eine gewisse Zurückhaltung gekennzeichnet ist, während in dem anderen die herzliche Freundschaft zum Durchbruch kommt, wird der ganze Unterschied der italienisch- französischen und italienisch- Deutschen Beziehungen augenfällig dargestellt.
Die politischen Ergebnisse dieser verbesserten Beziehungen zwischen Italien und Frankreich werden durchaus auf wirtschaftlichem Gebiete liegen. Beide Staaten stehen in einem zu engen Verkehr, als daß nicht auch auf die Diplomatie ein Stück davon abfärben sollte. Vor allen Dingen ist Frankreich das Hauptgebiet für die Nahrung suchenden italienischen Arbeiter. Frankreich bedarf eines starten auswärtigen Arbeiterkontingents, das es ſeit der Industrieentwickelung Deutschlands aus Italien bezieht. In Konsequenz dieses Zustandes haben Frankreich und Italien jüngst ein gemeinsames Arbeiterschutzgesetz vereinbart, um so den Ab- und Zufluß von Arbeitskräften ohne Störungen zu ermöglichen. Außerdem ist Frankreich ein starker Abnehmer für italienichen Wein, der sich für die feurigeren Gallierreben besser zum Verschnitt eignet, als für Deutschlands unter einer mäßigeren Glut gereiftes köstliches Getränk. Auch die Gemüseeinfuhr nach Frankreich ist erheblicher als nach Deutschland aus Italien.
Aber wie auch die Beziehungen zwischen Frankreich und Italien sich gestalten mögen, sie können niemals einen gegensätzlichen Charakter gegen Deutschland annehmen. Denn eines steht einer völligen Vereinigung zwischen den beiden Staaten entgegen: Das Regierungsprinzip. Ein Handinhandgehen zwischen dem monarchischen Italien und dem republikanischen Frankreich müßte unbedingt auch auf die staatsrechtlichen Anschauungen der beiderseitigen Völker wirken. Und da es romanische Völker sind, so läßt sich annehmen, daß auf diese die republikanische Staatsform einen stärkeren Reiz ausüben würde. Die Monarchie bedarf also vor dem italienischen Volke des starken moralischen Rückhaltes der beiden germanischen Dynastien, und das ist seit Crispis Tagen der feste Kitt, der Italien mit den beiden anderen Nationen verbindet.
Loubets Ankunft in Rom
gestaltete sich zu einer großen italienisch- französischen Verbrüderungskundgebung. Beim Könige, der ihn mit dem Grafen von Turin und dem Herzog von Genua am Bahnhof mit Händedruck und Kuß empfing, und von der Königin, die ihn im Quirinal erwartete, fand der Präsident der Republik eine sehr herzliche Aufnahme. Bei der Fahrt durch die Stadt, die festlich geschmückt ist, wurde der Präsident, der neben dem König saß, Gegenstand lebhafter Ovationen. Am Abend des Ankunftstages wurde zu Ehren Loubets ein Fackelzug veranstaltet, an dem sich die Vereine der Stadt und Vertreter von Vereinen aus der Provinz beteiligten. Als der Zug vor dem Quirinal anfam, erschienen der König und die Königin mit dem Präsidenten und den Prinzen auf dem Balkon. Der zweite Tag brachte ein Frühstück in der französischen Botschaft, an dem wider Erwarten auch der Vertreter Frankreichs beim Vatican, Nisard, teilnahmen. Loubet legte vorher an den Särgen des Königs Victor Emanuel und Humbert Kränze nieder; nachher stattete er der Königin- Witwe Margherita einen Besuch ab.
In Paris und an einigen anderen großen Börsenplätzen war am Montag vormittag des Gerücht von einem
Attentat auf Loubet
berbreitet. Es bestätigte sich erfreulicherweise nicht. Wahrscheinlich handelte es sich bei diesem Gerücht nur um ein berwerfliches Börsenmanöver.
,, Ungeheure Begeisterung" durchſtürmt die Spalten der römischen und französischen Blätter. Sie stellen sich, als batiere von dem Besuch Loubets eine neue Epoche der europäischen Politik. Lassen wir ihnen das kindliche Vergnügen!
Nab und Fern.
Ein neues lenkbares Luftschiff machte in San Franzisco seinen ersten Aufstieg und löste dabei angeblich völlig die ihm gestellte Aufgabe. Das Luftschiff ist 105 Fuß lang, mißt 25 Fuß im Durchmesser und hat ein Gewicht von 2500 Pfund. Der Propeller ist aus Aluminiumdoppelschrauben hergestellt. Den Aufstieg leitete der bekannte Aeronaut Kapitän Baldwin.
auf der
Ein ehemaliger Garde- Ulanen- Rittmeister Wanderschaft. Auf dem Stadtbureau in Hettstedt( Reg.- Bez. Merseburg) erschien dieser Tage ein alter Mann, dem man auf den ersten Blick den gewesenen Militär ansah; seine troy des hohen Alters straffe Haltung, sein martialischer weißer Schnurrbart ließen dies unschwer erkennen. Der Greis war gekommen, um den Verlust seiner Papiere anzumelden. in
Der Wildhirt.
Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.)
dem er hinzufügte, er sei der Freiherr Karl von Flemming und befinde sich gegenwärtig auf der Wanderschaft. Er wiй am 22. Oftober 1823 in Strenz- Naundorf geboren sein. Sein Vater sei Major, seine Mutter eine Pastorstochter, seine beiden Brüder seien, wie er selbst, Offiziere gewesen. Er behauptete, auf dem unweit Hettstedt gelegenen Rittergute Walbeck s. 3. als Verwalter tätig gewesen zu sein und den Feldzug 1870/71 als Rittmeister im 2. Garde- Ulanen- Regiment mitgemacht zu haben. Später, nach seinem Abschied vom Militär, habe er die Stellung eines Versicherungsinspektors bekleidet. Ueber sein Reiseziel befragt, gab er an, daß er von Hettstedt aus seine Schritte nach Alsleben a. Saale lenken wolle, da er in dortiger Gegend einen Bekannten besitze.
Wegen Entführung einer Minderjährigen hat das Königliche Amtsgericht München 1 gegen den 45jährigen Steindrucker Eugen Krause aus Berlin einen Steckbrief erlassen. Se. iſt dringend verdächtig, die zwölfjährige Tochter Johanna des Lithographen Kuhlicke in München ein kräftig entwickeltes Mädchen, entführt zu haben. Der Flüchtige wird in dem gegen ihn vorliegenden Haftbefehl wie folgt beschrieben: Ziemlich groß, schlank, blond, blonden Schnurrbart, frummen Fuß, schleppenden Gang, spricht Berliner Dialekt und trägt einen Kneifer." Ein wenig verlockender Don Juan. +[ Ein Eisenbahn- Tariffuriosum] wird aus Marienwerder bekannt: Eine Rückfahrkarte 2. Klasse nach Berlin über Graudenz Thorn- Posen oder über Bromberg- Küstrin fostet von Marienwerder 43,80 Mart. Zerlegt man aber die Strecke, nimmt man zunächst eine Rückfahrkarte Marienwerder Graudenz und löst in Graudenz eine Rückfahrkarte nach Berlin über Thorn- Posen oder über Laskowitz- Bromberg usw., so kommt man um 3,10 Mark billiger weg; denn die Rückfahrkarte Marienwerder- Graudenz kostet 3,60 Mark, und eine Rückfahrkarte Graudenz Berlin 37,10 Mark.
,, Wo kein Kläger is, is fein Nichter; aber der Krug geht so lang zum Born, bis er bricht.' s is mir ja, weil der Hangcurt fort is, als wär alles mit ihm ' gangen. Aber er fonnt nit mehr hier bleiben; der Tiophel war sein Teufel; der hätt'n nochma. mit ins Verderben g'zogen. Denn der ruht ja nit; wer weiß, was der noch all' anstellt."
„ Der Hangcurt war auch zu gut" ,, Das war ja das Elend, daß er zu gutmütig war. Er ließ sich von Jedem leiten. Alzugut is' n Stüd von der Schlechtigkeit."
,, Das sagte meine Mutter auch immer. Aber Ihr fönnt euch trösten, Pierersch Frau, d'm Hangcurt fann's nit schlecht gehn."
,,& c mag in Amerika lieber Wackensteine klopfen an den Wegen, das is immer noch besser, als wenn ich mal seh'n müßt, wenn er mit dem Tiophel durch die Gensdarmen g'holt würd' und d'rnach am End' gar ins Zuchthaus fäm."
[ Die Blumenfelder von Haarlem] stehen jetzt in Blüte. Stundenweit Beet an Beet mit Hyazinthen, Tulpen, Narzissen, Jonquillen, Tazetten, ein Riesenteppich, gestickt aus rot, gelb, lila, weiß mit hundert Farbenmischungen. Besonders das glühende Rot der Zwergtulpen und das leuchtende Gelb der Narzissen gibt dem Teppiche sein Ansehen, und so start sind die Farben, daß sie wie eine bunte Wolke über den Beeten zu schweben scheinen. Die letzten Sonnentage haben ganze Beete zur Entwickelung gebracht. Es ist ein herrlicher Anblick, die Farben machen das Auge trunken, der starke Duft berauscht die Sinne. Der blumenliebende Holländer macht um diese Zeit gern einen Ausflug zu den Blumenfeldern. Es bietet dann auch ein Wandeln durch Haarlem, Vogelenzang, Heemstede, Hillegom, Lisse, Sandpoort, Velsen den eigenartigsten Genuß.
Während die beiden Frauen so redeten, bestieg Hangcurt mit seinen Brüdern draußen den Wagen und in der nächsten Minute rasselte er durch die Durchfahrt hinaus auf die Straße, auf der fein Mensch zu sehen ivar. Man legte Gewicht darauf, daß die Abretse Hangcurt's nach Amerika möglichst heimlich und ohne Aufsehen vor sich ging.
Da vornen an der Ecke aber stand das Wirtshaus, in dem das Elschen wohnte. Von diesem wenigstens
[ Gastronomische Kunstwerke.] Zu den Wunderwerfen auf der diesjährigen Kochkunstausstellung in Paris gehört ein Eisenbahnviadukt mit einem Zug, der über eine Brücke geht. Diese Brücke spannt sich über einen See mit Schwänen. Motorwagen mit Chauffeuren und Reisenden, Luftschiffe, Paläste, Denkmäler, Mühlen, Musikinstrumente- alles in Zucker und eßbar. Große Anziehungskraft übt ein Damenhut aus Nougat aus, mit Bändern, Rosen, Veilchen und Blättern aus farbigem Rucker, und ein kühner Radfahrer aus Zucker, der ein Looping the loop ausführt. In der Fleischabteilung sieht man ein Modell des russischen Kriegsschiffes ,, Retvisan" mit seinen Schornsteinen, Masten und allem zubehör. Die Takelung ist aus Makkaroni, und in dem umgebenden Meer aus Gallerte wimmelt es von Forellen, Garneelen und ähnlichen Delikatessen.
[ Einen Apparat zur Verhinderung von Eisenbahnzusammenstößen] will, wie aus Newyork berichtet wird, ein Techniker in Brooklyn erfunden haben. Die Erfindung besteht aus einem Gestell mit einem Glasstab an einem Ende, der unter dem Fußboden des Lokomotivenwagens derart befestigt ist, daß der Stab zerbrochen wird, wenn der Zug ein Haltezeichen passieren will. Der Glasarm ist klein, hat aber eine vielseitige Aufgabe. Ist er zerbrochen, so stellt er den Dampf ab, verschließt die Drosselklappe, zieht die Luftbremse an, setzt eine Alarmglocke im Heizerſtand in Bewegung und bringt eine Pfeife zum Ertönen. Das Pfeifen dauert so lange, bis ein neuer Glasarm eingesetzt ist.
Im Tode getrennt. Einen eigenartigen Ausgang nahm eine Liebestragödie, die sich an der Dahme unweit Köpenick abspielte. Ein junges Mädchen namens Helene Kramke, nahm Gift, als sich ihr Bräutigam ins Wasser stürzte. Dieser, namens Karl Anton, kam aber unversehrt in Grünau ans Land. Die unglückliche Braut ist dem Gift erlegen.
mußte Hangcurt Abschied nehmen.
Gr sprang vom Wagen und hieß die andern weiterfahren bis d außen vor das Dorf, wo sie auf ihn warten sollten. Dann nahm er seinen Stock und tupfte leise an das Fenster der Wirtsstube.
Alsbald wurde es geöffnet und Elschen schaute heraus.
„ Wer is da?" fragte es.
Hus dem Gerichtsfaal.
§ Wegen Anfreizung und Gewalttätigkeiten wurde der im Prozeß wegen Beleidigung des Kardinals Kopp angeklagt gewesene Redakteur des polnischen Blattes Gornoslonzat Anton v. Wolsti- Kattowiß von der Beuthener Straffammer neuerdings zu 450 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Aufreizung wurde in dem polnischen Gedicht„ Deo Boga"( 3u Gott) erblickt, welches vor einiger Zeit in der Sonntagsbeilage des genannten Blattes zum Abdruck gelangt war. In diesem Gedicht heißt es u. a.:„ daß die Polen in Todesfesseln stöhnten und ihre Stimme die von Sterbenden wäre; nachdem ihr Vaterland in vier Teile zerrissen wäre, befählen die Feinde, die Brüder niederzustechen. Die polnischen Greise und die Jugend würden hingemordet und die Unschuldigen von grausamen Henfern gepeinigt." Der Angeflagte sagte aus, daß das Gedicht auf Russisch- Polen gemünzt sei. Der Gerichtshof war aber mit dem Staatsanwalt der Meinung, daß es auf deutsche Verhältnisse anspiele, erkannte aber entgegen dem Antrage des Staatsanwalts, der auf drei Monate Gefängnis lautete, nur auf eine Geldstrafe, da es dem Angeklagten mildernde Umstände zubilligte.
,, Komm' noch mal' raus, Elsche," sagte der Bursche. " Du bist's, Hangcurt?" rief das Mädchen halblaut, wobet man ihm sein Erstaunen und seine Betroff. nheit anmerken konnte. Im nächsten Augenblick erschien es auf der Haustreppe, vor welcher Hangcurt es erwartete.
Das Mädchen war im höchsten Maße betrübt über den Hangcurt und sein Treiben, oder vielmehr darüber, daß er auf solche Abwege geraten, sich mit dem Tiophel so weit eingelassen und mit seinen Eltern überworfen hatte. Es trauerte gewissermaßen um ihn, weil es ihn für„ halbverloren" hielt.
" Hangeurt, was hast' denn vor?" fragte es, da eine unbestimmte Ahnung in ihm aufdämmerte,„ wo willste denn hin?"
Nach Amerika--!"
§ Zum Erbschaftsstreit im belgischen Königshanse wird aus Brüssel gemeldet, daß die Gräfin Lonyay ganz sicher gegen das zugunsten ihres Vaters, des Königs Leopold, ausgefallene Urteil appellieren wird, selbst wenn sich die Gläubiger S Prinzessin Louise von Koburg dabei beruhigen sollten.
Elschen mnßte sich an die Wandlehnen, um nicht umzusinken, als es diese Worte vernahm. Obgleich es den Hangcurt fast aufgegeben, so lebte tief in seinem Herzen, gerade wie bei jenem, immer noch die leise Hoffnung, daß doch schließlich alles zum guten Ende kommen werde. Diese Hoffnung wurde jäh geknickt durch die unerwartete plögliche Abreise des Burschen, dem es auch selbst da, als er sich schon auf Abwegen befand, immer noch so zugethan war.
Nach Amerika?" hauchte das Mädchen mit gepreßtem Ton,- und so auf einmal?!"
-
Kleine Gerichtschronik. Graf Pückler wurde in Glogau wegen Beleidigung des Stationsvorstehers Jüttner zu 50 M. Geldstrafe verurteilt.
- Das Schwurgericht zu Lissa verurteilte den Förster Valentin Krupa wegen Ermordung des Försters Jarkulski zu lebenslänglichem Zuchthaus.
Lokales.
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26. April 1904.
* Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat dem Wasserbauaufseher Bauinspektor Wilhelm Becker zu Mainz den Charakter als Baurat" erteilt. Der Bauassessor, Bauinspektor Burkhardt Kaibel zu Bad Nauheim ist unter Belassung des Titels und Rangs eines Bauinspektors zum Technischen Assistenten bei der Badedirektion und dem Tiefbauamt Bad Nauheim ernannt worden.
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* Der 4. Ausschuß der 2. Kammer hat auf den Antrag des Abg. Köhler und Genossen betr. die Sam melausgabe sämtlicher zur Zeit im Großherzogtum Hessen gültigen Geseze, Verordnungen etc. nach der Antwort der Großh. Regierung und dem Bericht des Abg. Dr. Frenay beschlossen: 1. Die Kreisämter anzuweisen, eine Zusammenstellung der z. Zt. für den Kreis maßgebenden Ausschreiben, Verfügungen etc. zu fertigen und zu veröffentlichen und diese Zusammenstellung von 10 zu 10 Jahren
zu erneuern;
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2. in Erwägung zu ziehen, ob nicht ein besonderes Register zum Regierungsblatt herausgegeben werden fönne, in welchem nur die z. 8t. noch giltigen seße und Verordnungen aufgenommen sind und damit den Antrag Köhler und Genossen für erledigt zu ert
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Die Tagesordnung für die nächste Sigung der Stadtverordneten Versammlung Gießen am Freitag, den 29. April 1904, nachmittags 4 Uhr, ist folgende: 1. Beratung des Voranschlags für das Rechnungsjahr 1904. 2. Baudispense für a. Gail'sche Dampfziegelei, Ertfauterweg, b. Ruckstuhl und Fröhlich, Walltorstraße, c. Louis Hellmold, Weserstraße, d. Louis Hellmold, Steinstraße, e. Gebrüder Butt, Liebigstraße, 3. Beschaffung von Plättchen für die Klärbecken.
§ Infolge des ungarischen Eisenbahnerstreits werden seit gestern auf den preußisch- hessischen Stationen Sendungen nach Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei 2c. nicht mehr angenommen. Die leeren Wagen der ungarischen, serbischen 2c. Bahnen sind in Deutschland anzuhalten und bis auf weiteres nicht zurückzusenden.
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Delegierten- Versammlung.
Sonntag versammelten sich die Delegierten der Wagenmeister des Bezirkts Frankfurt- Gießen im Pfälzer Hof" zu Gießen,
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" Ja," versette Hangcurt kurz, dem der Schmerz das Herz zusammenkrampfte.
,, Und fommst wohl gar nit wieder?" „ Niemals wieder," antworte e der Bursche, dem es jetzt eine gewisse Wonne bereitete, das Mädchen so letden zu sehen, weil er sich von ihm betrogen glaubte. Elschen erwiderte anfangs nichts. Seine Augen cuhten mit einem unbeschreiblich schmerzlichen Ausdruck auf dem Burschen. Endlich brachte es die Worte hervor, mühsam, gepreßt:
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Dann wird also nun nichts drauß wer'n- aus
„ Da wär' ja auch so nichts drauß geworden, wenn ich da geblieben wär'!"
Das Mädchen erschrack ob der kalten bestimmten Ruhe, mit der Hangcurt diese Worte hervorstieß. Aber es war wie gelähmt; es vermochte noch nicht einmal die Frage zu stellen, weshalb denn nichts drauß geworden"
wäre.
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, Du weißt ja doch," fuhr Hangcurt fort,„ daß ich mit Burkhennersch Hannhenner nit wetteifern tann. Das weißte ja doch noch von der letzten Kirmek ber."
Glschen ging ein Vicht auf. Allerdings, es fubite, daß es damals dem Burschen Grund zur Eifersucht gegeben. Allein, wie es stets bei Liebenden der Fall ist: derjenige Teil, welcher die Eifersucht erweckt, fühlt darin eine Wonne und erkennt nicht den Grad des Schmerzens mies derjenige, der von ihr gequält wird. Niemals aber hätte das Mädchen geahnt, daß der Schmerz von Hangcurt so tief empfunden würde, daß er deshalb sozu sagen freiwillig auf es verzichtete und sich selbst zum Austritt aus der Gemeinschaft der ehrbaren Dörfler verurteilte. ( Forts. foldt.)
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