.
Einen bemerkenswerten Beschluß hat der koburgische Landtag gefaßt: Er beschloß die Errichtung einer staatlichen Volksauskunftei. Sie soll allen Ratsuchenden unentgeltlich Auskunft erteilen. Der Versuch verdient zweifelsohne starke Beachtung und bei Bewährung Nachahmung. Für größere Staaten ist eine solche Bolksauskunftei selbstverständlich nur möglich, wenn sie Zweigstellen in den einzelnen Provinzen unterhält.
Ueber den Zweck der Mission des Freiherrn v. Hertling in Rom wird jeẞt näheres aus vatikanischen Kreisen befannt. Danach bestätigt es sich doch, daß Freiherr v. Hertling der Kurie gegenüber den Wunsch ausgedrückt habe, daß ein neuer deutscher bayerischer Kardinal ernannt werde. Man glaubt in Rom, daß die Erfüllung dieses Wunsches auf kein Hindernis stoßen werde, da Deutschland eine stärkere katholische Bevölkerung zählt, als z. B. Spanien, das bekanntlich fünf Kardinale besitzt. Indessen dürfte die Ernennung eines neuen deutschen Kardinals nicht sobald, jedenfalls nicht bereits im nächsten Konsistorium erfolgen. Die Gründe für diese Verzögerung haben wir bei einer früheren Gelegenheit schon angedeutet.
England.
Auch England, bisher das Asyl aller dunklen Existenzen, will sich fortan den Abhub der Menschheit vom Leibe halten. Die britische Regierung beabsichtigt, sobald als möglich einen Geseßentwurf einzubringen, der die Frage der„, unerwünschten mittellosen Ausländer" behandeln soll.
Frankreich.
Nun will die französische Regierung doch in Verhandlungen mit dem Vatikan wegen des Konkor= dats eintreten. Wie in Paris verlautet, will Ministerpräsident Combes gegenwärtig nicht die Abschaffung des Konfordats; sie würde nach seiner Ansicht verfrüht sein; er will die Abschaffung erst dann in Angriff nehmen, wenn sie ohne besondere Unzuträglichkeiten und ohne Erbitterung möglich ist. Ein von Combes nach Nom entsandter Vertrauensmann habe den Auftrag, den Vatikan wegen einer Revision des Konkordats auszuforschen, durch die die französische Regierung das Recht erhalten würde, alle Priester vom Pfarrvikar bis zum Bischof selbst zu ernennen. Es ist kaum anzunehmen, daß Papst Pius X. damit einverstanden ist.
Afrika.
A Ganz im Geheimen ist zwischen Frankreich, England und Spanien ein Einverständnis in der marokkanischen Frage herbeigeführt worden. Ein entsprechender Vertrag soll demnächst amtlich vollzogen werden. In diesem Vertrage verpflichten sich die drei Staaten, in jedem Falle ein gemeinsames Vorgehen zur Wahrung der gegenseitigen Interessen zu beobachten. Die Verhältnisse in Marokko sind die denkbar ungünstigsten, und die Finanzlage des Sultans wird immer kritischer. Vor kurzem hat er zwar aus England neue Geldmittel erhalten, doch reichen diese nicht aus, den nötigen Bedarf zu decken. Infolgedessen dürfte ein Einschreiten der drei Mächte nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Skandinavien.
Für das warmherzige Eingreifen Kaiser Wilhelms zur Unterstützung der Abgebrannten von Aalesund hat König Ostar von Schweden und Norwegen dem Kaiser telegraphisch seinen wärmsten Dank ausgesprochen. Auch der Staatsminister Hagerup hat dem Kaiser durch den deutschen Generalkonsul in Christiania seinen Dank zum Ausdruck gebracht. In der gestrigen Situng des norwegischen Stor things erklärte ferner der Präsident:„ Auch bom Auslande ist Opferwilligkeit in einem Maßstabe an den Tag gelegt worden, den wir uns nicht hätten träumen lassen, so von Dänemark, Schweden, England und Amerika, in erster Linie aber von Deutschland. Ein Name ist heute auf aller Lippen: Kaiser Wilhelm. Die Schnelligkeit, Hochherzig. feit, Opferwilligkeit und das Organisationstalent, welches der Kaiser zeigte, hat allerorten die größte Bewunderung und Dankbarkeit hervorgerufen." Die norwegischen Städte beschlossen zu Eren unseres Kaisers an seinem Geburtstag zu flaggen.
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Hof und Gesellschaft.
Zur Kaisergeburtstagsfeier ist ein reichei Kranz von Fürstlichkeiten im Berliner Schlosse versammelt. Außer dem Kronprinzen und Prinz Eitel Friedrich sind eingetroffen: der Herzog und die Herzogin zu Schleswig- Hol stein, Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, Prinzessin Feodora zu Schleswig- Holstein, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, Herzog und Herzogin Friedrich Ferdinand zu Schleswig- Holstein- Sonderburg- Glücksburg mit den Prinzessinnen Viktoria Adelheid und Alexandra Viktoria, Prinz und Prinzessin Adolf zu Schaumburg- Lippe, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, Prinz und Prinjessin Friedrich Karl von Hessen, der Fürst von Hohnezollern, ber Großherzog von Mecklenburg- Schwerin, der König von Sachsen, der Herzog von Koburg und Gotha, der Großherzog und die Großherzogin von Sachsen, der König der Belgier und der Fürst zu Waldeck und Pyrmont.
Aus den Parlamenten.
* Die Konservativen haben im Reich stage ine Resolution beantragt, eine allgemeine Viehversicherung herbeizuführen und unter Auschluß der Erhebung von Gebühren die Kosten der Versicheung des Schlachtviehes auf die Reichskasse zu übernehmen.
Heer und flotte.
Zum Kommandeur der 1. bayerischen Division wurde Prinz Rupprecht von Bayern ernannt. Der bisherige Divisionskommandeur Freiherr v. Könitz ist unter Ernennung zum Generaladjutanten in den Ruhestand getreten.
Die große Ostseeflotte. Die fünf Linienschiffe der Sachsenund der Oldenburg- Klasse sind zur Ostseestation versetzt worden. Das ist die Einleituna aur Wilduna der großen Ditieeflotte,
die seit der Eröffnung des asser Wilhelm- Kanals ihre ganze Kraft auch in der Nordsee entfalten kann. Die Verstärkung der Ofiseestation gelangt erit später zur vollen Geltung. Die jetige Aenderung erhebt Sie! um ersten Reichskriegshafen auch in der Zahl der Schlachtichiffe. Von den vollendeten 19 Linienschiffen gehorten bisher 14 nach Wilhelmshaven, nur nach Kiel. Mit den 1906 beginnenden Ersatzbauten für die Sachsen- und Oldenburg- Klasse und den im Ausbau begriffenen Linienschaffen der Braunschweig- Klasse werden fünftig 15 erstklassige Linienschiffe zur Ostsee-, 9 zur Nordseestation gehören. Strategische Gründe veranlassen die Stationierung der Mehrzahl der Schlachtschiffe in Kiel.
Die drei Schulschiffe unserer Marine, die seit dem Juli b. I. auf Auslandsreisen befindlich sind, treffen jetzt Vorkehrungen für die Heimreise. In kaum zwei Monaten müssen die Schiffe wieder in Kiel sein. Am 28. Januar, nachdem in einem Hafenplatz die Besayung den Geburtstag des Kaisers gefeiert hat, treten alle drei Schulschiffe die Heimreise an. Moltke", Kommandant Kapitän zur See Sommerwerck, hai während der letzten Monate das Mittelmeer durchquert. Es war im Pyräus, in Abbazia, in Konstantinopel, Korfu, Syrakus, San Remo und Spezia, von wo es heute nach Genua abgeht, um von dort heimwärts zu fahren. Die beiden anderen Schiffe meilten mehrere Monate an der Ostküste Amerikas. Stosch", Kommandant Kapitän zur See Mandt, ging südwärts bis Bahia in Brasilien, kreuzte dann im westindischen Inselgebiete und liegt jetzt in Havanna.„ Stein", Kommandant Fregattenkapitän von Dambrowski, besuchte ebenfalls eine Anzahl westindischer Inseln und dann verschiedene Plätze im Südosten der Vereinigten Staaten, so Pensacola, Keywest und Charleston. Auf verschiedenen Kursen segeln diese beiden Schiffe dann nach den Azoren. Die Rückkehr der drei Schulschiffe nach Kiel erfolgt in der Zeit vom 18. bis 22. März. Die Seekadetten machen hierauf das Fähnrichsexamen und die Schiffsjungen werden in ihrer Mehrheit der Schiffsjungendivision in Friedrichsort überwiesen; ein kleinerer Teil bleibt noch ein weiteres Jahr an Bord.
Preussischer Landtag.
( 5. Sigung.)
Haus der Abgeordneten.
RK Berlin, 26. Januar. In der heutigen Fortsetzung der ersten Lesung des Etats nahm als erster Redner der Nationalliberale Dr. Satt ler das Wort. Er ging zunächst auf die Schulunterhal tungspflicht und die Frage einer Wahlrechtsänderung ein, die er befürwortete, erklärte sich für die Polenpolitik der Regierung und ging mit dem freikonservativen Abg. von Zedlig wegen dessen gestriger Ausführungen über die nationalliberale Partei scharf ins Gericht. Nach ihm sprack Abg. Porsch vom Zentrum, der die schlesische Wassersteuerfrage erörterte und eine geringere Belastung der Flußanlieger forderte. Der Redner erörterte dann die Frage der Schulunterhaltungspflicht und las den Polen kräftig die Leviten wegen ihres Verhaltens gegenüber dem schlesischen Zentrum. Unter anderem sagte er: Ein Volk, das keine historischen Erinnerungen hat, das keine Trauer über ein zerrissenes Vaterland empfinden kann, mit solchen Erinnerungen zu erfüllen, es von seinen natürlichen Führern zu trennen, ist ein Unrecht!( Sehr richtig! im Zentrum) Wir halten die polnische Bewegung für berechtigt, insofern sie auf die Erhaltung der polnischen Muttersprache, insbesondere im Religionsunterricht, gerichtet ist. In der Bewegung steckt somit ein berechtigter Kern, um den eine unberechtigte Schale sich gelegt hat. Ich stimme dem Ministerpräsidenten darin zu, daß man in Oberschlesien keine Repressivmaßnahmen ergreifen darf. Es hat in Oberschlesien immer eine loyale Bevölkerung gegeben, die zum Teil irregeführt ist von Leuten, die es von ihrem Standpunkt aus gut gemeint haben mögen. Man soll diese loyale Bevölkerung in ihrer Loyalität zu erhalten suchen, nicht aber sie durch eine verkehrte Politik in die Hände von Hetzern treiben!( Lebhafte Zustimmung im Zentrum.)
Abg. b. Skarzynski( Pole) erhielt den ersten Ordnungsruf im neuen Landtag. Er begann seine Rede mit einem Angriff auf den Minister v. Hammerstein:„ Der Minister," sagte er, rief uns zu: Wie haben zu befehlen, Sie zu gehorchen! Diese Aeußerung konnte nur getan werden in einem Parlament, das in seiner Mehrheit aus sich gehorsam fühlenden Untertanen besteht und nur in seiner Minderheit aus unabhängig und frei gesinnten Männern!"
Vizepräsident Dr. Krause: Sie haben kein Recht, die Mehrheit des Hauses in dieser Weise zu charakterisieren! Ich rufe Sie deshalb zur Ordnung!( Bravo! rechts.)
Die weiteren Auslassungen des polnischen Redners boten nichts sachlich bemerkenswertes. In der weiteren Debatte trat der nationalliberale Abg. Friedberg dem Abg. von Zedliß nochmals entgegen. Dabei ließ er es an einigen Seitenhieben gegen den konservativen Abg. Dr. Irmer nicht fehlen, die dieser prompt erwiderte. Abg. Dr. Arendt ( freifons.) tam seinem politischen Freunde Zedlitz in längerer Rede zu Hilfe.
Dann wurde der Etat der Budgetkommission überwiesen, und das Haus vertagte sich auf Freitag.
Hus der Gerichtsfaal.
Eine Bande internationaler Kellerwechsel- Fabrikanten hat sich vor der Zwickauer Straffammer_wegen ihres licht scheuen Treibens zu verantworten. Auf der Anklagebank jiten: 1. Der Großkaufmann Händel aus Zwickau, 2. der Kaufmann Reuter aus Leipzig, 3. der Agent Emme aus Königsberg i. Pr., 4. der Dachdeckermeister Georgi aus Zwickau, 5. der Agent Kelle aus Halle a. S., 6. der Kaufmann Schulze aus Magdeburg, 7. der Agent Eppler aus Zwickau, 8. der Kaufmann Koch aus Rennetehausen in Thüringen, 9. der Reisende Dalichow aus Hannover, 10. der Militärinvalide Lorenz aus Dresden, 11. der Kaufmann Müller aus Breslau, 12. der Gärtner Großmann aus Marienthal, 13. der Agent Engelfraut aus Berlin und 14. der Kaufmann Zimmler aus Zwickau. Der Hauptangeklagte Händel errichtete den übrigen in verschiedenen Städten des Deutschen Reiches Filialen, die jedoch nur seinem schwunghaften Kellerwechsel- Vertrieb dienten. Zahlreiche vertrauensselige Geschäftsleute wurden von den Gaunern gerupft. Ein ganzes Heer von Zeugen aus dem Auslande und aus allen Teilen Deutschlands ist zu dem Prozeß aufgeboten.
§ Wegen Soldatenmißhandlung wurde der 19jährige Fähnim 20. bayerischen Infanterieregiment Wilhelm Ostertag von dem Augsburger Kriegsgericht zu 21 Tagen Arrest verurteilt. Der Angeklagte, welcher als 19jähriger Absolvent des Radettenkorns erst seit einigen Monaten der Armee anae
hört, führte eine Rekrutenforporalschaft, bei welcher sich ein etivas schwerfälliger Bursche befand und deshalb den Zorn des Fähnrichs auf sich lud. Dieser trennte nun mit den Worten: Der muß mehr Arbeit haben!" Knöpfe von der Uniform ab, und als der Soldat dazu bemerkte, daß er jetzt nicht mehr rechtzeitig fertig werden könnte, versezte der Fähnrich ihm mehrere kräftige Faustschläge in das Gesicht.
§ Der vielbesprochene Kautsche Millionenerbschaftsprozeß ist nunmehr endgültig vom Reichsgericht in Leipzig entschieden worden. Nachdem ein Teil der Hinterlassenschaft des am 27. November 1893 verstorbenen Hieronymus Kautz, insbesondere das bei Inowrazlaw gelegene Gut Robelnica im Werte von einer halben Million einem in Warschau wohnenden Verwandten des Erblassers zugefallen war, ist der Rest der Erbschaft im Werte von einer Million Mark dem Depeschenboten Hieronymus Switalsti, dem Magistratsvollzichungsbeamten Machaku Switalski und der verehelichten Ekowska geb. Switalski, sämtlich in Labaschin wohnhaft, cechtskräftig zugesprochen worden.
jeff Die Briefe der Prinzeſſin Luiſe von Koburg, die dieſe
Liebhaber, dem früheren österreichischen Leutnant Mattachich, gerichtet hatte, werden dem letzteren nun boch herausgegeben werden. Mattach ich hatte die Briefe dem Anwalt Barber anvertraut, der sie im Verein mit dem Ver reter des Herzogs von Koburg und dem Kurator der entnündigten Prinzessin bei Gericht hinterlegt hatte. Nachdem Der vorige Termin vertagt worden war, gab jetzt das Wiener Gericht dem Verlangen Mattachichs statt und ordnete die Herausgabe der Briefe an diesen an.
Nab und Feri.
Yn dem Chemnitzer Offiziersduell, bei dem ein Leutnant des 117. Infanterieregiments, mit Namen Schubert, tot auf dem Plate blieb, verlautet, daß der Erschossene der schuldige Teil sein soll. Diese Annahme scheint dadurch eine gewisse Bestätigung zu finden, daß bei der Ueberführung der Leiche nach dem Bahnhofe in Chemnitz, von wo sie zur Bestattung nach Dresden gebracht wurde, niemand dem Zeichenwagen folgte. Leutnant Schubert vom 117. Infanterieregiment war zur Unteroffiziervorschule in Ma rienburg abkommandiert; sein Leutnantspatent datiert erst vom August 1899.
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Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich bei Dombrowa. Als die Erbauer der Zweigbahn Zabkowig- Mortimer Schlacke von der Schlackenhalde der Paulinen- Hütte nach dem neuen Bahnförper abfahren Sießen, löste sich plötzlich eine Schlackenwand und begrub gegen dreißig Arbeiter unter sich. Eine ganze Anzahl von Leichen sind bereits zu Tage geschafft.
● Ein verbrecherischer Anschlag auf einen Eisenbahnzug wurde bei Warendorf ins Werk gesezt. Ruchlose Hände hatten die Weiche unbrauchbar gemacht. Ein Personenzug entgleiste infolgedessen. Mehrere Wagen, sowie die Lokomotive wurden stark beschädigt und einzelne Personen leicht verlegt. Seitens der Behörden ist die schärfste Untersuchung eingeleitet.
Bergwerkskatastrophen. Wie aus Dortmund gemeldet wird, ereignete sich auf der Zeche„ Kaiser" durch das Versehen eines Maschinisten ein beklagenswerter Unfall. Ein mit sieben Bergleuten besetter Förderkorb wurde von dem Maschinisten in den mit Wasser gefüllten Schachtſumps hinabgelassen. Drei Insassen retteten sich, die anderen vier bersanken. Nur drei von ihnen konnten ins Leben zurückgerufen werden.
Eine furchtbare Explosion legte die Grube der Harwic Coal Company in Cheswick bei Pittsburg vollständig in Schutt. Sämtliche 125 Arbeiter, die in der Grube beschäftigt waren, sind getötet. Die Mehrzahl waren Nichtamerifaner.
A London im Nebel. Eine äußerst merkwürdige Naturerscheinung war in London zu beobachten. Teils in dichten Wolken, teils in langen Streifen bewegte sich eine undurchdringliche weiß- graue Masse durch die Straßen des Westens, am Ufer der Temse und auf dem Flusse selbst dahin. Der Verkehr wurde dadurch mehr gestört als durch den dichtesten sogenannten„ Erbsensuppen"-Nebel, der in London an der Tagesordnung ist. Droschken, Omnibusse wie Fußgänger sahen sich auf einmal in vollkommener Dunkelheit, die manch mal nur wenige Augenblicke andauerte, manchmal aber auch anhielt. Die Fuhrleute mußten plötzlich von ihrem Bod herabsteigen und sich über den Weg orientieren, die Pferde führen, damit das Juhrwerk nicht auf das Trottoir geriet, denn von der Straßenbeleuchtung war nichts zu sehen. Dabei geschah es oft, daß man von den oberen Stockwerken der Häuser aus ziemlich weit über den Nebel hinweg sehen konnte, während unten auf der Straße selbst nicht die Hand vor den Augen zu sehen war. Wie immer in solchen Fällen, waren auch gestern wieder die Langfinger rasch an der Arbeit, und nach den Polizeiberichten zu urteilen, haben sie eine reiche Ernte eingeheimst. In vielen Fällen waren die von dem Nebel Ueberraschten auch gleichtzeitig in Angst und Schrecken versetzt, da man so etwas seit Jahren und Jahr. zehnten hier nicht erlebt hat. Es kam vor, daß Kutscher, die den Nebel auf sich zukommen sahen, ihr Gefährt sofort um wandten und vor der Naturerscheinung das Weite suchten, während die Polizei wohl die größten Anstrengungen machte. um den Verkehr aufrecht zu erhalten, bei der allgemeinen Verwirrung aber selbst so gut wie hilflos war.
a. M. wird uns ei zugesandt, welcher oberbeffische Lands Bölzing in G ftattgefundenen Ja
hohe Auszeichnung erhielt die goldene ( sog. Infigne) dazu. die beften Glückwün
* Der Berein Provinz Heffen- Naf loser hält eine
11. Februar nach Römer" zu Fran vorm. 11 Uhr, find des Verbandes der * Daß Schlä find im Sinne des Gerichtshöfe( Drest Reichsgericht anerk
der Staatsanwalt den Forfifandidate Würzburg die Anflo Abend- 3tg." die Fechtübungen dur genteil als ein Stam förperlicher Rüftig dienen kann. Wiefed, 25
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Die Zahl der arbeitenden Weber in Crimmitschau be trug nach amtlicher Feststellung am 24. Januar wieder 5340. Davon sind 4844 Sachsen, 303 nichtsächsische Deutsche und 193 Ausländer. Beim Ausbruch des Ausstandes beschäftigten die Fabriken 7503 Arbeiter und Arbeiterinnen. Inzwischen trafen wieder 72 Arbeitswillige ein, 64 Frauen und 8 Männer; alle aus Galizien. Sie wurden angesichts einer großen Volksmenge in Wagen vom Bahnhof abgeholt, ohne daß es zu Zwischenfällen kam. Im Laufe der Woche sollen noch 150 solcher Leute kommen. Diese Leute müssen bekanntlich eingestellt werden, da sie durch Verträge aus der Zeit des Ausstandes feste Zusicherung haben.
Die Laboratoriumspest in Kronstadt greift trotz aller sofort ergriffenen sanitärischen Maßregeln weiter um sich. Außer dem Leiter des Laboratoriums des kaiserlichen Instituts für Erperimentalmedizin Wishnekevitsch sind auf dem Fort Alexander I noch zwei Feldscherer an Best erkrankt.
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