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Spanien.

Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird es in Spanien, wo schon jetzt die Zustände unhaltbar erscheinen, bald völlig drunter und drüber zu gehen. Eine Revolution ist so gut wie sicher, wenn der junge König nicht bald mit dem gegen­wärtigen Regierungssystem ein Ende macht. Und dazu ist keine Aussicht. Die Regierung macht sich beim König lieb Kind, indem sie die Republikaner mit allen Mitteln verfolgt, und bei den Cortes, indem sie mit den Karlisten liebäugelt. Eben erst ist es in der Hauptstadt wieder zu einem völlig überflüssigen Einschreiten der Polizei gegen harmlose Leute gekommen, die Kundgebungen für republikanische Abgeord­nete veranstalteten. Die Republikaner mußten schließlich mit blutigen Köpfen abziehen. Die Karlisten dagegen, die für die Dynastie weitaus gefährlicher sind, als die mehr theoretisierenden Republikaner, dürfen treiben, was ihnen gefällt. Wie in Madrid so ergeht sich die karlistische Jugend auch in Barcelona in allerlei Kriegsspielereien. Während der Karnevalstage war das Karlisten- Bataillon unter Füh­rung früherer Offiziere ausgezogen, um in der Nähe von Badalona den Angriff auf ein Dorf und dessen Verteidigung 3u simulieren. Auf beiden Seiten standen je 150 Kämpfer und das Manöver dauerte etwa sieben Stunden. Da die Be­völkerung des Dorfes Santa Coloma, wo das Manöver statt­fand, vollständig unvorbereitet war, herrschte dort anfänglich große Bestürzung. Nach dem Manöver wurde Revue abge­halten, bei welcher Gelegenheit die Führer kriegstechnische Erörterungen machten. Die Regierung erklärt einfach, das seien groteske Pantomimen. Vielleicht ist das allzu opti mistisch. Aber wenn die Regierung mit ihrem Urteil auch recht hätte: Angesichts ihrer rücksichtslosen Verfolgung der Republikaner muß die unbegreifliche Nachsicht den Karlisten gegenüber aufreizend wirken, und bei der herrschenden Span­nung kann das die bedenklichsten Folgen haben. Die Be­völkerung ist ohnehin durch die kriegerischen Vorbereitungen erregt, die die Regierung angeblich zur Wahrung der Neu­tralität Spaniens im russisch- japanischen Kriege trifft. Deutfcher Reichstag.

( 41. Sitzung.) CB. Berlin, 24. Februar. Bei spärlicher Besetzung des Hauses wird der Etat für die Verwaltung der elsaß lothringischen Reichs. eisenbahnen beraten. Die Abgg. Erzberger( Bentr.) und Riff( freis. Vg., Elsaß- Lothringer) lassen der Verwal­tung eine wohlwollende Beurteilung zu teil werden, äußern aber verschiedene Wünsche hinsichtlich Besserstellung der Be­

amten.

Dem Abg. Müller- Meiningen( freis. Vp.), welcher sich über das Koalitionsrecht verbreitet und vom Minister Budde, dem die Verwaltung der Reichsbahnen untersteht, Aufschluß über dessen bezügliche Grundsäße verlangt, er­widert Abg. Niff, es sei ihm nicht bekannt, daß der Herr Eisenbahnminister auch nur im geringsten den Angestellten in Elsaß- Lothringen das Koalitionsrecht genommen oder auch nur erschwert habe. Minister Bud de legt dar, was unter seiner Verwaltung zu gunsten der Beamten geschehen ist. Es hat seit 1897 eine wesentliche Verkürzung der Dienst­zeit stattgefunden, und die Ruhetage haben sich um 54 Proz. erhöht, während die Zahl der Beamten nur um 37 Proz. zunahm. Die schlechtest besoldeten Beamten sind im neuen Etat um 100 Mark erhöht und die Pensionsberechtigung für das Zugpersonal- Lokomotivführer und Heizer verbessert worden durch erhöhte Anrechnung der Nebenbezüge bei der Pensionsbemessung. Seit 10 Jahren sind die etatsmäßigen Stellen um 69 Proz. vermehrt, hauptsächlich im äußeren Dienst. Mit den Arbeitsausschüssen in den Werkstätten steht der Minister dauernd in persönlichem Verkehr und hat wieder­holt Wünsche derselben erfüllt, so in Bezug auf tägliche Dienstzeit u. s. w. Der Minister versichert, er werde in sozialer Hinsicht stets tun, was er tun könne. Der Einfüh­rung der vierten Wagenklasse in Elsaß- Lothringen ständen einstweilen noch Schwierigkeiten entgegen; doch lasse er schon jetzt die aus Preußen kommenden Wagen 4. Klasse bis Meg weiterfahren, während man sie früher von der Grenze ab leer laufen ließ und die Passagiere nötigte, in Wagen 3. Klaſſe umzuſteigen.

Von verschiedenen reichsländischen Abgeordneten wurden borwiegend lokale Wünsche vorgetragen. Abg. Schlum berger( natl.), der die Verhältnisse der Beamten als be­friedigende schildert, stößt damit auf Widerspruch bei den Sozialdemokraten. Abg. BI u menthal( Vp.) plädiert für Gewährung des Koalitionsrechts an die Unterbeamten und Eisenbahnarbeiter. Eisenbahnminister Bud de hält dem gegenüber seine früheren Aeußerungen über das Koalitions. recht aufrecht. Das Ordinarium wird bewilligt.

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.)

Allein, wenn es auch mit der Wildhütte für dieses Jahr vorbet war, sa schien der einsame Bewohner der Wildhütte in lichten Holz keineswegs geneigt, seinen ,, Standort" aufzugeben. Er saß vor der Hütte auf einem Holzklog und hatte neben sich einen Haufen Birkenreisig liegen, von dem er einzelne Zweige nahm und zurecht stuzte, um sie zum Binden von Besen ver­wendeu zu können.

Der Tiophel war heute recht fleißig gewesen, denn er hatte Laune zum Arbeiten gehabt. Nun war er das Sitzen müde, darum stand er auf, reckte und streckte sich und dann schaute er sich um, wie um zu prüfen, ob er sich auch allein im lichten Holze befand.

sierers) connen paar Stacto... entbehr n," sagte er dann in einem beginnenden Selbstgespräch. Er hatte überhaupt die Angewohnheit, allem, was ihm bei seinen Alleinsein so gerade einfiel, laut Ausdruck zu geben. ,, Dem Hangcurt täi gewiß nichts dran liegen, wenn ich' m bon seim Acker paar Kartoffeln stehle.' s mag einmal sein wie's will der Hangcurt is der Beste im ganzen Dorf! Nur weiß der Teufel, wo er bleibt, denn er is seit Wochen nit mehr bei mir g'west."

So in diesem Selbstgespräch vertieft schritt der Tiophel drüben nach dem seitwärts von seiner Hütte liegenden Acker, in dem noch die Kartoffeln steckten und cupfte etliche Stöcke aus, worauf er die Kuoli mit den Händen aus der Erde grub und dann nach seiner Hütte trug Alsbald loderte auch ein luftiaes Feuer vor ibrc, in

Preussischer Landtag.

Haus der Abgeordneten.

( 26. Sitzung.) RK. Berlin, 24. Februar. Ziemlich schleppend war die Debatte, zu der die heutige Weiterberatung des Justiz etats Veranlassung gab. Er­wähnt sei aus der Debatte zu den Etatseinnahmen, daß von der Regierung auch für Spar- und Baugenossenschaften beim Bau billiger Wohnungen Stempel- und Gebühren­freiheit in Aussicht gestellt wurde. Etwas lebhafter gings bei den Ausgaben zu. Das war vor allem einem Antrag Seydel( natl.) zuzuschreiben, der die Staatsregierung er­sucht, möglichst bald gegen solche Ausschreitungen des Automobilsportes vorzugehen, durch welche eine Gemeingefahr gegen Leben, Gesundheit und Eigentum der Bevölkerung hervorgerufen wird. An der Debatte be­teiligten sich Redner aller Parteien; sie alle waren darin einig, daß eine solche Maßnahme der Regierung erfreulich sei. Der Justizminister Schönstedt führte aus: Da die strafrechtlichen Bestimmungen über vorsätzliche und fahrlässige Körperverletzung in jeder Beziehung ausreichen, hat das Ministerium sich bisher nur mit einer Verschärfung der zivilrechtlichen Haftung beschäftigt. Um einen Gesetzentwurf herzustellen, brauchen wir die noch ausstehenden Berichte der oberen Verwaltungsbehörden. Auch haben wir die bisher erlassenen Polizeivorschriften eingefordert und werden vielleicht generelle Verordnungen erlassen. Eine technisch automatische Selbst kontrolle der Ge­schwindigkeit würde aber besser wirken als die gesetz­lichen Maßregeln, die zu Vorsicht und Rücksicht mahnen. Das Staatsministerium hofft sehr bald Gesetzesvorschläge machen zu können.( Beifall.) Der Antrag Se y del wurde nach weiterer unerheblicher Debatte einstimmig angenommen.

Ziemlich weitschichtig gestaltete sich die Erörterung eines weiteren Antrages Kernth, der eine höhere Besoldung der Richter und Staatsanwälte und eine Vermehrung der Richter- und Staatsanwaltsstellen fordert.

Namentlich von konservativer Seite wurden gegen den vom Antragsteller begründeten Antrag Bedenken erhoben. Schließlich erfolgte Ueberweisung an eine Kommission.

Nab und Fern.

* Der Oheim des Sultans bei einer Automobilfahrt schwer verunglückt. Wie aus Kairo gemeldet wird, wurde Prinz Ibrahim, der Oheim des Sultans, durch einen Unfall bei einer Automobilfahrt auf dem Wege nach den Pyramiden schwer verletzt. Während die Gattin eines Konsuls, die mit einer anderen Dame sich in dem Automobil befand, einen Schädelbruch erlitt, trug ihre Begleiterin innere Verlegungen davon. Der Mechaniker des Automobils schwebt in Lebens­gefahr. Ein Araber kam bei dem Unfall ums Leben.

Ueberschwemmungskatastrophe in Tripolis. Ganz Tripolitanien ist von einer gewaltigen Ueberschwemmung heimgesucht. Die Umgebung der Stadt Tripolis ist völlig von den Fluten bedeckt, die bereits die Tore erreicht haben. Wieviel Menschen umgekommen sind, ist noch nicht feſtgeſtellt; der entstandene Sachschaden ist außerordentlich groß.

Opfer des Nervenkikels. Fast jeden Tag laufen jetzt Nachrichten aus den verschiedensten Städten ein, daß sich beim Looping the Loop und ähnlichen Veranstaltungen im Zirkus schwere Unglücksfälle ereigneten. Die erste weibliche Aus­führerin des Tricks hat sich kürzlich das Genick gebrochen, vor einigen Tagen wurde einem Fahrer das eine Ohr glatt abgerissen und jetzt wird aus Magdeburg schon wieder ein beklagenswerter Unfall gemeldet. Bei einer Vorstellung im Walhalla- Theater stürzte bei der Motorfahrt in der rotieren­den Trommel der Führer Riscelli aus seinem Wagen und kam unter das Automobil zu liegen. Er zog sich eine Schädel­und Rückgratsverlegung sowie einige Rippenbrüche zu. Diese Todesfahrten" sind ebenso auf den bloßen Nervenkitel be­rechnet, wie die Tier- und Menschenkämpfe im Altertum. Wann werden sie endlich von den Zirkusprogrammen ver­schwinden?

Ein Muster von Jugenderzieher muß der Lehrer Josef Gryczka in Wiskitno gewesen sein, der unter dem dringenden Verdacht der versuchten und vollendeten Brandstiftung, sowie des Ladendiebstahls verhaftet und dem Gerichtsgefängnis in Crone a. d. Brahe zugeführt wurde. Er wird beschuldigt, in der Nacht zum 11. Dezember v. Js. die Schulscheune, sowie die Scheune des Besizers Pankanin, ferner in der Nacht zum 7. vor. Mts. eine Scheune des Besizers Gettka vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Außerdem soll der Verhaftete in dessen heiße sche er nachher die Kartoffeln verscharrte.

So, in der Zeit, bis sie gut wern, will ich meine Büchse holen", sprach er weiter, denn ich will heut Abend mal dort' nüber." Dabei machte er eine Be wegung mit Kopf und Hand nach Süden, also in entgegen gesetzter Richtung der Lehmkaute, in der er seine Flinte versteckt hielt. Ich sein die ganze Zeit ruhig g'west und so wird mir kein Hallunk von Förster heut Abend aufpassen."

Aber Tiophel hatte sich hierin doch geirrt. Denn seit einer Stunde schon lag der alte Forstlaufer Dingler in einer gewissen Entfernung von der Wildhütte im dichten Unteryolz eines kleinen Tannengehölzes und hatte unausgesetzt die Wildhütte im Auge. Dingler war ein Mann in den Sechzigen, mit hagerem einge­fallenen Gesichte, aus dem so etwas wie steter Hunger sprach. An dem wulstigen weißen Schnurrbarte hingen Legelmäßig etliche Tröpfchen, die zu der Ansicht ver­leiteten, als seien es Branntweintröpfchen, und diese Ansicht mochte auch selten täuschen, denn Dingler war ein überaus großer Freund des gebrannten Wassers. Seine Hungerphysiognomie fand eine sehr natürliche Erklärung, denn er hatte eine starke Familie und dann waren zu hessischen Zeiten die Forstlaufer", welche cine untergeordnetere Rolle spielten als unscre heutigen " Förster", gar armselig besoldet. Sie waren daher auch manchmal aufs Schmaroßen angewiesen und darin mochte bei dem einen oder dem anderen der entsprechende Gesichtsausdruck seine Ursache haben, weil niele eben stets danach auslugten, wo es einen Schnaps, Wurst, Spec oder überhaupt ein gutes Frühstück oder Vesper ge­legentlich umsonst zu schnappen gab.

Dingler also hatte nicht blos erst seit heute drüben im Gebüsch gelegen, sondern schon längere Zeit ieden

der Nacht zum 21. Dezember v. Js. einen Brandstiftungsver such an einer Scheune des Gastwirts Kobs in Wiskitno unter­nommen haben. Schließlich hat G. im Dezember v. Js. dem Kaufmann Sergott zehn Mart aus der Ladenkasse entwendet, wobei er ertappt wurde. Auf die energische Aufforderung des Bestohlenen schickte G. das Geld am andern Morgen durch Schulkinder zurück. Der Verhaftete steht im 27. Lebensjahre und ist erst seit 14 Tagen verheiratet. Die Angelegenheit hat begreiflicherweise am Orte großes Aufsehen hervor­gerufen.

Der falsche Habsburger. Baron Ernst Wallburg, der 1. St. die Oeffentlichkeit als Prätendent auf den Titel eines österreichischen Erzherzogs beschäftigte, wird noch einmal, allerdings in sehr unliebsamer Weise Gelegenheit geboten, diese Ansprüche vor Gericht zu begründen. Die Anklage­kammer des Budapester Gerichtshofes hat ihn wegen Ver­brechens der Fälschung öffentlicher Urkunden unter Anklage gestellt, weil er aus der militärischen Matrikel in Laibach zwei Bläter herausgerissen und auf dieselben die angebliche Verehelichung seiner Mutter Baronin Wallburg geborene Laura Stublics mit dem verstorbenen Erzherzog Ernst einge­schrieben hat. Der illegitime Habsburger ernährt sich zur Zeit als Kellner in Budapest.

Vermischtes.

[ Gin Schleppenverbot] hat der Prager Stadtrat er­Lassen. Durch eine Polizeiverordnung soll dort fünftighin den Damen das Tragen von Schleppen in den Straßen und öffentlichen Anlagen aus Gesundheitsrücksichten verboten werden.

[ Der Polizeihauptmann als Unterhosenhändler.] Gegen den Polizeihauptmann Dr. Rappold in Zürich iſt die Disziplinaruntersuchung eingeleitet worden, weil er, um sich Nebeneinfünfte 31 verschaffen, an die Polizisten der Stadt

Unterhosen verkaufte. Die Unterhosen für die Polizisten lieferte früher eine befannte Firma in Zürich; Dr. Rappold entzog ihr jedoch die Lieferung und übertrug sie der Firma Müller u. Klarer. So stand es wenigstens im Polizeibuch, in Wirklichkeit aber eristierte die Firma Müller u. Klarer schon seit langer Zeit nicht mehr; Dr. Rappold hat aber die Tochter eines der früheren Inhaber dieser Firma, Frl. Klarer, geheiratet, und die Dame hat ihm mit ihrer Mitgift auch die Unterhosen der Polizisten in die Ehe gebracht. Außer Unter­hosen verkaufte Dr. Rappold auch Spezereien, Gemüse u. s. w. Ein König bleibt bekanntlich auch in Unterhosen ein König; ob aber ein Polizeihauptmann, der in Unterhosen macht", noch Polizeihauptmann bleiben kann, das ist noch die Frage.

[ Die weiße Farm.] Auf seinem Schlosse Circhel in Dorsetshire starb nach längerer Krankheit und in dem hohen Alter von 79 Jahren eine der bekanntesten englischen Per­sönlichkeiten, Lord Alington. Er ist der Schöpfer der Jagd­gesetze, die heute in England gelten. Er war ebenso wie ſeine Gemahlin ein großer Tierfreund und trat deshalb mit Eifer dafür ein, daß den agdbaren Tieren wenigstens reichliche Schonzeit gegeben werden solle. In seinen eigenen Revieren, die eine ziemlich große Ausdehnung haben, litt er nicht, daß irgend ein Tier abgeschossen werde, und so wurden diese Re­viere schließlich zu einer Art Zufluchtsstätte für die Ver­folgten der benachbarten Reviere. Dann hatte er sich ein: seltsame Farm eingerichtet, die unter dem Namen Die weiße Farm" im ganzen Lande befannt ist und alljährlich von vielen Neugierigen besucht wird. Alle Tiere, die sich auf dieser Farm besinden, sind Albinos: weiße Kaben, weiße Hunde, weiße Papageien und sogar weiße Ratten und Mäuse. Lord Alington unterhielt auch einen Rennstall, mit dem er ver­schiedentlich Nennen gewann.

Der Landwirt.

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pd. Die Eröffnung der Berliner Ausstellung für Moor­Fultur und Torfindustrie wurde gestern feierlich eröffnet. Staatssekretär Graf v. Posadowsky hob in einer längeren Rede hervor, wie Landwirtschaft und Industrie, Praxis und Wissen­schaft gleichmäßigen Anteil an der Nußbarmachung der Moore haben und einmütig zusammen arbeiten. Auf den früher so verrufenen und gefürchteten Mooren, wo Jahr aus Jahr ein kaum ein menschlicher Laut erscholl, sieht man heute schon zahlreiche Heimstätten und Siedelungen, bewohnt von einer strebsamen, sich heraufarbeitenden Bevölkerung, und glatte Rinder weiden auf Flächen, die einst kaum die Spur des flüchtigen Wildes zeigten. Die Ausstellung sei des­halb ein Ehrenzeugnis jener stillen aber zähen Tatkraft, die es verstanden hat, in rastloser harter Arbeit verborgene Schätze der spröden Erde abzubringen.

Tag, denn es war ja nicht unbemerkt geblieben, dağ einzelne Stücke Wild fehlten, und da ihm der Förster deshalb auf den Hacken saß, so mußte er alles daran wenden, um des Wilddtebes habhaft zu werden. Da es ihm nun etwas gefährlich dünfte, des Nachts dem verdächtigen Wilddiebe, dem gefürchteten Tiophel, gegen­überzutreten, so legte er sich dessen Hütte gegenüber in den Hinterhalt, weil er dachte, ihn dann auf eine bequemere und ungefährlichere Art zu fangen.

Dingler trug einen grünen Kittel und die Büchse an einen grünen breiten Bande über das Achsel gehängt. Eine flache, weitgebauchte Schnapsflasche hatte er in der ziemlich großen Tasche, die sich im Kittel an der rechten Seite befand Mit der Flasche vertrieb er sich die Zeit, wenn er dem Tun und Treiben des Wildhirten

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aus seinem Berfte zulah seinem Feuer entfernte, um

nach der Lehmkaute zu gehen, folgte ihm der alte Dingler, und zwar seitwärts im Walde, so daß ihn Tiophel nicht bemerken konnte.

Fast gleichzeitig trafen beide bei der Lehmkaute ein der Ttophel an der unteren, nach dem Felde zu offenen, der Forstlaufer an der oberen, dem Walde zu gelegenen Seite. Es befand sich also Dingler oberhalb der abgegrabenen Erdwände, von wo aus er ganz bequem hinter Gebüsch versteckt beobachten konnte, was der Wildhirt unten in der Kaute treiben würde.

Die Sonne war bereits hinter die westlichen Berge gesunken und obwohl es noch Tag war, so lag doch schon ein leichter Schatten über der Landschaft und in Kurzem mußte die Nacht völlig hereinbrechen.

( Fortsetzung folgt.)

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