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Hessischer Landtag. Darmstadt, 24. Februar 1903. Dritter Präsident Reinhart eröffnet die Sigung 9 Uhr 15 Minuten. Die Spezialberatung des Staatsvoranschlags wird fortgesetzt bei der IX. Hauptabteilnng, Ministerium der Juſtiz. In der Generaldebatte äußert Abg. Dr. Gutfleisch Wünsche auf rasche Erledigung der Geschäfte des Oberlandesgerichts und spricht der Großh. Regierung Anerkennung und Dank aus für ihre Inittative wegen der Entschädigung unschuldig Berhisteter. Abg. Dr. Schmitt schließt sich diesem Dank an und äußert Wünsche wegen des Mainzer Justizpalastes, Vorbildung der juristischen Beamten und ebenso wie Abg. Dr. Gutfleisch, Herstellung des Friedens auf dem Gebiet des Grundbuchwesens usw.
Abg. Cramer führt Beschwerde, daß man in einem Falle, wo es sich um Beitreibung preußischer Gerichtskosten gehandelt habe, seine Rechte als Abgeordneter verlebt hab. Abg. Wolf äußert Bünsche in Bezug auf das rundbuchwesen, Rechtsbelehrung der Schöffen u. s. w. Abg. Noack tommt auf die Berechtigungsfrage der höheren Schulen zurück. Justizminister Dr. Dittmar begründet in längeren Ausführungen den Standtpunkt der Regierung, daß an der Zulassung zum juristischen Studium nichts geändert werden solle.
Staatsminister Rothe spricht sich ebenfalls für Beibehaltung der humanistischen Vorbildung für Juristen und Verwaltungs
beamte aus.
Abg. Leun tritt für Verminderung der Grundbuchs undNotariatsgebühren ein. Abg. Reh will u. a. eine bessere Ausstattung der Amtsgerichtsbibliotheken, Rechtanwaltszimmer usw. Geh. Justizrat Lorbacher äußert sich über die Organisation des Gerichtstassenwesens, während Abg. v. Brentano sich hauptsächlich über Mißstände im Vorverfahren verbreitet
uno die verschiedenartige Anwendurg des§ 416 bemängelt.
Hierauf tritt Vertagung auf Donnerstag, vormittag 9 Uhr ein.
Lokales.
25. Februar 1904.
** Wie verlautet, hat der Großherzog alle die sog. fleinen Geld- und Haftstrafen für Vergehen, die an dem Todestage der Prinsessin Elisabeth zur Anzeige famen niederschlagen lassen.
RB. Am 9. März wird in Schöningen eine von der Reichsbankstelle in Braunschweig abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Biroverfehr eröffnet werden.
** Ueberfahren wurden von einem Omnibus gestern Nachmittag gegen 4 Uhr zwei Kinder auf dem Kirchenplatz in Gießen. Einem der Kinder gingen die Räder des Wagens über beide Beine, dem anderen über ein Bein. Die Verlegungen sollen nicht ernster Natur sein und dem Fuhrmann feine Schuld treffen. Eine große Menschenmenge hatte sich auf dem Unfallplaz eingefunden.
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im Vorjahr, ausgeliehen sind, die erzählende Literatur+ Ems, 24. Febr. Die Industriellen des unteren ( Romane, Novellen 2c.) hat sich auf der alten Höhe erhalten, Lahnbezirks genehmigten gestern das mit dem Lahnkanalwährend die Benutzung von Werken belehrenden Inhaltsverein abgeschlossene Kompromiß, wonach sie dem Verein zugenommen hat. Die Zahl der Leser ist so groß, daß der beitreten und für ihn wirken. Sie erklären sich einverstanden, Raum zeitweise nicht ausreicht um alle zu fassen; von daß die Lahn bis nach Gießen für Schiffe bis zu 300 morgens 10 Uhr bis abends 10 Uhr ist der Saal niemals Tonnen Tragkraft kanalisiert werde, vorausgesetzt, daß sich leer. Der Verein zählt 450 Mitglieder, welche ca. 1450 für das neue Projekt des Baurats Röder die Rentabilität Mark zahlen. An Zuschüssen erhält der Verein von der der Strecke Weilburg Gießen nachweisen läßt. Mitgeteilt Stadt Gießen jährlich 400 Mt. vom Kreis Gießen 150 Mt., wurde, daß Hessen bereit ist, außer seinem Kostenteil auch von der Spar- und Leihkasse 300 Mt. und für den Verkauf noch einen Beitrag für das preußische Gebiet zu leisten, von Lesekarten 300 Mt. Ausgaben stehen dem gegenüber: wenn bis nach Gießen fanalisiert wird. 1000 Mt. für Besoldungen, ca. 850 Mt. für Beitungsabonnements und Bücheranschaffungen und ca. 550 Mt. für Buchbinderarbeiten. Dr. Ebel legte einen Andruck des von der Bibliothekarin, Frl. Dingeldeyn, im Interesse der Sache aufgest Uten Katalog vor, der sämtliche 5550 ände der Lesehalle geordnet und übersichtlich aufnehmen soll. Die Versammlung beauftragte den Vorsitzenden Frl. Dingel deyn für das im Interesse der Sache gebrachte Opfer an Zeit und Mühe den Dank des Vereins auszusprechen. Die Borstandsmitgliedern wurde Dank für ihre bisherige aufBorstandswahl ergab die Wiederwahl des bisherigen. Den opfernde Tätigkeit ausgesprochen.
Spar- und Leihkasse Gießen. Aus der letten ordentl. Haupt- Versammlung dürfte interessiren, daß der Reingewinn der Kasse im letzten Jahre 31 486,91 Mk. betragen hat, der wie folgt Verwendung gefunden: 24395,97 Mt. zur Erhöhung des Reservefonds, 6190,48 Mt. zu Unterstüßungen, 700 Mt. zur Prämiierung von Dienstboten, 200 Mt. zur Bräuniierung von Sparern. Die bisher gezahlten Unterstützungen für Anstalten 2c. im Sparkassenbezirk wurden zumeist auf die Hälfte ermäßigt, viele wurden, vor allem die auswärtigen Unterstüßungen wurden ganz gestrichen und neue Gesuche unberücksichtigt gelassen. Als Grund dafür wird die Ermäßigung des Zinsfußes bezeichnet, wodurch die Kasse ein halb Jahr nur mit einer Zinsspannung von 4 Prozent gearbeitet, was einen Ausfall 12 500 Mt. verursacht habe. Für die Pfennigsparkasse wurden 900 Mt.( früher 1100 mt.) bewilligt. Der Voranschlag für 1904 schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 3 360 695,21 Mt. ab. Die durch Los aus dem Verwaltungsrat ausscheidenden Herren Stadtv. Emil SchmallGießen, Bürgermeister Horn- Annerod, DefanStrack- Leihgestern, Pfarrer Scriba- Alten- Buseck und Prof. Dr. Buchhold- Gießen wurden wiedergewählt. An Stelle der durch Tod oder Wegzug ausgeschiedenen Sparkassenvertreter wurden die Herren Buchhändler E. Balser- Gießen, Kaufmann Fr. Habenicht- Gießen, Lehrer Wagner- Großen- Buseck, H. Haas 13, Steinbach und Johs. Weber V Lang- Göns gewählt. Bei der heff. Landeshypothekenbank beteiligt sich auf Vorschlag des Vorstands und Verwaltungsrats die Sparkasse als
Aktionärin mit 45 000 mt.
Lesehallen Verein. Die Generalversammlung des Vereins war leider am Dienstag Abend im Café Ebel schlecht besucht, während dies in Bezug auf die Lesehalle nicht gesagt werden kann, vielmehr erfreut sich die Lesehalle einer immer mehr zunehmenden Beliebtheit. Aus dem von Herrn Prof. Dr. Haupt erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß im Jahre 1903 23 264 Bände, 638 mehr als
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(!) Wetterdienst. Wir werden gebeten, folgendes mitzuteilen: Es werden hiermit besonders die Landwirte auf die vom 1. April d. J. ab täglich auch Sonntags erscheinenden Wetterfarten des Gießener Wetterdienstes aufmerksam gemacht. Dieselben werden auf Grund der zwischen 10 und 11 Uhr vormittags einlaufenden Depeschen der deutschen Seewarte entworfen und gelangen schon mit den Mitt gszügen zur Versendung, sodaß sie allenthalben in Oberhessen noch recht zeitig, also an demselben Tage meist schon in der Zeit von 12-2 Uhr nachmittags eintreffen. Eine größere Anzahl Bürgermeistereien Oberhessens wird die Karten durch Aushang veröffentlichen. Die einzelnen Gemeinden werden gebeten, in wichtigen Fällen, besonders während der Erntezeit, die Karten von Postanstalten abzuholen um unnötige Verzögerung in der Zustellung zu vermeiden.
** 27. Mittelrheinisches Kreisturnfest 1904. In Turnerkreisen sowohl, wie auch außerhalb derselben am ganzen Mittelrhein und den Nachbarstädten wird es gewiß von Intereſſe ſein, zu erfahren, daß die Vorarbeiten für das Fest in Koblenz in vollem Gange sind. Die Festtage sind für den 6.- 10. August in Aussicht genommen. Wer sich des großartig verlaufenen, 1890 in Coblenz stattgefundenen Turn- und Volksfestes erinnert, wird sicherlich auch diesmal der rheinischen Residenzstadt, der Perle am Rhein, seinen Besuch in Aussicht stellen. Wir werden von Zeit zu Zeit nähere Mitteilungen über die geplanten Festlichkeiten unsern Lesern bringen.
Aus dem Gerichtssaal.
Straffammer.
Gießen, 23. Februar 1904. überfiel eines Abends den mit ihm verfeindeten Valentin Der Steinbrecher Heinrich Kern von Wallenrod Geißler und brachte ihm verschiedene blutige Verlegungen bei. Vom Lauterbacher Schöffengericht dafür zu einer 2 Die heutige Verhandlung lieferte feinen andern Beweis als monatligen Gefängnisstrafe verurteilt verfolgte er Berufung. die frühere, weshalb Rückweisung der Berufung erfolgte. Vor Eintritt in die Hauptverhandlung nahm der Dachdecker Paul Müller von Göttingen sein gegen ein Urteil des Schöffengericht Gießen eingelegte Berufung zurück. Gegen den Barbier Mor Rüger zu Gießen wurde unter Ausschluß der Deffentlichkeit verhandelt. Aus der Urteilsbegrüdung ist zu entnehmen, daß der Angeklagte ein unbescholtenes Mädchen unter 16 Jahren zu folgenschweren Unsittlichkeiten verführt hat, weshalb auf 6 Monate Gefängnis erfannt wure.
*** Viehmarkt Gießen. Der dieswöchentliche Markt hatte einen Vorrat von 1567 Stück Großvieh, 350 Kälber und 132 Schweine. Der Vorhandel in schweren Milchfühen war ausgezeichnet, auch herrschte am Markt selbst für gutes Milchvieh lebhafte Kauflust. Seit Jahren das erste Mal wieder waren Norddeutsche Stäufer an unsern Markt gekommen und tauften einen größeren Posten Ware zusammen, dafür hohe Preise anlegend. Der Auftrieb auf dem Markt war erst um 10 Uhr beendet. Die Preise für gutes Milchvieh waren hoch, mittlere und geringe Ware wurde weniger gut bezahlt, weil der vorhandene Vorrat in diesen Sorten, die Nachfrage bedeutend überſtieg. Beim Fettviehhandel fehlte der rechte Zug, doch fonnten sich bei langsamen Geschäft in Rindern und fetten Kühen, bei dem knappen Auftrieb die Preise des letzten Marktes halten. Für schwere und mittlere Ware Kälber war starter Begehr nach Frankfurt a. M. und Wiesbaden, wobei das Eingreifen der Gießener Megger in das Geschäft zu Wege brachte, daß die Preise bedeutend höher gingen als am letzten Markt. Der fleine Vorrat in Gangochsen bestand in der Hauptsache aus schweren Baren, welche bei langsamem Geschäft sehr teuer an den Mann gebracht wurden. Der nicht nennenswerte Auftrieb in Schweinen wurde, ohne daß sich darum ein eigentlicher Handel entwickelt hatte, geräumt. Gehandelt wurden per Stück: Kühe frischmelkend und tragend 1. Qual. 430-480 Mt., einzelne Tiere bis 500 M. 2. Qual. 325 big 380 Mt. 3. Qual. 260-300 Mt. Verkauft wurden der Ctr. Schlachtgewicht: Fette Rinder, 1. Sorte 63-65 Mt. 2. Sorte 59-61 Mt. Fette Kühe 48-52 Mt. Kälber 1. Qual. 74-78 Mt. 2. Qual. 68-72 Mt. 3. Qual. 60-64 Mt. Gangvieh wurde abgesetzt per Par schwere Ware 850-950 Mt., einzelne Pare etwas über 1000 Mt., mittlere Ware 720-800 Mt., leichtere Tiere fehlten am Markt. Ueberständig blieben erheblich Milchfühe in geringerer und leichter Mittelware. Nächste Markttage: 15. März Zuchtvieh- und Kälbermarkt, 16. März Gangviehund Schweine- sowie Krämermarkt.
Aus dem südlichen Odenwalde, 23. Febr. Die seit einiger Zeit im diesseitigen Gebiete herrschende Wildschweinplage veranlaßte neuerdings die maßgebenden Behörden zu strengen Vertilgungsmaßregeln.
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Zum Schlusse wurde die Berufung des Heinrich Dambman Ruding shain, welcher auf Privatklage des Johannes Greb III. von Hopfmannsfeld vom Lauterbacher Schöffengericht mit einer Geldstrafe von 10 Mr. belegt worden ist, fostenpflichtig abgewiesen.
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Neueste Nachrichten.
Ueber Berlin wird uns folgendes gemeldet:
Petersburg, 25. Febr. Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Baren über den abgeschlagenen Angriff der
Janpaner aus Port Arthur lautet: Am 24. d. M. um 23/4
Uhr früh machte der Feind einen Versuch,„ Retvisan" mit mehreren Topedobooten anzugreifen und in der Hafeneinfahrt große mit Explosivstoffen gefüllte Dampfer zu versenken. Retvisan bemerkte die Torpedoboote alsbald und eröffnete ein heftiges Feuer auf sie, wobei er von der Hafenbatterie unterstützt wurde. Zwei der japanischen Dampfer, die direkt auf den„ Retvisan" losfuhren, wurden am Hafeneingang vernichtet. Der eine lief direkt auf den Leuchtturm auf, der andere sank an einem Berge. Das Feuer gegen die Torpedoboote wurde fortgesetzt. Bei Tagesanbruch sah man auf der Rheeke vier zerstörte Dampfer und acht Torpedoboote auf der Flucht zu den sie auf offener See erwartenden Schiffen. Die Mannschaften der Dampfer waren dabei, sich in Boote zu retten. Ein Teil der ertrunkenen Mannschaft ist vielleicht von den feindlichen Torpedobooten aufgesammelt worden. Ich lasse die Küste absuchen. Die Hafeneinfahrt ist frei. Ich schreibe die Vereitelung des feindlichen Planes dem brillanten Widerstande und dem vernichtenden Feuer des„ Retvisan" zu. Ein japanischer Dampfer brennt noch.
Weiheiwei, 24. Febr. Vier japanische Schlachtschiffe und die neuen Kreuzer passierten heute ostwärts steuernd. ( Also von Port Arthur kommend. D. Red.)
Tokio, 24. Febr. Berichte der lokalen Banten zeigen, daß die nationale Kriegsanleihe von 100 Millionen Yen fast viermal gezeichnet worden ist. Selbst Diener und Arbeiter haben sich an der Zeichnung beteiligt.
Marktberichte.
Girken, 25. Februar. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 0.95-1.00 wt., Hühnereler 2 Stüd 12-14 Pfg., Enteneter St. 8 Bfg., Käse per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 fg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar
. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse per Pfd. 65-70 Pfg., Ochsenfleisch per fb. 68-78 fg., Rindfleisch per Pfd. 62-68 Pfg. Schweinefleisch per Bfb. 60-72 Pfg. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.76 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 64-66 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 60-70 Bfg.. Kartoffeln pro 100 kilo 5.50 6.00 m., Zwiebeln ver 3t. Mr. 7.00-10.00, Alepfel per Centner 20-25 Mr. Milch ver Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit vo n 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit übeerhanp nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden.
Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil:
Albin Klein
für das Lokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechfaal": Fr. Oppermann
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دو
VOR
P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer,
Nieder- Ingelheim a. Rh.
Schlachthaus,
000
ute. Morgen gefalz. Etterfleisch 40% fg.
Morgen: Fafelochs 40, Schweienefl.50ẞfg.


