Einzelbild herunterladen

ers.

t

Birnen

1

Datteln

Eischobst

aumen

r:

Breifen

Wallenfels

empfiehlt zu

Waren

en.

t 1826.

Telephon 262.

raft. Erfahrung.

Jut. fämtl. Ge=

behand. sicher

ete Schwäche

fähig wurde und damit war unser Kochgeschirr erfunden. Sochinteressant ist es nun, daß noch lange Jahrtausende später wieder ein Beweis für die unglaubliche Beharrlich­keit des menschlichen Geiſtes die Menschheit auf ihren Koch­geschirren außen jene Oramente anbrachte. die ursprünglich nebensächlich durch das Flechtwerf erzeugt waren. Erst sehr viel später lernte man Tongeschirre freihändig oder mit Hilfe der Töpferscheibe formen, und auch bei diesen Longeschirren blieb bis fast in unsere Tage die Kürbisschale das Vorbild.

Mit der Erfindung solcher brauchbaren Kochgeschirre aber wurde auch die Ernährung des Menschen eine wesentlich andere; die neue Erfindung kommt vorzugsweise der Pflan­zennahrung zugute. Die Zeit des Breies bricht heran, und ,, das Ideal der Küche st hinfort", wie Lippert betont, der Mehl- oder Gemüsebret mit der Zutat von Fett und Fleisch und der Würze von frischen Vegetabilien, von Salz oder einer Süßigkeit. Alles das hatte der Mensch bis dahin vereinzelt und zeitweilig genossen, indem ihm das Uebermaß der einen Speise immer das Bedürfnis nach einer anderen weckte; jetzt sollte in einem ordentlichen Hause das alles wohl gewogen und geteilt auf einer Schüssel erscheinen, eines die Würze des anderen sein."

WITZ

UND

HUMOR

Passende Modelle. Herr( zum Panoptikumbesizer): Was sind denn das für Herren, die im Mißgeburtenkabinett herum­zeichnen?" Besitzer: Das sind moderne Maler bie machen Studien!"

-

Seine Auffassung. Mutter: Herr Referendar, ich kann es aber absolut nicht mehr dulden, daß Sie jeden Morgen mit meiner Tochter allein spazieren gehen!"- Referendar: Gnädige Frau.. abends habe ich aber wirklich keine Zeit!"

*

Unter Juristen. Vater der Braut: Eine Mitgift kann ich meiner Tochter leider nicht geben!" Bewerber( erschreckt): Aber die Hochzeitsreise, die Trauung Vater der Braut: Das ist selbstverständlich, die Koſten des Verfahrens trage ich!"

Die Xanthippe. Mein Mann hat nicht weniger wie zwölf Paar Stiefel!" Um Gottes willen, wo verstecken Sie die denn alle, wenn er abends ausgehen will?"

Begriffsverwirrung. Lehrerin( in einer höheren Töchter­schule): Fräulein Erna, können Sie mir sagen, welche Einrichtung in unserer Zeit wohl am meisten zur Aufklärung beiträgt?" Fräulein Erna( schmachtend): Die Kavalierie."

Gemütlich.

Raiser Joseph II. von Desterreich kam einmal nach Warasdin. Das Volk eilte herbei, um ihn zu begrüßen, in der Menge war auch ein Dorfschulze von riesenhafter Größe. Joseph hatte Wohl­gefallen an ihm und hieß ihn näher kommen. Leutselig fragte er ihn im Hinblick auf seinen Wuchs, wieviel Schuh er habe. Der gute Schulze besann sich nicht lange und sagte mit freund­licher Offenheit: Zwei Paar, Herr Kaiser, ein Paar Stiefel und ein Paar Schuhe."" Schön," sagte der Kaiser, der über das Mißverständnis herzlich lachen mußte, da sind noch 3 Dukaten für ein Paar Pantoffel."

Etwas gewagt. Hauptmann( der einen Knopf vor der Front findet): Zum Donnerwetter, wer hat sich denn hier- ausgezogen?"

Auf Umwegen. Wie, Hans, Du hast eine Stunde Arrest bekommen? Warum?" Weil der Eduard Lang sich gebalgt hat!" - Deshalb hast Du doch nicht Arrest bekommen?" denn gebalgt?" Mit mir!" " Doch, Papa!"-" Ja, mit wem hat der Eduard Lang sich

Rücksichtslos. Ein Universitäts- Professor, der sehr kurzsichtig ist, steigt auf das Katheder und beginnt seine Vorlesung. Erst nach Verlauf einer Viertelstunde bemerkt er, daß er sein Kolleg

vor leeren Bänken hält. Da klappt er seine Manuskripte wütend zu indem er ausrust:" Das niemand in meinen Hörsaal kommt, ist schon ärgerlich, aber daß mich auch keiner darauf aufmerksam macht, das ist geradezu rücksichtslos!"

*

Teicht erklärlich.

Leutnant Schneidig von der Artillerie ist mit Leib und Seele Soldat und ein großer Verehrer seiner Waffe; natürlich auch junger Damen. In einer Gesellschaft sucht er diese beide Neigungen zu vereinigen, indem er einem Kreise anmutiger Mädchen von den neuesten technischen Fortschritten erzählt. Seine holden Zuhörerinnen vermögen den gründlichen Auseinandersetzungen nur mäßig zu folgen. Endlich bemerkt ein Fräulein ein wenig spitz: " Sie haben uns schon viel erklärt; bitte, jetzt sagen Sie uns aber auch, warum die Artillerie gerade eine Heilige, die h. Barbara, als Schutzpatronin verehrt. Warum nicht einen Krieger, etwa den heiligen Martin?"" Gnädiges Fräulein," antwortet Schneidig, ,, das hat seine tiefe Begründung, Frauen und Kanonen haben stets das letzte Wort."

Protest. Kranker Trinker: Was, an mir soll nichts mehr gesund sein hat der Arzt gesagt? Und dabei habe ich doch einen sehr gesunden Durst."

Im Dusel. Student( früh um sechs Uhr beim Sonnenschein, als er das Schlüsselloch nicht findet, zu einem Passanten): Ent­schuldigen Sie, haben Sie vielleicht ein Zündhölzchen?"

Die erste Soiree. Moritz, wirste de Gäste auch können genügend unterhalten?"" Wie haißt unterhalten.... steht doch so vieles und faines auf dem Tische, daß se werden gar nich kommen zum Reden."

Heimgezahlt.

Der berühmte Gast, Herr X., quält seine Provinzkollegen auf der Probe mit zahllosen Wünschen und Vorschriften. Bei dieser Stelle hier" sagte er z. B. zum Intriguanten- habe ich eine sehr wirkungsvolle Nüance. Ich versetze Ihnen einen energischen Fußtritt. Das wird Sie doch hoffentlich nicht ge­nieren?"" I bewahre!" antwortete ihm der Intriguant, nicht im geringsten!" Gleich unmittelbar darauf habe ich eine ähnliche Nüance. Ich gebe Ihnen nämlich für den Fußtritt eine riesige Ohrfeige! Das wird Sie hoffentlich auch nicht genieren!

Moderne Abmachung. Fräulein Doktor: Also abgemacht, lieber Bräutigam: das eine Jahr ernährst Du das andere ich unsere Familie."

Leicht gesagt. Vater( aus dem Mittagsschlaf auffahrend): ,, Um Gottes willen, Kinder seid ruhig; es ist ja nicht zum Anhören mit Gurem Lärm!" Karl: Dann schlaf doch wieder ein, Papa!"

Der Tierfreund. Junge Dame, einem Bruder Studio ihren Goldfisch Teich zeigend:" Sehen Sie' mal die niedlichen Tierchen! Sind Sie nicht auch ein Freund dieser hübchen Wasserbewohner?"- Student:" Oh sicher, gnädiges Fräulein. Ich halte mir stets einige saure Heringe zu Haus!"

Wie unpraktisch! Ich begreife gar nicht, wozu der junge Doktor ein Wartezimmer braucht, er kann doch auf seine Patienten ebensogut in seinem Studierzimmer warten."

Schlau. Aber, lieber Freund, wie bist Du nur im Stande gewesen, ein so großes Vermögen zu erwerben?" ,, D, auf sehr einfachem Wege."- ,, Kann man den nicht erfahren?". Gewiß; als ich noch arm war, stellte ich mich reich, und als ich etwas erworben hatte, stellte ich mich stets arm. So hatte ich zuerst Kredit und dann den Vorteil, nicht angeborgt zu werden."

Höchst wunderbar. Schülerin( von ihrem Geschichtsbuch auf­sehend): Was ich von der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus durchaus nicht begreifen kann, ist, woher er gewußt haben kann, daß es gerade Amerika ist, welches er doch nie zuvor gesehen hat.

Nr. 44.

Donnerstag den 25. Februar

1904.

Oberbessische Familienzeitung.

Tägliche Unterhaltungs- Beilage

bet

Gießener Neueste Nachrichten.

Bud and Beslag ber tubemez Berlagsbandsret, serm. Bil. Reller'iche Barndesst( gegs. 1788); ventes

( 7. Fortsetzung.)

Der Goldmarder.

Die Gnade Eurer Durchlaucht

Original Roman von M. Bezold.

,, Lassen wir das, mein Lieber, soll mich freuen, wenn Sie nur Freude an Ihrem Sohne erleben, weiß leider, wie viel Merger ein Sohn seinem Vater machen kann. Werde meinen nach Wien schicken in ein österreichisches Regiment, soll sich dort die Hörner ablaufen."

Durchlaucht dürfen auch nicht jedes Wort glauben, das von allzu diensteifrigen Zungen hinterbracht wird

Weiß, weiß!" fuhr der Fürst mit einer energisch ab­lehnenden Handbewegung fort, fann uneigennützige Diener von charakterlosen Strebern unterscheiden, brauchen mich nicht zu warnen, urteile nie nach Behauptungen, sondern nur nach Tatsachen. Also Sie wissen, was ich wünsche, sorgen Sie für die Erfüllung meines Wunsches, und Sie dürfen auf meinen Dank rechnen."

Ein gnädiger Handwink verabschiedete den Hofrat, der sich mit einer tiefen Verbeugung entfernte und erleichtert auf­atmete, als er wieder im Vorzimmer stand.

Der Minister des Hauses, einige Kammerherren, Hof­beamte und Offiziere standen hier leise flüsternd in Gruppen beisammen; die Blicke aller richteten sich fragend und erwar­tungsvoll auf den Hofrat, der mit lächelnder Miene und ge­dämpfter Stimme erklärte, Seine Durchlaucht seien heute sehr gnädig gelaunt.

Alfred, der allein in einer Fensternische stand, lächelte un­gläubig und gab dem Hofrat kaum merkbar ein Zeichen, das diesen bewog, näher zu treten.

Sehr gnädig?" fragte er ironisch.

" Ich gebe Ihnen die Versicherung-"

,, Na, dann bricht sogleich der Sturm um so gewaltiger aus. Wissen Sie schon, daß der Erbprinz vom Hofe ver­bannt ist?"

Er geht nach Wien, um in ein öſterreichisches Regiment einzutreten."

,, Hat Durchlaucht Ihnen das gesagt?" " Jawohl."

Aber er verschwieg Ihnen wohl, daß der Erbprinz von jeden ausgegebenen Groschen Rechnung ablegen muß?" einem sehr strengen Vormund begleitet werden soll, der über Und woher wiſſen Sie das schon?" fragte der Hofrat erstaunt.

Nun, wir haben auch unsere Quellen!" lachte Alfred, dann eilte er in das Kabinet, in das die Glocke ihn wieder rief. Mit gedankenvoller Miene verließ der Hofrat das Schloß; von dem Sturme, der nun nach der Anschauung des Adju­tanten im fürstlichen Kabinet ausbrechen sollte, mochte er nichts wiſſen, er selbst hatte oft genug ein solches Gewitter über sich ergehen lassen müssen, in solchen Fällen schonte der Fürst niemand.

Der alte Herr schlug den Weg zur Villa Sabinens ein, es war nun Ehrensache für ihn, den Wunsch des Fürsten so rasch als möglich zu erfüllen.

Wenn Sabine v. Derendorf bereit war, sich mit dem Direktor zu verloben, wenn ferner Irma Spangenberg sich mit seinem Sohne verlobte, dann brach für den Hofrat eine

Ila iein

(( Nachdruck verboten.

neue Aera an, die ihm sorgenfreie und genußreiche Tage versprach.

Der Fürst mußte sich dankbar bezeigen, der Titel eines Geheimen Hofrats nebst einem hohen Orden war das Ge­ringste, was er fordern durfte, Joachim Spangenberg konnte sich nicht weigern, seiner Tochter eine namhafte Morgengabe auszusetzen, die es dem Hofrat möglich machte, seine Gläu­biger zu befriedigen, Ottokar wurde Hofmaleres lohnte sich wahrlich der Mühe, der Lösung dieser Aufgabe seine ganze Kraft zu widmen.

Leicht war sie nicht, darüber gab der alte Herr sich keiner Täuschung hin, er sah voraus, daß er bei Sabine auf Wider­ſtand stoßen würde, immerhin war für sie die Verbindung mit Joachim Spangenberg eher eine Erniedrigung als eine Er­höhung. Vielleicht urteilte der Fürst über Frau v. Gagern richtig, konnte sie als Verbündete gewonnen werden, so war damit ein weiter Schritt vorwärts getan.

Die beiden Damen waren im Boudoir, als der Hofrat an­gemeldet wurde, der den freundlichsten Empfang fand.

Sie bringen uns hoffentlich manche interessante Neuig­keit," sagte Sabine, nachdem er in einem Sessel Platz ge= nommen hatte, das Leben in dieser kleinen Residenz wird immer langweiliger, ich beabsichtige in allem Ernste, mich auf meine Güter zurückzuziehen."

Doch wohl nicht vor dem nächsten Frühjahre?" fragte der Hofrat mit einem verstohlen forschenden Blick auf die Ba­ronin, die mit ihrer gewohnten leidenden Miene auf dem Divan saß und mit dem Taschentuch über ihre Stirne fuhr.

Ich wüßte nicht, was mich daran hindern könnte." Die Wintersaison hat hier ja noch nicht begonnen ,, Und wenn sie beginnt, was wird sie bringen? Oper, Schauspiel, Konzert, Schauspiel, Konzert, Oper, vielleicht einige Schlittenpartien, das ist alles. Das ewige Einerlei wirft ermüdend, ich hab's satt."

Und was finden Sie auf dem Lande?" ,, Natur."

,, Die man im Winter nur aus dem Fenster betrachten kann," sagte der Hofrat achselzuckend. Sie haben vorhin unſere Hoffeſte vergessen, gelten sie Ihnen gar nichts?"

Ich komme nicht mehr an den Hof," erwiderte Sabine gleichgültig ,,, man wird mich auch dort nicht vermissen." Das ist ein Irrtum, gnädiges Fräulein, Durchlaucht sprach noch vorhin davon, wie sehr es ihn freuen würde, Sie wieder bei allen Festlichkeiten zu sehen."

Nun, diese Freude werde ich ihm schwerlich bereiten," lachte Sabine, ohne den ernsten, verweisenden Blick ihrer Tante zu beachten. Mauerblümchen spiele ich nicht gerne, ſo lange ich noch jung bin. Oder glauben Sie auch, ich habe das Alter schon erlangt, in dem man auf alle Freuden der Jugend verzichten muß?"

Sie werden doch nicht glauben, gnädiges Fräulein, daß ich diese Frage bejahen werde?" scherzte der Hofrat. Würde es Ihnen gefallen, Hofmeisterin der fürstlichen Prinzessinnen zu werden? Der Titel verpflichtet zu nichts, aber