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Wöchentliche Beilage für die Abonnenten der„ Gießener Neuesten Nachrichten".
Das Los des Schönen.
Ballbouqet,
Zart und nett,
Für die schöne Magdalene
Kauft beim drallen Gärtnerskind Hoffnungstrunken Kurt v. Stint: Im Frühlicht!
Abend da!
Chapeau bas,
Fächerrauschen
Blicketauschen!
Und der volle Rosenstrauß
Haucht die schönsten Düfte aus:
Im Glühlicht!
Saal zu schwül,
Park so fühl!
Liebeskosen!
Und die Rosen
Duften sanfter weil die süßen Küsse sie vermitteln müssen: Im Zwielicht!
Ball ist aus
Fahrt nach Haus!
Magdalene
Hat Migräne
Wirst den welken Blumenstrauß Launisch auf den Hof hinaus:
Ins Spülicht!
Mitgift.
Was hör ich, Altmann, Du bist verheiratet? Gute Partie? Was hat Dir denn Deine Frau mitgebracht?"
Ihre Mutter!"
Vorsichtig.
( Nachdruck verboten.)
Frau:„ Aber lieber Otto, welche Idee, heute, wo ich zum ersten Male allein koche, einen Freund von Dir einzuladen!" Gatte: Nur der Vorsicht wegen, liebe Else... er ist nämlich Arzt!"
Gedankensplitter.
Das Gute bricht sich Bahn, wenn es sich nicht vorher das Genick gebrochen hat.
luchowski, der diesen Gedanken, aver aus der preueren Grundlage einer mitteleuropäischen Zollallianz, wieder aufnahm. Und nur wenig später hat dann auch der zweite deutsche Reichskanzler, Graf Ca privi, und bald darauf der italienische Staatsmann 2u33atti sich mit der Frage beschäftigt. Indes erst jetzt, wo sich sozusagen über Nacht Amerika, Greater- Britain und Ostaiien zu gefährlichen_Konfurrenten Europas auf dem Weltmarkt und auch auf dem europäischen Markt ausgewachsen haben, ist der Moment für die nangriffnahme eines solchen Planes gefommen. Und er ist erfreulicherweise nicht verpaßt worden. In einer Verammlung namhafter Vertreter der Wissenschaft, des Handels, dr Parlamente, der Landwirtschaft und der Industrie ist; me schon gemeldet, dieser Tage in Berlin ein mitteleuropiischer Wirtschaftsverein gegründet worden, desen Ziel ist, auf dem Boden des politisch und wirtſchaftspoitisch Möglichen den Zusammenschluß Mitteleuropas zu einm wirtschaftlichen Bollwerf gegen die Auslandskonkurrenz herleizuführen.
Erfreulicherweise zeigte sich schon in der Gründungsver= sammlung des Vereins ein weises Maßhalten, das den dauemden Erfolg der Bestrebungen des Vereins verbürgt. Vor allem denkt der Verein, dem Vertreter der verschiedensten politischen und wirtschaftspolitischen Richtungen angehören, zunächst nur an den Zusammenschluß derjenigen beiden Staaten Europas, die in ihrer wirtschaftlichen Struktur einander ziemlich gleichgeartet sind: Deutschlands und Oesterreich- Ungarns. Für später erhofft man den Anschluß Staliens und einiger kleinerer Staaten, z. B. Kumäniens. Wie damit territorial die Vereinsaufgaben begrenzt werden, so werden sie auch nach ihrem sachlichen Umfang hin weise beschränkt. Von der Idee einer mitteleuropäischen Zollunion, die schon wegen der politischen Zustände auf dem europäischen Kontinent eine Utopie ist und für absehbare Zeit bleiben muß, will der Verein nichts wissen. Er erstrebt vielmehr vor allem die Herbeiführung einer besseren Arbeitsteilung in den beteiligten Ländern, eine Erweiterung des inneren und äußeren Marktes, Herabsetzung der Produktionskosten, eine Reform des Meiſtbegünstigungsrechts und, als Hauptstück, die Begründung zoll politischer Allianzen, die die Selbständigfeit der alliierten Staaten nicht antasten. Diese Allianzen sollen vielmehr nur in Kraft treten bei handelspolitischen Verhandlungen mit dem Auslande. Der Nußen hiervon liegt auf der Hand: Es ist doch ein ganz anderer Machtfaktor, wenn z. B. bei einer solchen Allianz zwischen Deutschland und Desterreich- Ungarn nicht iede der beiden Mächte mit einem
Amerika erscheinende schwedische Blätter erheben angesichts der russischen Gewaltpolitik gegen Finland dringend den Ruf nach einem solchen Zusammenschluß aller germanischen Länder. Sie weisen darauf hin, daß das für den Bestand der skandinavischen Staaten geradezu eine Lebensfrage sei. Das stimmt ebenso, wie die Auffassung jener schwedischamerikanischen Blätter, ein solches Bündnis bedeute durchaus keinen Verzicht auf die Selbständigkeit der eigene Sprachen aufweisenden germanischen Nordstaaten. Aber wann hätte das Selbstverständliche und Natürliche jemals ohne weiteres Eingang gefunden in die Köpfe germanischer Politiker? Alien.
Gestern Friedensschalmeien, heute Kriegsdrommetengeschmetter: Britische Blätter tischen der Welt wieder einmal Kriegsprophezeiungen auf.„ Daily Mail" läßt sich aus Shanghai melden, zwischen China und Japan sei ein vollständiges Abkommen zustande gekommen. Für den Fall eines Krieges sollen 50 000 Mann gutbewaffneter chinesischer Truppen dienstbereit sein. Und die Morning Post" weiß sogar aus Tschifu zu melden, 12 000 Japaner seien in Masampho gelandet, was einer Kriegserklärung an Rußland gleichfäme. Beide Nachrichten sind offenbar erfunden. Eher dürfte zutreffen, was über die Lage in Korea mitgeteilt wird. Der Gesandte der Vereinigten Staaten in Söul meldet, in Korea drohten starke Unruhen; die Japaner seien an vielen Plätzen angegriffen worden. Man befürchtet in Washington, daß Japan selbst die Unruhen an der japanischen Eisenbahn anzettele, um einen Grund zu haben, die Bahnlinie mit starker Truppenmacht zu besetzen. Jedenfalls ist die ganze Situation, wenn auch nicht gerade unmittelbar bedrohlich, so doch nichts weniger als rosig.
Aus den Parlamenten.
Einen Antrag auf Abänderung des preußischen Landtagswahlgesetes beabsichtigt die freifonservative Partei im Abgeordnetenhause einzubringen. Der Antrag fordert die Regierung auf, unter mäßiger Vermehrung der Zahl der Abgeordneten eine Tcilung übermäßig großer Wahlkreise herbeizuführen, die Drittelung nach Urwahlbezirken in größeren Gemeinden wieder zu beseitigen und in ebensolchen Gemeinden die Möglichkeit zu schaffen, nach Bedarf an Stelle des jetzigen Wahlverfahrens für die Urwahlen ein den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung nachgebildetes Verfahren treten zu lassen.
13. Jahrgang.
tionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Obev die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Postzeitungsliste No. 3269.
lon und Expedition: Gießen, Seltersweg 88 Fernsprechanschluß Nr. 362.
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eßener Zeitung)
r Gießen und Umgebung. Behörden von Oberhessen.
ne Anregung von freikonservativer Seite werden das Zentrum und die Nationalliberalen des Abgeordnetenhauses eine dringliche Aufforderung atsregierung richten, unverzüglich ein Schul 1sgesetz in Verbindung mit Vorschlägen zur ig wenigstens der größten Härten und Ungleicher Belastung der verschiedenen Schulverbände mit und in der Höhe der Diensteinkommen der Lehrer
onne Zülow aufser Gefahr! thischen Leutnant macht uns keiner nach: Auch in ärtigen Aufstand in Südafrika zeigt er, daß er als die Wizzblätter ihm nachsagen. Aus Swakopit die erfreuliche Nachricht, daß Oberleutnant , der bei Station Waldau von Hereros umzingelt aus der Um klammerung befreit hat em bedrohten Okahandja vorgedrun Das Kolonialamt veröffentlicht folgende Mit
legramm des Kommandanten S. M. S. ,, Habicht" kopmund besagt, daß dort ein Bote aus Okangetroffen ist, der Okahandja am 20. d. Mts. hat. Er bringt die Meldung, daß die Erpe= es Oberleutnants v. 3ülow in Okaangekommen und daß der Ort vorläufig bar befestigt sei. Von Okasise ab sei die Bahn rstört. Es finde fortwährend ein starker Zuzug os nach Okahandja statt, die Lage sei aber voriedigend.
ürfte es so gut wie sicher sein, daß Oberleutnant · Ortschaft hält, bis ihm Entsatz wird. Weniger d andere Meldungen aus dem Schutzgebiet: Zutet, es beginne auch in dem nördlich des Hereroegenen Terrain der Otavi- Minen- Gesellschaft jären; namentlich in Grootfontein mache sich eine e unter den Eingeborenen, den Ovambo- Hereros, Eigentümerin jenes Gebietes ist die South West pany. Ferner meldet der Kommandant S. icht" unter dem 22. aus Swakopmund, daß die ndert sei; infolge starker Regenfälle würde der häufig unterbrochen.
ungslos man unmittelbar vor dem Aufstand entrum des Aufruhrgebietes gewesen ist, davon igt folgender Privatbrief einer in Okahandja wohnenden me, der am 14. Dezember aus Okahandja abgegangen ist: Ich bin nicht mehr zum Schreiben gekommen, ich batte furchtbar viel zu tun. Das ganze Haus voller Gäste. Heute ist Gerichtstag und ist der Assessor aus Windhuk hier... Dann war gestern der junge Leutwein, ein Herr M. und 3. hier. Abends waren acht Gäste zu Tisch. Da bin ich trotzdem mit den Herren nach Ofahango gefahren, und wir sind abends -die ganze Gesellschaft mit dem Ochsenwagen wieder hin. eingefahren. Es war eine furchtbar fidele Fahrt. Stühle curden' reingesetzt, Bier zur Genüge mitgenommen; e Darzu nett; mal eine kleine Abwechselung, da denkt man noch wochenlang daran. Sonnabend ist hier ein großes Eisenbahnunglück gewesen. Durch die Wassermassen ist der Bahndamm unterspült und ist der Zug entgleist; zwei Heizer sind tot, vier Menschen verlegt, darob herrscht natürlich große Aufregung. Hoffentlich komme ich noch heil nach Swakop mund Nachher fahren wir alle nach Ofahango. Vorher wollen wir noch Tennis spielen. Für heute darum Schluß. Ich will jetzt Toilette machen."
Das wurde geschrieben, als die Hereros schon auf Okahandja im Anmarsch waren. Die obige Nachricht vom Eintreffen der Kolonne Zülow in Okahandja läßt hoffen, daß die Teilnehmer an der hier geschilderten Vergnügungsfahrt, die zweifelsohne sich in die Station geflüchtet hatten, endgültig gerettet sind.
In Spandau ist ein Transport Maultiere für die südwestafrikanische Expedition eingetroffen, die in den Militärwerkstätten mit dem erforderlichen Lederzeug versehen und dann nach Wilhelmshaven weiterbefördert werden. Leider scheint die deutsche Regierung, was die Beschaffung von Pferden für die Expedition angeht, einen Mißgriff getan zu haben: Nach dem Urteil genauer Kenner Südafrikas ist das argentinische Pferd für Südafrika nicht geeignet, das einzige Pferd, was dort mit Erfolg verwandt werden kann, ist der mongolische Pony, mit dem unsere Truppen in China beritten sind. Wenn wir aber etwas ausrichten sollen, so heißt die Losung für uns: Pferde- Pferde- Pferde natürlich solche, die brauchbar sind.
Nach dem Streik.
O Crimmitschau, 23. Januar. Der Streif ist beendet, die Arbeit wieder aufgenommen. Wer daraus aber auf eine endgiltige Beilegung des Interessenstreites zwischen Arbeitgebern und Arbeitern schließen wollte, würde die Sachlage gänzlich falsch beurteilen. Es handelt sich nur um einen notaedrungenen Waffenstillstand, der das


