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Lokales.
26. Januar 1904.
** Der Großherzog hat am 23. Januar d. J. den praktischen Veterinärarzt Karl Gebhar aus Lang- Göns zum Kreisveterinärarzt des Kreisveterinäramtes Oppenheim mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts eruannt.
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Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der Hessisch- Thüringischen Landes lotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 75 000 Mt. Prämie auf den zulegt gezogenen Gewinn von 1000 Mt. auf Nr 48 031 ( nach Offenbach); 25000 Mt. auf Nr. 60 710( nach Worms); 10 000 Mt. auf Nr. 69 522( nach Groß- Umstadt); 5000 Mt. auf Nr. 9743; 3000 Mt. auf Nr. 77456; 1000 mt. auf Nr. 30 897, 36 272, 50218, 94391.
R.-B. Am 22. Februar wird in Schwarzenberg ( Sachsen) eine von der Reiche bankstelle in Zwickau abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Dieselbe wird auch Wechsel auf Obersachsenfeld und Beierfeld einzieten. Wechsel auf Schwarzenberg sowie auf Obersachsenfeld und Beierfeld, welche nach den 21. t. Mts. fällig werden, fauft die Reichsbank von jest ab an.
^ Postdienstliches. Morgen Mittwoch, den 27. Januar, am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers, find die Postschalter nur wie an Sonntagen geöffnet, auch findet nur eine einmalige Bestellurg statt.
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* Sammlung. Dem Fecht- Verband Waisenschutz" wird allseitige Sympathie entgegengebracht. So wurden Sonntag bei einem Ausfluge des Schlachter- Vereins „ Brüderschaft“ zu Gießen 5.50 Mt. gesammelt und an den Waisenschut" abgeliefert.
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Kaufm. Verein und Ortsgewerbeverein Gießen. Gestern Abend hielt im Neuen Saalbau Herr Cronau aus New- York einen sehr interessanten Vortrag über: Amerika und seine Bewohner. Er schilderte in anschaulicher Weise die Entwickelung des Riesenreiches, die gewaltigen Rämpfe, welche die Gründer und Ansiedler zu bestehen hatten, die heutige Bedeutung Ameritas für Handel und Industrie und kam auch auf die in lezter Beit so oft in Betracht gezogene Möglichkeit eines deutsch- amerikanischen Krieges zu sprechen. Nach seinen langjährigen Studien an Dit und Stelle halte er einen solchen schon aus technischen Gründen für undurchführbar. Ebenso sei die sogenannte „ amerikanische Gefahr" die Amerikanisierung des europäischen Marktes, nur für Schwarzseher und ängstliche Gemüter vorhanden. Wenn auch die Vereinigten Staaten infolge ihrer gewaltigen natürlichen Hilfsquellen einige Artikel beffer und billiger liefern könnten, so bedeute dies doch noch lange tein Sieg auf der ganzen Linie. Im Uebrigen stellte der Redner den Amerikanern ein sehr gutes Zeugnis aus, lobte besonders deren rastlose Energie, ihren Wohltätigkeitssinn, sowie ihr patriotisches Selbstgefühl, wenn er auch nicht verhehlte, daß im Lande der„ unbegrenzten Möglichkeiten" die sozialen Gegensäße noch weit trasser sind wie bei uns und der rücksichtsloseste Egoismus zu Hause ist. Die Schluß und Glanznummer bildete eine wunderbare Kollektion Lichtbilder, großartige Szenerien und moderne amerikanische Städtebilder, die dem Vortragenden allein schon lebhaften Beifall sicherten.
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** Wie wir berichteten, brachte eine Reihe von Blättern dieser Tage die Meldung, in maßgebenden Kreisen der landwirtschaftlichen Genossenschaften beabsichtige man die Errichtung einer landwirtschaftlichen Hochschule in Darmstadt. Die Nachricht ist falsch. Dagegen ist seitens des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften die Errichtung einer landwirtschafts lichen Genossenschaftsschule behufs genossenschaftlich- technischer Fachausbildung berufsmäßiger Genossenschafts- und Verbandsbeamten geplant. Unrichtig ist auch te Bemerkung, das Institut solle in Verbindung mit der Reichsgenossenschaftsbant gebracht verden.
** Prinzessin Elisabeth Denkmal in Darmstadt. Herr Professor Habich in Darmstadt teilt mit, es sei bei ihm bis jetzt nur angefragt worden, ob er ein Medaillonporträt der Verstorbenen anfertigen wolle. Welche Gestalt das Denkmal haben soll, ist noch unbestimmt, doch dürfte man von der Idee einer abgebrochenen Säule Abstand nehmen."
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Die Wechselunterschrift. Hinsichtlich der Vollziehung von Unterschriften auf Wechsel hat die Reichsbant auf eine Anfrage geantwortet, daß Wechsel, deren Unterschrift mit sogen. Tintenstift vollzogen wurden, nicht anerkannt werden, da es zu schwierig sei, zu prüfen, ob die Unterschrift unverwischbar ist. Nur Wechsel mit einer Unterschrift in echter Tinte seien vollgültig und würden angenommen.
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Ein Gaisbod auf unfreiwilliger Wanderung. Vor einigen Tagen faufte ein Unternehmer, so wird uns aus Heuchelheim geschrieben, im Scherz einen Geisbock für 12 Mt. zum allgemeinen Gaudium seiner Mitkollegen. Am nächsten Tage wurde das Tier per Wagen nach Gießen gebracht, wo aber seines Bleibens nicht war, denn hier kam es wegen dem Bock in einem Gasthaus zwischen dem Unternehmer und dem Verkäufer wieder zu einem„ Geschäftche", der ursprüngliche Besitzer nahm das Tier zurück, zahlte noch 50 Liter Bier und vers handelte ihn aber gleich darauf wieder nach Garbenteich und zwar franko. Was blieb ihm nun anders übrig; er mußte sich einen Fuhrmann suchen und demselben gute Worte und- 3 Mart Fuhrlohn zahlen, damit der Gaisbock doch endlich an den Besitzer gelangte, der für ihn auch Verwendung hatte. Hoffentlich hat nun auch der Gaisbod einen Herrn, wo er längere Zeit Futter hat.
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** Von der Eisenbahn. Uebermütige und ungeduldige Eisenbahnreisende glauben manchmal durch den scherzhaften Ruf„ Fertig!",„ Abfahren!" oder dergl. Verspätungen der Züge verhindern zu können. Hiervor muß Die Wiesbadener Bezirkinspekdringend gewarnt werden. tion hat einen Herrn, welcher dieser Tage auf Station
Schierstein durch den Ruf„ Abfahren" Veranlassung gab, daß der Zug sich in Bewegung seßte, mit 30 Mf. bezw. mit 3 Tagen Haft bestraft. In Anbetracht der Gefahr, welche für die ein und aussteigenden Reisenden durch derartige Handlungen entsteht, die auch eine Betriebsstörung herbeiführen kann, kann die verhängte Strafe noch als mild bezeichnet werden.
* Gedenket der Vögel! Recht schlimm daran sind jezt die kleinen Vögelchen, denen durch die Schneeschicht, die Feld und Flur bedeckt, das Auffinden von Nahrung sehr erschwert und unmöglich gemacht wird. Die Tierchen kommen, durch Hunger getrieben, in die Nähe der menschlichen Wohnungen und spähen umber, ob nirgends ein Körnchen für sie zu finden ist. Mitleidige Menschen errichten Futterplätze im Freien, um dadurch die Not der Vögel zu lindern. Kleine Mühen nur verursacht die Anlage solcher Futterstellen; Küchenabfälle, Fleischreste und dergl. bieten den kleinen gefiederten Wintergästen willkommene Nahrung. Tausendfach vergelten sie die erwiesene Wohltat im Sommer durch ihre fröhlichen Lieder und ihre mannigfache Nüzlichkeit in Feld und Garten.
** Kinderkrankheiten treten im Kreis Gießen in der letzten Zeit auf, wie Diphtheritis, Masern und Röteln. In Lüßelinden sind so viele Kinder erkrankt, daß der Unterricht geschlossen werden mukte. In Leihgestern herrschte seither Diphteritis, welche mehrere Opfer forderte.
** Weylar, 24. Jan. Es war am 15. April 1902, als in der Seminar- Angelegenheit die Ministerial- Kommission nebst anderen Regierungsvertretern hier weilten, um die in Frage kommenden Kaup äße für die neue Lehrerbildungsanstalten in Augenschein zu nehmen. Aber erst in diesen Tagen wurden die erforderlichen Erd- und Maurerarbeiten dieserhalb vergeben. Unter den vielen Bewerbern wählten die Herrn Stadtverordneten den Wenigstfordernden, Herrn Bauunternehmer Müller aus dem benachbarten Aßbach. Der Gesamtumfang des von der Frankfurter Chaussee gewählten Baugeländes bemißt sich auf 2,63 Heftar mit einem Kaufpreis von 25 451 Mt. Gewiß schon ein großes Opfer, welches die Stadt Weßlar dem Unternehmen in großer Bereitwilligkeit als erste Zahlung geleistet hat.
A Leusel, 23. Jan. Bei der heute hier stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde der Landwirt und Landtagsabgeordnete ustav Korell als Bürgermeister gewählt.
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Friedberg, 24. Jan. Die Lackfabrik Roßbach dahier beabsichtigt, für ihre Arbeiter Arbeiterwohnungen zu erbauen.
Hanau, 25. Jan. Auch vom hiesigen Infantrieregiment Nr. 166 hatten sich zahlreiche Soldaten zur Expedition nach Südafrifa gemeldet, 8 davon wurden als tropendienstfähig erachtet.
+ Darmstadt, 24. Jan. Am Samstag starb der Wirkl. Geheimerat und Kammerherr Graf v. Dönhoff Erz. nach längerem Leiden.
> Worms, 23. Jan. Der neue Bahnhof wird am lommenden 1. April dem Verkehr übergeben werden.
Litterarisches.
Die Reform der Gemeindesteuern im Großherzogtum Hessen, herausgegeben von dem Vorstande des Bodenreform vereins in Darmstadt, betitelt sich ein soeben im Verlage von Eduard Roether in Darmstandt erschienenes Schriftchen, Neuordnung seines Gemeindeſteuerwesens steht und deshalb eine sehr zeitgemäße Arbeit, da Hessen vor einer gesetzlichen dieser Gegenstand voraussichtlich die öffentliche Meinung demnächst eingehender beschäftigen dürfte. Die vorliegende Schrift befaßt sich nicht ausschließlich mit der Bodenrente und ihrer Besteuerung, sie geht vielmehr auf das Gemeindesteuerwesen im ganzen ein und bringt neben einer eingehenden Kritik des derzeit bestehenden Steuersystems umfassende und ausführlich begründete Vorschläge für die Gestaltung der fünftigen Gemeindefteuern. Ein ausgiebiges Zahlenmaterial dient zur Unterstüßung und Beleuchtung der theoretischen Ausführungen. Der billige Preis von 40 Bfg. dürfte für die weiteste Verbreitung der Broschüre von Nußen sein.
Holz Versteigerungen.
Münster b. Laubach. Mittwoch, den 27. Januar, vorm. 10 Uhr im Hegeberg anfangend, sollen aus dem Gemeindewald versteigert werden: 72 Eichen- Stämme, 14,18 Feftm.; 235 Fichten- Stämme, 52,38 Festm. und 834 Fichten- Derbstangen, 59,34 Festm
Freienseen. Donnerstag, 28. Jan., vorm. 10 Uhr, fommen im Diftrift Elmersberg zur Versteigerung: 352 Jim. Buchen- Scheiter, 52 Rm. Buchen- Knüppel, 52 Rm. BuchenStöcke, 210 Rm. Buchen- Astreiser. Zusammenfunft an dem Weg von Freienseen nach Weickartsbain bei Holznummer 1.
Wetterbericht.
( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.)
Das nordwestliche Hoch hat sich ostwärts nach Osteuropa berlagert. Sonntag flarte es, als das Hoch unser Gebiet überschritt, auf, sodaß ein stärkeres Sinten der Temperatur eintreten fonnte. Doch verursachten über Nacht flache Teiltiefs eines von Westen her vordringenden Tiefs wiederum Bewölkung. Derartige Tiltiefs scheinen ung auch in den nächsten Tagen zu beeinflussen, aber wegen ihrer schwachen Entwickelung noch keine Niederschläge zu bringen. Daher voraussichtliche Witterung für
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Dienstag und Mittwoch: tübes, aber milderes Frostwetter.
Marktberichte.
Blekes, 26. Januar. Auf dem beutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pfd. 0.90-1.00 wt., Hühnereter 2 Stüd 16-20 Bfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar T. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per üd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Bfg. Schweine
fleisch gesalzen per Pfund 0.80 Big., Kalbfleisch per Bfd. 70-76 fg., Hammelfleisch der Pfd. 56-74 Pfa., Kartoffeln pro 100 Kilo 5.50 6.00 mf., Rwiebeln ver 3. Mf. 4.50-5.00. Aepfel per Gentner 16-20 mt. Milch ver Liter 18 Pfa. Dauer der Marktzeit bon 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs, dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Markizeit im Um
herziehen feilgeboten werden.
Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 395 Ochsen, 49 Bullen, 564 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 227 Kälber, 232 Schafe und Hämmel, 1652 Schweine. Aus Desterreich 000
Ochsen. Bezault wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, aus= gemästete höchsten Schlachtwertes tis zu 6 Jahren Mf. 72-74, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mr. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mt. 61-63, d) gering genährte jeden Alters Mt.-. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 64-66, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 61-63, c) gering genährte Mt.-. kübe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 61-63, b) bollfleischige ausgemäſtete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) Mf. 57-59, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwidelte jüngere Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 45-47, d. mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 42-44, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-'( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 84-86 Pfg.( Lebendgewicht) 50-52 fg., b) mittlere Waft- und gute Saugkälber( Schlachtge wicht) 76-82 fg.,( Lebendgewicht) 46-49 Pfg., c) geringe Saugfälber 60-65 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mastbämmel 66-68 Pfg., b) ältere Maſthämmel 52–56 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) 48-50 Pia. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren ( Schlachtgewicht) 54-55 Pfg.,( Lebendgewicht) 42 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 53 Pfg.,( Lebendgewicht) 41 Pfg. c) gering entwidelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 44-46 Pfg., Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Maift geräumt.
Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts." und" Ceffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann
Sparen am unrechten Plake.
Das Bestreben des Landwirtes, die Erzeugnisse des Bodens oder des Stalles nach Möglichkeit zu verbilligen, d. h. einen angemessenen Gewinn zu erzielen, ohne die Produkte seiner Wirtschaft teurer auf den Markt zu bringen, ist gewiß zu loben, gleich viel ob man den Standpunkt des Produzenten oder des Konsumenten einnimmt. Die Versuche auf diesem Gebiete enthalten indessen für den nicht durchaus erfahrenen Fachmann eine Menge von Gefahren, und speziell in der Viehzucht heißt es unentwegt die Augen offen halten und genau abwägen, wenn man nicht auf Abwege geraten und den Betrieb geschädigt sehen will. Es dürfte heute kaum noch eine Wirtschaft existieren, in der nicht besonderer Wert auf eine möglichst hohe Ausnutzung der Futterstoffe gelegt wird. Allerdings weiß man sich nicht immer genau flar zu machen, wie weit die Forderungen bei den einzelnen Tieren gehen dürfen; eine einzige Norm für den ganzen Viehstand aufzustellen, geht nicht an. Dies ist selbst dann unstatthaft, wenn es sich um Tiere einer Art handelt, weil immer und unter allen Umständen die Individualität das letzte Wort spricht. Eine Kuh mag von bester Rasse und Abstammung sein, fie braucht darum doch nicht als Mustertier zu gelten, und leicht mag es vielleicht vorkommen, daß durch irgend einen geringen Einfluß die Milchleistungen eine erhebliche Aenderung erfahren. Das Futter allein kann weniger zusagenden Mischung leichter oder schwerer nur die zu verarbeitenden Nährstoffe in mehr oder verdaulich bieten, es fann auch diätetiſch günstig oder ungünstig wirken; aber es läßt sich niemals von einem Futtermittel sagen, es veranlaßt die höchste Produktion. Es mag auf den ersten Blick wohl den Anschein ge= winnen und es ist ja auch tatsächlich zuzugeben, daß ein sorgfältig zusammengestelltes Furter die höchste Leistungsfähigkeit vermittelt; doch geschieht dies nur dann, wenn der Verdauungsorganismus des Tieres sich Verfütterung solcher Stoffe, die erfahrungsgemäß eine im Zustande energischer Funktionsfähigkeit befindet. Die Schwächung der Verdaungswege bedingen, oder die Nährstoffe in schwer assimilierbarer Form enthalten, würde demnach die Leistungsfähigkeit der Tiere mehr oder weniger beeinträchtigen, d. h. die Produktion wenigstens verteuern. Das einfachste Mittel zur Abhilfe böte naturgemäß ein in jeder Beziehung mustergiltiges Futter, und es soll nicht bestritten werden, daß ein solches sich beschaffen ließe, aber mit welchen Kosten? Eine billige Produktion ließe sich damit sicher nicht erzielen. Da erscheint es denn viel einfacher, auf den Organismus der Tiere derart einzuwirken, daß sie auch weniger wertvolle Nahrung voll verwerten und demgemäß bei billigem Futter viel leisten. Es heißt un bedingt am unrechten Orte sparen, wenn man den Dingen ruhig ihren Lauf läßt und sich bei wenig wertvollem Futter mit mangelhaften Leistungen zufrieden giebt, denn, was am Futter gespart wird, muß an den Leistungen sicher verloren gehen. Nur die Schaffung einer intensiven Verdauung fann da Abhilfe bringen, und diese bietet einfach und billig die allenthalben rühmlichst bekannte„ Bauernfreude" aus der Chemischen Fabrik Th. Lauser in Regensburg. Dieses Pulver, von d m 9 Pfund nur 5,40 Mark fosten, wirkt anerkanntermaßen ausgezeichnet anregend auf Magen und Darm, sodaß das Futter nicht allein besser, sondern auch schnell verwertet wird Dies hat wieder zur Folge, dak die Ausscheidungen erleichtert und reguliert werden und die Freßluft eine entsprechende Steigerung erfährt. Man darf wohl sagen, daß ein Landwirt, der die geringe Ausgabe für ,, Bauernfreude" scheut, am unrechten Plage spart; ein kleiner Versuch wird unbedingt die Ueberzeugung schaffen, daß ,, Bauernfreude" in Wirklichfeit sparen hilft; diese Ueberzeugung aber führt zur dauernden Inanspruchnahme der Bauernfreude", was im höchsten Grade zur gedeihlichen Weiterentwickelung der Viehzucht beitragen wird.
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