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nach der Wildhütt'

Als das Feuer den Munitionsraum erreichte, war das Un­glick besiegelt. Mit einem furchtbaren Knall flogen 1440 Pfund Pulver auf. Es schien einen Augenblick, als wenn das ganze Schiff mit der Bemannung verloren sei. Aus allen Rigen des Turmes schossen Feuerzungen hervor, im Innern des Turmes lagen Tote und Sterbende auf einen Haufen zu­sammengeworfen. Die Kleider der Verunglückten waren in Fezen gerissen, die Gesichter verbrannt, und das Fleisch fiel vom Störper, wenn man ihn berührte. Zum Glück für die Mannschaft trat keine Panik ein. Die Offiziere verſuchten in den Turm einzudringen, doch gelang dies erst, nachdem man sämtliche verfügbaren Sprigen einige Zeit hatte arbeiten laffen. Die Häufung solcher Unglücksfälle auf den ameri­tanischen Kriegsschiffen beweist, daß die Geschosse einen be­denklichen Fehler haben. Sicherlich sind es nicht die besten der Welt", wie die Amerikaner zu rühmen pflegen.

Nab und Fern.

Eine hochherzige Stiftung hat der amerikanische Milliar­där Carnegie ins Leben gerufen. Er hat einen Fonds von 5 Millionen Dollars für die Hinterbliebenen von solchen Per­somen bestimmt, die bei Rettung von Menschen aus Lebens­gefahr selbst das Leben eingebüßt haben, und für die Lebens­retter selbst, die Verletzungen erlitten haben. Der Fonds fin­det Anwendung bei Lebensrettung in den Vereinigten Staaten, in Canada und in den Gewässern dieser beiden Staaten.

Unheilvolle Verwechslung. Ein tragisches Vorkommnis wird aus Geldern gemeldet: Drei Privatförster in Sevelen batten sich verabredet, Wilderer abzufangen. Bei eintretender Dämmerung nahmen sie ihren Posten ein. Aus irgend einem Grande näherte sich später ein Förster seinem Kollegen. In der Dunkelheit hielt dieser ihn für einen Wilderer und feuertc einen Schuß ab, der den vermeintlichen Wilderer in die Knic traf. Schnell entschlossen feuerte dieser nun auch zwei Ladun­gem ab, da er glaubte, daß ein Wilderer ihn geschossen habe. Er schoß seinen Kollegen in ein Auge und gab ihm eine volle Ladung in die Brust. Beide schweben in Lebensgefahr.

A Selbst gerichtet. Wie aus Mitterteich berichtet wird, hat sich die Frau des Fabrikarbeiters Härtl, die ihren Stief­sobei zu Tode marterte, selbst gerichtet. Sie entsprang aus der Gefängnis und ließ sich von einem Eisenbahnzug über­fahren.

Ein rätselhafter Leichenfund beschäftigt zur Zeit die Un­tersuchungsbehörden in Calau. Auf dem dortigen Bahnhofe murde unweit der Wasserstation die Leiche eines etwa 24jähri­gen Mädchens aufgefunden. Die Unbekannte, die vermut­lich einen Genichbruch davongetragen hatte, führte eine Reise­tasche bei sich, in der etwa 3500 Mark Bargeld, sowie eine wertvolle Damenuhr nebst Kette vorgefunden wurden. Neben der Leiche befanden sich auch die Betten der Unbekannten, die aus dem Morgenschnellzug Berlin- Breslau gestürzt sein muß, während in dem von ihr benutzten Abteil später ein noch gut erhaltener Reisekoffer, mehrere Schirme und eine große Photographie vorgefunden wurden. Die Leiche wurde einst­meillen nach dem städtischen Hospital in Calau gebracht. Die anfängliche Annahme, daß es sich um eine Berliner Modistin han dele, scheint sich nicht zu bestätigen, die Unglückliche dürfte bielmehr polnischer Abkunft sein. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft hat am Tatorte eine gerichtsärztliche Un­tersuchung stattgefunden.

Eisenbahnzusammenstöße. Wie aus Trouville gemeldet wird, hat auf der Strecke Dives- Cabourg ein Eisenbahnzu­ammenstoß stattgefunden, bei dem 20 Personen verlegt wur ben, darunter 12 schwer. Die Ursache des Unglücks ist in falfacher Weichenstellung zu suchen. Bei dem Berliner Vor­ortsbahnhof Gesundbrunnen stieß ein Güterzug mit einem Per sonenzug zusammen, wobei zwei Personen verunglückten.

Wieder ein Messerstecher in Hamburg. In Hamburg hat sich der Bevölkerung in der Umgegend des Dammtors tarfe Beunruhigung bemächtigt. Ein geheimnisvoller Messerstecher, der ein Dienstmädchen anfiel und schwer ver­lette, ist trotz eifriger Nachforschungen seitens der Behörden nicht entdeckt worden. Man fürchtet nun weitere Untaten seitens des Verbrechers. Bekanntlich blieben auch frühere Ueberfälle durch Messerstecher unaufgeklärt.

Doppelmord. In dem Dorfe Mehrstedt bei Schlotheim ist in der Nacht das hochbetagte Ehepaar Schmidt, das dort die Gastwirtschaft betrieb, ermordet und beraubt worden. Der Mann war nahezu 80 Jahre alt. Die Wirtschaft diente zu­gleich als Herberge für wandernde Handwerksburschen. In­dessen haben in dieser Nacht solche dort nicht verkehrt. Den beiden Opfern ist mit einem Zimmerhammer der Schädel gertrümmert worden. Das Mordinstrument lag bei den leichen. Die alten Leute hatten die Gewohnheit, aus Furcht bor Diebstahl Geld und Wertsachen in ihren Betten zu ver­tecken. Dieses muß den Tätern bekannt gewesen sein, denn die Betten sowie die Schränke der Wohnung waren durch­wühlt und ihres Inhaltes beraubt. Des Raubmordes ver­dächtig sind zwei Handwerksburschen und ein Zigeuner.

A Explosion auf einem französischen Kreuzer. Schon wie­der wird eine Explosionskatastrophe auf einem Kriegsschiffe gemeldet, die allerdings nicht so furchtbare Folgen hatte wie

tig das Schalterlod auf dem amerikanischen Missouri". An Bord des franzö­er sich mit dem hen Kreuzers Forbin" wurden während der Fahrt von

, bis ihm Hangeut eilte er, so raidh er f ja vielfach Lücken z

ebenfalls durch das Tiophels. Beide t is zur Wildhütte

lochefort nach Brest durch Explosion einer Geschütz- Kartusche Vann verwundet, darunter einer schwer.

Hus dem Gerichtsfaal.

§ Einen wahren Rattenkönig von Strafprozessen zeitigte en Prozeß gegen den Sergeant Bienemann von der 11. Kom­agnie des Infanterie- Regiments Nr. 29. Vienemann hatte fich zunächst vor dem Kriegsgericht wegen eines schweren Sitt­

m'r nit bleiben dikeitsverbrechens zu verantworten. Die Verhandlung en­n der schweren Saft defe mit Verurteilung zu drei Jahren und einem Monat Ge­

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Die Frucht' nüber in

fingnis. In einem späteren Termine wurde er noch wegen Berleitung zum Meineid zu vier Jahren Zuchthaus und Aus­ßung aus dem Heere verurteilt. Er hatte während der Un­tersuchungshaft einen Mitgefangenen zu bestimmen versucht, or Gericht eine falsche Aussage zu machen. Den damaligen Bachhabenden, der ihm aus Gefälligkeit die Unterredung

telligt. Nachdem gestattete, zeigte er selbst wegen Wachvergehens an. Dies trugen fie abwehatte zur Folge, daß der Unteroffizier, dem übrigens von chüttung berbargen wurde. Damit war es Bienemann aber noch nicht genug, er

Stelle, wo sie ihn

Tiophel befriedigt

überhaupt merten,

einen Vorgesetzten ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt wurde, 3 drei Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt

stattete auch gegen mehrere ältere Unteroffiziere, frühere Regi mentsfameraden, Anzeige wegen Mißhandlung und un­

c, daß a'r die gorschriftsmäßiger Behandlung von Untergebenen usw. Gegen icht noch in der Gettere ist die Untersuchung eingeleitet. Es soll sich um Straf­inod'n paar Gäd la Haterm handeln, die mehrere Jahre zurückliegen.

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Lokales.

18. April 1904. Delegiertenversammlung der Evange lischen Arbeitervereine. Die Delegiertenversammlung des Gesamtverbandes der Evangelischen Arbeitervereine Deut­schlands findet am 24. und 25. Mai in Frankfurt a. M. im Vereinssaal, Langestraße 29. statt.

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Zum diesjährigen Gauturnfeste, das in Usingen stattfindet, ist eine Altersriege zu stellen beabsichtigt. Die Anmeldungen sind an den Gauturnwart Will- Wetzlar zu richten.

Der Kongreß für experimentelle Psy­chologie, welcher vom 18.- 20. April in Gießen statt­findet, wurde heute Vormittag 3/410 Uhr vom Direktor der psychiatrischen Klinik, Herrn Prof. Dr. Sommer eröffnet. Derselbe begrüßte die aus allen Teilen Deutschlands er­schienenen Gäste sowie diejenigen aus Holland, Desterreich, England, Rußland, der Schweiz und überträgt die Leitung des Kongresses Herrn Elias Müller- Göttingen. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Elsenhans- Heidel­

berg, Exner- Wien und Sommer- Gießen. Begrüßungs­

ansprachen hielten darauf der Rektor der Landesuniversität, der Provinzialdirektor Dr. Breidert und der Oberbürger= meister von Gießen. Es wurde sodann den einzelnen Herren das Wort erteilt zu den angemeldeten Vorträgen.

** Die neueste Nummer der Turnztg. f. d. Gau Hessen berichtet, daß der Gau- Ausschuß in seiner am 13. April stattgehabten Sißung genehmigt hat, daß am 23. Mai der Turnverein in Ockershausen sein Stiftungsfest abhält, am 5. Juni die Gauturnfahrt nach Hungen statt­finden kann und am 26. Juli der Männer- Turnverein zu Rodheim a B. die Weihe seiner neuen Fahne festlich begeht. Wir wünschen, daß alle diese Feste neue Anhänger und Gönner der deutschen Turnsache zuführen.

***( Ausflug.) Gestern Nachmittag veranstaltete, vom herrlichsten Wetter begünstigt, der Wohltätigkeitsverein ,, Contentia" zu Gießen einen Ausflug nach Rodheim. Per Extrazug dampfte eine große Schaar von Ausflüglern unter den Klängen einer Musikkapelle vom Bahnhof der Biebertalbahn ab. In Rodheim angelangt ging es ebenfalls mit Musik nach der Gartenwirtschaft zur Krone". Hier begrüßte der Vorsißende des Vereins, Herr Wagner, die Anwesenden und stellte denselben, allseitigen Wünschen nach tommend, das fürzlich aufgenommene 200. Mitglied vor. Es folgte darauf zur größten Ueberraschung der Mitglieder ein Theaterstück und zwar die Aufführung der lustigen Posse Der schöne Adolar" von 3 Damen. Die Aufführenden bemühten sich zwar, ihre Sache gut zu machen, doch wurde das Stück am Anfang von den meisten Zuschauern des großen Trubels wegen lei er nicht verstanden. Ein an haltender Beifall lohnte die Spieler für ihre Mühe. Alsdann wurde auch den tanzlustigen jungen Leuten Gelegenheit ge­boten, trotz des beschränkten Raumes, ihre Künfte zu zeigen. Gegen 149 Uhr abends fand darauf unter Gesang die Heimfahrt statt. Doch öffneten sich leider jept des Himmels Schleusen und mancher schöne Hut erhieit hierbei seine Taufe und andere Form. Bemerkt sei noch, daß im Verlauf des Festes dem Bürgermeister Rodheims vom Verein ein Ständchen gebracht wurde.

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-- Ahlers Affentheater, das z. 3t. in Gießen auf Dswaldsgarten Vorstellungen gibt, ist ein Unternehmen, das mit Recht verdient, beachtet zu werden. Das dort auf­tretende Künstler- Ensemble, alles vierfüßige und vierhändige Artisten, übertrifft durch Leistungsfähigkeiten selbst die ver­wöhntesten Ansprüche und ist mit einem Wort gesagt brillant. Die possierlichen und munteren Affen in ihren drolligen Kostümen geben beständig Veranlassung zu an­haltender Heiterkeit des zahlreichen Publikums und entfachen insbesondere den lautesten Jubel der Kinderwelt. Da arbeiten Aeffchen als Gymnastiker, als Seiltänzer, als Afro­baten, oder präsentieren sich als Soldaten, ja selbst als Kriegsrichter. Auch lernen wir sie als Herren oder Damen, als flinke Kellner oder Kellnerinnen, als Kutscher und Diener und schließlich auch als Harztouristen kennen. Die ver­schiedensten Dreſsuren, die uns dann Herr Direktor Ahlers bei den reizenden mannigfachen fleinen Pferdchen vor Augen führt sind tadellos und eraft- nur weiß man dabei nicht, was man bewundern soll die Tiere oder ihren Meister. Jedenfalls gehört zu dieser Dressur doch eine fabel­hafte Geduld und eine unglaubliche Langmut; vor Allem aber merkt man an der ganzen Arbeit der Tiere, daß die berüchtigte Peitsche hierbei keine große Rolle gespielt hat.

An der Bergstraße stehen Kirschen und Aprikosen im schönsten Blütenschmück und versprechen einen reichen Ertrag, wenn nicht wieder der böse Mai einen Strich durch die Rechnung macht. Auch die Winterfrucht ſteht sehr gut.

- Klein- Linden, 18. April. Am Himmelfahrtstag plant der Turnverein einen Ausflug nach der Saalburg. Von Gießen bis Ostheim wird die Bahn benutzt, dann über Biegenberg nach Usingen und von dort über Ansbach, Wehrheim, Lohmühle nach der Saalburg marschtert. Nach der Besichtigung derselben, geht es nach Homburg und per Bahn zurück nach Gießen. Seit einiger Zeit finden im Turnverein an Sonntagnachmittagen Ballspiele start.

Grünberg, 18. April. Am vorigen Samstag Abend wurde vom hiesigen Gemeinderat die Arbeiten für das zu bauende Schulhaus vergeben. Uebertragen wurden die Maurerarbeiten Herrn Conrad Bock- Grünberg; die Steinhauerarbeiten Herrn Heinrich Müller- Allertshausen; die Zimmerarbeiten den Herren Georg und Jakob Haas­Grünberg; die Dachdeckerarbeiten den Herren Heinrich und Georg Fathum- Grünberg; die Spenglerarbeiten den Herren Heinrich und Karl Flick- Grünberg; die Schlosserarbeiten den Herren Carl Gieß und Heinrich Schmidt- Grünberg; die Glaserarbeiten den Herren Röhm, Heusinger und Feldmann- Grünberg; die Schreinerarbeiten Herrn Sauer; die Weißbinderarbeiten Herrn Conrad Bock Grünberg und die Tapeziererarbeiten Herrn Louis Breiter Grünberg. Mit

dem Neubau soll sofort begonnen werden, damit derselbe bis zum Herbst fertiggestellt ist.

Grünberg, 18. April. Trog wiederholt eingereichten Petitionen ist auch im neuen Sommerfahrplan das Halten der Schnellzüge 527 und 528 in Nieder- Ohmen nicht vorgesehen. Dahingegen hält vom 1. Mai ab in Ehring 8- Hausen der Zug 5 26, welcher in Grünberg nachmittags 2,16 Uhr einläuft.

= Grünberg, 18. April. Am vorigen Samstag Abend wollte Herr Landwirtschaftslehrer Schwarz- Alsfeld im Englischen Hof" hierselbst einen Vortrag halten über ,, rationelle Jungviehzucht." Leider waren sowohl von den Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins, als auch von den übrigen Interessenten Grünbergs so wenige erschienen, daß Herr Schwarz sich nur herbeiließ, einige kurze Er­läuterungen über das Vortragsthema zu geben und gestellte Herr Schwarz betonte u. A., daß die Reinzucht im Anfragen aus dem kleinen Zuhörerkreise zu beantworten. Grünberger Viehbestande sehr viel zu wünschen übrig lasse und empfahl die Beibehaltung der Vogelsberger Reinzucht. Ferner machte Redner bekannt, daß für die Zukunft ein alljährlicher Zuchtviehmarkt seitens der Buchstationen geplant wird, auf welchem nur reines Zuchtvieh zum Ver­kauf gestellt werden soll.( Wir werden in nächster Zeit einen Artikel zum Abdruck bringen, der den Unterschied zwischen der Vogelsberger und der Simmenthaler Reinzucht ausführlich behandelt. D. Red).

Grünberg, 18. April. Der hiesige Ortsgewerbe verein hielt gestern Nachmittag im Taunus" seine dies­jährige Generalversammlung ab. Dieselbe wurde gegen 4 Uhr vom Vorsitzenden, Herrn Spenglermeister Kaiser, eröffnet Vor Eintritt in die Tagesordnung wird das Andenken der im letzten Geschäftsjahre verstorbenen Mitglieder durch Er­heben von den Sißen geehrt. Hierauf gibt der Vorsißende den Jahresbericht bekannt, aus welchem hervorgeht, daß der Verein gegenwärtig 95 Mitglieder zählt und die Handwerker­schule 74 Schüler aufzuweisen hat. Gegen den Jahresbericht wird keinerlei Einspruch erhoben und erstattet sodann Herr Rechner Ritter den Kassenbericht. Die Gesamteinnahme beträgt 1548,57 Mt., die Gesamtausgabe 1486,36.. sodaß ein Baarbestand von 62,21 Mt. vorhanden ist. Das Gesamtvermögen des Vereins beläuft sich auf 2765,68 Mr. Dadurch, daß nachträglich noch Rechnungen eingegangen sind, hat der Verein eigentlich im verflossenen Rechnungsjahre mi einem Defizit von fast 100 Mt. gearbeitet, sodaß das Kapital­vermögen angegriff n werden mußte. In Anbetracht dieses schlechten Kassenabschlusses soll die Zentral- Gewerbekammer in Darmstadt um eine Beihilfe angegangen werden. Be der darauffolgenden Vorstandswahl werden die ausscheidenden Borstandsmitglieder per Aflamation wiedergewählt. Der ge­schäftliche Teil hatte nach dieser Wahl sein Ende erreicht. An­schließend hieran erteilt der Vorsitzende Herrn Baumeister Traber Gießen das Wort zu dem in Aussicht gest: Alten Vor trag über Meistertitel und Meisterprüfung." Mit verständlicher Worten weist Redner auf die Bedingungen zur Meister­prüfung hin und macht gleichzeitig auf die empfindlichen Strafen aufmerksam, welche bei unrechtmäßiger Führung des Meistertitels vorgesehen sind in der Gewerbeordnung. Ferner empfiehlt Herr Traber die Errichtung eines Meister­vorbereitungskursus in Grünberg. In diesem Kursus soll den jungen Leuten, welche sich selbständig machen woller, Gelegenheit gegeben werden, sich zu der bevorstehenden Meisterprüfung genügend vorzubilden. Die Errichtung eines solchen Kursus wird bald erfolgen und meldeten sich auch sofort 4 junge Leute zur Aufnahme in denselben. Es gilt in Grüberg aber noch viele junge Leute, welche Meister werden wollen und kann denselben dieser Vorbereitungs­fursus nur aufs wärmste empfohlen werden, damit sie später in der Lage sind, die Meisterprüfung zu bestehen. An­meldungen nimmt Herr Spenglermeister Kaiser bal­dig st entgegen, damit mit dem Kursus bald begonnen werden kann. Herrn Traber wird durch Erheben von den Sißen für den Vortrag gedankt. Derselbe brachte an Schluß ein Hoch auf den Ortsgewerbeverein Grünberg aus.

+ Groß- Felda, 16. April. Unser erster Lehrer, Her Schmermund, feiert im kommenden Monat sein 50jährig Dienſtjubiläum. Dasselbe wird in der ganzen Gemeint feftlich begangen werden und soll darum, wie uns bericht wird, im Gaſthaus zur Traube" eine größere Feier stati­finden,

[] Groß- Felda. Die Arbeiten an der im Bau begriffener Wasserleitung nehmen einen guten Fortgang. Afeit freut man sich schon hier auf die nicht zu ferne Zeit, das Wasserfahren und-Tragen eine Ende hat und die Hausfrau besonders es etras gemütlicher bekommt.

Groß- Felda, 17. April. Die hiesige Dreschmaschinen gesellschaft hat sich eine neue Dampfmaschine für den Preis von 4200 Mart angeschafft. Lieferantin ist die Maschiner fabrik Badenia", vorm. Platz Söhne in Weinheim an der Bergstraße.

X Groß- Felda. Vergangenen Donnerstag brannte& es hier in der Scheune des Jost Eißfeller. Dem sehr rasch Eingreifen der Freiwilligen- und der Pflicht- Feuerwehr ist es zu danken, daß das Feuer auf seinen Herd beschrän blieb. Wie dasselbe entstanden ist, fonnte noch nicht ermittel: werden.

XKassel, 17. April. Zu Ehren des aus dem Dienst ausgeschiedenen früheren Kommandierenden Generals d 11. Armeekorps v. Wittich fand gestern ein Festessen stats, an dem sämtliche Offiziere der Garnison teilnahmen. General leutnant v. Heeringen überreichte dem Generaloberst a Ehrengabe des Offizierkorps eine aus Silber gefertig, etwa einen halben Meter hohe Nachbildung des Nieder walddenkmals.

+ Vom Odenwald, 17. April. Die Odenwaldba Mosbach- Mudau wird am 1. September d. J. eröffnet. Für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein.