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24.3.1904 Erstes Blatt
 
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Er schloß die Tür seines Arbeitszimmers hinter sich zu, er wollte allein sein mit den Gedanken, die seine Seele marterten. Nun hatte die Frau ihn auch noch an das Armband er­innern müssen! Hatte Joachim Spangenberg auch dieses Ver­brechen begangen? Er war an jenem Morgen längere Zeit im Laden allein gewesen, er hatte später im Museum das Armband entdeckt und zwar an einer Stelle, an der niemand es gesucht haben würde.

Dies alles war wohl geeignet, den Verdacht zu bestätigen, und daß der Dieb der Münzensammlung auch diess Ver­brechen begangen haben konnte, war sehr wohl denkbar.

Rastlos wanderte Martin auf und nieder, er konnte das alles nicht fassen, immer wieder suchte er nach Gründen, die zu neuem Zweifel berechtigten, aber je länger er sich damit beschäftigte, desto klarer wurde ihm die Schuld Spangen­berg's.

Er hatte stets den Vater Irma's hochgeachtet, es gab wohl niemand in der ganzen Stadt, der an der Ehre dieses Mannes zweifelte, und nun entpuppte er sich plötzlich als ehrloser Verbrecher, den das Gesetz mit Zuchthaus bestrafen mußte!

Wie war es nur möglich, daß dieser Mann so tief hatte sinken können? Hatte er denn niemals an die Folgen dieser berwegenen Tat gedacht? Oder war es von Anfang an seine Absicht gewesen, den Veracht auf einen Schuldlosen zu len­fen und diesen büßen zu lassen, was er selbst verbrochen hatte?

Wie konnte er nur dazu schweigen, daß der schuldlose Mann im Gefängnis saß und dessen Familie darbte?

Die Hände Martin's ballten sich bei dieser Frage, jäh loderte der Zorn aus seinen blißenden Augen.

Wenn die Rücksicht auf Irma und auf das eigene Glück ihn nicht zurückgehalten hätte, so wäre er augenblicklich zum Untersuchungsrichter geeilt, um die Verhaftung des Schul­digen zu verlangen.

Schweigen durfte er nicht, mochte auch sein eigenes Glück zu Grunde gehen, er mußte file den Schuldlosen eintreten. Aber wie konnte dies geſchehen, ohne auf Irma's Namen einen entehrenden Matel zu werfen?

Wenn er nur mit einem Freunde, der die Verhältnisse zu würdigen verstand, darüber beraten könnte!

Er war am Fenster stehen geblieben, grübelnd ruhte sein Blick auf dem Hintergebäude, in dem die unglückliche Familie wohnte, deren Kummer sich nun bald wieder in Freude ver­wandeln sollte. Was sollte er tun? Wie er auch sinnen mochte, er fand auf diese Frage keine Antwort, die ihn be­friedigen fonnte.

Da fiel sein Blick auf Adolph Spangenberg, der die franke Frau besucht hatte und auf den Hof hinaustrat. Nun war der Freund gefunden, dem er alles, was ihn bedrückte, anvertrauen konnte, von dem er den besten Rat erwarten durfte.

Ohne sich lange zu besinnen, öffnete er das Fenſter, Adolph schaute empor, sein sorgenvoll umwölktes Antlik erinnerte Martin an die hoffnungslose Liebe, die der Freund im Herzen trug.

Gleich darauf trat der Arzt ein, er sah Martin befremdet an, als dieser hinter ihm die Tür wieder verschloß. ,, Du bist ernstlich frank," sagte er besorgt.

,, Geistig, nicht körperlich," erwiderte Martin erregt, ich fühle mich dem Wahnsinn nahe. Dem Himmel sei Dank, daß er dich in dieser Stunde mir gesandt hat. Du bist der Einzige, dem ich mein entsetzliches Geheimnis anvertrauen fann."

Ein entsetzliches Geheimnis?" fragte Adolph, während er sich auf einen Stuhl niederließ und den erwartungsvollen Blick mit wachsender Besorgnis auf das bleiche Antlitz des Freundes heftete.

Ist abermals ein Diebstahl hier begangen worden?" ,, Nein, ich wollte ihn gerne verschmerzen, wenn es nur das wäre!" fuhr Martin kopfschüttelnd fort. Die Sache betrifft auch dich, wenigstens indirekt, und so darf ich wohl erwarten, daß du mir mit Rat und Tat als treuer Freund zur Seite stehen wirst. Ja, du mußt das sogar im Interesse deiner Familie, wir beide sind in dieser Angelegenheit auf ehrliche Bundesgenossenschaft angewiesen."

Nur immer heraus damit," erwiderte Adolph ungedul­dig; was es auch sein mag, daß du dich auf mich verlassen darfst, brauche ich dir wohl nicht zu sagen."

Martin berichtete nun alles, was der Brüsseler Juwelier ihm mitgeteilt hatte, er zeigte die Briefe und erwähnte auch

den Verdacht, der durch die Worte der Frau Schönbach bezüg­lich des Armbandes in seiner Seele geweckt worden war. Adolph hatte schweigend zugehört, sein Gesicht war toten­bleich geworden. Und was nun?" fragte es, als der Freund schwieg. Was gedenkst du nun zu tun?"

Was Pflicht und Gewissen mir gebieten," antwortete Martin. Würdest du es nicht auch tun?"

" Ganz gewiß! Einem solchen abscheulichen Verbrechen gegenüber müssen alle Rücksichten schweigen!"

,, Nein, Adolph, nicht alle!" fuhr Martin fort. Joachim Spangenberg ist dein Onkel und der Vater meiner Braut; kann sein Name vor Entehrung bewahrt werden, so sind wir es uns selbst schuldig, dies zu tun."

Und wie wolltest du dies ermöglichen? Schönbach muß sofort aus seiner Haft befreit werden, und das kann nur dann geschehen, wenn wir den wirklichen Täter nennen!"

,, Auch dann würde es nicht unverzüglich geschehen," sagte Martin, der nun ruhiger geworden war, während sein Freund mit großen Schritten das Zimmer durchmaß, unsere Anklage müßte zuvor untersucht werden

Und Onkel Joachim würde natürlich leugnen!" unter­brach Adolph ihn. Darauf müssen wir freilich uns gefaßt machen, indessen liefern diese Briefe und die Aussagen des Brüsseler Juweliers einen überzeugenden Beweis.

weliers wird der Untersuchungsrichter die Entlassung Schön­Ich fürchte, selbst nach den Aussagen des Brüsseler Ju­fort. Er wird vielleicht behaupten, der Kustos müſſe ſich an bach's verweigern," fuhr Martin mit gedankenvoller Miene dem Verbrechen beteiligt haben, es sei nicht möglich, daß Joachim Spangenberg es ohne Vorwissen seines Unter­gebenen begangen haben könne. Nein, Adolph, nur dann, wenn Irma's Vater sich dazu versteht, seine Schuld frei und offen zu bekennen, kann diese Angelegenheit glatt geordnet werden. Und ich meine, wir wären berechtigt, ihn dazu zu zwingen. Es genügt, wenn er dieses Bekenntnis schriftlich macht. Mag er meinetwegen sich durch die Flucht der Strafe gewiß die Freilassung Schönbach's anordnen wird, wenn er entziehen, ich vertraue auf die Gerechtagkeit des Fürsten, der das Schuldbekenntnis deines Onkels empfangen hat."

Adolph stand in Nachdenken versunken, er dachte an seinen alten Vater, den die Entehrung des Bruders unsagbar schmer­zen mußte, und an Gabriele, die ein böses Geschick nun nicht mehr zwang, auf das Glück ihres Lebens zu verzichten.

,, Du forderst von mir einen Rat und weißt doch selbst den besten," sagte er nach einer Weile mit einem tiefen Atemzuge. ,, Aber ob die Schuld Onkel Joachims verschwiegen bleiben wird, das ist eine Frage, die ich eher verneinen als bejahen möchte!"

Wir beide werden schweigen!"

Wenn wir nicht reden müssen, Martin!" Wer will uns dazu zwingen?"

,, Kannst du glauben, daß der Fürst die Sache auf sich be­ruhen läßt?"

,, Was ändert er, wenn er den Flüchtling verfolgt? Die Sammlung erhält er nicht zurück, das Geld ist verausgabt, ich will ihn bitten, Irma's wegen zu schweigen. Ich selbst will ihm das Geständnis Spangenberg's bringen, ich glaube zuversichtlich, daß er meiner Bitte Gehör schenken wird."

,, Und wenn er dies nicht tut?" fragte Adolph. Wenn der Sturm, der dann in der Deffentlichkeit losbrechen wird, sich nicht gegen Onkel Joachim allein, sondern auch gegen dessen Kinder richtet? Sie sind alle nicht beliebt in unserer Stadt, du weißt ja, wie oberflächlich der große Haufen ur­teilt, die Sünden der Väter werden heimgesucht an den Kindern!"

,, Mögen die bösen Zungen reden, wie sie wollen, mögen sie auch mich verlästern, rma bleibt mein, ich stehe treu und fest zu ihr," erwiderte Martin, in dessen Augen es aufleuch­tete. Das aber entbindet mich nicht von der Verpflichtung, alles zu versuchen, um die Unehre ihrem Namen fern zu halten, und kann ich die Schuld des Vaters ihr verheimlichen, so werde ich es sicherlich tun."

Und was hat Heinrich Schönbach zu erwarten, wenn ev aus der Haft entlassen ist?" fragte Adolph.

,, Vielleicht wird er in seine Stelle wieder eingesetzt." Sicherlich nicht! Ich zweifle sogar, daß man an seine töllige Unschuld glauben wird; da wird es dann schwer hal­ten, ein Unterkommen für ihn zu finden." ( Fortsetzung folgt.))

Es ist allerdings wahr, daß die Frauen keine Meister­werke geliefert haben. Sie haben keine Iliade, kein Be­freites Jerusalem, keinen Hamlet, kein Verlorenes Paradies, keinen Tartüffe geschrieben, keine Peterskirche gebaut, keinen Messias komponiert, keinen Apollo vom Belvedere gemeißelt, kein Jüngstes Gericht gemalt, weder die Algebra, noch das Fernrohr, noch die Dampfmaschinen erfunden, aber sie haben etwas Größeres und Besseres als dieses alles getan, denn auf ihren Knieen sind wahrhafte und tugendhafte Männer und Frauen, die herrlichsten Erzeugnisse der Welt, erzogen worden.

Seemoos.

Ein Märchen von Elisabeth Platen.

( Nachdruck verboten.)] Nordisches Meer, unendliches, ewiges! Unlösbare Bande schlingt dein Odem um das Herz des Menschen und stimmt es zur reinsten Harmonie. Wind und Welle, nimmer rastende, brausend bringt ihre Botschaft dem Zagenden, daß eine Al­macht über den Welten thront, die da gebietet allem, was da lebt. Wind und Welle, ruhend in des Gewaltigen Fesseln, zaubert ihr Bilder voll Licht und Anmut vor dessen Seele, der nach der keuschen, lieblichen Poesie der Natur dürstet.

In Hochstein in Dithmarschen liegt auf einer Land­zunge, die in die Nordsee hineinragt, ein Fischerdorf. Dieses wird heute seiner weichen Seeluft wegen als Seebad viel besucht.

Hier lebte einst der junge Fischer Claus mit seiner Frau namens Telsche. Frohgemut trotz schweren Kampfes mit Wind und Wogen rangen sie dem Meere ihr tägliches Brot ab. Frohgemut deshalb, weil Liebe sie zusammengeführt, innige Eintracht sie leitete. Doch nur zu bald sollten Leid und Kummer ihres Lebens den Horizont verdunkeln. Ihren frischen Knaben und sein rosiges Schwesterchen mußten sie an einem Frühjahrstage zugleich auf den spärlich von Pappeln und Linden beschatteten Friedhof betten.

Telsche, die bis dahin allezeit geschäftige Mutter, überließ sich willenlos ihrem Gram und lebte nur noch in einer Traumwelt.

Auch die Geburt eines kleinen Mädchens mit goldglänzen­den Haaren und seegrünen Augen rüttelten sie aus diesem Schlafe nicht auf. Ohne jede mütterliche Pflege ließ sie das Kleine Wesen.

Sie ist ja doch dem Neck geweiht, sie hat ja jetzt schon das rote Haar der Meerfräulein!" ſprach sie zu der Nach­barin, die sich mitleidig ihrer und des Kindes annahm.

Treulich suchte auch Claus sein Weib zu stützen. Frohsinn und Zufriedenheit hoffte er ihr wiederzugeben, wenn er ihr zeigte, wie der Hinimel ihr in dem hilflosen Wesen eine neue Aufgabe gegeben, um sie das ausgestandene Leid ver­gessen zu machen.

Klein Heinke wuchs fröhlich in das Leben hinein und entwickelte sich zu wunderbarer Schönheit: schwanenweiß die Haut, die zarten Glieder von sanfter Rundung. Koste und spielte der Wind mit dem wunderbaren Goldhaar, so lösten Locken und Löckchen sich aus den Flechten und umrahmten das Köpfchen gleich Heiligenschein.

Dem Vater wurde das Kind sehr bald des Lebens Inhalt. Sie war seine Freude während des stillen Winters und im Sommer seine treue Gefährtin auf der See.

Gar bald hielt das Mädchen mit sicherer Hand das Steuer und raffte behend die Segel. Bei ruhiger See bat sie wohl den Vater: Erzähle mir von den Niyen, von dem mächtigen Gott Aegir. Erzähle mir von seinem Palast und von seinen Festen, von der himmlischen Musik die dabei ertönt!"

Der Vater willfahrte nie der Tochter Bitten; zu viel Leid hatte der Aberglaube schon über ihn gebracht.

Die Mutter dagegen erzählte Heinke oft an Winter­abenden, am lodernden Feuer beim Stricken der Neße vom Meergott.

,, Aegir," raunte sie traumverloren mit in des Feuers Glut gerichteten Augen, ist ein mächtiger Gott, der Be­herrscher der salzigen Fluten. Unermeßliche Schäße nennt er sein eigen. Aus reinstem Kristall ist sein Palast. Die Meermädchen sind kostbar gekleidet. Lichtgrüne, duftige Stoffe umhüllen die zarten Gestalten. Weiße Schleier wallen ihnen vom Haupt herab, von silbernen Spangen gehalten. Rosen kränzen ihr Haar bei zauberhaft schönen Jesten."

Längst war den Händen des Mädchens die Arbeit ent­fallen; mit brennenden Wangen saß sie der Mutter zu Füßen, denn zu herrlich war, was sie vernahm. Rätselhaft schien es ihr, daß es noch eine viel schönere Welt gäbe, als die, welche sie kannte.

" Erzähle mir von den Meermädchen, von ihren Festen und Freuden! Erzähle mir auch von dem Meergott!" bat sie beweglich.

Nur zu gern begann die Mutter von neuem: Gib acht auf der See, doch birg dich hinter dem Segel; leicht siehst du die Nixen sich in den Wellen wiegen, bei wundersam sanften Tönen, silbernen Saiten entlockt von Aegir. Sind sie er­müdet, so ruhen sie auf köstlich duftendem Lager. Silber ist jedes Gerät und leicht ihr Geschmeide. Zahlreiche Diener lauschen ihres leisesten Winkes.

Oft auch geht Aegir in schöner Gestalt zur Oberfläche des Wassers, um ein reines goldblondes Erdenkind zu betören, damit sie, in heftiger Liebe entbrennt, ihm folge in seinen Palast."

Darum hüte dich, Heinke: Rotblond ist dein Haar. Nicht Sturm und Wasser zerstört sein Geringel. Hüte dich, daß Gott Aegir dir nicht seine Diamanten hineinstreut!"

Im tiefsten Blau strahlten Heinkes Augen bei dieser Er­zählung. Doch sorglos lachte die Frohe, Tugendfrische der Warnung. Wie sollte ihr auf dem geliebten, ihr so ver­trauten Meer je tebles geschehen.

Der Vater sorgte, als er eine Erzählung der Mutter be­lauscht, fortan für reichliche Arbeit, damit der Tochter das Träumen verginge.

Da geschah es, daß eines Tags nach einem Sturm, wie er selten an dieser Küste wütet, sich eine neue Insel aus den Fluten des Meeres erhob. Wunderbar war sie anzusehen; Sand, nur Sand war es, nicht fester Boden, wie die wasser­durchzogene fette Marsch. Fischer, die eilend_das Wunder aufgesucht, berichteten so den erstaunten Dorfbewohnern.

Aber noch ein anderes Ereignis sollte die Küstenbevölke­rung heut erregen.

Die wiederkehrende Flut spülte die Leiche eines in fost­bare Gewänder gehüllten Jünglings an das Ufer. Wunder­bar war er anzusehen mit seinem fahlen Haupt- und Bart­haar. Edel waren die Züge. Sonnige Heiterfeit lagerte auf dem erblaßten Antlig trotz der erloschenen Augen.

gefahren hatten, kamen eben heran, als die Bewohner des Claus und Heinke, die das Meer nach Strandgut ab­Dorfes den Fremden umſtanden.

sie ihr Auge noch nie erblickte. Diese war ein ſeltſam ge­Heinke war hoch beglückt durch eine Gabe der See, wie streifter Stab, links schräg, rechts gerade aufstrebend, hier der zutraulichen Husch. An diesen Stäben waren Saiten be­durch einen dritten verbunden, der gebogen gleich dem Hals festigt, wie Silber glänzend. Leiſe, bald lauter erklangen die Saiten, so der West sanft oder stärker darüber hinſtrich.

Kaum hatte Heinke vermocht, das Steuer zu halten; öfter bedurfte es des mahnenden Zurufes des Vaters. Die Frauen aber riefen beim Anblick der Harfe, die das Mädchen behutsam an das Land trug:

Seht, seht! Das ist die Harfe des Aegir, von der uns die Alten erzählten! Dies hier aber ist der Gott ſelbſt, der als schöner Jüngling ausging, ein reines Mädchen zu be­tören, auf daß sie ihm hinabfolge in ſein kaltes Reich! Da­mit er nicht eine der unseren bezaubere, werft ihn wieder hinab in das Meer!"

Ein alter, weißhaariger Schiffer entgegnete bedächtig: Dann wühlt er im Zorn in des Meeres Fluten, bis sie zu Bergen sich erheben, uns Tod und Verderben bringend. Darum gebt ihn seinem Elemente nicht zurück. Fahrt ihn hinüber zur neuen Insel. Grabt ihm ein so viele Klafter tiefes Grab, daß die Welle ihn nimmer befreien kann."

Die Frauen entrissen dem Mädchen die Harfe und gaben sie dem Jüngling mit auf seine letzte Reise." Denn," sprachen sie, wer diese Harfe gehört, kann sie nie wieder vergeſſen. Unablässig verfolgt sie ihr klagender Gesang!"

An Heintes Herzen aber nagte die Sehnsucht und bleichte die Rosen der Wangen. So oft es ihr gelang, unbemerkt zum Strande zu gehen, ließ sie sich im Boot hinübertragen zur neuen Insel.

Einmal, einmal nur," so klagte sie, möchte ich die er­loschenen Augen als strahlenden Stern sehen! Tausendfach gäbe ich mein Leben, wäre es tausendfach mein, könnte ich dedurch den herrlichen Jüngling zum Leben erwecken!

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