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Andere schnitten Fleine Stücke von ihrem Um­hlagetuch ab, um sie als Reliquien aufzubewahren. Im Triumph wurde sie an ihren Wagen getragen, den sie nicht hne Schwierigkeit erreichte. Sie wird von Paris nach london zurückkehren, wo sie gewöhnlich lebt.

Eine Predigerin wird am 12. Juni, gelegentlich des internationalen Frauenfongresses eine Berliner Kanzel be­steigen. Es ist ein Frl. Dr. Shaw, Predigerin der ameri­tanischen Unitarierkirche, die in der amerikanischen Kirche am Nollendorfplak predigen wird.

A Zwei furchtbare Verbrechen werden aus Rheinland­Westfalen gemeldet. In einer ausgeraubten Wohnung zu Köln wurde das neunzehnjährige Dienstmädchen, an Hän­ben und Füßen gefesselt und mit einer zusammengeballten Schürze im Munde neben seinem Bette liegend, ermordet aufgefunden. Bei Hemmer fiel im Walde ein sechsjäh. riger Knabe einem Lustmörder zum Opfer, der ihn aus dem Kreise seiner Spielgenossen weggelockt hatte.

Deutscher Dampfer gesunken. Der dänische Danipser Napoli" stieß, wie aus Helsingör gemeldet wird, südlich von dem Feuerschiff im Lappegrund mit dem Stettiner Dampfer Emil R. Rezlaff" zusammen, der sich auf der Fahrt von Huelva nach Stettin befand. Der deutsche Dampfer sank, die Mannschaft wurde gerettet. Der Dampfer ,, Napoli" lief, am Bug beschädigt, in Helsingör ein.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Ein zivilrechtliches Nachspiel zur Primus- Katastrophe beschäftigte das Hamburger Landgericht. Die Hinterbliebe­nen der Opfer des am 20. Juli 1902 auf der Unterelbe er­folgten Bujaninenstoßes der Dampfer Primus" und Sansa" find gegen die Hamburg- Amerikalinie, dem Kapitän ter Hania", die beiden Eigentümer des Primus" und den früheren Kapitän des Primus" flagbar geworden und zwar Feanspruchen sie eine einmalige Abfindungssumme resp. eine Rente. Es laufen insgesamt 29 verschiedene Klagen, die sämtlich durch zwei Hamburger Rechtsanwälte vertreten perden. Die Verhandlung wurde vertagt und der End­termin auf den 20. September cr. festgesetzt.

§ Was man unter Fabrikpreisen" zu verstehen hat, legt ein gerichtliches Gutachten der Handelskammer zu Liegniß, das in einem Prozeß wegen unlauteren Wettbewerbs erteilt wurde, in klaren Worten dar. Ein Kaufmann hatte inseriert, daß er Waren zu Fabrikpreisen" verkaufe. Sein Kon­furrent flagte ihn deshalb wegen unlauteren Wettbewerbes an. Das Gericht erkannte dem Klageantrag gemäß, indem es fich auf das Gutachten der Handelskammer stüßte, das fol­gendermaßen lautete: Wenn Kaufleute von der Branche des Beklagten bekannt machen, daß sie zu Fabrikpreisen ver­foufen, so dürfen sie die Ware nur zu den Preisen verkaufen, die sie ihnen selbst kosten. Sie dürfen für sich nur diejenige Brovision in Anspruch nehmen, die ihnen die Fabrik, sei es durch Barzahlung oder wegen kurzen Zahlungszieles, bei der Bezahlung prozentual vom Fabrikengrospreis abläßt. fecinesmegs sind hier unter Fabrikpreisen" diejenigen Preise ! erstehen, zu denen die Fabrik an Private verkäuft."

Kunft und Wissenschaft.

RG Naturgas in Deutschland. Hin und wieder liest men, daß in Amerika Naturgas aus der Erde strömt, das zu Be­leuchtungs- und industriellen Zwecken verwendet wird. Es ist möglich, daß der Neid dadurch berechtigt ist, daß dort das Naturgas in besonders großen Mengen vorkommt, aber um es überhaupt zu finden, braucht man nicht nach Amerika z gehen. Auch bei uns in Deutschland hat es sich gezengt. natürlich im Kohlengebiete, denn dies Gas ist stets reich an Kohleverbindungen. In Westfalen, auf der Zeche Hanin bei Dortmund, wurde eine Gasquelle 664 Meter tief erboyr:. Die chemische Untersuchung ergab, daß sie mehr als 85 Proz. brennbare Bestandteile enthält. So wurde denn die Gas. quelle gefaßt und diente zunächst zur Beleuchtung an Ort und Stelle. Später überlegte man, daß man sie noch besser verwenden könne; sie wurde mittels einer Rohrleitung nat oben geleitet und zum Heizen eines Dampffessels bejuig:. twobei sie sich ausgezeichnet bewährt; ein Geringerwerden der ausströmenden Gasmenge ist bisher noch nicht beobachtet, sie beträgt so viel, daß täglich nicht weniger als 2000 ilo­gramm Kohlen dadurch gespart werden.

MD Radium und Erdwärme. Das neue Wundermetall Radium soll nach einer Theorie, die der bekannte Londoner Professor Ernst Rutherford vor einem auserlesenen Streise von Gelehrten entwickelte, die Ursache der sogenannten Erd. wärme bilden. Radium käme allerdings bloß in minimalſten Proportionen allüberall an der Erdoberfläche vor, dagegen erfülle es in um so größerem Verhältnisse die Erdm: asse, je tiefer man in das Erdinnere eindringt. R. schließt daraus, daß das neuentdeckte Element sich im Erdzentrum in unge­heuren Mengen vorfinden müsse und seine kontinuierlich for: strömende Energie zum großen Teile jene Wärme unseres Planeten verursacht, welcher alle organischen Lebewesen ihre Gistenz verdanken. N. will berechnet haben, daß selbst bloß ein Millionstel der im Erdinnern konzentrierten Radium­energie, welche die Erdwärme produziert, erst in fünfzig Millionen Jahren aufgebraucht werden dürfte. Damit wäre die von vielen Forschern verkündete ewige Eiszeit" in eine unendliche Ferne entrückt. Diese Hypothese gründete sich be­fanntlich darauf, daß unser Planet ursprünglich ein völlig glühender Feuerball war, an welchem sich allmählich eine Kruste, die sogenannte Erdrinde, durch Abkühlung ansette. In einem gewissen Zeitpunkte nach Beginn dieses Abküh­Tungsprozesses, etwa nach hundert Millionen Jahren, hälte sodann die Temperetur jenen Grad erreicht, welcher orga­nischen Lebewesen die Eristenz ermöglicht. Das weitere Fortschreiten dieses Abkühlungsprozesses würde aber schon nach einigen hunderttausend Jahren die gesamte Vegetation und die Tierwelt wieder vertilgen.

Der Landwirt.

Butterbeförderung in Eiskühlwagen. Auch in diesem Jahre werden auf verschiedenen Linien der preußischen Staatseisenbahnen an bestimmten Tagen Eiskühlwagen ein­gestellt, um die als Stückgut nach Berlin aufgegebenen Buttersendungen frisch zu erhalten. Die Benutzungsgebühr beträgt 15 Bfg. für Frachtbriefsendungen bis zu 30 Kilo­gramm und 20 Pfg. für jede angefangene 60 Kilogramm jeder schwereren Frachtbriefsendung.

Lokales.

25. Mai 1904.

* Der Großherzog hat dem Geheimen Forstrat Theodor Heyer zu Gießen aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums die Krone zum Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

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* Ernannt wurde der Gefangenauffeher Provinzialarrefihaus in Gießen Karl Stort zum Gefangen­wärter am Haftlokal in Hungen.

[ Nationaler Gesangswettstreit zu Gießen.] Der gestrige letzte Festtag hatte infolge des schönen Wetters einen überraschend großen Besuch aufzuweisen, sogar viele auswärtige Sänger, denen es hier in Gießen gut ge­fallen, hatten ihre Abreise erst auf heute Mittwoch berlegt. Konzert und Tanz sorgten am Tage für gutes Amusement und als der Abend hereinbrach, wuchs die Zahl der Festteilnehmer auf mehrere Tausend; man sagte, daß annähernd 5000 Menschen auf dem Fest­plak gewesen wären. Gegen 9 Uhr waren turnerische Aufführungen unter der Leitung des Turnwarts Müller, erst Pyramiden, dann ein sehr schwieriges Turnen am Reck. Anhaltender, wohlverdienter Beifall wurde den Turnern zuteil. Hierbei möchten wir her­vorheben, daß mit dieser Nummer wieder gezeigt wurde, wie schön sich beide: Gesang und Turnerci, in der Verherrlichung der Feste gegenseitig unterstützen können. Zum offiziellen Schluß des Tages wurde dann ein Feuerwerk inmitten eines dichten Walles von Menschen abgebrannt; auch hierbei war man allgemeiner Bewunderung voll. Noch lange blieb die selten große Anzahl Festteilnehmer auf dem Piazz und beschloß so in bester Stimmung den ersten Nationalen Gesangs­Wettstreit in Gießen, dem größten in diesem Jahre vom Main und von der Weser bis zum Rhein. Soweit uns bekannt, ist der finanzielle Erfolg ein guter. -Heute Mittwoch Vormittag erfolgte eine photo­graphische Aufnahme der gesamten Ausschüsse, welche an dem Zustandekommen des ganzen Festes mit­gewirkt haben.

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+ Unserem gestrigen Bericht über den Gesangswettstreit sei nachzutragen, daß der Gesangverein Liedertafel" zu Lollar sich ebenfalls wie die Germania" eine Lobende Erwähnung" errungen hat, troß der scharfen Konkurrenz. Es sangen nämlich in derselben Klasse Vereine von Fechen­heim, Dillenburg, Gelnhausen, Marburg, Lich und Hungen.

* Groß und Stafforst. Die Verteidiger der zum Tode verurteilten Bruno Groß und Stafforst haben für ihre Klienten Revision beim Reichsgericht eingelegt. Sämtlichen Bersönlichkeiten, die mit den bei den Verurteilten amtlich zu tun haben, ist von der Staatsanwaltschaft strengste Verschwiegen­heit zur Pflicht gemacht worden.

Eine primitive Beleuchtung zeigten gestern Abend einige Wagen des letzten von Fulda fommenden Personenzuges. In einem Wagen 3. Klasse war in jedem Abteil eine ganz komplette Stalllaterne aufgehängt, während sich die Insassen eines Wagens 4. Klasse mit ägyptischer Finsternis begnügen durften.

= Der verrückte Grenzstein. Der Packer Georg Sch. aus Frankfurt hat in der Nacht vom 12. März auf der Schwanheim- Kelsterbacher Chaussee den Grenzstein zwischen Preußen und Hessen von seinem Standort entfernt. Er gibt zu seiner Entschuldigung an, daß die Ehaussee durch Aufschüttlung unpassierbar war und der Möbelwagen daher nicht weiter fonnte; als ihnen beim Wenden der Stein im Wege war, haben sie ihn fortgenommen, und ein Ende weit weggeschleppt. Die Sache an sich ist nicht schlimm, aber, um den Stein wieder an seinen Platz zu bringen, entstehen Kosten und weder Hessen- Darmstadt noch Preußen( also die Gemeinde Schwanheim) wollen diese Kosten tragen. Natürlich sind zur Zeit die Hessisch- Preußischen Grenzber­hältnisse durch diesen Zwischenfall gestört. Der Backer wurde wegen seiner Missetat vor das Höchster Schöffengericht gestellt und zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt.

Grünberg, 25. Mai. Im Anschluß an den Nach­mittagsgottesdienst fand am 1. Pfingstfeiertag in der hiesigen Kirche eine Feier statt, anläßlich des 25 jährigen Bestehens des Grünberger Kirchengesangvereins. Herr Defan Wagner stattete in herzlichen Worten allen Mit­wirkenden des Kirchenchors namens der Kirchenverwaltung und der Gemeinde seinen Dant ab. Er wies besonders darauf hin, daß der Verein in der langen Zeit seines Bestehens stets bestrebt gewesen sei, die Gottesdienste durch Gesang zu verschönern, und dadurch das Interesse an denselben zu fördern und auch der Kirche zu dienen. Nach Schluß der Feter wurde dem Verein von Herrn Defan Wagner im Auftrage der Kirchenverwaltung ein namhaftes Geldgeschent überwiesen; ein Beweis der Anerkennung, welche den Ge­fängen allseitig entgegen gebracht wird.

Grünberg. Unserem Bürgermeister, Herrn Bimmer, ist vom Deutschen Flottenverein das Diplom eines Ehren warts zugestellt worden.

A Grünberg, 25. Mai. Ueber den in voriger Woche gemeldeten, Aufsehen erregenden Vorfall in der Wirtschaft zur Horstenburg( Oberbessingen) wird uns noch nach­träglich aus Nonnenroth folgendes mitgeteilt: Bereits einige Wochen vor dem Tage, an welchem der Arbeiter Brück aus Nonnenroth den Wirt zur Horstenburg mittels Steintlopfhammers tötlich verlegte, waren an dem Brück Anfälle geistiger Umnachtung beobachtet worden, sodaß anzu­nehmen ist, daß er auch die unglückselige Tat in einem solchen Anfalle verübt hat. Brück, ein Mann von etwa 30 Jahren, ist in Nonnenroth als ein fleißiger und nüchterner Arbeiter bekannt. Da dem Wortwechsel, welcher der Tat borausgegangen war, fein Zeuge beigewohnt hat, so wird der Fall in Dunkel gehüllt bleiben.

R. Grünberg. Ein eigentümliches Schauspiel bot sich gestern Dienstag Passanten. Am Hause des R., an welchem vier Staarnester sich befinden, wurden die jungen Staare

von der Mutter mit einer noch lebenden Blindschleiche be­glückt. Wohl ein duzendmal bot der Vogel den Leckerbissen an; immer aber nahm er ihn zurück, da die Jungen ihn nicht aanz verschlingen konnten. Bulegt ließ der alte Vogel die Schlange mehrere mal fallen, erhaschte sie aber trotz der um­stehenden großen Zahl Zuschauer immer wieder und brachte sie zum Nest. So währte es eine halbe Stunde, big die Schlange tot und zerstückelt war. Nun erst wurden die vier Jungen mit der etwa zwanzig 8entimeter langen Blindschleiche gesp ist.

R. Aus Grünberg wird uns geschrieben: Herr Obst­bautechniker Wiesner hat vor Kurzem bestimmt erklärt, daß ießt die Zeit sei, die Raupennester zu vertilgen. Gewöhnlich wird amtlich schon im Februar daran erinnert, doch da finden nur wirkliche Kenner der verborgenen Schlupf­winkel die Nefter der Obsttöter. In unserer Gegend sind in diesem Jahre die Aepfelftecher gering, aber die Ringel­raupe und Nachkommen des Kohlweißling und andere sind in Menge vorhanden. Heute fanden wir von dieser Sorte an einem Baumstück von kaum einem halben Morgen Größe 28 Nester. Also jett gilt es, diesem Feinde des Obst­und Gemüsebaues den Vertilgungskrieg zu erklären. In einer weiteren Unterredung hat Herr Obstbautechniker Wiesner den Vorschlag gemacht, da ein Obstjahr mit großem Erfolge bevorsteht, in Grünberg den Obstversandt gemeinschaftlich vorzunehmen. Die Sache wird folgendermaßen gedacht: Die Obstzüchter melden ein erst zu bildendes Komitee an mit der gleichzeitigen Angabe, wieviel Obst von ihnen im Herbst nach der Ernte geliefert werden kann; jede Sorte Obst wird vom Komitee in einem Korb zu 50 Pfd. verpackt mit genauer Bezeichnung und dann übernimmt Herr W. für Elberfeld- Barmen, Cöln, Lippstadt, Paderborn 2c. die Ver­wertung. Gute Bezahlung ist sicher und ein Risiko aus­geschlossen.( Einen ähnlichen Zusammenschluß empfehlen wir auch für andere Bezirke. D. Red.)

Großen- Linden. Die Erweiterung des hiesigen Bahnhofs und Erbauung eines Stationshauses wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Gemeinde fommt für das erforderliche Gelände auf. Die Verhandlungen mit den Eigentümern der in Betracht kommenden, an den Bahn­hof grenzenden Grundstücken, sind bereits einem befriedigenden Abschlusse nahe.

Lollar. Herr Stationsvorsteher Köllner erhielt das Ehrenwart- Diplom des Deutschen Flottenvereins.

+ Laubach, 23. Mai. Wie hier gesprochen wird, ist beabsichtigt, das hiesige Amtsgericht aufzuheben und den betr. Bezirk den Amtsgerichten Grünberg und Hungen zuzuteilen.

Marburg. Zum Herbst d. I. ist der Oberlehrer am Kgl. Gymnasium Herr Dr. Euler auf seinen Antrag an das Gymnasium zu Weilburg versetzt. Karl Euler, geb. zu Schliz am 11. Juni 1858, ftudierte in Gießen und Leipzig klassische Philologie und Philosophie. Vom Herbst 1883-1884 genügte er in Hersfeld seiner Militärpflicht. Michaelis 1884 wurde er nach Rinteln und 1888 an das hiesige Gymnasium versetzt. Seit 1898 ist Herr Dr. Euler

Stadtverordneter.

Darmstadt, 24. Mai. Der Leiter der Neuen Hess. Volksblätter", Rudolf Ramspect, in weiteren Journalisten­freisen wohlbefannt, ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Münster. Hier hat eine Kage ein Junges mit 8 Beinen und 2 Schwänzen zur Welt gebracht. Außerdem gehört das junge Geschöpf sowohl dem männl. als auch dem weibl. Geschlecht an. Es wurde zum Studium nach Gießen verbracht.

Eingesandt.

Für die unter dieser Rubrik gebrachten Artikel übernehmen wir dem Publikum gegenüber keine Verantwortung.

Wir erhalten folgenden Brief mit der Bitte um Abdruck: Gießen, 24. Mai 1904.

Geehrter Herr Redakteur!

Ihre fürzlich gebrachte Notiz, daß die Stadt Gießen hinsichtlich seiner hygienisch- sanitären Zustände unter den Städten Hessens bald mit an erster Stelle rangiere, freute mich ungemein; schon allein deswegen, daß nun gewisse Vorwürfe von Fremden ein Ende haben, trotzdem ich weiß, daß noch viel Arbeit dazu nötig ist und manche Mißstände beseitigt werden müssen, ehe Gießen wirklich dieser Ruf blüht. Da nun auf Mißstände aufmerksam zu machen Sache der Presse mit ist, so erlaube ich mir Ihnen hiermit zu berichten, daß der Stadtbach an der unteren Bahn­Hofstraße z. 8t. in einem geradezu gesundheitswidrigen Zu­stande anzuschauen ist. Der dort in dem Stadtbach sich an­gehäufte Moraft und Unrat verbreitet einen derartigen Ge­stant, daß nicht allein die Anwohner, sondern auch vorüber­gehende Passanten denselben mit begreiflichem Widerwillen empfinden. Während den Festtagen haben nun leider aus­wärtige Sänger von diesem Zustand unfreiwillig Augen­schein nehmen müssen und ebenfalls unter üblem Geruch zu leiden gehabt, sodaß von vielen Gästen man feineswegs für Gießen schmeichelhafte Bemerkungen vernehmen fonnte. Es wird darum öffentlich angefragt: Ist unsere Stadtverwaltung dieser Mißstand nicht bekannt und ist es denn überhaupt nicht angängig, daß der Stadtbach in gewissen Zwischen­zeiten, besonders vor großen Kirchen- oder weltlichen Festen, bestimmt gereinigt wird?

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, Mai. Meist schwachwindig, meist heiter, bei milder Nacht tags wärmer, trocken.

den 26.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Verantwortlich: für den politischen, vermischten und unter­haltenden Teil Albin Klein Gießen; für den lokalen Teil Karl Klose, Grünberg.

NAUMANNIA- SEIFE

mit dem

Beste Seifenah undfern!