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Mit diesen Worten verließ er das Haus und schritt in die haben. Die Zeit wird abrechne!" „ Aber wie kam es denn?" forschte ich weiter. 11. Das kann ich Ihnen nicht sagen," lispelte er. Nun trat zu meiner Ueberraschung Kathleen einen Schritt vor, und indem sie mit zitternder Hand auf ihn deutete, rief sie:„ Beantworte doch die Frage von Seiner Gnaden. Sag ihm die Wahrheit, Rory! Oder soll ich sie ihm sagen?“
Es war am Vorabend des Beginnes der Schwurgerichtsperiode zu Castlerea. Die Stadt war mit Fremden überfüllt. Die Gasthöfe und Wirtshäuser waren bis auf den letzten Platz besetzt, und auf dem Marktplaze und seinen angrenzenden Straßen drängten sich die aus der ganzen Grafschaft herbeigeeilten Landleute. Der Richter und andere hohe Würdenträger wurden für diesen Abend erwartet, und die Behören schickten sich an, die Herren mit den ihnen gebührenden Ehren zu empfangen.
Dem Vernehmen nach sollte der Mylreaer Mord, obwohl er zweifellos der interessanteste Fall war, doch erst am dritten oder vierten Tage zur Aburteilung kommen. Von dem Richter, Sir James Cleary, einem Engländer und einer im ganzen Lande sehr unbeliebten Persönlichkeit, der mit einer ausgeprägten antiirischen Gesinnung äußerste Strenge gegen jeden Verbrecher verband, wollte man wissen, daß er so leicht keinen Umstand übersah, der für die Schuld etnes Angeklagten sprach. Dies war aber immer noch von viel geringerer Bedeutung als die Tatsache, daß die Stimme des Volkes bereits allgemein Michael Creenan verurteilt hatte' so daß die Geschworenen, welche aus kleinen Bürgern der Stadt bestanden, bereits gegen ihn eingenommen sein mochten. Michael Creenans Sache stand in der Tat sehr schlecht und sah hoffnungslos aus, als Fräulein Craig in Castlerea eintraf, um dort noch im legten Augenblick mit seinem Anwalt die verzweifeltsten Schritte zur Rettung ihres Geliebten zu beraten.
Ich hatte ihr das Versprechen gegeben, ihr am anderen Tage nachzukommen. Offen gestanden, fürchtete ich mich, mit ihr zuſammen zu reisen, denn ich wußte beim besten Willen nicht mehr, wie ich ihr helfen konnte oder sie trösten sollte. Auch gab mir meine eigene Unentschlossenheit bezüglich des weiteren Vorgehens Grund zum Aufschub. Folgte ich meiner ersten Absicht und setzte ich die Polizei in Kenntnis von meinem Verdachte, daß Bournes zu dem Morde in irgend einer Beziehung ſtände, ſo hatte ich dadurch den Strick nur noch feſter um Michael Creenans Hals gezogen, und das zu tun zauderte ich natürlich. Dieselbe Folge würde es auch gehabt haben, wenn ich das seltsame Benehmen des jungen Geistlichen der Behörde mitgeteilt hätte.
Ich wollte daher die paar Tage noch abwarten und sehen, wie ſich die Sache weiter entwickelte. Gegen Michael Creenan wurde ja noch nicht verhandelt, und es war doch immerhin möglich, daß ich vielleicht noch im letzten Augenblick eine neue Entdeckung machte.
Auffallenderweise kam mein Patient nach dem mitternächtlichen Besuche rasch wieder zu sich. Aber je mehr seine Kräfte zunahmen, desto niedergeschlagener und schweigsamer wurde er, so daß es faſt auf mich den Eindruck machte, als täte es ihm leid, daß ihn meine Bemühungen am Leben erhielten. Er verlangte nur noch Schnaps, den ihm jedoch ſeine Schweſter in getreuer Befolgung meiner Anordnungen berweigerte.
Am Nachmittag des Tages, an dem das Schwurgericht zuſammentrat, ſprach ich wieder bei dem Geschwisterpaare bor. Mein Patient hatte das Bett verlassen und saß angekleidet auf einem Stuhle. In gewohnter Weise begrüßte er mich mit einem unverständlichen Gebrumme und fragte mich dann, indem er seine Schwester, die neben ihm stand, scharf ansah:
" Ist es wahr, daß Euer Gnaden Kathleen verboten hat, mir ein paar Tropfen Schnaps zu reichen?"
„ Gewiß habe ich das getan," antwortete ich. In Ihrem gegenwärtigen Zustande ist Schnaps Gift für Sie." ,, Das ist mir gleich," murmelte er, ich bin schwach und heruntergekommen, und ein Gläschen Schnaps würde mich wieder auffrischen."
Wenn Sie klug wären, würden Sie überhaupt keinen Schnaps mehr trinken, denn nur der Schnaps ist an Ihrem Janzen Unglück schuld. Uebrigens," fuhr ich ablenkend fort, Sie haben mir noch gar nicht erzählt, wie Sie zu der häßlichen Wunde an Ihrem Arme kamen?"
Ich beobachtete ihn sehr aufmerksam, während ich an ihn biese Frage stellte. Sein rohes, unrasiertes Gesicht, das wild und grimmig wie das eines wilden Tigers aussah, wurde feuerrot, und mit einem auffälligen Blick auf seine Schwester rief er aus:„ Hol die der Henker, die es getan
Halt dein Maul!" schrie der Angeredete, ihr einen zornigen Blick zuwerfend.
,, Nein, ich will reden," entgegnete Kathleen, deren Aufregung zunahm, und indem sie sich rasch zu mir wandte, fuhr sie fort: Ich habe sie ihm beigebracht, und es tut mir nur leid, daß sie nicht noch besser gesessen hat."
,, Glauben Sie ihr nicht," rief der Kranke, sie lügt!" ,, Nein, ich lüge nicht," antwortete Kathleen, und rasch in eine Ecke des Zimmers eilend, nahm sie aus dem Schranke eine Sichel, wie sie in der Gegend bei der Ernte gebraucht wird.
Der Kranke schrie vor Schreck laut auf und fiel in ſeinen Stuhl zurück. Ohne sich jedoch um ihn zu kümmern, reichte sie mir die Sichel.„ Sehen Euer Gnaden her!" rief sie. Sehen Sie noch das Blut an der Klinge? Das ist sein Blut! Nun, lüge ich?"
Ich sah mir die Sichel an. Die Schneide war so scharf wie ein Rasiermesser und an beiden Seiten mit Blut befleckt. das daran festgetrocknet war, und auch der Griff wies solche rote Flecken auf.
Ich faßte das entsetzliche Weib scharf ins Auge, während ihr Bruder, vor Schreck ganz blaß, mich dringend bat, ſie nicht an ihn herankommen zu laſſen.
„ Sie brauchen keine Angst zu haben," sagte sie.„ Ich habe es dem Herrn Kaplan versprochen, und niemals werde ich meine Hand gegen ihn erheben. Aber gestochen habe ich ihn mit der Sichel, und wollte Gott, ich hätte ihn zu Tode getroffen."
Sie nahm mir die Sichel aus der Hand und legte sie in den Schrank zurück, deſſen Schlüssel sie umdrehte und abzog. „ Euer Gnaden können den Schlüssel an sich nehmen," ſagte sie, indem sie ihn mir reichte.„ Mein Bruder Rory weiß ganz gut, daß er jetzt vor mir sicher ist."
Ohne jedes weitere Wort verließ sie das Zimmer. Eine furze Zeit blieb ich noch bei dem Kranken sitzen, doch wollte es mir nicht gelingen, weitere Aufklärung von ihm zu erhalten. Nachdem er sich von seinem Schrecken erholt hatte, verfiel er wieder in sein früheres schwermütiges Wesen und gab mir nur kurze, einsilbige Antworten.
Als ich ihn fragte, ob er sich noch vor seiner Schwester fürchte, meinte er:„ Nein, Euer Gnaden, was sie sagt, hält ſie, es tut ihr jetzt leid, was sie getan."
Ich verabschiedete mich von ihm. In der Küche saß Kathleen am Fenster, den Kopf in den Händen vergraben. Als ich an ihr vorbeiging, sah sie auf, und ich konnte bemerken, wie ihr die Tränen das Gesicht hinunterliefen.
„ Sie sind doch ein recht sonderbares Mädchen!" sagte ich zu ihr." Was hat Ihnen denn Ihr Bruder getan, daß Sie ihn so furchtbar zugerichtet haben?"
„ Das wird Euer Gnaden wohl schon einmal erfahren," antwortete sie mit einem langen tiefen Seufzer.„ Sic können es mir glauben, daß ich meinem leiblichen Bruder nichts Uebles will; aber auf ihm und mir und uns allen ruht der Fluch Gottes, und mein Herz ist darüber schon gebrochen, und ich wünschte, ich wäre tot."
Troz eingehendem Fragen konnte ich nicht mehr von ihr erfahren. Ich machte ihr schließlich kein Hehl daraus, daß meiner Ueberzeugung nach sie und ihr Bruder mehr von dem Morde wüßten, als sie zugeben wollte. Sie erstaunte aber nicht einmal über diese Aeußerung, noch erschrak sie, als ich bemerkte, es wäre wohl meine Pflicht, die Polizei von meinen Wahrnehmungen in Kenntnis zu setzen.
Die Gendarmen fürchte ich nicht," sagte sie in ruhigem Tone, aber den Fluch Gottes. Es hat gar keinen Zweck, wenn Euer Gnaden noch weiter in mich dringen."
Jetzt befand ich mich wiederum in einer Sackgasse. War es meine Pflicht, den Behörden von meiner Entdeckung Kenntnis zu geben? Ich hatte Bedenken, dies zu tun, weil ich wußte, daß ich damit Ellen den Todesstoß versezen würde; denn ich war überzeugt, daß die Ueberführung Michael Creenans als Mörder des Herrn Craig oder der Beweis, daß er wenigstens Mitwisser des Verbrechens sei, die Folge sein würde. ( Fortsetzung folgt.)}
Jannst du nicht wie der Adler fliegen, Wer mit Mühe den Gipfel gewann, Hat auch die Welt zu Füßen liegen.
Klett're nur Schritt für Schritt bergan;
Sein erster Klient.
Von C. Günther.
( Nachdruck verboten.)
Wieder einmal hatte sich die illustre Tafelrunde des „ akademischen" Stammtisches im„ Roten Löwen" Schwindelshausen versammelt. Aber die rechte Fröhlichkeit, die sonst hier unentwegt zu Gaste saß, wollte sich heute nicht einstellen; denn der Lustigste der Gesellschaft, der als wißiger Kopf bekannte Rechtsanwalt Fliedner, machte ein gar trübseliges Gesicht und starrte finster in seinen Krug Münchener hinein.
,, Wissen Sie, lieber Fliedner!" sagte der Gymnasialoberlehrer Breitmüller,„ Sie gefallen mir heute gar nicht; Sie haben wohl einen wichtigen Prozeß verloren?"
Oder tragen Sie Trauer um den Kerl, den Sie neulich so famos verteidigt haben?" meckerte der Oberförster von Kunowski, wie hieß er doch gleich? Ach ja, Knatschke! Gestern ist er ja geföpft worden."
„ Er grämt sich um das flöten gegangene Honorar," ulfte der dicke Kreisphysikus Dr. Haberkorn weiter.„ Knatschke soll ihm nämlich für den Fall, daß er seine Freisprechung erzielte, zehn Prozent von dem Reingewinn aller seiner fünftigen Raubmorde notariell zugesichert haben...
Die Anwesenden lachten. Nur Rechtsanwalt Fliedner verzog keine Miene; wie aus tiefem Sinnen fuhr er plötzlich
empor:
Entschuldigen Sie, meine Herren! Ich feiere heute einen Gedenktag..
Die anderen sahen ihn ein wenig verlegen an. Dann sagte der Bürgermeister, Herr Assessor a. D. Wolkenbruch: Darf man fragen, Herr Rechtsanwalt, was...?" " Ja, gewiß! Herr Bürgermeister!" fiel ihm Fliedner ins Wort, heute vor zehn Jahren ist mein erster Klient zu mir gekommen."
" Und deshalb setzen Sie solche Armesündermiene auf?" rief der Oberlehrer, das war doch eher ein freudiges Ereignis..."
Unter regulären Verhältnissen allerdings, lieber Breitmüller!" gab der Rechtsanwalt ungewöhnlich ernst zurück, „ aber in meinem Falle... Ich kann Ihnen sagen, meine Herren! Es war eine grausige Geschichte..
„ Na! Dann erleichtern Sie Ihr Gemüt!" riet ihm der Kreisphysikus, und der Oberförster kommandierte: „ Also los, Fliedner! Erzählen Sie!"
" Sie werden wohl alle kaum wissen," begann der Rechtsanwalt seine Erzählung, daß ich, bevor ich hierher fam, bereits ein ganzes Jahr in der kleinen Kreisstadt K. praktiziert habe. Dort bekam ich also auch meinen ersten Klienten. Sie brauchen nicht zu grinsen, Haberkorn! Denn wenn ich in S. auch keine Seide gesponnen habe, auf einige Klienten habe ich es in dem Jahre denn doch gebracht.
Also: seit mehr als vierzehn Tagen hatte ich bereits mein Bureau eröffnet, ohne daß bisher irgend jemand meine juristische Hilfe in Anspruch genommen hätte. Mein Bureauvorsteher hatte sich, nachdem er die Aktendeckel für die nächsten zwanzig Jahre präpariert hatte, ein Abonnement in der Leihbibliothek genommen, natürlich auf Geschäftsunkosten, und las Romane, um nicht vor Langeweile verrückt zu werden.
Das kleine Städtchen zählte bereits zwei Anwälte, die seit Jahrzehnten in ihm ansässig waren und das Vertrauen der sehr konservativ veranlagten Bürgerschaft im vollsten Maße genossen. So mußte ich bald erkennen, daß meine Aussichten in K. nicht gerade glänzende waren. Man hing dort viel zu ſehr am Alten und Althergebrachten und liebte die Neuerungen und die Neuerer nicht. Das hatte zu seinem Schaden auch ein junger Arzt erfahren müssen, der sich kurz vor mir in K. niedergelassen hatte. Die drei in dem Orte praktizierenden Mediziner hatten sofort einen geschlossenen Ring gegen ihn gebildet und die gesamte Bewohnerschaft von K. gegen den neuen Konkurrenten aufgehetzt. Dr. Freimund hatte sich allerdings auch von Anfang an sehr unklug benommen; er hatte seinen Kollegen keinen Besuch gemacht
und sich öffentlich über ihre Behandlungsmethoden in herabmeltkundiger Jurist selbstverständlich vermieden. Ich stand mit meinen Kollegen, dem Justizrat Dr. Blank und dem Rechtsanwalt Rehmann, auf dem besten Fuße und wurde daher der Ehre gewürdigt, vom Herrn Bürgermeister selber zum Besuch des Stammtisches der Honoratioren im„ König von Preußen" aufgefordert zu werden. Das war aber auch der einzige Erfolg, den ich bisher in R. erzielt hatte.
setzender Weise ausgelassen. Alle diese Fehler hatte ich als
Im übrigen ließ man es mich gerade am Stammtisch am deutlichsten fühlen, daß ich als dritter Anwalt in St. eigentlich ganz überflüssig war. Sobald ich mich dort ein wenig eingebürgert hatte, begann man mich wegen meiner imaginären„ Praris" anzuulfen; so redete mich einmal, als ,, mein" Thema auf der Tagesordnung stand, Herr Dr. Biermann, der Redakteur des Lokalblättchens, in feierlicher Weise folgendermaßen an:
„ Soll ich Ihnen prophezeien, lieber Herr Rechtsanwalt, wer Ihre ersten Klienten hier in K. sein werden? Entweder ist es der Schneider Kühn oder Dr. Freimund!"
Das gab natürlich ein brausendes Gelächter am Stammtisch; denn Schneidermeister Kühn war der allgemein verhaßte„ Demagoge" von K. und hatte des öfteren Beleidigungsprozesse, die gewöhnlich einen sehr lächerlichen Anstrich hatten. Auch Dr. Freimund stand ein solcher Prozeß bevor. Der junge Arzt, der ein heftiger und etwas erzentrischer Mensch war, hatte einige Tage vorher den ältesten seiner Kollegen, den Sanitätsrat Klapper, der sich abfällig über ihn geäußert haben sollte, auf offener Straße brüskiert und sollte nun von ihm verklagt werden.
So standen die Sachen, als eines Abends, nachdem mein Bureauchef seinen Roman zugeklappt hatte und nach Hause
gegangen war, heftig an der Flurglocke geklingelt wurde. Ich erhob mich haſtig von der Chaiſelongue, auf die ich mich grübelnd hingestreckt hatte, und ging öffnen. Vor mir stand eine hohe Gestalt in großem Radmantel, mit einem Lederkoffer in der Hand. Es war Dr. Freimund, den ich von Ansehen bereits kannte.... Er wurde also richtig mein erster Klient.
" Störe ich Sie, Herr Rechtsanwalt?" fragte er höflich, ,, ich komme wohl schon nach Toresschluß..?"
„ Aber nein! Es ist ja erst acht Uhr!“ gab ich zur Antwort,„ bitte, treten Sie doch ein..."
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Der junge Arzt ließ sich in meinem Spree den angebotenen Stuhl nieder; dann sagte er: " Ich möchte Sie fragen, Herr Rechtsanwalt, ob Sie meine Verteidigung übernehmen wollen."
" Ah, in Ihrem Beleidigungsprozeß mit Sanitätsrat Klapper? Haben Sie denn die Zustellung schon erhalten?"
„ Nein!" antwortete er ruhig,„ nicht in meinem Beleidigungsprozeß mit Sanitätsrat Klapper, sondern wegen Mordes..."
Wegen Mordes?" stammelte ich entſeßt.
" Ja! Ich habe Ihrem Kollegen, dem Juſtizrat Blank, die Kehle durchgeschnitten."
" Aber, mein Gott! Das ist ja nicht möglich! Ich habe doch heute vormittag noch mit dem Juſtizrat beim Frühschoppen gesessen und nicht gehört, daß er mit Ihnen entzweit war Ich begreife wirklich nicht..."
„ Ich sage stets die Wahrheit, Herr Rechtsanwalt! Vor etwa einer halben Stunde kam ich zu Juſtizrat Blank, gerade so, wie ich jetzt zu Ihnen gekommen bin, und fragte ihn, ob er meine Verteidigung übernehmen wolle. Er wies mich schroff zurück; ich würde wütend, und da... Wollen Sie selbst sehen..
Er öffnete den Lederkoffer, den er neben sich gestellt hatte, bebte vor Erregung am ganzen Leibe; denn ein Blick in die und zeigte mir das blutige Haupt des Justizrats. Ich dunklen, unruhig flackernden Augen des vor mir sibenden Mannes hatte mich gelehrt, daß ich es mit einem Wahnsinnigen zu tun hatte. Da hieß es vorsichtig sein...
Wenn ich Sie recht verstanden habe," begann ich daher in geschäftsmäßigem Tone, so wollten Sie dem Justizrat Ihre Verteidigung in dem Beleidigungsprozeß mit Sanitätsrat Klapper..
„ Nein! Nicht in dem Beleidigungsprozeß mit Sanitätsrat Klapper!" fiel mir Dr. Freimund ins Wort,„ sondern wegen Mordes..
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Mordes?" stammelte ich verständnislos. " Ja, denn ich hatte, bevor ich zu Justizrat Blank ging, dem Sanitätsrat Dr. Klapper den Hals abgeschnitten. Wollen Sie sehen..."
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