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Kaiserpaar von Biebrich aus mittels Wagens nach Wies­baden, während der Großherzog von Hessen nach Darmstadt zurückkehrt. Der Großherzog hat inzwischen von Athen aus die Rückreise angetreten und wird, über Italien heimkehrend, boraussichtlich morgen( 23. d. Mts.) mittag wieder in Darm­stadt eintreffen. Der ursprünglich von ihm geplante Besuch in Konstantinopel ist demnach aufgegeben worden.

*** Auf Einladung des Kaisers wird Prinz Ludwig von Bayern die Taufe an dem kleinen Kreuzer ,, M" auf der Werft in Bremen am 30. d. Mts. vollziehen.

Deer und Flotte.

Die Besatzungsstärke unserer Schlachtschiffe hat sich all­mählich bedeutend gesteigert. Die vor einem Vierteljahr­hundert gebauten Ausfallkorvetten der Sachsen"-Klasse haben bei einem Deplacement von 7400 Tonnen 436 Mann Besatzung. Als vor reichlich einem Jahrzehnt die ersten 10 000 Tonnenschiffe gebaut wurden, gab man diesen Pan zern vom Brandenburg"-Typ 568 Mann Besayung. Die Schiffe der Kaiser" und" Wittelsbach"-Klasse von 11 000 bezw. 11 800 Tonnen bekamen eine Besatzung von je 660 Mann und die neuen, jetzt im Bau befindlichen Schiffe des 13 200 Tonnen großen Braunschweig"-Typs erhalten 697 Mann. Die in den 60er und 70er Jahren erbauten ersten deutschen Panzerschiffe hatten im Verhältnis zu ihrer Größe eine viel stärkere Besatzung. Friedrich der Große" und seine Schwesterschiffe hatten Lei 6770 Tonnen 542 Mann, Kaiser" und Deutschland" bei 7676 Tonnen 650 und der 9757 Tonnen große König Wilhelm" gar 732 Mann Ve­sabung, also mehr als die ein halb mal so großen neuesten Schlachtschiffe. Dabei ist die Gefechtskraft der letzteren un­endlich viel größer. Die maschinellen Fortschritte sparen viele menschlichen Arbeitskräfte. Erst Schiffe von 14-15 000 Tonnen Wasserverdrängung werden heutzutage eine Be­jagung von 732 Mann erfordern.

Deutfcher Reichstag.

( 72. Sigung.)

CB Berlin, 21. April. Wer heute etwa in der vierten Nachmittagsstunde in den Reichstag kam, wird verwundert das Haupt geschüttelt haben, denn von den Tischen des Bundesrats, an denen in der Regel so fleißig gearbeitet wird, starrte ihm der horror vacui entgegen. Und das kam so: Nach dem Etat für die Erpedi­tion nach Ostasien, der ohne wesentliche Diskussion und ohne wesentliche Veränderungen an den Beschlüssen der Budget­fommission angenommen wurde, stand auf der Tagesordnung die sozialdemokratische Interpellation wegen der Außerbetrieb­segung von Kohlengruben im Ruhrrevier.

Staatssekretär

Graf Posadowsky erklärte, daß der Reichskanzler die Beant­wortung ablehne, da Maßregeln gegen die Stilllegung der Zechen nur auf Grund des preußischen Berggesetzes erfolgen fönnten, etwaige sozialpolitische Maßnahmen, um den Folgen zu begegnen, aber Sache der Landesregierung seien. Troy­dem fand der Antrag auf Besprechung der Interpellation die genügende Unterstützung von 50 Mitgliedern, und darauf ver­ließ der Staatssekretär mit allen übrigen Regierungsver­tretern den Sizungssaal. Die Diskussion hielt sich in ruhigen Bahnen. Der erste Redner, der revisionistisch angehauchte Sozialdemokrat Hué, schilderte unter scharfer Bolemik gegen die Ausführungen des preußischen Handelsministers Möller und der nationalliberalen Redner im Abgeordnetenhause, welche schädlichen Folgen er aus der Stilllegung für die Ar­beiter, die Gemeinden und schließlich die ganze Bevölkerung der betroffenen Gegenden erstehen sieht. Seiner Rede letter Schluß war, daß nur die Verstaatlichung der Produktions­mittel helfen könne. Mittel, die von heute auf morgen wir­fen, fonnten natürlich auch die Redner der bürgerlichen Par­ieien nicht angeben, aber deshalb war die Besprechung nicht wertlos, denn es wurde in ihr die Kalamität im Zusammen­hang mit der Politik der Syndikate sachlich und gründlich erörtert.

Preussifcher Landtag.

( 58. Sizung.)

Haus der Abgeordneten.

RK Berlin, 21. April. Der Kurs der Staatspapiere war der Clou der heutigen Debatte. Der konservative Abg. v. Arnim brachte beim Finanzetat den Vorschlag vor, die Sparkassen sollten ange halten werden, einen Teil ihrer Anlagen in Staatspapieren zu machen. Minister v. Rheinbaben erwiderte, ei könne den Kaffen nur in ihrem eigenen Intereffe empfehlen,

Der Wildhirt.

Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung) ( Nachdruck verboten.)

,, Und mein Vater?" fragte Hangcurt. " Dem darfste ezt nit vor die Augen kommen! Ich sag' Dir ja, daß er Dich mit Gensdarmen wollt holen lassen. Du weißt doch, wie er is und wie bös er sein fann. Er is im Stand, wenn er Dich ezt sieht, er ber­greift sich an Dir."

Hangcurt sah, daß ihn alles im Stich ließ; er mußte fort. Langsam stand er auf, um seiner Mutter zu folgen. Trotz ihrer Gegenwart reichte er dennoch dem Ttophel die Hand.

" Mach's gut, Tiophel."

" Mach's gut, Hangcurt," erwiderte dieser finster. Wirst mich wohl nit wieder sehn."

Alsdann verschwanden Hangcurt und seine Mutter in der Dunkelheit, während der Wildhirt an dem her­abgebrannten Feuer allein zurückblieb. Unverwandten Blickes und die Hände vor einem Knie gefceuzt, starrte er in die glimmenden Kohlen. Es war ihm, als seten alle Teufel in ihm erwacht, da der gute Einfluß, den die ruhige Natur Hangcurts auf ihn ausgeübt, nun vollständig beseitigt war.

Hangcurt wanderte indessen, gebeugt und halb ge­brochen wie ein alter Mann, neben seiner Mutter dem Dorfe zu. Hier gingen sie in Merte's Haus, wo Frau Glohr alles parat gemacht hatte. Da stand ein Kasten, in dem Hemden, Kleidung, Strümpfe, Brot, Würste und Schinken, hübsch und sorgfältig zusammengelegt, lagen, sodaß er auf der Reise teine Not zu leiden brauchte.

einen Teil ihrer Depositengelder in preußischen Staatspapie ren anzulegen. Damit sei selbstverständlich auch dem Staats interesse gedient. Vor anderen Rednern wurde die Aus übung irgendwelchen Zwanges in dieser Hinsicht gegenüber den Sparkassen entschieden bekämpft. Von Interesse wai noch, daß der Minister Frhr. v. Hammerstein auf ein Anfrage erklärte, er müsse heute schon sagen, daß die Oppo sition der Stadt Schleswig gegen die Verlegung des dortigen Oberpräsidiums nach Kiel nichts nutzen werde Bekanntlich entspricht die Verlegung einem Wunsche des Kaisers.

Aus dem Gerichtsfaal.

§ Todesurteil. Das Hagener Schwurgericht verurteilte der Bahnarbeiter Otto Hentel aus Wetter, der am 30. März die achtjährige Katharina Gagenski ermordete, zum Tode; autßerdem wurde gegen den Angeklagten wegen eines an der Ermordeten begangenen Sittlichkeitsverbrechens auf eine fünfjährige Zuchthausstrafe erkannt.

§ Gin unglücklicher Schuß. In München wurde der Student Kurt Lequis aus Köln zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, weil er im Januar d. J. den Chemiker Willems aus Berlin am Wirtshaustisch infolge unvorsichtigen Umgehens mit einem Revolver erschoß. Der Besitzer des Revolvers, In­genieur Karl aus der Aue, der ihn herumgezeigt hatte, erhielt einen Monat Gefängnis.

§ Teufel und Herrgott vor Gericht und zwar in einem Ehescheidungsprozeß, den sie miteinander führen, das ist doch noch nicht dagewesen! In Mülhausen im Elsaß ist dieser Tage der ebenso merkwürdige wie seltene Fall verzeichnet worden. Die Parteien Teufel und Herrgott hatten einen Bund fürs Reben miteinander eingegangen, ohne daran zu denken, daß sie sich nie vertragen würden. Und so kam es denn, daß das Landgericht angerufen wurde, um die unglückliche Ehe wieder zu scheiden. Das geschah in der Tat und, wie niemand anders erwarten wird, mit dem Urteil, daß der Teufel die schuldige Partei ist.

Nah und forn.

Die internationale Ausstellung für Spiritnsverwer­tung zu Wien wurde gestern durch en Protektor Erzherzog Franz Ferdinand eröffnet. In seiner Rede wies er auf die umfassende Mitwirkung des Auslandes bei der Ausstellung hin und drückte di Hoffnung aus, daß auch diesmal der friedliche Wettbewerb sich als bedeutungsvoll für den wirt­schaftlichen und kulturellen Fortschritt erweisen werde. Die anwesenden Botschafter des Deutschen Reichs, Frankreichs und Rußlands stellten dem Erzherzog die Vorstände und Be­amten der Abteilungen ihrer Länder vor.

Schiffskatastrophe. Der norwegische Deripfer Gries", mit einer Ladung Kohlen von Swansea nach Stettin be­stimmt, ist im Kattegat infolge Kollision gesunken. Die 16 Mann starke Besatzung soll ertrunken sein.

* Misstände in Aalesund. In die vor mehreren Monaten durch einer Riesenbrand in Asche gelegte Stadt Aalesund wollen noch immer keine geordneten Verhältnisse einziehen trotz der reichlicher interſtügungen, die ihr von allen Seiten zuflossen oder richtiger wegen dieser Unterstützungen. Das Volf mein, überhaupt nicht mehr zu arbeiten zu brauchen, so vie Geldmittel feien vorhanden. Alle Abgebrannten tönnier zeitlebens damit reichlich versorgt werden, aber die leitenden Kreise wollten den armen Leuten mieder einmal nichts zukommen lassen. So liegt denn Handei und Wandel brach und der städtische Wohlstand wird völlig zerrüttet.

Die Gräfin Lonyah von ihrem Sekretär bestohlen. In Antwerpen wurde der Privatsekretär der Gräfin Lonyay verhaftet, als er im Begriff war, einen Dampfer nach Amerifa zu besteigen. Er hatte die Gräfin um viele wertvolle Schmuck. sachen bestohlen. Ein Armband hatte er bereits zu Gelde gemacht.

Der einzige Fahrgast im Expreßzuge. Der Norderpreß­zug Wirballen- Ostende, der bekanntlich seit kurzem dreimal möchentlich verkehrt, traf dieser Tage mit nur einem Fahrgast, einer Dame aus Petersburg, in Dirschau ein, während das Fahr- und Zugbegleitungspersonal aus zehn Personen be­stand. Wenn eine solche Besetzung öfters vorkommt, dürfte die Dividende nicht sehr fett ausfallen.

Durch eine Explosion auf einem Moseldampfer, auf dem sich die Hochzeitsgesellschaft der Prinzessin Helene von Schor. lemer und des Barons von Fürstenbera befand, mirde ein Matrose schwer verletzt. Der Pulverbehälter xplodierte beim Böllerschießen. Unter den Gästen, die sämtlich unverleni

Frau Merte hatte einen Kaffee gefocht. Dann kamen die Brüder Hangcurts, der Hannes, ein kräftiger, junger Bursche von sechszehn Jahren, und der Ludwig, der noch ein Schuljunge war, in die Stube, um bei dem Abschied zugegen zu sein Es war Hangcurt zu Mute wie einem Verurteilten, und er ließ alles mit sich geschehen, er willigte in alles, was man von ihm berlangte.

,, Was sein ich so froh, daß ich' n von dem hab'", sagte Frau Glohr. Lieber mag er in Amerika als ehrlicher Mann sterben, wie hier als Zuchhausgefangener verderben. Mit dem Gänsetiophel nimmt's doch mal fein gutes End'."

" Das glaub ich auch nit," meinte Frau Merte. ' s is fein andrer g'wesen, der uns damals die Kar­toffeln aus der Grube gestohlen und Hinnerfranks die Scheuer ang'steckt hat als wie der Spigbub."

" Ja, und mit so' nem gibt er sich ab, der Hangcurt! M'r sollt's kaum denken! M'r darf's gar nit verzählen, was se Beide zusammen g'trieben haben, denn wenn's ' causfäm, wär's noch schlimm."

Während des Gespräches tranf Hangcurt seinen Kaffee und ein Stück Butterbrot dazu. Dann nahm er seine Sachen und ging in ein anderes Zimmer, um sich anders anzukleiden. Während dies geschah, schirrte einer der Knechte aus Merte's Hof einen Einspänner an, der den Hangcurt in die Stadt bringen jouie.

Bald darauf erschien dieser wieder. Er war ein schöner Bursche in seiner neuen Kleidung.

' s is schad' um ihn", sagte Fran Merte, wobei sie mit dem Licht an ihm hinaufleuchtete. Ich hab' g'hört,' s Wirth's Eische hätt'n gern g'nomme."

Hangcurt war es, als müsse ihn bei diesen Worten das Herz brechen. Vor zwei Stunden lag er noch in

blieben, befanden sich Prinz Eitel Friedrich von Preußen und Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg- Strelis.

Schreckenstat eines Wahnsinnigen. In Berlin me der Arbeiter Hörling während des Mittagessens plöglich obe jede Veranlassung von seinem 17jährigen Sohn mit einer Beil erschlagen. Der junge Mensch verübte die furchtbare Tat in einem plötzlichen Wahnsinnsanfall.

Das Räubernuwesen in Transkautajien zeitigt ständig neue gefährliche Auswüchse. Zwischen den Stationen Nomo. senafi und Abascha der Transkaukasischen Eisenbahn erbraden vier bewaffnete Männer mit Hilfe eines Nachschlüssels den Postwagen eines Zuges während der Fahrt, fesselten die bei. den Beamten, welche sich in dem Postwagen befanden, und bersetzten einem von ihnen einen Dolchstich in den Arm. Es gelang ihnen dann, sich der Wertsendungen im Betrage von über hunderttausend Rubel zu bemächtigen und damit zu entkommen.

Bunte Chronik. In Bochum sind infolge von Pocken­erkrankungen zwei weitere Häuser gesperrt worden. Es sind jetzt 45 Jälle gemeldet.

-Durch den Lawinensturz bei Pragelato sind insgesamt 88 Arbeiter verschüttet worden, von denen 9 lebend heraus­gegraben wurden.

Vermischtes.

[ Von der Mittelmeerfahrt des Kaisers] werden jetzt durch den Obersteward des Dampfers König Albert", der den Kaiser während der Fahrt von Bremerhaven nach Neapel täglich häufig sah, mehrere hübsche Anekdoten erzählt. In Vigo sprach der junge König von Spanien mit dem Kaiser deutsch, und als beide Monarchen bei Tische saßen, fragte ihn Kaiser Wilhelm scherzend:" Existiert denn eigentlich das Regiment noch, dessen Chef ich bin?" Der Kaiser besich­tigte häufig die Maschinenräume des Schiffes und kam sogar in die Küche. Als er dort einmal sah, wie der Oberkoch schwitzte, meinte er lachend: Aha, so werden die Fettaugen in die Suppe gemacht!" Suppe der Kaiser selbst nur einmal, als der Leibarzt nicht an der Tafel saß; der Arzt hatte dem Monarchen nämlich Suppe und Bier verboten, damit er nicht zu korpulent werde. Täglich machte der Kaiser, dessen Stimme voll und klar klang, Turnübungen, und zu dem Turnen mußten auch seine Begleiter antreten.

O[ Eine angenehme Ueberraschung] widerfuhr dieser Tage einem fröhlichen Zecher in einem Restaurant zu Bolken­hain. Er hatte sich's dort gemütlich gemacht und wollte an das Nachhausegehen gar nicht denken. Da erschien plötzlich in dem Lokal seine Frau, die sich dem anscheinend etwas ver­blüfften Ehegatten gegenüberstellte mit den Worten: Guten Abend, mein lieber Josef! Hier bringe ich dir das Abend­und Mittagessen; ein anderes Mal bringe ich dir das Bett mit!" Der Angeredete ließ sich aber nicht stören und machte zur Heiterkeit der Anwesenden von den ihm so freundlich" gebotenen Speisen ausgiebigen Gebrauch.

[ Unangenehme Enttäuschung.] Folgerde Iuftige Anekdote erzählt eine englische Wochenschrift: Ein javcaister Ingenieur, der sich in einer Stadt im Norden Englands auf­hielt und dort täglich in einem bestimmten Restaurant z Mittag speiste, war sehr erstaunt, als ihm zur Isten Weih­nachtszeit, wie es in England üblich ist, die Kellnerin unter dem Mistelzweig einen Auß gab. Es wurde ihm bedeutet, daß sie zum Entgelt für diesen Kuß ein Geschenk erwartete. Er schlug Handschuhe vor; sie aber, im Hinblick auf das Ge­richt von seinem Reichtum, sagte verschämt: nein, schenken Sie mir etwas für meinen Hals." Am nächsten Tage fam das Paket an, und Visionen eines Perlenhalsbandes stiegen vor dem begehrlichen Auge der Kellnerin auf. it zitternden Fingern löste sie die Verschnürung und sah mit Entsetzen, was der Japaner unter etwas für ihren Hals" verstand cin Stück Seife!

Das Neueste aus den Witzblättern. Der Pantoffel held. Erlassen Sie denn feine Annonce, in der Sie Ihre durchgebrannte Gattin zur Rück­tehr auffordern?"" Nein wenn ihr das nicht passen würde, könnt' ich mich auf' was Schönes gefaßt machen!" Allerdings... Was, du brauchst zum Heimweg von der Kneipe eine Stunde? Die Straße ist doch nur einen Kilometer lang!"- Aber du mußt doch auch die Breite rechnen!"

Im Heirats bureau. Ich möchte gerne ein­heiraten in' ne feine Familie. Können Sie's möglich machen bielleicht die Tochter Rosa von J. M. Jonasfeld?" Nein, unmöglich! Jonasfelds wollen selber in' ne feine Familie heiraten!"

der Wildhütte und jetzt fand er sich bereits auf der Reise nach Amerika. Und das Elschen? Db er es wohl jemals wiedersah? Welch ein jäher Wechsel in jeinem Geschick!

Da trat der Knecht herein und meldete, daß der Einspänner zur Abfahrt bereit sei.

Macht's gut, Mutter", sagte Hangcurt stockend und schluchzend.

Frau Glohr erhob sich und drückte ihren Sohn an ihre Brust.

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Mein Segen geht mit Tir, Hangcurt," sagte sie gefaßt, und wenn Dir's zu schlecht geht, dann kannste wederkommen; aber eht mußte fort."

Hangcurt nahm der Reihe nach Abschied von allen, die zugegen waren, mit Ausnahme seiner Brüder, welche mitfuhren bis zur Stadt. Als sie draußen waren, weinte Frau Glohr still vor sich hin.

,,' s is hart, Giohr," meinte Merte's Frau teil­nahmsvoll. Ihr wißt nit, ob Ihr'n wieder seht." " Ja, und doch mußt's sein! Sein Vater sagt, ezt liegt mir nichts mehr an ihm. Aber wer weiß, was es gegeben hätt', wenn die Gensdarmen' naus in die Wildhütt' g'kommen wär'n. Den Tiophel habense doch all' im Verdacht, daß er wilddiebt, stiehlt und den Leuten die Häuser ansteckt, und wenn die Gensdarmen was gefunden hätten, dann war er mit dran, der Hangcurt. Darum macht ich'm seine Sachen heimlich zurecht, lehnt m'r d's Geld und bin' naus gange wie ich ging und stand, um'n zu holen. Nun mögen die Gensdarmen fommen, nun hab' ich doch Ruh."

"' s war das Beste, was Ihr tun fonnt, Vierersch Frau," sagte Frau Merte."' s wundert mich überhaupt daß die Gendarmen schon lang nit mal drauß' g'west sein. um die Wildhütt' zu revidirn." ( Forts. folgt.)

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